Fuldaer Zeitung
Halleranda
Die älteste Sparkasse des Regierungsbezirks
Mündelsicher -----
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sitz, von der Kabine aus durch sichtbar, zeigte 1000, dann 1300 ten den Odenwald. Interessant ten Gipfel, die sich aus dem in
Meter. Wir überquer- die mannigfach geform- den Tälern brodelnden erst ein Flug über die
Ge- vom
Lo-
tenbeete — mit dunklen von Schneisen durchzogenen Waldflecken ab. Die meist von Bäumen eingesäumten Landstraßen leuchten hell herauf. Wie schön kann man die Dörfchen und Städtchen überschauen, die zierlichen Häuschen und Gärten an den meistens schnurgraden Straßenreihen, fast in jedem Oertchen alles geschart um da» Hauptgebäude, die Kirche, wie die Küchlein um diq
Henne! Ruhig fliegen wir, man hat kaum das Gefühl, in der Lust zu schweben, cher glaubt man auf ei- nem Schienenstrange — etwa einer Zahnradbahn — langsam weitergezogen zu werden, denn auch der Ein- druck, schnell fortzukommen, wie es doch tatsächlich der Fall ist, tft eigentlich nicht vorhanden. Da da» Blickfeld sehr weit ist, ändert es sich natürlich nicht so schnell, wie z. B. im D-Zug und so meint man nur sehr langsam weiterzukommen. Einigemal« sackte das Flugzeug durch sog. Luftlöcher etwa, tiefer, ähnlich wie das Herunter- fahren in einem Aufzuge, was der Magen als nicht gerade angenehm empfindet. Aber die in der Kabine in einem Kasten untergebrachten berüchtigten Düten, die als Opferschale verwendbar sind, falls ein Seekranker sich veranlaßt fühlen sollte, dem Luftgotte seinen Tribut zu bezahlen, konnten bei uns ruhig an ihrem Platze bleiben.
der Gegend dort bekommt ein Dienstmädchen etwa dreißig bis vierzig Mark. Diese war nun alt und erhielt trotzdem weniger als die jüngsten ihrer Freundinnen. Ei, wie ist das nur möglich? Sie konnte noch arbeiten wie eine junge, sie hatte doch mehr Erfahrung und lebte nach so langer Arbeit bei der gleichen Herrschaft seelisch vollkommen mit der Familie, deren ganzen Nachwuchs sie mit erzogen hatte. Sie bekam dafür auch viel Freundlichkeit zurück, aber nur — zehn Mark. Gehen und eine andere Stelle suchen konnte sie nicht, einmal, weil sie ihre Herrschaft wirklich liebte, und dann auch, weil es schwer ist, in älteren Tagen noch, eine neue gute Stelle zu finden. Die jungen kündigen einfach und gehen da resoluter vor, finden natürlich auch leicht etwas Neues, aber diese älteren, das ist doch sehr traurig, zumal solch geringe Bezahlung bei ihnen gar nicht so selten ist. Das ist dann besonders betrüblich, wenn es der Herrschaft sehr gut geht. Wenn an einem Abend mehr Wein vertrunken wird, als ein Mad- chenlohn in einem ganzen Jahr beträgt, oder wenn die Dame des Hauses den Schrank voller Kleider hat, von dmen jedes vielleicht mehrere Hundert Mark kostet. Das arme Dienstmädchen steht da und putzt sie getreulich, und es fällt wohl eine Träne in den Perlenschmuck hinein, die kurz aufschimmert und dann versickert . . . wie so manche Träne der Armen, die erst im Himmel wieder zu Perlen werden . . .
An jenem gleichen Tage hörte ich dann noch etwas, was mich besonders interessierte. Da im Ruhrgebiet irgendwo beginnt man jetzt etwas ganz Neues mit den kleinen Bauern, die so ein paar Morgen Land haben. Man lehrt sie Gemüse züchten, das dann in der nahen Stadt verkauft wird. Im Anfang kostet es einige Anstrengung, aber dann geht es schnell vorwärts. Die Folge tft einmal, daß wir dann nicht so viel Gemüse einzuführen brauchen, und zweitens, daß wieder arme und mittlere Familien auf ihrem Gütchen glücklich werden. Sie verdienen nämlich so viel, wie früher im Bergwerk, meist sogar noch bester, und so werden Tausende und Zehntausende einem Le- 'bett nach der Natur zurückgegeben. Wenn ein Staat dergleichen tut, dann werden ihn seine Bewohner lieben. Ja wahrhaffig, es gibt noch andere Aufgaben in Deutschland, als den Streit um die Flaggen und als all den innerpolstischen Rummel.
