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Lend sei. Hierauf ergriffen die übrigen Mit

Reval.

* Der belgisch-deutsche Untersuchungs-Ausschuß. Die belgischen Blätter beschäftigen sich eingehend mit der Einsetzung des kürzlich beschlossenen Un­tersuchungsausschusses in der Frage der Verlet­zungen des Völkerrechts während des Krieges. Der Sott" wünscht, daß der Ausschuß durch den Völ­kerbund eingesetzt werde. Zurzeit finden, wie den Blättern mitgeteilt wird, zwischen Deutschland und Belgien diplomatische Besprechungen in der Frage der Einsetzung des Ausschusses statt.

konischen Reisebüro Blenk, Fort u. Cie. an Rue de Mont Blanc befindet, ausgeplündert.

Sturm aus das völkerbundspalais.

Zur Hebung -er Milchwirtschaft.

Reichslandwirtschaftsminister Schiele hat bei Begründung der Zolltarifnovelle Anfang Juli 1927 im Reichstag angekündigt, daß er mit den Ländern und landwirtschaftlichen Organisationen in Ver­handlungen darüber eintreten werde, was zur H e- bungderdeutschenMilchwirtschaft ge­tan werden könne. Im Verfolg dieser Ankündigung hat er soeben ein Rundschreiben an die Landesre­gierungen gerichtet, dem wir folgendes entnehmen:

* nationalsozialistisches Beschwerdekelegramm an Hindenburg. Nationalsozialistische Abgeordnete des Reichstages sowie des preußischen, bayerischen, württembergischen, sächsischen und thüringischen Landtages haben, wie dieDeutsche Zeitung" mel­det, an den Reichspräsidenten ein Telegramm ge­sandt, in dem sie um Intervention wegen der Fest­nahme der 400 Nationalsozialisten in Berlin bitten.

Infolge der außerorbentlich hohen Einfuhr an Mol- kereierzeugnissen aus dem Ausland« ist vielfach ein« .... . . .. deutsche Mol-

Am Montagnachmittag wurde derdritte Europäische Nationalitätenkongreß Genf eröff­net. An ihm sind 35 verschiedene Minderheits-

ährt wird, für überflüssig. Der seinem Anträge in '

wtb. Genf, 23. August. (Eig. Funkm.) Bei gemeldeten Kundgebungen hat die Polizei 17 Per­sonen verhaftet, darunter mehrere Italiener. Ne

Aufrechterhaltung der Ordnung beizutragen, zu einer Zusammenkunft auf heute vormittag 10 Uhr einberufen.

wtb. Gens, 23. August. (Eig. Funkm.) An- läßlich der Unruhen vom Montagabend wurde das Schuhgeschäft W a l k - O w e r, welches sich neben dem von den Manifestanten angegriffenen entert«

sich mit der Zusammenarbeit der Minderheiten in der Sprachenfrage, der Organisierung des Verban­des und mit der Ausarbeitung der Statuten befas­sen werden. Der Generalsekretär des Kongresses, der drei Tage dauern wird, ist Dr. Ammende-

näherte. In den mehrstöckigen Gebäuden, die an das Gefängnis grenzten, bli«en zahlreiche Einwoh- ner mit ihren Kindern aus den Fenstern heraus.

Sicherheitsmaßnahmen in Rem Jork.

wtb. New Jork, 23. August. (Eig. Funkm.) Sechs Kompagnien Infanterie und zwei Mafchinen-Gewehrabteilungen in der Gesamtstärke von etwa 900 Mann stehen auf der Gouverneursinsel in Bereitschaft, um nö­tigenfalls sofort zusammen mit der Polizei in Ak­tion treten zu können. In mehreren Städten sind direkte Telephonverbindungen zwischen der Garni- son und dem Polizeipräsidium hergestellt worden. In San Franzisco wurden 127 Demonstranten festgenommen.

