Wtmmtt 10 R,.(»iiMr.«-IlWlSM.)
FuldaerZertung
Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 190
Samstag, 20. August 1927
Zentrum und Schulfrage
* Aufrufe der deutschen Frauenvereine für die Hlndenburg - Spende. Der Bund der deutschen Frauenvereine, in dem 77 Frauenverbände mit weit über einer Million Mitgliedern zusammengefatzt find, hat einen Aufruf erlassen, in dem er alle deutschen Frauenvereine auffordert, die Hi nde n- burg-Spende nach Kräften zu Unterst ü tz e n, um das Los der Kriegshinterbliebenen zu lindern und so auch den „Deutschen zu ehren, der des höchsten Amtes im Reich mit selbstloser Hingabe waltet."
3agor$6i noch immer unauffindbar.
wtb. Warschau, 19. Aug. (Griff. Funkm.). Wie Oberst Piatkowrki, der mit der Untersuchung des Falles Zagorski betraut ist, einem Warschauer Mor. gendlatt mitteilt, sind die Nachforschungen iier Feldgendarmerie nach dem verschwundenen General bisher vergeblich gewesen.. Alle Angaben der Presse und einzelner- Personen über angebliche Spuren des Verschwundenen haben sich unzutreffend oder wertlos erwiesen. Auch die verschärfte Grenzkontrolle lieferte keinerlei Resultate. Die Untersuchung ist somit auf dem toten Punkt artge- langt. Die Beantwortung der Frage, ob Polen sich wegen der Verfolgung Zagorskis auch ans Ausland gewandt hätte, lehnte Oberst Piatkowski im dienstlichen Interesse ab.
* Lin Flaggenschuherlaß in Oldenburg. Wie der „Voss. Ztg." aus Oldenburg gemeldet wird, hat das oldenburgifche Staatsministerium eine Verordnung zrim Schutze der Reichsfarben in den oldenburgi- schen Bädern erlaßen, in der es heißt, daß die zu- ftändigen Behörden angewiesen sind, alle Maßnah. men zu treffen, die eine Entfernung, mutwillige Beschädigung oder Vernichtung von Flaggen mit den verfassungsmäßigen Reichsfarben zu verhindern geeignet find, und etwaige Täter zur Strafverfolgung zu bringen.
Reichswehr und verfaffunysfeier.
wtb. Berlin, 19. Aug. (Eig. Funkm.) Wie den Blättern mitgeteilt wird, haben die Reichswehrangehörigen bei den V e r f a f f u n g s f e i ern in Gießen und Donaueschingen entsprechend der vom Reichswehrminister ergangenen Anweisung gehandelt, als sie den Saal verließen, da bei beiden Veranstaltungen von den Rednern parteipolitische Ausführungen gemacht wurden und die Reichswehr nur solchen Feiern beiwohnen darf, die einen überparteilichen Charakter tragen. In Gießen übte der Redner Kritik am Reichspräsidenten, während in Donaueschingen die Reichswehr selbst heftig angegriffen wurde.
Ae Frage Her TruMnoerMemg im Rheinland.
Mimsterrat in Frankreich. - Englisch-französischer Meinungsaustausch Der deutsche Botschafter bei poincare.
Geßlerr zlaggenerlah.
