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Fuldaer Leitung

3)

4)

B. In

Hallarenda

Mässige Preise

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Werkstatt u. Lager Geisa, Schulstrasse 90.

Schriftleiter: Dr. phll. Johannes Jfrcmet.

würde mit ihm über die elende Vogelscheuche spotten; denn dos hatte er längst erkannt: ihr war die freche Zudringlichkeit des Dalwanger durchaus verhaßt.

Mechthild aber weilte gegenwärtig In der Stadt und konnte vor Abend unmöglich zurück sein.

So streckte er sich denn in sattem Wohlbehagen in der Hinterkammer auf das Mooslager nieder, und bald verrieten seine schnarchenden Atemzüge, daß ihm der Schlaf willkommen sein mußte.

Tiefer sank indessen die Sonne. Noch einmal wob sie ihren goldenen Schleier für kurze Zeit um den Wald, dann beschattete Dämmerung die Wege, und müde und ohne Farbenfreude starrten nun die Bäume der kommen- den Nacht entgegen. Auch die Waldwarte lag Im letzten vagen Licht des Spätabends.

Ruhelos durchschritt Protowska sein Gemach. Die Fiedel, das Geschenk der gnädigen Baronesse, das mit so viel Freude erworben, mit so seligem Glücke begrüßt worden war, stand unbeachtet in einem dunklen Winkel seiner Kammer. Nicht anrühren mochte er ihre Gabe, wie Feuer würde sie in seinen Fingern brennen. Für wie rein, wie selbstlos hatte er das Edelfräulein gehalten, und nun. betören, bestechen wollte ihn Eva Marie damit. Aus kleinlicher Sorge um den Freiherrn, aus Siebes» leidenschast für diesen entschloß sie sich, die Dankbare zu spielen, um ihn, feinen Gegner, unter dem Scheine der Freundschaft für sich zu gewinnen. Und er, der Narr, hatte sich so weit gedemütigt, vor ihr das Knie zu beu­gen und den Saum ihres Gewandes zu küssen!

Stöhnend ließ sich Protowska auf den Stuhl nieder. Getreulich streckte sich Tyras neben ihm aus und und sah mit seinen klugen Augen verwundert zu seinem Herrn auf, der heute so unwirsch und ungeduldig war.

Protowska grübelte. Wie unerklärlich doch das Schick­sal spielt, und welche Wirrnisse die Werkstatt des mensch­lichen Herzens schafft und birgt! Wie konnte sie, die Schöne, Feine, am Freiherrn vop Dalwang Gefallen fin­den, der doch schon auf seinem Gesicht die warnende Schrift verpraßter Jugend und die oblchreckenden Linien vergeudeten Lebens trug?

erfrischendes, kohlensaures Tafel-Getränk mit Citronen-Geschmack ist nahrhaft, wohl­schmeckend und verdauungsfördnrnd Aus naturreinem Urstoff, frei von künstl. Erzeugnissen. Milchbestandteile enthaltend.

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Und in die Vergangenheit verlor sich Protowskas Blick. In frischen Farben stieg vor ihm die Stunde auf, in der er zum erstenmal dem Freiherrn von Dalwang begegnete.

Dor etwa zwei Jahren war's, in Verona, auf dem belebten Eorso Vittorio. Müßig schlenderte Protowska die breite Straße entlang, sich an dem italienischen Son­nenglanz, den prächtigen Häusern und den frohen, bun­ten Menschen erfreuend, als ihn plötzlich, unweit des Standbildes des Michele Sanmicheli, eine kleine Szene fesselte. Einer der int Lande des blauen Himmels nicht seltenen Bettelmusikanten war's, dem seine Aufmerksam- keit galt. Und wahrlich, eine Gestalt, würdig der Kunst des Malers! Silberweiße lange Locken wallten dem Alten über die Schultern herab, während sein verwittertes Grei­sengesicht halb auf der Geige ruhte, die er mit zitternder Hand unermüdlich strich. Tief vorgebeugt, schien er nur den eigenen Tönen zu lauschen, unbekümmert um die schwatzende Menge, die an ihm vorbeirauschte und aus der kaum eins sich Mühe nahm, dem eigenartigen Spiele, wenn auch nur für Augenblicke, zuzuhören. Und doch predigte das zerrissene braune Gewand des Geigers, sein gramdurchfurchtes Gesicht, daß Not und Kummer (eine täglichen Gefährten waren. Auch klang fein Lied gar nicht so schlecht. Eine italienische, klagende Liebesweise spielte er unverdrossen immer und immer wieder, als wisse seine Erinnerung nur die eine Melodie zu finden. Wie rein und schmelzend aber auch fein Geigenspiel klang, der breitrandige Hut zu seinen Füßen wollte sich gar nicht füllen, kaum, daß ein paar elende Kupfermün­zen sich hineinverirrten.

