M.
Beilage zur Fuldaer Zeitung
In Erwartung.
Don A. Glitz-Holzhausen.
Durch weißes Linnen blanke Nadeln gleiten, Die schlanken Finger kräuseln Spitzen zart;
Du ordnest still die letzten Kleinigkeiten Dem großen Tag, der bangend deiner harrt.
In nahe Zukunft unsre Seelen lauschen. Es wird im Raum ganz märchenhaft und still; Uns ist, als ob geheime Zwiesprach tauschen Wir mit dem Kinde schon, das kommen will.
Auf unfern Seelen lastet heil'ges Warten, Aus unfern Augen fromme Andacht blickt; Der stille Raum, er wird zum Frühlingsgarten, Den erstmals eine Rose blühend schmückt.
Durch unsre Seelen geht es wie Verstehen, Der Vogel selbst in seinem Käfig schweigt. — Uns ist, als ob aus goldverbrämten Höhen Sich weiße Unschuld lächelnd niederneigt.
Die Bedeutung der Kartoffel für unsere Ernährung.
Mele mögen hier wohl überraschend innehalten. Als ein geeignetes, infolge verschiedenster Zubereitungsmöglichkeiten auch schmackhaft zu gestaltendes Sättigungs- mittel hält man die Kartoffel immer schon; ihr aber irgendwelche Bedeutung für die Ernährung beizumefsen, daran dachte niemand. Beweise dafür glaubte man in ds« „armen Leuten", die sich vorwiegend von Kartoffeln ernähren und allgemein durch ihr schlechtes Aussehen auffallen, zu sehen. Das ist aber allseitig gesehen, nicht auf die Kartoffelkost als solche, als vielmehr auf die elenden Wohnungsverhältnisse, den Mangel an Licht und Luft zurückzuführen. Der Kartoffel kommen im Gegenteil, wie nachstehend kurz ausgeführt werden soll, auf Grund eingehendster Untersuchungen, unter denen besonders die jahrelangen praktischen Versuche Hinhedes hervorzuheben sind, besondere Werte für unsere Er- nährung zu.
Wohl ist der E i w e i ß g e h a l t der Kartoffel ein verhältnismäßig sehr geringer. Nach den heutigen gründlicheren Kenntnissen auf dem Gebiete der Eiweißstoffe ist aber nicht die Menge derselben ausschlaggebend, sondern ihre Wertigkeit. Vollwertig ist ein Eiweißstoff, wenn er auf Grund seiner Zusammensetzung alle die lebenswichtigen Bausteine enthält, die für den Aufbau unseres Körpers unbedingt nötig sind. Unter allen Pflanzeneiweihen liefert die Kartoffel neben dem Reis in ihrem Eiweiß alle diese unentbehrlichen Bausteine, während z. B. dem Getreideeiweiß ein großer Teil derselben fehlt. Die Eiweißstoffe befinden sich aber hauptsächlich nur unter der Schale. Für die Verwendung in der Küche ist deshalb zu merken: Kartoffeln sind so wenig wie möglich roh zu schälen, weil sonst zu viel der Eiweißstosfe mit der Schale abgehen; am besten mit der Schale zu kochen und dann erst weiter zu verwenden.
Fast alle anderen Nahrungsmittel übertrifft dann die Kartoffel in ihrem Ueberschuß an Basen, d. h. jenen Stoffen, die die Wirkung der für unseren Körper so schädlichen Säuren (denke z. B. an Uebersäuerung des Blutes) aufheben. Gerade dadurch wird sie uns aber als Nahrungsmittel so wertvoll: Ein Reichtum an Basen im Körper bedingt einmal die vorteilhafteste Ausnutzung der aufgenommenen Eiweißstoffe, woraus ohne weiteres folgt, daß der Eiweißbedarf des Körper, dadurch ein viel geringerer wird. In gesundheitlicher Hinsicht für den Körper natürlich sehr zuträglich, wirt- schaftlich gesehen, in unserer teueren Zeit wohl sehr zu begrüßen.
