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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Nr. 201.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

Freitag, 2. September 1927.

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUt, auswärts 0,20 5Ut. Reklamezeile: lokal 0,60 5U, auswärts 0,80 JUt. Bei Wiederholungen Rabatt. :-: Postscheckkonto Frankfurt a. M. Rr. 4051. :-:

54.Zahrg.

Die neue Zührerschasi in Rußland.

Stalins politische Rolle.

Ein historischer Prozeß ist im letzten Jahre in der Sowjetunion in Gang gekommen, der nur leicht übersehen wird: Die Ablösung der Füh­rer schicht. Nicht nur, daß der Tod in die Reihen der alten Garde des Bolschewismus größere Lücken riß, auch die Veränderung der innerpoliti­schen Schicht bringt eine neue Schicht von Partei­mitgliedern auf. Es ist, als ob ein tieferer Zu­sammenhang zwischen dem natürlichen Sterben und der politischen Umgruppierung bestcht, als ob die alten Führer nach langen Jahren des Kampfes und der Entbehrung, nach Gefängnis und Nerven­anspannung der Revolutionsjahre instinktiv in eine Ruhe versinken, in der sich plötzlich die physischen Folgen eines abenteuerlichen und aufreibenden Le­bens melden. Alle diejenigen, die im Oktober den festen .Kern bildeten, die zusammengei- schlossen dm chaotischen Wogen der Revolution standhielten und sie meisterten, treten langsam aber sicher von der Führung zurück. Nur einige noch find an der Spitze von Staat und Partei geblieben. Die meisten aber wirken nicht mehr mitbestimmend und ausschlaggebend auf das Schicksal des neuen Rußland.

zwischen theo-

:ktionsftube und

kommt eben darin zum Ausdruck, daß er sich voll bewußt ist, Generalsekretär und nicht — wie Lenin — Vorsitzender der Par- t e i zu sein. Nach dem Tode Lenins ist die Zahl der Mitglieder des Zentralkomitees eben deshalb vermehrt worden, um im Wahlmechanismus per­sönliche Einflüsse nach Möglichkeit auszuschalten. Die Macht Stalins liegt in der disziplinierten Be­herrschung des Parteiapparates. Ein eigenes po­litisches Programm scheint er nicht zu haben, je­denfalls ist er mit einem solchen nie an die Oef- fentlichkeit getreten. Seine Reden beschränken sich auf die Politik innerhalb der Partei, auf die Fragen der Parteidifziplin und der Parteiorga­nisation. Das ist die administrative Rolle Stalins, deren Bedeutung noch dadurch gehoben wird, daß die Sitzungen des Politbüros alle acht Tage stattfinden. Innerhalb dieser Zeit ist Sta­lin derjenige, der die Beschlüsse des politischen Bü­ros durchzuführen hat. Daneben liegt seine po­litische Bedeutung darin, daß er der Sachverwal­ter der Mehrheit im Zentralkomitee ist, der Voll-

An ihre Stelle treten aus den Massen neue Führer. Die Namm der Jüngeren, Woroschi- low, Uglanvw, Mikojan und andere, kannte man bis vor kurzem noch wenig, hmte beginnen sie im Mittelpunkt des russischen Lebms zu stehen. Die zweite Generation der Bolschewisten kommt an die Reihe. Trotzki und Sinowjew, Ra­kowski, Kollantei und die anderen, selbst Lenin sie alle entstammen der revolutionären Schicht der russischen Intelligenz. Sie nahmm durch die Ge­fängnisse des Zarenreiches ihrm Weg nach dem Westen .verbrachten dort ihre Zeit zwischen theo­retischen Werkm, zwischm der Redaktionsstube und dem europäischen Kaffeehaus. Trotzdem die Welt es anders meint, sind sie vielleicht mehr Europäer als Russm. Ganz anders sieht die Ablösung aus. Die Aeltesten von ihnm brachte erst die Revolution von 1905 in die Reihen der Partei aus der Ar­beiterklasse selbst. Sie kennen das erste „prä­historische',' Zeitalter des Bolschewismus nur aus der Parteigeschichte, ja die meistm von ihnm kennen nicht einmal die Revolution von 1905. Sie kennen weder die journalistische Vorstufe zur Politik, noch die Aufregung konspirativer Tätigkeit oder die Lö­sung weltpolitischer Probleme in der Emigration. Sie dienten meistens von der Pike auf. An Stelle genialer und talentvoller Problematiker sind die Praktiker mit Zollstock und Rechenstift zur Herrschaft gelangt. An Stelle der europäisch Geschulten, der nicht nur dem Programm, sondern auch dem Instinkt und der tieferen Anschauung nach Internationalen sind die aus nationalem Ur- boden Hervorgegangenen getreten, welche das Leben jenseits der roten Grenzmauern nur wenig fernten. Die Ablösung der Führerschicht ist eine Tatsache, der Rechnung getragen werden muß, eine Folge der noch nicht ganz übersehbarm Verände­rung in der Tiefe der russischen Volksmassen.

