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Am Vorabend der Genfer WkerbuMtagW

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des bezeichnete. Nach einem kurzen Dankwort Sir Eric Drummonds für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen wurde die Konserenz geschlossen.

* Eine Anhängerin Saccos und vanzettis ver­urteilt. (Eig. Funkm.) Miß Donowan, Sekretärin des Ausschusses zur Verteidigung von Sacco und Vanzetti, ist vom Bostoner Gericht zu einem ^^drGefängnis verurteilt worden, weil sie Ee Volksmenge zur Verteilung anarchistischer Schriften aufzureizen suchte. Miß Donowan hat bei der nächsten Jnsta nz Berufung eingelegt und ist gegen Kaution auf freien Fuß gefetzt worden.

Die Abrüstungssrage.

Die Nussprache auf der Interparlamentarischen Konfetenj.

Besatzung uuö Bevölkerung.

wtb. Paris, 30. Aug. (Eig. Funkm.) lieber den Besuch des französischen Delegierten bei der Rheinlandkommission, Tirard, beim bayerischen Ministerpräsidenten Held berichtet die Agence Ha- vas, Tirard habe bei seiner Unterredung mit Dr. Held besonders die Frage angeschnitten, mit wel­chen Mitteln man die Beziehungen zwischen den französischen Behörden und den Bewohnern der Pfalz, die, da sie in der dritten Besatzungszone liege, bis zum letzten Augenblick besetzt bleibe, er­leichtern könnte. Er habe erklärt, daß es nach sei­ner Ansicht im Interesse aller Beteiligten liege, eine ständige Verbindung zwischen den beiden Parteien herzustellen, um örtliche Konflikte und besonders auch die Schwierigkeiten, die sich durch Presseerörterungen ergäben, leichter beheben zu tonnen.____________

I verlangen könne, einen Teil ihrer Souveräni- I tat aufzugeben. Die Kommission habe Grund» I sätze für den Abrüstungsplan ausgearbeitet, denen I zufolge der Potentiel de guerre festgestellt werden I soll. Da man aber den Staaten nicht zumuten I könne, schon in Friedenszeiten auf ihre Industrie I zu verzichten, werde man sich praktisch mit dem I Potentie militaire begnügen müssen.

Im Verlauf der Debatte ergriff auch der I deutsche Delegierte, der sozialdemokra- I tische Abgeordnete Dr. S o l l m a n n, das Wort I zu einer Rede, in der er nach einem Hinweis bar» I auf, daß die Pariser Friedensverträge die A b - I rüftung Deutschlands als ersten Schritt I zur allgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der I Rüstungen festgesetzt hätten, unter anderem aus­führte: Wir alle wissen, daß diese verheißungs» I vollen Worte, an deren voller Ehrlichkeit zu zwei- I fein nicht erlaubt ist, ihrer Verwirklichung bisher I um keinen Schritt näher gekommen sind. Es ist I der einmütige Wille der deutschen Gruppe in der Interparlamentarischen Union, mit allen Mitteln der moralischen Abrüstung der Welt zu dienen. Die Arbeit für die geistige Befriedung der Welt wird jedoch durch die scharfe Wei- terrüftung vieler Völker behindert. Die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes ist friedlich gesinnt. Sie begrüßt den Geist von Lo­carno und wünscht die Verständigung mst allen Nachbarn, auch mit den Nachbarn im Osten, ins­besondere mit Polen. Wir sprechen unfern beson­deren Mscheil über die barbarischen Folgen eines künftigen Luft- und chemischen Krieges aus. Ein künftiger Ausrottungskrieg würde nicht nur un- ermögliche menschliche Opfer fordern, sondern auch bei den Völkern Gefühle der Erbitterung und des Hasses zurücklassen, die eine geistige Befriedung der Welt noch mehr erschweren würden. Die gei­stigen Rückwirkunaen des Krieass werden

bieten und eine allmählich erfolgende Herabsetzung der Rüstungen unter De- rücksichtigung der besonderen Lage jedes Staates durchzuführen. In diesem Sinne rft auch die Re­solution des Ausschusses gefaßt. Der französische Delegierte rotes alsdann daraus hin, daß eines der Haupthindernisse für die Abrüstung darin bestünde, daß man nur schwer von einer Nation

