Für unsere Frauenwelt
Verlage zur Fuldaer Zeitung
Nr. 221 vom 25. Sept. 1927
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Das Cafe
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tisch.
S-förmige Staudamm ist 70 Meter hoch und
Gesamtkosten des
Werkes
ich schon. Batet
„Nun, Mäxlein, du „lieben", und „Ja, das versteh'
versteht wann
du dos sagst du
700 Ms- betragen
dem wird
e In- Mus
aufbewahrt. Durch das sehr starke Eindicken auf Feuer verliert es seine natürliche Farbe und dunkelbraun. Wir müssen aber das Obst tüchtig dicken, wenn es haltbar sein soll. Man bereitet aus Kernobst sowohl, als auch aus Steinobst.
Sprachgefühl, schon: Wann sagst „gern haben?" —
„I wo — um den Ausrufpreis von 400 Mark!" — Herr Balduin Grashupf finkt in sich zusammen, wird wieder klein, ganz klein, unter den vernichtenden Blik- ken seiner Frau . . .
ffomp.leite Jfächenittöbel- tinrichtuntjen. ffäklaesckim
und Mutter, die hab' ich sehr gern; aber Bonbons, die liebe ich."
Am häufigsten wird das Apfel- und Zwetschen- mus bevorzugt. Aus Birnen erhalten wir nur ein körniges Obstmus, deshalb sollten Birnen nur zum kleinen Teil mit den Aepfeln eingekocht werden. Auch die Schälabfälle von den Kernobstfrüchten, die man dörren will, können bei Bereitung des Obstmuses Verwendung finden, da sie dem Mus durch ihre vielen aromatischen Bestandteile einen kräftigen Geschmack verleihen. Zu Obstmus lassen sich nur völlig reife Aepfel verwenden. Je reifer die Aepfel sind, desto mehr Zucker enthalten sie und desto wohlschmeckender und bekömmlicher wird auch das fertige Erzeugnis. Natürlich müssen die Früchte zuvor von allen faulen Stellen befreit und dann gewaschen werden. Um ein leichteres Garkochen zu ermöglichen, werden sie in Stücke geschnitten und Wurmstiche Teile entfernt.
Die Früchte werden in großen Töpfen ober Kesseln mit wenig Wasser zu Feuer gesetzt. Ohne Wasser dürfen die Früchte nicht angesetzt werden, da sie sonst an« brennen. Bequeme Leute werden, um ein Anbrennen sicher zu vermeiden, recht viel Wasser zusetzen. Davon ist aber entschieden abzuraten, da sonst zu lange eingekocht werden muß. Denn es muß solange gekocht werden, bis der Wasserüberfluß wieder verdunstet ist. Vielfach werden die Achselstücke auch gedämpft, statt gekocht. Man benutzt dazu einen gründlich gereinigten Waschkeffel und legt unterhalb der Mitte des Kessels einen siebartig mit zahlreichen Bohrlöchern versehenen zweiteiligen Mittelboden. Unter demselben befindet sich soviel reines Brunnenwasser, daß es beim Kochen den Siebboden nicht berührt. Aus den letzteren schüttet man die gereinigten und zerschnittenen Früchte und deckt den Kessel mit einem Holzdeckel und darüber noch mit einem nassen schweren Sack oder mit angenäßter grober Packleinwand möglichst dicht zu. Auch durch lieber« hängen eines feuchten Tuches und durch festes Aufdrücken des Deckels über dasselbe erzielt man einen festen Verschluß. Durch die heißen Wasserdämpfe werden die Fruchtstücke in kurzer Zeit, etwa in zwanzig bis dreißig Minuten, so weich gekocht, daß sie sich durch ein Spjb oder durch eine Passiermaschine leicht und schnell durchtreiben lassen. Dieses Dämpfen, das auch bet der Anwendung anderer Obstsorten geübt werden kann, hat
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gegenüber dem Kochen im Wasser den großen Vorzug, daß hierbei die Früchte sozusagen in ihrem eigenen Safte weich werden, infolgedessen braucht man nachher auch nicht solange einzudicken, um das Wasser zum Verdampfen zu bringen. Sind die Früchte weich geworden, so werden sie entweder durch ein Blechsieb oder eine Passiermaschine getrieben, um Samen, Stiele, Kelch- teile usw. zurückzuhalten. Kann man die Früchte nicht durchtreiben, müssen sie vor dem Dämpfen geschält, zerteilt und vom Kernhause befreit -werden. iDe Früchte werden dann zerkocht und eingedickt.
