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54.Zahrg

Ar. 210

Dienstag, 13. September 1927

Zer ReiWnUMiuister Wer die VchliiNgsresorm

Marktplatz von Kyritz, wo der Spießer eine „mann.

Aufwand für die Durchführung des

liebenswürdige und verbindliche Worte genutzt hät­ten. Es ist heute nicht anders als damals: Die Staatsmänner gewisser Großmächte lieben in Genf, das Pathos, unb sie sind vielleicht sogar für ihre Person auftichtige Freunde des Friedens. Aber wenn sie zu Hause sind, werden sie zu schnell auf — W,D,.U ,cl„ Uieiy

den Boden der harten Tatsachen zurückgerufen und Beamte bisher lediglich deshalb in den Bezügen

Eine andere Seite bietet sich dar. Deutschlands Minister kann nicht die Rolle des deutschen Ver­treters auf der Haager Konferenz spielen, der seinerzeit ablehnte, weil er den Auftrag hatte, mißtrauisch zu sein und die kalte Schulter zu zei-

Die holländische Forderung, die Grundsätze des Protokolls wieder aufzunehmen, ohne dieses zu dis­kutieren, fei ein Widerspruch in sich. Er wolle k e i- nen Heber ft aot aus dem Völkerbund hervor­gehen sehen, sondern ihn organisch aus sich selbst entwickeln, und gebe mehr auf den moralischen Eindruck von Reden, wie sie zwischen deutschen , , ------ ------------ -----u, —, ,vö.

und französischen Delegierten hier bei historischen I m die Reform in vollem Umfange nicht möglich. Gelegenheiten getauscht worden seien, mehr auf I Nufere Finanzlage und diejenige der Länder und freiwilliges und gegenseitiges Einvernehmen, als 1 ““ ,sx

auf eine Häufung sensationeller Schritte. Die Rede fand letchaften Beifall.

so traurig: man hört schöne Worte in Genf und meint immer, es müßte nun auch die Tat folgen, und doch ist noch immer die Besatzung am Rhein, das untrügliche Zeichen des Widerspruchs zwischen Wort und Tat.

Schon regt sich der Unwille irn Lager der Rechten gegen die Politik Stresernanns. Man wird diesen Widerspruch hoffentlich mit Ruhe hiN- nehmen und dafür sorgen, daß er kein Unheil an- richtet. Es ist die Stunde gekommen, zu der wir gegen Vorschläge, die auf die Proklamierung irgend­eines Friedenssatzes hinauslaufen, nicht nur keinen Zweifel mehr äußern und keinen Widerspruch er­heben können, sondern da wir mit dem stärksten Pathos sie aufzunehmen und weiterzuführen und zuweilen sogar die Initiative zu ergreifen haben. Wir schaffen uns durch eine solche Politik die Plattform, von der aus wir später einmal mit stärkerem Erfolge als heute die Abrüstung und

Vie Mahl in Zugojlawien.

Aus Belgrad wird gemeldet: Rach den bis 23 Uhr in Belgrad vorliegenden Wahlergebnissen hat die Regierungskoalition dieMehrheit der Kam­mermandate erhalten. Alle Minister sind wieder- gewählt roorben.

* Abreise des Reichspräsidenten zu den Flot­tenmanövern. Der Reichspräsident ist Montag vor­mittag von Berlin über Stralsund nach Rügen ab­gereist; er wird Montag und Dienstag sich in Put­bus aufhalten und von dort aus sich zur Teilnahme an den Flottenmanövern in der Ostsee nach Swi­ne m ü n b e begeben.

keinerlei Erhöhungen ber iefet bestehenden Steuern nach sich ziehen dürfen. Meine Aufgabe in Den

Sozialisten und Weltfrieden.

Wie Havas aus Brüssel berichtet, hat an* läßlich der Einweihung eines Denkmals für Mat - teotti der Vorstand der belgischen Arbeiterpartei eine große Festlichkeit veranstaltet, auf der unter anderen auch der deutsche sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Müller das Wort ergriff und unter Anspielung auf die jüngsten deutsch-bel­gischen Verhandlungen in der Franktireur­frage nach dem Havasbericht erklärt: Die bel­gische Regierung habe gut getan, auf diese En­quete zu verzichten. Mögen bei uns diejenigen, die die Enquete fordern, zunächst die A b r ü st u n g der Gei st er beginnen. Müller kritisierte ferner den Faschismus und trat für die Vorbereitung eines endgültigen Friedens ein. Als Sprecher der französischen Sozialisten trat Leon Blum dafür ein, daß dieUnterscheidungzwischenSie- gern und Besiegten verschwinden müsse. Er gab der deutschen Sozialdemokratie die Versicherung, daß die französischen Sozialisten be­reit seien, für die Saar und den Rhein das Gleiche zu tun, was sie für die Ruhr getan hätten. Im An­schluß hieran nahm der ir Frankreich lebende ehe­malige italienische Sozialistenführer Turati das Wort..

