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Sür unsere Frauenwelt

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Nr. 195 vom 2. Sept. 1927

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vernichtet '

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Wegen vorgerückter Saison!

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Dienstboten und Kinder.

Son Jos. Alb. Geige r-Tailfingen.

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Warum erscheinen uns Waisen so beklagenswert? Weil sie das Glück trauten Familienlebens entbehren müf. fen; weil in ihrem Dasein die schönste Stelle ihres Lebens leer ist; weil ihnen die einzigen Menschen, welche sie verstehen könnten, entrissen sind und nicht Eltern­liebe, sondern die Härte der Welt als Führer im Le­benskampf neben ihnen schreitet. — Eine harte, sonnen- lose, liebeleere Jugend wirkt zwar erzieherisch, aber sie trägt auch Härte, Strenge und Bitterkeit in das spätere Leben.

Wenn man beobachtet, wie leicht und unüberlegt heute das Band der Ehe geknüpft wird, darf es einen nicht wundern, wenn dieses Band, das fest verknotet zwei ver-

s5b SßrsforoTL Zöd/cfaa erst nur mit der Jiupe toahrnehmboj9, bald aber auch schon mit- dem. jluge.

gemachten Erfahrungen heraus, sich die 3. Station des !'.. der Sonne I Leidensweges ersparen wollen, indem sie nur noch zu «n« c-. Familien gehen, in denen keine Kinder sind. Es ist dieser Widerwille bei den Dienenden zweifellos auch eine schwere Anklage gegen die mangelhafte autoritative Etel- tung wider Eltern in der Familie der heutigen Zeit, wie auch gegen die pädigogische Geschicklichkeit derselben. Wenn wir in den Schriften Pestalozzis immer und im-

Kapitel über die „Dienstbotenfrage" in der Jugend- erziehung mit den Worten „In der Veredelung des Ver­hältnisses zu den Dienenden kann die Frau teilnehmen an all den großen Angelegenheiten unserer Kultur, ja auf dem Weg zu ihrer Lösung voranleuchten.

Lichtgedanken.

Bon Henriette Brey- Elberfeld.

großherzige Natur sehnt sich über die Alltags- vinge hinaus nach etwas, das ihrem Leben einen tieftiefen Inhalt gibt und vom eigenen Selbst sie losreißt: nach einer gottgewollten Aufgabe ,bie ein unentrinnbarer Got­tesbefehl ist!

Licht bringen in Düsternis, Not und Verzweiflung; Wege aufspüren für die Wegmüden, die Winkelmenschen,' die Schattenseelen; den Blinden Pfadfinder zu fein, ihnen Steine aus dem Weg räumen: ist das nicht herrlichste Stuf gäbe und seelenbereicherndes Tun?

Ach wie weit find wir entfernt von apostolischem Frei- mut! Unsere Handlungen find durchadert von schwäch, lichen Zugeständnissen, von verschleierten seelischen Feig- heiten, von eigensüchtig-ängstlicher Vorsicht und Abwehr, von grundsatzpreisgebender Anpasiung, von kleinlicher Dorieilsberechnung, von leisetretendem Hindurchschlän- geln, von bedenklichen vieldeutigem Achselzucken, halbem Lächeln bis zum verleugnenden Schweigen.

Das „was werden die Leute sagen?" ist gar ein ge- «altiger Mitbestimmer unseres Handelns. Und mit diesen .Leuten" meinen wir selten die Aufrechten, die überzeu- gungsftarten Kämpfer, die Ringer und Führer gegen Herdeninstinkte und religionsfeindliche Uebermacht — nein, wir meinen damit die lautlärmenden Vielen, die beherrschende sogenannte Gesellschaft, die Tyrannin Mode, das Spottlächeln der seichten Menge und der guten Freunde, Kollegen und Arbeitsgenossen.

Weh über unsere Rückgratlosigkeit!

Wir bedürfen in unserer großen sozialen Not mehr als je hilfreicher und fester Hände ,die sich zutrauen, für die in Nacht Gestoßenen und ganz Mutlosen, für die Zer- brochenen und Geachteten noch irgend ein Türlein zu einem hellfrohen Leben oufstoßen zu können!

