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Verlage zur Fuldaer Zeitung

Nir unsere Frauenwelt.

Wehmut.

Oft, wenn in namenlosen Qualen Das Herz umsonst nach Worten ringt. Umsonst den Schmerz die Blicke malen, Die Trän' umsonst ins Auge dringt: Da will's die volle Brust zersprengen, Es schmerzt so tief, weil es nicht spricht, Bis in geweihten, heil'gen Klängen Das Schweigen seine Fesseln bricht;

Bis wie nach banger Wetterschwüle, Erquickend Regen niedersinkt, So auch die Wehmut der Gefühle In Klagetönen wiederklingt.

________________ Döring.

Jugend und Zonntagspflicht.

Bon Pfarrverweser Joseph G i e ß l e r.

Ein rührendes Bild und zugleich ein ergreifendes veispiel der Wertschätzung der hl. Messe konnte ich in letzter Zeit schon mehrfach früh morgens von meinem Zimmer aus beobachten. Wenn eg gutes Wetter ist, sehe ich drunten auf der Dorfstraße schon kurz nach 5 Uhr zwei Frauen gestützt auf Stöcken im Schneckentempo daherwanken. Die eine ist eine brave, schon über 80 Jahre alte Frau, von der Last der Jahre ganz gebückt, sodaß sie beim Gehen kaum aufschauen kann. Die andere, eine seit Jahren wegen Lungen- und Rückenmarksleiden in ärztlicher Behandlung stehende Jungfrau, der unsere arme Pfarrkirche ihre schönen Altarspitzen verdankt. Den ganzen Winter über mußte sie das Bett hüten und hatte zeitweilig furchtbare Schmerzen mitzumachen. Die Sehn­sucht nach dem Gotteshause ließ sie keine Ruhe finden, bis man sie in den Maitagen auf einer Chaise oder auf einem kleinen Leiterwägelchen in die Kirche führte, obwohl sie jedesmal dabei furchtbare Scherzen litt. In­zwischen hat sich ihr Zustand etwas gebessert, sodaß sie es wagt, allein an zwei Stöcken auch am Werktag, wenn auch unter großen Schmerzen, in die Kirche zu kommen zur hl. Messe und zum Empfang der hl. Kommunion.

Welch eine Opfergesinnung, welch eine Hochschätzung des katholischen Gottesdienstes, von der unsere Heran­wachsende Jugend etwas lernen könnte. Aber geht nicht landauf, landab die Klage über die zunehmende religiöse Gleichgültigkeit der Jugend, besonders aber über die Ver­nachlässigung der Sonntagspflicht? Eine Wanderung ins noch lange genug erledigen ließe, ist ihr Grund genug, dem pflichtmäßigen Sonntagsgottesdienste fernzubleiben.

An dieser traurigen Erscheinung trägt die heutige, besonders in religiöser Hinsicht mangelnde Erziehung im Elternhaus und in der Schule viel schuld. Es fehlt viel­fach eben schon im Elternhaus jener christlich-fromm- gläubige Geist, der die Voraussetzung für ein eifriges, praktisches, katholisches Glaubensleben ist. Man hat aus den katholischen Häusern vielfach das gemeinsame Gebet verdrängt, die Eltern halten ihre Kinder von Jugend auf zu wenig an zum täglichen Gebet, sie belehren ihre Kinder zu wenig über Gott und die Religion; sie über­lassen das einfach dem Religionsunterricht. Dazu fehlt oft noch das gute Beispiel der Eltern selbst, das mehr auf die Kinder einwirkt, als Worte es vermögen. Und in der Schule, auch im Religionsunterricht, ist man zu sehr darauf bedacht, den Kindern ein gewisses Maß von Kenntnissen durch Auswendiglernen der vorgeschriebenen