* Parteiidealismus und Geschäft. Aus Anlaß der Sacco-Vanzetti-Demonstrationen haben auch die Kommunisten in Hamburg gestreikt. An diesem Streik beteiligten sich auch die Hafenarbeiter, die für einen kommunistischen Parteibe­trieb die Verladung von Schissen vorzunehmen hatten. Dieses, wie gesagt, kommunistische Partei- Unternehmen hat nun den streikenden Arbeitern, wie das Organ der Ruth-Fischer-Gruppe mitteilt, 2% und 3 Stundenlöhne für unentschuldigtes Feh­len vom Lohn abgezogen. Eine nette Illustration zu dem Thema: Parteiidealismus und Geschäft.

* Plan eines englischen Boykotts gegen russi­sches Petroleum. (Eig. Funkm.) Laut „Daily Mail" erwägen angeblich alle in Betracht kommen­den Petroleum-Gesellschaften und Interessenten, welche Aktion unternommen werden könne, um die Einfuhr von Petroleum nach England zu verhin­dern, das aus russischen Oelseldern stammt, die ohne Zahlung von Entschädigungen von den Bolsche­wisten beschlagnahmt worden sind. Der Leiter der Shell-Gesellschaft, Deterding, erklärte, möglicher­weise würde gegen einige Personen gerichtlich vor­gegangen werden.

Besetzungsdauer sind schon jetzt so isoliert, daß sie nirgendwo in der Welt unterstützt werden. So­wohl England als auch Belgien legen auf die Fort­führung der Besetzung keinen Wert. Was deJou- v e n e l hierzu gesagt hat, ist nur eine Anklage ge­gen die französische Politik. Es liegt aber fein Grund zu der Annahme vor, daß auch die offiziel­len Kreise Frankreichs den Standpunkt Englands nicht teilen, wonach die Ostfragen ebenfalls durch Locarno geregelt sind, und zwar in einer Form, die die schiedsrichterliche und friedliche Lö­sung von Streitfragen gestattet. Die Reichsregie­rung betrachtet die Frage der Rheinlandräumung unter einem Gesichtspunkt, der irgendwelche G e - genleiftung ausfchließt. Das Projekt von Thoiry steht für sie als durch die Entwick­lung überholt, außerhalb der Debatte. Nach der Rückkehr der deutschen Delegation aus Gens wird das Reichskabinett sich wie üblich erneut mit der außenpolitischen Lage beschäftigen und feine Stellungnahme bestimmen.

Vie Sitzung des Reichskabinetts.

wtb. Berlin, 30. Aug. (Eig. Funkm.) Das Reichskabinett ist heute vormittag um 11 Uhr unter dem Vorsitz des Vertreters des Reichskanzlers, Dr. Geßler, zu der angekündigten Sitzung zufam- mengetreten. Von den Mitgliedern des Kabinetts nahmen außer Reichswehrminister Dr. Geßler nur noch die Reichsminister Dr. Strefemann, Dr. Curtius, Dr. Koch und Schiele an den Be­ratungen teil, da die übrigen Minister nicht in Berlin sind. Wie das Wolff-Büro auf Erkundi­gung erfährt, ist die offizielle Benachrichtigung über die beabsichtigte Truppenverminderung im Rhein­land, die bekanntlich für heute erwartet wurde, bis­her noch nicht eingegangen.

Abreise bet deutschen Delegierten am Samstag.

