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Sonntag, 29. Mai 1927.
2. Blatt.
Drutf -er Fuldaer Actiendrackerel, Fulda
Am 31. Mai dieses Jahres steigen die Gebete von Millionen katholischer Christen zu Gott empor, in heißem Dank für die göttliche Gnade und Vorsehung, die dem Hl. Vater das 70. Lebensjahr bescherte. Bedeutet ein solches Lebensalter schon für jeden von uns eine besondere Gnade, wie vielmehr für ihn, den der katholische Erdkreis seinen gemeinsamen Vater nennt, dem der Schöpfer, wie keinem Zweiten hier auf Erden, Macht gab in seinem örtlich unbegrenzten Reich; und nicht nur die Millionen, die ihn „sanctissime pater" heißen, die des Segens dieses ihm von Gott verliehenen Vaterrechtes teilhaftig werden, beugen sich vor ihm; seine Macht wird auch von der übrigen Welt anerkannt, gerade heute, mehr als sonst in den letzten Jahrhunderten.
Göttliche Vorsehung und Gnade ist es, wenn gerade die Päpste der letzten Jahrzehnte an Heiligkeit und geistiger ©röße, Erkenntnis und tiefstem Mitgefühl für die Menschheit zu den hervorragendsten unter den -Nachfolgern Petri zählen. So begnadete der Schöpfer auch den hohen Jubilar mit seinen besonderen Gaden und Fähigkeiten für die besonderen Nöte des Schisfleins Petri, aber
und Wien, mit deutschenGeisteswerken wohlvertraut, spricht er nicht nur die deutsche Sprache und hat er als Erzbischof von Mailand die Gottesdienste für die dortige deutsche Gemeinde geleitet, sondern nimmt er heute noch regen Anteil an deutscher Wissenschaft als Förderer, so auch z. B. durch Zuwendungen an die deutsche, notleidende Studenten, schäft. In glücklicher Mischung sind in ihm ver- einigt Naturfreund (bekannt in der Weltliteratur sind seine alpinen Schriften) und Gelehrter. Im Lichte dieser Gelehrsamkeit, die nicht persönlicher Befriedigung dient, sondern im Dienst seines hohen priesterlichen Amtes steht, von seinen Alpenwan. derungen an Fernsicht gewöhnt, sucht er für seine hohen Friedensziele auch den Weg zu erschießen den erwachenden Völkern in fernen Gegenden; diesen Völkern, die fanatischer Kriegs- und Vernich- tungswille verblendeter Staatsmänner am großen Bölkernwrden teilnehmen ließ, die weiterhin von den Propheten des Klassenhasses irregeführt zu werden drohen, gilt die Sorge Pius Xi. ganz besonders. Diesem Gedanken galt die Missionsausstellung des Hl. Jahres in Vatikan, des „Opus sancti Petri", das Missionsrundschreiben „Reruitz ecclesiae" vom 28. Fehr. 1926. Möge die Heran- bildung eines einheimischen Klerus in den Hei- denlckndern, die Weihe von sechs chinesischen Bischöfen durch die Hand des Papstes Symbol dafür sein, daß dort in Fernasien dem Friedensfürsten die Errichtung des „Regnum Christi" glückt, die Vorbedingung für wahren allseitigen Kulturfortschritt. In das Pontifikat des hohen Jubilars fiel das Hl Jahr, das den Hirten in besonders enge Fühlung mit seiner Herde brachte, in dem der ge- meinsame Vater die ©nadenquellen der Kirche feinen Gläubigen in besonders reichlichem Maße eröffnen konnte.
