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Fuldaer Zeitung

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Besitzer: Gustav Hesse, Bahnhofstrasse 11. Tel 222.

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bann das Festbankett im historischen Saal der -Horatier und Kuriatier, sowie ein Gartenfest im Park der Villa Celimontana, einem der schönsten und aussichtsreichsten der ewigen Stadt, wo einst der große Dolksapostel, der hl. Philippus Neri, so gerne weilte und hier die römische Jugend zu versammeln und zu unterrichten pflegte.

Der 20. September, der fatale Erinnerungstag an die Einnahme Roms durch die Truppen Garibaldis, ist auch Heuer wieder in üblicher Weife begangen worden. E, wurden Kränze an der Bresche in der Porta Pia nieder, gelegt und dort auch die entsprechenden Reden gehalten. Aber dies in einem ganz anderen Ton als früher, denn es gibt dabei keine antiklerikalen und antivatikanischen Ausfälle mehr. Man will nur mehr die Einigung Ste­llen» und die Einsetzung Roms zur Landeshauptstadt feiern. Sm Vatikan aber bleiben an jenem Tage, alter Tradition gemäß, sämtliche Audienzen abgesagt.

Sn St. Peter werden zur Zeit die beiden Haupt­kapellen, die des Chores und die der Sakramentskapelle, renoviert. Beide find zu diesem Zwecke geschlossen. Der Gottesdienst des Domkapitels findet vor der Hand beim Altäre der Catedra statt. Sn der Chorkapelle stehen hohe Gerüste, denn dort muß die Decke und hernach der Fußboden renoviert werden. Sn der Sakramentskapelle hat man noch einmal den bereits fertiggestellten Boden- belag entfernt. Sedoch scheint diese Arbeit in Bälde be- endet zu sein.

Der Heilige Vater hat wieder den ganzen Sommer über Audienzen erteilt und erfreut sich, Gott Lob, der besten Gesundheit. Wie verlautet, wird im Oktober ein feierliches Papst-Pontifikalamt in St. Peter stattfinden aus Anlaß der Bischofsweihe japanischer Priester.^

Sn diesen Tagen ist ein nicht alltägliche« Ereignis ein- getreten. Der französische Kurienkardinal aus dem Se- suitenorden, Söul» Billot, legte mit Zustimmung be« Heil. Vater» ben römischen Purpur ab, um sich auf langgehegten Wunsch hin wieber in die Stille de» Klo- sters zurückzuziehen. Kardinal Billot war 1911 von Pius X. zum Kardinal erhoben worden,nachdem er vorher viele Satjre lang Professor an der römischen Uni­versität der „Gregoriana", gewesen ist. Ausgezeichnet durch heiligmäßige Frömmigkeit und große Gelehrfam.

kett widmete der Kardinal alle seine Zeit der vielseitigen Arbeit in den heiligen Kongregationen, denen er von drei Päpsten zugeteilt worden war und der Herausgabe theologischer Werke. Sn der Oesfentlichkeit sah man di- hohe, hagere, schon ziemlich gebückte Gestalt dieses Kir- chenfürsten nur bei den großen Kirchenfesten in St. Pe- ter, denn Kardinal Billot führte ein vollkommen zurück- gezogenes Leben. Alle die notwendig mit feiner hohen Würde verbundenen Ehrenbezeugungen setzten den be­scheidenen Mann förmlich in Verlegenheit, der nur ben einen Wunsch hatte, abseits ber Welt zu leben. Nun wird der ehrwürdige Greis, der einfache Pater Louis Billot, zurückkehren in die gesammelte Ruhe und den Frieden eine, stillen Klösterleinr in den Albanerbergen, wo sein allzeit auf bas Ewige gerichteter Geist jene Sammlung zum Gebet unb zur Arbeit finben wird, die ihm zu, Erreichung be» ewigen Heiles notwendig erschien.

Sohanna v. Enzberg.

etwas, aber noch lange nicht alles gebessert hat. Dar arbeitenbe Volk kauft billiger ein und zahlt jetzt kleine Mieten in den besonders erstellten zahlreichen Volks- Häusern, aber dabei darf nicht vergeßen werden, daß hier die Löhne und Gehälter ganz gehörig gekürzt wor­den sind. Der Mittelstand aber lebt sehr teuer und für die Fremden werden überall noch die Pensionspreise vom letzten Sahre verlangt.