Besonders wichtig ist das Umrühren, damit das Mus nicht anbrennt. Es wird solange gerührt, bis sich das Mus in Klumpen an das Rührgerät anhängt. Nach 5—6 Stunden ist es etwa fertig. Um den Geschmack zu verbessern, gibt man Ziinmt und Nelken hinzu. Um das Anbrennen auf alle Fälle zu verhüten, kann man der Masse ein paar saubere Kieselsteine hinzufügen. Beim Umrühren rollen die Kieselsteine und verhindern dadurch das Anbrennen des Muses. Damit sich das Mus nicht in der Mitte des Bodens festsetzt, muß in der Form einer 8 auf dem Boden gerührt werden. Dor- trefflich ist auch das Mus aus Steinobstfrüchten, besonders aus Pflaumen und Zwetschen. Hier muß nach der allgemeinen Reinigung und dem Ausmerzen der schlechten Früchte das Entsteinen vor dem Einkochen vorgenommen werden. Die Zwetschen werden mit etwas Wasser angesetzt. Kochen die Früchte, so läßt man das Feuer gelinde brennen und kocht sie solange, bis sie einen Brei bilden, der dann eingedickt wird. Das Mus ist bann fertig, wenn eine dem Kessel entnommene Probe auf weißem Schreibpapier nicht mehr feucht durchschlägt. Auch dem Zwetschenmus kann man Walnüsse, Zimmf, Nelken und Hollundersaft zufügen. Nach dem Kochen füllt man Mus jeder Art in saubere Steintöpfe, die man mit Pergamentpapier schließt, nachdem man vorher eine in Ruhm getränkte Pergamentplatte aufgelegt hat.
Zahlen, Zahlen und wieder Zahlen. — Sie setzten sich in seinem Gehirn nicht fest, denn feine Gedanken umschwärmten die erträumte Einrichtung. Da sah e: nun im Geiste Frau Rosina in einem der Sessel sitzen, vergnügt lächelnd, während er an feiner Pfeife sog. Und wenn dann gar noch so ein junger Grashupf daher, gehupft käme. Oh, nicht auszudenken! Auf der wuchtigen Garnitur kletterte bann bas Büdlein herum und machte feine ergötzlichsten Purzelbäume über Lehne und Sitz.
„Ein Smyrnateppich —, 300 zum ersten — 320 — zum ersten — zweiten —"
Aber vielleicht roirb’s noch schöner! Vielleicht sitzt neben bem Knirps auch noch ein Mägblein in der Garnitur und rauft fick mit bem Brüdercken herum,
Die Frau in der Rüche.
f. Kleines Karloffelgebäck mit Marmeladefüllung. Man braucht ein Ei, 50 Gramm Butter, 100 Gramm Zucker, 75 Gramm zwei Tage vorhergekochte, geriebene Kartoffel, 20 Gramm Mehl, ein halbe. Backpulver und eine abgehobene Zitrone. Der Teig wird gut durchgearbeitet und ausgewellt. Dann schneidet man viereckige Stückchen, füllt in die Mitte etwas Marmelade und schlägt die zwei Ecken übereinander. Dann backt man die Kartoffelplätzchen eine halbe Stunde im heißen Ofen
f. Genfer Pudding. 90 Gramm bester Re-s wird gebrüht und mit einem halben Liter Milch und einen nußgroßen Stück Butter, 4 Eßlöffeln Zucker langsam ausgequellt, worauf man den Reis mit 8—10 zu Mus gekochten Aepfeln verrührt. Nach dem völligen Aus kühlen tut man noch vier verquirlte Eier und ein Wein, glas Sherry hinzu, schüttet die Masse in eine gebutterte Form, bäckt den Pudding in mäßiger Hitze hellbrau» und trägt ihn mit Weinsauce auf.