Lange hatte Protowska den Alten betrachtet, lange seiner klagenden Melodie gelauscht. Tiefes Mitleid mit dem Armen erfüllte ihn. Uebemertt ließ er das einzige Silberstück, was er besaß, in dessen Hut gleiten.

Im gleichen Augenblicke trabten zwei Reiter die Straße herauf. An Kleidung und Gesichtsform erkannte Protowska sofort, das konnten nur deutsche Edelleute fein. Auch sie mußten die eigenartige Erscheinung des alten Geigers gewahrt haben, denn fast unvermittelt hielten

nm 7. 3uli 1927

Eichenzell.Melier-, Welker«.Rön-hausen, »allen- hof, Serien, Löschenrod, Büchenberg, Döllbach. Zlllbach, Rothemann.

am 8. 3nli 1927

12 Ubr für:

Margretenhaun, Armenhof, Melzdorf, Stöckels, Almendorf, Elters, Gleens, Wittges, Langen­bieber, Hofbieber, Rödergrund, Egelmes, Allmus, Niederbieber, Wielen, Traisbach.

C. in der Gastwirtschaft Ebert, Jteufjof, am 5. Zull

1927 von 9.30 bis 12.30 Uhr für:

Neustadt, Opperz, Ellers, Tiefengruben, Dorf­born, Rommerz, Mittelkaibach, Eichenried, Seit- steinbach, Niederkaibach.

D. in der Gastwirtschaft Müller, Flieden, am 7. Juli

1927 von 9.30 bis 12.30 Uhr für:

Flieden, Rückers, Schweben, Magdlos, Höf und Haid, Stork.

E. in der Gastwirtschaft Ruhl zu Großenlüder am

8. 3nli 1927 von 10 bis 13 Ubr für:

( roßenlüder, Uffhausen, Oberbimbach, Unferbim- ba», Malkes, Lütterz, Blankenau, Hainzell, Gersrod, Kleinlüder.

F. in der Filiale der Landesleihbank Fulda zu vad Salzschlirf am 9. Znli 1927 von 10 bis 12 Uhr für:

Bad Salzschlirf, Müs, Eichenau.

G. In der Gastwirtschaft Nau, Hauswurz, am 11.3ttli

1927 von 10 bis 12 Uhr für

Hauswurz, Weidenau, Buchenrod, Kauppen.

H. in der Gastwirtschaft Medier, Hosenfeld, am

12. ZuU 1927, von 10 bis 12 Uhr für

Hosenseld, Poppenrod, Pfaffenrod, Brandlos, Jaffa Schletzenhausen.

Die am 15. d. Mts. fällig gewesenen Zinsen der Gold- diskonlbankdarlehen werden im Geschäftslokal zu Fulda erhoben.

Die Herren Bürgermeister werden um ortsübliche Be­kanntmachung ersucht.

Die int Geschäftsverkehr mit der

Landesleihbank

stehenden Schuldner bitten wir, sich nach Möglichkeit des Scheck- und Ueberweisungsverkehrs zu bedienen.

Fulda, den 17. Juni 1927.

Landesrenlerei.

Römmelk.

2. Blatt.

Druck der Fuldaer AcNendruckerei, Fulda

der Staatlichen Segeberger He/,

Dipperz, Böckels, Rex, Wissels, Wiffelsroo. Friesenbausen, Finkenhain, Wolferts, Dörmbach, Dietersbaulen, Duffen, Kohlgrund, Dirlos, Pilger­zell, Engelhelms, Johannesberg, Zell, Zirken­bach, Harmerz, Ziegel, Giesel, Istergiesel.

