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G.M&H.

Üsqh & JtfsQrtWdrGw'eder Art.

Fuldaer Leitung

Aus der Zentrumspartei

lenben

standen.

Radio-Proaramm.

lltonfag, den 23. Mal 1927.

Die Vittwoche.

Von G. . . .

Reise und Wanderung

--- Keine Fahrpreisermäßigung für Gesellschask- fohrlen zu Pfingsten. Der zu erwartende starke Psingst- oerkehr läßt, wie die Reichsbankdirektion Berlin mit»

quemcre Organisation des Betriebes und um eine für das Publikum angenehmere und modernere Einrichtung Pauschal»

ben der Völker" wird sich auch c..,r uqu.ucu,

die die Entwicklung der Sprechmaschine in den 50 Jah­ren ihres Aufkommens veranschaulichen wird. Wie wir

erfahren, hat Edison das Protektorat über diese Aus­stellung übernommen, und der berübw>r Erfinder wird von Amerika aus bei der Eröffnung dieser Abteilung eine Begrüßungsansprache halten.

Rus Rädern und Kurorten.

Bad Salzschlirf. Die Kurdirektion erhält häufig Anfragen, ob bei Gewährung einer Pauschalkur zum Preise von insgesamt Mk. 189. besondere Nachweise über Vermögen oder Einkommen oorgelegt werden müs­sen. Dies ist natürlich nicht der Fall. Es handelt sich lediglich um eine modernere und für das Publikum be»

... uy, per in

[einer Eröffnungsansprache unter anderem auch die Frage der Zusammenarbeit der Zentrumssraktionen in Preußen und im Reich behandeln wird.

Xi U8.

Sonntag, sr. Mai 1927.

Edison spricht nach Frankfurt. Auf der hier statt- Fahrten innerhalb des eigenen findenden Internationalen ! "

2. Blatt.

<-*+ Druck »et Fuldaer «cflenbruderet, Fulda

Wie wird das Wetter?

Der Zyklon über Nordengland hat sich weiter Der» stärkt und wird sich südostwärts verlagern. Dabei wer- den einzelne Rondströmungen unser Wetter vorüberge­hend beeinflussen.

Aussichten für Sonntag: Weiterhin bewölkt, zunächst mit einzelnen Regenfällen, zum Teil unter Gewitter, Temperaturen wieder zurückgehend, westliche bi» nord­westliche Winde.

in den kleineren Häusern ihren Vorteil. Aber in Salz, schlirf beziehen sich die Pauschalpreise auch auf die ersten Hotels, also auf den Badehof und das Kurhaus.

der Abrechnung. Der Gedanke, daß Kuren ju Pauschal­preisen gleichzeitig unbedingt Äurenjür Minderbemittelte darstellen sollen, ist ein Irrtum. Natürlich finden auch die Minderbemittelten bei den billigeren Pauschalkuren

verlassen. Wer er kann sich trösten, denn der Verbrauch von Flaschenbier steigt. So sind einmal die Deutschen, seit sie gesessen haben an beiden User des Rheins, nun . . . und tranken immer noch eins ....

' Uebrigens wird es bald eine neue Entdeckung auch auf dem Gebiete des Kinos geben. Wenn du in der Zeitung lesen wirst vom Amphakino, dann wisse, daß da der Menschengeist wieder einen Triumph gefeiert hat. Man wird wegen des ganz neuen Verfahrens einen Vorführungsapparat für Filme für 200 Mark schon kaufen können, und zwar einen großen, der für alle Zwecke genügt und der bisher so um tausend Mark herum kostete. Wollten doch endlich die Menschen allen ihren dummen Zank begraben, um mehr Zeit zu haben für das viele Schöne, das Gott in der Schöpfung für sie hingebreitet hat. Aber damit will es nun doch so schnell nicht gehen.