Anzahl biblischer Geschichten und Katechismusfragen bei­zubringen, demgegenüber die Betonung des praktischen Glaubenslebens vielleicht zu sehr in den Hintergrund tritt. Es fehlt vielfach die Erwärmung und die Begei­sterung der Kinder für das religiöse Leben. Ist es da zu verwundern, wenn Kinder, die solche Erziehung ge­nossen, im praktischen Leben versagen, und sich aus der Vernachlässigung der Sonntagspflicht kein Gewissen ma- ken, Wanderung, Sport und Spiel dem Besuch des Got­tesdienstes vorziehen. Im Leben des seligen Markgrafen Bernhard von Bqden, dessen 500. Geburtstag wir näch­stes Jahr begehen können, lesen wir, daß die um das seelische Wohl ihrer Kinder treubesorgte Mutter und Fürstin eifrig bemüht warf, die Kinderin der Furcht Gottes" zu erziehen. Schon auf dem Mutterschoß lern­ten die Kleinen es waren sieben an der Zahl beten. Kaum waren sie etwas größer geworden, dann nahm sie die fromme Mutter mit in die Schloßkapelle, wo sie gemeinsam das Morgengebet verrichteten und der hl. Messe beiwohnten. Auch am Abend fand sich die markgräfliche Familie zu gemeinsamem Abendgebet in der Schloßkapelle ein, wobei auch das Hausgesinde an­wesend fein mußte. Kein Wunder, wenn aus dieser Fa­milie drei Söhne sich dem Priesterstand widmeten, und der Kirche zur Zierde gereichten und Bernhard, dessen Leben viele Aehnlichkeiten mit dem des hl. Aloysius aufweist, nach einem heiligmäßigen Leben die Ehre der Altäre zuteil wurde. Dieses Beispiel aus der Heiligen­legende, dem sich mühelos noch viele andere anreihen lassen, zeigt, was eine fromme Mutter vermag und wie der fromme, christliche Geist des Elternhauses meist maß­gebend ist für das spätere Leben des Kindes. Das zeigt auch die Erfahrung unserer Tage. Auch heute noch gilt das Wort des hl. Paulus:Ist die Wurzel heilig, dann sind es auch die Zweige!" Die Wahrheit dieses Wortes bestätigt nur die tägliche Erfahrung, der Blick in die einzelnen Familien. Wo immer eine brave, fromme Mutter in der Familie ihres heiligen Amtes waltet, da herrscht ein christlicher Geist, da erfüllen die Familien­glieder in der Regel ohne Widerspruch ihre Sonntags­pflicht. Das gute Beispiel der Mutter, die aus eigener Hochschätzung der hl. Messe oft auch an Werktagen nach Möglichkeit beiwohnt, sagt dem Kinde mehr, als eine noch so schöne Predigt. Welch ein großer Schatz ist daher für eine Familie, welche ein Glück für die Kin­der, eine brave, fromme Mutter, die alle zum Guten anleitet. Ich glaube, es war Leo XIII., der einst mit Recht gesagt hat:Gebt mir wahrhaft christliche Mütter, und ich will die Welt retten!" Das ist es, was unsere Zeit braucht, denn, von der Familie, der Urzelle der menschlichen Gesellschaft, muß die Erneuerung der Welt in christlichem Sinne ausgehen.

Ferner ist es notwendig, unsere Jugend wieder mit mehr Liebe und Begeisterung für die Religion und für die religiösen Pflichten zu erfüllen, damit sie nicht aus Zwang, sondern gern und freudig der Sonntagspflicht genügt. Der tiefe Wert der hl. Messe muß ihr noch mehr als bisher zum Bewußtsein gebracht werden, man weise sie hin auf die Schönheit der kirchlichen Liturgie, man leite sie an, dem Priester am Altar bei der hl. Messe zu folgen. Zu diesem Zweck könnte man der reiferen Jugend kein schöneres Geschenk machen, als ein Missale, wenigstens ein Sonntagsmissale, d. h. ein Sonntagsmeh- buch (etwa das von Schott oder Kunz), das ihr die Mög­lichkeit gibt, mit dem Priester zu beten und der hl. Hand­

lung am Altäre zu folgen. Das ist auch der Wunsch der Kirche. In diesem Sinne sagte einst Pius X.:Ihr sollt nicht i n der hl. Messe beten, sondern die hl. Messe!" Dadurch gewinnt die Jugend gewiß mehr Interesse und Freude an der hl. Messe und sie wird dann um so lieber ihrer Sonntagspflicht nachkommen.

