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Nr. 133

Samstag, 11. Juni 1927

54.Zahrg

Vie Rhemlandsrage

am

Die Wahlen in Irland.

bereits

Albanien und der Völkerbund

Polens Antwort an die Sowjetunion

lamte Stab der brrti

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Diskonterhöhung der Reichsbank.

wtb. Berlin, 10. Juni (Eig. Funkm.) Die Reichsbank hat den Wechseldiskont von 5 Prozent auf 6 Prozent erhöht. Der Lombard-Kurssatz bleibt unverändert 7 Prozent.

Das Reichskabinett billigte den Gesamt­bericht der Weltwirtschaftskonserenz und stimmte ihren Beschlüssen zu.

*

, Der Deutsche Reichstag tritt am 14.Juni wieder zusammen. Auf der Tagesordnung steht das Lebensmittelgesetz.

scheu diplo- Moskau ist jetzt

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

. , n Vertretungen in nach London zurückgekehrt.

Reichspost und Dawesplan.

3or einiger Zeit wurde von einem Berliner ^gerichteten Organ eine Meldung verbreitet, he besagte, es bestehe in den Kreisen unserer eren Kriegsgegner die Absicht, die Reichspost lanz unerhörten Leistungen zum Zwecke der Er-

China.

Verlegung der amerikanischen Gesandtschaft aus Peking?

Journal of Eomerce" erfährt aus Washing ton, das Staatsdepartement erwäge die Verlegung der Pekinger Gesandtschaft, und zwar nicht nach Trentsin, sondern nach Schanghai, also nicht aus Furcht vor Unruhen, sondern um der neuen Entwicklung Rechnung zu tragen. AuchWorld" glaubt, daß die Entfernung der Gesandtschaft von Peking geplant sei, um dadurch de facto Tfchang- k a i s ch e k anzuerkennen.

Polen möglich ist, so gilt als Voraussetzung, daß der Versailler Vertrag hinsichtlich seiner osteuropäi­schen Besitzbestimmungen revidiert wird. Es ist Auf­gabe der französischen Diplomatie, die Initiative zur Sicherung des Friedens durch einen p o l n i- schen Garantiepakt zu ergreifen. Das ist die Forderung der öffentlichen Meinung Frank­reichs. Ich hoffe, sagte Lemery, daß Briand an diese Aufgabe herantreten wird, denn er erstrebt die vollkommene Versöhnung zwischen unfern bei­den Ländern.

Wie dieVoss. Ztg." wissen will, darf man es für gewiß ansehen, daß Dr. Stresemann den offi­ziellen Schritt zur Erreichung der vollständigen Rheinlandräumung, den er im März angekündigt hat, im Juni auf der Völkerbundsratstagung noch nicht unternehmen werde. Innerhalb des Reichs­kabinetts herrsche Uebereinstimmung darüber, daß der Termin für diese Aktion, den sich Dr. Stre- sernann ausdrücklich vorbehalten hatte, noch n ich t gekommen fei, und daß er erst nach der Juni­tagung des Völkerbundsrats erfolgen könne. Da­gegen fei es sicher, daß über die Verminde­rung der Rheinlandbesetzung verhan­delt werden würde. Auch dürfe man annehmen, daß es über die Frage der Verifizierung der Zer­störungen der Ostbefestigungen in Genf zu einer Einigung kommen werde und daß eine Vermin­derung der Besatzungstruppen in den Verhand- Jort zwischen Dr. Stresemann, Eharn-

dem Lubjanka-Platz in Moskau gefunden worden, die mit Melinit französischer Herkunft gefüllt und deren Stahlmantel englischen Ursprungs gewesen sei. Das Communique erinnert weiter an die im Sommer 1925 erfolgte Festnahme des Engländers Sidney George Riley, der nach Behauptung der Sowjetregierung ausgesagt haben soll:Churchill persönlich hat mir meine Instruktionen gegeben." Ueber die Ermordung Woskows sagt die Regierung: -Man kann Englands Hand deutlich genug bei dieser Tat erkennen." Das Commumque er­wähnt ferner den Brand im Leningrader Arsenal und einer dortigen Regierungsfabrik, wobei gesagt wird, daß diese Anschläge durch estnische und finnische Agenten der britischen Regierung vollführt worden seien, i'as Communäaue schließt: ..Es ist völii o fenfich ch, daß England ei e Krieg herbeizuführen sucht und mit allen Mitteln unsere friedliche Aufbauarbeit stören will."