Die Klagen um den Völkerbund wollen nicht verstummen. Jetzt heißt es wieder, die Weltwlrt- schaftskonferenz sei nichts anders als die Möglich­keit großer Geschäftsabschlüsse. Das Letzte, rotu» ich las, war die Nachricht von einem Elektrokar­tell. Von Idee und europäischem Geist keine Spur. Es geht auch alles so hinter den Kulissen vor sich, daß man nicht recht dahinter schaut. Die Kulissen mehren sich überhaupt in der Welt. Je mehr man von Freiheit spricht, um so mehr regie­ren hinten den Kulissen die Wenigen, die sich als treue Vasallen der Großmacht Mammon, dem schein- bar ewigen Herrn der Erde verkauft haben. Auch sie sind Sklaven, und wie könnten sie etwas an­ders bringen als die Sklaverei. Will mich lieber mit den armen englischen Misses, die im Völker» bundssekretariat als Stenotypistinnen angestellt sind, beschäftigen. Sie suchten, wie eine von ihnen bekennt, gewiß eine Stellung, aber auch einen Mann. Und den finden diese ftrennen Englän­derinnen nicht, da ihnen die Französinnen über sind und die Schweizerinnen nicht hold Ach. was nützt nun dos schöne Leben in der herrlichen Stadt, es ist doch einParadies ohne Adam". Also nicht einmal zu einem Heiratsbüro bringt es dieser Völkerbund und nicht einmal ein so liebliches Bündnis vermag er am schönsten Seeufer der Welt einzuleiten. Traurig und ohne Ehemann ziehen die Schönen heim, um es nun ohne Völker­bund zu versuchen in der teuren Heimat.

Halt, daß ich das nicht vergesse. Es handelt sich um eine ungeheuer wichtige Sache. Bekannt­lich gibt es in Europa in neuerer Zeit eine Mük- kenplage. Wie viel edles Blut hat dieser Moskito- rüffel nicht schon aufgesaugt und immer ließ er als Dank ein juckendes Vergißmeinnicht zurück. Das soll nun anders werden. Der Krieg ist auf ber ganzen Front eröffnet. In jedes offene Re­bensaft gießt man jetzt einen Tropfen Petroleum. Vor allem stützt man die Partei der Fledermäuse, die sich in Zukunft behördlichen Schutzes versichert wissen dürfen. Einzelheiten wird die Bevölkerung durch eine Unmasse von Flugblättern erfahren, die diesem sozialen Unternehmen gewidmet wer­den. Ich bearüße auf das herzlichste diesen Kampf gegen die Blutsauger und denke, daß man nach und narb von den kleinen zu den großen über­gehen wird. Gäbe es doch eine Fledermausforte, die es mehr auf die großen als auf die kleinen Rüffel, die am Wohl des Volkes saugen, abgesehen hätte. Ja, ich bin für den Mückenkrieg.

Und nun noch eines: Spekuliere nicht, denn von Zeit zu Zeit kommt ein Bankkrach, und bann reimt sich spekulieren auf verlieren. Und um beim Bier zu enden, mit dem ich angefangen habe, es sagte neulich ein schon sehr heiterer Ehemann nach dem achten ober zwölften: Jetzt gehe ich nach Haufe und mache meiner Frau klar, ich hätte noch nicht ein einziges Glas Bier getrunken . . . Na. Männe, darüber sprechen wir morgen . . . Gute Nacht!

Der Mann im Monde.

Kirchen-Konzert. , _ _ ,

Passacaglia D-Moll für Orgel. 2. Ph. § Erleboch (16571714): Sonate für Viola d'amvre. Viola da fflamba und Cembalo, bearbeitet von Max Geistert. Adagio Allegro Adagio Allemande Courante Sarabande Variation Gigue. 3. G. F. Hönde« (16851759): Arie au» Samson. 4. Aug. Kühnel: So­nate in G-Moll Ciacona in 5 Säßen für Viola do Samba. 5. 3. S. Bach (16851756): ArieSchlum- wert ein, ihr matten Augen" mit oblig. Viola d'amore. 6 I. S Dach: Adagio aus dem E-Dur-Konzett ftrt Violine und Orgel. Ausführende: Alice Dustin- Schütte (Violine und Viola d'amore): Johanne, Ahr» holdt (Bariton): Kammermusiker Heinrich Kruse (Viola da Gamba); Kurt Pickert (Orgel). 21 15-22.15: Stu» bentenlieber: 1. Franz Abt: Die Lindenwirtin 2. Die Lore am Tore, Studentenlied. 3. Otto Lob: Stu­dent fein, wenn die Veilchen blühn (Deutsche Studenten» Hymne). 4. Walter Bransen: Wilde Rosen und Becher, klang. 5. Fritz Redl: Die alten Straßen noch 6. Müller: Singsang und Klingklang. 7. Otto Lob: Ich war zu Heidelberg Student. 8. W Sommer: Der Sang ist verschollen. 9. Burschen heraus, Studenten» (ieb. Aussührenber: Franz Baumann (Tenor), Berlin. Mitwirkung: Das Hausorchester.