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

* Lord Deaverbrook in Berlin. Lord Beaver* brook, der Besitzer des „Daily Expreß", „Sunday Expreß" und „Evening Standard", ist in B e r l i n eingetroffen.

* Zentrum Unb Bayerische Volkspartei. In den nicht zum Zentrum gehörenden Zeitungen kann man lesen, die Verhandlungen zwischen Zentrum und Bayerische Volkspartei seien gescheitert. Von maß­gebender Seite wird uns zu diesen Presseveröffenl- । Hebungen über die bisherigen Verhandlungen zwi­schen Zentrum und Bayerischer Volksportei rnitge- । teilt, daß in diesen Pressemeldungen Wahres mit Falschem vermischt ist. Cs ist richtig, daß die Der- handlunqen während der Ferienmonate geruht ba­den. Die Verhandlungen werden jedoch in den \ nächsten Wochen wieder ausgenommen werden.

* Der Putschversuch in Tauroygen. Aus Kowno wird gemeldet: Der litauische Innen­minister erklärte in einer Unterredung mit Presse­vertretern, daß der Putschversuch in Tauroggen niedergeschlagen sei. Den Führern des Aufstandes, Hauptmann a. D. Majus, Mitglied des litauischen Parlaments Nokalskis und Gymnasiallehrer Sol- tanas, ist es gelungen, in z»vei Autos über die Grenze zu entkommen.

* Französisch-amerikanische Hanbelsvertrags- oerhandlungen. Aus Washington wird ge­meldet: Infolge der durch die Anwendung des neuen französischen Zokltanifi geschaffenen Loge hat das Staatsdepartement Me französische Bot­schaft in Paris angewiesen, sofort Unterhandlun­gen über den Abschluß eines französisch-amerikani­schen Handelsvertrages einzuleiten. Ursprünglich war der Beginn der Verhandlungen auf den 1. Ok­tober angesetzt worden. Wie „Associated Preß" meldet, war weder das Staatsdepartement, noch das Handelsamt in der Lage, den Vergleichsstatus deutscher und amerikanischer Waren unter den ge­genwärtigen Verhältnissen zu studieren. Da« Staatsdepartement hat indessen andererseits er­klärt, daß eine bedenkliche Diskriminierung gegen­über amerikanischen Einfuhrwaren durch den Ver­trag erfolge.

zu schnell durch den Druck der Pflicht zur inner- der Anfangsgruppe festgehalten wurden, weil nach politischen Rücksichtnahme gelähmt. Und dies ist 1 dem System der Schlüsselung in der Aufrückungs-,

Die Lage in Genf.

Rach den Reden Stresernanns und Briands. — Chamberlain als Dritter. — Das Echo.

Am Samstag hat nach Dr. Strefemann und Briand der englische Außenminister Austen Cham­berlain bas Wort ergriffen. Chamberlain unter­strich bie Bedeutung der zwischen Dr. Strefemann Urtb Briand ausgetauschten Reden, wobei er beide «ls Vorkämpfer des Friedens von höch­stem staatsmännischem Niveau und persönlichem Mui bezeichnete. Den Vorwurf der Konventikel- bilbuhg innerhalb des Rates weist er zurück. Cham­berlain ging dann zur

Frage der Abrüstung

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letzten Monaten bestand deshalb darin, die Mittel für diesen Zweck zu schaffen. Neben den erhöhten Einnahmen aus Steuern ist mir dies dadurch ge­lungen, daß ich in starkem Umfange laufende, v.m Reichsrat und Reichstag bewilligte Ausgaben ein­geschränkt habe. Ich kann deshalb zu meiner Be­friedigung hier erklären, daß irgend eine Steuer­erhöhung durch die Erhöhung der Besoldung der Beamten und der Bezüge der Kriegsbeschädigten für das Reich in keiner Weise in Frage kommt; ebensowenig Tariferhöhungen für bie Eisenbahn.

