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Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt

Nr. 186

Sonntag, 14. August 1927

I Ae Siimmnng DUa rechWO Md KMaitz

Bon

Karöorffs Verfassungsrede. - Der deutsch-französische Handelsvertrag

ein.

Meldun» ein drei-

Vie wirren in China.

Konflikt in der Regierung von Hankau.

Indianeraufstand in Bolivien.

Aus L a P a z wird gemeldet: Zur Unterdrük- kung des Jndianeraufftandes sind von P o t o f i und O r u r o Truppenabteilungen in das gefähr­dete Gebiet gesandt worden. Bei einem Zusam­menstoß mit den Rebellen, die insgesamt etwa 50 0Ö0 Mann zählen sollen, wurden fünfzig Re- bellenführer gefangen genommen, an die hundert Indianer getötet und eine große Anzahl verwun. det. Die Indianer plünderten zahlreiche Ware», lager und steckten mehrere Farmen in Brand. Sfe nach Potost führende Eisenbahnlinie ist bedroht.

von denen vier Mann verwundet wurden, soll es gelungen sein, die Rebellen zu zerstreuen.

Neue Krife in Griechenland.

wtb. Athen, 13. August. (Eig. Funkm.). Das Kabinett Zaimis ist gestern nachmittag zurückgetre- ten. Der Präsident der Republik hat das Rück­trittsgesuch des Kabinetts angenommen. Heute vormittag werden die ersten Besprechungen des Präsidenten der Republik mit dem Kammerpräsi­denten und den Parteiführern stattfinden.

*

Aus Bukarest meldet „Orient-Radio": Die Ge- rüchte über ein Attentat, das in Kikinda auf den früheren König von Griechenland verübt worden sein soll, entbehren jeder Grundlage. Kö­nig Georg hat Sinaia in den letzten Tagen nicht verlassen und wird exst am kommenden Freitag ab­reisen. ________________________

Rumänisch-südslawischer Zwischenfall

Aus Belgrad wird gemeldet: Nachdem die südslawischen Behörden davon unterrichtet wor­den waren, daß bei dem Dorf Makovo nabe der südslawisch-rumänischen Grenze wiederholt die Erntefelder von Dieben heimgesucht worden waren, konnte in der Nacht zum Mittwoch eine Abteilung Landjäger drei bewaffnete rumänische Soldaten dabei überraschen, wie sie die Felder der südslawischen Bauern ausraubten. Nach wie­derholter, vergeblicher Aufforderung zum Aalten machten die südslawischen Landjäger von der Feu­erwaffe Gebrauch. Bei dem Kugelwechsel wurde einer der rumänischen Soldaten getötet, ein zweiter verhaftet, während der dritte über die Grenze flüchten konnte. Ein von den südsla­wischen und rumänischen Bebörden gebildeter ge­mischter Ausschuß hat sestgestellt, daß sich der Zwi­schenfall auf südslawischem Boden abgespielt hat. _________

Rämvfe in Mexiko.

Aus Mexiko wird gemeldet: Nach

Der Name Kiautschou erweckt im -erzen des Deutschen wehmütige Erinnerungen, vor allem in den -erzen der vielen, die dort einmal gelebt ha­ben. Vielleicht hörte man trotz der bescheidenen Größe des Pachtgsbietes im Vergleich zu anderen früheren deutschen Ueberseebesitzungen deshalb so- vrele von Kiautschou und spricht auch heute des­halb so gern davon, weil er der einzige Flecken Erde war, wo sich deutscher Kulturgeist auf dem asiatischen Festlande betätigen konnte. Mr uns Deutsche ist die Schantungfrage, mithin Kiautschou weltpolitisch allerdings seit dem 7. November 1914 erledigt; damals fiel Kiauffchou in die Hände der Japaner, die, vom Norden kommend, die Bahn von Tsinan bis Kiautschou besetzt hatten und da- nnt das Herz der chinesischen Provinz Schantung. Im Artikel 156 des Versailler Diktats verzichtete dann DeutsMand noch zugunsten Japans auf alle Vorrechte und Ansprüche aus dem Kiautschouver- trage vom 6. März 1898 mit China. Die Chine­sen erkannten jedoch diesen Verzicht nicht an und weigerten sich, dem Vertrage beizutreten. Hierin wurden sie von den A m e r i k a n e r n unterstützt; auch die Engländer wandten sich damals gegen Ja- pan, indem sie den mit ihm geschlossenen Freund­schaftsvertrag kündigten. Durch die Verträge von Washington 1922 wurde weiterhin auf Japan ein Druck ausgeübt, dem es sich scheinbar willig fügte. Im Lause des Dezember 1922 unterzeichnete Japan verschiedene Abkommen mit China und räumte bereits am 1. Januar 1923 Schantung, nicht ohne sich dabei bedeutende Rechte vorbehalten zu haben.