Wenn wir von unseren Gegnern lernen wollten: uner- müdliche Arbeit für ihre Ziele, Bekenntnistreue, Opfer- Willigkeit, Eifer — wahrlich, wir könnten mit der zwin­genden Leucht- und Stoßkraft unserer christlichen Ideen-

F1 legen Stechmücken Wespen, Motten. Wanzen. ’ Schaben, Ameisen samt Brut.

drohende Gewitterwolken zeigen und wilde Stürme allzu­kühne Zweiglein am Lebensbaum niederknicken. In der gemeinschaftlichen, sorgfältigen Erziehung der Kinder er­blicken sie ihr vornehmstes Lebensziel, das später die kal- ten, trüben Tage des Alters mit Wärme und Licht und Sonne erfüllt. Es gibt kein erhebenderes Bild als zwei Menschen, gebückt von der Fülle der Jahre, mit weißen Haaren und mübegearbeiteten Zügen, an ber Schwelle des Alters stehend, zufrieden und glücklich, noch immer mit dem Strahl der Liebe im Auge und umgeben von braven Kindern zu sehen, — sie sagen zu hören: „Wir blicken zufriedenen Herzens und mit dankbaren Gefühlen gegen Gott auf ein tatenreiches Leben zurück."

Es gibt allerdings auch Heiraten, welche die Liebe schloß, und die trotzdem die Zahl der unglücklichen Ehen vermehren. Ob sich eine Häuslichkeit glücklich oder un­glücklich gestaltet, liegt vielfach in den Händen der Frau. Harmonische, innerlich veranlagte Frauen werden schon bei der Herzenswahl verwandtes suchen und sich für einen Mann, der sich selbstloser, opferfreudiger Liebe ver- schließt und Innerlichkeit entbehrt, kaum so begeistern können, daß sie mit ihm den Schritt fürs Leben wagen. Ist aber beim Manne ber Wille zu einer glücklichen Häuslichkeit da und glimmt in feinem Herzen der Funke echter Gatten- und Vaterliebe, bann kann ihn opferfreu­dige Hausfrauentüchtigkeit zu heller Flamme entfachen, um beren roärmenbe Glut sichFamilienglück und häusliche Zufriedenheit lagern. Behaglichkeit heißt das Zauber- mittel, welches den Mann in die Familie bannt. Sie zu schaffen ist Sache der Frau. Wenn der Mann aus dem zersplitternden Leben ,aus den Sorgen des Tageskamp- fes in fein Heim kommt, dann muß er dort Erholung, Ausruhen, das Einrichten feiner aus dem Gleichgewicht geworfenen Seelenkräfte finden. Wehe, wenn es das Weib nicht versteht,die Flamme häuslicher Behaglichkeit zu nähren ,wenn sie das Vergnügen nicht im Familien­kreis, sondern in Gesellschaften sucht, wenn ihr die neue­sten Modejournale interessanter erscheinen als das Ge­plapper ihrer Kleinen in der Kinderstube. Wehe auch, wenn beim Weibe an Stelle liebenswürdiger Harmonie, Verbitterung und Wider- und Niederspruch sich geltend machen, wenn ihr Herz verhärtet ist gegen die Menschen und wenn in ihr die Sucht zu herrschen olle anderen Ge­fühle niedertritt. In solchen Fällen kann die Ehe zur Hölle werden. In dieser Atmosphäre müssen die edleren Triebe der Seele verdorren. Wo nur Disharmonie herrscht, können keine Melodien zum Ausklong kommen. Der Mann, der sich nach einer Weggenossin umsteht, sucht immer Harmonie vor allem bei der Frau feiner Wahl. Und wo die weichen, trauten Klänge frommer Seelenhar- monie in dem Herzen einer Frau erklingen und bei dem TOanne ein Echo erwecken, da wohnen der Frieden und der Segen einer glücklichen Ehe.

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Herbstzauber.

Don Franz Cinzia-Schramberg Es lockt mit feinem bunten Leben ' Der schöne Wald noch einmal meinen Blick. Der Sonnenfreude hingegeben Lacht einmal noch das herbstliche Geschick. Und milde Geister lächelnd schwingen In manchen Gärten noch den Blumenkranz. Noch hüllf ein märchenhaftes Klingen Die traute Heimat in ber Wunder Glanz. Und keine Stimme spricht vom Sterben, — In tiefster Lebenssehnsucht liegt das Land. Und alle Menschenherzen werben Um schöner Stunden golddurchwirktes Band.

chen gehen und bäckt sie bei Mittelhitze. Ist der Stru­del wieder erkaltet, bestreut man ihn mit Puderzucker.

