Anzeiger für die Stabt Aulba unb ben Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 176.
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Mittwoch, 3. August 1927.
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54.Zahrg.
Rücktritt Amerikas von der Genser Konsereaz?
wtb. Paris, 2. Aug. (Eig. Funkm.) Wie der Senser Korrespondent der „Chicago Tribüne" mel. bet, soll der Vorsitzende der amerikanischen Delegation der Dreimächte-Seeabrüstungs-Konferenz gestern unmittelbar aus Washington die Weisung erhalten haben, sich von dieser Konferenz u n v e r- -üglich tzurückzuzlsehsn.
Donnerstag Vollsitzung.
Schweizerische Depeschenagentur meldet:
Die Vollsitzung der Marinekonferenz ist nun endgültig auf Do n n e r s t a g nachmittag 3 Uhr angesetzt worden. Zunächst sollte die Sitzung auf Mittwoch anberaumt werden, aber da Admiral Iellicoe sich nach London begeben hat, um an der Beerdigung seines Bruders teilzunehmen, mutzte die Sitzung auf Donnerstag verschoben werden. In der Lage scheint sich nichts geändert zu haben. Die aus Washington erhaltenen Instruktionen be
stätigen oder, wie es heißt, verstärken sogar den Standpunkt der amerikanischen Delegation. Die britische Delegation verharrt ihrerseits auf der von ihr eingenommenen Stellung. Die Versuche der japanischen Delegation, zu einem Kompromiß zu gelangen, haben zu keinem Ergebnis geführt. Von japanischer Seite sind übrigens keine neuen Vorschläge eingebracht worden. Die Besprechungen zwischen den Leitern der Delegation über die schon einige Einzelheiten bekannt werden, haben in keinem Punkte zu irgend einem Abkommen geführt. Bereits letzten Donnerstag hatte sich die britische Delegation gegen die von den amerikanischen Vertretern am Sonntag veröffentlichte Sicherungsklausel ausgesprochen.
Japans Haftung in Genf.
Reuters Genfer Korrespondent schreibt, es verlaute, daß die Japaner ebenso wie die Engländer der politischen Klausel der Amerikaner wenig günstig gegenüberstehen, während die Amerikaner enttäuscht über die Ablehnung ihrer Vorschläge seien.
eine
Prinz Carols Pläne
von
vom Reich erfolgen werde, da es sich um eine rein mecklenburgische Angelegenheit handele.
* Um Hörsings Nachfolger. Nach der Meldung eines Magdeburgischen Blattes sollte damit zu rechnen sein, daß das preußisch e Kabinett Dienstag mittag den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Dr. Waentig zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ernennen würde. Wie das Wolff-Büro auf Erkundigungen an zuständiger Preußischer Stelle erfährt, ist es zwar richtig, daß Prof.Waentig für diesen Posten in erster Linie in Frage kommt; doch findet am Dienstag keine Sitzung des preußischen Kabinetts statt, vielmehr dürfte die endgültige Regelung der Nachfolge Hör- Imgs erst in den nächsten Tagen zu erwarten fein.
Der italienische Ministerrat nahm den vom Finanzminister Graf Volpi unterbreiteten Entwurf über die Herabsetzung der Steuern an. Der Betrag der Herabsetzung wird im ganzen ungefähr die Ziffer von 1 Milliarde 135 Millionen Lire er-
sig werden, was sich unzweffelhast aus folgenden Worten Stalins ergibt:
„Unsere Aufgabe besteht darin, in allen Ländern Europas wegen der neuen Kriegsgefahr Alarm zu schlagen, die Wachsamkeit der Arbeiter und Soldaten der kapitalissischen Länder zu sichern. Und die Massen unausgesetzt darauf vorzuberei-
reichen. Davon entfallen 550 Millionen auf indirekte, 385 Millionen auf direkte Steuern und
Die bolschewistischen Drahtzieher in Rußland and ihre Vasallen in anderen Ländern mußten in den letzten Monaten viele ihrer Hoffnungen zu Grabe tragen. In China erlitt der Kommunismus eine offensichtliche schwere Niederlage; den revolutionären Treibereien in England wurde durch die Ausweisung der Handelsvertretung und Abbruch auch aller übrigen Beziehungen zwischen London und Moskau ein Riegel vorgeschoben. Die jüngst in Oesterreich sich bietende Gelegenheit, im Trüben fischen zu können, wurde ebenfalls zuschanden gemacht an der staatsmännischen Klugheit des Bundeskanzlers Dr. Seipel. Betrübten Hauptes sehen die Kommunfftenhäuptlinge in Moskau ihre Felle davon schwimmen, aus denen sie zur Knebelung der verhaßten Weltbourgeoisie hatten Riemen schneiden wollen.
