Fuldaer Zeitung
Gottesdienstordnnng
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DaS Domkapitel.
Prozession des Fronleichnamsfestes kam um tf und wurde anfangs zur Zeit ihres ersten heit as in viel einfacherer Weise abaehalten als allei e Zeit der Einführung ist für Vie verschie- Got
später auf
Kein Haus ohne Fuldaer Zeitung
1 WOrfel für 2 TUfer Off.
I MAGGI5SUPPEN i
heit und Menschheit willen. Und nicht der Einzeln« allein, die Gesamtheit, alle sollen den eucharistischen Gott ehren. Denn Christentum und Kirche sind hineingestellt in di« Welt, sind sichtbare Gemein-
Helland, Deinem Lehrer"".
8. Bom zweiten zum dritten Mtar: Nr. 99: Jtommt und lobet ohne End'".
4. Bom dritten zum vierte« Mtar: Nr. 103: „O Gottes ew'ger Eohn"".
5. Vom vierten Altar zum Dom: Nr. 85: „Großer
16. Weißgekleidete Kinder.
17. Barmherzige Schwestern.
18. Kongregation der Englischen Fräulein.
Geratener Suchen — frohes Fest! Das ist der Wunsch aller Hausfrauen, die zu jedem Fest selbst backen. Der so beliebte Napfkuchen fehlt daher wohl auf keinem Familientisch. Fliegt man aber bei schönem Wetter aus, dann sind die feinen Kleingebäcke, von denen in Dr. Oetker's neuem Rezeptbuch Ausgabe F eine Auswahl schöner Rezepte zu finden ist, ganz besonders am Platze.
Barmherzige Brüder.
Konvent der PP. Franziskaner.
Das Priester-Seminar und der übrige KleruS.
Der Hochw. Herr Bischof mit -em Tank- tissimum.
Die städtischen Körperschaften.
Die Marianische Männersodalität mit Fahne und daran anschließend Musikkapelle.
Gerade die FronleichnamspMession ist der besonders festliche Ausdruck der Huldigung an den eucharistischen Heiland. In den Straßen der Städte und Dörfer huldigt man chm, jauchzt ihm zu wie
Einbeziehung des Menschen in die Gemeinschaft. Er ist voller, kräftiger, ernster Glaube, der ohne Scheu und ohne Furcht, fern von jedem Geiste der Halbheit seinem Gott auch vor aller Welt kühn und offen die Ehre gibt. Glaubensmut und Glaubens- freudigkeit, tiefstes Bekenntnis und freudiges Aufschauen zum Heiland im Sakrament, das ist das Wesen des Fronleichnamsfestes und seiner Pro- zession. _
M 157.
Donnerstag, 16. Juni 1927.
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Actiendruckerel, Fulda
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— Die übrigen Bürger.