Es wäre kurzsichtig, wenn ich in diesem Zu­sammenhang nicht auch die Lage der

Länder und Gemeinden berücksichtigen wollte. Denn darüber kann kein Zweifel bestehen, daß beide durch den vom Reich betretenen Weg mehr ober weniger in eine Zwangslage insofern geraten, als sie ebenfalls ihre Besoldungsordnung durchzuprüfen und entsprechend abzuändern haben werden. Reich und Preußen gehen in der Besoldungsfrage grundsätzl-ch einheit­lich vor. Das schließt selbstverständlich nicht aus, daß Preußen für diejenigen Beamten seiner Verwaltung, für die es vergleichende Reiihsbeamte nicht gibt, Zwischenstufen einführt Aber gcund- ivtzllch werden die beiden Besoldungsvorlagen ein­heitlicher aussehen. Ich hoffe, daß auch die anderen deutschen Länder ebenso wie die Gemeinden über b’e Sätze des Reiches nicht hinausgehen. Die Deckungsfrage ist für die Länder und Gemeinden

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dingte Annahme des finnischen Antrages auf fi- I tag vormittag die Tagung nanjiene Unterstützung angegriffener Staaten und I nehmern in der Stadthalle erklärte inbezug auf die Schiedsgerichtsbarkeit, I ~

England Habs schon mehr Schiedssprüche herbei- I ....... „---------------------- ....

geführt, als irgend ein anderer Staat. Das Genfer I schäft . Er gab einen Ueberblick über die Entwick- Protokoll lehne er nach wie vor ab, und nur man» | lang der Beamtenwirtschaft. Die ^Prozentzahl der gelndes Verständnis für die besonderen Hindernisse ” Englands ließen andere diese Forderungen wieder aufnehmen. Mit einigem Nachdruck verweilte er schließlich bei den Konsequenzen einer Garantiever­pflichtung, die ja England aus dem alten belgischen Neutralltätsvertrage schon einmal habe einlösen müssen. „Wir wissen, was es heißt, Garantien zu geben, und wir wissen, was es heißt, sie zu halten. Gott verhüte, baß das je wieder eintritt." In Lo-

dafür, daß die ledigen Beamten von vornherein auch den Betrag des Fraucnzuschlags in Höhe von .... 144 Mark erhalten, eine entsprechende Kürzung des die soviel Anlaß zur Kritik gegeben hat, müssen Wohnungsgeldzusckmsses für sie vorgesehen. " Zu­korrigiert werben. | Künsten der Schwerkriegsbeschädigten

ist eine weitere Aufbesserung ihrer Bezüge durch ses war I Verbesserung ihres Besoldungsdienstalters beabsich- „ „.. w wtL ist im I Ebenso sollen die Versorgungsanwärter eine Rahmen des finanziell Möglichen eine entsprechende Verbesserung ihres Besoldungsdienstalters erhalten.

die Revision gewisser Verträge in Bewegung fetzen können.

Die Kleine (Entente.

Das tschechoslowakische Pressebüro meldet: Am Samstag.nachmittag traten im Hotel Beau Rivage in Gens bet Minister Dr. Benesch die Außenminister der Staaten der Kleinen Entente zu einer Bera­tung über ein gemeinsames Vorgehen in der ge­gebenen Lage zusammen. Während der Beratung einigten sich die Staatsmänner der Kleinen Entente auf eine Aktion, die allen Versuchen entgegentreten würde, welche gegen die moralische Abrüstung, die bestehende Ordnung unb den Frieden gerichtet sind. Die nächste Konferenz der Kleinen Entente soll zu Beginn des nächsten Jahres in Bukarest stattfin- ben. Das genaue Datum wird später feftgefefet werden.

Fuldaer Zertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatt.