Wei- jedoch glauben wollte, die kommunistische Hetze werde angesichts der dauernden Mißerfolge eingestellt, der kennt die fanatischen Anbeter des Sowjetsternes herzlich schlecht. Von neuem werden die Fanfaren geblasen, um die Massen, denen m überwiegender Mehrzahl ehrsame Arbeit und Verdienst viel lieber sind, als dis Speisung mit propagandistischen Revolutionsphrasen, immer wieder aufzuputschen und allmählich den bols.hewisti- schen Ideen zugängig zu machen. Als wirksames Mittel zur Erreichung der moskowitischen Ziele wird „der drohende Krieg" an die Wand asmalt. So widmet die kommunistische „Rote Fahne" ihre ganze Sonntagsnummer dem Versuch, nachzuwei- stn, daß für die Sowjetrepublik eine unmittelbare Kriegsgefahr im Anzug sei. Auch der russische Bolschewistenhäuptling Stalin veröffentlicht in der betr. Nummer der „Roten Fahne" einen Artikel, der als Musterbeispiel kommunistischer Taktik angesprochen werden kann. Der Artikel Stalins beginnt mit folgenden Worten-
„Man kann schwerlich daran zweifeln, daß die Hauptfrage der Gegenwart die Frage der Gefahr eines neuen imperialistischen Krieges ist. Es handelt sich nicht um irgend eine unbestimmte, körperlose „Gefahrenmöglichkeit" eines neuen Krieges, es handelt sich um die reale und wirkliche Gefahr eines neuen Krieges überhaupt und eines Krieges gegen die Sowjetunion im besonderen."
Es wird nun auf Grund dieser Behauptung die Beweisführung versucht, die sich natürlich nicht mit einem allgemeinen Krieg befaßt, sondern nur mit einem von den imperialistischen Mächten geplanten Angriff gegen Sowjetrußland. Würde nun am Schlüsse der Ausführungen die Forderung nach Abrüstung aller Völker gestellt, so könnte ernem solchem Verlangen die Zustimmung nicht versagt werden. Eine derartige Absicht liegt jedoch durchaus nicht in den Zukunftsplänen der Sowietleute, sie wollen nicht Frieden, sie wollen Revolution. Dieses geht deutlich aus einem Absatz des von Stalin geschriebenen Artikels hervor, der folgendermaßen lautet:
"Me Aufgabe besteht darin, unseren Rücken zu starken und ihn von allem Unrat zu befreien, rhne vor einer Abrechnung mit den „vornehmsten" Terroristen und Brandstiftern in unseren Fabriken und Werken zurückzuscheuen, denn die D-rtsidi- gung unseres Landes ist ohne eine starke revolutionäre Etappe unmöglich."
Das heißt doch wohl nichts anderes, als die bevorstehende Veranstaltung einer Neuaustaq» der Morde, die im Anschluß an die Erschießung des russischen Gesandten in Warschau, Woikow, an zwanzig russischen Fürsten und Adligen begangen worden sind. Die blutige Revolution in Rußland selbst darf nicht zum Stillstand kommen, denn in einem Zustand der Ruhe könnte das russische Volk vielleicht der bolschewistischen Methoden überdrüs-
Weltkrrchen-Konferenz in Lausanne.
wtb. Lausanne, 2. Aug. (Eig. Funkm.) Nack 17jähriger Vorbereitung wird morgen, Mittwoch den 3. August, in Lausanne die Weltkirchenkonf»- renz für Glauben und 'Kirchenverfassung eröffnet werden. Im Gegensatz zur Stockholmer Konferenz, die sich lediglich mit Fragen des praktischem Christentums beschäftigte, soll jetzt in'Lausanne untersucht werden, inwieweit eine Annäherung dar Kirchen auch in den Fragen der Lehre und but Kirchenverfassunq möglich ist. Alle Frage», • die die Christenheit beschäftigen, sollen zu diese«
I Zwecke neu geprüft werden.
Der Kampf um Wien.
Die Gemeindeschutzwache.
wtb. Wien, 2. August. (Eig. Funkm.). Wir in führenden parlamentarischen Kreisen verlautet, wird die Bundesregierung in der Frage der Wiener Eemeindeschutzwache ein Urteil des Verf a s- fungsgerichtshofes beantragen. Die Regierung wird jedoch heute den Versuch unternehmen, durch Verh andlungen mit den maßgebenden Stellen der Wiener Gemeindeverwaltung, vor allem mit Bürgermeister Seitz, eine Lösung dieser schwierigen Frage zu erzielen, die unter Umständen eine Inanspruchnahme des Verfassungsgerichtshofes unmöglich machen könnte und vor allem geeignet wäre, ein Einschreiten der Botschafter-Konferenz im Sinne des Artikels 123 des Friedensvortrages von St. Germain zu vermeiden.