Neben den Ciweißstoffen ist auch die Verwertung der Kohlehydrate eine größere. Im basen, reichen Körper verbrennen sie leichter als im Säureüberschuß. Dadurch werden die Kohlehydrate natürlich als Kraftquelle auch ausgiebiger.
Die in einem Körper gegenüber den Säuren vorherrschenden Basen vermögen ferner die beim Abbau der Nahrungsmittel entstehenden Zersetzungsprodukte zu lösen, zu binden und somit auszuführen. Stoff- wechselkrankheiten, wie sie eben durch die im Körper zurückgehaltenen Schlacken entstehen, z. B. Gicht, aber auch andere Krankheiten, vor allem Zuckerkrankheit, Neurasthenie und Migräne, werden dadurch vermieden. — Da die Basen am verhältnismäßig stärksten vom Wasser ausgelaucht werden, so lasse man sie am besten im Dampfkocher gar werden. Niemals dürfte aber evtl, übrigbleibendes Kartoffelwasser (z. B. bei Salzkartof- feln, roh geriebenen Kartoffeln) weggeschüttet werden;
Für unsere Frauenwelt
Nr. 178 vom 5. August 1927
auszulösen.
anhaltendes Schläfrigkeitsgefühl
diese Reste sind infolge ihre« Gehalts an diesen wichtigen Stoffen zum Aufziehen von Suppen, Soßen und Gemüsen zu verwenden.
Auch die notwendigen Lebens st off - (Vitamine), neben so manchen wichtigen Mineralbestandteilen, fehlen der Kartoffel nicht. Reich ist sie besonders an Vitamin C, dem antiskorbutischen Vitamin.
Was schließlich den Mangel der Kartoffel an Fett betrifft, ist dieser ja leicht durch die entsprechende Zubereitungsweise bezw. fetchaltigere Beikost auszugleichen.
Wenn wir überhaupt an die verschiedentlich sehr gut verdaulich zu gestaltend« Zubereitungsart der Kartoffel denken, wie z. B. Kartoffelschnee, die verschiedenen Kartoffelpuddinge und -ausläufe und namentlich an den Kartoffelbrei, so ist uns in der Kartoffel nicht nur ein sehr wertvolles, dazu äußerst billiges Nahrungs- und Sättigungsmittel für den Gesunden gegeben, sondern auch für den tzeichtkranken und Genesenden.
M. Kronthaler.
dem das Blut vom Gehirn und von den inneren vr, ganen zur Haut abgelenkt wird. Nach reichlicher Mahlzeit tritt eine Blutüberfüllung der Unterleibsorgane ein. sodaß ein gewisser Blutmangel des Gehirn» und damit Ermüdung und Schlafbedürfnis verursacht wird. Der Möglichkeit des Mittagschläschens ist dieser Vorgang forderlich. Von der Nachtruhe sagt freilich der Volksglaube, man solle sich ihr nicht unmittelbar nach der Abendmahlzeit hingeben. In Wahrheit aber gibt es doch viele Menschen, welche sehr wohl unmittelbar nach der Abendmahlzeit schnell einschlafen und einen erquickenden Nachtschlaf erreichen. Warum die ohne Bewußtsein des Menschen sich vollziehenden, die Blutleere des Gehirns fördernden Verdauungsvorgänge den Schlaf verhindern sollen, ist nicht ersichtlich.
