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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Nr. 148.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

Freitag, 1. 3u(i 1927.

Anzeigen.Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 5Ut, auswärts 0,20 Reklamezeile: lokal 0,60 JUL, auswärts 0,80 JUl. Bei Wiederholungen Rabatt. :-: Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051. :-:

54.Zahrg.

Stresemanns Friedensrede in Oslo

Noch einmal brauste das Gefühl gegen die Vergewaltigung auf, aber es beaann zu differen­zieren zwischen denen, die den Krieg wollten und denen, dis eine rechtliche Basis schon damals für gegeben hielten. Hierauf kam die Konferenz in London über den Dawesplan. Das ver­wundete Volk sah zum ersten Mal seine Vertreter nicht als Objekt, sondern an einem Tisch mit den Vertretern einst feindlicher Nationen. Es nahm aus Herriots Munde die Zusicherung der Rubr- Räumung entgegen. Es kam Briand, der dieses Wort Herriots einlöste. Es kam mit der deutschen

zu beantworten. Das alte Deutschland ist vielfach nach Aeußerlichkeiten beurteilt worden. Altes und Neues rang in ihm nach Gestaltung. Wie das Kind feinen Vater ehrt, auch wenn es Schwächen und Fehler an ihm wahrnimmt, so wird ein Deut­scher, der das alte Deutschland miterlebt hat, das Land, das ihm ein Sinnbild der Größe war, nicht gering achten, ebenso wie von denjenigen, die im alten Deutschland lebten und webten, die Anerken­nung für das Große und Verehrungswürdiqe des

Initiative das Memorandum vom 19. Febr. 1925 die

Eröffnung der Politik von Locarno.

Cs wäre eins Unwahrheit zu lagen, daß diese Politik freudige'' und herzliche'- Zustimmung be­gegnet wäre. Sie begegnete Mißtrauen auf der Gegenseite, Mißtrauen im Innern, dann kam ein Wechsel zwischen Mißtrauen und Vertrauen, die Verständigung über die Verträge, dann kamen falsche Empfindlichkeiten, dann im September 1926 Deutschlands Eintritt in den Völ­kerbund, bei dem Herr Briand in seiner Rehe davon forsch, daß die Zeit der Kanonen vorbei sein müsse, und in der er die Worte sprach, die über diesem Jahrhundert stehen sollten: Xr6 die

Preußischer Landtag.

. Im Preußischen Landtag entwickelte sich zu Be­ginn eine Geschästsordnungsdebatte über den kom­munistischen Antrag derUeberfälle inArens- dorf sofort zur Beratung zu stellen. Innenminister Grzesinski erklärte sich schließlich bereit, die Anfrage am Freitag zu beantworten. Das Haus erledigte dann die Aussprache zu dem Elektro-

beiden großen Völker, Deutsche und Franzosen, die beide soviel Lorbeeren im Krieg auf den Schlacht­feldern errungen hätten, ihre Zukunft nunmehr nur dem Wettbewerb um die großen idealen Ziele der Menschheit widmen sollten. Wer diese Stunden in Genf miterlebt hat, der wird sie niemals ver­gessen. Die Zeiten, die seitdem gekommen firib, waren ein Aus und Ab. Sie zeigen gegenwärtig mehr eine Krisis des Vertrauens in die ganze Entwicklung des Friedens, als eine ein­mütige Bejahung von allen Völkern der Erde, und doch kann heute gesagt werden, daß in dem Wil­len nach Frieden und Verständigung die überwältigende Mehrheitdesdeutschen V o l k es sich einig ist. Wenn ein Volk, dessen Umschichtung so gewaltsam wie die unsrige ist, des Bolschewismus von rechts und links Herr gewor­den ist, so zeigt dies zunächst den Sieg des Realpolitischen über das Imaginäre und über den Illusionismus. Im neuen Deutsch­land hat die Arbeiterklasse, gleichgültig welche po­litische Vertretung sie sich gab, sich fest an das Reich und den Staat gebunden. Keine Aenderungen der Parteikonstellation können an dem Gesamtwillen, keine Schicht des Volkes auszuschließen von der Mitarbeit und Verantwortung am Staate, irgend etwas ändern. Die Heranziehung derjenigen, die da glaubten, im neuen Staat die neue. Staatsform ablehnen zu müssen, Tagesereignisse und Tages­politik, Schwierigkeiten bestehender Konstellationen ändern nichts an der geschichtlichen Tatsache, daß alle Parteien heute am neuen Deutschland Mit­arbeiten. Denn schließlich siegte über alle Verschie­denheit der Anschauungen doch der Gedanke, daß alle Hände notwendig waren zum Aufbau, daß die Söhne und Enkel, die einst zurückblicken werden auf diese Zeit, die Palme der Anerkennung nur denen reichen werden, die in dieser Ehrenzeit nicht bei Seite gestanden, sondern mit Hand anlegten, um das zusammengestürzte Haus wieder aufzu­bauen. Gegenüber der IdeeAltes oder Neues Deutschland" fand sich die Synthese der