... der Gastwirtschaft Stehling (®ieberlbal) zu Langenbieber am 4. Juli 1927 von 9 bis

Der Kottbuser Postkutscher putzt den Kottbuser Postkutscherkasten . . . .Das haben wir als Kinder uns oft zum Aufsagen, siebenmal schnell hinterein­ander, vorgelegt, indem wir schon ahnten, welch eine weltgeschichtliche Bedeutung dieses Kottbus noch einmal erhalten werde. Zwar ist derFall Cham­bertin längst vorüber, zwar hört man kaum noch etwas von Lindbergh, zwar wartet man bereits auf ein neues Abenteuer, etwa den ersten Flug um die Welt oder zum Monde oder zu einem der Planeten oder gar Fixsterne, ich möchte für meinen Teil aber doch noch einmal auf Kottbus zurückkommen, sei es auch nur, um hervorzuheben, wie sehr die Men­schen bis auf den heutigen Tag doch noch Kinder sind. In Kottbus, wie in Amerika, wie in Rom, allüberall, wenn etwas los ist, dann springt man dazu, Reich und Arm, Autobesitzer und Fußsoldat, Geheimrat und Redakteur der eine bewahrt Geheimnisse, der andere plaudert sie aus, das ist der ganze Unterschied, weshalb denn Redakteure selten Geheimräte werden also alles ist auf ein­mal da und gafft, gafft einfach wie ein ganz dum­mer Junge oder wie ein ganz neugieriges Mädel, gafft, ob da etwas zu sehen ist oder nicht, drängt sich, schiebt, pufft, tritt auf die Füße, lacht, stram­pelt, schreit, ja beinahe wie Babn in der Bade­wanne, so war es im Kottbuser Sumpf, fo in Pa­ris, so in Amerika, und es ist insoweit ganz ver­ständlich, wenn die Berliner Polizei das Ganze einfach wie eine Riesenkinderei angesehen hat und sich dementsprechend auf dem Tempelhoferfelde be­nahm wie eine Gouvernante im Kindergarten. Freilich will ich nicht verhehlen, daß ich bei der Be­trachtung der Welt als eines großen Kindergar­tens so allerlei Nebengedanken habe. Es könnte nämlich sein, daß es einige wenige gibt, die durch­aus ein Interesse daran haben, die Menschen wie die Kinder zu beschäftigen, damit sie selber inzwi­schen Zeit gewinnen, ungestört ihre Geschäfte zu machen. Demokratie heißt bis heute für viele, dem Volk nur immer Pläsier geben, damit es sich um so leichter regieren lasse.

Während nämlich eine geradezu auffallende I Tollheit in der großen Kinderstube der Oeffentlich- I keit herrscht, flüstert es unheimlich in den Zim- I mern der Diplomaten und der Regierungen. Nicht nur Breitensträter und Diener stählen ihre Mus­keln zum neuen Faustkamvf, auch Rußland und I England arbeiten fieberhaft. Nicht nur schreckliche I Naturkatastrophen, nein, auch Bomben und At- I tentate beuten auf Unglück und grauenhafte Ge- I sckehnisse. Hörst du die Schüsse der Tscheka und I den Schrei der Opfer, der ganz Europa in Schrek- ken setzt und geradezu wie Rache zum Himmel

I ruft? Während England eifia und sachlich seine I Fäden spinnt, zappelt die russische Fliege bereits I im Netz. Immer war es so in Rußland. Wenn I die Sowjettruppen Siege erfochten hatten, dann I war in den Gefängnissen aut Wetter. Im Nu- I genblick, aber, wo Kolschak, Denjkin ober Judenitsch I den Kreml in Schrecken fetzten, fuhren unablässig die Autos der Tscheka an den Eisenpfortenjener I Türme des Schweigens vor, als die man heute die überfüllten russischen Zuchthäuser betrachten kann.

I Dann wußten sie alle, die blassen, ausgemergelten I Sträflinge in ihren braunen, schmutzigen Kleidern, I daß nun der Tod an ihrer Türe stehe. Wenn sie I am Abend in langen Reihen mit ihren Krügen I und Töpfen ihr dünnes Süpplein holten, dann schauten sie einander zitternd an, wohl wissend, 1 daß es für einige von ihnen das Henkermah! fei.