China.
Die Neuregelung der chinesischen Jolle und Abgaben.
Wie die Agentur Indo Pacific aus SchanghM berichtet, hat die Nanking-Regierung am 30. Jul) eine Proklamation veröffentlicht, die die Siki» Zölle aufhebt. Alle chinesischen Steuern werden innerhalb der Freihäfen sowie in dem Umkreis von 20 Lis außerhalb dieser Häfen aufgehoben. Alle Transitabgaben werden aufgehoben,' ebenso die Abgaben für den Verkehr zwischen den chineH» scheu Hafenstädten untereinander. Zum Ausgleich fordert die nationalissische Regierung vollkommei« Zollautonomie in China und will provisorisch vo«
Zu den Blättermeldungen über einen Schritt der Großmächte gegen die Aufftellung der Gemeindeschutzwache erfährt die „Neue Freie Presse": Tatsache ist, daß die Jnteraliierte Militärkontrollkommission sich an das Bundeskanzleramt mit einer Anfrage über diese Wache gewendet hat und besonders die Frage beantwortet zu wissen wünscht, ob es sich bei der Aufftellung der Eemeindeschutzwache um eine vorübergehende oder dauernde Institution handelt.
Kommunistische Revolutionspropaganda
Kriegsalarm als Werbemittel.
* Line vernünftige Auffassung. Die Reichl regierung hält, wie den Blättern mitgeteiK. wird, die von dem französischen Ministerpräside«» ten aufgezwungene Erörterung über O > » ch i e s f ü r a b g e s ch l o s s e n, da die von Deutsch land der Oeffentlichkeit übergebenen amtlichm Dokumente durch keine der inzwischen in Frankreich erschienenen Auslassungen irgendwie erschütz» tert oder entwertet, im Gegenteil, in wesentlich« Punkten bestätigt worden sind.
* Artillerieschießen der deutschen Flotte. TÄ Linienschiffe „Schleswig-Holstein," „Schlesien", „Elsaß" und „Hessen" sowie die Kreuzer „Nymphe^, „Berlin" und „Amazone" und der Tender „Nordsee" sind mit dem in Kiel eingetroffenen Reichs» wehrminffter und dem Chef der Marineleitung c» Bord zum Flotten-Artillerieschießen in See g> gangen. Sie werden voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag wieder zurückkehren.
Die englischen Arbeiter.
Die Kämpfe innerhalb der englischen Arbeiterbewegung.
Die in London abgehaltene Versammlung der Lokalorganisation des Verbandes der Seelen« billigte mit großer Mehrheit den Entschluß d» Verbandsleitung, 10 000 Pfund zinslos der vo» dem Parlamentsmitglied George Spencer ins L> den gerufenen unpolitischen Bergarbeitergewerkschaft zur Verfügung zu stelle». Verschiedenen Delegierten wurde der Zutritt gtw Versammlung verweigert. Im weiteren Verlag der Sitzung wurde über eine Entschließung berg» ten, in der der Verband der Seeleute sich gegen dÄ radikalen Einflüsse in der GewerkschaftsbewegurH ausspricht und die Verbandsleitung auffordert, auf das Zustandekommen des unpolitischen Gewerkschaftsverbandes hinzuarbeiten.
200 Millionen auf die Herabsetzung der Gebühre« für Eisenbahn und Post.
Lobe und der Anschluß.
In der Zeitschrift „Oesterreich-Deutschlanft Heim ins Reich!" verbreitet sich Reichstags- Präsident Löbe unter der Ueberschrift „Das Ziel ists, nicht der Weg", über den Anschluhgedar» ten u. a. wie folgt:
Weder hüben noch drüben kann und darf der Anschluß an irgend eine innerpolitische 23orbebir> gung geknüpft werden. Gewiß, wir sind in viels« Dingen auseinandergewachsen durch die Trennung, die der Entwicklung verschiedene Bahnen wies, aber wir werden zusammenwachsen, wenn ein einheii> sicher staatliches Gebilde uns zusammenschließt — mehr noch: wir werden uns befruchten und als Gesamtheit uns auch volitisch reicher gestalten. 9 welchem Wege der Anschluß eines Tages zur Tot wird, darüber mag jeder seinen eigenen Gedanke« und Hoffnungen nachhängen. Vielleicht behält ar« Ende keiner recht; denn viele Eventualitäten firi) möglich und manche treten ein, an die zuvor keiner gedacht hat. Aber bereit zu sein, ihn jeden Tag 311 vollziehen, keinen Weg auszuschlagen, der zum Ziele führen kann, alles zu tun, was den Tag der Erfüllung vorbereitet, die Grenzmauern zu unter» wühlen, solange sie nicht mehr gestürzt werden können, die Einheit des deutschen Volkes trotz seiner gewaltsam aufrecht erhaltenen Zweiteilung zu betonen und zu betätigen — das ist die Aufgabe der Anschlußfreunde, in welchem politischem Lager sie sonst auch immer stehen mögen.