Christliche Frau und Mutter! Aus dem Gesagten kannst du entnehmen, wieviel von dir, deinem Tun und Lassen, in der Familie abhängt. Du stehst deinen Kin­dern am nächsten. Du bist die von Gott berufene Leh­rerin und Priesterin in der dir anoertrauten Familie. Wohlan denn: predige durch dein Wort, aber noch mehr durch dein eigenes Beispiel, durch echte Frömmigkeit und Tugend und du wirst in deinem Kreis mithelfen an der. so notwendigen Erneuerung des christlichen Gei­stes in der menschlichen Gesellschaft, zur Ehre Gottes und zum Wohle der deinen und zu deinem eigenen zeitlichen und ewigen Glück.

Dom Anrichten.

Von R. Hoffmann -Arnsdorf.

In vielen Familien wird auf das Anrichten der Speisen so wenig geachtet und doch, wie angenehm be­rührt ein sauber gedeckter Tisch das Auge. Hat man auch keinen Gast zu Tisch, so sollte man doch nie ver­säumen, auch dem einfachsten Mahle einen kleinen Schmuck zu verleihen.

Wie verlockend ziert z. B. ein kleiner Glasteller mit frischen Radieschen den einfachsten Mittagstisch! Schnei­det man das Grüne weg und ritzt die rote Schale der Radieschen in vier Felder, biegt diese ein wenig zurück, so hat man ein reizendes Röschen; man baut davon einen kleinen Berg auf den Teller und auf den Rand des­selben mit grünen Blättern bekränzt oder mit Kresse belegt.

Welch reizende Tischdekoration liefert unsere Peter­silie, die doch fast immer zur Hand ist. Tisch, Braten­teller und Kartoffelschllssel mit ihr aufgeputzt, sehen noch einmal so appetitlich aus. Wie unschön wirkt eine Ge­müseschüssel, auf deren Rand Beigußtropfen zu sehen sind oder die gar mit Gemüseteilchen befleckt ist. Man wische die Schüsselränder stets mit einem reinen, feuchten Tuch ab, ehe man sie aufträgt. Ebenso unappetitlich ist es, die Kartoffelschalen, Kerne auf das Tischtuch zu legen. Man schaffe zu diesem Zweck kleine, billige Tellerchen an ober bestimme die dazu vorhandenen Drahtkörbchen mit Tellereinlage dazu.

Die Butter verliert sehr an ihrem Aussehen, wenn man sie auf fettigem Teller bringt oder gar auf trüber Glasglocke. Selbst das Glas Wasser, das du den Deinen vorsetzt, gewinnt, wenn es auf reinem Teller, hübsch angeschlagen, nicht zu hoch gefüllt, kredenzt wird. Auch sarge man stets für ein reines Tischtuch. Nimm lieber eins mehr, als daß du durch das plötzliche Erscheinen eines Gastes darüber erröten müßtest. Wie peinlich wäre es, den Fremden dein beschmutztes Tischtuch be­wundern zu lassen. Sind Kinder am Tisch, so lege für jedes ein Wachstischdeckchen unter den Teller, das groß genug ist, das Tischtuch zu schonen.

Messer und Gabeln, überhaupt alles am Tisch be­nutzte Besteck, sei blank und sauber geputzt, es macht dann auch einen guten Eindruck, selbst wenn es nicht von Silber ist.