Die Verordnung des Reichswehrministers Hehler, die bestimmt, daß die militärischen Oienstgebäude und auch die Privatwohnungen der Wehrmachtangehörigen von nun an neben der früheren Kriegsflagge auch die schwarz-rot-gol- dene Reichsflagge hissen müssen, ist zweifellos ein weiterer Schritt zur Festigung des Staates und seiner Einrichtungen. Der Erlaß des Reichswehrministers hat sonach eine außerordentlich allgemein- wie aber auch staatspolitische Bedeutung. Daß dieser Erlaß geschaffen werden konnte im Zeichen einer Regierung, in der vier deutsch- nationale Minister sitzen, ist von besonderer Bedeutung. Dem Reichswehrminister mußte daran liegen, für einen solchen Erlaß die nötige Rückendeckung gerade auch bei den Vertretern derjenigen Volks- und Wählerschichten zu erhalten, die bisher in einem betonten Gegensatz zu dem Wesen des neuen Staates zu seinen Einrichtungen und seinen Symbolen, also auch zu den Farben standen. Nachdem die Deutschnationalen, um in diese Regierung zu gelangen, die Rechtsgrundlage des bestehenden Staates feierlich anerkannt, desgleichen sich zum Schutze der Einrichtungen und Symbole, also wiederum vor allem auch der Flagge, verpflichtet haben, stellt nun diese neue Aktion des Reichswehrministers, die selbstverständlich im Einvernehmen mit dem gesamten Kabinett getroffen worden ist, eine wichtige Etappe in der weiteren Festigung und Stärkung des Staates dar. Daraus ergibt sich die außerordentliche Bedeutung dieses Erlasses.
*
Das Echo der Presse zu diesem Erlaß ist sehr verschieben. In der deutschnationalen „Kreuzzeitung" wird gesagt: „Die Reichswehr wird dadurch nicht dem politischen Parteikampf entzogen, sondern gerade mitten in ihn hineingestellt." Die radikalere „Deutsche Zeitung" meint „Die Verordnung ist nicht nur zwecklos; sie ist schädlich. Dem Reichswehrminister bleibt es vorbehalten, den Flaggenzwist in die Reichswehr hineinzutragen." Auch im übrigen wird von der deutschnationalen Presse betont, daß durch die Verordnung ein Zustand geschaffen wäre, der zu schweren Konflikten innerhalb der Reichswehr und zwischen. Reichswehr und Volk führen müsse. Das ist bie' Meinung beispielsweise der „Deutschen Tageszeitung".
Die „Deutsche Allg. Zeitung" bringt einen Aufsatz über den Flaggenerlaß des Reichswehrministers, in dem es u. a. heißt: „Es liegt nahe, bei dem engen Verhältnis zwischen Reichspräsident und Reichswehrminister, anzunehmen, daß der Erlaß Dr. Geßlers die Zustimmung des Reichsoberhauptes und höchsten Heerführers gefunden hat. Mehr: vielleicht offenbart sich hier sogar ein geheimer Geburtstagswunsch Hindenburgs, den zu erraten nicht schwer fallen kann: die Deutschen sollen den Flaggenkrieg begraben und sich in der friedlichen Anerkennung beider Flaggen zusammenfinden! Kein schwererer Schlag wäre denkbar für alle, die jene oder diese Farben zur Agitation, zur Verhetzung um eines einseitigen Parteiwillens willen mißbraucht, als wenn die verfassungstreuen Anhänger der alten Farben vom Geburstag Hindenburgs ab neben Schwarz - Weiß - Rot auch Schwarz-Rot- Gold flaggten."
In der Zentrumspresse wird der Erlaß begrüßt, mit der Begründung, daß er geeignet sei, im Flaggenstreit des deutschen Volkes die Gegensätze zu entspannen.
Die Presse der gemäßigten Linken und der Sozialdemokratie begrüßt ebenfalls den Erlaß als einen „Schritt zum besseren".
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.
wtb Paris, 19. Aug. (Eig. Funkm.) Die Frage der Verringerung der B e s a tz u n g s t r uv- pen im Rheinland wird, wie verlautet, in i)em heute vormittag stattfindenden Minister- r a t erneut behandelt werden. Nach dem „Echo de Paris" sollen die bisher in Deutschland und Eng- land veröffentlichten Zahlenangaben viel höher sein als die wirkliche Verringerung, die in Frage kommen könnte, wenn die neue Truppeneinteilung endgültig angenommen ist, die Kriegsminister Painl'eve und General Petain und General Guillaumat planen. Der Newyork-Herald will mitteilen können, daß die französische Note an das Foreign Office betone, daß Frankreich über eine tärkere Truppenvermindsrung als 6 0 0 0 Mann nicht hinausgehen könne.