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Sämtliche Russen, denen nach Abbmch der diplo- matislben Beziehungen zwischen England und Ruß­land der Befehl zum Verlassen Englands binnen bestimmter Frist gegeben worden war, haben jetzt London verlassen. Die übrigen in England ansässigen russischen Staatsangehörigen wurden be- nachrichttgt, daß ihr Aufenchalt in England jetzt von begrenzter Dauer sei und daß sie deshalb ihre Aufenthattsgenehmigungen den englischen Behörden zur Verlängerung vorzulegen haben.

zeit selbst den ihm angettager.... , abgelehnt habe. Die Ausführung.........

dadurch bedeutend erleichtert worden, daß die Si- chechestsbehörden von der Durchreise des Herrn Rosengolz und der Absicht Wojkows, ihn am Hauptbahnhof zu begrüßen, nicht unterrichtet wor- den seien. Unter nochmaliger Ablehnung der Ver­antwortung für den Mord erklärt sich die polnische Regierung am Schlüsse der Rote bereit, eventuelle Wünsche der U. S. S. R. über eine Entschädi­gung für die Familie des Gesandten Woikowim weitesten Sinne wohlwollend zu prüfen".

hingen, die dort zwischen Dr. Stresemann, Cham­berlain und Briand stattfinden, erreicht werde

Senator Lemery, der seine von Briand abge­lehnte Interpellation zur Frage der Rheinland- raumung nach der Rückkehr des französischen Außenministers aus Genf im Senat Vorbringen wird, gab dem Pariser Vertreter derDresdener Neuesten Nachrichten" eine Erklärung ab über den Standpunkt Frankreichs in der Räumungsfrage. Meiner Ueberzeugung nach, sagte Lemery, wäre es nicht möglich, das französische Volk für die vor- zeitige Zurückziehung unserer Besatzungsarmee empfänglich zu machen, wenn nicht vorher in Osteuropa die gleiche Stabilität der Ver­hältnisse erreicht wird, wie sie der Locarnovertrag im Westen geschaffen hat. Als Freunde Polens ist es uns unmöglich, den Räumungsakt ohne vor­heriges Einverständnis mit Warschau zu vollziehen. Die polnischen Parlamentarier einschließlich der Sozialisten ersuchten uns dringend, die Räumung nicht früher durchzuführen, als bis auch im Osten eine wechselseitige Garantie des Besitzstandes her- gestellt ist. Wir können die Bereitwilligkeit des französischen Volkes zur vorzeitigen Räumung ge­winnen, wenn ein für Deutschland und Polen trag­barer Modus geschaffen wird, um die unhaltbaren und Deutschlands Souveränität an der Ostgrenze schwer beeinträchtigenden Verhältnisse zu beseiti­gen. Der Korridor in seiner heutigen Gestalt ist ein Friedenshindernis. Die Oder- schlesische Frage müßte gelöst werden und die Plänkeleien gegen Danzig müßten ein Ende fin­den. Die Lösung der Korridorfrage erscheint mir am schwierigsten. In Oberschlefien wäre vielleicht ein Kohlensystem zu schaffen, lieber Danzigs Zu­kunft ließe sich später einmal reden. Wenn über« Haupt die Verständigung zwischen Deutschland und -alles enden.

Die Belgrader Presse bringt weitere längere Besprechungen des albanisch-jugoslawischen Zwi­schenfalles.Wreme" sägt u. a.:Die Frage des Abbruches bei Beziehungen zwischen uns und Al­banien ist in eine neue Phase eingetreten. Wahr­scheinlich wird die ganze Frage dem Völker­bund s r a t bei der nächsten Tagung vorgetragen werden. Die neue Phase der Angelegenheit wird sicher mit einer friedlichen Lösung des Zwischcn-

göteralismus.