Wenn auch Stalin formal noch zu der alten Garde gehört, so steht er doch nach seiner ganzen Vergangenheit und seinem Werdegang mehr dem Neuen nahe. Das erklärt vieles. Aber schließlich wäre es falsch, Stalin heute als den Mittelpunkt russischer Politik anzusehen. Es ist auch fälsch, ihn als direkten Nachfolger Lenins oder als den Dik­tator Rußlands zu bezeichnen. Stalins Stellung in der Partei und in dem Staate ist eine eigenartige. Die diktatorische Beherrschung der Partei ist nicht gut möglich, schon der Mechanismus des Parteiapparates hindert daran. Ganz ab­gesehen davon, daß die im Sowjetapparat ver­pönte geheime Abstimmung in der Partei streng durchgeführt wird, ist die Freiheit, Kandidaten für die einzelnen Posten des Zentralkomitees und des Politbüros zu nennen, sehr ausgedehnt. Jeder, dessen Name genannt wird, muß auf die Liste ge- setzt werden, und diejenigen, die in geheimer Ab- stimmung die größte Zahl Stimmen erhalten, sind in, das Zentralkomitee gewählt. Ist die Zahl der Mitglieder des Zentralkomitees voll, so werden aus den übriggebliebenen, je nach der Anzahl der von ihnen erhaltenen Stimmen, die Ersatzmänner bestimmt. Die Wahl des „Politbüros" durch das „Zentralkomitee" geschieht ebenso. Beim Aus­scheiden der einzelnen Mitglieder rücken die Ersatz­männer automatisch, entsprechend ihrem „Pong", d. h. der erhaltenen Stimmenzahl, an ihre Stelle.

Dazu kommt, daß, wieder im Gegensatz zu der Sowjetjustiz, eine gewisse Unabhängigkeit der Par­teigerichte vorhanden ist. Eine Personalunion zwischen Politbüro und der Zentralkommission be­steht nicht. Die Kontrollkommissionen werden ge­trennt gewählt. Damit ist der repressive Apparat der Partei dem unmittelbaren Einfluß des Ge­neralsekretärs entzogen. Die Stärke Stalins

Beginn der Ratstagung in Gens

Die innerpolitische Lage

ang zurückgehalten würde, entsprä- Ritteilungen eines von dort einge-

von Feng chen nach

über die Verhältnisse innerhalb der in Rußland herrschenden Partei gewinnen.

Die polnische Zollverordnuny.

wtb. Warschau, 1. Sept. (Eig. Funkm.) Die

I _ * Antrag Potsdams beim Skaaksgerichkshof wegen des Flaggenskreils. Der Magistrat Potsdam hat beim Staatsgerichtshof den Antrag gestellt, die Notverord­nung über die Beflaggung der städtischen Gebäude in

I den Reichsfarben für verfassungswidrig und rechtsun- > gültig zu erklären

China.

Börobin zeitweilig von Feng Zuhsiang gefangen gefetzt.