Verbindung des Allen mit dem Neuen.

diese Synthese, die das deutsche Volk verkörpert in der Persönlichkeit seines Reichspräfiden- ten. Er war dem Manne aefolat. der hsr- vatgegangen aus den Kreisen der alten grundsätz­lichen Opposition als erster Präsident des Deut­schen Reiches mit großem Takt, mit politischer Weisheit und mit starker Vaterlandsliebe den Weg vom drohenden Chaos zur Konstitution, von der Konstitution zum Wiederaufbau geebnet hat. In dem vom Volks gewählten Reichspräsidenten v. Hindenburg sieht das deutsche Volk die Per­sönlichkeit, die, ausgewachsen in den Traditionen des alten Kaiserreiches, die Pflichten gegen­über der jung en Republik in schwer­ster Zeit erfüllt. In seiner Persönlichkeit und in seinem Wesen ist die Idee der Volksge­meinschaft verkörpert.

Mit dem Deutschland von heute hat nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft zu rechnen. Man hält diesem Deutschland vor, daß sich in ihm Hunderttausende zusammenfinden in Organisatio­nen, die vom Frontsoldatentum sprechen, von Frontgeist und ähnlichen Dingen. Aber sollte das psychologisch anders sein? Ist es nicht eine Freude für Herrn Briand, wenn die Anciens Combattants ihn zu sich rufen ? In einer Rede vor den Anciens Combattants aus dem Orient hat Herr Briand ge­sagt, daß einer der glücklichsten Momente seines Lebens der gewesen sei, als er die Nachricht erhal­ten habe, daß Verdun von den Deutschen nicht er­obert worden sei. Warum will man es einem Deutschen verdenken ,daß er ebenso zu den glücklich­sten Augenblicken seines Lebens die Stunde zählt, in der ihm Kunde ward von der Schlacht von Tannenberg, von der Bewahrung deutschen Bodens vor dem Ansturm der Gegner?

Ich wende mich an Herrn Briand selbst, der von der Erinnerung sprach an die großen Taten beider Völker im Ringen gegeneinander in den mächtigen Zeiten der Vergangenheit. Ich bin sicher, daß ge­rade diejenigen, die an der Front den Weltkrieg er­lebt haben in all seiner Größe und in all seinem Grauen,

die Träger einer neuen Zukunft des Friedens

fein werden. Die Einleitung der Politik von Lo­carno war ein Wendepunkt in der Entwicklung der europäischen Nachkriegszeit. Es ist irrig, zu glau­ben, daß die deutsche Oeffentlichkeit die Politik von Locarno nur unter dem Gesichtspunkt der Auswir­kungen für Deutschland allein ansieht. Locarno be­deutet viel mehr! Einmal ist es der Zustand des dauernden Friedens am Rhein, gewährleistet durch feierlichen Verzicht der beiden großen Nachbarnatio­nen auf Anwendung von Gewalt, zum anderen durch die Verpflichtung anderer Mächte, demjeni­gen Hilfe zu leisten, der entgegen dieser feierlichen Vereinbarung das Opfer der Gewalt wird. Für diesen Gedanken steht heute die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes ein.

Mit diesem Gedanken wäre es nicht vereinbar, wenn auf dem Boden eines Landes, das als unter­legenes Land der Revanche abschwört und dem Frieden sich widmet, auf Jahre hinaus der Druck von Bajonetten lasten sollte. Die

Politik von Locarno ist unvereinbar mit der Politik des Mißtrauens, mit der Politik der Gewalt.

mit der Politik der Unterdrückung. Sie ist Pol i- rik der Verständigung, Politik des Glaubens an eine neue Zukunft.