26. Marianische Jungfrauen-Kongregationen mit ihren Marienoereinen.
Entstchens . ... , setzt. Die Zeit der Einführung ist für denen Länder und Diözesen verschieden. In Köln
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damals, da er Palästina durchzog. So ist der Fron- leichnamstag eine besondere Huldigung an Christus um seiner in der Brotsgestalt verborgenen Gott-
Donnerstag, 16. Juni. (Fronleichnamsfest.) Hulda, vom. Beichtgelegenheit: Mittwoch nachm. von Vi5—7 und V18 Uhr ab; Fronleichnamstag morgens von */i6 Uhr ab. Gottesdienste: 5/,6, 6 und */»7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. 7 Uhr Pfarramt. 8 Uhr Kathedralamt. danach Fronleichnamsprozession. >/,12 Uhr nach der Prozession letzte dl. Meffe. Nach«. 8 Uhr Andacht zu Ehren des allerhl. Sakramentes. 4 Uhr Bifchöfl. Vesper mit Segen.—Ztadtpfansiirche. Gelegenheit zum beichten: Mittwoch nachmittags 3—7, 71/.—8V. Uhr; Donners- tag (Fronleichnamsfest) früh 5Vi—7 Uhr. Festtags- gottesdienste: 53/« und 6’/, Ubr hl. Messen. 7 Uhr Amt für die Kinder. 8 Uhr hl. Meffe. Hochamt u. 11 Uhr- Messe fallen wegen der FronleichnamSprozesfion aus. Nachmittagsandacht fällt aus. Abends 8 Uhr Bruderschaft vom hochwürdigen Gut. — Pfarrkirche zum hl. Seift. 6*/t Uhr Frühmesse. */»8 Uhr Hochamt mit Segen. Die */«ll Uhr.Meffe fällt au8 wegen der Prozession. Abends */i8 Uhr Andacht. — klbteitzirche der venedik- iinerinne«. 5/i6 Ahr feierliches Konventamt. Nachmittags 3 Uhr Vesper. — herz-Iesu-heim 6 Uhr hl. Meffe. 8 Uhr Amt und Predigt. Nachmittags 2 Uhr Andacht. — Hrauenberg. Ablatztag. Wegen der feiert. Prozession in der Stadt sind hl. Meffen von 5—6 Uhr; l/»7 Uhr Levitenamt mit Aussetzung; ferner sind noch hl. Meffen um 8, 9 und 10 Uhr. Nachmittags 3 Uhr feiert. Vesper mit kurzer Andacht und sakramentalem Segen. Abends */i8 Uhr Herz-Jesu- Andacht mit kchrzer Predigt. Generalbsolution für die Terziaren. (In der Fronleichnamsoktav ist während der KonventSmeffe gegen l/«7 Uhr Aussetzung des Aller- heiligsten, nachher sakramentaler Segen.)
Zriedhofrkaprllt am HranzofenwSldche«. Donnerstag (Fronleichnamsfest), 16. Juni kern Gottesdienst. Freitag und Samstag 7 Uhr hl. Meffe mit Kommunion- Austeilung.
Handwerkerfrayen.
— Das kurh.-wald.-handwerk trifft jetzt die letzten Vorbereitungen zu seiner großen Bundestagung am 18. und 19. Juni 1927 in Eschwege. Durch die persön- liche Teilnahme des preuß. Ministers für Handel und Gewerbe Dr. Schreiber und bekannter Handwerkerführer,, wie des Vorsitzenden des Westf.-Lippifchen Hand, werkerbundes Feuerbaum, Dortmund und der Land- tagsabgeordneten Kniest, Kassel und Fink, Wiesbaden, verspricht die Tagung auch über die Grenzen des Bundesbezirkes hinaus bedeutungsvoll zu werden. Aus allen Teilen des Bundesgebietes laufen Zusagen zu der Veranstaltung ein. Eschwege selbst steht bereits völlig im Zeichen der Tagung. Um die Geschlossenheit des Handwerks und feine alte Tradition auch nach außen hin nachdrücklichst zu unterstreichen, werden die Innun- den ihre Fahnen nach Eschwege mitnehmen und die Banner vom Bahnhof aus durch die Hauptstraßen nach dem Festlokal, dem Stadtpark, führen. Was das Hand- wert von dieser Tagung erwartet, wird in den Referaten seiner Führer ausgesprochen werden. Es geht aber in der Hoffnung nach Eschwege, daß es in seinem Kampf um Anerkennung als selbständiger für Staat und Wirtschaft lebensnotwendiger Berufsstand ein gutes Stück dem Ziele näher kommt! — Der Magistrat der Stadt Fulda wird auf der Tagung durch Herrn Stadtrat Metzgermeister Karl S u n k e l vertreten sein.
