eiHtenuiihmu ro ztz». Mi ^uam. scime ia Wj
uldaerZertung
Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
54.Zahrg
Donnerstag, 26. Mai 1927
Nr. 121
bet mit dem
ku-
Sur deutschen Innenpolitik.
Eine bedeutsame Erklärung des Reichskanzlers.
Lusttruppen beschäftigt war, wegen Diebstahls zweier solcher Dokumente abgeurteilt wurde. Der Auftraggeber, für den der verurteilte Soldat die Dokumente zu erlangen suchte, sei der Regierung
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Duchenblütter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Rr. 9. :»: Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.
* Dr. Strefemann begibt sich zu einer Beran» staltung des D e u t s ch en A u s l a n d s i n st it u ts uach Stuttgart. Er wird dort eine volitische Rede vasten.
Englands Bruch mit Rußland
Gegen die Gefahr eines neuen Weltkrieges.
* Beginn der 10. internationalen Arbeitskonseren z. Die 10. internationale Arbeitskonferenz wurde in Genf von dem französischen Regierungsvertreter, Fontaine, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Berwaltungsrates des internationalen Arbeitsamtes eröffnet. Auf der Konferenz sind 42 Staaten mit 323 Delegierten vertreten. Deutschland hat 23 Delegierte und Sachverständige entsandt. Die Tagesordnung umfaßt: 1. Krankenversicherung; 2. Gewerkschaftliche Freiheit; 3. Aufstellung eines Verfahrens zur Festsetzung von Mindestlöhneu
Das französische Kriegsgesetz.
Der Heeresausfchuß des französischen Senats hat die Prüfung des Gesetzentwurfes zur Organisierung der Natton in Kriegszeiten abgeschlossen. Der Ausschuß hat an dem von der Kammer verabschiedeten Entwurf einige Aenderungen vorgenommen, nämlich den Artikel betreffend die Mobilisierung aller Franzosen ohne Unterschied des A l- ters und Geschlechtes gestrichen und ersetzt durch Bestimmungen, die die Möglichkeit bieten, daß der Staat zeitweilig oder ständig die Dienste aller Franzosen und französischen Staatsangehörigen (auch der Frauen), die nicht der Militärdienstpflicht unterliegen, soweit es für die Verteidigung notwendig ist, in Anspruch nehmen kann. Requirierungen sollen nach den Abänderungen des Se- natsausschufses nach in Friedenszeiten festgelegten Bedingungen bezahlt werden, jedoch lediglich der Effektivverlust, den der Eigentümer durch die Requirierung erleidet. Ferner hat der Ausschuß festgelegt, daß dem Parlament die absolute Kontrolle auch über die Handlungen der Minister in Kriegszeiten zusteht. ____________
bestimmt war durch die Notwendigkeit, die Interessen und die Rechte Frankreichs wirbmgsvoll sicherzustellen. . v
Der linksstehende „Soir" warnt Briand vor einem übereilten Entschluß. Er sei ein entschiedener Anhänger der Entente cordiale, aber einer solchen, die keine Spitze gegen irgend jemand enthält. Er wisse auch sicher, daß die Polittk der Blockade das Werk von Locarno kompromittiere und daß eine moralische Blockade nach und nach zu einer materiellen führen müsse, was notwendigerweise allmählich zum Bruch der diplomatischen Bezie- hungeir und durch die Logik der Ereignisse zu einer Art Kriegsfront führen müsse.
Tschitscherins Besprechung in Paris.
Der diplomatische Redakteur der Havasagentur glaubt mitteilen zu können, daß sich aus den Unterredungen, die Volkskommissar Tschitscherin mit Ministerpräsident Poincarß, dem er vorher einen Besuch abgestattet hatte und Außenminister Briand geführt hat, ergab, daß die französische Regierung bis jetzt keinen Anlaß hat, eine Aenderung der offiziellen Beziehungen, die zwischen Frankreich und Rußland bestehen, ins Äuge zu fassen, und daß sie eine derartige Initiative nur ergreifen würde, wenn neue Umstände sie ihr aufzwängen.