Die Frau als Hausarzt.
f. Wenn nach dem Anlegen eines Prießnihumjchlagtt Hautausschläge entftetjen, so ist anzunehmen, daß bi» Binde nicht genügend sauber gehalten wurde. Frühe: sah man diese Ausschläge als ein günstiges Zeichen an, allein in neuerer Zeit ist man von dieser Ansicht völlig abgekommen. Man kann Ausschläge eher als etwas Ungünstiges betrachten. Daher empfiehlt es sich, dieselben durch Beachtung einer möglichst großen Sauberkeit zu verhüten.
f. Gallensteinkolik. Die mit diesem Leiden verbundenen Schmerzen lassen sich in folgender Weise mildern: Man nimmt zunächst zwei bis drei Eßlöffel voll Oli, venöl und später stündlich einen Eßlöffel voll. Außerdem ist ein heißer Umschlag auf den Unterleib zu machen, der viertelstündlich erneuert werden muß. Die schmerzfreien Zeiten sind zu kalten Waschungen zu benutzen.
zweckmäßigerweise so wählt, daß sie später als Werktagsschuhe aufgetragen werden können. Wer auf längere Haltbarkeit sieht, kann die Schuhe der Knaben nageln lassen. Dabei ist aber zu überlegen, daß die genagelten Schuhe das Wasser meist rascher durchdringen lassen, wie eine ungenagelte, sorgsam behandelte, d. h. täglich gesäuberte und von Zeit zu Zeit mit gutem Schuhöl behandelte Kernledersohle. Schuhe und Strümpfe müssen sofort gewechselt werden, wenn sie naß geworden sind, denn es ist statistisch erwiesen, daß ein großer Teil unserer Erkältungskrankheiten in nassen Füßen seinen letzten Ursprung hat. Das sollten alle unsere Mütter bedenken und ihre Kinder sorgsam auf die Gefahren nasser Füße aufmerksam machen. Manche Arztrechnung läßt sich auf diese einfache Art ersparen.
Gegen die Klatschsucht.
Von I. Wegner- Gotha.
Die Klatschsucht ist eine sehr übele Eigenschaft der Erwachsenen und der Kinder. Jede Mutter sollte schon bei kleinen Kindern darauf halten, daß diese nicht zuhause unbedacht dies und jenes über Schulkameraden, über „Freunde" und „Freundinnen" schwatzen. Eine Mutter, die ihre Kinder in der Tat lieb hat und um ihre Eharakterentwicklung besorgt ist, hütet sich diese scheinbar recht unschuldigen Klatschereien anzuhören.
Wie aber wird sie ihre Töchter und Knaben mit der Erforschung der einen oder anderen Tatsache beauftragen, welche Altersgenossen, deren Familie oder Fami- lienverhältnisse betrifft, auch dann nicht, wenn es sich um eine scheinbar geringfügige Sache handelt. Hat eine Mutter in diesen Dingen auch nur einmal gefehlt und den kleinen, meist so harmlosen Schwätzern das geringste Wohlgefallen erzeigt, so werden dieselben von jetzt an formt Jagd auf Neuigkeiten machen u. in ihrem Sammeleifer nicht wählerisch sein; ja sie werden, um etwas echt „Besonderes" erzählen zu können, unmerklich und fast unbewußt zur Ausschmückung ihrer Erzählung schreiten und, hat die Mutter sie ruhig angehört, dieselben mit wachsendem Wohlgefallen an den willkürlichen Erfindungen weiter verbreiten.
