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uldaerZeitung
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt . 4A._
im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag 22 SßöfCttlDCt 1927.
der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nc. 9. UölinVVSlUy,
7lr. 218
Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.
Deutschland und Oesterreich Hand in Hand.
WnllllenKunst Hrlalid-StreseNWll in Hoiry?
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" macht den Vorschlag, für Hindenburgs Geburtstag einen Waffenstillstand zwischen den beiden Flaggen zu schließen. Praktisch soll das in der Weise gemacht werden, daß acht Tage vorher und acht Tage nachher in der Oeffentlichkert keine Erörterungen über die Flaggenfrage stattfinden._ Die „Kreuzzeitung" beeilt sich, diesen Vorschlag für die Schwarz-Weiß-Roten als unannehmbar zu erklären.
Von anderer Seite wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß das Geburtstagskind selbst, Herr v.' Hindenburg, ein klares Wort über die Flagaenangelegenheit, und zwar für das Recht der verfassungsmäßigen Flagge, sagen wird. Hindenburg ist ja der erste Hüter der Reichsverfassung und ihrer Zeichen.
* Ehrung des Reichsministers a. D. Dr. Äihj durch das Rote Kreuz. Reichsminister a. D. Dr. Külz erhielt vom Deutschen Roten Kreuz das Ehrenzeichen 1. Klasse als höchste vom Roten Kreuz
Farben geht der Kampf, sondern um den S t a a ts- inhalt, für den die Farben nur Symbole sind.
Anträge vertreten hatten, zur Bildung eines sechsgliedrigen Redaktionskomitees. Dieses- Komitee, dem Graf Bernstorff und Paul Boncour, ferner u a. der Vorsitzende des Ausschusses, Benesch, angehören, hat den Auftrag, die beiden Vorschläge wenn möglich auf eine gemeinsame Formel zu bringen. Dabei soll der dem deutschen Standpunkt widersprechende Teil des französischen Antrages beseitigt und der deutsche Standpunkt, wonach der vorbereitende Abrüstungsausschuß keinesfalls mit politischen Fragen belastet werden soll, vollkommen aufrecht er-
Der Mggenkamps und sein Sinn
Unter dieser Spitzmarke lesen wir in der „Ger- Mnia":
Für unseren Reichspräsidenten wird es keine erfreuliche Beobachtung sein, zu sehen, wie sich die Borbereitungen für die Feier seines achtzigsten Geburtstages nicht im Zeichen des Zusammenschlusses, wndern im Gegenteil im Zeichen einer V e r s ch är- ung der politischen Gegensätze voll- Lfjen. Stahlhelm, deutschnationale Presse und Be- »rksverbände der Deutschen Volkspartei rufen da- L auf, den Geburtstag des Reichspräsidenten zum Anlaß einer großen Demonstration für die Farben Schwarz-Weiß-Rot zu nehmen. Wohlgemerkt, man will d e m v n st r i e r e n — demonstrieren nicht für die im Staatsoberhaupt verkörperte Staatseinheit, sondern für eine Kampfparole und für K a m p f s y m b o l e. Derselbe Mann, der immer wieder in so hochherziger Weise dem Gedanken des Dienstes am Vaterlande als Leitmotiv seines ganzen Tuns in Wort und Tat vertritt, muß es . erleben, daß sein Name und sein Gedenktag zu einer parteipolitischen Demonstration mißbraucht werden soll. Das mindeste, was man denen, die sich dieses unverantwortlichen Beginnens schuldig machen, nachsagen muß, ist, daß sie die Hindenburg- ieier mit ihrer höchsteigenen Gesinnungsart durchtränken, daß sie ein schwarz-weiß-rotes Fest daraus machen, daß sie ihm den Charakter einer a l l g e- meinenVolksfeier, soweit es an ihnen liegt, nehmen wollen. Die Republikaner — wir gebrauchen dieses Wort, dessen übertriebene Betonung uns sonst nicht liegt, hier mit Vorbedacht — sollen in den Hintergrund gedrängt werden als Leute, die bei dieser Feier fehl am Platze sind. Die „Schwarzweißroten" wollen den Feldmarschall des alten Reiches für sich allein haben. Als die örtliche Reichsbannerorganisation vor der Tannenbergfeier beschloß, vor Ludendorff nicht zu