* Der Stand der deutsch-französischen Handels- Verhandlungen. Zum Stand der deutsch-franzö- fischen Handelsvertragsoerhandlungen, über den Havas einen Bericht ausgegeben hat, wird noch bekannt, daß man deutscherseits der Auffassung ist daß zum Ende dieser Woche jedenfalls eine Ent- sch eibnng herbeigeführt werden wirb.
»Abreise König Gustavs nach Konstanz. Aus Mal moe wird gemeldet: König Gustav von Schweden ist von Malmö über Trelleborg-Saßnitz nach Konstanz abgereist, wo sich die Königin von Schweden zur Zeit aukbäst.
Die Erklärung des früheren Kronprinzen ... Rumänien, des Prinzen Carol, die gestern hier veröffentlicht wurde, hat zunächst nur platonischen Charakter; wenigstens, solangeBra- ... ... , tianu das Heft fest in Händen hält. Allerdings
ten, allen und teglichen Versuchen der bürgerlichen I rechnet Carol wohl auch mit der wachsenden inner» Regierungen zur Entfesselung eines neuen Kcie- I politischen Gegnerschaft gegen das Regime Drages in voller Rüstung des revolutionären Kampfes tianu. Diese Spekulation ist nicht ganz unbegrün- zu begegnen. I bet Zwar verfügt der rumänische Ministerpräsident
Die proletarische Diktatur lebt zunächst in der I in Kammer und Senat über eine gewaltige Mehr- Sowietumon und tobt sich dort aus. Die Dor- heit, was aber in Anbetracht der in Rumänien Üb- aange der letzten Jahre haben gezeigt, daß die lichen Wahlpraktiken nicht allzuviel heißen will.
1 vonl Moskau aus genant tft. Da War bisher der König der ausgleichende und L’® durchweg versag- I regulierende Faktor, der, wenn die herrschende'
Le",' ?öet »ft. I Regierungsmehrheit jeweils abgewirtschaftet hatte,
tmnfiau^'nkbf^äftHen'tfrS« L''S I für Neuwahlen und Personenwechsel int Kabinett
AuÄ sondern ' h« I sorgte, f° ist es fraglich, ob sich der Regentschafts
revolutionären Wettkampfes 'tft Me Hauptsache. I ftt^um^o^uS^rscheinlicher als^<mck"bie'/ie'de En/ Die deutschen Arbeiter werden wissen, was sie von
Netzen nicht fangen lassen Dazu kommt die unsichere politische Stellung der <
H man Tangen lagen. ehrgeizigen Kön igin- Witwe, die durch ihre!
Teilnahme Rußlands an der Genfer Verkehrs- I Nichtbeteiligung am Regentschaftsrate jeder ver- 1 konferenz. I fassungsmäßigen Möglichkeit, ihren Einfluß geltend
Die Regierung der U. S. S. R. hat dem Ge- I M machen, beraubt ist.
neralsekretär des Völkerbundes in einem vom 26. I Vom deutschen Standpunkt aus, der in dieser Juli aus Moskau datierten Schreiben mitgeteilt, I Frage durch keinerlei Interessen bestimmt ist, kann daß sie die an sie ergangene Einladung zur Teil- I man nur wünschen, daß Rumänien von schweren . nähme an der am 23. August zu Genf beginnenden I inneren Erschütterungen bewahrt bleiben möge. Die Allgemeinen Verkehrs- und Transitkonferenz an- I ziemlich einheitliche Stellungnahme bet franzö- nimmt. I fischen Presse gegen Carol war vorauszusehen.