Wenn nächtlich die Bajonette auf den Steinfließen dröhnten und der Wehschrei der Opfer durch das Dunkel der ungeheuren Gänge und Gewölbe heulte, bann war es wie ein Erwachen zum Jüng­sten Gericht. Am Morgen aber, wenn wiederum der Zug der Eingekerkerten aus den dunstigen

Franz Ulrich

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Stuben schritt zum Hofe hin oder zur Tränke, dann I war in den Blicken der einstweilen Geretteten ne- I ben der Freude, noch einmal eine Nacht dem Un- I geheuer entronnen zu sein, doch schon wieder das I Grausen vor der Stunde, wo auch dieser neue Tag I in die Dämmerung fiele, und immer fang es heim- 1 lich: Morituri te fahitant ...

Zwanzig Opfer, so hören wir und erzittern. I Aber sind diese zwanzig gegen die Hundert, gegen bie Tausenb, gegen bie Zehntausenbe, gegen die Hunderttausend?, die in den letzten Jahren dort zu- | sammengefchossen wurden, um wie die Hunde be» I graben zu werden. Das Europa der Humamml I hot das alles ruhig mitangesehen, und es wird es auch weiter ansehen, ja, man kann mit dem besten I Willen nicht sagen, was es denn eigentlich dagegen | tun soll, und "so tollen wir denn weiter m der großen Kinderstube, während unsere Mitrnens^n I dort drüben an bie Mauer gestellt werben. Das I ist kein Kampf mehr gegen ben Kapitalismus oder I begleichen, bas ist ein ganz banaler Kampf uw I die politische Macht von Leuten, bie wissen, baß sie I gehängt werben, alle zusammen, sobalb rie aus- I hören gefürchtet zu werben. I

Es weht kein guter Winb burch Europa , so | sagte jüngst Banbervelbe, unb er hat recht. Wie es I in bcr Natur nicht warm werden will, so will sich auch bie Atmosphäre des Friebens in ber Welt nicht bessern. Sollen wir noch etwas von Genf erwarten? Ich weiß nicht, wie es kommt, aber wo ich von Genf schreiben will, fällt mir eben bie Katzenausstellung in Berlin ein. Welch prachtvolle Tiere waren ba zu sehen: Blaue An- | gora-Perserkatzen, getigerte Maskenkatzen, Schel- ] lenkatzen, Siam-Katzen, Abessinische Katzen usw. Alle hatten sie ein schmiegsames Fell, unb wenn man sie so schnurren hörte, bann meinte man, es fei das Schnurren des ewigen Friedens. Ader >ch will ja nicht von den Katzen sprechen, sondern von Genf, wo die erlesensten Diplomaten aller Völker beifammen sind. Nur noch dies: Sie ich meine jetzt wieder die Katzen haben alle ein wunder­sam weiches Fell und haben zugleich auch Krallm. Sie haben das sozusagen abwechselnd, das weiche Fell und die scharfen Krallen. Dieses seltsame Tier hat es fertig gebracht, Symbol des häuslichen Friedens und des wildesten Kampfes zugleich zu fein. Sie schleichen auf Samtpfötchen daher und haben dock Blutgier in den Nerven. Solche Wider- fprüche vereinigt in sich das Katzentier, und so weiß man niemals, wenn Katzen zusammen kom­men, ob sie sich gemeinsam für den häuslichen Frieden begeistern werden, ober ob sie einen ge­meinsamen Raubzug überlegen . . . Was aber Gens betrifft, so wollen wir nicht aufhören zu hof­fen, daß man in letzter Stunde doch noch bas dro­hende Schicksal von Europa abwenden werde. Sie fifcen doch alle da im Rat, mit der weißen Fne- denstrackt angetan, wie mit einem herrscherlichen Hermelin. Unb nun stört mich wieder jene Katzen- fanrmhtng in Berlin, denn es war da eine ganz weiße Angora-Perser-Katze, an der auch nicht ein Fleckchen anders aefärbt war, die also gewisser­maßen als die Verkörperung der Friedensidee gelten durfte. Unb siehe, da wirft sie Junge, und was kommt zu Tage? Wer begreift das: die weiße Katze brachte vollkommen schwarze Junge zur Welt ... Ich will sie nach Genf schicken, damit man dort dieses Wunder betrachte. Horch, schon schnur­ren, d. h. schon reden sie, ich bin doch wieder in Genf . . . Jedes Wort eine weiße, schimmernde Friedenstaube. Sie steigt gegen den schwarzen Himmel auf . . . Weiß. . . Schwarz. Ist es nur ein Farbenspiel? Sicher ist: Wenn der Teu­fel schwarz sein muß, fo wählt er sich bestimmt eine Mutter aus, die weiß ist.

