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Kein Raus ohne Fuldaer Zeituna.

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Mein

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Saison

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Wenn Klassenfabrikate zusammenkommen, siegt die Beste

Inserieren bringt Gewinn!

Mw. Feuerwehr

Zleinau-Steinhaus.

wird beseitigen können.

Uebriaens mache ich in solchen dunklen Zeiten gern Menschenstudien. Wenn nämlich draußen tue Sonne versagt, dann kann man erst sehen, wer etwas Sonne im Herzen hat oder nicht. Bei so vielen heißt es: Regenwetter draußen, also auch Regenwetter drinnen. Bei den Echten aber ist immer Sonntag. Sie haben in ihrer Seele jene himmlische Schwungkraft, die sie im Augenblick über Sonne, Mond und Sterne trägt. Der dun­kelste Keller ist für sie noch licht, und im, scheuß­lichsten Wetter verlieren sie den Humor nicht, ge­nau so wie bei dem Proletarierkind in Herwigs neuem Roman: Willy sieat . . . Lies das Buch einmal, es wird dir gewiß viel Freude machen und Sonne schenken.

Der Mann im Monde.

beginnt am Montag, 4. Juli

Ich biete grosse Vorteile in allen Abteilungen.

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Feier des 1, Stiftungsfestes

am kommenden Sonntag, dem 3. 3uli 1927 in S fein an.

Programm:

S Uhr vormittags Festgottesdienst Nach dem Festgottesdienst Empfang der eintreffenden Wehren u. Vereine 1.30 Uhr Uebung der Freiw. Wehr 2.30 Uhr Festzug nach dem Festplatz.

Hierauf Begrüßung der Wehren und Festteilnehmer. Anschließend TANZ auf Podium und Volks-Belustigung.

Bei etntretender Dunkelheit Feuerwerk. Für la. Musik sowie für erstklasflg« Speisen und Getränke ist gesorgt.

Das Kommando.

Wissenschaft und Forschung.

= Ersatzwahlen bei der Academie Irancaise. Die Pariser Academie Francaise hat am Donnerstag die Ersatzwahlen für die verstorbenen Mitglieder Boglesve und Richepin vollzogen. Cs wurden gewählt der Schriftsteller Abel Herma n t und der Spezialist für Kirchenkunst Emile M a l e.

Freunds. Leser!

Vergiß bitte Etallupömn nicht!

Hilf bitte einer armseligen Dtasporagemeinde, daß sie bald ihre so dringend nötige Herz-Zesu-Kapelle erhält. Allen lieben Wohltätern ein herzliches »Gott vergelt'sl" weski, Pir.

Kath. Pfarramt Bilderweitfchen (Ostpr.)

Vostscheck: Königsberg (Ostpr.) 22599.

gefahren von Hans Kahrmann, beweist im Rennen Um den grossen Preis von Hanau gegen stärkste Konkurrenz durch einen glänzenden Sieg die unerreichte Qualität unserer Marke, und erreichte die schnellste Zeit des Tages aller Seitenwagenmaschinen

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(50.

Sonnt.,, 3. Juli 1927.

Vertreter:

R. & H. Kahrmann

F. Blatt.

W-t* Druck der Fuldaer Acliendruckerei. Fulda

Unglaublich viel wird heute über China ge­schrieben. Das ganze Treiben dort scheint rätselhaft und schier unentwirrbar. Für mich folgt nur daraus, daß die Chinesen ein gutes Stuck schlauer sind, als wir Europäer, die wir uns für kluger hal­ten als alle andern Rassen. Richt lange vor dem Krieg ereignete sich in Schanghai folgende eben.o lustige wie lehrreiche Geschichte. Wie in andern Seestädten, so gab es auch dort eine Rattenplage. Sie wurde besonders bedenklich, als Seuchen da­zutraten, die in den Ratten ihre besten Bundes­genossen haben. Die Lage wurde so gefährlich, daß sich die Engländer entschlossen, auf jede einge­lieferte Ratte eine Prämie von 10 Zents zu setzen. Die braven Chinesen begaben sich nun an die Ar­beit und lieferten Ratten ab ohne Zahl. Wenn man aber gehofft hatte, es würde sich nun die Plag" verringern, so erlebte man bald eine große Enttäuschung. Statt kleiner zu werden, wurde nämlich die Zahl der eingelieferten Ratten immer größer. Die Göttin der Fruchtbarkeit schien dieses Ungeziefer auf einmal zu segnen und ihre natür­liche Leistungsfähigkeit ins Ungemessene zu stei­gern. Schließlich kam den Engländen,, die nach und nach schon enorme Summen für die Be­kämpfung von Ratten ausgegeben hatten, die Sache doch verdächtig vor. Sie untersuchten den Ratten­fang und stellten fest, daß der schlaue Chinese in aller Stille eine ganze Reihe von künstlichen Rat- tenzüchtereien angelegt hatte, die sich bei dem hohen Stande der Rattenfellvaluta natürlich sehr rentabel erwiesen ... So ist der Chinese. Er führt einen Krieg, den ihm die Ausländer finanzieren. Auf diese Weise einigt man sich national und verdirbt langsam den Fremden die Laune an einem so kostspieligen Abenteuer.

