Fuldaer Zeitung
(Aepfel):
Die älteste Sparkasse des Regierungsbezirks
Mündelsicher -------
Große Zahlungserleichterung.
er
In Hessen-Nassau:
Birnen Mark.
kamen
D) kamen
Lat?"
„Wenn jemand Kali die Kuh nehmen/ versetzte Vach kurzem Nachdenken, „das ist eine schlechte Tat."
Unglücksfalle in Hessen-Nassau.
Es ist ganz auffallend, daß die Zahl der tödlichen Verunglückungen in den Jahren 1921 bis 1925 fast stets die gleiche Höhe ausweist. Nur 1921 macht eine Ausnahme, die aber einzig und allem auf Oberschlesien zurückzuführen ist, wo 1921 außergewöhnlich viele tödliche Unglucksfalle vor- kamen. Diese haben wohl ihre Ursache m den damals dort herrschenden Unruhen. Für 1926 hegen noch keine Zahlen vor. In den nachstehenden Uebersi^ten h^ß männ(.^en föblid) verunglückten
„Kalis Vater tragen Leopardsell und Kali auch."
Stasch begriff, daß Kalis Vater der König sei und er selbst der älteste seiner Söhne, und somit der künftige Herrscher der Wa-Hima.
Er fragte weiter:
„Du hast mir erzählt, daß weiße Reisende bei euch waren und daß die älteren Wa-Himas sich daran erinnern?" . .
„Ja, und Kali hören, daß sie viel Perkal auf den Köpfen trugen."
„Ach!" dachte Stasch. „Das waren keine Europäer, nur" Araber, welche die Neger infolge der helleren Ge- sichtsfarbe und der weißen Kleidung für Weiße ansahen."
Da Kali sich jedoch ihrer nicht mehr erinnern und keine weitere Aufklärung geben konnte, so stellte Stasch ihm eine andere Frage:
„Haben die Wa-Hima keinen von diesen weißgekleideten Menschen getötet?"
„Nein. Die Wa-Himas und Samburu können es nicht tun."
„Weil sie sagten, wenn die Erde ihr Blut einsauge, würde es zu regnen aushören."
„Ich bin froh, daß sie so glauben," dachte Stasch.
Dann fragte er noch:
„Würden die Wa-Himas mit uns zum Meer gehen, wenn ich ihnen viel Perkal, Glasperlen und Gewehre verspreche?"
„Kali gehen und Wa-Hima auch, aber großer Herr zuerst Samburu bekämpfen, welche am anderen Ufer des Flusses Hausen."
„Und wer haust hinter den Samburu?"
„Hinter den Samburu gibt es keine Berge, nur Dschungel und darin die Löwen."
Damit schloß das Gespräch. Stasch dachte jetzt häufig an die große Reise nach dem Osten, eingedenk dessen, was Linde ihm gesagt, daß man Arabern von der Küste, die mit Elfenbein handeln, oder auch Missionaren begegnen könne. Er wußte, daß eine solche Reise für Nel eine Reihe von schrecklichen Mühen und neuen Gefahren bringe, doch begriff er, daß sie nicht ewig auf dem Lindeberg Hausen könnten und man bald werde ausbrechen müssen. Nachdem die Regenzeit vorüber war und bas
Wasser noch die ansteckenden Sümpfe bedeckte und überall zu finden war, war es am günstigsten. Auf dem hohen Berge litten sie noch nicht unter der Hitze, und die Nächte waren so kühl, daß man sich gut zudecken mußte. Aber unten im Dschungel war es bedeutend heißer und man wußte, daß bald eine unerträgliche Schwüle herrschen werde. Seltener ward jetzt der Boden vom Regen betaut, und der Wasierstand des Flusses wurde täglich niedriger. Stasch vermutete, daß der Fluß sich während der Sommerszeit vielleicht in einen „Khor" verwandeln würde, deren er fo viele in der Libyschen Wüste gesehen, und daß nur in der Mitte seines Bettes ein schma- (er Wasserstreifen fliehen würde. Aber er verschob die Abreise von Tag zu Tag. Auf dem Lindeberg ging es allen so gut, Menschen wie Tieren! Nel wurde da nicht nur ihr Fieber, sondern auch ihre Blutarmut los; Stasch hatte keine Kopfschmerzen; die Haut Kalis und Meas fing wie dunkler Atlas zu glänzen an. Nasibu glich einer auf dünnen Beinen wandelnden Melone und King hatte sich wie die Pferde und Esel herausgefüttert. Stasch wußte, daß sie eine zweite derartige Insel bis ans Ende ihrer Reise nicht mehr finden würden.