„Times" berichtet aus Schanghai, das dortige Konsulat der Sowjetregierung habe mitgeteilt, am vorigen Samstag habe sich H a n k a u in den Hän­den von 8000 Mann Truppen FengAu-siangs befunden, die von russischen Beratern be­gleitet waren. Ein Funkspruch besage, daß Wut­schang (am Südufer des Jangtse gegenüber Han- kau) sich ebenfalls in den Händen der Roten be­finde. Alle diese Berichte seien noch unbestä- t i g t. Weiter berichtet der „Times"-Korrespon- dent, die Berichte, daß Borodin in Scheust

troffenen Reisenden den Tatsachen. Borodin ver­ließ bekanntlich Hankau mit seinem Stab in Kraft­wagen mit einem erheblichen Geldbeträge. Feng Pu-hsiang habe die gesamte Reisegesellschaft zurück­gehalten, die Kraftwagen und 60 000 Goldrubel beschlagnahmt und Borodin gefangen gesetzt. Bo­rodin sei während dieser Gefangenschaft gezwungen worden, ein Versprechen zu unterschreiben, wonach er von Moskau für die wettere Unterstützung Feng Pu-Hsiangs mit Geld, Munition und Militärsach­verständigen sorgen werde. Feng habe Borodin jedoch gewarnt, daß er verantwortlich gemacht wer­den würde, wenn die kommunistische Propaganda wieder im chinesischen Heere beginne. Als Geiseln habe Borodin wichtige Beamte bei Feng-Nu-Hsiano zurücklassen müssen.

Die Japaner räumen Schankung.

Die Agentur Jndo Pacific berichtet aus Tokio, daß Ministerpräsident Tanaka sich die Zustimmung des kaiserlichen Privatkabinetts zur bevorstehenden Räumung Schantungs durch die japani­schen Truppen und zu dem mit Frankreich unter­zeichneten Protokoll betreffend den Handel in In- dochina gesichert habe.

Zurückziehung englischer Truppen aus Schanghai.

Wie amtlich gemeldet wird, werden demnü ' in Verfolg der gegenwärtigen Politik der allmäh­lichen Verminderung der britischen Truppen in Schanghai vier Bataillone mit einem Effektiobest von ungefähr 3200 Mann und eine Brigade Ar-

Eine r. ? „Temps" wiedergegebene Meldung aus Brüstet bestätigt, daß der belgische Minister­rat seine Zustimmung zu der Reduzierung der belgischen Besatzungstruppen im Rheinlande um 900 Mann auf 5400 Mann gegeben habe.

zieher des Willens der Mehrheit; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er ist es auch, der im getost­en Sinne diese Mehrheit schafft, er findet die mittlere Linie zwischen denjenigen Gruppen im Zentralkomitee, deren politische Ansichten sich nahe kommen. In dem Auftreten der Opposition gegen ihn ist unter diesen Umständen nicht die Bekämp­fung eines — eben nicht existierenden — Stalin-

Auch die Frage der Vertretung des deutschen Standpunktes bei der jetzt beginnenden Völker­bundsversammlung in Gens ist nicht ausschließlich eine Frage der äußeren, sondern der inneren Po­litik. Aus der Enttäuschung über die mä­ßigen „Rückwirkungen" von Locarno haben wir an dieser Stelle keinen Hehl gemacht. Dieses Ge- sthl der Enttäuschung ist auch in den leitenden Kreisen vorhanden. Aber mit Gefühlen wird nun einmal keine Politik gemacht, und so muß man ßch jetzt auch mit den Realitäten befassen und ab- finden. So unzureichend die zwei Jahre nach Lo­carno einsetzende Verringerung der in den besetz­ten Gebieten heute noch stehenden 70 000 frem­den Truppen um 10 000 Köpfe von uns allen an­gesehen wird, so muß doch auch dieser Schritt vor­wärts festgestellt werden. Heber die Truppenzif- ser als solcher wird in Genf nicht mehr gespro­chen. Dagegen wird durch eine Initiative von deutscher Seite her das Problem der Ge­samträumung der besetzten Gebiete aufgerollt, werden müssen. Immer noch wird die Souveränität Deutschlands, dieses oberste und kost­barste Symbol eines freien Volkes, verletzt und angetastet und mit der durch die Mitgliedschaft im Völkerbund sich ausprägenden Gleichheit und Selb» standtgkert Deutschlands mit den anderen Partnern Jr .lfm*Perr wieder die Tatsache unvereinbar, daß ein Terl dieses deustchen Gebietes von fremden Bajo- netten beherrscht wird, und daß die Tatsache sich aufbaut auf ein Mißtrauen, das auszuschalten ge­rat» der Zweck der Locarnoverträge war. Daß heute noch, ia heute mehr als je zuvor, in Frank­reich die Parole der Sicherheit ausgegeben und gegen das deutsche VeAangen mobil gemacht wird, nachdem in den Locarnoverträgen Deutsch­land die größtmöglichste Sicherheit für die Unver- sehrbarkett des französischen Territoriums gegeben hat und hinter diesen deutschen Zusicherungen auch noch mächtige Garanten stehen, das zeigt doch, daß wir in der Annäherung der Nationen seit Locarno nicht vorwärts gekommen sind. Wenn Locarno keine greifbaren Ereignisse zeistgt, dann wird man sich doch mehr und mehr im Volke die Frage vor­legen müfsen, ob die Locarnoabmachungen über­haupt noch zu rechtfertigen sind. Heber diese Stirn- mung des deutschen Volkes kann und darf die Ge­genseite nicht tm Zweifel gelassen werden. Hub es wird Ausgabe der deustchen Delegation in Genf sein, dazu das Erforderliche zu sagen. Die mit der Loca r-n opolitik als solcher eingeschlagene Marschroute wird aber trotz allem von dem ge­samten Kabinett als die unter den gegebenen Verhältnissen eiwsig richtige angesehen und dem­entsprechend wird diese außenpolitstche Linie auch