Präsident der Konferenz Dr. Wilfan, flowe- nischer Abgeordneter im italienischen Parlament, auf die wachsende Bedeutung der Bewegung der nationalen Minderheiten hin. Als die Hauptgegen­stände der bisherigen Arbeiten erwähnte er die Ge­fährdung des europäischen Friedens durch die nativ- nale Unduldsamkeit, die innen- und zwischenstaat­liche Zusammenarbeit der Nationalitäten, das Sprachenproblem, die Frage der Nationalitäten- kunde, sowte die Aufftellung von Statuten oes Verbandes der Nationalen Minderheiten. Mlfan teilte mit, daß nach der Aufftellung dieser Sta­tuten neue Gruppen nicht mehr ausgenommen wer­den könnten. Zum Schluß seiner mit Beifall auf­genommenen Rede erklärte der Präsident, daß die Lösung des Minderheitenproblems für die Erhaltung und Festlegung des europäischen Friedens ausschlaggtz-

vie Kämpfe bei Nanking.

Wie aus Nanking gemeldet wird, dauert dort die Beschießung militärischer Objekte durch die Nordtruppen an. Von Pukau aus wird mit Ge­wehren und Maschinengewehren gefeuert. Da die Beschießung von Kauffahrteifahrzeugen von den Flußufern aus erneut einsetzte, fahren die Schiffe wieder geschlossen und unter Bedeckung. Am Mon­tag wurde ein englisches Schiff unterhalb von Nan- king beschossen. Das Feuer wurde durch ein eng- lisches Kriegsschiff zum Schweigen gebracht. Ein englischer Kreuzer hat zum Schutz des britischen Eigentums in Nanking Marinesoldaten gelandet und dann seinen Weg nach Wuku fortgesetzt.

* Danziger Antrag auf Rückgabe der Wester- platte. Die Danziger Regierung hat beim Völker­bundsrat den Antrag eingebracht, das MunitionS- decken auf der Westerpsatt« wieder freizugeben. Maßgebend für den Danziger Antrag ist die Tat­sache, daß sich durch den Ausbau des Hafens von Gdingen die Verhältnisse wesentlich geändert haben. Der Senat weist in der Begründung seines An- ttages darauf hin, daß das 'Munitionsbecken nur deshalb in den Hafen von Danzig verlegt worden sei, weil damals Polm über keinen eigenen Hafen verfügt habe. Der Senat ersucht den Völkerbunds- rat, das Munitionsbecken wieder dem Hafenaus­schuß zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig Bean­tragt der Senat eine endgültige Entscheidung über die Frage des Port d'attache. Seitdem Polen über einen guten Hafen in Edingen verfügt, hält der Senctt auch das provisorische Abkommen, durch das den polnischen Kriegsschiffen Winterverkehr im

ben dem Polizeiposten, einem amerikanischen Reise­büros, mehreren Kinos und einer Bar richtete sich die Wut der Demonstranten besonders gegen das Völkerbundspalais, wohin sich in den späten Abendstunden am Montag eine Menge von etwa 400 Personen, meist jungen Leuten, begab. Die mächtigen Fensterscheiben des großen Saales, indem die Sitzungen des Völker­bundsrates gewöhnlich stattfinden, und in welchem heute die Dritte Internationale Verkehrs- und Transitkonferenz eröffnet werden sollte, wurden mit Steinen beworfen und vollständig zertrüm­mert. Auch die Fensterscheiben der Bibliothek sowie das Eingangsportal des Palais erlitten das gleiche Schicksal. Die Vorhalle und der große Ver­sammlungssaal sind mit Glasscherben und Stei­nen förmlich besät. Unter der Menge befanden sich viele, die die jugendlichen Demonstranten auf- wiegelten. Junge Mädchen von 1618 Jah­ren schleppten große Steine herbei.

Der Angriff auf das Völkerbundsgebäude wird von der Genfer Bevölkerung a u f da s s ch w e r fte verurteilt. Man weist allgemein darauf hin, daß die Vereinigten Staaten ja dem Bunde gar nicht angehören und man fragt sich, welches die eigentlichen Beweggründe der Demonstranten gewesen sind.

Weitere Kundgebungen werden aus Frankreich, Holland, England und Schweden gemeldet.

Kundgebungen für Sacco und Danzettt in Deutsch­land.