Dem Sättigungszustand entgegengesetzt und dem Schlafbedürfnis abträglich ist dagegen das Hungergefühl. Wenn gelegentlich Eltern ungezogene Kinder zur Strafe ohne Abendmahlzeit zu Bett schicken, so ist das vom gesundheitlichen Standpunkt aus verwerflich. Gelangen solche Opfer sascher elterlicher Erziehung nicht zum Ge. nutz vollwertiger Schlafes, so trifft die Eltern der Borwurf verhängnisvoller Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung ihrer Kinder. Müssen wir in einem gesunden Sättigung-zustand eine fördernde Ur- fache für den Schlaf sehen, so will ich nicht verabsäumen, vor einem Zuviel des Guten zu warnen. Ueberladung des Magens ist der Feind eines gesunden Schlafes, ins- besondere, wenn noch unzweckmäßiger Genuß yon starkem Kaffee hinzukommt. ~
In der rastlosen, nervenaufreibenden Betriebsamkeit unserer schnellebigen Zeit ist es nicht immer möglich, das Leben nach den Regeln des Naturgebots einzurichten. Der Kampf um das Dasein erfordert nur zu ost Anstrengungen von Leib und Seele, denen der einzeln« nach feiner Anlage nicht ohne Schädigung gerecht zu werden vermag. Wieviele Menschen erkaufen ihr äußeres Glück um den Preis ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit! Darum gilt es gewiß, nicht rücksichtslos und nachlässig über die Notwendigkeit des Schlafes und der Erholung hinwegzufchreiten, sondern auf eine ge- sundheitsgemäße Gestaltung des Lebens Bedacht zu neh- men. Soll unser Seelenleben gesund bleiben, so dürfen unsere Gedanken und unser Streben nicht restlos im Materiellen aufgehen, sondern bedürfen der Verinnerlichung und der Ruhe zur Selbstbesinnung. Ebenso aber gedeiht auch der Körper nicht ohne ausreichende Ruhe. Diese Fürsorge für das leibliche Wohl erstreckt ihre se- gensreiche Wirkung zugleich auf die Gesundheit der Seele. Sie vermittelt dem inneren Menschen neue, l» bensfreudige Kräfte Tag für Tag!
Das Maß der Erholung, das ° der Schlaf gewährt, ist abhängig von seiner Dauer und seiner liefe. Für die meisten Menschen beginnt da» Tagewerk etwa um 8 Uhr früh. Um nun eine etwa Sftünbige Nachtruhe zu erreichen, gehe man rechtzeitig zwischen der zehnten und elften Abendstunde zur Ruhe. Daß der Schlaf vor Mitternacht der beste sei, ist eine anerkannte Tatsache, die nach den grundlegenden Untersuchungen des jüngst verstorbenen Irrenarztes Professor Kraepelin darin ihre^ Ursache hat, daß sich der Schlaf ein bis zwei Stunden nach seinem Eintritt bis zum höchsten Grade vertieft. Darauf folgt eine Verflachung und ungefähr in der 6. bis 7. Stunde abermals eine Vertiefung. An biefe schließt sich ein langsamer Abstieg an bis zum Erwachen. Diese Gestaltung des Schlasahlauses läßt den Menschen am Morgen das Gefühl der Erholung empfinden. Wegen der größten Tiefe ist der erste Schlaf für die ' holung und die Lösung des Ermüdungszustandes der Gehirnrindenzellen der wichtigste. Er soll deshalb in die Stunden vor Mitternacht fallen, weil sonst angesichts der Notwendigkeit des Erwachens um die siebente Morgenstunde nach dem mehrstündigen flachen Schlaf die zweite Vertiefung nicht mehr erzielt und für die Erholung verwertet wird. Ein Gewecktwerden aus der zweiten Schlaftiefe pflegt aber ein mehrere Stunden
Wem ein Mittagsschlaf nach der Hauptmahlzeit Bedürfnis ist, was besonders für schwächliche und blutarme Frauen und für morgen» angestrengte Menschen zutrisst, dem sollte man diese Zwischenerholung nicht wehren. Aber in der Regel vermag der Mittagschlaf die Nachtruhe nicht vollgültig zu ersetzen, da er nicht die Tiefe de» Nachtschlafes zu erreichen pflegt und bei zu langer Dauer einen Müdigkeitszustand für die weiteren Nachmittagsstunden hinterläßt. Es ist auch nicht ratsam, die Arbeit bis kurz vor das Schlafengehen am Abend auszudehnen. Mit „schweren Gedanken" oder im Zustand der Uebermüdung sich auf das Lager zu werfen, ist der Eintritt des Nachtschlafes nicht günstig. Auch pflegt sich bei unzweckmäßiger Vorbereitung die Neigung zum Träumen zu steigern. Im Schlafzustande besteht eine gewisse Blutleere des Gehirns. Darauf beruht die Beobachtung, daß blutarme Personen meist an einem starken Müdigkeitsgesühl leiden. Warme Bäder am Abend fördern den Ermüdungszustand, in-
Der gesunde Schlaf.