Und bange blickte Stasch in die Zukunft, obwohl sie jetzt eine große Hilfe und im gegebenen Fall einen Schutz in Ring besaßen. So war eine Woche verflossen, bevor die Vorbereitungen zur Reise getroffen waren. Neben dem Herrichten der Gepäcke fanden sie stets Zeit, die Drachen fliegen zu lassen und mit der Meldung, daß sie gegen Osten zögen, einem See und dem Ozean zu, und sie ließen sie aus dem Grunde fliegen, weil ein starker, orkanähnlicher Westwind entstanden war, der sie fortriß und weit über die Berge trug. Um Nel vor der Hitze zu sichern, errichtete Stasch aus den lieber- reften des Zeltes einen Palankin, in welchem das Kind auf dem Elefanten reiten sollte. Nach einigen Versuchen gewöhnte sich Sing an die nicht allzu schwere Bürde wie auch daran, daß man den Palankin mit Hilfe starker Palmenschnüre an seinem Rücken festband Diese Last war übrigens federleicht im Vergleiche zu den anderen, mit denen man ihn zu bepacken beabsichtigte und mit deren Verteilen und Zusammenbinden Kali und Mea beschäftigt mären-
Empfehle mein grosses Lager in Denkmälern aller Stein arten auf Allerheiligen.
„Ausgezeichnet!" rief Stasch. „Und eine gute?" Diesmal kam die Antwort ohne Bedenken.
„Gute Tat ist, wenn Kali anderen Kuh nehmen."
Doch langsam, langsam hellte es sich in den dunklen Köpfen auf, und was der Verstand nicht begriff, erfaßten die warmfiihlenden jungen Herzen. Nach einiger Zeit konnte man schon zur Taufe schreiten, die sehr feierlich vollzogen wurde. Die Taufpaten beschenkten jedes Kind Mit vier Dotis weißen Perkals und mit einer Schnur blauer Glasperlen. Mea fühlte sich ein wenig enttäuscht, denn in ihrer Naivität glaubte sie, daß ihr Körper nach der Taufe sofort weiß würde, und war sehr erstaunt, daß ihr« Haut schwarz geblieben. Aber Nel hatte sie voll-
X 227.
Sonnlag, 2, Oktober 1927.
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackiendruckerei. Fulda
Durch Wüste und Wildnis.
Roman von Heinrich Sienkiewicz.
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Neben dem Zusammenkleben von Drachen und anderen täglichen Beschäftigungen bemühte er sich mit Nel, Kali, Mea und Nasibu zu bekehren. Aber es ging schwerer, als sie vermutet hatten. Das schwarze Kleeblatt hörte gern die Lehren an, aber die Ausasssung war eben Ke den Negern eigene. Als Stasch ihnen von der Er- ’ebaffung der Welt, vom Paradies und von der Schlange erzählte, ging es nicht schlecht; aber als er schilderte, Vie Kain den Abel getötet, strich sich Kali unwillkürlich Iber den Magen und fragte vollkommen ruhig:
,,$)at er ihn dann ausgegessen?"
Der schwarze Bursche behauptete zwar, daß die Wa- hima nie Menschen essen, aber die Erinnerung daran schien wie eine nationale Tradition unter ihnen zu leben.
Er konnte es auch nicht begreifen, warum der Herrgott den „schlechten Msimu" nicht getötet habe, und andere ähnliche Dinge. Der Begriff von Gut und Bose war bei ihm auch ganz afrikanisch, und infolgedessen kam es zwischen Üehrer und Schüler zu folgendem Zwiegespräch:
„Sage mir," fragte Stasch, „was ist das, eine böse
9ßct jenen *
B) Zahl der weiblichen tödlich verunglückten Personen: „ ,
C) Aus je 100 000 lebende männliche Personen
tödlich verunglückte:
Auf je 100 000 lebende weibliche Personen tödlich verunglückte:
kommen mit der Versicherung getröstet, daß sie jetzt eine weihe Seele habe. »
36.