Die militärischen Zugkräfte Stalirns stehen hier jetzt in hoher Blüte und werden klug zur nationalen Anspan- nung aller Kräfte benutzt. So fanden die großen Herbst­manöver iw Oberitalien zwischen Dicenca, Padua und Mantua statt, über deren Verlauf die breite Oeffentlich- keit durch alle Zeitungen eingehend unterrichtet wird. Schon die Sugend diskutiert eifrig über die Angriffe der „Azzuri" und die Siege der „Rossi". Und das um so lieber, als ja die ganze Sugend hier militärisch erzogen wird. Der stramm militärische Aufzug der kleinen Schwarzhemden, die unter Absingung der Faszistenhymne zu allen Tageszeiten durch die Straßen ziehen, ist ja hier ein ganz alltäglicher Anblick geworden. Auch die Mäd­chen marschieren und fingen, aber nicht in schwarzen, son­dern in weißen Blusen! Das ganze Leben hier schafft den Eindruck größter Einigkeit und Geschlosienheit der ganzen Nation, für die e» also nur mehr eine Partei, und ein einziges Ziel, die Größe de, Vaterlandes, gibt!

Das die Stadt Rom anbetrifft, so wird» hier immer moderner, eleganter und reinlicher. Eine ganze Anzahl Plätze und Straßen, besonders im Zentrum, sind neu ge­pflastert unb verschönert worden, zahlreiche Gebäude wur- den renoviert unb bie Freilegungen ber antiken Monu- mente machen die besten Fortschritte. Die römischen Stadtoäter wollen Ehre einlegen mit dem Aussehen der ihrer Obhut anvertrauten Stadt, da dieser Tage ber Lord Mayor von London hier einige Zeit erlebte, um mit großem Gefolge Rom zu besichtigen unb die englisch-ita- liemsche Freunbschast, bie ja Immer schon groß gewesen ist, von neuem zu bekräftigen. Zu Ehren ber Engländer sind große Feste geplant, Feste, wie sie eben nur bie Stabt Rom geben kann! So ein großer Empfang in den Museen des Kapitols, bei welchen bie dort vorhan- benen unvergleichlichen Kunstwerke beleuchtet werden,

üdushdlhntgs. gegenstände all&Jlri. Geschirre üt Äluminiuite undiisen.

SlGktr.Xoch- tWdims vor- richiungen.

1825 Ma 1825

Bahnhofstrasse 5

M 255.

Sonntag, 9. Oktober 1927.

Römische Nachrichten.

Aus Rom wird uns geschrieben:

Der erste Eindruck, den alle wieder nach Stallen Zu- rückkehrende haben,' ist der, daß der Faszismus es auch weiterhin versteht, seine Machtstellung im ganzen Lande zu behaupten und auszubauen. Schon an der Grenze in Chiasio empfängt den Reisenden faszistische Strenge und Genauigkeit bei der Prüfung der Ausweispapiere, welche um die Mitte September wegen der Ermordung des italienischen Konsuls in Pari, besonders streng ge- Handhabt wurde. Und je weiter man ins Land hinein- kommt, um so mehr sieht und hört man, wie f e ft da» jetzige Regime hier geworden ist. Die politische Tätigkeit Mussolinis ist weiter von Erfolg gekrönt gewesen. So ist der Freundschastsvertrag mit Litauen unterzeichnet wor­den, wozu der litauische Staatspräsident Woldemaras nach Rom gekommen war. Shm zu Ehren fand in der Villa Torlonia, wofelbst Mussolini im Sommer lebt und arbeitet, ein großer Empfang statt, wobei freundschaftliche Reden gewechselt wurden. Woldemaras gilt als begei­sterter Verehrer Mussolinis und soll auch bestrebt fein, besten Regierungsmethoden nachzuahmen.