paradieren, da begleitete ein Berliner deutschnationales Blatt diesen Beschluß mit einem freudigen „Gott fei Dank!" Das sind dieselben Kreise, die immer wieder nach | ■'m Geist der Geschlossenheit vom August 1914 seufzen, die aber unglücklich sind, wenn sie nicht immer wieder von neuem Gräben zwischen sich und anderen Volksgenossen aufwerfen können. Den Geburtstag des Reichspräsidenten zu feiern, find ■- auch dm Republikaner aus vollem Herzen bereit, aber wenn die „Schwarzweißroten" den Reichsprä- sideten für sich mit Beschlag belegen wollen, ist der Charakter einer allgemeinen Volksfeier sehr gefährdet. Wir aber wollen diese allgemeine Volks- feier. Wir sagen nicht „Gott sei Dank", wenn sich Verbände, die die schwarz-weih-rote Flagge führen, von der Hindenburgfeier ausschließen sollten. Wir würden es bedauern, weil wir das Fest im Sinne des Reichspräsidenten, d. h. in der Einigkeit des gesamten Volkes, gefeiert sehen möchten.
Die deutschnationale Presse ist nicht verlegen um eine Antwort, wer an dem Flaggenkonflikt schuld ist. Es sind natürlich die Verfechter der schwarz-rot-goldenen Reichsfarben, die angefangen haben. Ist es nicht eine Anmaßung, daß die Vertreter staatlicher und städtischer Behörden sich weigern, Gaststätten und Veranstaltungen zu besuchen, wo die Reichsfarben verpönt sind? Ist es nicht eine Anmaßung von der Kölner Stadtverwaltung, daß sie als offizielle Festflagge am Geburtstag des Reichspräsidenten nur die Reichsflaggen zeigen wollten? Die „Kreuz-Zeitung" versichert in schöner Friedensliebe, man habe „den Schwarzrotgelben (so!) entgegenkommen wollen, aber die hätten nicht gewollt. Eine Schmähung, das ist die Form, in der diese Kreise den anderen „entgegenkommen". Die „Deutsche Tageszeitung", die einen für uns nicht annehmbaren Standpunkt in anständigerer Form vertritt, scheint den Gedanken propagieren zu wollen, Schwarz-Rot-Gold und Schwarz- Weiß-Rot als „gleichberechtigte" Farben nebeneinander zu stellen. Wir kennen als offizielle Farben keine gleichberechtigten Farben .sondern nur die als Reichsfarben allein berechtigten Farben Schwarz-Rot-Gold. Die Handelsflagge ist keine Nationalfahne. Immer wieder muß daran erinnert werden, daß die Minister, auch die deutschnationalen, und der Reichspräsident, wie es selbstverständlich ist, offiziell nur das schwarz-rot-goldene Reichsbanner führen.
Der Kampf nm die Farben hat nie geruht. Er ist auch geführt worden, als er nach außen hin nicht so in die Erscheinung trat, wie in den letzten Monaten. Darum ist die Darstellung, als ob der Berliner Magistrat und die Preußische Regierung den Frieden gestört hätten, tendenziös. Der Kampf um die Farbensymbole würde nie mit solcher Leidenschaft geführt werden, wenn es sich nicht eben um Symbole handelte, um Symbole entgegengesetzter S t a a t s a u f f a s s u n g. Ist es nicht etwa so, daß in den Herzen derer, die für Schwarz-Weiß- Rot eintreten, auch heute noch das Verlangen lebt, die ganze neue Staatsordnung abzubauen? Jeder ist davon überzeugt, nur in der Deutschen Bolks- Partei scheint es Kreise zu geben, die sich noch in der Illusion wiegen, gleichzeitig für die Republik und für die schwarz-weiß-roten Farben eintreten zu können. Und doch steht fest: die Republik wird schwarz-rot-gold sein oder sie wird nicht sein. Es handelt sich darum, dieser Sachlage ins Auge zu ; sehen. Der Kampf um die Sicherung der Grundlagen des neuen Staates ist noch nicht zu Ende. Eine unmittelbare Gefahr droht der Republik zwar nicht, aber es besteht die Gefahr, daß sie innerlich ausgdhöhlt wird. Wer von der Teilnahme der Deutschnationalen eine stärkere und allgemeinere Bejahung der Grundlagen des neuen Staates erwartet hat, wird leider diese Erwartung heute nicht flut als ganz gerechtfertigt bezeichnen können. Wir
* Präsident King bei der Deutschen Lufthansa.