Run hab' ich zwar noch viel Ernstes für heute vor, aber von den Ratten muß ich doch noch eine kleine Geschichte zum Besten geben. Kennst du das Land Aegypten? Dort gibt es alte Tempel. Sie werfen einen kühlen Schatten, und in diesem Schatten hatte man Matten niedergelegt, auf denen die Potentaten der Hottentotten, die damals noch Aegypten bewohnten, fvazieren gingen. Um das bisherige in zwei Worte zusammenzufassen, gab es dort also Tempelschattenmatten für die Hotten­tottenpotentaten. Run kamen in diese Tempel­schattenmatten Ratten, also Tempelschattenmatten- I ratten, die den Hottentottenpotentaten sehr unan- I genehm waren. Man beschloß, sie zu vernichten I und wandte sich, da der männliche Verstand, wie I so oft, vollkommen versagte, an das listenreiche I weibliche Geschlecht, in diesem Falle de Hotten- I tottenpotentatentanten. Diese wieder waren um eine Lösung nicht verlegen, indem sie an ein Gift I dachten, das sie immer mit sich herumtrugen, näm- I lich Toilettentinten. Mit Hilfe dieser Hottentotten- I potentatentantentoilettentinten geschah dann im ur- I alten Aegypten ein Attentat auf die Tempel- I schattenratten, was bis heute in der. Geschichte I sortlevt und sich ausgezeichnet findet in einem I Pyramidengrabe, wo einer der Urgroßväter Tu- I tamkamens schlummert. Rach vieler Mühe haben I es die Gelehrten endlich entziffert und der euro- I päischen Zungenfertigkeit über geben; es heißt: I Hottentottenpotentatentantentoilettentintentempel- I schattenmattenrattenattentat.

Um nun in die neueren Zeilen zurückzukehren, I so geht es in der Welt jetzt ernstlich um die Aus- I einandersetzung zwischen Bolschewismus und euro- I päischer Kultur. Man hat in vielen Kreisen ein­gesehen, daß man den Bolschewismus zu leicht ge­nommen hat. Ob es in England noch früh genug war, mit der Provaaanda Schluß zu machen? Manche bei uns wünschen den Engländern alles Böse, aber hier geht es doch um eine europäische Sache. Dabei handelt es sich nicht in erster Linie um einen Waffengang, der nicht das Mittel zur Lösung einer Frage ist, die ihre Wurzel im Geiste und in der Idee hat. Wenn es Europa gelingt, diese Provaganda im eigenen Lande wirklich zu unterdrücken, dann wird der Bolschewismus von selber sterben. Dazu bedarf es nun des Zusam-

menarbsitens von Locarno. Man kann dieses Locarno rein politisch sehen, es hat auch eine uber- politische Bedeutung. Im Volkerbund mussen sich die Rationen zusammenfinden, tue für öie 3bee öer Ordnung, des Rechtes und der europäischen Ver­ständigung eintreten. Gewiß war die letzte Sitzung an Enttäuschungen reich, und gewiß hatte man das Recht, darüber einen leichten Spottmantel zu han- aen Tiefer gesehen aber sind auch das letzte Mal, was in den Reden der Minister ja noch fortklmgt, doch wichtige Dinge vor sich gegangen. Die Not­wendigkeit wird Frankreich und Deutschland zu­sammenbringen. Man muß sich diese Verstau, l- aung nicht gleich wie eine Verlobung vorstellen. Wir haben mit Frankreich ja nicht nur den letz­ten Krieg gehabt, sondern die ganze Geschichte hin­durch viele Kriege. Es handelt sich hier um Stim­mungen, die im Gefühl von Jahrhunderten r<a - tieft worden fin. Das schaffen einige Iahrzehckle nickt aus der Welt. Man muß auch nicht zu viel verlangen. Rach und nach wird doch die Idee des Friedens an Boden gewinnen, und am Ende wird die Kirche der chauvinistischen Sonntagsred­ner noch langsam leer. Unter dem drohenden Ge­spenst des Bolschewismus und neuer Kriege wird es am Ende auch leichter gehen....