Und da ift noch etwas Erfreuliches. Manche kennen wohl den rheinischen Kirchenmaler Heinrich Dieckmann. In einem schönen Aufsatz über ihn las ich von seinen Borkriegsbildern sowohl wie von seinen jüngsten Leistungen. Wir haben jedenfalls in ihm einen von denen, die ganz modern wirken, aber doch die landschaftliche Bindung behalten und die Hingabe an leuchtende Ideen Es sind das Künstler, deren Wesen durch ihre Werke schimmert, in diesem Falle das Wesen eines tiefsinnigen gläubigen Menschen, der sich doch den geheimen Regungen seiner Zeit nicht verschlossen hat. Was mich nun so innerlich freut, das ist der Umstand, daß man diesem Künstler nun auch Aufträge von der Kirche aus erteilt hat. Kommst du einmal in die Kirche von Orsoy, wo der sieghafte jugendliche Christus verklärt über dem Hochaltar schwebt, dann schau dich um und bewundere das Werk eines Künstlers, der seine besten Gaben der Religion widmet. Auf solche Weise kommen Kirche und Kunst wieder zusammen, und es wird wieder sein wie in alter Zeit, in der die Kirch« doch das Herz der Menschheit war.
Don unfern Fliegern wirst du inzwischen ne« b5rt haben. Der erste Versuch, von Deutschland aus über das große Wasier zu fliegen, ist infolge widriger Witterungsverhältniste leider mißlungen. Glücklicherweise ist aber bei dem Mißerfolg keiner der Männer zu Schaden gekommen, sondern alle sind wieder woblbehalten zurückgekehrt. Was mich besonders ergriften hat, das ist die Sorge, mit der
Kunst und Literatur.
= Schiller» erste Begräbnisstätte neuhergesteltt. Auf Anregung von Prof. Dr. Scheidemantel, dem Vorsitzenden des Deutschen Schlllerbundes, hat jetzt die Stadt Weimar den alten Iakobsfriedhof, der in der letzten Zeit einen verwahrlosten Eindruck machte, in einen würdigen Zustand versetzt, das sogen. Kasiengewölbe nach alten Zeichnungen wieder aufgebaut und ihm so das Aussehen gegeben, das es zu der Zeit hatte, da es noch die Gebeine des großen Dichters barg. Durch einen feierlichen Akt wurde dieses Werk der Pietät der Oeffentlichkeit übergeben. _________________________
Mit dem gemütlichen Plaudern will es etwas schwer werden in einem Deutschland, das, wie es scheint, immer nervöser und aufgeregter wird. Manchmal habe ich den Eindruck, es sitze irgendwo, ein Teufel und blase dauernd Gift in unsere Atmosphäre, das sich dann in Mißtrauen, Neid. Gehässigkeit und Niedertracht auswirkt. Wenn ich nun anfange, zu plaudern, dann schäfte ich mir erst all diesen Wust und Tageslärm von der Seele. Bis da drinnen nichts mehr ist, als ein stllles, friedliches Spiegelbild der herrlichen Gotteswelt, der goldenen Sterne, der sanft blühenden Flur, der ruhig atmenden Bäume und der stillen Berge und Ströme. Dann lasse ich an diesem Spiegel die Bilder der Zeit vorübergehen, und es spricht dazu nur noch der Mensch, der von allem Streit losgelöste, der Mensch, der keine Interesten will, der Mensch, dem nur die Wahrheit heilig ist und die große Liebe.
