Nr. 106.
Sonntag, S. Mai 1927.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.
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Die weltwittschastskonserenz.
Der. Hermes über die Wellagrarkrise und über Deutschlands handel mit Rußland.
Der frühere Reichsminister Dr. Hermes hielt am Samstag auf der Weltwirtschaftskonferenz eine Rede, in der er ausführte: Wenn auch die Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Krise am sinn- fälligsten auf den industriellen Gebieten in die Er- scheinung treten, so leidet doch tatsächlich die L a n d- wirtschaft und die landwirtschaftliche Bevölke- rung mindestens Im gleichen Maße unter dem allgemeinen Notstand. Eine Entspannung erfolgte im Jahre 1924, als nach Abschluß des Londoner Ab- kommens reichliche Kredite aus den Vereinigten Staaten nach Europa und besonders nach Deutschland einströmten, aber noch herrscht eine schwere Depression, denn noch immer kann die P r e i s b i l- düng keineswegs als normal angesehen werden. Die Wurzeln des Nebels liegen u. a. in der Minde- rung der wirtschaftlichen Produktivität Größeuro- pas, der wirtschaftlichen Zersplitterung Mitteleuro- pas und der Ueberlastung mit unproduktiven Ausgaben. Gerade Deutschland hat die nachteiligen Wir- Zungen der Zerreißung der alten wirtschaftlichen Beziehungen, insbesondere den weitgehenden Rück- gang des alten ausgebreiteten Güteraustausches mi: bem großen russischen Reiche stark empfunden. Wir begrüßen daher besonders die Mitwirkung der Vertreter Rußlands an der Weltwirtschaftskonfe- renz.
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Die an der Weltwirtschaftskonferenz als Sachverständige teilnehmenden Vertreter derInternatio- nalen Verbandes der ch r i st l i ch ° s o z i a l e n G e- werkschaften veröffentlichen eine Erklärung, in der sie zu den Zielen der Weltwirtschaftskonferenz Stellung nehmen: Beseitigung der künstlichen Schranken gegen den internationalen Warenaustausch und Mitwirkung der Arbeiterschaft bei der Leitung der nationalen und internationalen Kartelle.
Ausfuhrabgaben und Ausfuhrverbote werden verworfen. Agrarzölle sollen auf keinen Fall so gestaltet werden, daß sie eine gesunde Konkurrenz und die Entwicklung der Landwirtschaft hemmen. Gefordert wird ferner Zusammenwirken der Arbeitnehmer und Arbeitgeber und internationale Durchsüh- rung der von den einzelnen Arbeitskonferenzen angenommenen Uebereinkommen.
Die Russen.
wtb. (Senf, 7. Mai. (Eig. Funkm.) Das Haupt- sneresse der heutigen Vormittagssitzung der Welt- Wirtschaftskonferenz ist bei den Delegierten und Pressevertretern in gleich hohem Maße auf das erste Auftreten der r u s f i f ch e n Delegation gerich- tet. Als erster sowiet-russischer Vertreter auf der Tribüne des Reformationssaales in dem feit bald 7 Jahren jeweils die Dölkerbundsverfammlung tagt, wird Sokolnikoff, Vizepräsident des planwirtschaft- lichen Ausschusses der Sowjetunion, eine eingehende Darlegung über die wirtschaftliche Ent- Wicklung der Sowjetunion und über die Möglichkeit einer weiteren wirtschaftlichen Entwicklung Sowjet-Rußlands in bezug auf das europäische Wirtschaftsleben geben.
Pessimismus der russischen Delegierten.
wtb. London, 7. Mai. (Eig. Funkm.) Der russ. hauptdelegierte Ossinski erklärte in Genf dem Korrespondenten des „Daily Herold": „Wenn sogar die Führer dieser Konferenz keine großen pofitioen Ergebnisse von ihr erwarten, so können wir kaum -mehr erwarten. Diese Konferenz ist voll von Hemmungen. Sie kann nicht offen über die Einwanderungsfrage sprechen aus Rücksicht auf die Vereinigten Staaten. Sie kann das Roh-Stoff-Problem nicht behandeln wegen England und Amerika und sie kann die K r i e g s- schuldenfrage nicht erörtern wegen der Emp. sindlichkeit nicht nur Amerikas, sondern aller in Be» tracht kommenden Nationen. Sogar die Arbeiter- delegierten verlangen nicht, was sie wirklich wollen. Eine Konferenz, die solch vitale Probleme ausläßt, ist zur Fruchtlosigkeit verurteilt."
preußischer Landtag.