über. Die Marinekonferenz fei ein Mißerfolg ge­wesen, aber die Tatsache, daß drei Großmächte solche Fragen hier offen behandelten, und daß ihre herzlichen Beziehungen durch den Mißerfolg nicht getrübt worben feien, bebeute allein schon einen großen Fortschritt. Der unzulänglichen Vorberei­tung stellte er bie neunmonatigen umsichtigen Vorbereitungen für Locarno gegenüber. England I Nachdem am Samstag nachmittag im Rahmen 1 gruppe für sie gerade kein Raum war. Auseinan- have sofort nach Kriegsende seine Armee unter den I der in Magdeburg ftattfinbenben Mitteldeut- > dergehöriges wurde auseinandergenommen, hand- Borkriegsstand reduziert, fein Flottensystem von I scheu Beamtentagung der Bundesvorsitzende des werksmäßig vorgebikdete Beamte z. B. für sich Sabr zu Jahr herabgesetzt, und wenn es für feine I Deutschen Beamtenbundes, Flügel, und Ministe- I gehalten.

vielen, so zerstreuten, so schwer zu schützenden Lande I riakdirektor Dr. Falck Referate über die im Brenn- Die Beförderungsstellen, also bie ehemaligen weniger getan hätte, wäre das unverantwortlich I punkte des Interesses stehenden Fragen der beut- Gruppen 12, 9, 6 ufw. wurden im Interesse der geroefen^ Chamberlain verwies weiter auf die be- | sch en Beamtenschaft gehalten hatten, nahm Sonn- I Beamtenschaft normalerweise nicht in bestimmte

~ „ j von etwa 6000 Teil- I Gruppen eingelegt, sondern durch unwiderrufliche Stadthalle ihren Fortgang. I Pensionszulagen herausgehoben. Durch diese Matz- Als erster Referent fprach Prof. Dr. Sombart- I nähme ist jetzt auch das System der Schlüsselung, Berlin über das Thema: „Beamtentum und Wirt- I das. vielen Beamten trotz Eignung das Einrücken .. ' ’ ■ I in eine Beförderungsstelle nicht ermöglichte, voll- „ - , , , - , „ „ , bet I ftänbig beseitigt. Die Anforderungen der Beför-

Beamten habe sich nur von 4,3 Prozent auf 5,1 derungsstelle erfolgten jeweils im Etat nach Maß- Prozent echöht, während die Prozentzahl der An- gäbe des sachlichen Bedürfnisses. Auftückungszeit gestellten der Wirtschaft sich von 9,7 Prozent auf und Aufrückungsstufen sind im allgemeinen die- 15,9 Prozent echöht habe. I selben geblieben, die zweijährige Zulagefrist ber-

Unter allgemeiner Spannung betrat Reichs - 1 behalten. Die fogenannten Gräben zwischen den finanzminister Dr. Köhler alsdann die I unteren und mittleren und den mittleren und oberen Rednertribüne. An die Spitze seiner Ausführungen Gruppen sind dabei eingeengt worden. Die Gleich- stellte der Minister den Satz: Eine sofortige Reform stellung der weiblichen mit den männlichen Beamten der Besoldung der deuffchen Beamten ist eine abso- I Beamten ist in keiner Weife verlassen worden; im carno habe er gleiches'noch einmal und gerne für I Iute Notwendigkeit. Er beleuchtete die fest 1920 Gegenteil, sie ist dort, wo sie bislang nicht richtig fein Land auf sich genommen, aber für jedes Land der Beamtengehälter durchgeführt wurde, verbessert worden.

und jede Grenze gleiches zu tun fei. unmöalick I tzhrlderte tn^Rbtgeren_Ausführungen die Rot- | Die so viel angefembete Frauenzulage wurde ' N- i läge derBeamtenschaft. Der Minister führt bann i in das Grundgehalt eingebaut. Erst auf das durch

„Ich vorbildlicher Weise hat die deutsche die Frauenzulage erhöhte Grundgehalt werden die

Beamtenschaft Ine schweren Tage und Jahre der neuen prozentualen Erhöhungen der Gehaltssätze

Vergangenheit getragen. Aber jetzt steht sie mit berechnet. Das System der Kinderzuschläge wurde

der Reichsregierung auf dem Standpunkt: So kann beibehalten, aber wesentlich vereinfacht. Die Diffe-

" WM)* langer weitergehen, sollen nicht auch renzierung nach dem Alter der Kinder ist beseitigt

die staatlichen Interessen, die Interessen des gesam- worden. Für jedes Kind soll von der Geburt ab .■rJ1 ,.0 ^e$ ^notleiden. Gewiß, auch jetzt I — unter gewissen Voraussetzungen — bis zum 21.