Da war nun der Verfassungstag. Ich wandelte an seinem Svätnachmittage durch die Straßen einer großen Stadt im deutschen Westen. Ich suchte Flaggenschmuck und fand keinen. Es gab ganze Straßen, in denen auch nicht ein einziger noch so kleiner Wimpel zu sehen war. Da wurde mir ganz unheimlich zu Mute. Das deutsche Volk, so sagte ich mir, hat keine Freude an seinem Staat. An den Tagen, wo es froh sein sollte in der Erinnerung an die Rettung nach schwerem Krieg, wo es gemeinsam dem Vater im Himmel danken sollte, daß wir in dem grauenvollen Chaos näht ganz untergegangen sind und nun die Möglichkeit behalten haben, langsam wieder aufzusteigen, an diesem Tage liegt eine dumpfe Resignation über Millionen von Häusern und Staatsbürgern aller PaNeien. Und doch muß wieder Freude zum Staat kommen, denn der Staat ist die Form der bürgerlichen Gemeinschaft, und was außer ihm bleibt, das ist doch die Anarchie und das Chaos. Es gab sogar Entgleisungen mancher Festredner, es gab Prügeleien und Messerstiche, es gab Aerger und Verstimmung. Was sollen wir tun? Mit den Waffen wider einanderaehen und den Sieg an ir- gendeine der beiden Fahnen heften? So wie etwa in Meriko es vorkommen soll, daß jede Partei ihren Kriegern eine Madonna voranträgt? Schon die Vorstellung ist entsetzlich. Ick frage in solchen Dingen nicht eine Partei, ich horche rein auf mein Gewissen, und da steht, daß ich die Obrigkeit und die Verfassung, auf die sie vereidigt ist, achten muß. Auch was die Reichsflagge an« aehi.so halte ich mich hier an das Grundsätzliche. Diese Reichsfahne ist zunächst ein Bekenntnis zum Staate überhaupt und dann zum Staate in dem ich eben lebe. Wer die Reichsfarben heraushängt, den darf man nicht einer Parteistellung verdächtigen. Er sagt damit nur, daß er sich feines Staates freut und der Ordnung, deren Segen er darin genießt. Nun kann es wohl fein, daß manche ein anderes Ideal in der Seele tragen, als eben diesen Volksstaat. Ich meine sogar, daß nicht einmal die. die an und für sich für die Republik sind, mit dieser Republik sich schon zufrieden geben. Die Besten von ihnen febnen sich darnach, den Volksstaat recht mit christlichem Geiste zu füllen und ihn deutsch zu machen, so ganz nach unserer Art und nach der Gesinnung unserer Väter. Was ich hier meine, ist vor allem das, daß roh* den Staat selber in unserem Bestreben um einen besseren nicht verneinen. Die Bomben von Amerika und Baiel sollten uns warnen, denn überall lauert die Anarchie auf den Augenblick, wo sie über ein Volk berfaffen kann, bas den Staatsgedanken nicht mehr schätzt.
Die beste Art übrigens, den Staat allen sieb- wert zu machen, liegt darin, daß man so viel per- sönlicke Liebe bineintut, als immer möglich ist. Von der Liebe der Gemeinschaft ist hier die Rede, und es war gerade an jenem Freudentage der Verfassung, als ich von dem Kummer eines alten Dienstmädchens hörte, der mich sehr ergriff. In
kalkomitee hat inzwischen alle Vorkehrungen getroffen, um den voraussichtlich starken Verkehr am 3. und 4. September gut zu regeln. Dank dem Entgegenkommen der Reichsbahnverwaltung sind 23 Verwaltungs-Sonderzüge vorgesehen, die auf den verschiedensten Strecken laufen. Einschließlich der bis jetzt bestellten Sonderzüge sind insgesamt schon etwa 60 Sonderzüge eingelegt. Die genauen Fahrzeiten werden anfangs kommender Woche in unserem Blatt bekanntgegeben. Auch ist vorgesehen, daß die S o n d ersah r p l ä n e auf den Bahnhöfen in Westfalen und Rheinland ausgehängt werden. Die Verwaltungs-Sonderzüge dienen vor allem zur Aufnahme kleinerer Vereinsgruppen. Wo in einer Stadt sich etwa 400—500 Vereinsmitglieder zur Teilnahme am Katholikentag finden, sollte ein Sonderzug bei der örtlichen Reichsbahnverwaltung bestellt werden, auch wenn ein günstiger Verwaltungszug diese Stadt berührt; denn letzterer würde durch eine solch große Gruppe zu stark belastet werden.
Die Anmeldungen zum Katholikentag sind bis heute nicht übermäßig zahlreich eingelaufen. Man scheint mancherorts bis auf die letzte Minute warten zu wollen. Dies bedeutet aber für die Arbeit des Büros eine starke Mehrbelastung. Deshalb ergeht noch einmal an alle, die am Katholikentage teilzunehmen gedenken, die eindringliche Bitte, sofort sich die Anmeldepapiere senden zu lassen.