Für die Servietten deiner Familienmitglieder besorge die praktischen Serviettenhüllen aus Pappe mit Deckel.

Sie halten die Mundtücher staubfrei und sauber. Auch Serviettenringe sind brauchbar, doch verschmutzen ir ihnen die Servietten leichter.

Die Frau als Erzieherin.

Manierlich essen. Das kann dem Kinde gar nicht früh genug beigebracht werden. Viele Eltern scheuen sich, ein hartes Wart zu reden, wenn das Kind in früher Iu- gend sich unmanierlich benimmt. Nichts ist aber so sehr Sache der Gewohnheit, als gute Manieren; deshalb muß so früh wie möglich mit der Gewöhnung für gute Ma- Nieren begonnen werden. Viel Schuld tragen da schlechte Eßgewohnheiten, wenn das kleine Kind immer außer der Zeit ein Stück Brot ober Kuchen in bie Hanb gesteckt bekommt.

Die Frau im Beruf.

Jetzt zehnmal mehr Aerzlinnen als vor dem Kriege. Gegenüber ben letzten Jahren vor bem Kriege hat sich bie Zahl ber in D e u t f d) l a nb tätigen weiblichen Aerzte verzehnfacht! Im Jahre 1914 zählte man 195 Aerzlinnen bei uns, heute finb es 1890. Davon leben allein 400 in Berlin unb 80 in München, währenb alle anberen Groß- ftäbte selbst prozentual weit bahinter zurückstehen. Die einzige beutsche Großstabt, in ber es noch keine Aerztin gibt, ist Hamborn.

Frauen im Vahnwärlerberuf. In Frankreich finb nach ben neuesten Angaben 15 319 Frauen, meist Krie­gerwitwen, als Bahnwärterinnen an Kreuzungsstellen angestellt. Sie haben sämtlich ein eigenes Häuschen mit hinreichenb Garten, werben aber im übrigen nur gering bezahlt.

Frauen als felbflänbige Kaufleute. In Italien gibt es nach einer neuen Statistik etwas über 37 000 Frauen, welche ganz felbftänbig ein Handelsgeschäft be­treiben.

Juristinnen in Amerika. In ben Vereinigten Staa­ten von Amerika gibt es gegenwärtig schon über 1200 praktizierende Juristinnen, in Newyork allein 57.

Die Frau in der Buche.

Pfifferlinge auf Jägerart. Die Pfifferlinge werben sauber geputzt unb mehrmals gewaschen, bamit aller Schmutz, wie Nabeln, Moos usw. entfernt ist. Sobann werben sie in ein Geschirr getan, in bem etwas fein- geschnittene Zwiebel angeschwitzt worben ist, unb mit einem Büschel Petersilie gebämpft. Inzwischen schwitze man in einem anberen Geschirr etwas Zwiebeln an, staube biefe mit Mehl unb fülle dieses mit saurem Rahm und Bratensauce auf. Man gebe noch etwas gehackte Petersilie darunter und dann die abgeschütteten Pfiffer­linge.

praktische Winke.

Spiegel dürfen nie so gehängt werden, daß die Sonne sie voll bescheinen kann. Durch die andauernde Be­strahlung leibet ber Quecksilberbelag unb bie Spiegel wer­den trüb unb wolkig.

f. Reisigbesen müssen alle acht Tage reichlich ange­feuchtet werben, ba sie sonst leicht brechen unb sich schnell verbrauchen.

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Die neuen Herbsthüte.

Von Emmy F i c u s-Frankfurt a. M.

Da bie neue Herbstmobe uns mit größerer Stoffiille unb Beweglichkeit zu beschenken gebenkt, paßt sich auch der Damenhut ber veränberten Silhouette an. Er ge­winnt an Größe unb Umfang, obwohl auch bie klei­neren Formen beibehalten unb nur wenig oeränbert wer­den, eine Nachricht, bie unsere mit Glücksgütern nicht allzureich gesegneten Frauen sicher gerne hören werben. Allerbings legt man größeren Wert auf ben Ausputz als im vorigen Jahre. Die kleinen, weichen Filzhütchen, mit den wellenförmig gebogenen Krempen zeigen große Banbfchlupfen, Reiher- oder Stichelhaarbüfchel und har­monieren in der Farbe mit bem zu einer Schleife ge­knoteten Halsfchal.