..An den drei Wochentagen vor Christi Himmel- - mb" sind en vorschriftsmäßig die sogenannten Ditt- vrozessionen oder Bittgänge statt, darum heißen diese auch Btttage und die ganze Woche Vittwoche. Diese Prozessionen sind utaft. Nach bestbegründeter Ansicht wurden sie um die Mitte des 5. Jahrhun- benä durch den hl. Mamertus, Bischof von Vienne eingeführt. Dessen Bischofstadt wurde lP^E..helmgesucht durch große Drangsale und lln- glückssälle. Zu tiefst menschlich ist es nun begrün­det, daß in Fällen, wo die Allgemeinheit zu leiden hm, auch die Allgemeinheit vor Gott hintritt und sich als Sühne anbietet, Beschwerden und Mühen auf sich nimmt, um Gott zu versöhnen. Das hatte schon David getan, als er durch die Volkszählung, die er in Stolz und Uebermut angeordnet hatte, Jahve erzürnt hatte. Die Bewohner von Ninive 1, töten in Sack und Asche Buße und warfen fich ge­meinsam nieder vor Gott. Das Griechen- und Römertum hatte ihre Prozessionen, um ihre Bitten der Gottheit vorzutragen. Es ist nicht zu verwun­dern, daß dem so war, aber der Versuch, die chrift- nchen Prozessionen einfach aus dem heidnischen abletten zu wollen und sie zu heidnischem, ab­göttischem Herabsinken der christlichen Religion stempeln zu wollen, zeichnet das Nichtkennen der menchlichen Natur. Das Christentum setzt die menschliche Natur voraus, baut auf ihr auf, will ihre guten Eigenschaften veredeln und nimmt darum auch gern die menschlichen Aeußerungen einer ge- lsunden Frömmigkeit m seinen Dienst. So ließ Mamertus die Bittprozessionen veranstalten, die bald großen Anklang fanden und zuletzt durch Papst Leo III. Eingang fanden in die römische Liturgie. Seitdem finden in katholischen Gegenden diese Prozessionen statt, ein Zeichen des Gebetes um Gottes Gnade und Huld für das Seelenheil und eine Bitte um Gedeihen der Feldfrüchte.

Die Tage selbst sind durch die Liturgie zu Ge­betstagen gestempelt. Darum erklingt an unser Dr die Epistel des Apostels Jakobus und in ihr die Erinnerung an Elias, der durch sein Gebet erquickenden Regen für die verdortten Felder er» Ahte. Darum erzählt das Evangelium die Parabel Jesu vom ungestümen Freund, dessen flehentliche Bitten endlich erhört werden. Mit Mut stellt die Kirche in unsere allzu geschäftige Zeit, die vom Gebet kaum noch etwas wissen will und eS höchstens noch als eine Beschäftigung für die Frauen- und Kinderwelt anerkennen will, dieDitt- tage, die Gebetswoche. Das Gebet Christi, die Sorge um ihre Kinder, ihre eigne Erfahrung drängt sie. Denn das hat sie in ihrer langen Lebenszeit zu tiefst erfahren, daß die Maschine des Lebens sich heiß läuft, wenn sie gar keine Pause hat, daß die Schwingen des Menschen erlahmen und sinken, wenn sie stets gespannt sind und nie rasten, daß Kraft und Mut den Menschen verläßt und er schließlich todmüde am Wegesrande niedersinkt, wenn nicht neuer Mut und neue Kraft die Seele belebt für den ernsten Weg der Arbeit und der Pflicht. Feuer aus Gottes Feuer und Kraft au5 Gottes Kraft muß neue Kraftquellen erschließen. Das bewirkt das Gebet. Den Reichtum göttlicher Segnungen und Gnadenerweise zieht es in die Seele hinein. In die ewigen Pläne und Beschlüsse will es uns einführen und uns Über seinen heiligen Willen orientieren, um unser Vertrauen zu be­leben, unfern Opfergeist zu mehren, unfern Mut zu erhöhen. Und gerade in den Bittagen klingt die Mahnung der Kirche an unser Ohr zu demü- tigern, auftichtigen, guten Gebet. Und wer recht hinlauscht, findet in den Motten der Kirche immer wieder bestättgt, daß das bloße Lippengebet nicht genügt, es muß vielmehr aufquellen aus den Her-