Der Präsident der Republik Liberia, King, der Ber- ,— , ..
[in besucht, besichtigte auf Einladung der Deutschen zu vergebende Auszeichnung. Das Rote Kreuz be- Lufthansa die Anlagen und den Flugbetrieb in absichtigt damit, seinen Dank für die Förderung Tempelhof i Ausdruck zu verleihen, die Dr. Külz bereits als
ungen ergäben sich nur, wo verfassungsrechtliche Gründe maßgebend waren. Der Minister dankte dem deutschen Justizminister Dr. Hergt urck» dm deutschen Behörden, die dm Gedanken der Rtthts- angleichung bei der Ausstellung des Entwurfes ge- sördert haben und appellierte an das Haus, denselben Geist walten zu lassen, damit diese Aufgabe zu einem gedeihlichen Ende geführt werde. Relch.,- justizminister Hergt wohnte der Sitzung des Nationalrates bei.
Im Gespräch mit dem Vertreter der „Neuen Freien Presse" erklärte Reichsminister Dr. Hergt: „Ich komme nicht in politischen Angelegenheiten, sondern als Kollege zum Kollegen, aber erMlt von dem Bewußtsein von der Bedeutung dieses Tages an dem bis auf drei Punkte: Todesstrafe «mf das Verbrechen des Mordes, Abtreibung und Sicherheitsverwahrung völlig übereinstimmende Gesetzes- Werke dem Parlamente übergeben wurden. Das ist ein Beweis, daß trotz der Verschiedenheit in ver- qanqenm Jahrzehnten die sittlichen Grundansch.au- ungen beider Völker sich doch völlig überemstmi- mend entwickelt haben und andererseits ein Beweis für die Kraft des Deutsch tu mge- dankens, der Deutschtumgemeinschaft als solcher. Mit dieser Rechtsangleichung erfolgt em Riesenschritt weiter, typisch für die kulturelle Angleichung, die ja für beide Völker noch unendliche Möglichkeiten bietet und von größtem Segm für beider Zukunft sein wird.
Aus Riga wird gemeldet: Don 20 Angeklagten, die der Beteiligung an der Taurogge- ner Revolte überführt wurden, sind acht zum Tode, neun zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und die übrigen zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sieben Todesurteile wurden in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt, der achte Verurteilte sofort nach Urteilsverkündung hingerichtet
Berlin, 21. Sept. (Gig. Funkm.) Der 32. Aus- i schuß des Reichstags (Sonderausschuß für das Strafgesetzbuch) trat heute um 10 Uhr vormittags zu einerer st enSitzung in der sachlichen Beratung des umfangreichen Werkes zusammen. Das Reichsjustizministerium war bei Beginn der Sitzung durch den Staatssekretär Joel vertreten. Der Reichsjustizminister Hergt, der gestern der Tagung des Wiener Nationalrates über das gleiche Werk für O e st e r r e ich beiwohnte, war von seiner Reise noch nicht zurück, wurde aber noch für den Lauf der Sitzung erwartet. Die Mitglieder des Ausschusses waren fast vollzählig erschienen. Reichtagsprasi- dent L o b e war anwesend. Die Beratungen wurden von dem Vorsitzenden des Sonderausschusses, Abg Dr. K a h l (D. V. P.), mit längeren Ausführungen über die bedeutendsten Aufgaben des Ausschusses und den Geist, der dem Entwurf zugrunde liegt, eingeleivt.