Als Neuestes gilt bie kleine, enganliegenbe Linb- bergh-Kappe, ber sogar ber Ohrenschutz beigegeben ist, unb bie sich nur für junge, schmale Gesichter und blühenbe Farben eignet. Auch knapp anüegenbe Kap­pen aus schwarzem Sammet mit silbergrauer Minochs (Phantasiegesteck) ober aus Zylinberplüsch werben sehr begehrt sein. Ferner sieht man Barettformen, Wagner- ntütjen, Glocken- unb Zweispitze, letztere mit kurzem Na­senschleier, enblich bie großen Capeline-Formen für große stattliche Damen unb markante Gesichter. Die letzteren werben vor allem aus schwarzem Sammet unb Zylinber­plüsch gearbeitet, boch sieht man auch hafergraue Filz- forrnen mit inkrustiertem Seibenbekor in abstechenben Farben.

Als Material wirb vor allem Filz, Sammet, Velour soleil ober Stichelhaar verwendet, häufig mit Rips, Zy- Unberplüsch ober Georgette kombiniert. Besonbere Mo­

defarben scheinen Amaranth, Fraise, Madonnenblau und Schwarz zu werden, boch herrscht auch nach wie vor blonb, braun unb grau. Vielfach verarbeitet man zweier­lei Farben, wie am Gesamtanzug vorzugsweise blonb mit braun, grau mit blau, fraise mit meinrot, schwarz mit weiß. Auch versieht man bie'großen bunflen Hüte mit Hellem Jnnenranb, etwa in weiß ober rosa, um da- burch einen vorteilhaften Reflex auf bie Gesichtsfarbe zu erreichen.

Es wirb burchweg mehr Ausputz verwenbet, jeboch in schlichter Ausmachung. Zur Garnierung bienen vor allem Banb, Metall ober Febern, letztere in Hahnenhalsbü- scheln, in Phantasiereihern ober Parabiesgestecken. Am Hutkopf werben Metallringe befestigt, ober ber Ranb wirb mit Metallbrähten, sogenannten entre-beux, einge­faßt. Enblich sieht man noch Seiben- ober Sarnmet- betors in abstechenben Farben, oftmals in Filz inkru­stiert. Zu ben Mänteln trägt man im allgemeinen klei­nere Formen, zu ben Jackenkleibern unb Pelzmänteln bie größeren Mobelle. Pelz wird auch in dieser Saison als Besatz sehr begehrt fein, man arbeitet sogar ganze An­züge aus leichtem Fell unb trägt bazu auch bas pas- fenbe Barett, das jedem Wetter unverwüstlich standhält, Wenn nicht, tuts wohl auch ber vorjährige Hut, ben man ja mit Leichtigkeit fassonieren unb entsprechen!» rnoberni- fieren lassen kann.

Hygiene und Pflege des Bettes.

Von Anna Vogedes - Elberfelb.

Auch das Bett hat seine besondere Hygiene und bedarf einer sorgsamen Behandlung, wenn es seinen gesundheit­lichen Zweck, dem Menschen Ruhe unb Erholung von