Ganz bezeichnend und dem Charakter des demütigen Sakraments entsprechend ist der Ursprung d«S Fronleichnamfestes. Nicht von dem Vater der Christenheit, Papst Urban IV., der das Fest vorgeschrieben hat, ist der Gedanke ausgegangen, auch nicht von dem großen Lehrer Thomas von Äquin, der im Auftrage des Papstes das Festoffizium verfaßt hat, sondern eine bescheidene Klosterfrau, die Augustinerin Juliane von Lüttich hat die erste Anregung dazu gegeben. Ihr Leben bot nichts Außergewöhnliches, es floß von Jugend auf im heiligen Gchege der klösterlichen Einsamkeit dahin; nur blieben Leiden und Verfolgungen auch für diese fromme, gottinnige Seele nicht aus, sodaß sie während der letzten Jahre ihres Lebens hermäilos uncherirren mußte, bis sie Ruh« fand in der ewigen Heimat. Juliane hatte eine besondere Andacht zur Eucharistt«, in wiederholten Visionen sah sie daS Kirchenjahr unter dem Bild« eines leuchtenden Vollmondes, das an einer Stelle verdunkelt war, und deutete die Erscheinung auf das Fehlen eines besonderen Festes zu Ehren des allerheiligsten Altarsakramentes. Sie selber konnte und wollte nichts unternehmen, sie vertraute aber das, was sie 20 Jahre lang in Gebet und Betrachtung bei sich erwogen hatte, dem Bischof Robert von Lüttich an, der un Jahre 1245 den Fronleichnamstag für seine Diözese einführte. Urban IV., der frühere Archr- diakon Hugo von Lüttich, schrieb das Fest 1264 für die gerne Kirche vor; es war seine letzte Amtshandlung, sodaß die von ihm erlassene Bulle erst von seinem Nachfolger Klemens V. veröffentlicht wurde. Urban hat die Kirche nur drei Jahre regiert, aber die Einführung des Fronleichnamsfestes hat dieses kurze Ponttfikat bedeutungsvoll gemacht für alle Zeiten.
Die Prozession des Fronleich
Fronleichnamsfest.
Von unserem G.-Mitarbeiter.
Die Anbetung und Verehrung des eucharistischen Gottes am Fronleichnamsfeste ist uns Gläubigen des 20. Jahrhunderts so selbstverständlich geworden, daß wir uns gar nicht denken können, es sei jemals anders gewesen. Wir mögen diesen Tag nicht missen in dem reichen Kranz der kirchlichen Feste, und manches katholische Herz fühlte sich wie in grausamer Verbannung, wenn es den Fronleichnamstag mit seiner Prozession nicht gestattet jäh. Und doch hat die Kirche mehr als tausend Jahre ohne diesen Tag bestanden. Es klingt verwunderlich und ist es doch nicht, denn jeder Tag ist eigentlich ein eucharistischer Festtag, da im Mittelpunkt des Gottesdienstes und des religiösen Lebens eines jeden Tages die Eucharistie steht.
Der Menschen wegen wurde zunächst dieses Fest eingeführt, eine Arznei sollte es bilden gegen die krankhaften Verirrungen, die sich im Christentum zeigten Die Sekten der Kacharer und Waldenser suchten' im 12. Jahrhundert ihren falschen Spitt- tualismus zu verbreiten, jene Geistesrlchtung, dir das Weien des Menschen und das Wirken Gottes verkennt sich stolz über alles Sinnfällige und Mate- rielle erbebt und die Religion in einer Weise vergeistigen will, daß ihr Inhalt und ihre Kraft sich verflüchtigen. In der Menschwerdung ist nun Gott selbtt in die Sinnenwelt herabgestiegen und in der Eucharistie haben wir den menschgewordenen Sohn Gottes unter sinnlich wahrnehmbarem Zeichen in verborgener Weise gegenwärtig, um als Seelenspeise von uns genossen zu werden. So ist gerade die Eucharistie der entschiedenste Protest und die göttliche Widerlegung alles falschen Spitttualismus, der den stolzen Sinn des Menschen betören möchte. Wenn gerade in jener Zeit mit der Einführung bes Fronleichnamsfestes die Verehrung der heiligen Drcharistie sich neu belebte und mächtig aufflammte, so darf man darin das Walten der Vorsehung erkennen.
taug der taeiAMMMW
zu Zulda
Donnerstag, Öen 16. 3nni 1927.