Aus Wien wird gemeldet: Der National- r a t begann die erste Lesung des neuen Strafgesetzbuches. Justizminister Dr. Dinghofer verwies auf das Bestreben der Justizverwaltung, die Justizpfleqe jederzeit ohne Ansehen der Part» durchzuführen, und entwickelte in großen Zügen die kriminalpolitische Grundauffassung, auf der der neue Entwurf auf gebaut ist. Der Entwurf sei im wesentlichen mit dem in Deutschland m Beratung stehenden Strafgesetzentwurf gleichlautend. Abweich-
Kabinett und vefolduMrefom.
Der „lägt Rundschau" zufolge wird sich das Reichskabinett voraussichtlich am D o n n e r s t a g vormittag noch einmal mit der Vorlage über die Erhöhung der Beamtenbesoldung beschäftigen, und zwar vor allem mit der Einbeziehung ber Warte- und Ruhestandsbeamten. Der Beratung des Kabinetts geht eine Tagung des inter - fraktionellen Ausschusses der Regierungsparteien voraus, der sich gleichfalls mit den noch ungelösten Fragen der Desoldungsreform be- fafsm wird. Für die Warte- und Ruhestandsbeamten ist in dem Entwurf ein allgemeiner, für alle g l ei ch e r Zuschlag vorgesehen, der etwa dem Durchschnitt der Gehaltserhöhungen entspricht, Jm Kabinett sowohl als auch in den Kreisen der Regle- rungsparteien hat man jedoch die Notwendigkeit betont, auch den Warte- und Ruhestandsbeamten die Gehaltserhöhung prozentual m vollem Umfange zugute kommen zu lassen.
Wie nach dem oben genannten Blatt vermutet, soll Reichssmanzminister Dr. Köhler geneigt sein, dieser Regelung zuzustimmen. Ursprünglich mar beabsichtigt, die entscheidende Kablnettsberk-- tunq bis zur Rückkehr des Reichsaußenministers aus Genf zu verschieben. Da aber Stresemann frühestens erst Ende dieser Woche in Berlin zu- rückerwartet wird und die Behandlung der Besoldungsfrage auf raschen Abschluß drängt, so wird das Kabinett bereits am Donnerstag sich entjchei- den. *
Am Dienstag fanden bei der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsb ah n g esellsch af t Verhandlungen der Vertreter der Eisenbahnerge-. werkschaften wegen einer allgemeinen Erhöhung ber Bezüge für biese Arbe,- terfategorien statt. Die.Gemerkchaftsve-- treter wiesen darauf hin, daß m Anbetracht ber I steigenden Lebenshaltungskosten eine allgemeine Aufbesserung der Löhne erfolgen müsse, da ber am 7. April dieses Jahres für verbindlich erklärte Schiedsspruch der Teuerung keineswegs gerecht, werde. Von Seiten der Hauptverwaltung wurde demgegenüber betont, daß weder die Rechtslage j »och allgemeine Wirtschaftslage sowie die Lohne m der Übrigen deutschen Industrie eine allgemeine Aufbesserung der Bezüge rechtfertigen könne In Fällen, wo die Löhne der Arbeiter ber vergleichbaren Industrien höher seien, könnte eventuell durch Ortslohnzulagen ein Ausgleich geschaffen | werden. ,
China.
Die Einigung zwischen der Nanking- und der Hankau-Regierung.
Nach in London vorliegenden Nachrichten haben die Besprechungen zwischen den Vertretern der beiden füdchinesischen Regierungen zwar zu dem Beschluß der Verschmelzung der Regierungen von Hankau und Nanking geführt, bis jetzt ist aber Über die Bildung eines Gemeinschaftskabinetts noch nichts bekannt geworden.