Von parlamentarischer Seite wird uns geschrie, ben:

Neuerdings macht sich wieder eine stärkere Be. roegung in der Richtung geltend, die Frage bet Neugestaltung des deutschen Reiches erneut zur Debatte zu stellen. Vor einigen Monaten ist die­ser Gegenstand Mittelpunkt der Verhandlungen des republikanischen Reichsbundes gewesen und vor kurzem erfuhr man von einer neuen Bewegung gar, die wenigstens das eine erkennen ließ, daß die parteipolitisch auf dem Boden eines gewissen Partikularismus stehenden Parteien ebenfalls eine erhöhte Tätigkeit entfalten. Wir denken hier vor allem an die Deutschhannoveraner. Auch der Reichs- und Heimatbund deutscher Katholiken hat sich mit diesen letzteren Gruppen in Verbindung gesetzt und bemüht sich, in Kreisen Eingang zu finden, in denen er bisher nicht heimisch war.

Grnnidsätzlich kann man immer wied-r eine Beobachtung machen. Alle diese Veranstaltungen leiden an einer ungeheuren Unsicherheit in der Frage, d«e sie sich als Ziel gesetzt haben. Rechnen wir, politisch gesehen, die erst genannten Organi­sationen mehr als der Linken zuneigend, so kann man bei den beiden anderen das Gegenteil sagen. Wie denn überhaupt, politisch gesehen, die Dinge so sind, daß, je mehr wir nach links kommen, desto eifriger wird für den Gedanken des Einheitsstaa­tes und des Unitarismus geworben, und je .neh: wir nach rechts kommen, desto größeres Verständ­nis zeigt man für eine föderalistische Gliederung; wenigstens scheint es so, obwohl man sich klar dar­über sein sollte, daß z. B. der Föderalismus der

Die Note weist darauf hin, daß Wojkow seiner­zeit selbst ben ihm angetragenen persönlichen Schutz abgelehnt habe. Die Ausführung des Mordes fei

Der wirkliche Kampf in den irischen Neuwah­len wird gefochten zwischen der Regierungsgruppe, die von Cosgrave geführt wird, und der von de Valero geführten Fianna Fail Partei. Acht Parteien beteiligen sich im ganzen an den Wahlen. Valera genießt gute Unterstützung, und es wird erwartet, daß eine beträchtliche Anzahl feiner An­hänger gewählt wird. Die allgemeine Ansicht geht jedoch dahin, daß die Regierungsgruppe die Mehr­heit behalten werde. Valeras Parteifonds sind mit großer Wirksamkeit zur eifrigen Propaganda im ganzen Lande gebraucht worden.

* Der ehemalige Großherzog von Baden schwer erkrankt. Aus Freiburg i. Br. wird gemeldet, daß der dort wohnende ehemalige Großherzog Friedrich II. von Baden, der nächsten Monat 70 Sabre alt wird, an den Folgen einer vor kur­zer Zeit erlittenen Herzattocke schwer er« krankt ist. Trotz einer leichten Besserung gibt fein Gesundheitszustand zu Besorgnis Anlaß.

Deutschnationalen anders ist, als etwa der des Reichs- und Heimatbundes! Aber bieta ganze Fi age ist auch dadurch auf einem schiefen Geleise, caß die mehr republikanischen Parteien unitarisch finb, die mehr oder weniger antirepubllttmischen södo ralistifch. Dadurch wird die ganze Frage nämlich wesentlich beschwert und kompliziert, uxil sie eigenb lich eine Sache ist, die mit der Staatsforyr> nichts zu tun hat. Aber es ist schon so, wie wii es gekennzeichnet hoben. Kurzum, wenn das so weiter gebt, geraten wir auf die Dauer in neue Schwierigkeiten, die die Lösung erschweren wer­den.