Von Prof. Dr. med. et phil. F. Köhler- Köln.
Die Hygiene des Schlafes ist nicht nur eine Frage rein individueller Veranlagung, sondern darüber hin, aus auch eine von hoher sozialer Bedeutung. Das Schlafbedürfnis der Menschen ist nicht gleichmäßig. Manche fühlen sich ohne ein regelmäßiges Mittagfchläfchen nicht wohl, manche können häufig eine Nacht durchmachen, ohne am folgenden Tage Nachteile zu verspüren. Im allgemeinen pendelt beim gesunden Menschen in mittleren Lebensjahren die erforderliche Schlafdauer um acht Stunden. Kinder haben ein größeres, ältere Leute meist ein geringeres Schlafbedürfnis. Schlechtes Schlafen kann krank und gutes Schlafen kann gesund machen. Geistige oder körperliche Ueberanstrengung kann ausreichende, erquickende Nachtruhe versagen, sodaß am Morgen der Mensch reizbar, unlustig und schlafensmatt ist Es mag wohl eine Zeit lang der Körper eine ungenügende Nachtruhe vertragen, besonders wenn im Laufe des Tages ein Ausgleich geschaffen mar. Aber schließlich fordert die Natur doch ihr Recht und rächt sich an dem Menschen, der ihr widerstrebt, indem sie seine Widerstandskraft und Leistungsfähigkeit vermindert.
r AlholW Deutsche Frauenbund?
Sin Wort der Aufklärung au all« Fernstehenden.
Es gibt immer noch kath. Frauen, die sagen: „Wir haben schon Vereine genug. Wozu noch einen Frauenbund? Wir sind im Mütterverein, im Elisabethverejn, unsere Töchter sind im Iungfrauenverein. Da ist der Frauenbund doch überflüssig." Wer so spricht, kennt nicht den Zweck des K. D. F, B.
Die genannten katholischen Vereine bearbeiten nur ein engabgeschlossenes, wenn auch wichtiges Gebiet. Der Frauenbund will alle diese Betätigungen in einen starken, geistigen Zusammenhang bringen unb herüber hinaus wichtige Gegenwartsfragen zu lösen suchen. Das kann er aber nur erreichen, wenn er alle kathol. Frauen ohne Rücksicht aus soziale Schichtung, wirtschaftliche Lage, Beschäftigung usw. umfaßt. Er wurde 1903 gegründet und zählt jetzt rund 210 000 Mitglieder in fast 900 Zweigvereinen. Würden ihm aber alle kath. Frauen zugehören, dann wäre er ein machtgebietender Faktor auf allen Gebieten zur Lösung der kath. Belange.
Er ist ein Kind der Frauenbewegung, die notwendigerweise einsetzen mußte, als die Frau zur Erwerbstätigkeit gezwungen wurde. Da galt es, die Bildungsund Berufsfragen des weiblichen Geschlechts, -seine Str- beit»- und Lohnverhältnisse im öffentlichen Leben zu regeln. Alle die zahlreichen auftretenden Fragen will er im christlich-katholischen Geiste lösen, und das kann er, da an seiner Spitze Frauen stehen, die im Ministerium und in der Volksvertretung Mitwirken an der Gesetzgebung, die u. a. die Mitwirkung der Frauen vor allem in Sachen der Schule, der Ehe, der Wohnungsnot und der Volkrwohlfahrt benötigen. Schon daraus geht hervor, daß eine geschlossene Phalanx aller kath. Frauen für die Vertreterinnen in Staat und Volksvertretung von größter Bedeutung für die Erreichung der gesteckten Ziele nach unserer Weltanschauung ist.