Verstehe ich die Idee des Nobelfriedenspreises recht, dann ist es Ihr Volk, das in mehr als 100- jährigem Frieden lebt, das diese Idee mit kräftigen wollte durch die Entscheidung des Nobel-Komitees, das den Männern von Locarno den Preis zuer-

* Eröffnung der 17. Mitgliederversammlung des Reichsftadtebnndes. Am Mittwoch vormittag um 10 Uhr wurde in der Stadthalle zu Görlitz die 17. Mitgliederversammlung des Reichsstädte­bundes, der die kleineren und mittleren Städte bis zu 40 000 Einwohnern umfaßt, eröffnet. An der Tagung nehmen bekanntlich auch verschiedene Vertreter der Stadt Fulda teil.

* Der Leiter der Schund- und Schmuh-Prüf- fielle. Die Leitung der nach dem Gesetze zur Be­wahrung der Jugend vor Schund- und Schmutz­schriften in Berlin zu errichtenden Prüfstelle ist dem Regierungsrat beim Berliner Polizeipräsi­dium, Dr. Adrian, Leiter der Theaterpolizei und gleichzeitig der Zentralstelle zur Bekämpfung unzüchtiger Bilder, Druckschriften und Inserate, übertragen worden.

Am Mittwochmittag fand im Festsaal der Uni­versität in Oslo der Nobelpreisvortrag des Reichsaußenministers Dr. Strese- mann statt. Vor der Universität hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Der Festsaal war dicht besetzt. Auf den reservierten Plätzen sah man u. a. den deutschen Gesandten und das gesamte Personal der deutschen Gesandtschaft, den Präsidenten des Storthing, den Premierminister, Mitglieder der Regierung und des Storthing, zahlreiche Vertreter des diplomatischen Korps, Ver­treter der Behörden der Stadt Oslo, zahlreiche her­vorragende Persönlichkeiten des künstlerischen, wis­senschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Auch die deutsche Kolonie in Oslo war fast vollzählig vertreten. Kurz nach zwei Uhr betrat der König, der am Vormittag dem deutschen Reichsaußen­minister und Frau Stresemann einen halbstündi­gen Besuch im Grand-Hotel abgestattet hatte, den Saal und begriißte Dr. Stresemann in herzlicher Weise. Darauf hielt der Vorsitzende des Nobel­komitees, der Rektor der Universität Professor Stang, eine kurze Ansprache, in welcher er der großen Freude des Komitees Ausdruck gab, Dr. Stresemann begrüßen zu können. Unter lautem Beifall bestieg bann Dr. Stresemann die Rebner- tribüne.

Der tlobelpreisvortrag.

In feiner Rede gab ber Reichsminister des Auswärtigen zunächst seinen Dank für bie Ver­leihung bes Nobelpreises Ausdruck unb sprach dann in einftünbiger Rede über folgende Gedan- kengänge:

Diese Auszeichnung gilt nicht theoretischer For­schung, sondern praktischer Politik. Somit gilt sie auch für Deutschland nicht einer einzelnen Per­sönlichkeit. Allerdings möchte ich das Wirken einer einzelnen Persönlichkeit nicht unterschätzen. Wenn es sich um große Ideen handelt, braucht ber ein­zelne bie Unterstützung feiner Nation. Gerade in Deutschland ist teilweise ein harter Kampf um die deutsche Außenpolitik geführt worden. Deshalb bin ich vielleicht am ehesten in ber Lage, bie Frage ber

Geistesverfassung des heutigen Deukschlands

Die lvntschastrmrhandlimgen.

Eine vorläufige Einigung mit Frankreich.