Auch aus verschiedenen deutschen Städten werden Demonstrationen für Sacco und Vanzetti gemeldet. So veranstaltete die kommumsttsche Par­tei am Dienstagabend auf verschiedenen Plätzen Berlins und der Vororte Sttaßendemonsttatio- nen. Im Süden der Stadt kam es dabei zu einem Zusammenstoß zwischen einem Demonsttattonszug und dem begleitenden Polizeikommando. Alls ein Demonstrant wegen beleidigender Zurufe von einem Polizisten zurechtgewiesen wurde, gingen die Zug­teilnehmer tätlich gegen die Polizei vor, die mit dem Gummiknüppel die Ruhe wieder herstellte. Im üb­rigen verliefen die Demonstrationen ohne Zwischen­fälle. Die amerikanische Botschaft und das General- konsulat waren von starken polizeilichen Kräften abgeriegelt. Hier wurden einige Leute polizeilich festgestellt. Ferner werden Kundgebungen aus Halle und Breslau gemeldet. Auch hier wurde die Polizei tätlich angegriffen, sodaß sie mit Gewalt einschreiten mußte.

Berlin, 23. August. (Eig/ Funkm.) In der Nacht kam es an der Ecke der Leipziger- und Mauerstraße nicht weit von der amerikanischen Boffchaft zwischen einem größeren kommuni­stischen Demonstrationszug und der Polizei zu Zusammenstößen. Da die Demonstranten der Aufforderung auseinanderzu- gehen nicht Folge leisteten, mußten die Beamten von den Gummiknüppeln Gebrauch machen. 18 Personen wurden in Haft genommen. Die Schutz­polizei ist alarmbereit, da für heute mit weiteren Kundgebungen zu rechnen ist.

Ablehnung eines Well-Proteststreiks.

Wie aus Amsterdam gemeldet wird, steht sicherem Vernehmen nach die Leitung des Inter­nationalen Gewerkschaftsbundes den an sie ergangenen Aufforderungen nach Ausrufung eines Welt-Proteststreiks zu der verlang­ten Freilassung Saccos und Vanzettis ableh- nend gegenüber. Auch die Leitung des Nieder- ländischen Gewerkschaftsbundes beabsichtigt nicht, sich an einer derartigen Kundgebung zu beteiligen. Der Vorsitzende des Mederländischen Gewerkschafts­bundes, S t o n h u i st, erklärte in einer Presseunter­redung: Es würde der Gipfel des Wahn­sinns sein, wenn die Arbeiter in Amsterdam zu Gunsten Saccos und Vanzettis ffreifen würden. Wer das Kampfmittel des Streiks ge­gen eine ioeitentfernte Regierung ge­brauchen will, macht sich selbst nur lächerlich.

, l lt, die nach der

Bahn zu gelegen ist. Auf dem kleinen Fluß, der parallel mit der Gefängnismauer fließt, wurden alle Schiffe entfernt, ein Polizeiboot mit starken Scheinwerfern patrouillierte. Die Sttaßen in dem Teil der Stadt, in dem das Gefängnis liegt, waren vollkommen menschenleer, aber an jeder Straßen­ecke standen Polizisten. Im Bezirk Charleston, der an das Gefängnis grenzt und im Gebiet außerhalb der polizeilichen Absperrung, drängten sich unzäh­lige Fußgänger, als sich die Hinrichtungsstunde

5erHationalitätenftong«6 in Genf

Die erste Hälfte dieser Woche wird in Genf der dritte europäische Nationalkongreß stattfinden. Der erste hat vor zwei Jahren ebenfalls in Genf stattgefunden, auch der vorigjährige ist den Tagun­gen in Genf unmittelbar vorausgegangen. Die­ses Zusammentreffen ist ein ganz natürliches und im Verhandlungsgegenstand begründet. Ist doch der Völkerbund gegenwärtig die einzige interna­tionale Institution, vor der die nationalen Min­derheiten der europäischen Staaten ihre Klagen Vorbringen können. Während aber so die nationa­len Minderheiten mit ihren Zusammenkünften die unmittelbare Nähe des Völkerbundes suchen, kann man nicht auch sagen, daß der Völkerbund über diese Anhänglichkeit besonders entzückt wäre. Denn im Völkerbunde selbst sind meistens diejeni­gen vertreten, die selber die politischen Sünden an den Minderheiten begehen. Dann aber haben vor allem die südamerikanischen Staaten ein In­teresse daran, daß das europäische Minderheitspro­blem nicht irgendwie Wellen nach Südamerika schlägt. Schließlich berühren sich heute Minderhei­tenfragen, wenigstens in politisch-psychologischer Hinsicht, in hohem Maße mit den allgemeinen na­tionalen Fragen, die in den englischen Kolonien und Protektoraten lebendig sind, so daß bezeich­nenderweise auch England mit dem Minoritäten­kongreß nicht gerne etwas zu tun hat. So ist es denn geschehen, daß bei dem ersten Kongreß im Jahre 1925 sich die offiziellen Persönlichkeiten des Völkerbundes von den Beratungen der nationa­len Minderheiten völlig fernhielten. Erst im vori­gen Jahre hat der Völkerbund einen Beobachter entsandt in der Person des Direktors seiner Min­derheitenabteilung, des Herrn Colban.