„ der dieser Tage unter dem Vorsitz des, in den innerpolitischen Auswirkungen in Deutsch- RetchsmiNisters Dr. G e ßl e r abgehaltenen Ka- ’ land nach wie öor inne gehalten werden, bineltssitzung sind, wie es in der amtlichen Ber-' lautbarung hieß, „laufende Angelegenheiten" be­sprochen worden. Entschlüsse von größerer Be­deutung konnten ja allerdings auch nicht gefaßt werden, weil es sich nur um ein Rumpfkabinett handelte. Immerhin sind die Fragen, die in der jetzigen Kabinettssitzung besprochen wurden, be­deutungsvoll genug, um ein Bild der innerpoli­tischen Situation, wie sie sich heute darstellt, abzu- geben.

Die Genfer Ratstagung beginnt Donners­tag vormittag 11 Uhr unter dem Vorsitz des Vertreters von Chile, Ville gas. Die gesamte Tagesordnung umsaßt 32 Punkte, von denen oie wichtigsten bereits mitgeteilt sind. Der Rat wird sie teils vor dem Zusammentritt, teils während der Dauer der Völlerbundsversammlung behandeln.

Hnftunft der Deutschen.

Die deutsche Delegation traf am Mittwoch nach­mittag in Genf ein. Reichsminister Dr. Strese- mann und die Staatssekretäre von Schubert, Pünder und Weismann hatten jedoch den Zug schon in Lausanne verlassen, um von dort nach einem kurzen Aufenthalt die Reise im Kraft­wagen zu beenden. Sie trafen um 19.20 Uhr in Genf ein.

Auch von den andern Ratsmächtm find bereits verschiedene Delegationen eingetroffen. Cham­berlain, der am Mittwochabend Paris verlassen hat, wird Donnerstag vormittag, B r i a n d erst am Samstag erwartet. Bis dahin wird Paul B o n - cour seinen Platz am Ratstisch einnehmen.

Ehrung Chamberlains im Pariser Rathaus.

Im Hotel de Ville in Paris wurde Mittwoch­nachmittag dem englischen Außenminister Sir Austen Chamberlain auf Veranlassung eines Aus­schusses der Stadt Paris ein goldenes Buch, das den Namen trägt „Frankreich dem Britischen Reich", überreicht. Das Buch enthält Aeußerungen aller namhaften Staatsmänner, Politiker und In­tellektuellen über die britisch-französische Entente. Bei der Ueberreichung waren Außenminister Bricmd und viele offizielle Persönlichkeiten anwesend. Chamberlain dankte und erfiärte: Die Politiker können nicht immer ihre Handlungen nach chrem Herzen regeln, denn der Kopf muß beherrschend bleiben. Briand hat am Dienstag eine Rede

gehalten, die man als eine politische Hand - lun g von größter Bedeutung und von größtem Wert bezeichnen kann. Die Rede hat auch ein Glaubensbekenntnis enthalten, dem ich per­sönlich ohne Einschränkung und auch im Namen des englischen Volkes zustimme. Wir, so fuhr Chamberlain fort, verfolgen eine Entspan­nungspolitik, die begründet ist auf unsere politische Freundschaft, deren Intimität nicht nur Vorbedingung, sondern auch eine Garantie dafür ist, daß wir Vertrauen zu uns selbst und auch Ver- trauen zu den andern haben. Die gesamte Welt, besonders aber Frankreich und England, werden aus der engen Verbindung der beiden Länder Nutzen ziehen.