Nachdem Ministerialrat Dr. P o s s e Mittwoch- imttag aus Berlin zurückgekehrt ist, hielten am Nachmittag die deutsche und die französische Wirt­schaftsdelegation eine Sitzung ab. Nach Beendigung dieser Sitzung ist folgendes g e m e i n s a m e C o m- munique der Presse übermittelt worden:

Die vorläufigen Abkommen über den Warenverkehr zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen dem Saargebiet und dem deutschen Zollgebiet laufen am 30. Juni 1927 Mitternacht ab. Trotz wiederholter Vorstel­lungen der französischen Regierung hat die deutsche Regierung dieser zu ihrem Bedauern mitetilen müs­sen, daß sie sich aus technischen Gründen außer Stande gesehen hätte, der unveränderten Ver­längerung dieser Abkommen zuzustimm- m e n. Die beiden Delegationen haben aber in den Ver­handlungen am Mittwoch mit Befriedigung ihr gegen­seitiges Einverständnis über die Verhandlungen über ein auf b r e i t e r e r G r u n d l a g e wie bisher ab­zuschließendes vorläufiges Handelsabkommen festgestellt, das sie vor dem 15. Juli 1927 abzuschließen und ihren beiderseitigen Parlamenten vorzulegen hoffen. In dem Wunsche, in dem Warenverkehr zwischen dem Saargebiet und dem deutschen Zollgebiet keine Störung eintreten zu lasten, haben sie sich entschlossen, sobald wie irgend mög­lich eine Verlängerung des Saarabkom­me ns vom 6. August und 6. November 1926 vorzuneh­men. Für den Fall, daß das in Verhandlung befindliche deutsch-französische Handelsabkommen nicht bis zum 31. Juli 1927 abgeschlossen sein sollte, wird Frankreich die Möglichkeit erhalten diesem oder jedem späteren Tage diese Abkommen zu kündigen, die dann am Ende des folgenden Monats außer Kraft treten sollen.

Havas veröffentlicht folgenden Kommentar zu dem gemeinsamen Kommunique ber beibenDele- gationen über bie beutsch-französischen Hanbelsver- tragsverhanblungen.

Aus dem Kommunique geht hervor, daß eine Verlän­gerung des zur Zeit bestehenden Provisoriums nicht mehr in Frage kommt. Vom 1. bis zum 15. Juli, dem Zeitpunkt, an dem die beiden Delegationen ein neues Abkommen fertig gestellt zu haben hoffen, wird der- teraust""lch auf der Grundlage des allgemeinen Tarifes der beiven Länder erfolgen. Andererseits sollen die bei- den Delegationen, falls sich eine Verständignug erzielen läßt, beabsichtigen, das neue Abkommen auf eine größere Zahl von Artikeln zu erstrecken und auf ein Jahr abzu- schließen. _____________________________

Aus Öen Parlamenten.

Reichstag.

Im Reichstag wurden am Dienstag bie Ge­setzentwürfe über Verlängerung bes Mie- terfchutzgesetzes und des Reichsmieten­gesetzes bis zum 31. Juli 1927 in erster Lesung beraten. Namens ber Regierungsparteien bean­tragte Graf v. Westarp bie Verlängerung ber Gesetze bis zum 31. Dezember 1927. Gegenüber bem vielfach zum Ausdruck gekommenen Bedauern v^dem^Mlauk die Vorlage erst kurz I neuen Deutschland ^verla'ngt"wird7'DeV GeHnfo

hX ^en Gesetze eingebracht des Stifters des Nobelpreises war, den von ihm

crft 'bfof mirhmnm'daß mit genialem Erfinderblick entfesselten Naturkräs- ermittelt ten bie bänbigenbe Macht bes Menschengeistes ent- ten's ben, W gegenzusetzen. Daß bie heutige Entwicklung bes £ Esenben konn- deutschen Volkes sich in dieser Richtung bewegt,

D^^^n^ÄaCUf "gibt sich daraus, daß die deutsche Verstänbi- die Rea^X W ^.27stlmme gungs- unb Friedenspolitik Nicht möglich gewesen

s®efe^> be= ba= wäre, wenn sie nicht einem tiefen Sehnen ber

bem Wohuungsaus- deutschen Volksseele entsprochen hätte. Dabei freu« ubeittMeTt. Der Antrag der Regierungspar- I zen sich die Ideen des nationalen und internati« teieu aus Verlängerung der Mieterschutzgesetze bis I ovalen Zusammenwirkens. Mer das Höchste in Dezember 1927 wurde angenommen. Die sich entwickelt, was bie Blutströme des eigenen nächste Sitzung des Reichstags findet erst am I Volkes ihm geben, ber wird über das feinem Volke Donnerstag statt. | Eigene die große Linie des allgemeinen Empfin­