Warum das alles? Weil man sich in Deutsch­land über den Begriff des Föderalismus überhaupt nicht klar ist. Jeder spricht von Föderalismus, aber jeder stellt sich etwas anderes darunter vor. Mit dem Schlagwort ist es nicht getan, ebenso wenig wie mit dem Beorifs des Opiheitsstoates Sicher aber ist, daß die Frage der Neugliederung des Reiches eine Frage der Zukunft Preu, ß e n 6 ist. Hier beginnen die Schwierigkeiten und hier sollte man zuerst einmal einsetzen. Aber wer sich die Frage ruhig überlegt, der wird, st länger, desto mehr zu der Ueberzeugung kommen daß sie noch ein Problem ist, das für hie politische Behandlung noch nicht im entferntesten reif D Gerade aus diesem Grunde scheint es ans zweck- mäßig, die Behandlung des getarnten Problems noch durchaus dilatorisch anzufassen. Ganz ab­gesehen davon, daß ja die noch im Rheinland be­stehende Besetzung auch praktisch die Jnangrisf- nähme ausschließt!

Insbesondere fällt der Zentrumspresse eine aam hervorragende Aufgabe zu. Sie muß dafür.sorgen, daß dieses Problem nicht ins Fahrwasser bestimm- ter politischer Richtlinien kommt. Es darf i 'chs sein, daß die Republikaner unitarisch -mb die Fö­deralisten antirepublikanisch gesinnt find. Vor al­lem aber, man werde sich über bas Grundprol lem klar unb versuche langsam zu klären Wir wol­len nicht hintanhalten, zu sagen, baß mir weber diese noch die kommende Generallon für reif hal­ten, etwas Entscheidendes zu tun. Hier liegen eben historische Entwicklungen vor. bi» nicht künstlich zur Reife getrieben werben bürfen, hier müssen die Dmge werben und reifen und untare Aufgabe kann es höchstens sein, mit vorsichtiger Hand die Entwicklung nicht zu hemmen!

Bei allen Organisationen aber, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, die Neugliederung des Reiches, sei es im föderalistischen ober im uni­tarischen Sinne zu förbern, ist MißtraUe, p durchaus am Pmtze!

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In der vom polnischen Gesandten in Moskau, Patek, dem Volks-Kommissar für auswärtige An- gelegenheten der U. S. S. R. überreichten Rote heißt es:

Tief bettoffen und empört über den grauen­haften Mord wünscht die polnische Regierung das aufrichtige Bedauern und die Empörung, bie dieser Mord bei ihr ausgelöst hat, noch einmal zum Ausdruck zu bringen. Die polnische Regierung be­dauert die Tat eines Wahnsinnigen, der nicht der polnischen Nation angehört, umsomehr, als sie sich der ständigen Besserung der politischen Beziehungen zwischen der polnischen Regierung und der Regierung der U. S. S. R. vollkommen bewußt ist. Demzufolge kann die polnische Regierung einen Zusammenhang zwischen den 'm der Note des Herrn Volkskommissars angeführten Fällen und derTat- sache dieses Mordes nicht anerkennen. Den inter­nationalen Bräuchen entsprechend erteilt die pol­nische Regierung Emigranten verschiedener Na­tionen das Asylrecht, Indem sie gleichzeittg dagegen aufttitt, daß 1n dem polnischen Territorium plan­mäßige geheime Tätigkeiten gegen fremde Staaten auf genommen werden. Die polnische Regierung kann daher keine Verantwortung ftlt die Tat eines Wahnfiimigen auf sich nehmen, die, wie die ersten Untersuchungen zu beweisen scheinen, die Tat eines Einzelnen ist.

Aus Warschau wttd gemeldet: Die in der Sowjet-Gesandtschaft aufgebahrte Leiche des ermor- beten Sowjet-Gesandten Wojkow wurde m zwei Tagen von ungefähr 50 000 Personen be- sucht Frettag morgen werden die sterblichen Ueberrcfte des Gesandten mit militärischen Ehren von der Gesandtschaft auf den Bahnhof überführt werden. Die Verhaftungen unter den russischen Monarchisten nehmen ihren Fortgang. Den Mel­dungen zufolge soll bisher noch kein belastendes Material gefunden worden fein, sodaß viele der Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt werden mußten.