Die Städtische Kongreß st ekle, Dortmund, Königswall 43, hat die Besorgung der Quartiere übernommen. Sie arbeitet im engsten Einvernehmen mit der Wohnungskommission und dem Büro des Katholikentages. Vorherbestellungen auf Quartiere können nur dann erledigt werden, wenn die Anzahlung für die erste Nacht bis spätestens zum 25. August erfolgt ist. Bei späteren Bestellungen können die Quartierscheine erst am Tage der Ankunft in Dortmund ausgegeben werden. Die Städtische Kongreßstelle hat Postscheckkonto 18 000 Dortmund.
Ein gleiches gilt von der Bestellung der Mitgliedskarten und Platzkarten. Die Zustellung zum Wohnort des Bestellers kann nur dann erfolgen, wenn die Einzahlung des Geldes bis zum 2 5. August auf Postscheckkonto 23 000 Dortmund der 66. Generalversammlung der Deutschen Katholiken, Dortmund, erfolgt ist. Die Mitgliedskarte (einschließlich Festabzeichen, Führer, Bericht) kostet 5 Mk. Der Preis für die Platzkarte, die aber nur in Verbindung mit der Mitgliedskarte gültig ist, beträgt 10 Mk. (1. Platz), 7 Mk. (2. Platz) und 5 Mk. (3. Platz). Die Zele- brationskarte kostet 2 Mk. Außerdem werden noch, solange der Vorrat reicht, Karten für reservierte Plätze beim Festgottesdienst ausgegeben.
Eile tut wirklich not. Man verlange sofort mittels Postkarte die Anmeldepapiere beim Büro des Katholikentages, Dortmund, Sil- berstr. 9. Tel. 1112. Oder man bestelle durch Anzahlung mittels Zahlkarte. Dann aber ist Anschrift und Gewünschtes genau anzugeben.
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mattonen usw., man bekommt gleich Zutrauen zu der ganzen Sache.
Nun gings hinaus ins Freie, wo man sich im reizend mit Blumen geschmückten Restaurationsgarten noch für die Fahrt stärken kann. Und dort stand auch schon »ine Maschine, »unser" Flugzeug, — für die Fahrt nach
bald Stuttgart erreichen. Richtig, in der Ferne sehen wir es im Tal« liegen! Run heißt es wieder anschnal- len, zur Landung, obwohl es ja beim Start ganz unnötig war, da man kaum eine Erschütterung gemerkt hatte. Der Motor arbeitet etwas langsamer, ganz allmählich geht es herunter, erst auf 1000 Meter, dann auf 800 Meter und auf einmal wird das Häuschen, das erst noch so Nein da unten lag, immer größer und jetzt rollen wir schon wieder über die Wiese hin.
Wir sind im Flughafen Böblingen bei Stuttgart angelangt. Freudig bedanken wir uns beim Piloten für die schöne Fahrt und nehmen Abschied von unseren Mit- reisenden, die wir um die Weiterfahrt nach Zürich be- neiden. Auf dem Flugplätze herrscht reges Treiben. Eben kommt das Flugzeug aus Zürich an, die Reisen- den müssen wegen der Verzollung ihres Gepäckes zum Zollbeamten, die Maschine, die uns hierherbrachte, fliegt nach Zürich weiter, nachdem unsere Plätze noch besetzt worden sind. Uns bringt das Auto in fast halbstündiger Fahrt nach Stuttgart.
Nachgenießend lasse ich die schöne Fahrt noch einmal an mir vorüberziehen und freut mich des interessanten und neuartigen Erlebnisses, um das ich mich bereichern durfte.
♦ „Huf den Lilien sitzen". Auf die weiße Lilie, di« bekanntlich schon im Mittelalter in das Wappen der französischen Könige aufgenommen worden war, be- ziehen sich einige Redensarten, die gelegentlich auch heute noch angewendet werden. So bedeutete seinerzeit das Wort: „auf den Lilien sitzen", daß ein Mensch eine hohe Stellung bei Gericht ausübe, da die Sitze, auf denen di« oberen Beamten in den Gerichtssälen saßen, immer mit liliendurchwebten Tüchern bedeckt waren. Jemand „eine Lilie anheften", hieß dagegen, ihn brandmarken, weil es tatsächlich Brauch war, für gewisse Verbrechen dem Täter eine Lilie auf die Stirne zu brennen.
Huf zum Katholikentag!
Eile fuf not.