Kanadas Meinung.
wb. Ottawa, 25. Mai. (Eig. Funkm.). Das Kabinett wird in einer morgen stattfindenden Sitzung über die Stellungnahme Kanadas zu dem von Baldwin ausgesprochenen Abbruch der enalisck- ! russischen diplomatischen Beziehungen Stellung nehmen. Da die Ausfuhr aus Kanada nach Ruß- lanb während der letzten Jahre dauernd z u genommen hat, dringen die Firmen, die mit den Sowjetbehörden in Handelsbeziehungen stehen, bei der Regierung darauf, daß von ihr äußerst umsichtig verfahren wird.
Die englische lveffentlichkeit.
wtb. London, 25. Mai. (Eig. Funkm.). Der parlamentarische Korrespondent des „Daily Tele- I graph" betont die absolute Einstimmigkeit des Kabinsttsbeschlusses. Die Regierungserklärung fei natürlich nicht von allen Mitgliedern mit der gleichen Begeisterung ausgenommen worden. Je- denfalls aber ist die Haltung der Regierung gebilligt worden. Die Arbeiterpartei befinde | sich in einer schwierigen Lage. Sie beabsichtigt I zwar, ein Mißtrauensvotum zu beantra- I gen, aber die gemäßigten Elemente wollen nicht, I daß die Arbeiterpartei den Anschein erweckt, als | ob sie eine Vorkämpferin der Bolschewisten sei. I „Financial Times" berichtet aus parlamentarischen
Kreisen, daß viele Mitglieder der Regierungspartei I weitere Enthüllungen im Verlaufe der I morgigen Debatte erwarten. Den finanziellen und I kommerziellen Folgen dieses Bruches wird von eie.
len Mitgliedern mit einer gewissen Besorgnis I entgegengesehen.
Anzeigrn-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUL, auswärts 0,20 M. Reklamezeile: lokal 0,60 JU, auswärts 0,80 5Ut. Bei Wiederholungen Rabatt.
Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051. :•:
Die Kämpfe um Hankau.
wtb. Schanghai, 25. Mai. (Eig. Funkm.). Rack gestern aus Hankau drahtlos eingetroffenen Mel düngen strömen zahlreiche Verwundete von der Honan-Front nach Hankau zurück. Nach ihren Erzählungen ist ein außergewöhnlich schwerer Kamps im Gange. Die kommunistischen Behörden in Hankau heben jeden dritten Mann der Bevölkerung zum Heeresdienst aus, um die Honan-Frorrt zu verstärken, an der der entscheidende Kampf mit den Streitkräften Tschangtsolins sich abspielt. Außerdem wurden Truppen nach den gegenüber Hankau kiegenden W u t s ch a n g entsandt, die diese Stadt gegen Angriffe zweier zu den Anhängern Tschankaischeks ge- hörenden Kuomintang-Generale verteidigen sollen. Die Nahrungsmittelnot in Hankau macht sich immer deutlicher bemerkbar und die Preise steigen dauernd. _________
Der Krieg, den die englische Regierung anscheinend gegen den Bolschewismus führen will, und der mittelbar auch auf die Moskauer Regierung zielt, dürfte in allererster Linie innenpolitisch gemeint fein. Weniger in dem Sinne vielleicht, daß die englische Regierung die Gewerk- schäften ober die Arbeiterpartei in Unrecht fetzen will, weil sie die geistigen Beziehungen mit einer ausländischen parteipolitischen Zentrale anscheinend nicht lockern wollen. Wahrscheinlich hat der Kampf der Konservativen ein viel höheres und weiteres Ziel, nämlich das, grundsätzlich und ein für allemal die Souveränität der Regierung im eigenen Lande zu stabilisieren. Um die Arbeiterpartei ins Unrecht zu fetzen, dazu hat den Konservativen vor etwa 2 Jahren einmal der vielgenannte Sinowjew-Brief gedient, von dem man bis heute noch nicht weiß, ob er echt oder eine Fälschung war. Mit jenem Brief haben damals die Konservativen die Arbeiterregierung Mac Donalds gestürzt. Es liegt ja nahe, daß die Konservativen für die bevorstehenden Wahlkämpfe ähnlich operieren möchten. Aber es hat sich inzwischen auch gezeigt, daß dasselbe Mittel ein zweites Mal nicht verfängt. Dis zahlreichen Nachwahlen zum Unterhaus wie auch die Gemeindewahlen vor einigen Monaten haben der Arbeiterpartei, obwohl die Konservativen nichts unterlassen haben, um die Wähler mit dem Gespenst des Bolschewismus zu schrecken, durchweg Vorteile eingebracht.