Quarttäfeftangen. 900 @r. weißer Käse wird kräftig ausgedrückt und mit der Reibekeule glatt ge­rieben. Nun vermischt man ihn mit 5 Gelbeiern, 45 Gr. Zucker, Salz und soviel Mehl, daß ein fester Teig ent­steht. Aus diesem formt man fingerlange und finger­dicke Stangen, die sogleich in heißem Fett gebacken werden. Die Quarkkäsestangen müssen während der Backzeit in ständiger Bewegung fein und sobald sie an­fangen sich zu bräunen, rasch herausgenommen wer­den, da sie sonst aufspringen. Zum Abtropfen legt man sie auf ein Gitter, worauf sie mit Zucker und Zimmt bestreut werden.

Die Frau als Erzieherin.

Warum sollen Kinder tarnen? Das Blut belebt und stärkt unter dem Einfluß der tätigen Mitwirkung des Herzens und der Muskelzusammenziehung alle Teile des Körpers. Die Brust erweitert und entwickelt sich durch die Tätigkeit der hier einlaufenden Muskeln, die Lunge gewöhnt sich daran, sich auszudehnen und be­günstigt so die Blutbereitung und Blutbelebung. Aus­gezeichnete Dienste leistet das Turnen auch beim Lymphatismus und den Skrofeln, bei ber englischen Krankheit unb bei ben in unserer Zeit so häufigen Ner- ' Dentranttjetfen. ‘

Die $rau in der Küche.

Gebundene Nudelsuppe mit Sauerampfer. 6 Per­sonen. 45 Minuten. In 1^ Liter siedendes Wasser gebe

I man eine Messerspitze Salz und 25 Gr. Butter und lasse darin 1S0 Gr. vorher abgewällte dickere Nudeln langsam ganz weich kochen. Nach etwa 25 Minuten Kochzeit setze may 100 Gr. in Butter gedämpften Sauerampfer hinzu und lasse ihn-10 Minuten bis zum Ende mitkochen. In einem anderen Gefäß mache man mit Fleischbrühe wei­tere 40 Gr. feine Fadennudeln gar. Nun^treibe man die mit Sauerampfer gekochten (breiteren) Nudeln durch ein Sieb, löse den Brei mit 1 Liter guter Fleischbrühe (man­gels vorrätiger am einfachsten aus Maggi's Fleischbrüh­würfeln bereitet) auf, lasse einmal aufkochen, ziehe die Suppe mit 2 Eidottern, die mit % Weinglas Sahne und 30 Gr. Butter gut verklopft wurden, ab, schütte sie in die Terrine und gebe die inzwischen gut abgetropften Faden- nudeln sowie % Eßlöffel fein zerpflückte Kerbelblätter hinzu.

Schleie in Dillfoße. 6 Personen. % Stunde. 3 Pfund Schleie werden ausgenommen, abgespült und in Wasser mit Salz, Gewürz und Zwiebeln beinahe gar gekocht. Die Soße wird wie folgt bereitet: Auf 3 Pfund Fische rührt man auf dem Feuer 80 Gr. Butter mit 2—3 Eßlöffeln Mehl zusammen, fügt von der Fischbrühe, 1 Eßlöffel ge­hackter, Dill, etwas Muskatnuß unb % Liter süße Sahne hinzu,' kocht davon unter stetem Rühren eine seimige Soße, legt die Fische hinein und läßt sie in derselben noch einige Minuten ziehen. Dann schmeckt man mit 1 Teelöffel Maggi's Würze ab und richtet diebische an.

Kohlrabi in brauner Soße. 6 Personen. 1^—2 Stunden. 12—15 Kohlrabi werden geschält, in Scheiben geschnitten, mit Fleischbrühe aus Maggi's Fleischbriih- würfeln bedeckt und halbweich gekocht. Unterdessen brät man 100 Gr. würfelig geschnittenen Speck aus, gießt das Fett ab, röstet in diesem Speckfett, zu dem man noch 30 ®r. Butter gibt, 1 geriebene Zwiebel unb 2 Eßlöffel Mehl zu schöner brauner Farbe, kocht mit ber Gemüse­brühe eine gut seimige Soße, legt die Halbweichen Kohl-, rabi wieder hinein und läßt sie darin vollends weich ko­chen. Schmeckt nach Salz und Pfeffer ab, fügt eine Prise Zucker bei unb richtet das Gemüse an.