Obwohl der Nationalitätenkongreß eine recht bunt zusammengewürfelte Menge von nationalen Minderheiten repräsentiert, hat sich doch gezeigt, daß eine solidarische Meinungsäußerung, ja, eine gemeinsame Herausarbeitung von Grundrechten möglich gewesen ist. Schon der erste Kongreß enbtgte mit einer großen einheitlichen Kundgebung, wäh­rend der zweite bereits einheitliche Grundsätze ststlegte und dieGrundlagen für eine organisatorische Zusammenfassung aller Gruppen vorbereitete. Es ist aber klar, daß wirklich weittragende fachliche Erfolge für die nationalen Minderheiten in den einzelnen europäischen Staaten erst dann erzielt werden können, wenn sich der Völkerbund dieses großen Problems energischer und vorbehaltloser als bisher annimmt. Man hat nicht geringeHoffnun- gen auf den Eintritt Deutschlands in den Völker­bund gesetzt, da ja als eine Folgeerscheinung des Weltkrieges sämtliche Deutschland benachbarten Staaten starke deutsche Gruppen als nationale Min- derheiten in sich haben. Viel hat in diesem Punkte Deuffchland aber noch nicht tun können, da die deutsch-französische Verständigungspolitik und die Fragen der Ost- und Westgrenze die diplomatische Kraft der deutschen Vertretung bisher in sehr ho­hem Maße in Anspruch nahmen.

Es ist ein durch den Völkerbund anerkannter Grundsatz, daß alle Mitgliedsstaaten des Bundes, auch diejenigen, die an keine Minderheitenschutz­verträge gebunden sind, nicht alle Staaten sind in Minderheitenschutzverträgen verpflichtet mo­ralisch verpflichtet seien, ihren Minderheiten die gleichen Rechte und Freiheiten einzuräumen, wie es die Schutzverträge vorsehen. Es wird also hier ganz allgemein die nationale Toleranz verlangt, das heißt die Anerkennung der kulturellen Selbst­bestimmung der Minderhesten.

In der Praxis wird diese Forderung natürlich erst in geringem Maße durchgeführt, und man be­ruft sich dabei auf die Uebedegung, daß die Ein­heitlichkeit der nationalen Kultur nicht durch das Vorhandensein einiger hunderttausend Angehöriger beeinträchtigt werden dürste. Dieser Gegensatz der Auffassungen ist der tiefere Grund aller Konflikte, die natürlich sehr leicht über die nationalen Gren­zen hinausgreifen. Der Minoritätenkongreß in Genf wird sich in einem besonderen Referat mit derGefährdung des europäischen Friedens durch nationale Unduldsamkeit" befassen und damst den Dökerbund nachdrücklichst auf das noch nicht gelöste europäische Mmderheitenproblem aufmerksam ma­chen.

Ein zweiter Punkt der Tagesordnung richtet den Blick der Kongreßteilnehmer wieder mehr auf die Aufgaben der inneren Organisation und be­handelt dieinnen- und zwischenstaatliche Zusam­menarbeit der Nationalitäten Europas". Es han­delt sich dabei nicht nur um die Frage, wie die verschiedenen Nationalitäten des einzelnen Staates unter sich zusammenarbeiten können, sondern auch um die Frage der Herstellung einer Arbeitsge­meinschaft zwischen den stammverwandten Grup­pen verschiedener Staaten. Auf der Tagesordnung stehen weiter Referate mehr theoretischer Natur, so über die des Verhältnisses von Souveränität und Minderheitenrechten, über das Sprachenpro­blem und über einen neuen Wissenszweig, den der Nationalitätenurkunde. Letzteres wird sich die Erfor­schung der besonderen individuellen Lebensgesetze - einer nationalen Minderheit in einem fremden Staate zur Aufgabe machen, ihre besonderen'Le­bensäußerungen untersuchen.