Der „Intransigeant" glaubt das Gerücht, das in Genf in Umlauf ist, wiebergeben zu können, wonach Brianb baran denke, Stresemann wie im vergangenen Jahre nach Thoiry zu einem Frühstück einzulaben. *
Wie Havas aus Cannes berichtet, ist Sir Austen Chamberlain von Genf kommend dort eingetroffen und hat sich an Bord der Yacht eines Freundes begeben, die zu einer etwa dr ei wöchigen Kreuzerfahrt int Mittelmeer ausgelaufen ist. ,
Die in Genf zur Zeit anwesenden deutschen Pressevertreter gaben Reichsminister Dr. Stresemann und einigen anderen Mitgliedern ber deutschen Delegation ein Frühstück. Im Namen der deutschen Presse begrüßte Chefredakteur Dr. Stern-Rubarth (W. T. B.) die Gäste, während ber Reichspressechef, Ministerialbirektor Dr. Zechlin, in launiger Weise bie Zusammenarbeit zwischen Delegation unb Presse und bas beutsche Mitglied ber deutschen Presseabteilung des Völkerbundes, Dr. Beer, bie ©tanbesaufgaben bes Journalismus in Genf hervorhoben. Reichsminister Dr. Stresemann wies in warmen Worten auf bie Entwicklung ber deutschen Mitarbeit im Völkerbund und auf die verantwortungsvolle Aufgabe der Presse hin, die Einwirkungen ber besonberen Genfer Atmosphäre mit ben politischen unb journalistischen Anforderungen ber Heimat in Einklang zu bringen.
Um den Cinheilstext.
In ber vertraulichen Sitzung des Unterausschusses ber Abrüstungskommission kam es, nachdem Paul Boncour und Graf Bernstorff nochmals ihre verkennen gewiß nicht die schwachen Anzeichen, die eine bessere Entwicklung anbeuten, unb begrüßen sie aufrichtig. Aber ber Anspruch ber deufschnatio- nalen Presse unb bes deutschnationalen Führers Graf Westarp, auch als Regierungspartei den Kampf für die Monarchie fortsetzen zu dürfen, spricht eine deutliche Sprache. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat sich, was gern anerkannt fei, bis jetzt loyal an bie Richtlinien gehalten, aber dafür bekommt sie auch schon bas unzufriedene Murren ihrer Wählerschaft zu hören. Die Rollenverteilung, die bie „Kreuzzeitung" vor Monaten so offenherzig verkünbete: republikanische Politik ber Reichstagsfraktion und ber beutfch- nationalen Minister, Oppositionspolitik alten Stils draußen im Lande, scheitert an ihrer inneren Un- mölichkeit und Zweideutigkeit. Das Volk denkt zu einfach, zu unkompliziert und zu diplomatisch, um auf eine solche Rollenverteilung einzugehen. Man hat es uns immer wieder versichert, daß die neue Taktik ber Deutschnationalen feinen Gesinnungswechsel bebeutet. Woher hätten ba bie Kräfte kommen sollen, um bie deutschnationalen Wählermassen zu einer positiven Bejahung bes neuen Staates unb seiner Grundlagen zu führen?