Frankfurt a. TU. Welle 428,6 (4 Kw.). Kastel Welle 272,7 (0,7 Kw.). 163017.45: Konzert des Hausorche- fters: Die Oper der Woche: 1. Puccini:luranbot , Fant. (1 Akt). 2. R. Strauß:Elektra", Fant ». Thomas:Mignon", Lied:Kennst bu ba» Land . 4 Mascaoni:Cavalleria rufticana", Romanze der San» tuzza:Als Euer Sohn einst fortzog". 5. Leoncavallo: Die Bajazzo", Fant. 6. Nicolai:Die lustigen Weber von Windsor", Ouv. Musikal Leitung: Kapellmeister R. Metten. Mitwirkung Annie Pfister-Spengler (So» pran). 17.4518.05: Die Lefestunbe: Aus ber Sammt Deutsches Lesebuch" von Hugo Hofmansthal. Spre- cher:O. W. Studtmann. 18.1518.30: Uebertragung von Kassel:Die Stunde der Frau". 18.30-19:ffebb-t , Dortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 1919.30: Di« Schachstunde (Deutsche Normalspiele mit Bezeichnungen, veranstaltet vom Schachverein Andersten): Scbachkurs tue Anfänger. Lehrer: Pros. Dr. N. Mannheimer. 19 30 19.45: Englische Literaturproben, vorgetraqen von Stu- bienrat Paul Olbrich. 19 4520.15: Englischer Sprach- unterricht, erteilt von Studienrat Paul Olbrich. 20 15 bis 21.15: Uebertragung aus der Friedenskirche in Kastel: 1. Dietrich Buxtehude (16371707): --- * 2. PH. H. Erlebach

statt 1100 Grad, in besonders konstruierten Verschwe­lungsöfen durchsührte, entdeckte er, daß man aus einer Tonne jeder beliebigen Kohle 750 Kilogramm ausge- zeichneten Anthrazits gewinnen könne, ferner 120 Kilo­gramm Teer und 75 Kubikmeter verdichteten Gases. Sollte diese Meldung den Tatsachen entsprechen, so würde die Umwandlung von Kohle in Anthrazit für Frank­reich eine jährliche Ersparnis von 1,5 Millionen be- deuten! ,

££.1191.ic।en, iuic uit: Aauene yeTüuIjprUDClt aus ÖCt Tiefe, es muß emporschauen nach oben in Demut, Vertrauen und Beharrlichkeit.

Die Prozessionen bewegen sich durch die Felder. Dott waltet Gott, der Meister, Schöpfer und Herr. Leise geht und weht der Odem des Lebens vom Schöpfergott über all die Schollen und Fluren. Man glaubt, ihn zu sehen, ihn zu belauschen in seinem Wunderwerk auf dem stillen Feld. Darum wird das Herz von selbst zur Andacht gestimmt, und kann leichter und froher beten. Alles will eben me Kirche mit hinein ziehen in ihre Mahnung: Bttet allzeit, bedenket, daß ihr beim Gebet steht vor Gott dem Allmächtigen, eurem Vater.