Aber der Frauenbund ist auch ein Bildung»- verein, der die kath. Frauen über die Forderungen der Gegenwart aufklärt und sie schult zur Erfüllung
ihrer Pflichten unh Aufgaben. Der von den Mitgliedern entrichtete Beitrag wird in der Hauptsache für organisatorische, soziale und caritatioe Zwecke verwendet und ist so gering, daß er keinem zu schwer fallen dürfte. Der Frauenbund unterhält ferner eigene Frauen- fchulen, in denen Kräfte herangebildet werden, die im Auftrage de» Bunde» überall tätig fein sollen, wo es an spezialer und cariiatioer Hilfe mangelt, besonders in den Großstädten.
In einer Tagung in Essen sprach Frau Ministerialrat Weber über die Wohnungsnot und das Volkselend in den Großstädten. Sie sagte u. a.: „Sie können sich kein Bild davon machen, was wir oft zu fehen bekommen. Wir kommen in Wohnungen, wo in einem Zimmer mehrere Familien Hausen; man wird mit Grauen erfüllt, wenn man dieses Elend sieht. Tausende von jungen Mädchen fallen wegen Arbeitslosigkeit und Not der Straße zum Opfer, da heißt es retten und helfen." Auch hier will der K. D. F. B. tätig feilt Ferner arbeitet er in der Armen- und Waisenpslege, in den Schulkommissionen, in der Jugendpflege und Jugendfürsorge, in den örtlichen Ausschüssen zur Hebung der Sittlichkeit und Bolkskultur, alles Fragen von höchster Be- deutung.
Darum sollte jede Frau ein eifriges Mitglied des kath. Frauenbundes fein: denn nur dadurch wird e» möglich, zum Wohle des kath. Volksteils zum Segen der Familie und der Jugend die großen harrenden Aufgaben zu lösen; dann nur bildet der Frauenbund eine Macht, die mit Erfolg für die kath. Weltanschauung eintreten kann. Darum dürfen die kath. Frauen nicht rückständig sein, sondern sie müssen die Wege zu neuen Aufgaben mitschreiten unter dem Banner der alten Ideale. Der alte Glaube und die alte Sittlichkeit müssen erhalten bleiben und dafür sorgt der Kath. Frauenbund bei Er- ftrebung des Neuen und Notwendigen.
Gemeinsames Gebet für Mexiko
Am Feste Mariä Himmelfahrt dieses Jahres werde» alle in der katholischen internationalen Frauenliga vereinigten Frauen- und Jugendorganisationen aufgefar- fcert, in ganz besonderer Weise der verfolgten Kfkche Mexikos im Gebete zu gedenken.
Möge an diesem Tage die Frauenwelt der ganzen katholischen Welt für jenes Volk beten, dessen Märtyrer, heispiek uns mit Bewunderung und Liebe erfüllt!
flus dem Frauenleben.
f Sieben Schwestern mit dem voklorkilel. Au» Fordyce (Endland) wird berichtet, daß sich dort in einer schottischen Familie namens Dunbar sieben Töch- ter mit dem Doktortitel befinden. Zwei praktizieren bereits als Aerztinnen und die anderen gehören zum Df. reftorium verschiedener Hochschulen. Eine achte Schwester besucht die Universität in Aberdeen, um ebenfalls den Doktortitel zu erlangen. Zwei Brüder büßten ihr Leben während des Krieges ein. Die Familie flamm/ von schottischen Schafhirten ab.
heiteres.
Flatterhaft. „Fräulein Lutz hat sich mit einem gewissen Meier von euerem Amt verlobt! Was ist bas für ein Meier?" „Auf dem Amt ist er Meier XI, bei Fräulein Lutz Meier III!" („Meggendorser Blätter") •
Das untrügliche Symptom. „Edison soll doch jetzt 'nen automatischen Gewitteranzeiger erfunden haben." „Den haben wir schon lange im Geschäft. Wenn unser Ehef die Post durchgesehen hat und zweimal Hinterem- ander hüstelt, dann wissen wir, daß das Gewitter gleich losgeht." („Fliegende Blätter")
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h r l. r b !.
MiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiirB
I Käse-Aufschnitt I
(Schweizer, Edamer, Holländer, Ehester, Paprika)
V« Pfund 50 Pfennig
IGerhard Wiegand]
Mittelstrasse 1.