Die Politik ist in unseren Tagen aber nur bann ver- trauenerweckenb unb erfolgreich, wenn sich daraus auch eine Besserung und Festigung der Finanzen des betref- fenben Landes ergeben. Gerade diese wichtige Seite ber Politik Mussolinis ist derzeit ein schwieriges und hei k- l e s Kapitel. Bekanntlich ist die Lira seit Monaten stabil und behauptet den festgesetzten Kur» von 89—90 gegen- Über dem englischen Pfund, was eine recht ansehnliche Leistung ist. Ader die Zeiten der Auswertung einer Landeswährung bringen immer auch unerfreuliche, ja schicksalsschwere Begleiterscheinungen mit sich. ®o gehen gerade jetzt bie Geschäfte Stallens mit dem Auslande nicht sonderlich gut. Die Ziffer der Arbeitslosen steigt und die Fremden werden im kommenden Sahr nicht be- sonders zahlreich nach Stallen reifen. Da« alles sind Sor­gen ,die der Regierung auch, ohne daß darüber gefpro- chen wird, viel zu schaffen machen. Es ist eben recht iuiA, biax. TxaU hem Abbau aller Prelle, der wohl

2. Blatt.

<-♦-* Druck bet Fuldaer Actteudruckerei, Fulda

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Anschaffung.

Fünf Minuten.

Don Richard Hans Hoffmann-Arnsdorf.

Denn ich alle die fünf Minuten, deren ich beraubt worden bin durch die Gesellschaft langweiliger Men- schen, oder die mir verloren gegangen find durch Un- Pünktlichkeit anderer, hätte nützlich anwenden können, so wäre ich heute mehr, als ich bin.

Verscherze niemals fünf Minuten von Deiner eigenen Zett unb raube sie auch anderen nicht, indem du auf dich warten läßt!

Fünf Minuten am Morgen und fünf Minuten am Abend können dich in wenige» Sahre» in den Besitz einer fremden Sprache bringen.

verlorene« Gelb kann roiebergefunben, verschwe» bete» Vermögen wieder gewonnen, Gesundheit kann wieder erlangt werden; aber verlorene Zeit kommt nie mehr zurück.

Minuten sind mehr wert al« Juwelen. Da« ganz» Leben ist daraus zusammengesetzt. Shre rechte Aus­nützung führt zu Wohlhabenheit, zur Weisheit und ist oie Stufe zum Himmel.

„Der Rhein entspringt am St. Gotthard .. . , so hieß es, glaube ich, in unserm Geographiebuch, und manchen Aufsatz über den Rheinstrom, und das Menschenleben, den wir damals, als wir weder den Rheinstrcm noch das Menschenleben kannten, dennoch schreiben mußten, begannen wir in Erman­gelung von Gedanken mit diesem Wort: „Der Rhein entspringt am St. Gotthard . . ." Wie furchtbar lebendig ist heute jene Gec^nd nicht geworden, die wir früher in unfern Aufsätzen höchstens nut der idyllischen Kindheit verglichen haben, zur Rot auch wohl mit einem Knaben, der die verwegenen Sprünge seiner Flegeljahre macht Wie hätten wir uns als Kinder der Ebene auch nur einen Begriff machen können von der Wut eines Bergstromes, der wie ein brausender Donner zu Tale stürzt. Vorarlberg ist zwar ein friedliches Land, und der Gletscher Säntis schaut darüber hinweg wie em

Vorarlberg ist zwar ein Gletscher Säntis schaut ------- , ..