Wie doch alles zusammenhängt auf dieser Welt. Was könnte einen Menschen zum Beispiel auf den Gedanken bringen, es bestehe eine geheime Verbin­dung zwischen Flaschenbier und Radio. Es ist aber dennoch so. In einer Gegend, wo fast alles an den Langenberger Sender angeschlossen ist, wurden auf einmal die Bierstuben leer. Die Leute «aßen eben abends um den Lautsprecher ver­sammelt und hörten auf die Vorträge und die schöne Musik. Man kann hier von einer ganz neuen Volksbewegung sprechen, die größte Umwäl­zungen herbeiführen wird. Es hat bis auf den heutigen Tag kein Mittel gegeben, das dem Radio gleich die Wissenschaft, die Kunst und die Bildung in die einfachste Familie zu bringen vermöchte. Während noch in manchen Barlokalen gelärmt wird wie früher und während dem weniger auf­merksamen Beobachter gar nicht auffällt im all­gemeinen (Betriebe der Vergnügungen, sitzt Tag für Tag eine Riefengemeinde von Menschen vor diesem seltsamen Trichter, der im besten Sinne des SBortes die Rolle des berühmten Nürnber­ger Trichters übernommen hat. Sie fitzen schwei­gend, ja andächtig, ob es nun um eine Morgen­feier geht oder um eine nützliche Belehrung oder um ein harmloses Vergnügen. Da die Leute, die in der Dunkelkammer des Gehörs wir wollen den Raum einmal so nennen, wo die Redner des Radio sprechen wohl wissen, daß da Gescheite und Dumme, Reiche und Arme. Deutsche und Aus­länder auf sie Acht geben und sie verstehen wollen, so beginnen sie von selbst sich so auszudrücken, daß alles einfach ist, gemeinverständlich, menschlich in­teressant. Dadurch bildet sich ein ganz neuer Stil heraus, eine ganz neue Art, sich zu geben, gerade­zu eine neue Kultur. Nichts wird so sehr beitra­gen, die Gegensätze in unferm Volk und in der Welt überhaupt zu überbrücken, als eben das Radio, eine Erfindung, die der der Buchdruckerkunst oder des Schreibens nichts nachqibt. So unnatürlich dieses Bildungsmittel auch scheint und so künstlich, es wird diese Eigenschaften verlieren, je mehr man sich daran gewöhnt. Und dann wird es ge­rade verinnerlichend wirken, muß man doch stumm hören und in fich hinein denken. Ruht man doch wahrhaft aus von dem wirren Geräusch der Ge­schäfte des Tages. Da immer mehrere an einem Apparat hören, so bildet sich auch stets eine Ge­meinde. Ihr Kern ist die Famiie, die nun in ganz neuer Weise ans Heim gefesselt wird.

Liegt hierin nicht wieder eine hohe soziale Be­deutung? Nietzsche hat bekanntlich gesagt, es solle sich der Mann vor der Ehe überlegen, ob er sich mit der erwählten Frau bis an sein Lebensende auch angenehm werde unterhalten können. Viele Männer haben das bestimmt nicht aetan und an bere haben fich verrechnet. Zwei Menschlein, di im ersten Lenz der Liebe nicht Worte genug fw einander finden konnten, gehen nicht fetten schor bald stumpf und leer neben einander durchs Leben. Sie fragt:Bekomme ich nun endlich wieder Haus- haltungsgeft»?" . . . und er fragt:Wann gibt es wieder Speck und dicke Dohnen?" ... Die Liebe stirbt an dieser grauenhaften Langeweile. Jetzt aber kommt der Wunderbrunnen der Elek­trizität und vermittelt Stoff zur Unterhaltung. Dabei geht es weder um Haushaltungsgeld noch um Speifentarten, sondern um Dinge, die nichts kosten, die nicht versalzen werden können, die das Gemüt erheben, die wirklich erheiternd sind. Denke dir, bei jenem Liebeslied neulich, das an die ersten Frühlingsnächte erinnerte, küßten sich zwei graue Gatten herzlich mitten auf den Mund und bann lächelten sie gemeinsam in den nun verstummten Trichter hinein, als wollten sie dem Manne dan­ken oder der Dame, die es gesungen und die es doch nicht sehen konnte, was sie da angerichtet bei Philemon und Bauzis . . . Werden Märchen erzählt, so hören auch die Kinder zu, und alles wird ein Herz und eine Seele. Nur der Wirt zum goldenen Löwen sieht feine Gaststube etwas

Rund um die Woche.