Die Annahme liegt also nahe, daß der Schlag gegen den Bolschewismus im Lande mehr als nur ein parteipolitisches, sondern ein nationalpolitisches Ziel hat, nämlich mit dem diplomatischen Methoden aufzuräumen, mit denen die Bolschewisten zu agitieren belieben. Aller Welt ist bekannt, daß die russische Wirtschaft, abgesehen vom Außenhandelsmonopol, sich den privatkapita- Mischen Methoden mit wachsender Nachgiebigkeit nähert. Nichts aber hat die russische Politik inzwischen veranlaßt, ihre Propaganda für die Weltrevolution dementsprechend umzugestalten. Sie arbeitet mit denselben Mitteln, mit denselben Schlagworten, mit denselben Zukunftsphrasen, wie im Jahre 1919. Sie tut es deshalb, weil sie gemerkt hat, daß sie damit die kapitalistischen Staaten im eigenen Lande anfallen kann, daß sie damit ein Mittel gewonnen hat, den diplomatischen Verkehr zu ihrem Nutzen ungemein weitgehend zu beeinflussen. Der diplomatische Betrieb ist heute kein Schachbrettspiel mehr, sondern die Verschiebung der
weilte, stattete in Begleitung von P berg der staatlichen Pädagogisä m i e einen Besuch ab, deren Einrichtt „ hend besichtigte. Daran schlossen sich Besprechungen mit Dozenten und Studierenden. Zur Ausgestaltung des Tagesheimes der Studenten überwies
Figuren geschieht infolge der bolschewistischen Pro- 1 paganda auch dadurch, daß gleichsam der Schach- I bretboben selbst in zielklarer Strategie verbogen I unb uneben gemacht wird. In Bezug auf Rußland 1 kann heute fein kapitalistischer Staat mit starker I Arbeiterbevölkerung mehr die eigenen politischen I Kräfte richtig abmessen und einschätzen. Wenn I England, um ein zugespitztes Beispiel anzuführen, I n China mit Rußland hätte Krieg führen wollen, I hätte dieser Krieg nicht schließlich in einen Bürger- I l'rieg auf der englischen Insel selbst ge- I endet? Insofern ist die englisch-russische Frage eine I Frage des Verhältnisses aller kapitalistischen Staa- 1 ten zu Rußland. Unb deshalb kann die englisch- I russische Auseinandersetzung für die weitere Ent- 1 Wicklung des Verhältnisses von Europa zu Ruß- 1 land außerordentlich belangvoll werden. Dieser I Krieg ist für England ein großes Wagnis. Kein anderer Staat wird ihn mitmachen wollen. Jta- I lien hat allerdings den Kampf auch schon durch- I geführt, was schließlich dem rein politischen Ver- I hältnis zwischen Moskau und Rom nicht geschadet I hat. Lord Churchill ist kürzlich in Rom gewesen, I sollte er dort vielleicht zu der Erkenntnis gekom- I men sein, daß die Souveränität der englischen Re- I gierung in England selbst das Wagnis eines Pre- I stigekarnpfes mit dem zersetzenden Bolschewismus wert ist? Nach der Niederwerfung des Kohlen- I arbeiterstreiks sind die Chancen nicht ungünstig. I
Deutschland und der Streitfall.