I Lebensjahre ein gleichmäßiger Zuschlag von

■ -maT c.-«“ ,~v ------o- --- ----------> | Mark 20.— gegeben werden. Die Soldaten und

Gemeinden stellen Schranken auf, bie nicht über- Offiziere der Wehrmacht sind aus der Besoldungs- schntten. werden können. Absoluter Leitsatz muß vrdnung herausgenommen. Ihre Bezüge sollen mich bei dieser Reform fein und bleiben: Die I gleichzeitig in einer Anlage zum Besoldunqs- 8^.5?ren des Reiches müssen unter allen I gesetz für sich reguliert werden.

Umstanden in Ordnung bleiben. Nicht Die vro^entuale nur im Jnlande, sondern auch int Auslande mutz „ .... bte Gewißheit sein unb bleiben, daß Deutschland Erhöhung der Grundgehälter alles tut, um seine Finanzen in Ordnung zu Hal- ist der wesentlichste Teil der neuen Regelung. Ich

ten, und alles unterläßt, was diesem Grundgesetz habe mich entschlossen, im Reichskabinett eine we- entgegensteht. Dafür habe es sein Wort, gegeben I sentliche Erhöhung der ursprünglich in Aussicht ge= k “- "* 1 ■ nemmenen Säfee vorzufchlagen unb bin glücklich,

sc Wellen zu können, daß das Reichskabinett btefem meinem Antrag zugeftimmt hat. Das neue ay*«-» •vtivtiu um uci ucuijureii «jeumien« I Besoldungsgesetz sieht demgemäß bei den untersten flhaft toieber bie Lebensmöglichkeiten zu geben, auf I Besoldungsgruppen Erhöhungen im Durchschnitts-

I betrage von etwa 25 Prozent vor, die gleitend nach die neues Verträum zum Staate bringt. In dem I den mittleren Besoldungsgruppen bis auf etwa Bericht des von der Reparationskommission cinge» I durchschnittlich 21 Prozent und bei den höheren fttzten Sachverständigenkomitees im Jahre 1924 I Gruppen auf etwa 18 Prozent gehen. Die genann- ist schon klar ausgesprochen worden, daß man — ten Beträge sind Durchschnittsbeträge. Gruppen, und das bezieht sich auch auf die unmittelbar I die schon bisher sehr stark ausgeftattet waren, sind folgenden Jahre — mit Erhöhungen der Besol- I teilweise mit geringen Erhöhungen, Gruppen die dungsausgaben rechnm müsse, und in lapidarer | bisher stark vernachlässigt waren, zum Teil mit Kürze sagten die Eistnbahnsachverständigen im | wesentlich höheren Säfeen bedacht worben. Die April 1924 von der deutschen Reichsbahn, der Be- | bisherige Gruppe II erhält demgemäß neben einer amtm- und Angestelltenkörper sei viel zu groß | namhaften Erhöhung des Anfangsgehaltes eine Gr­und gleichzeitig schlecht bezahlt. In dieser I Höhung von 33 Prozent. Die Ruhegehaltsempfän- Beziehuna ist gründlich Wandel geschaffen wordm. Wartestandsbeamten unb die Beamtenhinter- Nebm 270000 Arbeitern sind über 130 000 Be- | bitebenen sollen mit den gleichen Erhöhungen wie amte und Angestellte abgebaut wordm, die schlechte bic aktiven Beamten bedacht werben.

Bezahlung ist aber in ber Hauptsache geblieben. I Der Wohnungsgeldzuschuß soll in der I fühl, daß er vor einem fremden'Forüm’ anders | letziqe Besollmngssystem muß nicht nur bisherigen Form beibehalten unb nicht nach Besol- unb viel besser, also klüger spreche als auf dem ^chtych der Höhe der Bezüge, bungsgruppen getrennt menben Das Ortsklas-

Marktplatz von Kyritz, wo ber Sviesier eine mann- I t Beschwerden, bie seit Jahren über seinen Auf- I f enverzeichnis wird alsbald neu aufge- chafte" Rede zu hören gewohnt^ nur glücklich ^//"Emze^m Ängegangen find, soll gleichfalls stelltrverden. Eine Kürzung der Bezüge der ist, toenn er am Ende solchen Diskurses saqm °9h$ diechnung getragen werden. Die weiblichen Beamten steht auch das neue Reichsbe-

kann: Na, benen hat er es gründlich besorgt WE Zusanmimpresiung von nicht Zusammengehörigen soldungsgesefe nicht vor. Dagegen ist ein Ausgleich die Zahl der führenden deutschen Politiker wächst, "nd auf der anderen Seite K " -------------- '

die in außenpolitischen Diügen nur aus eigentlich „A uul^Ä^^buna von Zusammengehörigen politischm Motivm heraus ihre Reden halten unb I earS-ie^enen ®™9Den' Schlüsselung,

darauf verzichten, Konzessionen an die Leichtgläu­bigkeit oder Begeisterungsfähigkeit einer Menge i ~ T