Frankreichs Vorschläge.
Reuter meldet, daß die französische Regierung auf die b e i d e n N o t e n, die ihr kürzlich von der britischen Negierung über die Herab- etzung der alliierten Besatzungsarmeen im Rheinland überreicht wurden, nunmehr die A n t - wort übergeben hat. Die französische Note wird augenblicklich von den englischen Sachverständigen genau geprüft. In den Londoner amtlichen Kreisen ist "man nicht geneigt, vor Abschluß der Prü- sung über den Inhalt der Note Mitteilung zu machen.
Während in den zuständigen britischen Kreisen über die französische Antwort auf die britischen Noten über die Herabsetzung der alliierten Militärstreitkräfte im Rheinlände äußerste Zurückhaltung beobachtet wird, erfährt Reuter von zuverlässiger Seite, daß die französische Regierung vorgeschlagen habe, ihre Truppen, die z. Zt. etwa 55 000 Mann stark sind, um5000Mannzuverringern. Gleichzeitig hat es den Anschein, als ob die französische Regierung erwarte, daß die britische und die belgische Regierung ebenfalls Truppen in einer Gesamt st ärke von 5 0 0 0 Mann zurückziehen, sodaß also eine gesamte Herabsetzung der Besatzungstruppen um 10 000 Mann stattftn- den würde. Die französischen Vorschläge werden gegenwärtig von der britischen Regierung geprüft.
<Ein baltischer Staatenbund.
Der lettische Außenminister Zielens empfing am Donnerstag in K o w n o Pressevertreter und erklärte, der Zweck feiner Reise sei, alles mögliche zu tun zur Weiterentwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Litauen und L e t t l a nd auf Grund einer Reihe von Abkommen, wie eines Handelsvertrages und einer Schiedskonvention, deren Abschluß jetzt auf der Tagesordnung feien. Zielens betonte sein entschiedenes Eintreten für die Verwirklichung des bastischen S t a a t e n b u n- d e s, den politische und wirtschaftliche Motive erheischen, welche den drei baltischen Ländern • gemeinsam seien. Er sehe im baltischen Staatenbund das beste Mittel zur Stärkung des Einflusses der drei Staaten in der internationalen Politik.
In der Kulturpolitik hat das Zentrum, seit- dem es besteht, immer eine lückenlose Einheit und Geschlossenheit aufgewiesen. Diese gemeinsame Front in Weltanschauungsfragen war allezeit der Stolz der Zentrumspartei. Selbst als politisch alles zerbrach und in der Wirrnis des neuen Aufbaus in politi scheu Dingen die, Wege auseinandergingen, ja sogar Glieder der einst einigen Partei sich trennten und splitterten, da gab es doch immer noch ein Gebiet, auf dem sich alles wieder zusammenfand: das Gehiet der Weltanschauung, das Gebiet der Kulturpolitik!
Ist es unter solchen Umständen nicht geradezu tragisch* daß in einem Augenblick, in welchem wir eine "er obersten Forderungen der Kulturpolitik der Zentrumspartei auf dem Wege zu ihrer Verwirllichung sehen, gerade aus den Reihen der Zenttumspattei und zwar nicht von den Nächst- besten, ausgerechnet gegen dies« Kulturpolittk der Partei, für die wir feit Jahrzehnten kämpfen, Stellung genommen wird? Für alle Parteimitglieder, auch für die nächsten Freunde vollkommen überraschend, hat Dr. Wirth den Angriff gegen die Kulturpolitik der Zentrumspartei dadurch eröffnet, daß er in dem „Berliner Tageblatt", und ausgerechnet in dieser Zeittrng, die der Kultur- Politik des Zentrums immer auf das schärffte ent- gegenstand, erklärte, er werde nicht nur daS jetzt dem Reichstag vorliegende Reichsschulgesetz ab» lehnen, sondern er werde auch dagegen angehen. Das heißt also, daß er heute schon ankündigt, daß er sich in dieser wichttgen, grundsätzlichen Frage von der Politik der Zentrumspartei und der Zentrumsftaktion des Reichstages zu ttennen die Absicht hat. Dr. Wirth hatte noch eine Begründung für diese seine Auffassung in Aussicht gestellt, biS zu deren Vorliegen wir zunächst noch das wettere Urteil zurückstellen wollen.