In der Freitags-Sitzung des Preußischen Landtages wurde die zweite Lesung des I u st i z e t a t s fortgesetzt, zu dem Justizminister Dr. Schmidt wiederum das Wort ergriff, um zu den besonders angeschnittenen Fällen, wie z. B. Jordan, Jürgens usw., Erklärungen abzugeben. In längerer Rede beschäftigt sich alsdann der sozialdemokratische Abg. Kuttner mit dem Plauener Prozeß, in dessen Verbindung er die schwersten Vorwürfe gegen die Rechte richtet. Während die deütfchnationalen, Zentrums- und demokratischen Redner im allgemeinen das Programm des Justizministers billigen und für den neuzeitlichen Strafvollzug eintreten, lehnt der kommunistische Redner das System des Strafvollzugs als allzu unmenschlich ab. Das Haus vertagt fich darauf auf Samstag 10 Uhr.
Wie das Nachrichtenbüro Deutscher Zeitungsver- *ger mitteilt, beschäftigt sich der Hauptausschuß des Preußischen Landtages mit dem Gesetzentwurf über die Bereitstellung von Mitteln zur Gewährung eines Kredites zugunsten der Eisenindustrie l n O b e r s ck l e s i e n. Das Gesetz fordet 18.9 Mill. Rm. zwecks Aufrechterhaltung der Eisenindustrie in Oberschlesien. Nachdem eine ganze Anzahl Redner gesprochen hatten, fand der Gesetzentwurf die Z u- Z i m m u n a der Mehrheit des Luulle^,
Vie Rheinlans-RSumung.
wtb. London, 7. Mai. (Eig. Funkm.) Der diplomatische Korrespondent der „Westminister-Ga- zette" schreibt: Die Haltung der britischen Regierung gegenüber der Frage der Rheinlandbesetzüng ist, daß diese Frage in ihrem augenblicklichen 61 a- dium hauptsächlich eine Frage zwischen Berlin und Paris fei.
Parker Gilbert über den Dawes-Plan.
wtb. Newyork, 7. Mai. (Eig. Funkm.) Wie „World" berichtet, wird der Generalagent für Re- parationszahlungen, Parker Gilbert, in dem Ende dieses Monats erscheinenden halbiahresbericht ausführen, Deutschland könne eine Revision des Da wesplanes so lange nicht erwarten, als aus Reichsmitteln Kredite und Stubfibien gezahlt würden. Im übrigen würde auch das Reichs-Budget kritisiert und der wirtschaftliche Fortschritt Deutschlands, der irtsbefonbere an ber Zu- nähme ber deutschen Auslandsanlagen erkennbar sei, hervorgehoben.
Äresemanns Friedenspreisvortrag.
Entsprechend den Statuten der Nobel-Stiftung, wonach die Inhaber des Nobelpreises spätestens sechs Monate nach der Verleihung in Oslo einen Vortrag halten sollen, wird sich auch Dr. Strese- mann nach ber norwegischen hauptstabt begeben. Wie bas „Berk. Tagebl." zu melben weiß, ist für den Vortrag bes Reicksministers des Aeußern vorläufig der 23. Juni in Aussicht genommen. Dr. Stresemann werde sich dann nach Stockholm begeben und, wenn die politische Lage es gestatten sollte, im Anschluß daran seine Ferien in Skandinavien verleben.
Lateim'sch-slmerika.
Revolution in Bolivien.
Aus La Paz wird gemeldet: Wegen revolutionärer Unruhen wurde hier ber Belagerungszu- stand erklärt. Truppen feuerten auf Demonstranten. Dabei wurde eine Person getötet und mehrere verwundet.