Stasch lehrte Kali auch mit dem Remingtongewehr schießen, und dieser Unterricht ging viel leichter als er im Katechismus. Nach zehntägigem Schießen auf eine Scheibe und auf die Krokodile, die im Sande am Fluß- ufer schliefen, erlegte der junge Neger eine große Pofir- Antilope, dann einige Ariete und einen Ndiri-Eber. Bei dieser letzteren Jagd wäre es beinahe so weit gekommen wie mit Linde. Denn als Kali sich dem Wildschwein nach dem Schuß unvorsichtig näherte, fuhr es in die Hohe und stürzte mit aufgestelltem Schwanz auf ihn los. Kali warf das Gewehr weg und kletterte auf den Baum, wo er so lange saß, bis fein Schreien Stasch herbeiführte, der den Eber bereits tot fand. Auf Büffel, Löwen und Nashörner erlaubte ihm Stasch noch nicht zu jagen. Elefanten, welche abends zur Tränke tarnen, schoß er selbst nie, denn er hatte Nel versprochen, keinen Elefanten zu töten.
Wenn er aber des Morgens oder in den Nachmittagsstunden vom Berge aus durch das Fernrohr im Dschungel weidende Herden von Zebras, Bubalen, Arielen oder Springböcken erblickte, nahm er stets Kali mit. Während solcher Streifzüge fragte er öfters nach den Völkern der Wa-Hima und Samburu; denn da sie gegen Osten an die Ozeanküste wandern wollten, so mußten sie mit diesen zusammenkommen.
„Weißt du, Kali," fragte er eines Tages, „daß wir in zwanzig Tagen und zu Pferde sogar noch schneller deine Heimat erreichen könnten?"
„Kali weih nicht, wo Wa-Hima wohnen," versetzte der junge Neger, traurig den Kopf schüttelnd.
„Aber ich weiß es; sie wohnen in jener Richtung, wo die Sonne früh über einem großen Wasser aufgeht."
„Ja! ja!" rief der schwarze Bursche freudig erregt. „Basso-Narok! das heißt bei uns: „Großes und schwarzes Wasser." Der große Herr weiß alles."
„Net«, denn ich weiß nicht, wie die Wa-Himas uns aufnehmen würden, wenn wir zu ihnen kämen."
„Kali würde ihnen befehlen aufs Antlitz vor dem großen Herrn und vor dem guten Msimu zu fallen."
„Und würden sie dir gehorchen?'
nichts nutzte.
— Marburg. Auf der vom hiesigen Obstbauverein eingerichteten Obstverwertungsstelle wurden folgende Preise pro Zentner gefordert: Tafelobst (Aepfel):
Soeben hat Vaihinger seinen 75. Geburtstag gefeiert. Bekanntlich ist dieser Philosoph durch seine Studien über Kant berühmt geworden, nicht zuletzt durch eine eigene, aus Kant abgeleitete Als- ob-Philosophie. Auf deutsch heißt das, daß wir von den Idealen, von Religion und Tugend usw-, nichts wissen können, daß wir aber handeln sollen, als ob alle diese schönen Dinge wirklich existierten. Daher der Name der Als-obPhilofophie. Ihren Stammvater hat sie bereits in unfern ehrwürdigen Ureltern im Paradiese gehabt, die in jenen verhängnisvollen Apfel gebissen Haben, „als ob sie dadurch klug würden. Der Philosophenprofessor, der ihnen jenen gefährlichen Rat gegeben hatte, war der Teufel in eigener Person oder besser tm Als-ob-BiM der Schlange. Von da an hat diese Philosophie gelebt bis in den deutschen Steckruben- winter hinein, bis zu jenem Manne nämlich, der in jenen trüben hungrigen Zeiten den Tisch deckte, als ob es Kalbfleisch mit Röstkartoffeln geben sollte, nebst Wein uni), anderen Kostbarkeiten. Er putzte die Teller, die Weingläiser, die Messer und Löffel, breitete ein weißes Tischtuch aus, ordnete Serviette und Schüsseln und hielt also auf diese Weise seine Als-ob-Mittagsmahlzeit.