dens so fühlen, daß auf dem erdgewachsenen Bo­den seiner Anschauung das große Menschliche, die Wölbung über dem Dom des vaterländischen Emp­findens steht. Man muß, wie H e r r {o t kürzlich in Frankfurt a. M. ausführte, national empfinden, um international wirken zu können. Dem deut­schen Volke ist eg nach dem militärischen Zusam­menbruch nicht leicht gemacht worden, die nationale Idee in diesem Sinne zu verstehen und auf bem Bei ber Gimelberahina' »ur L-simo I Aege zum Frieden mit führend zu sein. Der

Polizeibeamtenaeseties wurde 8 if der I Awerste Verlust lag nicht in den verlorenen Ge-

dle° Lassuna^o^^ Li ^- bs- bieten, Kolonien und Vermögen, sondern darin,

EftmunavAebt9 Ö baß die Mittelschicht, bie früher die beste Trägerin

ÄKSm St bes Staatsgedankens gewesen war, völlig ver-

licken nits'^ s b,, wesent- I armte und proletarisiert wurde. Getreten und ae« btt^ter^c^se^ wuVd^nu? demütigt wandte sich bie geistige Bewegung dieser

Die Abstimmunaen sollet n in scharfer Kritik gegen ungerechtfertigte

finben mun9cn sollen erst am Mittwoch statt- I Angriffe von außen und betonte umsomehr die Er- grm sm;++Hin<*.r, s , n ., . I Haltung des Traditionellen im Innern.

«4 ÄS ÄmunÄ* ST.! br-ch,. für D-U.,chl°» m-,.

langten die einzelnen Paragraphen des Elektro- I Kuhrfriea

gesetzes unter Ablehnung aller Abänderungs- m . , .

antrage in der Ausschußfassung zur Annahme. Auch "" -----

bie drei Unterelbegesetze werben in dritter Leiung unb in ber Schlußabstimmung nach ben Ausschußbeschlüssen angenommen. Der kommuni­stische Jnitativanttag auf Auslösung ber Gutsbe­zirke wurde nach kurzer Besprechung an den Aus­schuß verwiesen. Zum Schluß wurde noch bas Polizeibeamtengesetz en bloc ange­nommen.

Die msfisch-polnische Spannung.

wtb. Moskau, 29. Juni. (Gig. Funkm.) Is» westija" weist barauf hin, baß keine Antwort ber polnischen Regierung auf bie zweite Sowjet-Nots eingetroffen ist, unb baß bie polnische Regierung keine Maßnahmen gegen bie offentunbige Tätig­keit weißgarbistischer Verschwörer unternommen. Bis zum Eintreffen einer befriebigenben Antwort sei eine Besserung ber sowjet-polnischen Beziehun­gen unmöglich. Der Mißerfolg ber polnischen An- leiheverhanblungen mit amerikanischen Bankiers bezeuge, baß bie amerikanischen Kreise offenbar nicht an die angebliche Friedens-Politik der pol­nischen Regierung glauben. Entgegen einer Mel­dung der polnischen Presse habe die Sowjet-Regie­rung keine neuen Vorschläge zur Frage eines Ga­rantiepaktes gemacht und beabsichtige dies nicht, bevor sie volle Genugtuung für die Ermordung Woikows erhalten habe.

China.

wtb. Schanghai, 30. Juni. (Gig. Funkm.) Gin Funkspruch aus Hankau besagt, daß auf Ultimatum Tschankaischeks und Fenghshusiangs einige Angehörige ber Sowjet-Union, soweit sie nicht beim sowjet-russischen Konsul beschäftigt sind, das Land innerhalb 24 Stunden verlassen werden. Die Abreise Borodins, des sowjet-russischen Be­raters ber Hankau-Regierung wurde für gestern abend erwartet. Weitere Nachrichten melden, daß General Fengh die Truppen Tschangtsolins an der Bahnlinie Pekin gH ankau zurück- geroorfen hat. Zu gleicher Zeit marschiert General Tschiang an der Bahnlinie Tientsin Pukau ent­lang..