Nicaragua.
wtb. Washington, 7. Mai. (Eig. Funkm.) Das Staatsdepartement gab den Abschluß des Waffenstillstand zwischen den Liberalen und den Konservativen Nicaraguas bekannt, ohne Einzelheiten darüber mitzuteilen, wie Stimson den Vertreter Sacasas zu der vorläufigen Annahme von Bedingungen veranlaßte, die Diaz bereits lange vorher angeboten hatte. Stimson machte dem Staatsdepartement Mitteilung, daß amerikanische Truppen zwischen den Armeen der beiden Parteien ständen, um ihre Waffen in Empfang zu nehmen.
200 Aufständische in Mexiko gelötet.
Aus Guadalajara wird gemeldet, daß 200 Aufständische in einem Gefecht mit Bundestruppen gefallen sind.
Nach China.
wtb. Paris, 7. Mai. Eig. Funkm.) Kontre- abmiral Stotz, der den Oberbefehl über die f r a n« zösischen Seestreitkräfte in China übernimmt, hat sich gestern in Marseille mit 1100 Mann für China bestimmter französischen Truppen an Bord eines Dampfers nach Ost-Asien eingeschisst.
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Was ist ein Konkordat?
Hindenburg in Oldenburg
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Aus parlamentarischen Kreisen schreibt man uns:
Aus Beuthen wirb gemeldet: Der Präsident bes Schiebsgerichts für Oberfchlesien, Georg Käckenbeek, bat ben im Einvernehmen mit beiben Regierungen von ihm ernannten Generalsekretär des Schiebsgerichts, ben ehemaligen österreichischen Ministerialrat Dr. Otto Grafl, gemäß Art. 568. 4 des Genfer Abkommens in fein Amt eingeführt.
Aus Kattowitz wirb gemelbet: Nachbem der Spitzenkandibat ber deutschen Liste für die Kommunalnachwahlen, die am nächsten Sonntag in Radzionkau stattfinden, verhaftet worden ist, wurde auch der Svitzenkandidat ber beutschen-K a -
Deutschland und Polen.
wtb. Marschau, 7. Mai. (Gig. Funkm.) Wie das polnische Außenministerium mitteilt, war die Nachricht des Pilsubski-Blattes „Glos Prawdy", das die polnische Regierung anläßlich der Beuthe- n'er Rede deu deutschen Vizekanzlers H e r g t der Reichsregierung eine Protestnote überreichen lassen werde, grundlos. Hergt hat bekanntlich in dieser Rede ein Locarno für den Osten, das heißt eine Garantie der polnischen Westgrenze, entschieden abgelehnt.
Ein Konkordat ist eine staatsrechtli che Abmachung zwischen dem päpsüichen Stuhle und irgend einer weltlichen Macht. Konkordate hat es schon sehr früh gegeben. In Deutschland ist wohl das bekannteste das sog. Wormser Konkordat von 1122. Aber auch später hat die Kurie mit einer ganzen Reihe von europäischen Mächten Kon- kordate geschloffen. Seit der Reformation geschah es zunächst grundsätzlich mit nichtkatholischen Mach- ten überhaupt nicht,, doch hat sich auch hier die Wandlung vollzogen, daß sich ber Papst Im Inte- resse ber Gläubigen auch mit Staaten vereinbarte, )ie in ihrer Bevölkerung als nichtkatholische ange- prochen werden mußten.