Der Umstand, daß Zentrum unb Deutschnationale in einer Regierung sitzen, darf uns nicht abhalten, auf bissen Tatdestanb hinzuweisen. Die Auffassungen, bie wir von unserer Pflicht gegenüber unserer Partei haben, zwingen uns, zu sagen, was wir von ben gegenwärtigen Vorgängen halten unb worin wir ihren Sinn erblicken. Wir haben gesagt, worin wir ihn sehen. Haben wir recht, bann ist bie Konsequenz klar: unsere Anhänger müssen aufgeklärt werden über bie Gegenstänbe, um bie bei bem früher ober später beginnenben Wahlkampf gerungen werden wirb. Die Partei muß geschlossen unb zielbewußt in bieten Kampf hineingehen. Wirb von ber Rechten bie Parole ausgegeben: für Schwarz- Weiß-Rot!, bann wissen wir: nicht nur um bie
$ In seinen Beratungen hat ber Redaktionsaus- I Historiker und ttriegsschuldfrage. schuß versucht, einen Einheitstext aufzustellen, der Eröffnungssitzung des in Graz abgehal-
als Grundlage für die Fortführung ber Arbeiten in I |cncn Deutschen Historikertages hob der Präsident Frage kommt. 3n dem bisher ftiMrien Entwurf Wiener Akademie ber Wissenschaften, Hofrat sind drei wesentliche Punkte enthalten. 1. Aus- Professor Reblich, die Pflicht des Geschichts- dehnungdesSchieds verfahrens, damit c^t^rg hervor, Tendenzen, die bie Wahrheit ber das Vertrauen geschaffen wird, das den Erfolg der I Forschung entstellen, unb jenen unrichtigen Be- Abrüftungskonferenz sicherstellt, 2. gemäß dem An- I Häuptlingen unb Entstellungen entgegenzutreten, trag Graf Bernstorff bas Ersuchen an den Rat, die I bie h^e die Welt erfüllen. Den Geschichtsforschern vorbereitende Abrüstungskonferenz zur B e s ch l eu- obliege bie besondere Pflicht, in der Kriegsschuld- nigung ihrer Arbeiten aufzufordern, damit bie I frage her Wahrheit zum Siege zu verhelfen, enbgültige Abrüstungskonferenz möglichst bald I Was vor zwei Jahren auf dem Deutschen Histori- ftattfinben kann, 3. Schaffung eines besonberen I fertag in Frankfurt a. M. ausgesprochen wurde, Komitees durch den vorbereitenden Abrüstungs- I daß nur die Oeffnung ber Ar chiv e tn ber ausschuß, bem alle Völkerbunbsmitglieber biefes I Kriegsschuldfrage die Wahrheit an den Tag bnn- Ausschusses angehören, um bie Fragen ber I gen könne. Deutschland sei in dieser Richtung mit Schiedsgerichtsbarkeit und der Sicher- I seinem großen Monumentalwerk über die äußere heit weiter zu fördern. Auf deutscher Seite steht Politik ber letzten Jahrzehnte in rühmlicher Weise man zu diesem dritten Punkte auf dem Stand- I vorangegangen.
punkt, daß eine vollkommene Loslösung dieses be- I „Auch '^^r?rags des d s H «»ohrheit mit sonderen Komitees von dem vorbereitenden Abrü- musse d^EntsteNungen g chich b ftungsausschuß nötig sei. Die Verhandlungen wer- Mündlicher Forschungsarbeit entgegengetreten wer- den vormittag fortgesetzt, nachdem deutscherseits I CftL m
eine eigene Formulierung zu diesem Plan aufge- I - .
stellt sein wird. v0M politischen Scpit.
Aus Warschau wirb gemeldet: Der Kamp! zwischen Sejm unb Regierung ist nicht entschieden, sondern aufgeschoben worden. Obgleich man schon von der Möglichkeit einer Vertagung der Session In Magdeburg hatsich der Reichsverb and deut- I N^HEagsfitzung Vizeminister-
scher Hotels mit ber Flaggenfrage befaßt: Man ^ ^t Dr Bartel d^ Verfügung des Staats-
schloß sich der Aufforderung der Berliner Hotels MkLn veAas die dL Vertagung der
an, die für Hindenburgs Geburtstag proklamieren: Mldenten verlas, w ebtg u t^ bell
„Wir rufen unsere Mitglieder auf, am 2 Oktober diese? Sch?itt d^ Regierunc
die Häu er festlich zu schmucken und> au beflaggen, gbgwronetcn n ier j
Keinem zu Liebe und keinem zu Leide wollen wir l Er " 3 u ng YervorgemM. vosorr in dem großen Deutschen die rühm- und ehrenvolle I die führenden Klubs zu Beratmigen zuiammen. Vergangenheit und die arbeits- unb schicksals- | it»ue Todesurteile in Litauen,
schwere Gegenwart des Deutschen Reiches ehren.
Dieser Beschluß der Hotelbesitzer wird derart gedeutet, daß am 2. Oktober schwarz-weiß-rot und schwarz-rot-gold geflaggt wird.
Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk._____
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