Die Regie der Nationalitätenkongresse hat im­mer Wert darauf gelegt, daß die Vollversammlun­gen ein einheitliches und geschlossenes Bild bieten. Das ist gut so, da auf diese Weise ihre Kundge­bungen und Beschlüsse an moralischem Gewicht und politischer Eindruckskraft geromnen. Trotzdem nwre es sehr wertvoll, wenn die Oeffentlichkeit über die sicher vorhandenen Meinungsverschieden­heiten und die verschiedenen Betrachtungsweisen der Probleme, wie sie in den Kommissonssitzungen m Erscheinung treten, mehr als bisher unterrichtet wurde.

wtb. New Jork, 23. August. (Eig. Funkm.) Mit Ausnahme der Zwischenfälle in Pitts- bürg, wobei ein Polizist erschossen wurde, und den Verhaftungen bei den Protestkundgebungen für Sacco und Vanzetti in Boston ist der Mon- tag weit ruhiger verlaufen als die starken po­lizeilichen Vorbereitungen erwarten ließen. Die Streiks erreichten weder in den Vereinigten Staa­ten noch in Latein-Amerika einen sehr bedeutenden Umfang.

Schwere Ausbreitungen in Genf.

Am Montagabend kam es vor dem ameri­kanischen Konsulat in Genf zu Demonstra» tionen gegen die Hinrichtung von Sacco nnd Van3e11i. Bei den Zusammen­stößen mit der Polizei wurden verschiedene Poli­zeibeamte verletzt. Die Demonstrationen wurden bis in die Nacht fortgesetzt. Eine nach vielen Hun­derten zählende Volksmenge durchzog die Straßen und bewarf mehrere Kinos und Hotels mit Stei- neu, so daß die Fensterscheiben zum Teil zertrüm­mert wurden. In der Nähe des Bahnhofs Eorna- vin wurde von einem Unbekannten ein Schuß abgegeben, dem ein Angestellter zum Opfer siel. Hierauf zogen die Demonstranten nach einem be­nachbarten Polizeiposten, um dort die Fensterschei­ben nut Steinen einzuwerfen. Die Polizei machte von der Schußwaffe Gebrauch, gab ledoch nur blinde Schüsse ab. Die städtische Feuerwehr kam zur Hilfeleistung herbei und wehrte die Demonstranten mit der großen Motorspritze ab. Die Lage in der Stadt ist noch sehr kritisch. Das ganze Bataillon der städtischen Feuerwehr ist aufgeboten. 60 Personen wurden zur Feststellung ihrer Personalien festge- nommen.

Die Leitung der Bürger wehr hat biejeni- gen Burger der Stadt Genf, welche bereit sind, zur

ausgesprochen« Absatzkris-Ij kereierzeugnisse, insbestmi . fen worden. Da die Milchviehhaltung vorwiegend in den

wtb. Boston, 23. August. (Eig. Funkm.) Sacco und Vanzetti sowie der Portugiese M a d e i r 0 s sind heute kurz nach Mitternacht (amerikanische Zeit) auf dem elektrischen Stu hl hingerichtet worden.

Die Hinrichtung dauerte knapp eine halbe Stunde. Sacco war bleich, aber standhaft und rief in italienischer Sprache:Lang lebe die Anar­chie". Unmittelbar vor der Hinrichtung rief er sei­ner Familie ein Lebewohl zu. Am ruhigsten und am meisten gefaßt von allen dreien beschritt Van- zetti die Totenkammer. Er gab den beiden Wäch- tern die Hand und schritt auf den elekttischen Stahl zu. Er beteuerte seine Unschuld und erklärte zum Schluß:Ich vergebe allen, die meine Hinrichtung herbeigeführt haben".