Flaschenbier unb Radio. Der Kuh vor dem Lautsprecher. Amphakino. Stenotypistinnen und Völkerbund. Gegen die kleinen und gegen die großen Mücken. . .

= Der dritte Parteitag der Preußischen Zentrum»- Ptrtei wird, wie bereits mitgeteilt, am Samstag den 21 und Sonntag den 22. Mai tm Plenarsaal des Preu- ßischen Landtags abgehalten. Die ursprünglich auf- gestellte Tagesordnung hat nur eine unwesentliche Aen- berung dahin erfahren, daß das anfänglich von dem Abg. Prof. Dr. Lauscher übernommene Referat über die Kulturpolitik des Zentrums nunmehr durch den Abg. Prälat Dr. ßinneborn erstattet wird, lieber die allgemeine Politik der Zentrumsfraktion in Preu- ßen feit der Revolution wird der Abg. Dr. Heß spre- chen. Die Finanzlage Preußens wird von dem Abg. Dr. Schmedding behandelt und über die Frage: Zentrum und Steuern spricht der Abg. Kölges. An der Aussprache über das letztere Thema wird sich auch der Reichsfinanzminister Dr. Köhler beteiligen. Die Verhandlungen werden geführt von dem Vorsitz, der Preußischen Zentrumspartei Dr. Porsch, d

5lcht Züge suchen einen Namen.

Die Deutsche Reichsbahn hat sich zur Namensfindung für ihre acht F. D.-Züge (die vier strahlenförmig von Berlin nach Hamburg, Köln, Frankfurt-Heidelberg und München gehenden und die vier Querverbindungen Holland-Hamburg, Holland-Berlin, Holland-München und Holland-Schweiz) mit dem Ullstein-Reifebüro ver­bündet, das in der neuesten Nummer derBerliner Il­lustrierten" ein Preisausschreiben veranstaltet. Die preisgekrönten Namen werden nicht nur von den Zügen geführt, sondern auch in das Reichskursbuch auf» genommen. Dem Preisrichterkollegium gehören an der Geheimrat Louis Hagen-Köln, der Direktor der Deut­schen Reichsbahn Staatssekretär a. D. Kumbier, die bei­den Reichsbankdirektoren Baumgarten und Dr. Steuer­nagel, Rudolf Ullstein, Chefredakteur Kurt Korfs von derBerliner Illustrierten Zeitung", der Leiter des Ull­stein-Reisebüros v. Düffel und der Leiter derReife und Wanderung" Hortmuth Merlecker. Das Preisrichter­kollegium hat sich für feine umfangreiche Aufgabe die Mithilfe des Pressechefs der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft, Dr. Baumann, gesichert.

Uns MrWen unö Den DefilMen Wern

= Marburg. In der Deutschhausstraße wurde am Donnerstag ein Radfahrer von einem Auto u be r - fahren und so schwer verletzt, daß er in bie Somit gebracht werden muhte. Unweit des nahen Dorfes Wehrda rannten an einer scharfen Strahenkuroe zwei Motorradfahrer zusammen, wobei einer erheb- liche Verletzungen davontrua. Zur Erlangung der venia legendi hüll hier am Samstag den 21. Mai Herr Dr. rer. pol. Rolf Fricke feine öffentliche Antrittsvor» lefung überOeffentliche oder private Wohnungswirt, fchaf?. Am Freitag den 27. Mai werden werden die Marburger Reformationsfestipiele erstmasig aufgefubtt.

= Amöneburg. Am nächsten Sonntag feiert bte Bäckerzwangsinnung des Kreise» Kirchhain iyr 25jähriges Bestehen.

Der Order Truppenübungsplatz.