W W
■iiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiitiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim
tolerieren bringt Genthin!
FLIT1
Fliegen Stechmückefi Wespen, Motten. Wanzen, 1 Schaben, Ameisen samt Brut.
Berliner Brief.
Ser Sommer war dieses Jahr nicht gerade sehr schön. Das macht aber Frau Mode nichts aus; mit zäher (Energie setzt sie ihre duftigen Gebilde trotz Kälte, Nässe und aprilmäßiger Hagelschauer in die Welt. Und mit die- ser Energie hat sie es auch zustandegebracht, die alten ehrwürdigen Gesetze der Einfarbigkeit und Gleichmäßigkeit in der Herrenmode kurzerhand zu stürzen, und neuartig, neumodisch zu wandeln.
Endlich einmal, nach einer Pause von Jahrhunderten zeigen die Herren Sinn und Geschmack für f a r b i g e Anzüge. Sind es auch nicht die leuchtenden Stoffe und Farben, die unsere Urahnen liebten und trugen — immerhin ist die Eintönigkeit der schwarzen und grauen Herrenmade angenehm unterbrochen. Zu zimt- und rosenholzfarbigen Sakkos trägt man beige- oder mode- farbige Beinkleider. Letztere durchweg weit und bequem gegarten. An marinen, hellen Tagen trägt man das Flanellbeinkleid, mode oder grau. Zum Tennis- Und Segelsport die weiße Cheviothose.
Zu diesen hellen Beinkleidern gehört das Blusenhemd, oder auch Hemdbluse genannt, aus Seide, Batist, Zephir und anderen leichten Stoffen, das durch einen Gummizug um die Hüften gehalten wird. Im übrigen sind für Sportzwecke weniger die von Engländern und Amerikanern so bevorzugten Knickerbockers bei uns beliebt als die viel eleganter aussehenden Breeches. Zur völligen Ergänzung des Sportanzuges, besonders bei der jüngeren Herrenwelt bevorzugt, gilt die Windjacke. Sie ist außerordenllich leicht, praktisch und angenehm und wird vom einfachsten Baumwollstoff bi» zum teuersten
Gabardine (auch aus Leder) hergestellt. Auch Pullover oder Lumberjack darf in der sportlichen Ausstattung de» Herrn nicht fehlen Sie sind hübsch bunt und häufig am Strogen mit den Farben de» bete. Klubs verziert. Gleichviel ob der Herr nun Knickerbockers ober Breeches trägt, immer wird er die Sportstrümpfe in der Farbe des Pullovers wählen, um so im Gegensatz zu der unruhigen, meist großkarierten Musterung des Anzugs, stoffes eine ruhige Note hineinzubringen. Im allgemeinen werden diesen Sommer die Anzüge zweireihig getragen. Die Lacke, der Sakko, allerdings etwas kürzer als im Vorjahre, um die Hüften etwas anliegend, mit breiten, nach außen gebogenen Revers.
Neue Farben und Formen bedingen natürlich auch neue Stoffe. So kommt als Neueste» neben dem längst eingebürgerten und beliebten Gabardine Shet- land in Frage. Shetland ist eine weiche und schmiegsame, poröse Ware, die man besonders für Sommerpaletots verarbeitet. Da» Neueste an diesen sind die Samtkragen, die man ja bisher ausschließlich am Wintermantel trug. Hellgrau ober Hellmode sind die beliebteren Farben für Mäntel. Sehr chic und flott wirkt ein Helles Ueberfaro im Stoff.
Was die Krawatten betrifft, so herrscht als Material Crepe-de-chine vor, weil diese» die einzig« Krawatte ist, die sich mit Leichtigkeit unter die niedrigen, kleinen Umlegekragen einschieben läßt. Ms Muster herrscht der Punkt! Punkte groß, klein ober mittet- groß haben der gestreiften Krawatte di« Herrschaft ent- rissen. In der Farbe wählt man die Krawatte stets entweder im Grundton zum Anzug oder zum Hemd passend, wozu man bann auch die Strümpfe und mög- sichst da, Seidentaschentuch tu Einklsna dringt.