1 t. ....., I Sieht man boch in Paris in der Person Bra-
yaussuchungen bei kommunistischen tianus die sicherste Garantie für eine enge An- Settlliioerr I lehnung der rumänischen Politik an Frankreich,
_____ und wenn man noch weiter gehen will, einen Dor- wtb. München, 2. Aug. (Eig. Funkm.) Wie I sprung im Wettlauf mit Italien.
die kommunistische „Neue Zeitung" meldet, erschie- | nen gestern abend Beamte der politischen Polizei I
Mussolini über die äußere Politik sch e n Arte g" zu beschlagnahmen. 10 Exemplare Im Ministerrat in Rom führte Mussolini aus: wurden gefunden und beschlagnahmt. Gegen den Die Beilegung des jugoslavisch-alba- ^..^wortllchen Redakteur und gegen den Ge- nischen Zwischenfalles durch Vermittlung schaftsfuhrer ist ein Verfahren wegen Vorberei- der vier Großmächte Westeuropas hat gezeigt, daß, tung zum Hochverrat eingeleitet worden. — Am I sobald diese Mächte inbezug auf eine bestimmte Samstag wurden die Geschäfts- und Expeditions- I Frage einen gemeinsamen Standpuntt einnehmen, raume der „Nordbayerischen Volkszeitung" in I der europäische Friede durch nichts erschüttert wer- Nurnberg auf Anordnung des Amtsgerichts I den kann.
Xronber9 durchsucht. Es wurden einige Exem- I Die Wiener Vorgänge haben von neuem Plare, in denen ebenfalls der Aufruf „Vor einem I die Frage der Lebensfähigkeit Oesterreichs als un- en imperialistischen Krieg" abgebrutft war, be- I abhängiger Staat zur Diskussion gebracht. Man scylagnahmt. I hat dabei die alten Thesen zugunsten der Schaffung
CrtitAlihAw «mA WmJaa I einer Donaukonföderation bezw. für den An-
O03iah|ten und KTICQ. I schlu ß an Deutschland ausgegraben. Es ist
Die Berliner Sozialdemokratische Partei I augenfällig, daß keine dieser Thesen mit den Frie- veranstaltete gestern abenb eine Massenkundgebung I densvertrügen vereinbar ist und vor allem ist es unter der Parole: „Gegen Krieg unb I klar, daß der Anschluß Oesterreichs «r Deutsch- . V-95 9efabr ! Für Frieden und So- I land die durch den Versailler Vertrag und den .zialismus !" Von sieben Sammelplätzen aus I Vertrag von St. Germain geschaffene politische marschierten die Massen in geschlossenem Zuge un- I Karte Europas von Grund auf ändern würde, ter Musikbegleitung und mit zahlreichen roten I Italien ändert feine Haltung nicht. Die Gerüchte, Fahnen nach dem Wittenbergplatz im Westen der I die anläßlich der Wiener Vorgänge über die Hal- Stadt. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war I tung Italiens aufkamen, waren widerfinnig und ebenfalls mit zahlreichen Kameradschaften anwe- I tendenziös. Die faszistische Regierung hat nie- fenb. Der Aufmarsch bauerte fast eine Stunde. I mals daran gedacht, in bie inneren Angelegenheit In Ansprachen wurde erklärt, diejenigen Kräfte, I Oesterreichs einzugreifen und der italienische Ee- die den Krieg 1914 mit seinen ungeheuren Opfern | sandte in Wien hat keinerlei Schritt in diesem Zu- verschuldet hatten, seien wieder am Werk, um I sammenhang unternommen. Auch ist keine Truppen- neue K0nf.> kte heraufzubeschwören. Zu ir- I zusarnmenziehung an der österreichischen Grenze gendwelchen Zusammenstößen ist es nicht gekom- I erfolgt.
Im weiteren Verlauf seiner Darlegungen unter- I strich Mussolini die politische und moralische Be-
* Hafkbeschwerde Roßbachs. Oberleutnant a. D I deutung des unlängst erfolgten Besuchs der yemeni- Roßbach, der, wie gemeldet, auf Grund eines noch tischen Abordnung und des bevorstehenden Beaus den Kapptagen vorliegenden Haftbefehls des I ti01} Aegypten in Rom, welch
k?bZttom2me„UnS‘?,’Üri,ld’ l" T» w"«°Mch-n ’ÄÄ ’Ä üüd lenburg festgenommen wurde, hat nunmehr Hast- I Aegypten bestimmt sei beschwerde erhoben. Heber die Stellungnahme des 1 Reichsjustizministeriums, das in dieser Angelegenheit von dem Verteidiger Roßbachs angerufen worden war, verlautet den Blättern zufolge, daß nach Lage der Dinge gegen diesen Schritt der mecklenburgischen Justizbehörde keine Intervention