Der Mann im Monde.

Rus dem Zuldaer Land. i

Kämmerzell. Am 15. d. M. wurde auf dem Fried- I Hof am Frauenberge unserer früherer Lehrer, Herr Leh- I rer a. D. und Kantor Karl Huhn, zur letzten Ruhe be- I stattet. Dieses Leichenbegängnis zeigte, welche Hochschätz- I ung und Liebe sich der Verstorbene in vielen Kreisen, be- I sonders aber bei der Bevölkerung der hiesigen Pfarrei, er» I worben hatte. Sehr viele Leidtragende wohnten der Be- 1 erdigung bei. Eine große Zahl schöner Kranzspenden gierte nach der Beerdigung den Grabeshiigel. Als die I Leiche des verstorbenen Lehrers vom Trauerhause zu I Lehnerz dem Friedhose zugeleitet ward, schloß sich der I Schule von Lehnerz die Oberklasse der hiesigen Schule mit I sämtlichen Lehrpersonen der Pfarrei und dem Pfarrer I von Kämmerzell an. Die Schule von Kämmerzell wid- I mete auch dem verstorbenen Lehrer einen mit zarten Blu- 1 men reich ausgeftatteten Kranz und die Schulkinder I schmückten den Sarg nach seiner Einsenkung in das Grab I mit schönen Blumensträußchen. An der Beerdigung nah­men teil Herr Kreisschulrat Dr. Hamacher und als Ver­treter des Herrn Landrats Herr Kreisinspektor Schuster. Siele Geistliche, u. a. frühere Kapläne von Kämmerzell, nnb viele Kollegen des verstorbenen Lehrers erblickte man an dessen Grabe. Außer den Schulkindern erwiesen viele Erwachsene aus der Pfarrei Kämmerzell dem allverehr- efjrten Lehrer die letzte Ehre, vor allem ehemalige Schü- ter und Schülerinnen desselben, welche auch ihm einen Kranz widmeten. Herr Lehrer Huhn war 22Iahre Lehrer dahier. Zuvor war er als Lehrer in Weiperz unb Kerzell tätig gewesen. Er ward in Mendorf in Oberhessen 1857 geboren. Er entstammt einer gut katholischen Gegend, aus welcher unsere Diözese sehr viele ausgezeichnete Geist­liche, Lehrer, Beamte höherer und mittlerer Klasse er­halten hat. Der Verstorbene war ein pflichttreuer und eifriger Lehrer. Er verfügte über ein gutes Lehrgeschick nnb war ein tüchtiger Katechet. Das Amt eines Organi­sten versah er mit allem Eifer. In ber Betätigung bes religiösen Lebens gab er ben Schulkindern sowie ber gan­zen Pfarrei bas beste Beispiel. Er war ein befonberer Verehrer bes hl. Herzens Jesu. Es war stets sehr er­bauend, den alten, ehrwürdigen Lehrer an jedem Herz- Jesu-Freitage mit den Schulkindern gemeinsam zum Tifche des Herrn gehen zu sehen. An diesem guten Leh­rer bewahrheitet sich gewiß das Wort des Propheten Da­niel, das zu lesen ist auf ber Schleife bes von ben Schul­kindern zu Kämmerzell gewidmeten Totenkranzes: Selig, die da viele in der Gerechtigkeit unterrichten. Sie werden glänzen wie die Sterne des Himmels."