Dies und das vom weiften Käse.

Don Magda Trott- Misdroy.

Der weiße Käse wird aus Milch gewonnen. Je mehr Fettgehalt die dazu-verwendete Milch hatte, um f° feiner der daraus bereitete weiße Käse, ber unter dem Namen Quart allgemein bekannt ist. Weißer Käse, läßt sich zu einer stattlichen Reihe von Backwerken ver­arbeiten, doch bedarf er vorher noch einer Behandlung; man setzt ihm Zucker, Eier, Butter, Gewürz usw. zu, um feinen Geschmack zu verändern und zu erhöhen.

Eine Käsefüllung zu Backwerk bereitet man rote folgt: 350 Gramm Käse wird durch ein feines Sieb I gedrückt und mit 6 (Eigelben, 175 Gramm Zucker, etwas abgeriebener Zitronenschale, 150 Gramm abgeriebenen Mandeln, einer Prise Salz und etwas Mehl verrührt. I Ganz nach Belieben und Geschmack können der Füllung I noch Rosinen, Korinthen und saure Sahne hinzugefiigt werden.

Käsepastetchen. Von gezogenem Hefenteig wer- I ben kleine Böden von ca. 7 Zentimeter Durchmesser I ausgerollt und mit Gelbei bestrichen. Darauf setzt man I einen fingerdicken Rand von Teig, der aber zweimal so I dick wie der Boden sein muß. Die verbleibende Oesf- I nung wird mit der Käsefüllung bis oben an versehen I und mit einer kleinen Teigplatte verschlossen. Die Pa- I stetchen müssen etwas gehen und werden daraus in I einem mäßig warmen Ofen gebacken. In noch warmem I Zustand bestreut man sie mit Zucker.

Käseeier. Ein Kilo weißer Käse wird gut aus- I gedrückt und mit 6 Gelbeiern, einem ganzen Ei, 30 Gr. I Zucker, 15 Gr. Hefe, etwas saurer Sahne, einer Prise Salz und ca. 225 Gr. Weizenmehl zu einem festen I Teig verarbeitet. Den Teig läßt man darauf gut zu- gedeckt eine Weile gehen. Ist das geschehen, formt man ovale Kuchen in Form von Hühnereiern, ritzt jedes mit dem Messer an einer Seite ein unb läßt sie abermals ein Weilchen gehen. Dann werden die Käseeier wie | Pfannkuchen in heißem Fett gebacken und in Zucker unb I Zimmt gewälzt. I

Das Waschen der Haare mit einer Lösung von 10 Gramm Lavarensalz ist zugleich eine bewährte Haarpflege. Schon nach einmaligem Waschen zeigt sich das Haar in blendender Fülle, geschmeidig und locker. Jeder Frau kann ein Versuch nur dringend geraten werden. Für Kinder genügen kleinere Mengen. Man benutzt für die Kleinen das Streu-Lavaren, das nur 60 Pfennig kostet, aber für wenigstens zehn Waschungen ausreicht. Lavarensalz erhält man in jeder Drogerie.

Praktische winke.

Silberne Löffel ju reinigen. Wenn man weichgesot­tene Eier mit einem silbernen Löffel ißt, so nehmen diese dadurch sehr leicht eine schwarzbräunliche Farbe an, die | sich nicht leicht entfernen läßt. Eine sehr einfache Art der Reinigung ist, die Löffel mit feingesiebtem Ruß M putzen und mit Handschuhleder und Englischrot zu polieren.

Die (Elfen eines Teppichs tippen nicht um, wenn sie auf der Unterseite mit einigen kleinen Bleiplompen benäht werden. Drei kleine Plompen sind besser als eine große. Man verteilt sie so, daß eine in die Spitze genäht wird, während die beiden anderen seitlich, span- nenbreit davon entfernt, zu sitzen kommen.

Das Festkleben ber Korke in Gummi-, Leim- usw Flaschen wird vermieden, wenn die Korke vorher mit Talg ober Del eingefettet werden.

Schweißstecke wäscht man aus Kleidungsstücken mit warmem Wasser und Gallseife aus. Etwa zurückgeblie­bene Spuren werden mit verdünntem Salmiakgeist ober mittels Benzinoform beseitigt. Ein anberes Mittel be­steht aus einer Mischung von 1 Teil Salmiatgtift, 3 Teilen Alkohol unb 4 Teilen Schwefeläther.