Das Konkordat, mit dem mir es in D e u t f ch- lanb und insbesondere in Preußen stets zu tun haben, ist das von 1821. Eigentlich war es ’etn Konkordat rm strengen Sinne, sondern eine og. Circumskriptionsbulle. Sie beginnt mit ben Worten: De fohlte animarium, unb hat daher wie gewöhnlich bei solchen päpstlichen Erlassen ihren Namen. Notwendig war sie geworden, weil feit fog- Säkularisation, d. i. der Einziehung ber Kirchengüter burch ben Reichsbeoutationshaupt-
Man sollte meinen, daß beides also möglich wäre. Seit dem Jahre 1919 besitzt das Reich in Rom bei dem Vatikan eine Botschaft, unb der Hl. Pater hat seinerseits beim deutschen Reiche den Nuntius akkreditiert, somit sind die beiden Mächte in diplomatische Verbindung getreten und haben sich gegenfetig anerkannt. Man hat es schon beinahe vergeßen, wie vortrefflich seinerzeit ber Ein- druck in DeutWand war, als Rom eine ber ersten Weltmächte war, die bei dem neuen deutschen Staat einen Vertreter akkreditierte!
Entscheidend ist natürlich der Inhalt unb der Bereich dessen, was Gegenstand eines Konkordats ist; wir werden das in einem späteren Aufsatz auseinander zu setzen versuchen i
der Notwendigkeit eines Konkordats. Der eine der beiben Kontrahenten von 1821, der König von Preußen, ist burch die Revolution beseitigt, unb nunmehr muß eine Neuregelung getroffen werden.
Zweifellos märe es am besten, wenn es zur Regelung eines Reichs konkorbates käme. Aber man darf nicht vergessen, daß damit noch keines- wegs alles erledigt ist, was zwischen der katho- nschen Kirche und dem Reiche zu bereinigen ist. Das Reichskonkordat müßte vielmehr durch San- deskonkordate ergänzt werden. Sie sind unentbehrlich, weil ja die Kulturangelegenheiten nach wie vor Landesangelegenheiten sind. Also durch das Bayrische Konkordat ist keineswegs eine Erschwerung geschaffen worden: denn ein Reichskon- kordat würde eine ganze Reihe von Fragen, die in einem Landeskonkordat zu erledigen find, garnicht berühren.
wtb. Warschau, 7. Mai. (Gig. Funkm.) Außenminister Weleski erklärte einem Pressevertreter gegenüber zu der deutsch-polnischen Han- delsvertragspolitik: Wer nach Polen feine Waren einführen will, der muß auch Polen die Möglichkeit geben, feine Feldfrüchte zu exportieren. Nur ein solcher Vertrag kann in der Praxis von Dauer fein, der beiden Teilen die gleichen Vorteile bringt. Niemand kann erwarten, daß wir unter Nichtachtung unserer lebenswichtigsten Interessen einen Vertrag abschließen. Was die polnisch -russischen Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt anlangt, erklärte der Minister: Diese Verhandlungen, die jetzt weiter geführt werden, sind wegen der großen Unterschiede in der Einstellung, die beide Staaten zu den internationalen Problemen einnehmen, recht schwierig. So sind denn auch noch bedeutende Meinungsverschiedenheiten festzustellen.
Eisenbahnzügen zusammengepfercht durchs Land zv fahren, die Habseligkeiten in Tornistern zusammen- zudrängen, in Massenquartieren zu nächtigen, in bei Straßen Parademarsch zu kloppen und sich schließe lich mit der Polizei oder mit dem Roten Front- kämpserbund herumzubalgen. Haben die „ solbaten an solchen Maitagen der Kriegsjahre nich! nach Friede unb Erlösung gelechzt von bem geift
schluß von 1803, irgend eine Vereinbarung über das völlig gehörte Verhältnis zwischen Staat unb Kirche getroffen werden mußte. Andere beutscheStaa- ten batten ebenfalls eigene Konkorbate mit dem päpstlichen Stuhle geschloffen, zum Beispiel Bayern. Sie werden natürlich durch die obengenannte Bulle nicht berührt. Bekanntlich ist Bayern auch heute wieder der erste Staat, der mit der Kurie ein Konkordat geschlossen hat, um die Neuregelung zu tref-
tötenden Los des Kriegers? Waren die Leutchen die jetzt freiwillig die Soldatenspielerei wollen, rot sie herrlichen Naturgenuß haben könntm, wirklicj im Krieg unb an ber Front?