So bilden sich die Giftpflanzen des menschlichen Ge- felffchaftslebens heran, die Berufsnachschwätzer und Verleumder. Wie manches friedliche Glück wurde schon durch ihren Peschauch zerstört. Der meisten Sterblichen Ohr ist ja leider nur zu offen für die Verkleinerung des Nächsten, und der nichtswürdige Verleumder fand noch immer den Boden, um feine unheilvolle Saat auszustreuen. Daum ihr Mütter, im tiefsten Interesse euerer Kinder, belächelt nicht in folgenschwerem Leichtsinn die Klatschgeschichten euerer Kinder, die euch dadurch bittere Tage bereiten und ein ganzes Geben vergiften können.
ter lang. Die
20 000 000 Dollar.
Die Frau als Erzieherin.
f. Der Umgang unserer Sinder. Natürlich werden wir unsere Kinder nicht mit sehr ungezogenen und verderbten Kindern spielen lassen, sie auch von solchen fern- halten, die irgend eine unangenehme und ansteckende Krankheit haben, aber ich allgemeinen sollen mir unsere Kinder nicht zu sehr zurückhalten von der Welt und dem Leben, mit denen sie ja doch später allein fertig werden müssen. Man muß den Kindern beizeiten das Gefühl für Gut und Böse schärfen und sie über manche Dinge aufklären, nicht sie blind erhalten. Wenn ein Kind lernt, Gefahren auszuweichen, so ist das besser, als wenn es Gefahren erst viel zu spät kennen lernt.
praktische winke.
f. Stärke, die sich beim Plätten am Bügeleisen fest, fetzt, wird am besten mit einem Stückchen weichen Wach- abgerieben. Auch ist es praktisch, beim Plätten ein grobes Stück Seinen bei der Hand zu Haden, um da- Eisen darauf abzureiben.
f. Benutzte Zink- oder Emaille-Badewannen zeigen stets einen Schmutz- und Seifenrand, der sich anderer Tags schwer entfernen läßt. Man nehme die Reinigung mit Bürste und etwas Salz immer sogleich vor uni erspare sich dadurch viel Zeit und Mühe.
f. Lackschuhe verursachen sehr leicht ein Brennen der Füße. Es ist deshalb Personen, die empfindliche Füße haben, anzuraten, niemals ganze Lackschuhe, sondern nur halbe Lackschuhe zu tragen. Das Reinigen des Lackleders geschieht am besten mit süßer Milch.
f. Wenn das Tischtuch mit Kakao oder Tee beschmutzt worden ist gieße man sofort kochendes Wasser durch den beschmutzten Teil. Das Tuch wird bann vollständig sauber.
— Baldrian. Ein Veteran unter unseren Arzneipflanzen ist der Baldrian. Bereits den alten Griechen und Römern war er unter dem Namen Phu bekannt. Im 11. Jahrhundert kommt der Ausdruck Valeriana auf, über dessen Herkunft man sich nicht ganz einig ist. Die einen leiten ihn von Lichtgott Baldur ab, andere von dem lateinischen Wort valere — gesund fein, wieder andere von dem römischen Arzte Plinus Valerianus. Jedenfalls pflegten fast ausschließlich Aerzte ihn zu gebrauchen. Beim deutschen Landvolk des Mittelalters hieß diePflanze Denemarcha, ein Ausdruck, der noch heute in der Schweiz lebt. Man wandte den Baldrian gegen Krämpfe und Hysterie, wie auch als Reizmittel bei schwachen Nerven an.
— Der größte künstliche See der (Erbe. Der Staat Alabama baut sich zurzeit das größte künstliche See- decken der Welt für die weitere Entwicklung der gro- ßen elektrischen Wasserkraftwerke der Alabama-Kraft- Gesellschaft. Der See wird oberhalb von Cherokee Bluffs am Tallapoosa-Fluß angelegt und bekommt eine Wasserfläche, die 60000 Acker Landes und Waid und Wiesen im Gebiete von 3 Staaten bedecken wird. Der Wasserinhalt des Sees wird 530 Billionen Gallonen betragen. Das ergibt in untere Maße umgerechnet einen Betrag von 2,5 Billionen Liter, — eine amerikanische Billion ist gleich unserer Milliarde — ober gleich 2,5 Milliarben Kubikmeter Der Staubanim war bereits im Juni 1926 fertig, aber der See ist noch nicht voll. Zum Bau des Werkes wurde eigens eine Lahn und eine Stadt von 4000 Einwohnern verleg«, deren Gelände unter Wasser gesetzt wirb. Die Krafterzeugungsanlage dort soll auf brei Einheiten von je 45 000 PS. (zusammen 135 000 PS ) ausgebaut werben. Der
„Liebster —", flötete plötzlich nachtigallensüß Frau Rosina und näherte sich sichtlich entspannt bem Kaffee-
Die Herstellung von Obstmus.