Sacco und Vanzetti haben allen religiösen Zu­spruch abgewiesen. Außer den Beamten und Aerz- ten wohnten als einzige Zeugen ein Vertreter der Associated Preß und der Agentur Reuter der Hin­richtung bet.

Umfangreiche Abspernmgs- und Sicherheitsmaß­nahmen.

wtb. Boston, 23. August. (Eig. Funkm.) Mehr als 200 berittene städtische und staatliche Polizei- beamte wurden in beherrschenden Stellungen an den Sttaßen, die von den Toren des Gefängnisses wegführten, aufgestellt. Die Polizei der Boston- und Main-Bahn leistete Pattouillen-Dienste in der Nähe des Gefängnisses. Scheinwerfer wurden an

Händen der landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe ist, so bedeutet diese Entwicklung eine starke Gefähr­dung der bäuerlichen Besitzer. Gleichzeitig stellen die hohen Einfuhren an Molkereierzeugnissen eine nicht mehr tragbare Belastung der deutschen Handels­bilanz dar. Infolge von handelsvertraglichen Bindungen kommen zur Zeit zur Beseitigung dieser Umstände zoll­politische Maßnahmen nicht in Betracht. Um­somehr sollten wir die Mittel ergreifen, die aus eige­ner Kraft eine Besserung herbeizuführen vermögen. Hier sollen in erster Linie die Standardisierungs­bestrebungen der hierzu berufenen Stellen nach Kräften gefördert werden. Dazu soll die Qualität der gewonnenen Milch und der Milcherzeugnisse allgemein gehoben werden. Ein besonderes Augenmerk soll aus eine Rationalisierung der Molkereibetriebe zu richten sein. So weit die Herstellung von Standardwaren und die Erreichung der sonstigen Ziele davon abhängig ist daß die modernen technischen Einrichtun­gen für die Milchgewinnung, den Milchtransport und die Milchverarbeitung ergänzt oder neu beschafft werden, ist die Reichsregierung entschlossen, sich für eine Bereit­stellung der erforderlichen Mittel im Kreditweg« einzusetzen.

Die Landesregierungen sind daher aufgeforberi worben anzugeben, welche Ärebitbeträge für ihr Staatsgebiet voraussichtlich erforberlich fein wer­den und ob eine Verbilligung bes Zinssatzes dieser Kredite geboten erscheint.

fache auf die vom Völkerbund garantierte Verfas­sung, nach deren Bestimmungen Danzig keine Marinebafis sein darf.

* Der amerikanische Arbeiksamlssekrelär für Beschränkung der Einwanderung. Der Sekretär des amerikanischen Arbeitsamtes Davis trat in einer Rede in Philadelphia für die Beschränkung der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten ein. Wenn die ZaP der Bevölkerung, so betonte er, allein Reichtum bedeute, so seien China und In- dien die reichsten Länder der Welt. Es sei in Amerika kein Raum für solche Leute, die anderen Flaggen folgen. _________________________

gruppen aus allen Teilen Europas beteiligt, die bend sei. Hierauf ergriffen die übrigen Mit- zusammen eine Bevölkerung von über 40 Millio- glieber des leitenden Ausschusses bas Wort. Der neu vertreten. In der Eröffnungsrede wies der Kongreß ernannte sodann vier Kommissionen, die

Der Streit bei den Kommunisten.

V.D.Z. Berlin, 23. August. (Eig. Funkm ). Die im Laufe der letzten Jahre aus der K. P. D. ausgeschlossenen linken Kommunisten haben bai Kompromiß Stalins in der russischen Opposition dazu benutzt, einen Antrag an die Executive der Komintern zu richten, bet die Wiederauf­nahme aller Ausgeschlossenen unter Wie- derherstellung ihrer Parteirechte verlangt. DerAn- ttag, der von zahlreichen oppositionellen kommu­nistischen Abgeordneten, u. a. Ruth Fischer Ur­bahns, Scholem, Bartels-Krefeld, Schlecht, Grüle- wizc usw. unterschrieben ist, wird von einem gro­ßen Teil der Funktionäre der K. P. D. unterstützt.

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Anzeiger für die Sfabf Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.______

Nr. 193

Mittwoch, 24. August 1927

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