Um öas Sperrgesetz.

Im Rechtsausschuß bes Reichstages ist der von ben Demokraten und Sozialdemokraten gemeinsam eingebrachte Gesetzentwurf auf Verlängerung des Sperrgesetzes bis zum 31. Dezember 1927 mit 15 gegen 11 Stimmen auch bie Zen­trumsvertreter stimmten dafür ange­nommen toorben.

»

Wie bie 93. Z. am Mittag erfährt, wird sich Donnerstagmittag ein Mabmettsrat mit der Frage ber Verlängerung des Sperrgesetzes beschäf­tigen. Wie das Blatt wissen will, wird in polö- tischen Kreisen angenommen, baß das Kabinett ber Auffassung Hergts, daß es sich um Verfassung s- ändernde Anträge handelt, zu deren An- nähme eine zweidrittel Mehrheit notwendig ist, bei- pflichten wird.

Da im Ausschuß diese qualifizierte Mehrheit nicht erreicht worden ist und auch aller Voraussicht nach im Plenum des Reichstags nicht erreicht wer­ben bürste, so wirb be facto ber Gesetzentwurf wohl abgelehnt werden.

* Der Kampf tun ben Posttarif geht weiter. Wie wir hören, wirb der Reichspostminister dem Arbeitsausschuß Mitte der nächsten Woche erneut die Vorlage betreffs Erhöhung ber Postgebühren vor­legen. Größere Aenderungen sind nach unseren In­formationen gegenüber bem zurückgezogenen Entwurf nicht vorgenommen. Die Einladungen an ben Ver­waltungsrat dürsten ebenfalls noch im Laufe der kom­menden Woche herausgehen, sodaß die Verwaltungs­ratssitzung in etwa 14 Tagen bis spätestens drei Wochen stattfinden wirb.

* Ein Bild Hindenburgs im Reichskanzlerpal zis. Der Reichskanzler hat zur Ausschmückung des Reichskanzlerpalais ein lebensgroßes Porträt des Reichspräsidenten v. Hindenburg, gemalt von Prof. Hugo Vogel, erworben. Das Gemälde ist im Kabinettssitzungssaal zur Aufftellung gelangt, wo sich seit kurzem auch das Porträt des verstor­benen Reichspräsidenten Ebert befindet.

* Der Reichskanzler in den besetzten Gebieten. (Gig. Funkm.) Für den Anfang Oktober hat der Reichskanzler als Minister der besetzten Gebiete eine Reise in bie letzteren- vorgesehen. Dabei wird vermutlich in Koblenz ein Presse-Empfang vor sich gehen. ______________

* Wiederaufnahme der belgischen Propaganda in Holland. Wie bie Amsterdamer Blätter berich­ten, wurden von Belgiern, die mit Automobilen und mit Fahrrädern über bie holländische Grenze gekommen waren, in Weert und anderen Orten Süd-Limburgs Plakate angeschlagen, auf denen, wie in früheren Fällen, für den Anschluß der holländischen Provinzen Limburg unb Norb-Brabant an Belgien Propaganba ge­macht wirb.

kannte für ihr Streben. Ich verbinde mit dem Dank :ür diese Ehrung die Hoffnung, daß die Ideen, die Ihrer Ehrung zu Grunde lagen, Gemeingut wer­den möchten der ringenden Nationen der Gegen­wart, auf daß, wenn dieses Ziel erreicht wird, das Wort Wahrheit werden möge, das der große Deut- che, der am meisten über die Völker hinauswirkte, einst gesprochen.hat:Wirbekennenunszu dem Geschlecht ,das aus dem Dunkel ins H e l le st r e b t."

Nachdem Reichsminister Dr. Stresemann seine Rede beendet hatte, wurde ihm lebhafter Beifall ge- pendet, ber sich immer wieberholte unb kaum ein Gnbe nehmen wollte. Prof. Stang sprach bem Reb- ner nochmals ben Dank der Versammlung aus, und der König beglückwünschte Dr. Stresemann. Die zahlreichen Zuschauer, die vor der Universität ver- ammelt waren, brachten Dr. Stresemann, als er in sein Auto stieg, um zum Hotel zurückzukehren, warme Kundgebungen bar.