Heiliger Johannes Baptista, warum bist du nicht im Allen Testament geblieben? Run soll es noch vierzig Tage regnen weil es dir an deinem Feste gefallen hat, alle Schleusen des Himmels zu öffnen. Weißt du nickst, wie das auf unsere Stim­mung drückt? Wir sind sowieso schont raurtg ge­nug und ohne den rechten Schwung. Ein armes Volk sind wir geworden, und alle Glorm-Vrktoria- Stimmung ist 'davongeweht. Meine Geranien am Fenster wollen nicht blühen, und einige verkrüp­peln geradezu. Die Bethunien, die mit ihren bun­ten Glocken herabhängen sollten, wie Gir­landen mit Lampions, schießen einfach ms Kraut und umgeben sich mit speckigen Schichten, um nickst zu »erfrieren. Die Sommersachen in den Geschäften gehen nicht ab, Geld witzd nicht ver­dient, und die Küe stehen satt aus der Weide im Sumpf. Dabei hätten wir es so nötig, etwas mehr in die Natur zu gehen. Wie die Blatter berichten, Hai in Berlin eine Umfrage stattgefun­den, und es zeigte sich, daß von den Kindern zwi­schen sechs und zehn Jahren in den Volksschulen 70 Prozent keine Vorstellung von entern Sonnen­aufgang haben, 72 Prozent nie im Leben eine Nerche haben singen hören. 59 Prozent nicht wis­sen, was ein Aehrenfeld ist und wie es wallt und wogt in der Freude seiner Frucht, 76 Prozent haben nie einen Bera gesehen und 89 Prozent nie­mals einen Fluß. Was soll denn aus diesen Kin­dern werden? Nicht einmal, die Sonnenfinsternis werden wir beobachten können, wenn die allge­meine Verfinsterung so weitergeht. Heiliger Jo­hannes Baptist, hab' doch Erbarmen und mach dieses Jahr eine Ausnahme. Flieg' einmal mit dem Flugzeug der Engel, die Gott ja mit so scho­nen Fittichen versehen hat, daß noch niemals einer abgesttirzt ist, zur Mutter Sonne und putz die große Larnve des Universums, sagen doch die Ge­lehrten, daß die ganze Misere bei uns einzig von den Sonnenflecken herrühre, die man doch leicht

Technik und Verkehr.

__ Tnofotiiierunq des Güterverkehrs. Der De stand der Lastkraftwagen hat sich in Deutfchland seit 1923 fnft nerdovvelt Man könnte diese rasche Entwicklung als Men Beweis ansehen, daß auch die Motorisierung des Güterverkehrs bald amerikanische Formen annehmen werde. Vergleicht man dann aber einmal die Bestandzis- fern selbst, so sieht man, daß ben 100 000 Lastwagen g.- aenwärtig 2,8 Millionen in den Bereinigten Staaten ge äenüberstehen. Selbst wenn wir die größeren Entfernun­gen drüben und die dichten Eisenbahnnetze inl Europa :n Rechnung stellen, zeigen diese Zahlen doch, daß wir noch weit von amerikanischen Zustanden entfernt f

01- Ballen In Schanghai. - ha«-nl-«enpa.-n.nl-n.anlenlchl-ll-n. - -

affenfaf. Bolschewismus. Willy siegt. . .

Zur verbaudstaoung der Neichs- Kurzschrift!er in Sulöa.

Wie in Nr. 146 derFuldaer Z^ung" kurz berichte wurde, fand am 25.-27. Jum.n Fulda der 4 7. D e r bandstagdesHesslsch-Nassaulschen ftur3 chriftverbandes statt. Einige ergänzende Aus- ührungen feien hiermit nachgetragen.