Die für die Rückgabe geltende Gesamtschuld Chinas an Japan wurde auf rund 40 Millionen Ben festgesetzt, und die halbamtliche „Peking Daily News" bemerkte in einem Aufsatz vom 14. Dezem­ber 1922 unter anderm: „Der Gegensatz zwischen den deutschen Tagen und der heutigen Lage zeigt aufs schärfste die Vorteile, die Japan aus der Be­setzung Tsingtaus während des Krieges gehabt hat. Während der . ganzen Dauer der deutschen Be­setzung gab die deutsche Regierung ungeheure Summen für die Entwicklung des Hafengebietes aus. Privatunternehmungen steckten ihr Geld in Bergwerke und Eisenbahnen. Sie alle, Regierung und Privatleute, haben alles verloren. Das war Kriegsglück und die Folge der Aufhebung zi­vilisierter Kriegsgebräuche durch den Versailler Frieden. Japan hingegen, als Nachfolger der deutschen Wirtschaftsrechte befindet sich in einer weitaus günstigeren Lage. Statt Geld in Men- aen einzuführen wie Deutschland, wird Japan Jahr für Jahr Millionen als Entschädigung erhalten, während die japanischen Eigentiimer noch dazu den Vorteil haben, eine fertig hingebaute Stadt zu besitzen mit allen neuzeitlichen Annehmlichkei­ten."

In der Tat hat diese chinesische Aeußerung I ihre volle Berechtigung. Was die Deutschen in I Schantung in dem kurzen Zeitraum von 16 Iah- I ;ren geleistet haben, steht in der Kolonialgeschichte einzig da; selbst der chinesische Bauer wurde wohl­habend, überall herrschte Friede, und es bahnte sich, nachdem bi. Chinesen einma die ihnen keines­wegs einwandfrei dünkende Art des Erwerbs des Pachtgebietes verwunden hatten, ein geradezu herz­liches Verhältnis zwischen ihnen und den Deutschen an. Noch heute ist der Deutsche der beliebteste Ausländer in Nordchina.

Die Unruhen im Pangtsetal, die Flucht tausen­der japanischer Untertanen, die Unterbindung des Handels, die Verlegung des Kriegsschauplatzes aus dem Uangtsetal weiter nach Norden, die auch 1914 schon einmal erwogene Möglichkeit, daß andere Mächte Japan in Schantung zuvorkommen könn­ten, und die Bedrohung der oben erwähnten japa­nischen Interessen in Schantung haben dann zu einem heftigen Kampf in der japanischen Oeffent- lichkeit geführt, der seinen Ausdruck fand in der Einberufung einer Sonderkonferenz in Tokio, wo sich die japanischen Staatsmänner entschlossen, fol­gende Richtlinien für die japanische Politik gegen­über China aufzustellen, die am 7. Juli d. I., dem I Tag der Beendigung der Konferenz veröffentlicht wurden-

„Japan lehnt jegliche Einmischung in chinesische Parteizwistigkeiten ab. Japan sympathisiert nut dem gemäßigten Nationalismus in China, es erhofft eine friedliche wirtschaftliche Ent­wicklung, die durch die Bemühungen chinesischer Nationalisten mit Unterstützung freundlicher Mächte erreicht werden kann. Eine starke Zentralgewalk in China ist erforderlich, aber ihr Errichtung wird Zeit beanspruchen. Unabhängig von der endgültigen Einstellung einer Regierung, die das Land vertritt und beherrscht, wird Japan bereit sein, mit einer solchen zu verhandeln. Während der gegenwärti­gen Unruhen wird Japan die Schritte unterneh­men, die zum Schutze seiner Reichsangehörigen und Interessen in China erforderlich sind. Infolge sei­ner geographischen Lage ist Japan vor allem um die Äuftechterhaltung des Friedens in der Mand­schurei und der Mongolei besorgt; Japan vertritt den Grundsatz der offenen Tür. Japan wird alle nötigen Maßnahmen treffen, um die Ordnung m der Mandschurei und Mongolei aufrecht zu erhal­ten, sowohl im Interesse der Chinesen als auch der Ausländer und im eigenen."