Freie Soda, Wasserglas, Chlor und Schnellwasch­mittel zerfressen die zarten Faden. Schonen Sie

Die bewegte Linie der Mode.

Von E m f i-Frankfurt a. M.

Die neue Silhouette ber Frau soll im Herbst unb Winter 1927 von ber knabenhaften Schlankheit abwei­chen unb eine bewegte, etwas bizarre Linie zeigen. Die Röcke werben nicht etwa glockig und flatternd, sie bleiben noch immer kurz, und dennoch wird eine gewisse Fülle und Beweglichkeit vorgetäuscht, die eigentlich — garnicht vorhanden ist! Streng und ernst bleibt nur das Jacken­kleid. Dagegen treten die Nachmittags- und Abendklei­der so vielfältig drapiert und oielgcftaltig auf den Plan, baß wir unserem Prinzip treu bleiben können: Altes zu verwerten unb aus vorjährigem Neumodisches zu schaf­fen!

Meistens wirb nur ein einziges Kleiderteil eingesetzt, entweder streng seitlich oder vorn in der Mitte, eigen­artig geschnitten, leicht gezogen, gerafft ober brapiert unb eine größere Stoffülle notwendig machend. Wird das leicht glockig gehaltene Stoffteil corne eingesetzt, fti'ner- schiebt sich auch die Taillenlinie etwas nach oben, sie steigt etwas an und findet ihren Ausläufer in einer gerafften Falbel, die sehr graziös wirken kann.

An einem Kleid aus graurosa Eharrnekaine war die Rockseite einseitig und die Linensührung unregelmäßig, meistens wird der Rock einseitig drapiert. Ms neuSk Stoff ist ein mit Gold durchwirktes Seidengewebe einge­führt, wozu man Kaschajacken trägt. Kreppsatin wird zweiseitig verarbeitet. Sehr beliebt sind gepunktete Des­sins in Braun-Weiß, Blau-Weiß und Weiß-Schwarz ausgeführt an Chinakrepp und Georgette. Auch Chiffon wird vielfach verarbeitet, man trägt zu solchen Abend­kleidern Jacken aus demselben Material. Weiße Kleider werden mit ockerfarbenen Spitzen in bewegter Linien­führung ausgeputzt. Glockig geschnittene Gürtel aus zweierlei zarten Farben fallen über schwarze Abendklei­der. Stilkleider aus Tüllspitzen werden über rosa Unter* kleidchen getragen.

Sehr beliebt sind auch die Bolerokleider. Etwa aus rotem Marokainkrepp mit zwischengesetzten weißen Bo­genblenden und weißem Westenteil oder aus Chiffon mit gleichfarbiger Spitze, die am Leibchen als Boleroteil an- gesetzt werden. Schwarze Bolerokleider zeigen rote, lachs­farbene ober teefarbene Westenteile. Plissierte Stufen* röckchen unb gekreuzte Leibchen an großblumigen Chif­fonkleidchen zeigen ebensogut die bewegte Linie wie die blumig gemusterten Seidenkreppkleidchen mit breit ge­zogenem Gürtel, Spitzenrüschen und flatternden Hals­schleifen: Unsere Frauen und Mädchen haben also reich­liche Wahl unb Gelegenheit, sich zur neuen Silhouette zu bekennen!

zu äusserst günstigen Preisen von 60 Pfg. an.

Käse st rubel aus Hefeteig. Man bereitet einen ziemlich festen Hefenteig und läßt ihn gut gehen. Darauf rollt man ihn ziemlich dünn aus unb bestreicht ihn mit ber Käsefüllung, wie vorn beschrieben. Nun i rollt man den Teigfladen zu einer Rolle zusammen, die man in Schneckenform legt, läßt sie nochmals em Weil- :

mer wieder der rührenden Figur der Schweizer Dienst­magd Badeli begegnen und er selbst in dem dankbarsten und treuesten Gedenken erzählt, daß er den nachhaltigsten und gewaltigsten Eindruck von der unerschütterlichen Treue und dem Opfermut dieses Mädchens erhalten habe, so können wir an diesem einzigen Beispiele ermessen, wie viele feine Erziehungswerte im Menschenzeitalter uns verloren gegangen sind. Und doch wird es vernünftigen, von Kastengeist unb Stanbesoorurteilen freien Eltern ouch heute nicht allzu schwer fallen, bas richtige 33er* bältnis zwischen Dienstboten unb Kindern aufzubauen und im engen Kreise der Sozialethik des lebendigen Chri­stentums in gerechter Weise zu dienen. Liegt doch im rich- mnnM. < ■ . „ ■ ■ . - , „ I "gen Dienstbarkeitsverhältnis der Keim zu edler Selbst.