Einen Triumph dieser Philosophie bedeutete es, als auch der Völkerbund sich vor aller Welt ZU ihr bekannte. Man darf sogar behaupten, es sei diese Als-ob-Philosophie das eigentliche Fundament jenes heiligen Gremiums. Sie bietet nämlich die Möglichkeit einr friedlichen Lösung von Dingen, die sonst für immer mit einander unvereinbar wären. Nach dieser Philosophie nämlich kann man vom Frieden reden, als ob man in Italien keine Manöver hielte, als ob man in Frankreich abrüfte, als ob die Zeit gekommen sei, in der sich betn Propheten gemäß der Wolf mit dem Sammlern paare. Umgekehrt können auch die Freunde, der Aufrüstung Kanonen gießen, als ob es keinen Völkerbund gebe, können neue Flottenstützpunkte in Singapur und weiß Gott wo bauen, als ob man die Parole „Nis wieder Krieg" niemals gehört habe. Diese Errungenschaft der Philosophie pflegt man Synthese zu nennen. Der Als-ob-Philosophie ist es gelungen, endlich einmal Kriegsgegner und Kriegsfreunde an einem Tisch zu bringen.
Die Sache ist wirklich nicht ohne. Da kosten heute zum Beispiel die alten Zehnpfennigsmarken 15 Pfennige. Ich helfe mir über den Kummer der Preiserhöhung weg, indem ich die 15 Pfennig aus- gebe, als ob es 10 Pfennig wären. Wenn Ich vor einem Jahre eine Summe auf die Bank gelegt habe, für die ich damals 15 Flaschen guten Rüdesheimer hätte kaufen können, so kann ich für dieses Geld, wenn ich es heute abhebe, vielleicht nur noch zehn kaufen. Was ftüher eine Mark wert war, ist mit anderen Worten inzwischen eine Mark und fünfzig Pfennig und mehr geworden, oder es sind hundertundfünfzig Pfennig nur noch hundert Pfennig Ich weiß nicht, ob es stimmt, und tue ja nur, als ob es so wäre. Aber wäre es wirklich so, dann mühte diese Als-ob-Jnflation für unfern Außenhandel, der noch immer nicht über 50 Prozent vom Friedensumfatz beträgt, doch reale Wirkungen haben. Es zöge am fernen Himmel wieder das Gespenst der Arbeitslosigkeit ha rauf, was mich inzwischen nicht hindert, einstweilen so zu leben und Geld auszugeben, als ob die Engländer und Amerikaner darüber so wenig nachdächten, wie manche unserer Finanzmänner..
Wie sollte man überhaupt auskommen in der modernen Zeit ohne dieses erlösende Als-od. Dempsey und Tunney haben mit emander geboxt. Es hat unheimlich dabei geregnet, aber bennod) haben sich hundertundfünfzigtausend Menschen die
ses Schauspiel angesehen. Ungezählte Millionen sind nebenbei verwettet worden. Die Weltblätter haben Seiten um Seiten darüber geschrieben. Und sie schreiben nun noch einmal darüber, da Dempsey wahrscheinlich dennoch verloren hat. Nicht neun, sondern dreizehn Sekunden hat nämlich dieser einstweilige Als-ob-Meister in der siebenten Runde auf dem Boden gelegen, war also tatsäch- lich knock down. Alles das ist eigentlich nicht mehr als eine Prügelei groben Stiles. Wenn zwei Gassenbuben mit kräftigen Muskeln etwas Aehn- liches täten, nähme der Schutzmann sie wahrscheinlich beim Wickel. Wetten würde niemand, und kein Weltblatt würde sich darum kümmern. Die 150 000 Tausend Zuschauer aber schmölzen zusammen auf ein Häuflein von neugierigen Gaffern. Aber siehst du, im Glanze der Als-ob-Philosophie bekommt das Ganze ein anderes Gesicht. Unter der Fiktion, das heißt unter der Einbildung, es sei diese Prügelei zwischen Dempsey und Tunney etwas ganz Besonderes, es fei dieses Boxen im Unterschied von jedem anderen eine sozusagen moralische Großtat, es trügen die Wunden und die blauen Augen, die dabei herauskommen, den Charakter von Heldenmalen, es sei diese Boxmeisterschaft etwas so Erhabenes, daß _ man , ihren Trägern so ehrfürchtig begegnen müsse wie früher der Majestät und heute der Exzellenz, und es sei diese Boxerei für die Menschheit so nützlich und so anerkennenswert, wie etwa das mühevolle Arbeiten eines einsamen Gelehrten, der ein Antitoxin gegen Krebs erfindet und dafür vielleicht eine Notiz in der Zeitung und einen Ehrendoktor der Universität gewinnt, zu welch letzteren es die Weltmeister der Borerei gewiß auch noch bringen werden, also unter dieser wunderbaren Einbildung erst wird man imstande sein, einen Boxkampf richtig zu würdigen und sich endgültig zu her Ansicht zu bekehren, wie weit doch unsere Zeit gegenüber jenen früheren fortgeschritten ist, die ihre Künstler ehrte und ihre Denker, die aber der Boxer nur gedachten, wenn sie durch die Polizei daran erinnert wurden.