A. Reihenfolge der Prozession.
1. Volksschulen.
2. Lyzeum und Oberly,eum.
3. Jugendabteilung des K. K. V.
4. Katholischer Jugendverein der Dompfarrei.
6. Katholischer Jugendverein der Stadtpfarrei.
6. M u s i k k a p e l l e des stadtpf. Jugend-VereinS.
7. Katholischer Gesellen-Verein.
8. St. Josephs- u. ®t SturmiuS-Verein.
9. Winfttdia.
10. Meister- und Männer-Verein.
11. Katholischer Kaufmännischer Verein.
12. Deutsche Oberschule.
27. Dienstmädchen-Kongregation.
28. Arbeitcrinnen-Kongregation.
29. Musikkapelle.
30. Christi. Müttervereine.
31. Jung-Lioba, Kathol. Frauenbund, Elisabeth-, Paramenten-Vereine.
82. Die übrigen Frauen und Jungftauen.
B. Bemerkungen.
1. Nach der Kommunion deS Bischöflichen Hochamtes stellen sich auf dreimaligen Anschlag mit der Osanna und auf die gleichzeitige Aufforderung der Ordner die einzelnen Gruppen in der unter A. bezeichneten Reihenfolge auf und fetzen sich sofort in Bewegung. Sämtliche Gruppen, Ordensleute und Klerus ausgenommen, werden ersucht, nicht zwei und zwei, fondern vier und vier zu gehen, damit die Länge der Prozession vermindert und, namentlich auch im Interesse des Gesanges, ein besserer Zusammenhang erzielt werde.
2. Das Zeichen zum Stillstehe« an den 4 Altären sowie das Zeichen zum Weitergehen wird mit dem Meßglöckchen der Stadtpfarrkirche gegeben. Man bittet dringend, dieses Zeichen sofort überall zu beachten, damit Lücken in der Prozession vermieden werden.
3. Bei der Rückkehr zum Dom ziehen nur die Gruppen von Nr. 7 an (Gesellenverein usw.) in den Dom. Die Fahnenträger der Vereine nehmen rechts und links vor der Kommunionbank Ausstellung. Die übrigen Gruppen (Nr. 1—6) bilden Spalier auf dem Domplatz und Watten dort den letzten Segen mit dem Allerheiligsten ab. Die Erteilung des Segens wird durch ein Zeichen der AngeluSglocke des Domes gegeben. Dann erst löst sich die Versammlung auf.
0. Reihenfolge der deutschen Gesänge.
1. Bom Dom zum ersten Mar: Nr. 91: „Auf, Zion preise deinen König"".
2. Bom ersten zum zweiten Altar: Nr. 92: „Deinem
wurde die erste Fronleichnamsprozession schon vor 1279 durch das St. Gereonstift abgehalten und rote Paramente dabei gebraucht, für die Pfarrkirchen der Erzdiözese aber erst 1308 vorgeschtteben. Im 15. Jahrhundert befördetten die Päpste Mattin V. und Eugen IV. die Verbreitung der Prozession durch Verleihung von Ablässen an die Teilnehmer. Die vier Stationen, an welchen die Anfänge der vier Evangelien gesungen werden, kamen im 14. Jahrhundert auf, die dann im 16. Jahrhundert endgültig festgesetzt wurden.
schäft, führen ein sichtbares Leben. Darum gehören auch Religion und ReligiösitSt nicht ausschließlich in den wohlverborgenen Schrein des Herzenskämmerlein. Es muß vielmehr alles gottbezogen sein, alles, daS Große und Kleine, Tiefe und Oberfläche, Adel und Unzulänglichkeit, Armseligkeit und Kraft, Außergewöhnliches und Wtägliches, das e Menschenwesen gehött in den Bezirk des iüsen, und besonders für daS religiöse Leben gilt ber Gedanke der Gemeinschaft, die Macht der Einmütigkeit, die Hebung des einen am aufrichtigen Beispiel des andern.