Bereits in den ersten Nachmittagsstunden des Sams- taa trafen die Vertreter der eingeladenen Vereine aus den Bezirken Waldeck, Hessen-Nassau, Zossen-Darmstadt, der Nbeinvrovinz und dem nördlichen Bayern ein. ttu, d e am Nachmittag im Kaffee Thiele abgehaltene Sitzung des Verbandsvorstandes und der Bezirksleitersolgtean, Abend im Parkhotel die Vertreter-Versammlung der Der bandsvereine. Nach dem Bericht des Vorstandes setzt stch der Verband z. Zt. aus 150 Dereinen rmt etwa 10 OM Mitgliedern zusammen. Es ergab sich weiter em starre. Wachsen der Anhängerzahl der Reichskurzschrlstler ge- genüber dem Vorjahre. Bei der Beratung über den Ta- aunasort des nächstjährigen Verbandstages verlas der Vorsitzende ein Schreiben des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Mainz, in dem dieser ersuchte, den 48. Ver­bandstag in Mainz abhalten zu lassen. Für den 49. Ver­band-tag im Jahre 1929 hatte sich Wiesbaden bereite °°^Jm Laust des Sonntag-Dormittags traf das Gros der Wettfchreiber und Festteilnehmer nut Eisenbahn und Kraftwagen in Fulda ein. Das Wettschreiben, das m den vom Magistrat in dankenswerter Weife zur Verfügung gestellten städtischen Schulen stattfaiid, begann um Uhr und war um 13 Uhr beendet. Im Anschluß hieran fand sich ein Teil der Feftgäste im Bürgerveremshause zu einem gemeinsamen Essen em. Bei d" fur 15 Uhr an . räumten Festversammlung war der Stadtsaal ms aus oen lestten Platz besetzt. Herr Regierungsrat Schaible Darmstadt, einer'der bedeutendsten Mitbegründer der Einbeitskurtfchrist, sprach über das jetzt so aktuelle Pro­blem der Volkskurzschrift. In überzeugenden Worten erbrachte der Redner den Beweis, daß eine Deut che Dolkskurzschrist mit Ausschluß der E'nheitskurzschrist un­möglich sei. Da seine Ausführungen für weitere Kreise von Interesse sind, beabsichtigt der Reichskurzschnftvereln Fulda, die Rede inhaltlichi n einem öffentlichen Dortrage ^°Das'letzt'/Musikstück des Festprogramms - Musikmr- ein Bioneck spielte meisterhaft leitete über zum al.ge­meinen Tanz, an den sich die Pre,sverte, ung anschloß. Unter vielen anderen konnten auch 3 Mitglieder des Fm daer Reichskurzschriftvereins mit Ehrenpreisen bedacht werden An dem Wettschreiben hatte sich ja nur eine klettre Zahl von hiesigen Mitgliedern beteiligen können, da die andern drnch'die Deranstaltungen des Derbari s- tages stark in Anspruch genommen waren Zur Stiftung der Ehrenpreise hatten neben der Derbandsleitung, aus­wärtigen Dereinen und Firmen in dankenswerter We>e beigetragen: die Reichsbahndirektion Frankfurt D... bie Handelskammer Frankfurt - Hanau (OefdjaftsMie ftulbal die Stadt Fulda, Fuldaer Actiendruckerei (Der- laa her Fuldaer Zeitung"), die städtische Svarkasse, die Kreissparkasse, die Landesleihbank, das Ueberlandwer? der Eisenbahn, Spar- und Bauverem, sowie eine Reihe ^"um^CMUhr begann der Festball, der eine sehr zahl­reiche Beteiligung fand. Auch am Montag verweilten noch viele Feftteilnehmer in den Mauern unserer Stadt. Die auswärtigen Gäste äußerten sich alle einstimmig lobend über die vorzügliche Aufnahme und Bewirtung tn den Gasthäusern der schönen Bonifatiusstadt.

Das Wettschreibergebnis stellte mit.280 S-lben in der Minute Höchstleistung einen erfreuüchen For schrst ge- qenüber dem vorjährigen Bezirkswettschre,ben m Lauter­bach, wo 240 Silben geschrieben wurden, dar Immer­hin muß zugegeben werden, daß der hiesige^Verband noch weit von einer Spitzenleistung in Reichskurzschrist ent­fernt ist hat doch auf dem Unterverbandstag Sud-West­falen verwerft 20 Jahre alte Helmut Stief aus Siegen in der Geschwindigkeit von 440 Silben in der Minute eine fast fehlerfreie Arbeit geleistet.

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Das junge Deutschland". ,

Eine Aussiellung der deutschen Jugend.