Nun rft, von einem anderen Standpuntt ausgehend, auch der seinerzeit auf Vorschlag des inzwischen verstorbenen Reichskanzlers a. D. Fehren- bach auf die Reichsliste übernommene, protestantische, konservative Schriftsteller Adam Röder gegen das Schulgesetz angegangen. Merkwürdig fft die bei Rö der zum Ausdruck kommende Auffassung, daß durch die Konfessionsschule Unfriede in das Volk gebracht würde. Röder plädiett für die Simultanschule. Wie ein Politiker, der auf Zentrumsboden steht, für die erste und höchste Forderung der Zenttumskulturpolitik, die Schaffung der Bekenntnisschule, um katholische Kinder im katholischen Bekenntnis erziehen zu können, nicht zum mindesten die gleiche Anerkennung und Verteidigung wie für die Simultanschule aufzubringen vermag, fft wirklich unerfindlich. Wie verttägt sich eine derartige Auffassung übrigens auch mit dem demokratischen Eerechtigkeitsgefiihl?
Wie ist es überhaupt möglich, daß just Zen- trumsparlamentarier dm Gegnern der Kulturpoli- tik des Zentrums und damit auch dm Gegnem des Reichsschulgesetzes das Stichwott zum Kampfe gegen dieses Gesetz geben dadurch, daß sie bte Parole formulieren: Dieses Schulgesetz schaffe Entzweiung im Volk und würde dm innerpolitischen , Streit nur noch versckärfm und vermehren.
Möglicherweise wird man den Eindruck haben, daß die vorgeschlagene Zurückziehung britischer und belgischer Truppen unverhältnismäßig sei, da die Gesamtstärke der französischen Streitkräfte im Rheinland die britischen und belgischen um 40 000 Mann übersteigt. .
Es muß daran erinnert werden, daß die Botschafterkonferenz in ihrer Note vom November 1925 der deutschen Regierung versprochen hat, im Rheinlande die Zahl der alliierten Truppen möglichst herabzusetzen. Seit diesem Zeitpunkte hat die deutsche Regierung bei jeder mögllchen Gelegenheit die Nichterfüllung des Versprechens durch die Alliierten als Beschwerdegrund vorgebracht. Um ähnliche Beschwerdegründe seitens der deutschen Regierung zu beseitigen, wird die britische Regierung jetzt darauf bedacht sein, die von der Botschafterkonferenz ver- sprochene mögliche Zurückziehung von Truppen durchzuführen. Während in der Note der Botschafterkonferenz keine bestimmte Zahl genannt ist und noch keine Geneigtheit besteht, in unnötige Einzelheiten der Frage einzutreten, solange die Angelegenheit noch erörtert wird, glaubt man doch allgemein, daß die Herabsetzung der gesamten alliierten Truppen im Rheinlande auf 56 000 Mann die Billigung der britischen Regierung finden würde.
v. Hösch bei poincard.
Der deutsche Botschafter v. Hoesch hatte am Donnerstag eins Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Poincare, die eineinhalb Stunden währte. Anlaß zu dieser Besprechung gab der Wunsch des Botschafters, dem Ministerpräsidenten persönlich zu danken für die Anteilnah m e, die die französische Regierung und insbesondere auch Herr Poincare ihm während feiner langen Krankheit gezeigt hätten. Im Laufe der Unterredung wurde der gegenwärtige Stand der deutsch-französischen Beziehungen im allgemeinen erörtert wobei der Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages in feiner Bedeutung einer besonderen Würdigung unterzogen rourbe.