Die Ueberführung der Leiche ist, nach einem letzten Telegramm aus Warschau, in feierlicher Form, unter Beteiligung des diplomatischen Korps und polnischer Truppen, am Freitag vormittag um 8 Uhr erfolgt.

20 Todesurteile in Nutzland.

Nach Mitteilungen der Moskauer Presse sind in den letzten Tagen zwanzig Personen, die gegen­revolutionärer Bestrebungen beschuldigt wurden zum Tode verurteilt und bereits hin gerichtet worden.

»^£.^UAintoietoeit dieser Bericht den Tatsachen .wir nicht nachzuprüfen. Es besteht die Äloglichkeit, daß es sich um eine groß- ESt? Mystifikation handelt, um die deutsche Segen das Dawes-Abkommen aufzu« hatten die Gegner des schlechte Hand gehabt. Denn ^nfache Erklärung des Reparationsagenten mußte genügen, um das ganze Lügengewebe zu zer- re.ßen, bevor die öffentliche Meinung in Auftuhr t.GrLne !°r$c Verlautbarung müßte aber inäglichst bald erfolgen, weil sonst gar leicht d?r Verdacht wach werden könnte, es sei doch etwas Wahresan der auf gestellten Behauptung. Auch d^e deutschen zuständigen Reichsstellen werden nich Sm können, kl,pp und klar zu sagen, was eigent- llch mt Sange ist Kann alles, was in dem Bericht stehen soll, als glatte Erfindung bezeichnet werden fo wollen wir uns desfen freuen, sind aber die Mittelstlngen des Berliner Rechtsorgans nicht aus Sefogen, sondern stützen sich auf fest begründete Unterlagen, dann wäre allerdings eine Situation geschaffen, zu der manches Wort zu sagen wäre. Hoffentlich erfolgt die Aufklärung recht bald.

Line Richtigstellung.

Gegenüber den Behauptungen eines angebli- chen Berichtes an die Entschädigungskommission, r "Deutsche Zeitung" im Wortlaut veröf- ttntftcht, der aber weder der Reichspost noch der ?.»^k^rung bekannt ist, wird, um Jrresührun- gen der DeffentlMjfeit zu vermeiden, von zustän- iwrauf verwiesen, daß die Reichspost der Aufsicht eines Verwaltungsrates unterstellt ist, ?*e Kaufmännische Geschäftsleitung Ge- wahr bietet. Die für Neubauten bewilligten Sum­men betragen nicht, wie behauptet, 325 Millionen, !f*bhTn*nUr t81JDZi(Monen Rw. und halten

Durchweg im Rahmen der technischen Notwen­digkeiten, reichen aber bei weitem nicht aus, auch nur die dringendsten Anforderungen des deutschen befrieblflerr An Privatfirmen darf d^e Reichspost ferner ei Kredite geben. Die 100 000 ^A.ar beuchst bie Reichspost Überhaupt

ntcf)t. Die vom Bericht als Sanierunqsmaßnah- men verlangten Einschränkungen der Neu. anlagen um 50 Prozent werden vielleicht ohne, dies schon jetzt in noch größerem Umfange unter­nommen werden müssen, um ben Fehlbetrag zu betfen. Die vom Bericht vorgeschlagenen Maß­nahmen zur Gewinnung von Reparationsleistun- gen aus ber Reichspost sind daher schon bisher er- schöpft-.. Die Heranziehung zu Reparationsleistun­gen wurde sonach zwingend die' weitere Er- höhungderPo st gebühren und damit eine untragbare Drosselung ber deutschen Wirtschaft 3ur Folge haben. Die ungerechtfertigten Angriffe des Berichts auf die Reichspost lassen erkennen, daß die Entschädigung skommission, de­ren Geschäftsführung bisher als stets objektiv und kvval anerkannt werden muß, dem Bericht fern »kLyt.