Die dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann I nahestehende „Tcigl. Rundschau" erklärt, baß es I sich weniger um einen außenpolitischen Schritt der I englischen Regierung, als um eine innerpoli- I tische Schutzmaßnahme handelt. Sie sagt I über die Haltung Deutschlands: Wir haben I mit Rußland einen Neutr alitätsvertrag I abgeschlossen und werden von diesem Kurse auch I in Zukunft nicht abweichen. Aehnlich äußert sich I das „Berl. Tageblatt", das betont, die Frage der I Option könne von dem Deutschland, das entwaff- I net ist, das nur im Frieden und nur bei voller I Ausnutzung aller wirtsckaftllchen Möglichkeiten zu I leben und zu gedeihen vermag, nur negativ brant- I wartet werden. Die Säulen unserer Außenpolitik I heißen Locarno unb Rapollo-Derlin.
Das Echo in Moskau.
Dolkskommifssar Mikojan über die Abwicklung der schwebenden Geschäfte mit England.
wtb. Moskau, 25. Mai. (Eig. Funkm.) Der Volkskommissar für den Handel, Mikojan, erklärte, daß Baldwin sich irre, wenn er glaubt, daß nach Auflösung der Sowjet-Handelsorganisationen ihre Funktionen an englische Vermittlerfirmen weiter Ben werden. Das Handelskommissariat werde
ttliche Geschäfte mit England einstellen. In Folgezeit werde ausschließlich die Liquidierung bereits früher angeknüpfter Geschäfte betrieben wer- den. Die Sowjet-Handelsstellen in England seien | angewiesen, von den englischen Firmen, mit denen! noch Verträge laufen, die Beibringung von Garantien zu verlangen unb zwar müssen diese Garantien von Kreditinstituten solcher Länder gestellt werden, mit denen Sowjet-Rußland in normalen Handelsbeziehungen steht.
Der europäische Friede.
wtb. London, 25. Mai. (Eig. Funkm.). Der biplomatische Korresponbent ber „Westminster Ga- zette" schreibt: Chamberlain ist im Gegensatz zu früher ber Ansicht, bah ein Bruch mit Rußland den europäischen Frieden jetzt noch nicht ge« fährben könnte. In biesem Zusammenhänge ist es bedeutungsvoll, baß Litauen unb Polen voraussichtlich Enbe biefer Woche eine Konferenz ab- halten, um bis Spannung, bis zwischen ihnen feit dem Streit in Wilna beftanb, zu beseitigen. Die britische Diplomatie hat bei den neuesten Bemühungen, die beiden Regierungen zusammenzubringen, eine hervorragende Rolle gespielt.
Aufruf russischer Gelehrker an die englischen Gelehrten.
Aus Moskau meldet die Telegraphen-Agen- tur der Sowjetunion: Die Akademie der Wissenschaften veröffentlicht einen Aufruf an die englischen Gelehrten, in dem sie darauf hlnweist, daß die mit der Durchsuchung ber Sowjethandelsvertretung verknüpften Ereignisse bie Gefahr e i n es neuen Weltkrieges schaffen unb bie englischen Wisienschastler unb bie gesamte benkende Menschheit zu einer Aktion für bie Erhaltung bes Friebens aufforbert.
Französische Stimmen. ___
Die Pariser Abendpresse beschäftigt "sich mit der Entscheidung der britischen Regierung, die Beziehungen zu den Sowjets abzubrechen. Sie unterstreicht, daß es seltsam fei, daß Tschitscherin in dem Augenblick, in dem London einen derartigen Beschluß verkündige, sich in Paris aufh alte.