Anzeigen-Preise: Äleinsetle (Solonel) »total 0,15 MC, .
auswärts 0,20 MC. Reklamezelle: lokal 0^50 Ml, 54»jQt)tQ auswärts 0,80 Kik. Bei Wiederholungen Rabatt. -J ' »
Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051. :-: _________
* Beilegung des enaftsch-cbinestichen Flugzeug^ konfliktes. Havas berichtet aus Schang Hai,daß der Zwischenfall toegen des von den Chinesen beschlagnahmten englischen Flugzeuges beigelegt worden sei. Infolgedessen haben die britischen, Behör- ben bie abgeschnittene Eisenb ahnlinie wieher freigegeben und die Truppen wieder in die Niederlassung zurückgezogen.
* Um die Begnadigung von Saeco und Ban- zetti. Die Verteidiger von S a c c o und D a n - z etti erklären, daß für den Fall einer Ablehnung ihrer Anträge durch den vollbesetzten Obersten Gerichtshof des Staates Massachusetts bet Antrag auf Einforderung der Prozeßakten durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington gestellt werden wird. - Die Vertreter von 45 Gewerkschaften hielten in den Räumen der italienischen Arbeitskammer in Newyork eine Versammlung ab und beschlossen, 500 Einzelpetitionen
Zu allem Betrüblichen gesellt sich jetzt, und I auf Postkarten an Gouverneur Fuller zu senden, wiederum bezeichnenderweise im „Berliner Tage- I in denen sie um Begnadigung Saecos und Van- blatt", em „westbeu t sch er Zentrums- i $ettiS oder um Einleitung eines neuen Verfahrens mann", der über das Reichsschulgesetz unter em- I hstten.
berem folgendes sagt: . I -----------
„Der Keudellfche Schulgesetzentwurf reißt trotz I -js Ttortrftft mit
seiner äußeren Liberalität unser Volk auseman- I uer UCTirag Hin JlUIinittuj.
der und verhärtet auf Kosten der deutschen Volks- I wtb. Berlin, 19. August. (Eig. Funkm.). Wie gemeinschaft die verschiedenen weltanschaulichen unb I bie glätter erfahren, wird der Wortlaut des konfessionellen Gruppierungen in ihrer Frontstel- I deutsch-französischen Handelsvertrages auf Grund lung geaenehtanber. Er trägt bie Konfessionspoll- I Mer nachträglich mit ber französischen Delegation tik in die Reihen ber Elternschaften unb auch bet I ^troffenen Vereinbarung ni cht vor bem 25. Kinber hinein. Er verhütet ein wirkliches Volk- I gju gust veröffentlicht werden. Die deutsch« werden ber Deutschen im deutschen Staate." I Delegation fährt morgen aus Paris nach Berlin
Soll man es wirklich glauben, daß etwas ber- I Wie besonders hervorgehoben wird, ist das artiges ein Zentrumsmann schreibt? Mit solchen I im deutsch-französischen Handelsvertrag Borge- Worten wirb bie progra mmatische For- I ^heue außerordentliche Kündigungsrecht zweiseitig, berung ber Zenttumspattei seit ihrem Bestehen, I Entgegen anbers lautenden Meldungen wirb fer- baß die kacholischen eitern bie katholische Schule I ner darauf aufmerksam gemacht, daß wir sowohl ein Recht zu fordern haben, geradezu herabgesetzt. 1 fÜT den Waren- als auch für den Schiffsvettehr in Wenn in dem betteffenden Artikel auch noch so sehr I Marokko das Mefftbe^nstigungsrecht genießen betont wird, daß es sich um eine Angelegenheit I ____
politi scher Natur handelt, so fft das noch lange 1