Von Alfred E r 1 b e ck-Leipzig.
Das Obstmus ist ein Erzeugnis aus dem Fruchtmarke, das je nach dem Zuckergehalte des Obstes keinen oder nur einen geringen Zuckerzusatz erhält, und recht steif eingekocht wird. Das Obstmus wird dadurch haltbar gemacht, daß man ihm Wasser entzieht, und daß man es in einem ganz trockenen und luftigen Raume
Frauen-Los.
Ein spielend Kind an manchen Tagen, Sich freuend an Tand und eitlem Schein, Klein in des Gebens kleinen Plagen, In allen kleinen Dingen klein: Doch stets bereit, sich hinzugeben, Im Tragen größten Schicksals groß, Ein Opfertod ihr ganzes Geben Ist Frauensein und Frauenlos.
C. Herbert.
Der Professor träumt und träumt und träumt.
Da — vor seinen Augen schwankt ein Klubsessel in der Gust — wird getragen — gerade an Grashupf vor- bei —
Durch des Professors Brust geht das Gefühl eines großen Augenblicks. Er zupft den Saaldiener beim Rockzipfel. „Kommt sie jetzt dran?" — Der Mann ftaart ihn an. „Die da? Die ist doch grab’ versteigert worben."
Balduin Grashupf will anfschreien — aber er spürt das Gewicht sämtlicher Klubgarnituren der Welt auf [einer Brust. Ich Elender! Pechvogel! Verträumt — verspielt! Er drückt sich vernichtet durch die Menge. Aber ein — Frau Rosinas Hohngelächter muß abgewehrt werden. Hol der Teufel alle Klubgarnituren und chre Erzeuger!
Auf Umwegen, zu denen ihn schweres Nachdenken zwingt, schleicht er nach Hause. Er hört Stimmen im Speisezimmer. Aha — (ein Freund Huber. In dessen Beisein wird das Gewitter wenigstens nicht so stürmisch niedergehen. Es ist am gescheitesten, ich rücke gleich heraus. Mit diesem edlen Vorsatz betritt er den Kampfplatz.
„Hast du sie?" stürzte seine Frau neugierig heran.
Mit unsäglicher Wehmut schüttelt Balduin bas Haupt. „Dreifach hinaufgegangen. An bie zwanzig Menschen haben sich daran beteiligt." Zerknirscht hält er inne und bestaunt innerlich seine kösttiche Frechheit.
„Du bist ein Huckebein! Nie wirst du etwas erlangen — nie — nie!" So schmettert Frau Rosina die Worte der Verdammnis heraus.
Doktor Huber fragt teilnahmsvoll: „Um was hau« beit es sich denn?"
„Ach, eine belanglose Versteigerungsfache", antwortet Frau Rosina und wirst vernichtende Blicke auf ihren Gatten.
„Was hör' ich? Sie waren auch im Dersteigerungs- amt, Herr Professor?" fragt Doktor Huber erstaunt. „Ich komme eben auch von dort. Nein, daß wir uns nicht gesehen haben!"
„Und haben Sie etwas erstanden?" erkundigte sich erblassend Herr Balduin.
„Ja — ein Geschenk für meine Frau — aber nichts verraten bitte — eine wunderschöne braune Klud- garnitur —"
Es klingt wie ein Doppelschuß zur Jagdzeit.