DieTruppenverminderm^ am Rhein

Die offizielle diplomatische Mittei­lung über die bevorstehende Truppenverminderung im besetzten Gebiet ist, dem Vernehmen nach, nun­mehr bei der Reichsregierung eingegangen. Sie bestätigt, daß die Zahl der Besatzungstruppen um etwa 10100 Mann reduziert werden soll, verteilt auf die einzelnen Kontingente nach dem bereits bekannten Schlüssel. Wannund wo dieTruP- pen herausgezogen werden, ist hier noch nicht bekannt, da die Entscheidung hierüber das Oberkommando der Besatzungsarmee für sich selbst in Anspruch nimmt, doch werden die deutschen Be­hörden sicher über die Abwicklung des Reduktions- programms auf dem Laufenden gehalten werden, da ja ihre Llaft- Mitwirkung notwendig ist.

.. m r .... ! damer Polizeipräsidium steht deswegen mit der Re-

sondern es ift eine I gierung in Verbindung und wird nach deren Wei- Opposttion gegen den strengen Hüter der Partei- funa hnnbefn disziplin. Diese Stellung innerhalb der Mehrheit " ' 9 der Parteileitung, nicht aber als selbständiger Schöpfer eines politischen Programms, muß man sich vor Augen halten, will man ein richtiges Bild

Die Vorbereitung der kommenden Reichs- Handelsbeziehungen zu Polen zu andern und alle

t a gs z w i sch e n t a g ung, die für die ersten Tage Ausnahmeverfugungen aufzuheben die ausschließ,

des Oktober in Aussicht genommen ist, wird sofort lich gegen polnische Waren gerichtet sind, nach der Rückkehr des Reichskanzlers nach Ber- I . 1 _ ....

lin, die im ersten Drittel des September zu er- Die Feststellungsklage Kapitän Ehrhardts,

warten ist, erfolgen. Die Verhandlungen um das I Wie erinnerlich, hatte das Reichswehrministerium R e i ch s schu l g e f e tz sind gegenwärtig inner- I vor kurzem dem General von Lüttwitz, Kapi- halb der Länderregierungen noch nicht abgeschlol- I tän Ehrhardt und Major Bischoff die Pen­sen. Darin liegt es auch begründet, daß die Zwi- I sion mit der Begründung gepfändet, daß dem

schentagting des Reichstags etwa verschoben wer- I Reiche durch die militärischen Führer des Kapp-

den muß. Die neue B e a m t e n b e s o l d u n g s- 1 Unternehmens ein Schaden von 6,3 Mill. GM.

o r b n ung ist von dem Reichsfinanzminister 5)r I entstanden fei, für den die drei Genannten als

K o h l e r in seinem Urlaub in aller Stille vor- I Gesamtschuldner haftbar zu machen seien. Darauf­bereitet mobben. Sie liegt in ihren Grunbzügen I hin hatte Kapitän Ehrharbt Feststellungsklage ge- heute fertig ba unb wirb gegenwärtig tn ben be» I gen bas Reichswehrministerium eingereicht, ber

ÖUf5 Zufolge irgenb ein Schadenersatzanspruch bes Rei- rS' -I"b -,^I^"blnett wirb I ches gegen ihn nicht beftänbe. Nach Zustellung bie- pu) oemnacqqt nud) mit oct burcf) bos mcljr als I «n-r

merkwürdige Verhalten verschiedener Berliner I

Hotels gegenüber ber offiziellen Flagge bes ! wie eine Korrespondenz meldet, dem Kapitän Ehr- Reiches geschaffenen Lage beschäftigen. Ärn rnei- I nntgeteilt, es müsse zur Vermeidung von ften Aussicht hat eine Regelung, die bahin geht, Irrtümern barauf hingewlesen werben, baß E r- baß beim Hissen einer fremben Flagge auch bie fa 6 des dem Reiche entftanbenen Schabens nur Reichsflagge gezeigt werben muß. Eigenttich 'N Höhe der zu stehenden Pensionsan- sollte bas selbstverständlich sein, aber wir sind in spräche verlangt werbe, baß aber barüber hin- Deutschlanb, wie bie letzten Vorgänge gezeigt ha- | gus Schabenersatzforberungen nicht erhoben wür­ben, leider noch nicht soweit, daß das Selbstver- I ben. Der Termin für bie Feststellungsklage Ehr- stänbliche in nationalen Dinge getan unb ange» I harbts gegen bas Reichswehrministerium ist nun- roanbt wird. Infolgedessen wird eine gesetzliche I mehr endgültig auf den 2 6. O k t o b e r anberaumt Regelung dieser Frage sich nicht vermeiden lassen. I worben.