Der „Temps" will keine Verbindung zwischen dem Besuche Tschitscherins in Paris und der Ent- schließung der britischen Regierung zulassen, auch für eine Verbindung der Urlaubsreife des französischen Botschafters in Moskau nach Paris mit dem Vorgehen Londons. Es wäre ein Irrtum, so schreibt das Blatt, aus diesen Zwischenfällen auf eine weitgehende und sofortige Aenderung der französischen Politik gegenüber den Sowjets schließen zu wollen, eine Politik, die klar
weilte, stattete in Begleitung von Professor Kesten- ^""tionm leien SSn^Gin'äeS So k u* d)en Akade- I ment amtlichen unb hochvertraulichen Charakters «lugen er^emge- | wurde neulich vermißt, und nach Informatio
nen, die durch aufgefunbene Schriftstücke bestärkt wurden, sei es klar geworden, daß dieses Doku- - , ment zu dem Sowjethaus (Haus der Handelsdele-
Dr. Becker 1000 Mk., zur Beschaffung fehlender Ration) befördert worden ist und dort durch Photo- Musikinstrumente 500 Mark. I druckapparate reproduziert worden ist. Es sei be-
JL * I wiesen, daß bi» Arcoe unb die Handelsbel»-
V Wie den Blättern mitgeteilt wird, sind die gatton f°ndau-lnd Clearinghaus für auir^- Beratungen über die Verlängerung des Mieter - I rerttche Korrespondenz benutzt worden feien. 5Be« schutzgesetzes noch nicht abgeschlossen. Das weife seien ni den Händen der»bn sehen Beiden, Reichskabinett hat sich entgegen den Darstellungen I daß beides mMarifc^Spionage und aift Umsturz I in der Presse deshalb auch noch nicht mit dieser L^-Akttv tat durch 9°nz Großbritannien und Angelegenheit befaßt. Ebenso ist es nicht richtig, und^dmn^ka, vom Sowjethaus °us d n- daß dem Kabinett bereits der Entwurf eines neuen I hn«
Kapitalertragssteuergesetzes vorliegt. W* Z ÄVJKV B^efoIbun rTf o rnMlHuxb nickt abaelcklosien' I bung ber Handelsdelegation unb ber biplomatij^en
Sowjetvertretimg aus Lonbon zu fordern, sowie
Pr°iekt befindet sich noch m den Händen des I &je heische diplomatische Mission aus Moskau E^T^tgen Facharbeiters, ist der Wunsch des I zurückzuberufen. Die legitime Tätigkeit ber Arcos- Relchsfinanzminlsteriums, gerade diese Frage so Organisation werbe davon nicht berührt, und die schnell wie möglich einet Regelung zuzufuhren. Regierung sei bereit, alle Erleichterungen Schwierigkeiten macht unter anderem aber noch bie fü” bc” '«rigl i sch-russi schen Hanbel Srage ber ®edüng. Dabei ist keineswegs eine ^ufleben, während allerdings bie in den Artikeln 4, neue Anleihe in Aussicht genommen. Demnach 5 und 6 des Handelsabkommens zugestandenen tteffen alle Gerüchte, bie von Soitolerun«n eini- Privilegien als beenbet zu betrachten feien, ger Großbanken über eine Anleihe in Amerika 1 wissen wollen, nicht zu.
»
Wie der „Reichsbund der Deutschen Presse" meldet, haben bie Deutschnationalen bei der Parteileitung des Zentrums gegen den ehemaligen Reichskanzler Dr. Wirth Beschwerde erhoben. Die Parteileitung habe dem Verlangen ber Deutschnationalen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, entsprochen. Damit sei Dr. Wirth vor ernsthafte Entscheidungen gestellt. — Diese Meldung tragt den Stempel der Unwahrscheinlichkeit auf der Stirn. Die Deutschnationalen haben vorläufig noch keine Kom- mandogewalt über bie Parteileitung des Zentrums.
Der sozialdemokratische Parteitag.
Sozialdemokraten unb „freie" Gewerkschaften.
In ber Nachmittagssitzung bes sozialdemokrati- scheu Parteitages in Kiel wurden die Abstimmungen über bie zum Bericht bes Partelvorftan- bes Dorliegenben Anträge der einzelnen Bezirke vorgenommen. Zur Durchführung wurden dem Partelvorstand Anträge preußischer Bezirke überwiesen, die bie Abhaltung eines befonberen ozialbemokratischen Preußentages ordern, ber Gelegenheit zur Fühlungnahme der preußischen Wähler mit der preußischen Landtags- raktion geben soll. Annahme fand auch ein Antrag, wonach Kandidaten für Reich, Länder unb Semelnben freigewerkschaftlich organisiert fein müssen. Zur Damtenfrage würbe bie Entschließung bes Partelvorstanbes angenommen, wonach das Verhältnis der Partei zu den Spitzenverbänden der Beamtenorganisationen nur Im Zusammenhang mit ber historischen Entwicklung unb ihrer Stellung zu ben übrigen Zweigen der Arbeiterbewegung betrachtet werden könne. Insbesondere gelte das von dem Verhältnis zu den freien Gewerkschaften. Zu gestimmt wurde
weiter einem Anträge, wonach Parteimitglieder nicht solchen Vereinen angehören dürfen, die gegen die sozialistische Partei wirken.