„S i e haben —" Frau Rosina starrt den Besucher
■ui. „Und um den teuer» Vrel«°"
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beste und billigste Anschaffung'.
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„Ja — nicht jeder Gatte ist so höflich. Ich möchte nämlich die schöne Klubgarnitur erstehen, die wir neulich —"
»Die Klu — Klu — Klub —* Die Freude ließ Frau Rosina stottern. Im Nu saß sie wieder vor ihrer Tasse und steckte den Kipfelzipfel in den braunen dus- fenden Trank. „Die Klubgarni — na das wäre freilich ein wunderschöner Ersatz für die „Walküre". Ach, du lieber Mann!"
®er Vergleich zwischen Walküre und Klubgarnitur zerrte an dem kunstliebenden Herzen des Herrn Professors. Aber er wagte keine Zurechtweisung. Frau Rosinas Gemüt blühte wie eine Maienrose auf. Pro- feffor Grashupf aber schmunzelte behaglich in dem Gefühl eines schwer errungenen Sieges.
Punkt brei Uhr saß er allein in der dichtgedrängten Menge im Versteigerungsamt, denn Frau Rosina hatte Vorbereitungen für den Waschtag zu treffen. Gras- hupf musterte von weitem die wunderbare Klubgarnitur in Braun mit dem groß angeschriebenen Ausrus- preis: 400 Mark! Wenn's nur dabei bliebe! Er begann zu rechnen. Bis 480 wollte er bieten.
Bald daraus schwirrten Zahlen an seinem Ohr vorüber. Die Versteigerung hatte begonnen. Grashupf vertiefte sich in den Anblick der Garnitur. Welch ein Prachtstück! Wie gebaucht und schwellend die Gederpol- ster; wie einladend zum Träumen und Pfeifenschmauchen!
„Eine chinesische Vase! 20 zum ersten — 21—22
Die Klubgarnitur.
Skizze von Ludwig Hu na-St. Gallen.
Frau Professor Grashupf ärgerte sich beim Morgenkaffee. Sie konnte ohne Aerger nicht gedeihen. Die Zielscheibe ihres Unmutes saß bedrückt ihr gegenüber, Hein, sehr klein, wiewohl Herr Balduin Grashupf, wenn er sich im Pädagogenstolz vor seinen Schülern aufrichtete, eine ansehnliche Höhe erreichte.
„Heute sind zwölf Tage verflossen, seit du mir versprochen hattest, mich in die Oper zu führen", zischte Frau Rosina über den Tisch hinüber. „Du erinnerst dich natürlich nicht der Rücksichten, die du deiner Frau schuldig bist, nicht der Versprechungen, die du hier und da machst, dir ist es gleichgültig, ob ich zufrieden bin ober nicht, mit einem Wort —"
„Ha!" Der Professor fuhr erleichtert in die Höhe. „Mit einem Wort! Warum hast du dieses Wort nicht gleich gefunden? Du hättest dir dann als weise Oekonomin bie übrigen ersparen können."
Mochte ber Himmel wissen, woher er den Mut nahm, die gereizte Löwin triumphierend anzublicken.
Ein Funkeln ihrer Augen kündete die Katastrophe an. „Du bringst es also über dich, zu scherzen, wo es mir bitter ernst ums Herz ist. Du lachst über meinen Aerger? Na schön — so lache eben für dich allein." Und gekränkt segelte sie wie eine Fregatte nach ihrem Schlafzimmer.
„Halt!" kommandierte Professor Grashupf. Welche Kühnheit! Aber sie wirkte.
„Dieser Ton?" wälzte sich die gerechte Empörung aus ber schwerbeleibigten Frauenbrust.
„Du hast boch noch immer mit beinern Fuß zu tun, mit deiner Migräne, du bist heiser, nervös, verschnupft."
„Willst du eine sieche Kröte aus mir machen?" rief die Gekränkte zurück.
„2tber, Geliebte —"
„Ich bin nicht deine Geliebte! Was für eine Geschmacklosigkeit du dir erlaubst!"