Die parlamentarischen Mitglieder der deutschen Völkerbundsdelegation, Graf Bernstorff, Prof. Hoetzfch, Kaas, Breitfcheid und Frhr. o. Rheinbaben, werden, wie das „B. T." be»

Von der Tagung des Völkerbundsrates werden in Berliner politischen Kreisen irgendwelche Sensationen nicht erwartet. Von grundsätzlicher Bedeutung unter den Punkten der Tagesordnung ist die Entscheidung in dem Streitfall zwi- schenRumänienundUngarn, weil sie die Frage der Kompetenz der gemischten Schieds­gerichte und die Anrufung des Völkerbundsrates gegen ihr Votum betrifft. Das Völkerbunds­plenum, das nach der Ratstagung zusammen­tritt, wird sich vor allem mit der Weltwirtfchasts- konferenz, der Durchführung ihrer Ergebnisse und mit der Abrüstung beschäftigen. Wie Dr.Strese- m a n n auf der letzten Ratstagung angekündigt hat, wird in der Plenarversammlung von deutscher Seite eine Erklärung erfolgen, die unfern Standpunkt in der Abrüstungssrage zum Ausdruck bringt. Daneben werden natürlich auch wieder die besonderen Besprechungen der Außenminister ftattfinben. Diese Besprechun­gen sind früher angegriffen worden, nach deutscher Auffassung aber mit Unrecht, weil sie doch nicht weitergingen als die Ausnutzung aller Gelegen­heiten zur Verständigung zwischen den Völkern. Uebrigens werden auch diesmal solche Besprechun­gen nicht nur zwischen den Vertretern der Locarno- Mächte, sondern auch mit den Ministern anderer Länder erfolgen. Das Thema der Unterhaltung zwischen den Außenministern der Locarno-Mächte wird zweifellos auch dieTruppenverrninde- rungimRheinland, wie die Fortführung der Locarno-Politik überhaupt umfassen. In diesem Zusammenhang ist es interessant, daß Briand seine Auffassung zu gewissen Fragen dieser Art noch vor dem Auseinandergehen der Interparlamentarischen Union klarstellen wird, um so mehr, als die Aeuße- rungen de Jouvenels sie ziemlich zugespitzt haben. Es muß übrigens vor der in der deutschen Presse häufigen Auffassung gewarnt werden, als sei Bri­and ein politisch bereits toter Mann. Im Gegen­teil hat man aus der Entwicklung der letzten Wo­chen den Eindruck, daß er sich von seiner Krankheit, durch die er beinahe das Augenlicht verloren hätte, ausgezeichnet erholt hat, und daß er nun wieder eine stärkere Initiative entfaltet. Das ist auch bei Behandlung der Truppenverminderung in Erschei­nung getreten.

Wenngleich das quantitative Ausmaß der Her­absetzung der Besatzungsstärke in Berliner politischen Kreisen keineswegs voll befriedigt, so ist die Tat­sache der Verminderung auf der anderen Seite doch von besonderer Bedeutung unter dem Gesichtspunkt des Prinzips der Fortsetzung der Locarno-Politik und der Erfüllung der hiermit zusammenhängenden Zusagen. Diese Angelegenheit muß anhand ihrer ganzen Entwicklung gesehen werden. Als der Reichsaußenminister im Reichstag von unferm Recht auf Truppenverminderung sprach, erfolgte seinerzeit in der französischen Kammer sofort eine Interpellation, die dieses Recht bestritt. Nachdem P o i n c a r e ihre Beantwortung verhindert hatte, stellte die französische Presse allgemein die Behaup­tung auf, daß in dieser Frage kein Recht Deutsch­lands, sondern nur ein besonderes französisches Wohlwollen in Erscheinung treten könne. Noch vor kurzem hat dann der angebliche Bericht des Gene­rals G u i l l a u m a t, der übrigens nicht direkt von ihm, aber aus seiner Umgebung, den leitenden Strei. fen der Besatzung stammte, die These ausgestellt, daß die Sicherheit Frankreichs jede Verminderung ausschließe. Gegen diese These hatte Briand an- gekämpft. Der Verlauf hat dann gezeigt, daß seine Stellung erheblich stärker geworden ist. Er wurde dabei durch die ehemaligen Alliierten unter- stützt, die die Auffassung der militärischen Kreise als eine Absage an Locarno bezeichneten. Nach­dem jede Verminderung von französischer Seite zu­erst überhaupt abgelehnt worden war, gestand man 5000 Mann zu, und schließlich ist das K o m p r o - m i ß zwischen der französischen und der englischen Forderung — die sich auf 15 000 Mann belief — zustandegekommen, indem man sich auf eine Hakst einigte, die zwischen 10000 und 11000 Mann liegt. Dabei ist zu beachten, daß in der Art der Durchführung der Verminderung auf die Erleichterung der Wohnungslage im besetzten Ge­biet besonders Rücksicht genommen werden soll. So soll z. B. ein großer Stab verlegt werden, der sehr viel Räume beansprucht. Hervorzuheben ist, daß Chamberlain sich während der letzten drei Mo­nate sehr energisch und zäh dafür eingesetzt hat, daß die Truppenverminderung bis zur kommenden Genfer Tagung geregelt werde.