--- Weyhers. Nach dem Beschlüsse der Delegierten­versammlung des Sängerbundes Fulda-Lüttertal im März d. I. wird am 14. August in Weyhers bas dies­jährige Bundessingen stattfinden . Für die 12 an­geschlossenen Vereine mit durchschnittlich 400 Sängern wird dieser Tag dadurch zur besonderen Bedeutung wer­ben, daß zum ersten Male ein Wertungssingen vor auswärtigen Preisrichtern auf dem Programm steht. Der festgebende Verein, die Liedertafel Weyhers, hat mit ben Vorbereitungen schon begonnen, um den Sangesbrü- dem unb Gästen einen angenehmen unb genußreichen Tag zu verschaffen.

----- Hettenhausen. Die altherkömmliche Johanni- f e I e r in Hettenhausen finbet am Sonntag, den 26. Juni, statt.

== Schlüchtern. Der Gremmels'sche Mannerchor feiert am 2., 3. und 4. Juli fein zwanzigstes Stiftungsfest, mit dem gleichzeitig ein großer Gesangswettstreit verbunden ist. SiebenunbzwanzigGesangvereine mit runb 1200 Sängern aus Nah unb Fern beteiligen sich daran. Der Gremmels'sche Männerchor hat sich in der zweiten Hälfte seines Bestehens zu einem beachtenswerten Glied in der Reihe anerkannter Gesangvereine emporgeschwun- gen. Dies ist besonders dem zielbewußten unb unermüb« sichen Schaffensdrang seines jetzigen (Ehrenbirigenten unb früheren Seminarmusiklehrers Karl Gremmels zu ver­danken. Der Verein hat zu feinem Jubelfest unb Wett­streit alle Vorbereitungen getroffen, um ben teilnehmen­den Sängern unb Sangesfreunden frohe und heitere Stunden zu bereitem___________________

sie dicht vor ihm ihre tänzelnden Rosse an. Der Alte empfand wohl die Gegenwart der vornehmen Zuhörer, denn flehender, inniger begann sein Instrument zu fingen, als wolle er bie Herzen in Ihren Tiefen rühren und erschüttern.

Doch, was war bas? Was sahen bie Herren ein- anber so spöttisch an, was hatte ihr widerlich-rohes La- chen zu bedeuten?.Galt es dem Geiger und seinem Spiel, wollten sie Ihn gar verhöhnen?

Indessen hatte ber Greis fein Lied beendet. Bittend erhob er seine zitternden Hände, um von den Herren eine Gabe zu erheischen.

Ein widriges Gelächter antwortete ihm.

Katzenmusik!" rief der Rechte der Reiter, und ehe ber Alle noch zurücktreten konnte, stieß ihm schon ber andere den Silberknauf seiner Reitpeitsche vor die Brust, baß er taumelt, stürzte unb an ben Straßenbordstein schlug. Im Nu rann eine Welle rotes Blut über bie wei­ßen Locken unb über bie bleiche Stirn.

Unb bie Reiter? Noch einmal lachten sie grell auf, bann hieben sie wie finnlos auf ihre Pferde ein.

Wie, erst die rohe Tat und nun so feige Flucht?

Doch, einen Atemzug nur, und schon packte Protows­kas eisenharte Hand die Zügel des Rosses, das ben Misse­täter trug.

Herr, bort ber Greis! Ihr habt ihn hingestoßen!"

Ein Fluch antwortete ihm.Weg, bu Hund, sonst fühlst auch du die Peitsche!"

Da war Protowska seiner Sinne nicht mehr mächtig. Mit gewaltiger Faust riß er das Herrchen aus dem Sat­tel.Schuft!" stieß er hervor, unb ehe sich's ber Reiter versah, fühlte er sich von Protowskas kräftigem Arm wie ein Schulbube gezüchtigt.

Schnell sah sich die eigenartige Gruppe von einer neu­gierigen Menschenmasse umringt, unb mit bem ahnenden Verständnis der Menge erkannte sie, der vornehme Herr dort hatte den blutenden Allen auf dem Gewissen und hier der hocherregte Mann verabreichte ihm dafür ben verdienten Lohn.

tFortjetzung folatl

wie wird das Wetter?

Unsere Witterung wirb von bem östlichen Hochdruck- gebiet beherrscht, das uns stärkeres Ansteigen der Tem­peraturen gebracht hat. Auch fernerhin werden wir zunächst unter feinem Einfluß im wesentlichen bleiben, doch werden uns einige Randströmungen mit Gewitter­bildungen bes isländischen Tiefdruckgebietes vorüberge­hende Verschlechterung ber Witterung bringen.