guter Papa, der im allgemeinen mit den Jungen schon fertig wird und gemütlich sein Pfeifchen dabei schmaucht. Setzt aber hat die Gemütlichkeit aufge- hört, die bösen Buben haben ganze Dämme durch- geristen und starke Brücken mit sich fortgetragen. Dors um Dorf haben sie nacheinander unter Wasser gesetzt und sogar den ehrwürdigen Rhein völlig aus der Dahn geworfen. Angstvoll haben die Menschen in ihren Häusern gehockt, an denen die Flut schon emporleckte, und froh mußten sie sein, wenn endlich ein Doot ober ein Ponton sie mitnahm. In den verlassenen Stallungen aber brüllt das Vieh, das niemand mehr retten kann. Stell dir's nur vor, wenn über einem solchen Dors das Dunkel der Nacht heraufzieht, wo man denn nichts mehr sieht und um so lauter das wilde Tosen, das unheimliche Gur­geln, das kalte Schlingern der Wasser hort, die end­los neue gelb-schmutzige Wogen daherwälzen. Em lichter Punkt ist da nur, es ist die helfende Siebe, die alle Menschen in ber Not vereint. Und manche Heldentat wurde vollbracht, die es wert wäre, em neues Sieb vom braven Mann darauf zu fingen. Ach, Vater Rhein, ich verstehe es beinahe, wenn du in diesen wirren Zeiten nun auch den Weo verlierst und nicht mehr weißt, wo du hin sollst. Nun sau­sen Automobile, Motorräder, ganze Ketten von Fahrrädern und weiß Gott was alles für Fuhr- werke in bie Gegend von Vorarlberg unb Siechten- stein, um deinen Wahnsinn zu besehen.

Was aber dieses Unglück, so sehr es unser Mit- leid herausfordert, gegen das noch viel entsetzlichere, das uns die Zeitungen aus anderen Gegenden der Erde berichten. Ich denke an die grausigen Tai­fune, die wieder einmal ihr Opfer forderten. Neue Erdbeben haben die Krim erschüttert. In Mexiko wüten unablässig die Horden des Herrn Calles, und in Südamerika gelang es vor kurzem einer Kolo­nie von Aussätzigen, die der Staat dotiert harte und verhungern ließ, auszubrechen. Vor Wut fie­len sie die unglücklichen Menschen, die ihnen begeg­neten, an und bissen sie in förmlicher Raserei mit dem Diß des Aussatzes. Das war ihre Rache an der menschlichen Gesellschaft. -Dabei dauern tn St- tauen, in Rußland, in China bie Erschießungen fort unb in Italien die Deportationen. Bei uns in der Heimat aber grollt es wieder dumpf in ben Masten, die Teil haben wollen an den Gewinnen einer guten Konjunktur. Arme Erde, wo ist denn noch ein sicheres, friedliches Plätzchen auf dir? Ein Arzt schrieb mir neulich, er wolle feine beiden Toch­ter nach Amerika schicken, damit sie dort vor dem Kommenden geschützt feien . . . Als ob es in Amerika sicherer wäre. Als ob nicht auch in ben an ^sächsischen Staaten das Gift der Revolution sich ausbreite, um eines Tages die Seuche herauf- zu beschwören. Ich verstehe den Mann, den man

neulich aus ben unterirdischen Kanälen von Pans wo er in Gemeinschaft mit den Natten über zehn Jahre schon gelebt hatte, ans Tageslicht zog. Als man seine Personalien aufnahm und ihm darauf eine andere Behausung, zuweisen wollte, da bat er. in der Hellen Sonne, bie er so lange nicht siesehen hatte, seltsam blinzelnb. manm oge ihn do» bäte wieder nach Hause gehen lassen, d. h. tn te>ne Ka­näle hinein, wo er sich offenbar bei ben N°ttm glücklicher fühlte, als bei den beißenden, hastenden, kratzenden, lieblosen Menschen. Und ^ebenfalls hat es bisher noch kein Raubtier gegeben, das Grana­ten fabriziert und Bomben geschmiedet hatte.