Außerdem werden sich die Unterhaltungen der Außenminister diesmal zweifellos auch mit der Frage der Rheinlandräumung beschäftigen. In Berlin ist man freilich der Auffassung, daß eine Einigung hierüber vor dem nächsten Jahr nicht zu erwarten ist, schon allein deshalb nicht, weil vor den französischen Wahlen niemand die Verantwortung für die Regelung dieses großen Problems überneh- i wen wird. Auch hier arbeitet die Zeit nur für den I deutschen Standpunkt. Die Anhänger einer langen |

am stärksten gefühlt, wo die Bevölkerung am mei­sten gelitten hat. In diesem Zusammenhang zu­gleich auch im Namen meines Freun­des Löbe ein Wort an das belgische Volk: Das belgische Volk verdient besonder« Rücksicht und hat besonderen Anspruch auf Scho* nung seiner verständlichen Empfindungen. Ge­rade in Erinnerung an das, was das belgische Volk erlitten hat, fordere ich den besonderen Schutz der friedlichen Bevölkerung in künftigen. Kriegen, wenn es auch jetzt noch nicht gelingen sollte, für immer den Frieden zu erhalten. Die, Frage des Kriegs-Potentiels wird, wie ich fürchte, das Abrüstungsproblem hoffnungslos komplizieren. Ebenso wie andere große Delega­tionen hat die deutsche Delegation gegen diesen Teil des Abrüstungsplanes unüberwindliche Bedenken. Mit voller Zustimmung begrüßen wir dagegen das angestrebte Verbot m i I i» tärischer Verbände neben dem eigentlichen Heer, da diese Verbände eine Gefahr für die Ju­gend bedeuten. Dahinter erhebt sich die Frage, ob nicht überhaupt der Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht von allen zu verwerfen ist, die den mi­litärischen Geist der Völker bekämpfen wollen. Auch ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß große Teile der nationalen Wirtschaft an dem Heer und seinen Rüstungen verdienen. Die deutsche Gruppe wird den technischen Abrüstungsplan zur Grund­lage weiterer Arbeiten und Untersuchungen ma­chen. Mit allen ^Delegationen hofft die deutsche Gruppe eins zu sein in dem Willen: Ein Ende der Aufrüstung! Laßt uns die Abrüstung begin­nen!

In der Nachmittagssitzung wurde die Debatte über das Abrüstungsproblem zürn Abschluß ge- bracht. Die Absttmmung über die von der Kom­mission vorgelegte Resolution wurde jedoch auf Dienstag vertagt. Die Amerikaner erklärten, daß sie den Resoluttonsentwurf nicht billigen könn­ten, da er mehrere Bestimmungen enthalte, die unkonttollierbar feien. Die Vereinigten Staaten legten Wert darauf, daß der Völkerbund niemals ein Ueberstaat werde. Ein Abkommen wie das von Locarno sei besser als sämtliche Abrüstungs- Probleme. Denbinski begrüßte die durch den deut­schen Delegierten Sollmann an Polens Adresse ge­richteten Worte und betonte, er gebe die Ver­sicherung ab, daß Polen wünsche, stets in guten Beziehungen mit seinem großen Nachbarn Deutschland zu leben und mit ihm am Frieden der Welt zu arbeiten. Auf die Ausführungen Sollmanns betreffend Belgien ging der belgische Senator Digneffe ein, der Soll­manns Aeußemngen als erlösendes Moment mit Genugtuung begrüßte, jedoch unter dem Hinweis auf den Bericht Euillaumats, die deutsche Presse­kampagne gegen Belgien und die Rede von Kar- dorsss dem Bekenntnis seiner Leute Ausdruck gab, das beste Mittel, die Entwaffnung zu verwirklichen, sei, zuerst die Sicherheit jeder Nation zu garantieren. Ihm trat entgegen der belgische sozialistische Abgeordnete Pierard, der eine Rede wie die KardorssS auch bedauerlich nannte, aber auf die von den militärischen Sachverständigen bestätigte Durchführung der Entwaffmmgsllauseln durch Deutschland hinwies und auf den überwiegend demokratisch.republikanisch ringe stell ten d eutschen Volksteil, den man ermu­tigen müsse, anstatt durch Aeußemngen wie dm DigneffLs iu entmutigen.