Im Hinblick auf die der Kirche und ihrem Oberhaupte gestellten Aufgaben ist die Bitte der Christenheit, die göttliche Vorsehung möchte noch recht lange den 70jährigen Jubilar am Leben erhalten, um so heißer; braucht diese schwere Zeit wch dringender denn je den mit so hohen Gaben begnadeten Dölkerhirten.
willens. Nie wird das deutsche Volk vergessen, was Pius XI. als Hl. Vater und vorher als Nuntius für den völkerversöhnenden Gedanken getan hat. Seine moralisch-politische Friedensaktion durch den von ihm entsandten Kommissar in den Ruhrkampf, die materielle Hilfe, soweit es in seinen Kräften stand, für die leidende Bevölkerung, seine Fürsprache und Sorge für die Gefangenen sind dem deutschen Volke noch frisch in Erinnerung. Im Abstimmungskampf um Oberschlesien fiel ihm, damals päpstlicher Nuntius in Warschau, die umso schwerere Aufgabe zu, in dem von Terror, Besatzung und Ausständen hart geprüften Lande als Vermittler zu dienen, die größte Ungerechtigkeiten und Bedrückungen wenigstens von der Bevölkerung abzuwenden. Wie sehr gerade auch hier seine milde friedenstiftende Hand dem oberschlesischen Volke zum Segen gereichte, ist den die Abstimmung leitenden Personen am besten bekannt.
Ihm, Pius XI., einer Gelehrtennatur von tiefstem und umfaisendsten Willen, ehemaligem Bibliothekar der Vatikanischen Bibliothek, ist ja deutsches Wesen und Denken nicht fremd; ehedem in apostolisch-diplomatischem Dienst in München
auch die besonderen Nöte der gesamten Menschheit der heutigen Zeit; einer Zeit, die noch immer leidet unter den Nachwehen des furchtbarsten aller Kriege, ‘in der Macht vor R cht geht, und schrankenloser Egoismus, zügelloses Sichausleben an den Gnrndfeften menschlicher Schicksalsgemeinschaft rütteln. An den beiden großen Aufgaben, die Wun- den des Krieges zu Hellen, neue Kriege zu verhindern, aus den Trümmern neu aufzubauen und der zweiten, die erwachenden Völker der Erde auf den richtigen Weig zu weisen, hat der Hl. Vater Anteil genommen und wird er weiter Anteil nehmen zum Segen der ganzen Menschheit.
Unter der Losung „Der Friede Christi im Reiche Christi" ging Papst Pius XI. erstes Rundschreiben vom 23. Dezember 1922 an die Welt, in dem es heißt: „Wenn bei Gemeinden und Staaten der Gehorsam gegen die Lehren und Gebote Jesu Christi sowohl in den inneren als auch in den äußeren Angelegenheiten wieder heilige Regel ist, dann werden sie auch unter sich guten Frieden genießen und einander Vertrauen entgegenbringen und die Streitigkeiten, wenn solche ausbrechen, gütlich schlichten." Von denselben hohen Gedanken getragen und beseelt von dem Wunsche, die entbrannten Leidenschaften des Hasses und der Vernichtung des Individuums und der Völker zu bannen, ist seine nachfolgende Botschaft „Ouas primas" vom 11. Dezember 1925, in der das Königtum Christi al» Vorbedingung für einen wahren Frieden zwischen dem Einzelnen und den Nationen, für wahren Kulturfortschritt, proklamiert wird. So heißt es in der Botschaft: „Seine Königswürde verlangt es, daß das ganze Staatsleben sich nach den göttlichen Geboten und chrisüichen Grundsätzen richte, sowohl in der Gesetzgebung und in der Rechtssprechung, als auch bei der Erziehung der Jugend, die in der Darbietung guter Wahrheiten und in der Anleitung zu einem neuen Lebenswandel sich betätigt."
Diesem Friedensfürsten dankt für seine Botschaft im besonderen das deutsche Volk, das wie kein zweites im letzten Jahrzehnt umbrandet war von den Wogen des Hasses und des Dernichtungs-
Es wird in den nächsten Tagen sehr nötig fein, die Pressestimmen aller Länder sorgfältig zu studieren und alle Nachrichten, die aus Anlaß des englifch-rusiischen Konfliktes in die Welt gesetzt werden, haarscharf auf ihre Motive und Richtigkeit zu prüfen. Ganz besonders wird das Deutschland tun müssen, das in dem nun entbrannten Kampfe zieht nur mitten zwischen den streitenden Parteien seinen Platz hat, sondern von beiden auch heftig umworben sein wird.