„Also, teure Lebensgefährtin — ich habe beschlossen, dir eine andere Freude zu bereiten", zwitscherte Herr Grashupf lieblich wie ein Buchfink.
Die beleidigte Gattin zog behende andere Saiten auf. „Eine andere —?"
„Ja — ich will dir aus dem Versteigerungsamt ein schönes Geschenk —"
Das Kind im Herbst.
Von Lina Groß-Glogau.
Mit dem scheidenden Sommer erwachsen der sorg- 'amen Mutter, die ihre Kinder vor Erkrankungen schützen will, mancherlei Aufgaben. Im Besonderen heißt es bie Garderobe der Kleinen auf die kühleren Tage umzustellen, sie aber auch andererseits so zu gestatten, daß warme Nachmittage, wie sie der Frühherbst immer „och bringen kann, nicht ein Uebermaß von Körpertranspiration erzeugen, ein Umstand, der als erster Keim mancher Erkältung leider viel zu wenig in Rechnung gestellt wird. Als sehr zweckmäßig hat sich anstelle der vielfach baumwollenen Unterkleidung in den ersten mar« ■nen Herbsttagen leichtes Wollzeug erwiesen, das von Kindern wegen seiner wohligen Wärme, die es beim Anziehen ausstrahlt, gerne getragen wird. Darüber zieht man leichtere Kittelchen und der kleine Springinsfeld kann toben, soviel und solange er will, er wird vor Erkältungen sicher fein. Ein großer Kampf in der Kinderstube entsteht auch meist, wenn zum ersten Male die sommerlichen Socken mit den langen Strümpfen vertauscht werden sollen. Uebereilung ist hier nicht notwendig, wenn enganschließende, d. h. am Knie geschlossene Unterhöschen getragen werden. Die nackte Wade ist meist im Laufe des Sommers so abgehärtet, daß das Kind sich auch in Socken nicht erkältet, selbst wenn die Witterung mit Kälte und Regen aufwartet. Es gibt sogar nicht wenige Kinder, bie den ganzen Winter über, selbst bei strengster Kälte, Socken tragen, ohne daß es ihnen was schabet, wenn auch zugegeben werden muß, daß die Aerzte über das Sockentragen im Winter zweierlei Meinung sind. Der Herbstrnantel des Kindes fei seicht, besonders warmes Futter ist nicht vonnöten, da jr ja doch meist unter Tage getragen wird. Als ein (ehr praktisches Hilfsmittel hat sich im Herbst der L o - lenmantel oder das Lodenkape erwiesen, da beide Kleidungsstücke ruhig eine weniger sorgfältige Behandlung auf dem Schulwege usw. vertragen. Im allgemeinen pflegt ja überhaupt unsere Jugend mit Ueberklei- bern nicht besonders sorgsam umzugehen und die Mutter hat ständig zu bügeln, um die Mäntel einigermaßen in Form und Fasson zu hatten.
Als hervorragend geeignete Herbst- und Winterklei- bung für Kinder haben sich die pielartigen Erzeugnisse der deutschen Strickindustrie erwiesen, die mit einer großen Auswahl aufwartet. Man kaufe den Mädchen Jumper und den Knaben Pulower, wähle dunkle Farben, die weniger leicht schmutzen und die Jugend ist immer sauber, abrett und vor allem warm angezogen. Für Mädchen wähle man dazu ein Faltenröckchen mit hochgezogenem Leibchen aus derbem Stoff, Knaben lieben die kurze Sporthose und Sportstrümpfe, bie in Kord ober Manchester mehr wie einen Winter überdauern. .....*
Einer Generalmusterung soll bei Beginn des Herbstes bas Schuhwerk unterzogen werden. Alle irgendwie schadhaften Stiefel müssen rechtzeitig, vor Beginn der nassen Jahreszeit, dem Schuhmacher zur Reparatur übergeben werden. Jedes Kind sollte eigentlich zwei paar Schuhe für den Werktag und ein paar bessere für den Sonntag besitzen, die man jedoch in Form und Leder
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