Die Präsidentenwahl in Amerika.

wtb. Rapid City, 30. Aug. (Eig. Funkm.) In der Umgebung Coolidges wird die Ansicht ausge­sprochen, daß der Feldzug zu den Präsidentschafts­wahlen sofort nach der Rückkehr Coolidges nach Washington Gegenstand einer Kabinettssitzung sein werde. „Times" will erfahren haben, daß Hoover aus dem Kabinett ausscheiden will, falls er sich zrrr Annahme der Präsidentschaftskandidatur entschlie­ßen werde.

Generalstreik in der Mandschurei.

Die Agentur Judo Pacific berichtet aus Tokio über einen General streik, der unter den Ar­beitern der Kohlenbergwerke und in der Metall­industrie von Penkifu (Mandschurei) infolge von Lohnforderungen ausgebrochen fei. 2000 Chinesen nahmen an den Kundgebungen teil. Es kam zu Zusammenstößen, wobei 3 Personen getötet und 20 verletzt wurden. Japanische Truppen und Polizei haben die Ruhe wiederhergestellt. Die Be­hörden führen die herrschende Erregung auf ein kommunistisches Komplott zurück.

Russische Aktivität in China.

Die Agentur Judo Pacific meldet aus Tokio, daß Rußland in der Provinz Sin-Kiang sieben Konsulate errichtet habe und wahrscheinlich seine Aktivität auf dieProvinzSchangsi ausdehnen werde

Zurückziehung japanischer Truppen.

Die Agentur Judo Pacific meldet aus Tokio, daß das japanische Marineministerium beschlossen habe, Ende September 1000 Mann der 25 000 zur Zeit im Pangtsetal befindlichen Soldaten zurück- ziehen. Man spricht auch davon, Ende Septem­ber japanische Truppen aus Schanghai zurückzu- ziehen. ———————

* Die Neuorganisation spanisch Marokkos. (Eig. Funkm.) Nach einer Havasmeldung aus Tanger ha­ben die spanischen Protektoratsbehörden die unmit­telbar bevorstehende Ernennung von Civil-Kontrol» (euren für die befriedete Zone angekündigt.

* Die Gründe für Cecils Rücktritt. Wie Reu­ter mitteilt, bestätigt es sich, daß Viscount Cecil aus dem Kabinett ausgetreten ist, weil er mit def- fen Abrüstungspolitik nichteinver standen ist. Er wird infolgedessen nicht nach Genf gehen.

* Ende der internationalen Pressekonferenz in ©enf. Die internationale Pressekonferenz ging am Montag nach fünftägiger Verhandlungsdauer zu Irnbe. Lord Vurnham gab in seiner Schluß­ansprache eine zusammenfassende Darstellung der Arbeiten dieser Konferenz, die er als die erste freie -änteresjentenkonferenz im Rahmen des Völkerbun-

Ä Mselnuninitt 18 Pssi. (mit Wir. Beilage 15 Psg.)

uldaerZertung

Anzeiger für die Sfabf Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

„Westminster Gazette" schreibt: Die überwättr- genbe Ansicht in England ist, daß die Rheinland- besetzung so rasch wie möglich beendet werden müßte und daß ihre Fortführung eine Quelle der Bitterkeit ist, die die Sicherheit ver­mindert statt vermehrt.

Abfahrt der brttischen Delegation.

wtb. London, 30. August. (Eig. Funkm.) Der britische Außenminister Chamberlain ist zufammen Mit den anbern Mitgliebern ber britischen Völker- bunbsbelegation nach Paris unb Genf abgereift.