Es hat den Anschein, als ob in England, wo man den Mut zum Bruch mit Moskau gefunden hat, die nächsten Tage noch erregte Diskussionen darüber stattfinden werden, ob das Vorgehen der konservativen Regierung begründet und notwendig war, oder nicht. Außerhalb Englands, in Amerika - und in Frankreich aber dürften die bolschewisten- ,Kindlichen Streife heftige Anstrengungen machen, eine Einheitsfront mit der englischen Regierung in allen kapitalistischen Staaten gegen Rußland zu- stände zu bringen. Vielleicht wird nur Japan in ganz klarer Haltung abseits stehen bleiben, da «s durch seine Lage in Asien sich in einem besonderen politischen Verhältnis zu Rußland befindet. Don Kanada kommt beispielsweise die Meldung, daß die dortige Regierung das englische Vorgehen unterstützen werde, obwphl e<- auch dort bereits starke Ausfuhrinteressen an Rußland gibt. In den der Regierung der Vereingiten Staaten nahestehenden Zeitungen, wird der Bruch Baldwins mit Moskau ostentativ begrüßt, und e- wird darauf hingewie- sen, daß sich nunmehr zeige, wie richtig die konsequente Politik in Washington gewesen fei, die darin bestand, den Russen nicht zu trauen und die Anerkennung ihrer Regierung zu verweigern. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß das französische Kabinett den englischen Kampf gegen den Bolschewismus unterstützen wird. Es hat in dieser Sache Bereits eine besondere Kabinettssitzung ftattgefini» den, die der Bekämpfuna der kmmnunistisch.n Gefahr gewidmet war. Wahrscheinlich wird von Frankreich auch ein Druck auf Deutschland ausgeübt werden, um die antibolschewistisäie Front der Ententestaaten zu verstärken und die Isolierung Rußlands effektiv zu machen. Es wird an Versprechungen und vielleicht auch an leichten Drohungen nicht fehlen, um Deutschland zu veranlassen, : aus seiner Neutralität herauszutreten.
Was wird Deutschland tun? Unter der bolschewistischen Propaganda hat auch Deutschland in den letzten Jahren viel leiden müssen, und die deutsche Regierung ist wiederholt gezwungen gewesen, dem Moskauer Regime heftige Vorhaltungen zu machen. Aber mit Rußland hat DeuHch- land auch den ersten ertäglichen Friedensvertrvg, den Vertrag von Rappallo abschließen können, und man hat sich seit der Beilegung des Zwischenfalles in der Berliner russischen Außenhandelsstelle vor zwei Jahren auf beiden Seiten bemüht, freundschaftliche Beziehungen miteinander zu pflegen. So sehr uns daran gelegen wäre, von der Entente die Erfüllung der nationalen Forderungen zu erhalten, die wir immer wieder erheben, so wenig hat Deutschland je daran gedacht, diese Erfüllung mit dem Preis seiner Neutralität in dem ©egen- satz zwischen West- und Osteuropa zu erkaufen. Im Gegenteil. hat es Deutschland immer abgelehnt, sich irgendwie als Vorspann oder als Kampfglacis für irgendwelche Ententeangriffe auf den Staat der Sowjets in Anspruch nehmen zu lassen. Diele Weigerung irgendwie für West oder Ost zu optie- reu, ist der englischen Politik im letzten Jahre offensichtlich unangenehm gewesen, und man hat dos Deutschland auch fühlen lassen. Soll Deutschland nun aus dieser neutralen Stellung jetzt herausbre- ten? Wir möchten dem entschieden abraten. Nicht nur etwa deshalb, weil es im Augenblick nvch vollkommen unübersichtlich ist, wer in dem Kampf Sieger bleiben wird, auch nicht etwa deshalb, weil wir durch unsere neutrale Stellung vielleicht Zu sehr günstigen ©eschäftsverbindungen mit Rußland kommen könnten, sondern vor allem aus ti|n ©runde, weil wir uns das selber schuldig sind und die deutsche Polittk grundsätzlich davon <ch- sehen muß, sich irgendwie wieder das russische Volk zum Feinde zu machen. Mag der englische Kamps erklärterweise auch nur dem bolichewistl- schen System gelten und nicht dem russischen Volke, so ist es doch das russische Volk, das bei diesem Kampfe engagiert wird, und wenn schon England diese übertrieben feine Unterscheidung zwischen bolschewistischem System und russiscyem Volk machen muß, weil ihm daran liegt, die Sympathien dieses Volkes zu gewinnen, dann haben wir Deutsche schon ganz bestimmt kein Interesse daran, neue Feindschaften fahrlässig Herbeizuführen. Feindseligkeit gegen Deutschland zu wecken, dazu hat keime ausländische Regierung, weder in London noch :.n Paris, noch sonst irgendwo, Veranlassung!. Die deutsche Regierung selbst hat sich noch nicht geäußert, obwohl es klar ist, daß sie dem nechen Streit nicht ohne Sorge zusehen kann.