keine Entschuldigung für eine derattige, die ganze I zureden, was angesichts der Vorgänge ber letzjahrzehntelange Kulturarbeit des Zentrums direkt I ten Zeit in diesen eben beregten Fragen die Her- verleugnende Stellungnahme, sondern geradezu eine I zen drückte. Denn darüber muß man sich klar sein, Verkennung des Wesens der Zenttumspattei, die I daß bie Schulfrage eine wirklich Herzen sangseben als Weltanschauungspartei mit den I legenheit aller Zenttumsangehöttgen fft. Man politischen Mitteln vor allem auch dem höhe- I soll sich über bie Tiefe unb Ehrlichkeit, aber auch ren und höchsten Sinn unseres Lebens und j über bie allumfassende Größe dieser Empfindung Daseins überhaupt, dem Geistigen und E w i- I nicht täuschen! Wir haben aber auch gesehen, daß gen zu dienen verpflichtet fft. I man eine bewundernswerte Selbstdisziplin übte und
Ist es nicht auch geradezu niederschmetternd, I daß man sich lieber Vorwürfen aussetzte, als daß daß in demselben Attikel des „westdeutschen Zen- I man vorzeitig gegen irgendjemand Stellung nahm, ttumsmannes" im „Berliner Tageblatt" ein schar- I Wir sind ber Meinung, daß diese Tattik die rich- fer Angriff schlechthin gegen bie Zentru m s - I tige war unb daß es vor allen Dingen dem christ- p resse unternommen wttd, der ganz allgemein I sichen Gerechtigkeitssinn entspricht, kein Urteil zu zum Vorwurf gemacht wirb, daß sie „in leicht- I fällen, ehe man nicht vollkommen über eine, im sinniger unb unchrfftlicher Weise ben Patteibann I ersten Augenblick vielleicht unverstänbliche Auf- schleudere." Es ist also schon so weit, baß ein I fassung, aber auch bie Begründung dazu, Klarheit „Zenttums"-Mann im — „Berliner Tageblatt" I hat. Daran wollen wir auch unbedingt weiter fest- bie Zentrumspresse rüffelt! Man braucht das nur I halten. Wir lehnen es ab, den Richter in einer festzustellen, um zu erkennen, wie weit wtt schon I Sache spielen zu wollen, über bie man sich mit gekommen sinb! Erft nachdem diese Beschult»!- I ehrlichen unb triftigen Gründen auseiuanderzusetzen gung, wie gesagt, ganz allgemein gegen bie „Zen- I vermag. Andererseits gibt es gerabe in pro - ttumspesse" erhoben ist, roenbet sich ber Verfasser I gramma tischen, also grundsätzlichen Fraim besonberen gegen bie „Kölnische Volkszeitung", | gen eine Grenze, bie, wollen wir uns nicht selbst von der gesagt wird, daß sie „ist den letzten Zei- I aufgeben, unter allen Umftänbm innegehalten werten immer in vorderfter Reche der Schriftgelehr- I den muh.
ten unb Inquisitoren gestanden habe, bie keine un- I ber bayerischen volksparteilichen passende Gelegenheit vorüber^ ließen, um die Korrespondenz wird zu den augenblicklichen ÄÄiE'Ü'SÄÖ ÄTiÄiS1"'1 “ beit gingen". Reichsschulgesetz folgendes gesagt:
Wir haben vielmehr die Beobachtung gemacht, I „Die Ste Ilungnahme Dr. Wirth's zum daß die Zentrumspresse bis auf wenige Ausnahmen Reichsschulgesetzentwurf berühtt das Wesen des sich gerade in diesen Fragen auf das äußerste zu- I Zentrums als Weltanschauungspattei. Die Baye- rückgehalten hat, vielleicht mehr als es gut war rische Volkspartei ist von der Problematik, oder und sich auch mit der stärksten Rücksichtnahme I „Weltanschauungspattei" ober „rein politische Par- auf bestimmte Persönsichketten und ihre Einstel- tei" verschont geblieben. Die Hoffnungen auf eine lung rechtfertigen ließ. Wir haben es oft genug engere Verbindung zwischen den beiden Parteien selbst empfunden und immer und immer wieder müßten zuschanden werden, wenn das Zentrum die auch in Zuschriften gehört, wie es unsere Anhänger I in seine Reihen von eigenen Führern hineingetta- förmlich danach drängte, in diesen Fragen sich gene Krisis als Weltanschauungspattei nicht über- auÄusprechen und sich von der Seele herunter- 1 stehen würde.'