Dem Parteivorstand wurde bann Entlastung trteilt. Hierauf roanbte sich ber Parteitag feinem zweiten Tagesordnungsgegenstand, dem Agrar- Programm, zu.
Reichskanzler Dr. Marx hat in Bonn und später ln Köln Fühlung mit seinen rheinischen Freunden ' genommen. In Bonn besuchte er den katholischen I England hat jetzt bie schon angekündigten schär- Studentenverein Arminia, dessen Mter Herr er I feien Maßnahmen gegen den Bolschewismus wahr - ist. In Köln weilte er in dem Haus der „Kölnischen gemacht. Der englische Premierminister Baldwin 7 Volkszeitung", dem Eörresbau. In Bonn besuchte I hat am Dienstag nachmittag int englischen Unter» t er auch eine unter Leitung des Rechtsanwalts I hause erklärt, bie Regierung werde, falls das Unter- 1 Henry stehende Festversammlung der Bonner Zen- I haus dies Donnerstag nicht mißbilligen sollte, das Utrumspartei. Dr. Marx hielt eine längere An- I Handelsabkommen mit Rußland aufheben, die | spräche, in der er sich mit der Polittk des Zentrums I Abreise der Sowjethandelsdelegation und der Sow- | befaßte und u. a. ausführte: I jetmission in London verlangen und die brittsche
Für das Zentrum gibt es t ein Links und Mission in Moskau abberufen.
l kein Rechts, für uns gibt es nur bie Linie des I Vor überfülltem Hause gab ber englische Pre- | Zentrums. Ich habe die. feste Ueberzeugung, daß I miermlnifter Baldwin nähere Erklärungen für bie " wir in der heutigen Regierungskoalition ein gutes I Gründe der Regierung für bie Durchsuchung der Stück weiter gekommen sind auf dem Wege unserer I Arcos, das Ergebnis und den Beschluß der Re- Politik. Die Verlängerung des Revublikschutzgesetzes gierung. Seit vielen Monaten, sagte Baldwin, r ist der beste Beweis für die fortschreitende Einsicht habe die Polizei in Zusammenarbeit mit den Mili- auf Seiten der Rechten in den großen Fragen des tärbehörden Nachforschungen über die Aktivität Dolksstaates. Daß die Reichspolitik so fortgesetzt einer Gruppe geheimer Agenten angestellt, die.bewirb, wie es bei der Regierungsbildung beabsichttgt müht waren, hochvertrauliche Dokumente militari- war, dafür bürge ich mit meiner Person. An dem I (ckM Inhalts zu erhalten, und die Informationen
7 Tag, an dem im Kabinett etwas geschieht, was I unb klaren Beweise, bie tm Lause dieser Nachsor- gegen den Volksstaat ober die kulturellen Grund- fangen erhalten wurden ergaben mehr und fitze gerichtet ist, erfolgt mein Gang zum Reichs- mehr daß Agenten tm Auftrage der Sowiet- Präsidenten mit dem Gesuch um Entlassung aus fegterung am Werke «^n und daß diese Agen- meinem Amt. Dann mag das Volk selbst ent- Atruktionen
scheiden, welchen Weg es gehen will. Ich bin ge- erktolten
fragt worden, wie wohl die kommende Wahl- ^plontah^re«ef8rheruna’uon
1 Lattonrte darauf^unfere^Paro/e^vird lautem Wtt Manuskripten unb Photographien ober Kopien sol- iick cher Dokumente nach Rußlanb arrangiert würbe.
I und als der Dieser Verdacht wurde bestätigt, als Anfang dieses
X« D-L I W* 1» brM-h-l s,-°t-bür,-r, ter.Ll. ten landes erwiesen.