Dor kurzem bin ich in einem angesehenen, hohe Titel tragenden Herrn begegnet, von dem ich leider wußte, daß er soeben den Staat um einige Millionen beschwindelt hatte. Aber ich nehme den Hut ab. Ich grüße. Natürlich muß ich grüßen. Er ist doch ein angesehener Herr. Alle Welt grüßt ihn ja. Nun, ich grüße eben, als ob . . . Ist das nicht Lebensweisheit, ist das sticht, Lobenskunst, geradezu Lebensakrobatik? Ich besteige ein Flugzeug. Zwar habe ich gehört, es sei eben wieder em tragisches Unglück passiert und es sei einer unserer besten und hoffnungsvollsten Diplomaten abgestürzt. Ich aber tue, als könne dergleichen überhaupt nicht vorkommen. Was würde sonst aus der Fliegerei? Und es ist doch der Stolz unseres Jahrhunderts. Unsere nationale Zukunft liegt geradezu in der Luft. Also, steig ein, zitternder Weltbürger, steig ein, als ob ... es immer gut ginge. Die Schwerindustrie gründet einen Kampffonds für den Streik und hat doch kein Geld übrig, um auch die Arbeiter an den Früchten der guten Konjunktur teilnehmen zu lassen. . . Und da kommt auch noch dieser Lausbub, der gerade faustdick gelogen hat, und machte ein Gesicht, als ob er der ehrlichste Mann auf Gottes Welt wäre. Er schaut beinahe so drein, wie jener Ehemann, der des häuslichen Friedens wegen die versalzene Suppe löffelt, als ob das bei feinem Leibgericht so fein müßte . . . Edler Vaihinger, ich gratuliere zu der Volksausgabe deiner Als-ob-Philosophie. Ich werde deine Philosophie empfehlen, nun ja, als ob es wirklich Philosophie wäre . . .
Der Mann im Monde.
1921 1922 1923 1924 1925
Wenn nun auch die Zahl der tödlich verunglück
ten Personen so ziemlich gleich geblieben ist, so haben sich die Ursachen der tödlichen Verunglückungen doch wesentlich verschoben, und zwar haupt- söchlich durch den Kraftwagenverkehr. 1924 wurden durch Kraftwagen 1088 und dui-ch Motorräder 135 Personen getötet, 1925 aber 1322 durch Kraftwagen und 233 durch Motorräder. Damit ist die Zahl der durch Kraftwagen getöteten Personen größer geworden als die Zahl der bei EisenbahmmfAlen ums Leben gekommen Personen. Der große Unterschied zwischen den männlichen und den weiblichen getöteten Personen ist nicht durch Berussunfälle, denen das männliche Geschlecht mehr ausgesetzt ist als das weibliche, zu erklären. Denn die Zahl der männlichen tödlich verunglückten Personen im Alter bis zu 5 Jahren war doppelt und im Alter von 5 bis 15 Jahren sogar dreimal so groß, als die der weiblichen, und zwar in all den Jahren so ziemlich gleichmäßig.
Valentin Schreiner, Fulda
Stein-u.Bildhauerei
Adalbertstr. 8.
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Unionbrauerei Fulda, G. m. b. H, Fulda
Einzige Brauerei des Kreises Fulda.
"••ehzeu"^
und die durch unsere Plakate bezeichneten Verkaufsstellen.
Rund um die Woche.
Als-ob-philosophie. — Gens. — Boxer. — Das Geheimnis der Zehnpfennigmarken. — Allerlei Als-ob...
wie wird das Wetter?
-Ein Tiefdruckausläufer des isländischen Tiefdruckge. bietes hat Mitteleuropa Abkühlung und Regensälle gebracht. Auf seiner Rückseite strömen kalte Lustmassen nach. Der Luftdruck steigt von Westen her wieder etwa- an, sodaß die Bewölkung zeitweise zurückgehen wird und nur noch einzelne Regenschauer zu erwarten sind. Später wird wahrscheinlich ein neuer Tiefdruckausläufer Bewölkung und einzelne Regenfälle bringen.