Der letzte Satz des Programms ist der wich- I tiflfte, weil Japan sich somit die Schutzherrschaft über Chinesen zuspricht. Zur Tat war Japan schon Ende Mai geschritten, als es Truppen nach Tsingtau entsandte. Anfang Juli besetzte Japan dann Tsinan, wodurch die Bahn Kiautsckou-Tsinan wieder unter Japans Kontrolle kam und die Ver­bindung vom Dangtsetal nach dem Norden hin mit­tels der Pukou-Tientsin-Bahn auch jederzeit unter- j Hunden werden kann.

Die Erfolge, die die Chinesen seit 1922 errun- I ßen hatten, sind also dahin; aber auch die amerika- '

Der nationalistische Pariser „T e m p s", der ungefähr der deutschen „K r e u z z e i t u n g" in be­zug auf nationalistisches Temperament entspricht, problemisiert in seinem Leitartikel in schärfster Weise gegen die Verfassungs-Rede des Abgeord­neten v. K a r d o r f f, aus der er vor allem her­vorhebt, daß der Versailler Vertrag Schmach über Schmach auf das deutsche Volk gehäuft habe. Das Blatt erklärt, Herr v. Kardorff vergesse, daß die einzige Schmach, die auf Deutschland laste, die­jenige sei, die ihm der Krieg eingetragen habe, den es unter Verletzung der Verträge oorbeieitet und entfesselt und über vier Jahre lang mit den barbarischsten Mitteln geführt habe. Er vergesse, daß die einzige Verletzung der deutschen Ehre die Haltung der Führer der kaiserlichen Armee ge­wesen sei, die mit leichtem Herzen die Verant­wortung für die abscheulichste Verletzung des Völ­kerrechts übernommen hätten. Trotz Genf trotz Locarno und trotz aller Zugeständnisse und Er­leichterungen im besetzten Ge^et bestehe für zu viele Deutsche die Politik lediglich in einem grim­migen Haßgesang gegen die Nationen, die die Op- fer des Angriffs von 1914 geworden feien. Das fei ein Geisteszustand, gegen den die Vernunft machtlos fei und der auf die Dauer den ehrlichsten Willen zu ermüden drohe. Daß eine Rede wie diese in einer feierlichen Reichstagssitzung anläß­lich des republikanischen Derfassungsfestes von einer Persönlichkeit gehalten werden konnte, die sich nicht einmal mehr zum unbedinaten Nnftonalismus be­kennt, und die grundsätzlich die Politik der Ent­spannung und der Verständigung pflege, sei nicht dazu angetan, die schwere Aufgabe Streiemanns zu erleichtern und gebe zu bedenken, daß noch viel zu tun übrig bleibe, ehe die moralische Abrüst.mg jenseits des Rheins eine Wirklichkeit werde, auf der man eine solide Friedenspolitik aufbauen könne.