Darum muß die Kirche am Fronleichnamsfest« den heiligen Gral hinausttagen in Stadt und Land, mit ihren Gesängen an diesem Tage das Geräusch der Erde zum Schweigen bringen und draußen an den Straßen den Mar aufschlagen, weil der Hei- land selbst offenes Bekenntnis vor aller Well verlangt. Fronleichnamsprozession ist nicht leere Aeu- ßeruchkeit und eitle Prachtentfaltung, kann nicht sein eine Verletzung Andersdenkender, da der Äa- cholizismus nicht Jndividualltätskälte ist, sondern
13. Dbertealfdjule.
14. Gymnasium; in dessen Mitte
“ Musikkapelle (zur Begleitung der lateinischen I Gott, wir loben Dich". Gesänge).
iW die Herstellung guter Suppen
gibt es riete Rezepte, keines aber ist einfacher and billiger als dieses:
nimm MAG GF Suppen - Würfel
Aintl.MmtMchiWN.
Fulda.
Oeffentliche Steuermahnung.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche mit der Zahlung folgender Abgaben:
1. Grundvermögenssteuer für Juni 1927.
2. Hauszinssteuer für Juni 1927.
3. Gewerbesteuer- und Handelskammerbeitrag-Voraus- zahlung für die Monate April, Mai und Juni 1927.
4. Gewerbesteuer- und Handelskammerbeitrag-Nachzahlung für die Rechnungsjahre 1925 und 1926, soweit sie auf Antrag durch den Magistrat bis heute gestundet war, noch im Rückstände sind, werden hiermit aufgefordert, den Rückstand bis zum 23. Juni 1927 an die Stadtkaffe einzuzahlen.
Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt Nach Fristablauf beginnt die zwangsweise Einziehung der Rückstände.
Fulda, den 15. Juni 1927.
Stabttaffe: Herbert.
Geifäl
Bekanntmachung.
Zum wiederholten Male wurden die ssädk. Baum- Pflanzungen an der Wiesenjelder- und Rasdorferstraße tn frevelhafter Weise beschädigt.
Wer den Täter namhaft oder hierzu zweckdienliche Angaben machen kann, daß eine gesetzliche Bestrafung erfolgen kann, erhält eine Belohnung bis zu 50 Mark.
Geisa, den 14. Juni 1927.
Oer Stadkgemeindevorstand.
Der Beigeordnete: Dittmar.
Das gstosenschlößchen.
*■ Roman von Karl Schilling.
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Rach einem Vtertelstündchen lichtete sich endlich der Weg, und nun bedurfte es nur noch weniger Minuten, da lag vor ihren Augen die Waldwarte.
Unwillkürlich ttß sie in die Zügel, daß die Isabella erschrocken stutzte und nur mühsam stehen bleiben wollte.
Hier also wohnte Protowskal
So reizend hatte sie sich diesen Waldwinkel wirklich nicht gedacht. Blank und freundlich lugten aus dem dichten Efeugewebe die kleinen Fenster, und die aus rohen Lannenstämmchen gefügte Bank, unweit der Tür, paßte wtttllch nett zur waldgrünen Umgebung.
Ahnte Protowska, welch hoher Besuch feiner harrte? Nichts regte sich. In Weltvergessenheit ruhte das kleine Besitztum.
Indessen hatte sich Ftttz feiner Herrin genähert. Schnell stellte er den Diolinkasten auf die Tannenbank und half nun der Baronesse geschickt, den Sattel zu verlassen. Ein fchlankes Birkenbäumchen bot treffliche Gelegenheit, die Zügel des Rosses darumzufchlingen.
Nun schritten sie zum Waldhäuschen. Hart und fest klopfte der Diener an die braune Eingangstür.
Keine Antwort.
' Abermaliges Pochen.
Unwillkürlich sahen sich Herrin und Diener an. Protowska nicht daheim?