Glücklicher Mann im Kanal, beinahe babeid) Sehnsucht nach dir, wo ich heute von den vier Mil­lionen Sklaven lese, die es m Afrika noch geben soll, von denen in Indien und tn sonstigen fernen Gegenden ganz zu schweigen, zu schweigen auch von den Millionen, deren Los in Europa nt»t besser ist, als jenes dieser Wüstenkinder. Die Wfent- liche Meinung wurde erst aus diese Frage gelenkt durch die Entdeckung von 220 000.Sklaven, die es bis heute in ber englischen Kolonie Sierra Seone noch gibt. Das Los dieser Haussklaven mag noch erträglich heißen jenen anderen gegenüber., die auf den Sklavenmärkfen von Afrika und Arabien oer» handelt werden. Was man in abenteuerlichen Ge­schichten wohl liest von Ueberfätten auf em Dorf, von Umzingelung vom Niedermetzeln der Man­ner und vom Hinwegschleppen der Frauen und Mädchen in die Sklaverei, bas ereignet sich bis heute noch immerfort. Tag' für Tag ziehen irgend­wo durch die brennende Wüste ganze Karawanen, die bie Verlassensten aller Menschen den Sklaven­märkten zuführen. Während wir von der Hohe der europäischen Zivilisation reden und die Feste unserer Kultur feiern, Kongresse mit herrlichen Reden und schmackhaftem Frühstück, schlenven st» auf ber andern Seite unseres Kontinents Menschen dahin, bie man wie eine Ware feilbietet. Nicht selten ist es, baß unter ihnen der Wahnsinn aus­bricht, aber ber Schrei dieser Wahnsinnigen ver- hallt ungehört in ber Wüste, wie das Gebrüll des Löwen unb das Heulen ber Schakale, die ihre Beute umschleichen. . . Gelingt es nicht, diese Menschenware auf dem einen Markt abzusetzen, bann schleppt man sie auf einen zweiten und zu einem dritten, bis sich ber Käufer findet. . . Hu­manität, du bist wirklich ein leerer Schall auf die­ser Erde! Wir andern, bie wir in einem geordne- ten Dasein leben, wir könnten diese Verbrechen hindern. Europa könnte das alles abschaffen. Aber wir tun es nicht. Wir sind zufrieden, daß es Bü­ros und Vereinigungen für diese Sorgen gibt und vergessen bie Frage, ob benn alle biefe Büros und Protokolle auch genügen. Gott segne ben Völker- bunb, wenn er sich dieser Frage nun endlich mit größerem Eifer annimmt. Wahrhaftig wir haben mehr zu tun, als neue Kriege vorzubereiten. Die Aufgaben ber Humanität müssen wir sehen und keine ruhige Nacht sollten wir haben können, so- lange die Schreie jener Verzweiflung durch die endlose Wüste ballen. . .

Gut nun. Ich kann nicht mehr. Irgendetwas muß ich tun, um dieser qualvollen Stimmung zu entrinnen. Sonst besuche ich wohl, wenn ich mir nicht mehr zu helfen weiß, di« Küche unb schaue etwas unter den Deckel und plaudere ein wenig mit dem guten Volk, das da beschäftigt ist. Nie- manb denkt ja an bie Köche unb Köchinnen, die eine so wichtige soziale Aufgabe erfüllen unb bie gewiß eine Revolution verhindern würben, wenn sie alle immer etwas Gutes zu kochen hätten . . - Ader heute versagt mir ber Humor. Ich kann

KPD. und Reichstagsrvahlen.

Eine Frage, bie heute bereits lebhaftes Intereste Mlft ist bie, welches wird das Schicksal der Kom- ^iinistischen Partei Deutschlands, ber KPD., bei Sn nächsten Reichstagswahlen fein, bie aller Dor- Azsicht nach in ber ersten Hälfte des kommenden Labres stattfinden werden. Daß die KPD. sobald nmi ber Bildfläche verschwinden wird, wie die So- »ialdemokratie bas in ihrem eigensten Interesse münfcht, erscheint wenig wahrscheinlich. Dafür ist C.g Interesse ber Moskauer Kommunistischen Zen­trale an der Erhaltung des Vorpostens im Herzen ffuropas doch zu groß, als daß diese die deutsche gcftion bei ben Wahlen nicht mit allen Kräften unterstützen würbe. Zubern ist zu beachten, baß He Ursachen, denen die KPD. ihr Dasein verdankt, flUCb heute noch, wenn auch nicht ungeschwächi, «eiter fortbestehen. Wirtschaftliche Not, innere Bedrängnis, Unzufrieden­heit sind die besten Zubringer für ben Kommu­nismus gewesen unb werben es auch fernerhin stin. Wer „gegen alles" protestieren will, greift Ltn kommunistischen Wahlzettel.