Grunbsätzliche Frage, bie Veranlassung zu koali- I * Verbotene politische Demonstration in Pots- tionspolitischen Sluseinanberfetzungen geben könn- j dam. (Eig. Funkm.) Die von ber beutschnationa- ten, sind im Augenblick nicht vorhanden. In ber I len Volkspartei, ber Stahlhelm-Ortsgruppe unb Tat hanbelt es sich bei bem, was innenpolitisch zu I ben Vereinigten vaterlänbischen Verbänben in bereinigen ist, um „laufenbe Angelegenheiten", um I Potsbam geplante Demonstration gegen bie für Dinge also, bie in Auswirkung ber politisch unb I Donnerstag abenb auf bem alten Markt angekün- ?gegebenen Konstellation ganz von I bigte Reichsbannerversammlung gegen H * ent Nach der sozialen unb wirt- I bie Haltung bes Oberbürgermeisters Rauscher in .chaftlichen Seite hin wirb bie ®eamtenbefolbunas= I der Flaggenfrage ist vom Polizeipräsibium verboten mJnknrt xu Sr JJr? P°ut'toen 3ujam= I worden. In dem Polizeipräsidium wird jedoch er- k^x grundsätzlich I wogen, auch bie Reichsbannerversammlung zu ver- Kx“5 bieten, ba es aller Voraussicht nach zu Störungen Reim d'-r aesamten demnäMtiaen innÄ-nnNMch/n ! kommen werbe, weil bie Demonstration unter Cntwickluna demnMttgen myerpolitischen feiern Himmel ftattfinbet unb eine vorherige Kon-

I trolle ber Teilnehmer unmöglich ist. Das Pots-

_ rr ... , tillerie aus bieser Stabt zurückgezogen werben. In»

Innerpolt tisch steht augenblicklich im Vorder- I folgebeffen werben währenb bes nächsten Winters gruru) ber Ab sch lu ß bes b eu tsch -f r a nzö - I die Effektivbestänbe ber in Schanghai verbleiben- ।*e.n ^“^L5®6-^09 •• F5 lftK.roi^9 den britischen Truppen fünf Bataillone mit 4000 m §X^'einzelnen, bie sehr I Mann unb eine Panzerwagenbatterie betragen, reichlich zu üben ist, ber Vertrag als ganzes bie 1 Zustimmung bes gesamten Kabinetts, aber auch bie Zustimmung ber beutschnationalen parlamen­tarischen Vrtreter gesunden hat. Das System ber

$anbe[sD«tragsDierbanblungen fo(t fortgesetzt wer- I polnische Telegraphenagentur erfährt von zuslänbi- en'-?'sn r gegenwärtig ms- I ger polnischer Seite, baß bie Verorbnung über bas besondere im Verkehr mit Polen ergeben unb bis j Inkrafttreten der v o l n i f ch e n ö .h ff. noch neuerdings durch scharfe polnische Maßnah- xu

inert, bie sich zweifelhaft gegen Deutschland richten, I l°4cf ^inesmegs die, Grundzuge der polnischen vermehrt worden sind, bilden Gegenstand ernster ! Handelspolitik andere und auch gegen keinen Staat Verhandlungen innerhalb der Reichsregierung, besonders gerichtet sei. Die Waren, bie im Mart- Mit bieten Dingen befaßte sich auch bie letzte Ka- maüar'f von Sonberzollen belastet werben, geh.s- binettssitzung, wenn auch für ben Augenblick bin- ren nicht zur Reihe beutscher Exportwaren. Heb? benbe Beschlüsse noch nicht gefaßt würben unb nicht I rigens sei ber Termin von 4 Monaten spät genug, gefaßt werben konnten. I um ben interessierten Staaten zu gestatten, bie