Der Reichsverband der deutschen Jugendverbände, I die Spitzenorganisation der großen Verbände der Ju- I gendbewegung und Jugendpflege aller Richtungen, I dem augenblicklich 90 Reichsjugendorganisationen mit I mehr als 3% Millionen Mitgliedern angehören ver- I anstaltet in der Zeit vorn 12. August bis 25. September I dieses Jahres im Schloß Bellevue in Berlin unter dem I NamenDas junge Deutschland, Ausstel- I stellung der deutschen Jugenb", eine Ausstel- I lung über die gegenwärtige bevölkerungspolitische, soziale, I gesundheitliche und kulturelle Lage der deutschen Jugend. I

Der Plan einer solchen Gesamtdarstellung der Lage I dernormalen" Jugend ist etwas absolut Neues und I Einzigartiges und findet bisher in der ganzen Welt kein I Dorbild. Während bereits vielfach Untersuchungen über I die Lage der verwahrlosten und gefährdeten Jugend be* 1 stehen, haben solche über das Dasein der gesellschaftlich I gesunden Jugend bisher völlig gefehlt. Der Reichsaus- I schuß der deutschen Jugendverbände hat daher umfang- I reiche statistische Erhebungen in ganz Deutschland veran- I stattet, deren Ergebnisse für die kommende Ausstellung I verwertet werden sollen. Die Ausstellung verspricht da- I her wertvollste Ausschlüsse jugendkundlicher Art.

Gewissermaßen als Kernstück der Ausstellung wird I gezeigt werden, was die deutschen Jugendverbände und die freien und öffentlichen Jugendpflegeorganisationen und -Behörden an Einrichtungen für eine gute Ver­wendung der Freizeit der erwerbstätigen Jugend ge­schaffen haben. Die Leistungen an allgemeiner und be­ruflicher Bildung, die Bedeutung des Wanderns, der Wert der Jugendheime und Jugendherbergen wie der Ferienheime, ebenso wie die Wichtigkeit der Leibes­übungen, werden hier in besonderem Maße berücksichtigt und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen auf diesem | Gebiete nachgewiesen werden.

Ferner werden auf der Ausstellung die Jugend- perbänbe aller Richtungen unb Bekennt­nisse zum ersten Mal gemeinsam in einer umsassenben Darstellung ihres Willens unb ihrer Arbeit vor bte Oeffentlichkeit treten. Der Gebanke der Ausstellung ver­langte eine bereitwillige Unterordnung aller Verbände unter die gemeinsame Idee, unb wer sich bie politischen, sozialen, religiösen unb sonstigen Gegensätze innerhalb unseres Volkes vergegenwärtigt, wirb es nicht gering einschätzen, daß sich hier die Jugend aller Kreise trotz unbestreitbar vorhandener Spannungen zu einem g f- meinfamen Werke zusammengefunden hat.

3m Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage der üusreichenben Freizeit der erwerbs­tätig e n I u g e n d. In der Erkenntnis, daß Vorbeu­gen bester als Heilen ist, hat sich der ReichsausschM der deutschen Jugendverbände bereits seit einigen wahren lebhaft für die Freizeit der erwerbstätigen Jugend ein- «efetzt. Da er diese Frage niemals als eine gewerk- haftliche Frage allein, noch auch lediglich als eine so­zialpolitische Angelegenheit angesehen hat obwohl sie auch solches in hohem Maße ist, sondern als den sicht­baren Ausdruck eines starken Kultur- unb Bilbungsver- langens ber deutschen Jugend, kann der Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände auch mit Genugtuung ver­zeichnen, daß seine Forderung nicht nur von den großen freien und öffeentlichen Wohlfahrtsorganisationen aller Richtungen, sondern ebenfalls von ben Arbeitgeber, unb Arbeitnehmerkreisen verstauben unb gebilligt worden ist.

Als bemerkenswert mag heroorgehoben werben, daß sich die Jugenboerbände sämtlicher Richtungen unb Be­kenntnisse einmütig für bie Sortierung nach Freizeit ber erwerbstätigen Jugend eingesetzt Haden, da sie aus ihrer Arbeit an den Jugendlichen heraus die unbdingte Not­wendigkeit sahen, daß mit derArbeitskraft ber Jugend­lichen zwischen 14 unb 18 Jahren kein Raubbau getrie­ben werben bürfe, fonbern im Hinblick auf bie Bedeu­tung ber Erhaltung und Stärkung deutscher Volkskrast die für bas Entwicklungsalter erforderliche freie Zett zur Bildung des Geistes, des Charakters und besßeibes gegeben werden müsse.

Es verdient alle Anerkennung, daß die Jugend- bie mit ihren beschränkten Mitteln allein bie Ausstellung natürlich nicht hätte burchführen können die hilf­reiche Unterstützung zahlreicher Behörden des Reiches, der Länder und der Kommunalverwaltungen gefunden hat. Auch beteiligen sich fast alle bedeutenderen Organi­sationen der Jugendwohlfahrt und Jugendpflege an der­selben. 11. a. hat der preußische Finanzminister das Schloß Bellevue und einen Teil des schönen Parks des Schlosses für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

H. Biittner, Fulda

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