Das „Journal des Debats" glaubt drei Hin­tergedanken in der Rede Kardorffs ent­decken zu können, und zwar an der Stelle, da er ferne Ueberzeugng zum Ausdruck bringt, daß keine Macht stark genug fein würde, um die Ver­einigung Oesterreichs mit Deutschland zu verhindern, ferner: da er betont, der Dawes- plan gehe über die Möglichkeiten Deutschlands hinaus, und endlich: da er von den Deutschen oder angeblichen Deutschen sprach, die dem Va­terland entrissen worden seien, mit dem sie aber ein viel zu enges Band vereine, als daß es durch Grenzpfähle zerrissen werden könne. Das bedeute, so erklärt das „Journal des Debats", die Politik von Locarno für den Wortführer einer der haiwtsächlichsttzn Regierungsparteien. Die Rede v. Kardorffs sei gerade In dem Augenblick gehal­ten worden, in dem die Reichsregierung auf einer sofortigen starken Her-Äffetzung ' der Befatzunos- truppen bestehe. Die Rede v. Kardorffs trete'zu den zahlreichen Ereignissen, die in der letzten Zeit Frankreich gewarnt hätten, klug zu fein und nicht an eine politische und moralische Wandlung zü glauben, die gar nicht eingetreten sei. Jedenfalls beweise die Erfahrung, daß es für die französische Regierung nur ein Mittel gebe; entweder den Ruin der Locarnopolitik oder bereit Nutzbar-

Reich und Saar.

wtb. Berlin, 13. Aug. (Gig. Funkm.) Reichs- kanzler Dr. Marx hat an den in Würzburg tagenden Bund der Saarvereine das folgende Te­legramm gerichtet: „Dem Bund der Saarvereine sende ich zu seiner diesjährigen Tagung meine herz­lichen Grüße. Die Tagung wird, so hoffe ich, die Mitglieder der Saaroereine in dem festen Willen bestärken, in ihrer zielbewußten vaterländischen Arbeit für das schwergeprüfte Saargebiet nicht zu erlahmen, gez. Reichskanzler Marx."

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen- Die an.it 'm Bild" und „Buchenblätter". R°tationsd?uck und Berlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nc S _________Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

Nische Politik der Washingtoner Verträge hat Schiff, brück, erlitten. Japan ahmt die englische Politik I im Panqtsetale, ohne aber — und das ist eben­falls bezeichnend — die Beziehungen zu Sowjet- rußland abzubrechen.

Die Wirkung auf die chinesffche Oeffentlichkeit ist nicht ausgeblieben. Im ganzen Süden, einschließ, lich des Vangtsetales, wird der feit 1925 eingeschla­fene Boykott gegen Japans Handel und Schiff- fahrt wieder in die Wege geleitet. Auch das Aus- wartige Amt in Peking hat in einer Note Ein­spruch erhoben, nachdem es schon vorher häufiger gegen die Entsendung von Truppen nach Tsing- tau protestiert hatte.

Daß die japanische Oeffenttichkeit geschloffen hin- ter der lapanischen Regierung steht, läßt sich nicht lagen. So schrieb die „Osaka Mainichi": „Welchen Nutzen werden die in Tsingtau staftonierten Trup­pen uns bringen, verglichen mit den Opfern? Sol- len sie dort gehalten werden, ohne in Tätigkeit zu treten, so wäre es bester, sie zurückzuziehen; wenn sie es aber doch sollen, so röirb das nicht ohne schwerwiegende Folgen bleiben." — In der Tat sollen bereits in Tsingtau Zusammenstöße zwi» schen Javanern und Chinesen stattgefunden haben.

Die Bedeutung der Besetzung Schantungs liegt dann, daß Japan zum ersten Male feit der Been­digung des Weltkrieges aus der Politik der Bor- sicht und des Nachgebens gegenüber China in die rücksichtsloser Machtentfaltung umgeschwenkt ist und daß diese Schwenkung stattfinden konnte, ohne daß dieselben Machte Einspruch erhoben, die Ja­pan durch die Verträge von Washington 1922 zum Nachgeben gezwungen hatten.

Reuter erfährt, daß der Minister des Auswär- tigen der Hankauregierung, Eugen Tschen, zu­rückgetreten ist. Der Rücktritt ist auf seinen be­reits gemeldeten Konflikt mit General Tang. Sching.tschen zurückzuführen, der jetzt sämtliche Armeen der Hankauregierung unter seinem Be­fehl hat. Der neue Minister Kuning-Pu ist so unpopulär, daß die Beamten des Ministe­riums des Auswärtigen mit dem Rücktritt gedroht haben. Jffiie aus Kiukiang gemeldet wird, hat Tfchang-Fekuei, der vor kurzem aus Hankau dort eingetroffen ist, den Belagerungszustand prokla­miert. Er hat 50 Kommunisten verhaften lasten, von denen 26 standrechtlich erschossen wurden.