Als auch auf erneutes, stärkeres Anklopfen sich nichts regte, kam's wie Enttäuschung über die Baronesse. Die lebhafte Freude der Erwartung in ihr fing an zu ersterben.
Was sollte sie tun ? Umkehren? Nochmals wiederkommen?
Inzwischen hatte Fritz die Klinke niedergedrückt und stehe, willig gab die Türe nach.
Der Eingang war frei.
Protowskas Namen laut rufend, fchtttt der Stallknecht voran. Niemand antwortet. .
In weiblicher Neugier folgte Eva Marie. So wollte ße doch wenigstens schauen, wie der Mann, über den so
manch Seltsames geraunt wurde, es verstanden hatte, die Waldstätte sich einzurichten. Das war doch sicherlich kein Unrechts
Und was sie nun sah, erfüllte sie mit aufrichtiger Freude und Verwunderung. Eine so peinliche, wohltuende Sauberkeit und Wohnlichkeit lag über dem Gemache, als hätten die Hände einer sinnenden Hausfrau hier liebevoll gewaltet und geschasst. Selbst der Sttauß frischer Waldblumen im irdenen Kruge auf dem Fensterstocke fehlte nicht. Oder war es doch Tatsache, was schon bis zu den Ohren der Baronesse gedrungen war, daß die braungezöpfte Mechtild dem schmucken Waldwärter werbend nachging und auch wohl sein Herz sich dem des hübschen Mädchens zuneigte?
Eva Marie konnte es nicht hindern, daß ihr bei dieser nur ganz flüchtigen Erwägung ein dunkles, fast schmerzendes Gefühl durch die Seele ging.
Mit unterwürfiger Miene stand unterdeffen der Reitknecht neben feiner Gebieterin und ttß sie durch fein stumm fragendes Gesicht aus ihrer sinnenden Betrachtung. Ja so, sie wollte doch den Herrn der Waldwarte durch ihre Dankesgabe überraschen, und nun war der Vogel ausgeflogen!
Handeln mußte sie.
So gab sie schnell und sicher dem Diener ihren Entschluß kund. Hier, auf dem Tische wollte sie die Fiedel niederlegen, und wenn er sie dann so unvermutet finden würde, ohne den Spender zu wissen, war das nicht auch eine Freude für ihren kühnen Retter?
Während ihre weißen Finger nach dem Schlüssel- chen bes Kastens suchten, erschien ihr doch diese Att des Schenkens nüchtern und poesielos. Wie wäre es, wenn sie wenigstens mit einer paar frischen lannenreifern die Gabe umkränzte?
Sie zögette. Denn forschend und neugierig fühlte sie unter der Maske der Gleichgültigkeit die Höflings« miene des Reitknechtes auf sich ruhen. Er brauchte nicht Zeuge ihrer schlichten Dankestat zu sein. So gab sie ihm kurz entschlossen die Weisung, allein den Heimweg anzutreten, sie würde ihm auf ihrer Isabella in Bälde, wenn auch auf kleinem Umwege, folgen, der Iunitag sei gar zu lockend und irgendeine Gefahr bei *»»• Sicherheit der Wege, die sie mähU. völlig ausgeschlossen.
Mit ihm zusammen verließ sie die Waldwatte und während sie mit ihrem Pferde liebkosend sprach, die Zü- gel löste und es langsam einige Schritte seitab führte, beobachtete sie mit geheimer Freude, wie der Bursche allmählich hinter den Bäumen verschwand.
Untätig, in Sinnen versunken, stand sie noch kurze Zeit. Dann lenkte sie zum Waldhäuschen zurück und legte aufs neue die Zügel des Rosses um den Stamm der Bitte.
Frei und unbelauscht! Ein ftohes Gefühl erfüllte ihr Herz.
Suchend schaute sie sich um. Dort, die feinblätterigen Wedel des hohen Farnkrautes, boten sie nicht einen prächtigen Schmuck?
Behend beugte sie sich, und eifrig lösten ihre zarten Finger die schängegliedetten Blätter.