Aber auch die KPD. felbft denkt über ihre Zu- tunft durchaus zuversichtlich. Das zeigt eme Plenarsitzung des Zentralkommitees der KPD., si Wer bie ihr Organ, bie „Rote Fahne" (216/218) berichtet, bie sich vor allem auch mit den bie Stoß­kraft der Partei beeinträchstgenden Spaltungsbe­wegungen befaßte In einer diesbezüglichen Re­solution sucht die KPD. den Anschein zu erwecken, als würden diese Spaltungen bald überwunden fein Der Kern der Resolution wird von folgen­den Feststellungen gebildet: 1. Der Zusamtnen- schloß der Parteimehrheit zu einer ideologischen Einheit auf Grund der Beschlüsse ber Kommunisti­schen Internationale und des Essener Parteitages hat sich gefestigt. 2. Ihre revolutionäre Disziplin, die durch ben ultralinken Fraktionskampf unter­graben war, ist zum größten Teil wieder herge- stellt worden. 3. Ein großer Teil der früheren Opposition (Wedbinger Linke) konnte Überzeugt werden, daß die fraktionellen Methoden des Rich- tungskampfes in einer kommunistischen Partei un­zulässig und dem revolutionären Kampf schädlich sind. 4. Es gelang, die ultralinke Opposition in­nerhalb der Partei mit geringen Opfern an ehr­lichen revolutionären Arbeiterelementen zuruckzu- brängen. - ...,

In bem Ueberblick über bie innerparteiliche Entwicklung seit dem Essener Parteitag im Marz wurde festgestellt unb an einer Reihe von Einzel- Beispielen bewiesen, daß bie Partei in der Slqut- jjierung ber oppositionellen Splittergruppen, m ber Ueberrömbung ber fraktionellen Arbeit einen ge­waltigen Schritt vorwärts gemacht habe. In vol­ler Offenheit wurden zugleich die in ben veNch'e- benen Bezirken wie in ber Gesamtpartei noch be- stehenden Hemmungen für die Zusammenfassung aller Kräfte der Pattei bargelegt, bie durch bie un­beirrte Durchführung des eingeschlagenen innerpar­teilichen Kurses überwunden werden mußten. Hin­sichtlich der Methode der Parteiarbeit wurde be­tont, daß bie KPD. bei der Massenagitation unb «Propaganda viel mehr als bisher ihr Endziel, die Erkämpfung der Diktatur des Proletariats, dre Arbeiter- und Bauernregierung, propagieren muß. Der Weg zur Erreichung dieses Zieles fei die Em- deitsfronttaktik, die in ber praktischen Arbeit bet Partei bisher vielfach zu schematisch angeroanbt worben sei. Die erste Voraussetzung für bie erfolg- reiche Anwendung ber Einheitsfronttaktik muffe fein eine breite M o b i 1 i s i e r u n g der Ar be i - termaffen in ben Betrieben und Ge. ro e r t f d) a f t e n.

Diese Methoden prebigt bie KPD. nun feit Jahr unb Tag, ohne bamit befonbers viel erreicht zu haben. Ob ber Optimismus, den diese Partei zur Schau trägt, berechtigt ist, werden nun wohl bie nächsten Reichstagswahlen zeigen.________________

überhaupt nichts mehr tun Nur binauslauschen m den stillen Abend. So still ist es. daß man von Zett zu Zeit die Kastanien auf dem Hofe fallen hört. Der Fall ist dumpf unb schwer. Die Schate platzt unb die glänzend braune Kastanie, die ich im Geiste sehe, sagt nur einfach: Schluß. Der Sommer ist zu Ende . .... Ich aber *aue tu Sternen, die so friedlich über all dem Unglück leuch­ten Sie wissen mehr als ich. und darum sind sie so friedlich. Unbeirrt durch ave Greuel singen sie ihr ewiges Lieb von ber Liebe . . .

Der Mann im Monde.

Die Waffen des ZuKunfts^rieies.