Im übrigen scheint die russische Regierung aus der neuen Sachlage bereits alle Konsequenten zu ziehen. Sie zeigt, daß sie den Fall verteufelt ernst nimmt, ja ernster vielleicht, als es der englischen Regierung im Augenblick schon rech, sein könnte. Offenkundig haben die Konservativen damit gerech. net, daß die zwischen England und Rußland laufenden Geschäfte in der Stille weitergeführt werden können. Die Maßnahmen Moskaus lassen solche Hoffnungen als illusorisch erscheinen. Man ri-stet sich, wenn die Meldungen nicht lügen, auf einen Kampf hart auf hart. Wobei wir allerdings nicht übersehen wollen, daß die bolschewistische Propa- ganba mit ihren Zielen, die „Herrlichkeiten" des Sowjetsystems für alle Welt erseh ms wert zu machen, eine zu diplomatischen Zwecken angestellte bewußte Lüge bleibt.
Zum 70. Geburtstage Papst Pius XI
Von Prälat Ulitzka, M. d. R.
Politik in Preußen.
Bon parlamentarischer Seite wird uns gt. schrieben:
Der Preußentag darf als ein voller Erfolg fir die Zentrumspartei gekennzeichnet werden Nicht nur äußerlich; denn fein Besuch ließ die kühnsten Erwartungen hinter sich, und der ur sprimglich vorgesehenen Festsaal des Landtages en wies sich infolge des Andranges der Gäste und Delegierten als viel zu klein, sondern auch in. n e r l i ch, was fein Niveau und feine Ergebnisse anlangt.
Um es vorweg zu nehmen, es gab Klarheit auf allen Gebieten, dieser Parteitag hielt mit keinem Problem hinter dem Berge, er packte es an, immer natürlich vom preußischer Standpunkt gesehen, ober auch das Reichsintere-si litt nirgendwo. Ein Landesparteitag, der echte? Zentrumsgeist auf allen Gebieten atmete.
Ob nach den unzweideutigen Ausführungen fces Abgeordneten Dr. Heß über die großen politische« Tagesfragen Preußens nun wohl endlich das ©e rede über einen möglichen Kurswechsel n Preußen still werden wird? In der letzten Zeil war es etwas laut geworden, und namentlich au' der Rechten konnte man sich nicht genug bamh tun. Das ist nun alles gründlich zerstört. Di« heutige Koalition wird menschlichem Ermesse.» nach bis Ende 1928 bleiben. Die bisherige Politil des Landtages ist in einer Resolution von unge» wöhnlicher Wärme vom Parteitag gebilligt worden.
Wir wollen uns nicht in d>e Problematik des Themas: Länder und Reich näher einlassen, das der Preußentag sich zur Aufgabe gesetzt hatte Aber es war doch gut so, namentlich mit den Konflikte zwischen Reich und Preußen im Hintergründe. Klärung ist auf jeden Fall erfolgt, und die Anwesenheit so vieler Parlamentarier der beiden großen Parlamente bürgt dafür, daß Frik- Honen nun vermieden und auf das geringste Maß beschränkt werden. Sie sind ja auch früher vorgekommen, und sie werden immer wieder Vorkommen. Nicht diese Tatsache, sondern der W i 11 e z t einer friedlichen ßöfung: das ist das Wichtigste.