In kindlicher Freude trug sie den schlichten Strauß in die Waldwatte hinein und machte sich daran, die We- del um den geöffneten Violinkasten malerisch zu gruppieren, als ein leises, tappendes Geräusch sie erschreckte.
Schnell wandte sie sich nach der Tür, da, wer betreibt ihr Entsetzen! — eine mächtige graue Dogge stand auf der Schwelle und musterte mit verwunderten Blicken den seltsamen Besuch.
In ihrer ersten Angst wollte Eva Marie ausschreien, doch ob sie auch den Mund öffnete, ob sie alle Muskeln anfpannte, kein Laut bildete sich. Wie Lähmung lag's über ihr. Schlaff sanken ihr die Arme nieder, und jählings fielen die grünen Wedel hin zur Erde.
Tyras aber stand wie festgebannt. Einen schönen, aber auch furchtbaren Anblick bot es, wie er den rassigen, stolzen Kopf in fast eherner Bewegungslosigkeit hielt und seine tlugen Augen ununterbrochen auf der holden Gefangenen ruhen ließ.
Nicht, daß Gier ober Zorn aus feinen Blicken leuchtete, nein, er schien ben Schützling feines Herrn zu kennen, bennoch hatte es etwas Beängstigenbes, wie er fo unausgesetzt bie Baronesse beobachte- unb bei ber kleinsten Bewegung, bie sie tat, ben mächtigen, sehnigen Körper ftraff und fast drohend aufrichtete.
Eva Marie erkannte, eine Flucht, ein Entrinnen aus Dem Zimmer war unmöglich. Unermüdlich würde Tyras die Schwelle bewachen, und wehe ihr, wenn sie wagen
wollte, an ihm vorbei ins Freie zu schreiten! Protowska, ja, der könnte helfen.
Wie Trost kam es in ihr geängstigtes Herz, daß er doch jeden Augenblick erscheinen müsse, um sie aus ber unwillkommenen Haft zu befreien.
Aber was sollte er benten, sie hier zu finben, allein ohne jebe Begleitung! D, baß sie ben Reitknecht fort- geschickt hatte! Reue quälte sie bei bie,em Gedanken, fast heißer als die Furcht vor dem Hunde.
Tränen füllten ihre Augen.
Da, ein Pfiff — doch regungslos verharrte die Dogge auf ihrem Wächterposten.
Erneutes Pfeifen.
Nun hob Tyras seinen Kopf. Langsam, bedächtig, wie in überlegener Klugheit stieß er zweimal, dreimal einen hellen Laut in die Luft.
Jetzt auf dem Waldboden ein kurzer, kräftiger Schritt. Protowska!
Purpurröte überflog bie Baronesse, unb als könne sie sich baburch verbergen, schloß sie die Augen unb bedeckte mit beiden Händen das glühende Gesicht.
Das strafende Wort, das dem Waldwärter über seines Hundes scheinbarem Ungehorsam auf den Lippen lag, erstarb, als er die wundersame Erscheinung in seinem Zimmer gewahrte.
Augenblicke vergingen, ehe auch er die rechte Fassung fand. Eva Marie in seinem Heim!
Dann aber überschaute er das Peinliche unb Mengst- liche ihrer Sage. Mit raschem Schritte brängte er bie Dogge zurück unb ftanb nun vor ihr, ber Tochter feines Herrn.
Da senkten sich bie Hände von ihrem Angesichte unb ihr reines Sinberauge, in bem noch deutlich bie über- ftanbene Angst zitterte, begegnete bem großen buntlen des seltsamen Mannes.
Sie wollte reden, ihr einsames Hiersein erklären, sich entschuldigen, vergeblich! Nur ein schwaches Stammeln entrang sich ihren bleichen Sippen.
Zaghaft wies ihre Hand auf den Tisch, und im Augenblicke erkannte Protowska mit bem schnellen Emp- finben einer feinfühlenben Seele bie Güte ihres jungen Herzens und die Zartheit ihres Denkens.
* • (Fortsetzung folgt)