In ber Zeitschrift „Natur unb Kultur' (TnraliaHnnsbruck) veröffentlicht Ingenieur ä. Gföllner eine interessante Abhandlung über bitte« Thema. Wir entnehmen Daraus u. a.. Seit einiger Zeit bttchästigt viele Forscher bas Pro­blem ber „Raumschiffahrt". Cs ist wohl bas kühnste Unternehmen, das ber Menfchengeist ersonnen. Äser bevor noch eine Dettuchsrakete wie bie» seit langem ge­plant. zum Mond abaefrhoffen fein »irb. werben wir es erleben, baß bie Berechnungen unb Konsttuktionsde- tsils bazu verwenbet werben, sogenannte „Lusitmpe- bos" fertig zu stellen, mit benen es möglich ist, auf mw berte von Kilometer eine Stabt in Schutt unb Mcku w verwanbeln. Da bie Rakete ben Betriebsstoff mstführt unb somit aus elaener Kraft sich in ber Borwärtsbewv- qung erhalten kann, ist es nur ein Rechenexempel m-f Basis ber ballistischen Kurve, ben Aufschlagsort genau tu bestimmen unb darnach bie Menge des zur Ueber* Windung ber Strecke notwendigen Betriebsstoffes «»P- füllen. Ganz abgesehen davon, baß ja seit längere« Zeit schon Dettuche angestellt würben, bie Steuerung von Schiffen unb Unterseebooten aui.drahtlosem Weg- zu lösen. Dem Amerikaner Eimer A. Spencer ist vor kurzem die goldene Iohn-Fritz-Meadille. die höchste Auszeichnung, bie ein amertfanitoer Ingenieur erbeu­ten kann, verliehen worben. Bei Ueberreichung die­ser Medaille wies William Sanders vom Marinebera- tungsamt auf die Verdienste hin, die sich Spencer auf dem Gebiet des funktelegraphllch aefteuerten Flugzeuge« erworben hat. Kurz vor dem Abschlusie des Waffen­stillstandes im Weltkriege fei es Spencer gelungen, mit Hilfe funktelegraphischer Steuerung ein Flugzeug sich«» nach einem 60 Kilometer entfernten Ziefe zu bringen. Sollte wieder ein Krieg ausbretfjen — ’o fügte Sanders hinzu — würde das Land ben Krieg gewinnen, bas in. ber Lage ist, 10 000 solcher Flugzeuge zu bauen. All» diese« System ber drahtlosen Steuerung setzt noch m«. der Rakete kombiniert, ergibt bie Möglichkeit, die ras­ten Mengen von Sprengstoffen absolut sicher auf groß« Gntfemunaen hin tn einem vorbestimmten Ziele «!r> sam zu gestalten. Die Folgen kann sich wohl jeher selbst ausmalen. .

Cs soll nicht unerwähnt bleiben, daß wirkliche Phan- tasten in ihren Schriften („Das Räderwerk ber Welten- Schickfalsuhr") sogar so weit gehen, bie Austragung des nächsten beutschen Ktteges einzig unb allein vier­zehn deutschen Ingenieuren zu übertragen, die ihn auch tatsächlich in fünf Tagen zum Schrecken unb jur ver- zweislung ber Gegner siegreich beenden.

WM- m M H-Mm hes Skmmmks WA.

Sterbefalle vom 30. September bis 7. Oktober 1957.

29. September. Metzger Emil Knips, 61 5. 7 M 29 T 2 Okt Therese Hohmann, Oberufhausen, 64 I., 2 M, 9 T. 8. Okt. Schneider August Jordan, Hettenhausen 26 5 1 et., 15 T. 4. Oft. Hausangestellte Auguste Leit, schu, au» Marbach, 18 I., 11 «.. 29 T. 5. Okt. Renten- empfanget Witwer Bonifaz Birkenbach, 67 5-, 10 W. 9 I. Rentenempfänger Witwer Konrad Lenz, 73 I-, 3 M„ 17

6. Okt. Paula Machens, K Stunde alt.

Gollesdienftordnuitg.

Sriebbofslopeöe am zranzofenwäldchen. Sonntag: 6V* Ubr hl. Messe mit Kommunion-AuSteiluna. Werk- tag,- 7 Uhr hl. Messe mit Kommunton-Aurteilun!,,

Der wilde Rhein. - Unglück über Unglück. - Die Kanalbewohner. - Sklavenlos. - Koch und Köchln, von der Liebe.

FERNRUF > Z63 - L64- - LS5