Nur 14 Tage trennen uns noch von der neraloersarnrnlung der Deutschen Katholiken 4. bis 6. September in Dortmund. Das
man in Dessau sich um die Maschinen bemühte. Ich meine diese ganze persönliche Liebe, die m der Ar beit zu einem persönlichen Werke wachst. Diese Maschine ist des Meisters Stolz. Er rmrd chr im Geiste über den Ozean folgen, wie der Vater dem Sohne. Es ist Arbeit mft Liebe daran, darum keine reine Fabrikarbeit mehr, sondern m Wahrheit Menschenwerk und Herzensangelegenhert, deutsche Angelegenheit zugleich. Gott segne euch, -hr wackeren Flieger. Ihr nehmt die Sack^ ernst und gründlich, wie es Deutschen ziemt. Gibt es nicht wirklich noch Dinge, die schön sind, über die man sich freuen kann, die uns das Haus des Vaterlandes lieb machen? . . - 3a, ^.ebe auch wieder das Leben und kaufe mn- gewch noch Lukutate, von dem man sagt, daß es selbst Elefanten das Leben verlängert. Und wenn ich« nur nehme, um noch das Schauspiel der Emigkert des deutschen Volkes zu erleben . . .
Der Mann im Monde.
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Acttendruckerel, Fulda
ten wir bas schöngelegene burggekrönte Weinheim und nun, ganz wundervoll klar im Sonnenschein, Heidel, berg, den Neckar mit seinen Kähnen und Brücken, bas Schloß, Scheffeleck, Schloßhotel, äußerst deutlich erblicken wir dieses schöne Erdenfleckchen aus der Vogelschau! Wett in der Ebene rechts schlingt sich das blaue Band des Rheines, wie schön liegt das wette Land im Sonnenschein! Da unten, was ist bas? Da fliegt eine Maschine unter uns durch, auch der Pilot klopft uns und beutet lachenb nach unten.
Ein Blick auf die Uhr zeigt, daß fast 1% Stunde seit unserer Abfahrt neraanaen ist, also müssen wir wohl
M M.
Sonntag, 21. August 1927,
Jetzt fliegen wir höher, das Manometer am Piloten- ' ein kleines Fensterchen
Nebel hoben. Wie schön mag ets- und schneebedeckten Alpenriesen sein! Da entdek-
Hus dem Nachbargebiet.
= Hungen. Die UmstellungS- und Erweitemnas- arbeiten der Heftag A.-G. auf der früheren Grube „Friederich" bei TraiS-Horloff haben m der letzten Zeit bedeutsame Fortschritte gemacht. Das Wasch,- nenhcms ist bereits im Rohbau ferttggestellt für den 38 Meter hohen Schwelereibau werden zurzett die Fun- damentierungsarbeiten vorgenommen. Die Bausirma
Mit dem Flugzeug von Frankfurt a. M. nach Stuttgart.
Don Dr. M. W e st e n b e r g e r, Fulda.
Sn Jedem, der die großen Erfolge und Fortschritte km Flugwesen verfolgt, ist wohl schon der Wunsch rege geworden, auch einmal zu fliegen, denn die Sehnsucht des Ikaros liegt ja auch uns allen im Blute. Meinen schon lange gehegten Vorsatz beschloß ich nun endlich in die Tat umzusetzen und jetzt hatte ichs schwarz auf weiß, ■ der Schein, den ich in Händen hielt, gab mir die Berechtigung, im Flugzeuge von Frankfurt a. M. nach Stuttgart zu fahren. Am Tage der Fahrt brachte beim Erwachen der erste Blick nach dem Himmel große Enttäuschung. Nur graue Wolken waren zu sehen, ein Regenschauer prasselte nieder, die ganze Freude wird wohl zu Wasser werden! Aber bis 9 Uhr 15 kann sich noch vieles ändern, also abwarten, und tatsächlich kam später die Sonne durch und bald zeigten sich verheißungsvoll Eckchen blauen Himmels Um dreiviertel 9 Uhr brachte uns das vollbesetzte Auto der Lufthansa zu dem Flughafen Rebstock, in Frankfurt a. M., wundervoll gelegen an der Peripherie der großen Stadt. Dort herrschte flotter Betrieb, sehr zuvorkommend gab