Und dann die Dam en mode! Zunächst stellt man fest, daß sich die Silhouette der sommerlichen Dame gegenüber dem modischen Bild der winterlichen Dame kaum merklich verändert hat. Das gilt aber nur „von weitem gesehen!" Denn von nahem gesehen entdeckt man doch allerhand Neuheiten. Da ist zuerst (um gleich oben zu beginnen) der Ausschnitt des Kleides. Der Aus- schnitt wird drei, vier- und gar fünfeckig getragen, und hat als Abschluß an der linken vorderen Ecke ein kleines Schleifchen manchmal auch eine Stoff- ober Lederblume. Dann die Herrenkrawatten der Dame! Sie werden sowohl als Läng», wie als Ouerbinder, die den Jumperkragen zusammenhalten, getragen. Im Allgemeinen unterscheiden sie sich nur durch ihre Farbenfreudigkeit vom Schilp» des Herrn. Das ist nun wieder dessen Glück! — denn sonst hielte nichts die Gattin zurück, über die Schlipse ihres Mannes „herzufallen".
Neu ist auch der Gürtel, der unbedingt zum Jum- perkleid gehört. Ist er nicht vom Stoff des Kleides, fo wählt man einen Leder-, Kalbfell-, Schlangenhaut-, Kro- kodil-, Gazellen-, Lack- ober Wildledergürtel. So ein Gürtel kann mit Stahlschnallen geziert sein oder mit ineinandergreifenden Metallschließen, oder auch aus geflochtenen Lederstreifchen bestehen. Ost gehört hierzu ein gestickter und ausgebogter Kragen sowie Manschetten des gleichen Materials. Das sportliche Ium per kleid, und auch Rock und Bluse gesondert verarbeitet, hat sich den Geschmack der Same erobert. Al» Ergänzung zu diesem Jumperkleid gehört der geradefallende Mantel ober bas kurze Jäckchen desselben Stosses, dessen ganze Verzierung meistens nur in den verschiedenen Wöglich- Ws» drr Stoffverarbeitung siegt.
An schönen Tagen find die entzückendsten, duftigsten und farbenfrohsten Kleidchen zu sehen. Eine märchenhafte Phantasie schuf uns Gedichte von Stoffen! Blumen. Streifen, Bordüren, und vor allem auch wieder Punkte, eingewebt, aufgedruckt, und aufgemalt auf Wolle, Seide, Baumwolle, Kunstseide, Voile, Tüll, Georgette, Crep-de- chine und noch vielen, vielen anderen Stoffarten dienen dazu ,bie Schönheit der Frau gebührend hervorzuheben. All diese Sommerkleidchen sind locker und weit, mit Volant», Plisses, Stickereien und schimmernden Spitzen. Hierzu gehören große, breitrandige Hüte aus bisher noch nicht gesehenen Strohsorten, durchsichtig, schimmernd uni biegsam, mit großen Blumen geschmückt.
Frau Modes neueste und gefälligste, aber gleichzeitig kostbarste Laune ist, uns diesen Sommer den Pelz als „unbedingt dazugehörig" anzupreisen. „Sommerliche Pelze" heißt die Parole der deutschen Pelzindustrie. Ka- nine, Zickel und Gazellen sind die Hauptlieferanten dieser sommerlichen, leichten Pelze. Wellig oder kurz geschoren, naturfarben oder in hellen Phantasiefarben, beige, hellbraun mahagoni, silbergrau ober schlangenhautartig Ungefärbt, ober wie Krokodil, auch tarn- und schachbrettartig gemustert, gestaltet die Kunst der deutschen Kürschner die Felle der eigentlich garnidjt „salonfähigen" Tiere. Aus der abendlichen Hotelterrasse, nach dem Tanz, bei her Promenade im Park oder im Kurbade — immer ist der sommerliche Pelz ein wärmendes und schmeichelndes Kleidungsstück, der als notwendige Ergänzung der übrigen Sommerkleidung der eleganten Same begehrt und beliebt ist' Grete Nobel, Berlin, y