0 Pad Orb. Einige Jahre vor dem Weltkriege ist bei Bad Orb für das damalige 18. Armeekorps ein Truppenübungsplatz errichtet worden, ber als ber zweit­größte innerhalb des deutschen Reiches zu betrachten war unb zu dem auch bte Stabt Bad Orb gegen entsprechende Entschädigung einen Teil ihres prächtigen Stadtwaldes hergeben mußte. Nach Aufhebung des Uebungsplatze, als Militärplatz sind daselbst zunächst elsaß-lothringische Flüchtlinge untergebrocht und soweit die ^früher ent­eigneten Wohnhäuser unb Scheunen ausreidjten, setzyaft gemocht worden. Es entstand ein Gutsbezi r k, ber gewissermaßen als Fremdkörper innerhalb des Kreyes Gelnhausen angesehen werden kann, da da» Rei» Eigentümerin ist. Die anliegenden preußischen Dberförftereien weisen daraus hin, daß die forstliche Be­wirtschaftung des Uebungsplatzes zu Deanstanbungen Anlaß bietet und es deshalb zweckmäßig sei. die Waid- teile wieder den anliegenden preußischen Ober» f ö r ft e r e i e n zuzuschlagen. Ferner melden sich die angrenzenden Gemeinden, insbesondere diee Stadt Bao Orb, die ja eine g-wattige Waldfläche an den Uebungs» plotz von ihrem Stadtwald abgegeben hotte, mit dem Antrag, daß ihnen diese Waldstöchen zurückgegeben wer. den möchten. Sie stützen sich dabei auf eine Bestimmung des Enteignungsgesetzes, wonach ber Enteignete, wenn der Grund der Enteignung roegfällt (im vorliegenden Falle die Benutzung für militärische Zwecke) die Ruck» Überweisung des enteignetenBesitzes verlangen kann Die Stadt Bad Orb hat dabei, da sie kaum in ber Sage lein wird, den großen ihr zurückzugebenden Walbkompler zu bezahlen, vorgeschlagen, daß dafür die Aktien der Dadegesellschaft dem Reiche übereignet mer» den sollen. Das Reich hat bekanntlich infolge der lieber» eignung der Preußischen Stoatsbahnen noch eine größere Schuld an Preußen zu zahlen und will u. a. zur Be­gleichung dieser Schuld auch diesen Besitz an Preußen ob. geben. Preußen soll sich mit den Gemeinden über deren Wünsche einigen. So stehen die Verhandlungen nun schon seit längerer Zeit, sollen aber, wie man hort, hes- halb nicht roeitertonrmen, well man über die ab- schätzung des Wertes des «aldgebietes des Uebungsplatzes eine Einigung zwischen Reich uns Preußen noch nicht hat herbei fuhren kon. neu. Danach wird bann auch die Siedlung Lettgen­brunn - D i 11 b o ch. die noch ber Entmilitarisierung mit einem Teil der früheren Settgenbrunner. mit Kriegs- beschädigten unb mit Elsaß-Lothringern besiedelt »er­ben ist, zu einer Gemeinde umgeroanbelt »erben. 3n bem jetzigen bem Reiche gehörenden Gutsbezirk sind die dortigen Einwohner ohne jeglichen Einfluß auf die Ver» wottung und dadurch gegenüber Bewohnern einer Land» gemeinde sehr benachteiliat. Sie haben weder an den Rechten noch an den Pflichten gegenüber dem Kreise Gelnhausen, innerhalb dessen Grenzen ihr Gutsbezirk liegf, teilzunehmen.______________________

Wissenschaft und Forschung.

-- Line sensationelle Lrsindung. Dem französischen Physiker Aubibert soll bei seinen Versuchen zur Gewin- nung von Petroleum aus Kohle ganz unerwartet eine sensationelle Erfindung gelungen fein Als er, so be­richten französische Blätter, die Destillierung bei ver- hältnisrnäßig niedriger Temperatur, nämlich bei 500

teilt, Schwierigkeiten bei der gemeinsamen Abfertigung und gescylossenen Unterbringung größerer Reisegeiell- schasten befürchten. Die Reichsbahndirektionen sehen sich daher zu ihrem Bedauern veranlaßt, die 25prozen- tige Fahrpreisermäßigung für Gesellschoftssahtten in der Zeit vom 4. bis 6. Juni zu versagen. Für die

.... ...... 7 7. , " ' i Bezirks der Reichsbahn-

AusstellungMusik im Le- birettionen Königsberg (Pr.), Ludwigshafen, Oppeln, ,uch eine Abteilung befinden, Frankfurt (Oder), Schwerin, Stettin, Trier unb Würz- bürg wird die Ermäßigung in der genannten Zeit zuge»

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