Stuttgart-Zürich bestimmt, — wie wir auf unser« Frage hin erfuhren. Schnell mußten wir natürlich den Vogel besichtigen, der uns bald in die Lüft« tragen sollte! Zwei Mechaniker überprüften noch den Motor, auf den es ja so sehr ankommt, noch standen die Propeller still. Eine kleine Eifenleiter führte zur Kabine, in der bequeme Korbsessel 4 Passagieren Platz bieten. Kaum haben wir alle» in Augenschein genommen, da landet schon das von Esten kommende Anschlußflugzeug, der Flugzeugführer und die anderen Pastagiere kommen herbei, gegenseitiges Vorftellen und Händeschütteln, schnell knipst ein Photograph noch die Gruppe am Flugzeug, damit das bleibende Andenken nicht fehle, und nun gehts die Hühnerleiter hoch in die Kabine. Wir alle schnallen uns nach der Weisung des Piloten mit den an den Sitzen befindlichen Gurten fest, eine Uebersichts- tarte wird noch für die Wißbegierigen hereingegeben, auch Watte erhält jeder zum Schutze der Ohren gegen den Lärm von Propeller und Motor, der Postfack wird beim Piloten verstaut, der Motor fängt an zu summen, noch ein Winken und letztes Abschiednehmen und schon rollen wir über das weite Feld. Und jetzt, kaum merklich verändert sich das Bild, wir steigen! Der schöne Restaurationsgarten, in dem wir vorhin noch faßen, liegt auf einmal unter uns, da zur Linken sehen wir eine Herde Schafe, die wir freudig als gutes Omen begrüßen, und nun gehts höher. Im Dunst« sehen wir unter uns die Stadt, dann wechseln die braunen und
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= Sulzbach a. T. Der 28 jährige Maurermeister Georg Christian stürzte bei der Besichtigung «mes Neubaues aus einer Höhe von sieben Metern ab, brach das Genick und war sofort tot.
- Aschaffenburg. Der Verlag deS „Beobachter am Main" richtete kürzlich ein Schreiben an das Frankfurter Einwohnerme'd amt, in dem dieses um die Anschrift eines in Frankfurt wohnenden Herrn gebeten wurde. In der Annahme, daß eine städtische Behörde für die Leistung eines Dienstes kein langes Ziel gewähre, toutben dem Brief als Vorauszahlung eme Reichsmark beigeleat und zwar in Gestalt von zwei Briefmarken zu 50 Pfennig. Aber die Rechnung war ohne den Wirt gemacht. Nickt etwa, daß das Einwohnermeldeamt in Frankfurt mehr als eine Mark verlangt oder daß es keine Briefmarken als Zahlung annimmt. Vielmehr sandte es den Origmalbrief nach bekannter Art und Weise unter „gebühren- pflichtige Postsache" zurück. Der Bries aber, dem die beiden 50 Psg.-Marken wieder beigelegt waren, enthielt ebenfalls nach bekannter Art und Weise einen behördlichen Stempelausdrnck folgenden Inhalts: „Bevor dem Antrag auf Wohnungsermittelung entsprochen werden kann, sind 'bestimmungsgemäß 50 Vkennig Gebühren einzusenden. Diese können auf Postscheckkonto . . . . oder in Briefmarken im Werte von 5—20 Psg. mit dem Schriftstück eingesandt werden." - Daß die Be- Hörden aber auch anders können, geht aus einem zwei- ten Falle hervor. Am gleichen Tage richtete derselbe Verlag ein Schreiben an das Einwohnermeldeamt in München, gleichfalls unter Beifügung von zwei 50 Pfg.- Marten. Die Auskunft, die ebenfalls wie in Frankfurt 50 Pfg. kostete, kam prompt; gleichzeitig wurde die zu- viel gezahlte halbe Reichsmark zurückgeschickt. In Mün- chen wußte man sich zu helfen; in Frankfurt a. M. dagegen konnte man offenbar über ein gewisses Etwa? nicht hinaus.
Rund um die Woche.
Der Spiegel der Seele. — Nachträglicher zum Verfassungstag. — Dar arme Dienstmädchen. Moderner Gemüsebau. — Lin Sircheumaler. — Liebende Arbeit. — Lukutate.
| MIIMMNM |
j 1825 FUlfla 1825 |
Bahnhofstrasse 5
V'*
man Auskunft, bemühte sich ums Gepäck. Die Flug
leitung sorgt gut für die Fluggäste, jedem wird sofort _______ _____
bie neueste Zeitung überreicht, dann ist so manches „den grünen Streifen der Felder — exakt abgeteilt wie Gar- Fluggästen gewidmet": Ansichtskarten, Pläne, Infor.