M fn rS“n^? Cn fo11' dhung, zum richtigen Umgänge mit Menschen über*

nLm $ o ^de Ehe aus Nebenabsichten - aus Haupt wie auch zu jeder höheren Form der Gemein*

eeuStfmn, aus Saune oder gar um des Geldsackes willen schaftsarbeit. Es hat dies wohl keiner besser erkannt, wie

STT r*rA9en|Ufro,'' ifl einK Entweihung, die sich Friedrich Wilh. Fo erst er, ber in seinem Buche

solche Heiraten sprechen ber menschlichen Wurde „Christentum und Klassenkampf" der Dienst*

U ?° bUXbtbil der Häuslichkeit, die Har- botenfrage ein sehr beherzigenswertes und anfprechen- nwnie in ber gemeinschaftlichen Erziehung ber Kinder, I des Kapitel widmete. Er sagt da u. a.: Die Kinder Pi02e^e9.™htnnnen;L re,^Smid,f5Z 6ie können nicht früh genug zu rücksichtsvollen und beschei-

Liebe fehlt und sie nicht als heilig erkannt wird? Wenn benem Umgänge mit den Dienenden angeleitet werden,

aber zwei Itebenbe, auf gleichen Ton gestimmte Herzen weniger durch Ermahnung unb Einzeloorschriften als

füf) treffen unb btnben bann ist ihr Leben ein einziger durch frühzeitige Weckung der echten Gewöhnung und

glanzvoller Frühlingstag, auch wenn sich manchmal l der rechten Empfindung", und er schließt dieses prächtige

wett leicht unsere engere und weitere Umgebung, ja die I Ein soziales Krebsübel unserer heutigen Zeit ist die ganze Welt umwandeln, wir konnten dem genuß- unb I Dienstbotennot. UeberaH hört man bte Klage: „Niemand qualverzerrten Antlitz unseres Vaterlandes die reinen will mehr dienen. Alles will in bte Fabriken". Die Züge bes Christentums roieber aufprägen. Gründe dieses sozialen Mißstandes werden von den

—............ I Klageführenden recht gründlich untersucht, leider wirb

I aber durchweg das Nächstliegende außer acht ge* VEljegiUCn. I lassen, das Schicksal der Dienenden selbst in der heutigen

Von Dina Ernstberger -Neunkirchen am Brand I e"”a5 ""her zu erforschen. Die Laune des Herrn, ho, reu •« . die Heftigkeit der Frau, die Unbotmäßigkeit der Kinder

2 3 d°r glücklichen Ehen ist ungemein zuruckge* sind die drei Stationen auf dem Leidenswege derer die

gangen. Ehescheidungen sind etwas alltägliches; Klagen verurteilt sind, in fremden Familien als Fremde oft

über unglückliche Häuslichkeit hort man überall. Es ist schlecht bezahlte Dienste zu tun. Ist es da nicht begreif*

tr«Ur'®rS 3e*^en be,r 3clt- Tenn dem Schoße lich, wenn viele Dienstboten, die ihrem Schicksal aus die*

des S?aatt?^Die"alückllcke^-^s^^'' Unb b°5 fen ober ienen Ursachen nicht entrinnen können, aus den

Oes (Staates. Die glückliche Ehe ist aber auch die Trä- 1---- - . -

Herrn einer richtigen Kindererziehung. 2- ... .....

glücklicher Häuslichkeit lernt das Kind frühzeitig atte~Seg­nungen der Nächstenliebe kennen; es gewohnt sich schon bald daran, für andere zu leben und Opfer zu bringen; die Keime aller guten Neigungen werden entwickelt; das Kinderherz wird mild .weich .edelmüttg und opferfreu­dig; die charakterverderbende Selbstsucht findet hier fei* nen Boden, auf dem sie gedeiht.

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