Abreise der Danziger Dölkerbundsdelegatton.

wtb. Danzig, 30. August. (Eig. Funkm.) Am Sonntagabenb ist bie Danziger Delegation für die am 1. September beginnende Tagung des Völker - bundsrates nach Genf abgereist. Die Delegation setzt sich zusammen aus dem Präsidenten des Se­nats, Dr. Sahm, Senator Dr. Schwartz, Staatsrat Büttner und Oberregiemngsrat Dr. Ferber. In Genf hält sich außerdem noch dienstlich als Dele­gierter Danzigs beim Minderheitenkongreß der Ober» regierungstat Mundt auf.

richtet, Berlin erst am Samstag verlaßen, da das Plenum des Völkerbundes, an dessen Beratungen sie teilnehmen, erst am Montag der kommenden Woche gufommentritt. 1

wi° 7-n in England denk. I

wtb. London, 30. August. (Eig. Funkm.) Der des Sonderausschusses für die Abrüstungs- M^matssche Korrespondent des „Dafly Telegraph" frage der frühere dänische Kriegsminister Dr. schreibt, Chamberlain und Briand würden vielleicht «Munch Bericht. Er betonte, die Frage ber Rü- tn Paris ober Genf bie neue französische These stungsherabsetzungen begegne heute schmier!- über bie Rheinlan bbesetzung als Gar an-Igeren Bedingung en als vor zwei Ja h- tie für bie augenblicklichen Grenzen I ren. Die Union fei der Ansicht, daß man an die zwischen Polen, Deutschland und Dan- > öffentliche Meinung appellieren müsse, um ihre zig und als Garantie gegen den Anschluß > Lösung zu beschleunigen. Wenn die Parlamente Oesterreichs an Deutschland erörtern, falls I zögerten, so deshalb, weil die öffentliche Meinung diese Frage von der ftanzösischen oder deutschen I selbst zögernd fei. Die Ursache hierfür fei in der Seite aufgeworfen werden sollte. Britische Kreise I Tatsache zu suchen, daß man nicht klar sehe, durch bezeichneten die Darlegungen ber französischen Presse I welches Mittel man zu dem neuen Zustande ge» über die Notwendigkeit eines Ost-Lo- I langen könne ober auf welche Weise man eine alt» carno als Bebingung für bie endgültige Räumung I gemeine Herabsetzung der Rüstungen erreichen des Rheinlands als „Wechselreiterei". Groß- j könne.

britamtien würde sich auch weiterhin derartigen I M weiteren Verlauf feiner Rede führte ber Forderungen nicht anschließen. Das Recht Deutsch- I dänische Delegierte zu der Abrüstungsfrage lands ober Oesterreichs an bett Völkerbund um die I aus: Der, Sonderausschuß der Jnterparlamenta- Erlaubnis, sich zu vereinigen, zu appellieren, sei I rischen Union hat einen technischen Plan ausge- ihnen ausdrücklich vorbehasten worden, fowohl ge- I arbeitet, um zu beweisen, daß die Herabsetzung mäß dem Vertrage von Versailles als auch dem I der Rüstungen möglich ist. Der Hauptgedanke die» Verttag von St. Germain unb auch in allgemeiner I ’cs Planes besteht barin, durch ein allgemeines Art gemäß Artikel 19 ber Völkerbundssatzung. Die | Abkommen ein weiteres Aufrüsten zu ver- britische Regierung würbe heute ben An- schluß für inopportun unb gefährlich erachten unb würde wahrscheinlich dagegen stimmen. Dies habe jedoch nichts mit dem Versuch zu tun, Deutsch­land ober Oesterreich zu zwingen, ein R e ch t, d a s sie vertragsmäßig besitzen, aufzugeben. Emern solchen Verfahren würde London nicht zu- stimmen. ।

Ar. 199.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9 :»: Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

Mittwoch, 31. August 1927.

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 5UI, auswärts 0,20 JUt. Reklamezeile: lokal 0,60 3LM., auswärts 0,80 JUt. Bei Wiederholungen Rabatt. :-: Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051.

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