Die Telegraphenagentur der Sowjetunion mel­det aus Moskau: In dem Prozeß gegen den ehe­maligen General Annenkoff und seinen Stabschef Denifoff, die des bewaffneten Kampfes gegen die Sowjetmacht im Fernen Osten in der Zeit von 1918 bis 1020 und des Massenmordes an Sowjet­beamten und friedlichen Einwohnern angeklagt sind, wurde nach 19tägiger Verhandlung gegen beide Angeklagte auf Todesstrafe- erkannt. Die Verurteilten reichten ein Gnadengesuch

Ein polnischer General verschwunden

Die Polnische Telegraphenagentur meldet aus Warschau:

Das Büro des Ministerpräsidenten hat der Warschauer Presse ein offizielles Kommunique übet" die Angelegenheit des verschwundenen Gene- rals Z a g o r s k i mitgeteilt. Das Kommunique stellt fest, daß General Zagorski, welcher im Wil- naer Gefängnis unter Der Anklage, dienstli - che Mißbräuche begangen zu haben, saß und auf Antrag des Militärstaatsanwaltes bis zur Ge­richtsverhandlung auf freien Fuß gesetzt werden sollte, am Samstag von Wilna nach Warschau transportiert wurde. Am selben Tage batte sich der General beim Kriegsminister zum Rapport zu melden. Der Termin dieses Ravvorts wurde auf Montag bezw. auf Dienstag vertagt, was auch dem General mitgeteilt wurde. Am Dienstag, den 9. dieses Monats hat sich General Zagorski nicht zum Rapport gemeldet. Er wurde auch weder in feiner Wohnung, wo ihm auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft die Anklageschrift überreicht werden sollte, noch anderswo angetroffen. Diese Tatsache bietet der Staatsanwaltschaft ausrei­chende Gründe zu dem Verdacht, daß General Zagorski sich absichtlich der Stellunospflicht ent­zieht und sich verborgen hält. Mit Rücksicht darauf wurde die Angelegenheit dem Untersuch­ungsrichter überwiesen und von Amts roeaen die steckbriefliche Verfolgung angeordnet.

Polnische Soldakenausschrettungen in Danzig.

Die „DAZ." meldet aus Danzig: Bei einer Sckläyerei zwischen einem polnischen Unteroffizier und einem polnischen Matrosen wurde einem Dan- Ziger Polizeibeamten, der Ordnung schaffen wollte, von dem beteiligten polnischen Unteroffizier hart­näckiger Widerstand geleistet. DabeiHging der polnische Unteroffizier tätlich gegen den Polizeib» amten vor, indem er ihn mit der Faust ins Ge­sicht schlug, ihn am Halse würgte und seine UnifnnF beschädigte. Es gelang schließlich, die beiden Tä ter zu verhaften und sie dem Gerichtsgefäng nis zuzuführen.

Neue Todesurteile in Moskau.

verurkeilung ankifowjetistischer Generale.

Dr. Ztreseinann auf Urlaub.

Reichsaußenminister Dr. Strefemann hat Ber­lin verlassen und sich zu einem längeren Kuraufent­halt in ein Nordseebad begeben.

* Glückwunschtelegramm des Reichskanzlers an Reichsminister a. D. Gothein. Reichskanzler Dr. Marx sandte dem Reichsminister a. D. Gothem, den bekannten demokratischen Abgeordneten, nach stehendes Glückwunschtelegramm: „Zur Vollen- düng des 7 0.Lebensjahres spreche ich Ihnen zugleich im Namen der Reichsregierung die wärmsten Glückwünsche aus. Ich darf der Hoff- nung Ausdruck geben, daß Sie Ihr für Deutsch- lands politisches und wirtschaftliches Leben so über­aus förderliches Leben in unveränderter Frische und Arbeitskraft noch lange fortsetzen möchten, gez.: Reichskanzler Marx."

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A NnBununtt 10 Pfa. (mit Uustr. Beilage 15 Psg.)

ertung

t machung als Zerstörungsmacht zu verhindern. Die­ses Mittel bestehe darin, eine feste Entschlossen­heit zu zeigen. Äst sich die französische Regierung darüber klar?