Aussichten für Sonntag: Meist heiter, Gewitternei­gung, warm, südliche bis südwestliche Winde.

M 151,

Sonntag, 19, Juni 1927.

Das Rosmschlößchen.

Roman von Karl Schilling.

12J ---------

In Schweiß gebadet, langten Roß und Reiter auf %urg Dalwang an. Stallknechte hoben ihren todblassen Herrn aus bem Sattel. Zu sprechen vermochte er nicht. Am Abenb schickte man zum Arzt. Der zog ein bedenk­lich ernstes Gesicht, sprach vonVerfolgungswahnsinn" unb gebot äußerste Ruhe und schärfste Ueberwachung.

Im Stalle aber saß ber jüngste Reitknecht neben sei­nem Lieblingspferde, dem Goldfuchs, und meinte bittere Tränen. Das arme Tier! Ein Frösteln lief beständig über besten bampfenben Rücken, unb aus ben zerfleisch­ten Weichen sickerte noch immer buntles Blut.

Der wilde Taver aber ging Indessen in froher Laune bem Waldhäuschen feiner Mutter zu. Ein teuflisches Freuen erfüllte ihn, dem Freiherrn heute einen solchen Schrecken eingejagt zu haben. Unb ber Anblick, bie schlot- ternbe Jammergestalt auf dem stolzen Gaule! Das hätte Mechthild sehen sollen, das war zum Lachen! Hahaha! ®an$ recht, warum ließ der Freiherr sie nicht in Ruhe! ®r wollte ihm schon weisen, wie der Taver feine Schwe­ster schützt!

Nicht weit von ber Behausung seiner Mutter machte

Halt. Vor einer hochstämmigen Buche blieb er stehen. un lugte er vorsichtig nach allen Seiten, hielt bie Hand ?nSnP^r und lauschte. Alles sicher! Mit ftaunensroer» *er Geschicklichkeit bog er die Baumrinde zurück unb barg 3lU*eine Flinte in dem hohlen Stamm des Baumes.

D) einmal blickte er sich prüfend um, dann erst schritt weiter.

mürrischem Gruße empfing ihn feine Mutter. 6adiDtr sch'en dies gar nicht zu beachten. Mit' großer rafsfnCIlntn*s durchstöberte er sogleich die kleine Vor- m und verzehrte stehenden Fußes das beste an . "Nb Fleisch, was er fand.

Kbentw cr s°'ner Schwester Mechthild fein luftiges 1--- Mt bem Freiherrn von Dalwang erzäHll. Die

Rund um die Woche.

kottbus unb bie europäische Kinderstube. Tscheka unb bie Türme bes Schweigens. - Völkerbund in Genf und Katzenausstellung in Berlin. Ein Kahenwunder.

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Reparaturen-Neubeiuge

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ManntmchlW.

Die Erhebung der am 1. Juli b. Is. fällten Zinsen von »entenbantfcebUbarlehen, Goidpfandbrief- darlehen. Aufwertungsdarlehen ber

Landeskreditkaffe

unb ber

Landesleihbank Fulda

(bisher Leihhaus) finbet statt:

I für ben Stadtkreis $utoa am 2. unb 4. Juli von 8 bi» 12 Ahr im Geschästslokale ber

Landesleihbank Fnlda

Pfandhaussttaße 16.

II. A. für die nachsolgenben Gemeinden des Land reise» Fulda im Geschästslokale der

Landesleihbank

von 8 bie 12 Ahr unb zwar:

1) atu 5. Juli 1927

Ziehers, Reuender», Riesig, Lehnerz, Dieter-» bau, Vetersbera, fioras, Kohlhaus, Bronnzell. Edelzell, Künzell. Bachrain, Keulos.

2) am 6. 3uli 1927

Haimbach, Besges, Rodges, Oder- und Mittel, rode, Niederrobe, Reinhards, Sickels, Maberzell, Kämmerzell, Lüdermünd, Gläserzell, Marbach, Bernhards, Steinau, Steinhaus.