Ohne Zweifel wird der Parteitag auch in der Ländern starke Beachtung finden. Er war feir.« Mobilisierung gegen das Reich, sondern eine Veranstaltung friedlicher Verständigung und eine ent, scheidende Stellungnahme des größten Landes gu den auf diesem Gebiete schwebenden Fragen, oder immer unter der Devise: Gebt dem Reiche, was des Reiches und Preußen, was Preußens ist. Das ist bei einigem guten Willen wohl erreichbar, erreichbarer jedenfalls als die Fragwürdigkeit einer Neugliederung de- Reiches im gegenwärtigen Stadium zu versuchen. Die ganze Schwierigkeit dieser Frage und eil die inneren Gegensätzlichkeiten ließ der Abgeordnete Dr. Heß so deutlich werden, daß man annehmen darf, daß gerade diese Ausführungen wesentlich dazu beitragen werden, in dieser Frage größere Zurückhaltung allerfeit» zu erreichen.
Dankbar darf man auch fein für die starke Her. auskehrung kulturpolitischer Fragen. Das Referat des Paderborner Domprobstes Abgeordneten Dr. Lin neborn ossdere hier einen Markstein, weil er ganz neue Formulierungen suchte und fand und mit feiner profunden Wissenschaftlichkeit dies Problem uns ganz neu sehen lehnte. Die von seinem edlen Feuer echter Begeisterung getragene Rhetorik hielt den Parteitag in ihrem starken Bann. Dr. ßinneborn hat sich mit diesen Ausführungen einen ersten Platz in der Reih« der deutschen Kulturpolitiker gesichert. Der Um« stand, daß auch der Kulturpolitiker des Reichstags. Professor Dr. Schreiber in der Debatte sprach, rundete das Bild ab zu einem kulturpolitischen Erlebnis erlesenster Art. Dabei haben beide Redner endlich einmal scharf herausgearbeitet, wie wenix Verlaß in den entscheidenden schul- und kirchenpolitischen Fragen auf die sogenannte „christlich e" Rechte ist, und namentlich Dr. Linnehorn hat den Deutschnationalen anläßlich ihres letzten Verhaltens in Sachen Simultanschule in Preußen Dinge gesagt, die nicht jo leicht vergessen werden können.
Finanz- und Steuerpolitik haben den zweiten Tag eingenommen. Die Abgeordneten Dr. Schmedding und Kölges waren hier die Referenten. Auch hier war überall das Bestreben sichtbar, bei aller Vertretung des ßanbesintereffes Verständnis für die besondere Lage des Reiches zu haben. So erwies sich auch diese Seite des Parteitages als eine glückliche Ergänzung zu dem großen Thema, dem die Arbeiten gewidmet waren, zwischen Reichsund Landesinteressen eine für beide schöne Harmonie zu finden. Besonders wertvoll war dabei, was der Reichstagsabgeordnete Dr. Brüning über die Lage der Reichssinanzen aussprach.
Als Ganzes genommen war der Parteitag sicherlich ein großer Erfolg. Wenn es auch noch nicht gelungen ist, wie ursprünglich vorgesehen, eine engere Verbindung unter den Fraktionen der anderen ßänberparlamente herzustel len, in denen es Zentrumsfraktionen gibt, so ist doch ein Anfang dazu gemacht. Man wird die an- geknüpften Fäden weiter spinnen. Schließlich muß es bei einigem guten Willen möglich fein voi allem in dem Verhältnis zwischen dem größte, Lande und dem Reiche jene Harmonie der Zu sammenarbeit herzustellen, die für die glücklich« weitere Aufwärtsbewegung des deutschen Volkes von entscheidender Bedeutung ist. In diesem Sinne einen wesentlichen Schritt vorwärts getan zu haben, das darf man als ein besonders hervor stechendes Ergebnis dem Preußentag nachrüymen