Soweit das offizielle Dementi, das in bemer­kenswerter Weife gegen Behauptungen sich men- £U5 einem Bericht stammen, über des- Kn (£ xistenz oder Nichtexistenz anscheinend | beftebt°n ""^gebender Stelle noch keine Klarheit |

Russische Behauptungen.

Die Sowjettegierung veröffentlicht ein Cormnu- Niguö, worin zahlreiche terroristi'sche An- sch läge aufgeführt werden, bie nach Behauptung der Sowjettegierung auf England und Frank- reich zurückzuführen feien. Es heißt darin, es fei der Versuch gemacht worben, Bucharin, Rykow unb Stahlin zu ermotben; ferner habe man ben Kreml in die Luft sprengen wollen. Auch sei im Großen Theater während eines kommunistischen Kongresses, der im vergangenen März ftattfanb, eme Bombe entdeckt worden. Die beiben letztge­nannten Anschläge, so sagt bas (Kommunique, stehen nn direktem Zusammenhang mit Mr. White, bei bie Konfularabteilung bei der britischen Mission ch» Moskau leitete. Weiter sei eine Bombe auf

füllung des Daw es-Abk ommens heranzu­ziehen. Damals schenkte bie breite Oeffentlichkeit den mehr allgemein gehaltenen Angaben kein Ge­hör, und bie zuständigen Reichsbchörden erklärten, es sei chnen von solchen Plänen in keiner Weise etwas bekannt. Niemand kümmerte sich mehr um die aufgestellte Behauptung, man hielt sie für eine Ausgeburt kühner Phantasie. Nunmehr aber geht das gleiche Rechtsorgan einen Schritt weiter und veröffentlicht ben Wortlaut eines Berichtes, wel­cher ber Entschäbigungskommisfion über bie augen­blickliche Lage ber Reichspost unb ihre Auswertung für Dawes-Zahlungen unterbietet worden fei.

Bericht wird bie Lage ber Reichspost Morgmgerregenb bezeichnet. Im einzelnen x - * .¥? bte, Pvst errichte zu viel Neubauten. Es r vL iwtiDenbtg, daß Deutschland mit seinen elektrotechnischen Anlagen der Post an der Spitze A europäischen Staaten marschiere. Die innere Organisation der deutschen Reichsvost sei veraltet und zu teuer. Wenn jedoch die Post in Zukunft von rem kaufmännischen Gesichtspunkten geleitet wAe, fet ohne weiteres zu erwarten, baß dieses ^nstttut bte vorgesehenen Reparationssummen auf« bringen könne. Als Maßnahmen, welche zur Auf- brmgung der Lasten notwendig seien, werden fol- gende Vorschläge gemacht: ein 30prozentiger Per- fonalabbau; eine 50prozenttge Einschränkung des filr bte nächsten fünf Jahre vorgesehenen Bau­programms; bie von dem

vorgeschlagene Tariferhöl Einschränkung bes borge!

Neuanlagen; eine besondere Kontrolle übet bie Aufttagsvergebung bet Post an bie Industrie unb bereu Preisgestaltung; Einstellung jeglicher Anleihe- unb Krebttvergebung einschließlich an Reich unb Lartber; schärfste Konzentration aller verfügbaren Geldmittel; bie Verwaltung ber Geldreserven müsse !? durch die Reichsbank erfolgen unb lässigen Mittel feien wöchentlich abzuführen; rNegung einer inneren Reichspost-Anleihe von o00 Millionen Golbmark. In bem Bericht soll es am Schluß heißen: eine Umwandlung ber Reichs- Ä »/n ^Aktiengesellschaft nach bem Mustei der Reichsbahn fei nicht beabsichtigt, weil durch eine solche Maßnahme das öffentliche Der- Ä i"bt?S°,to"na"n9 89ü6et

FuloaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Am 8. ds. Mts. hat im Auswärtigen Amt der Austausch der Ratifikationsurkunden zu bem am 19. August 1920 in Cosel unterzeichneten Abkommen zwffchen Deutschland unb Polen über bie Verwal­tung ber bie Grenze bildenden Strecke der Oder stattgefunden. Das Abkommen tritt 8. 3uli b. I. in Kraft.