Witterungsaussichten für Sonntag: Bewölkung zu- riickgehend, vorwiegend trocken, ziemlich kühl, westliche Winde. _____
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Montag, 3. Okt., 7% Uhr: Wiener Blut.
Der „Griechen-Müller".
jeier des 100. Todestages von Wilhelm Müller.
Aus Dessau wird gemeldet: Der Todestag des Dichters der Griechenlieder, Wilhelm Müller, wurde am 30. September unter starker Teilnahme der intellektuellen Kreise auch des Auslandes feierlich begangen. Bei der Feier war das Auswärtige Amt durch Legationsrat v. Hoyningen-Hüne, die griechische Regierung durch ihren Gesandten in Berlin vertreten. Am Vormittag wurden zahlreiche Kränze am Grabe des Dichters niedergelegt. Der griechische Gesandte, Exzellenz Canellopoulos. .'chmückte das Grab mit einem Lorbeerkranz, dessen blau-weiße Schleife die Widmung trug: „Dem Freiheitsfänger des freien Volkes der Hellenen". Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildete die Morgenfeier im Friedrich-Theater. Nach der Begrüßung der auswärtigen Gäste, besonders aus Griechenland, feierte der griechische Gesandte den Dichter und dessen Verdienste um das griechische Volk. Zwei griechische Professoren aus Athen hoben die starke Unterstützung Wilhelm Müllers in dem Kampfe des griechischen Volkes für seine Freiheit hervor. Müller habe durch die Macht seiner Lieder Griechenland mehr genützt, als mancher Bundesgenosse. Der amerikanische Professor Hatfield aus Evanston (Illinois) sprach über „Wilhelm Müller in der Musik" und Staatsminister a. D. Dr. Rammelt über „Wilhelm Müller und der Phil- hellenismus". Am Nachmittag enthüllte der grie- I Gesandte am Wcu n- und Sterbehaus des
Dichters eine von der griechischen Regierung gestiftete Marmorgedenktafel, mit der Widmung: „Dem Griechenlieder-Dichter*. Im Anschluß daran fand in Verbindung mit einer Festsitzung des Anhaltischen Geschichtsvereins die Eröffnung der Wilhelm Müller-Ausstellung in der Landesbücherei statt. Am Abend folgte eine Fest- oorstellung im Friderich-Theater. Ein Fackelzug der Jugend beschloß den Reigen der Veranstaltungen. Der Vorsitzende der Sektion Dichtkunst der Akademie der Künste, Wilhelm v. Scholz, hatte ein Telegramm an das anhaltische Staatsministerium gerichtet, in dem er betont, daß deutsche Männer und Dichter stets ihre Stimme uneigennützig für unterdrücktes fremdes Volkstum erhoben hätten.
Kunft und Literatur.
= «rtur Achleitner, der bekannte Verfasser von Alpen- und Iagdgeschichten, ist 70jahrig gestorben. Er hat nicht weniger als 178 Bände mit Romanen und Erzählungen geschrieben. Die Länder der Ostalpen haben seiner einfachen Muse an Ruhm und Lob manches zu danken.
Rus Oberhessen.
-- Marburg. Am 18. Mai o. 3s. verunglückte in Niederklein der bei einer Gießener Firma angestellte Chauffeur W. Weinandt aus Großenlinden beim Einteilern eines Fasses Branntwein dadurch, daß er mit der elektrischen Leitung in Berührung kam. Die gegen den Besitzer des Hauses eingeleitete Anklage wegen fahrlässiger Tötung endete in der Sitzung des hiesigen Landgerichts mit Freisprechung. — Ein Sträljng aus Wehlheiden namens Berla, der sich wegen verschiedener Diebstähle zu verantworten hatte, erhielt zu seiner Strafe noch weitere 1 Jahr und 4 Monate, sodaß er insgesamt über 5 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hat. Bei seiner Abführung spielte er den wilden. Mann, was ihn jedoch
Im Staat Preußen:
A
B
C
D
1921
14173
3468
75,50
17,24
1922
12289
3502
66,73
17,86
1923
12232
3461
65,56
17.36
1924
11303
3271
61,82
16,85
1925
11974
3220
64,88
16,43
A
B
C
D
555
160
49,24
13,13
558
164
49,26
13,39
616
178
53,45
14,28
530
171
46,46
13,92
572
179
49,73
14,45