Wie man sieht, muß dem französffchen Na- tionalisten zurzeit alles dazu dienen, um ja zu ver­hindern, daß ein wirkliches Vertrauensverhältnis zwischen dem deutschen und dem französischen Volke entstehen kann. Wenn der Haß zwischen den bei­den Nachbarn blüht, dann fühlen sich die Nationa­listen wohl und ein neues katastrophales Blutver­gießen nehmen sie in ihrem heidnischen Sadismus gern in Kauf.

Die Wirtschaftsverhandlungen.

In Berlin fand unter dem Vorsitz des Vize­kanzlers eine Ressortbesprechung über die deutsch- französischen Handelsvertragsverhandlungen statt, an der die Reichsminister Dr. Stresemann und Schiele sowie Staatssekretär Trendelenburg teilnahmen. Laut „Tägl. Rundschau" stimm­ten die Minister den Vorschlägen der deutschen Delegation in den Punkten, über die bisher keine Einigung erzielt werden konnte, zu. Hauptsäch­lich handelt es sich hier um die Dauer des Provi­soriums und die Kündigungsfrist. Das Blatt nimmt j an, daß die Verhängungen in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.

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An gut unterrichteten Stellen verlautet über den gegenwärtigen Stand der deuffch-französischen Wirtschaftsverhandlungen, daß mit der Möglich­keit des Abschlusses der Verhandlungen binnen weniger Tage gerechnet werden kann, wenn auch eine Reihe von Fragen noch der Klärung bedür­fen. Das zur Erörterung stehende Abkommen wird nach dem, was bekannt geworden fft, die Gesamtheit der Exportinteressen der bei­den Länder umfassen. Die ihm nicht unterliegen­den Ausnahmen beziehen sich auf wenige Punkte. Das Abkommen erstreckt sich auf die Erzeugnisse der großen deutschen Exporttndustrien, wie die des Maschinenbaues, der Elektrizität und der che­mischen Industrie; ferner aber auch auf fast alle mittleren und kleineren Exportindustrien und die I Landwirtschaft. Die französischen Interes­sen werden dadurch berücksichtigt, daß die franzö- 5 fischen Erzeugnisse landwirtschaftlicher und indu­strieller Art einbezogen werden, wobei besonders die Textilnidustrie in Betracht kommt. Der lei- i tende Gesichtspunkt bei den Verhandlungen trar I die Erlangung der beiderseitigen Meiftbegünftt- gung für den beiderseitigen Wirtschaftsverkehr. Demgemäß wird Deutschland durch die vorgesehene Zolltarifnovelle in den Genuß des Minimaltarifs treten. Für einige wenige Produkte ist vorüber­gehend noch eine unterschiedliche Behandlung vor- gesehen; doch soll während der Geltung des Ab- j kommens die Meistbegünstigung auch hier Platz | greifen. Was die Laufzeit anlangt, so gilt als Ziel, grundsätzlich den beiderseitigen Wirtschaften die Dauer des Abkommens sicher zu stellen. Es han- delt sich also nach alledem um eine Uebereintunft, die nicht den Charakter eines provisorischen Ab- kommens, sondern eines Handelsvertrages hat.

Gemäß Nachrichten der sapanifchen Telegraphen- agentur „Nippon Dempo" war Mitte Juli eine gemischte Brigade, bestehend aus Infanterie. Ma­schinengewehrabteilungen und Pionieren, in Schan­tung mit dem Hauptquartier in Tsinan. Weitere Truppenmengen sollen in japanischen Häfen und im japanischen Pachtgebiet Dairen kriegsbereit zur Verfügung stehen.

vom Völkerbund.

Reuter meldet aus London: Wie verlautet, wird die Völkerbundsversammlung im September als Mitglied des Rats anstelle der Tschechoslowakei, deren Ratsmandat abaelaufen fft. voraussichtlich Finnland wählen, da ja die Kleine Entente im Völkerbundsrat bereits durch Rumänien vertre­ten ist.

gen aus Veracruz hat bei Teocelo .... ____

stündiger Kampf zwischen Regierungstruppen und Rebellen stattgefunden, bei dem acht Rebellen getö­tet und 16 verwundet wurden. Den Truppen,