.zu machm, die nur Schönes, Erfreuliches, Starkes I “rL“?,6’ be§

unb „Schneidiges" hörm will, und gar nicht fähig I bc§ Wohmingsaeldzufchussi

ist, Wahrheiten zu ertragen, soll man sich freu em I 3« Ziel aber

Auch unter biefent Gesichtswinkel ist bie Genfer Möglichen eine entsprechende

Rede Sftesemanns zu betrachten. | 9 b Grundgehälter zu gewahren. So

bie neue Besolbungsordnung. I Besoldungsgeseßes

Sie baute sich grundsätzlich wieder auf dem | ist bei ber eigentlichen Reichsverwaltunq auf jäy-

Gruppmsystem auf, bleibt in ber Zahl ber Grup- I lich 155 Millionen Mark berechnet. Dazu kommen

pen sowohl bet ben auffteigmden als bet dm I bie Kosten der Erhöhung der Bezüge der Kriegs-

“ i y cm i « •< . , v- i einzelnen Gehältern vollständig im Rahmm des I beschädigten. Hierfür ist ein Betrag' von 170 Mtk-

gen. Jmes m Worte gekleidete Mißtrauen hat uns I bisherigen. Innerhalb der bisherigm Gruppen I lionen Mark jährlich in Aussicht genommen. Eine

bekanntlich schwer geschadet, diewerlen uns em paar | haben andere Zusammenfassungen stattgefunden. I entsprechende Vorlage wird dem Reichsrat dem-

Was zusammmgehört, wurde zusammengenommm. nächst zugehen.

Die jetzigen Anfangs- und Aufrückungsgruppen, I Wie ich bereits erwähnt habe, ist die vorge- wie zum Beispiel 10 unb 11, 7 unb 8, 3 unb 4 I schlagene Besoldungsreform eingeschränkt in den usw. wurden zusammengefaßt unb mit einer auto- | Rahmen des finanziell Möglichen. Daraus ergibt matischen Ausrückung ausgestattet. Dadurch soll | sich, baß die Ausgaben, die durch diesen Gesefeent- ber Mißstand beseitigt werden, daß sehr viele I wurf entstehen werden,

Was sagt man in Deutschland zu Stresernanns Siebe? Die Kölnische Volkszeitung äußert sich so: Die große Rede Stresernanns in Gmf hat Zustim­mung geweckt, unb es darf festgestellt werben, baß diese Anerkennung nicht bloß auf die Länder der i „„<?■ < _• - . z—- — -----

Miiertm - es gibt noch immer alliierte unb asso- ^böaS Werbe es hatten. Beim Gegmteil warm

ziierte Mächte - sich beschränkt. Ter Beifall ?^^ahrm groß unb unübersehbar. Aber imier-

aus jenem Lager ist bekanntlich in Deutschland /,“ b, festgesetzten Rahmens muß das

nicht beliebt, unb es gibt bei uns nicht wenige, S^an werden, um der deutschen Beamten- welche sagm, daß es immer bedmklich sei, wenn I ^.Le „"E"9 3^ 0€b«n> auf

ein deutscher Politiker Anerkennung aus dem Lager I < Jie T^Ter Leistungen Anspruch hat unb der früheren Gegner finde. Wir müssm uns von 1 W ------

solcher Betrachtungsweise und von solchen Gefüh­len freimachen und versuchen, selbständig zu denken, frei von irgendeiner Rücksicht nach irgendeiner Sette. Es ist verständlich, wenn man in Deutsch­land dem Beifall aus dem Westen nicht die natür- liche Frische und Gesundheit zutraut, die man gerne mit ihm verbunden schm möchte, unb man hat begründeten Anlaß zur Vorsicht. Doch ist im Falle der jüngstm Genfer Rede Stresernanns fest­zustellen, daß sie schon deswegen Beifall verdient, weil sie tiid Mut nach ber innenpoliti­schen Seite in sich schließt. Dieser Mut war nicht immer erkennbar, unb zuweilen hatte man bei diesem und bei jenem deutschen Politiker das Ge-