harter Tagesarbeit zu bringen, erfüllen soll. Schon beim Einkauf bes Bettes sollte man beachten, baß man Bet­ten erwirbt, bie eine gute Reinigung ernröglichen. Dazu gehört in erster Linie, baß bas Holz so haltbar ist, baß man bie Jnnenteile ber Bettstatt mit einem feuchten Lappen abreiben kann; beim bie trockene Entstaubung schafft nur scheinbar Besserung, ba sich ber aufgewirbelte Staub sofort roieber in bie Ritzen unb Fugen des Bettes einnistet. Sehr praktisch sind in dieser Beziehung bie weißlackierten Metallbetten, bie man mit Seifenwasser abwaschen unb mit einem sauberen Leinenlappen nach­trocknen kann. Das Bett sei auch genügenb hoch, bamit ber Fuhboben unter bem Bett, wo sich naturgemäß vom Feberwerk unb den Sprungrahmen viel Staub ansam­meln muß, rasch und gründlich gereinigt werden kann. Die in neuerer Zeit mitunter konstruierten Betten, deren Seitenteile in ihrer ganzen Länge auf bem Erbboben aufstehen, finb unhygienisch, ber allseits geschlossene Bett­kasten bewährt sich als ein Staubfänger ohnegleichen. Als Sprungrahmen wähle man stets ben gut febernben, leicht transportablen Metallrahmen, bie früher gebräuch­lichen Sprungfebermatratzen, wahre Ungetüme unb ber Schrecken jeber Hausfrau, wenn einmal eine Reparatur an ihnen vorzunehmen ist, lehne man ab. Der alte Aberglauben, bie mobernen Metallrahmen seien kälter wie bie Sprungfebermatratzen, ist ebenso unsinnig wie bie oft gehörte Meinung ,bas Metallbett verursache Er­kältungen ober sei weniger warm, wie eine Holzbettstelle. Ueberhaupt barf barauf hingewiesen werben, baß nicht nur auf dem Land, sondern auch vielfach in der Stadt, unsere Betten viel zu warm sind. Ein Unterbett ist völ­lig überflüssig, wenn es sich um gesunde, rüstige Men­schen handelt. Alten Leuten mag man es im Winter gestatten. Auch unsere Federbetten finb oft zu schwer.

I was unruhigen Schlaf, nächtliches Schwitzen, Ermattung zur Folge hat. Wer morgens wiegeräbert" aufsteht, sollte, körperliche Gesunbheit selbstverstänblich voraus­gesetzt, einmal einen Versuch mit einem leichteren Deck­bett machen, die Wirkung ist meist erstaunlich. Im Som­mer gebe man überhaupt der Wollkolter den Vorzug. Sie läßt sich leichter reinigen, wie das Federbett, sammelt weniger Staub unb Bakterien, ist in wenigen Minuten gelüftet unb in Drbnung gebracht, alles Vorzüge, bie man beim Feberbett vergeblich suchen wirb. Amerikaner unb Englänber finb uns im Gebrauch ber Wollkolter weit voraus, sie haben den hygienischen Wert erkannt. Das Kopfkissen, jedoch nur eines, damit der Körper möglichst horizontal liegt unb bie Lungen währenb bes Schlafes orbentlid) durchbluten, enthalte leichte Daunen, gesunb- heitlich wertvoller ist ein Roßhaarkopfkissen, ba es sich weniger stark erwärmt. Selbstverstänbliche Voraussetz­ung für einen gefunben Schlaf, eine Voraussetzung, bie längst nicht alle Hausfrauen beachten, ist bas tägliche ausreichenbe Lüften ber Betten, bie einzeln auseinanber- gelegt werben müssen unb nicht, wie es oft geschieht, auf einem bitten Klumpen, der wohl an seiner Oberseite durchlüftet wird, während zwischen ben einzelnen Bett­teilen bie muffige Schlafausbünstung unb bie Feuchtig­keit ber Haut hängen bleibt.

Waschblusen unb Waschkleider, Schürzen usw. be­kommen stets häßliche Stärkeflecke, wenn man sie nach bem Waschen in noch feuchtem Zustand stärkt. Richtig ist es, die Kleidungs- und Wäschestücke erst vollkommen zu trocknen und dann erst mit ganz dünner Stärke zu steifen. Sie werden bann beim Plätten tabellos unb halten viel länger.