Der Krakehl ging schon bei ber Abfahrt bei Stahlhelm-Sonderzüge los. Aus Anlaß der um 9.28 Uhr abends erfolgten Abreise von Ange, hörigen des Stahlhelmbünbes (Ortsgruppe Manw heim) nach Berlin demonstrierten Rote Frontkämpsei in Mannheim. Schon um sieben Uhr durch, zogen verschiedene Trupps mit Trommeln uni Signalhörnern die Stabt unb forderten zur Be teiiigung an ber Demonstration unb zur Verhinde- rung ber Abreise bet Stahlhelmleute auf. Einig« bieser Aufforderer Würben bis nach Beendigung ber Demonstration in polizeilichen Gewahrsam gt- nommen. Bor dem Bahnhofe kam es zu einer ver- kehrsstörenden Ansammlung ber Roten Frontkämpfer, die burch bie Polizei, teilweise unter Anwendung bes Gummiknüppels, zerstreut werben mußte Zwei Führer ber Roten Frontkämpfer, die zu Gewalttätigkeiten und zum Widerstand gegen die Po- lizei aufreizten unb Mitglieder ber Reichsregierunc beleidigten, wurden festgenomirrn unb einer batio* ins Bezirksgefängnis eingeliefert.
Mißbrauch der Wonnemonats.
Der Berliner Slahlhelmkag.
Sinb bas Wirklich ehemalige Frontsolba- ten, bie mit ben herrlichen Frühlingstagen, bii uns ber Himmel zurzeit beschert, nichts besseres anzufangen wissen, als wieder, Wie vor zehn Jahren die Not des Vaterlandes es verlangte, in
• Ablehnung des evangelischen Dischofstltels. In ben Verhandlungen der Generalsynode über die Bischofsfrage wurde nach längerer Aussprache die Einführung bes Bischofstitels mit 109 gegen 103 Stimmen abgelehnt. Drei Synodale, darunter zwei Generalsuperintendenten, enthielten sich ber Stimme. In einfacher Abstimmung würbe bet ge» famte Gesetzentwurf für bie Amtsbezeichnungen abgelehn t. ________
* Die Landlagsivahlen im Memelgebiet. Wie verlautet, haben die in Anwesenheit des Gouverneurs des Memelgebietes und des litauischen Gesandten in Berlin geführten Verhandlungen zur Beseitigung ber Hinbernisse geführt, bie ber Abhaltung von Lanbtagswahlen entgegenftanben so- daß ber Wahltermin nunmehr bald angesetzt werben dürfte.
" Verhaftung eines ehemaligen italienischen Ab- geordneten. Aus Rom wird gemeldet: Der ehe- malige Abgeordnete Misuri wurde, wie „Giornale be Italia meßet, verhaftet und zum Zwangs- aufenchalt verurteilt. u
wtb. Oldenburg, 7. Mai. (Gig. Funkm.) Zu Ehren des heute unb morgen hier weilenden Reichspräsidenten von Hindenburg prangte bie Stabt in Flaggen- unb Girlanden-Schmuck. Der Reichspräfibent, ber bereits am frühen Morgen in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner unb des Majors von Hindenburg eingetroffen war,
fen, die notwendig geworden roar,"weil“ber alte I W"<9 Uhr auf bem Bahnsteig vom olben» Staat Bayern 1918 zugrunde aeaanaen war I burgifchen Wtinifterprafibenten Finkh unb Oberbür- ÄKBÄ'tt °°r L-x-M-D-- «ferne. |on,l, d-m «Etoto R--ch-. ‘ Notwenbigkeit eines Konkordats Der eine der I Ä£en begrüßt unb nach dem Platz vor Mn Bahnhof beleitet, wo eine Ehrenkompagnie Aufstellung genommen hatte, die der Reichspräsident abschritt. Alsdann trat der Reichspräsident im Diererzuge die Fahrt nach dem Staatsministerium an. Auf den Straßen bildeten Vereine unb Schulen Spalier. Es schlossen sich die üblichen Festlich- teilen und Reden an.
.. ^e Frage des Konkordats beschäftigt in irfimer stärkerem Maße bie Gemüter, und doch macht man, je länger desto mehr, die Erfahrung, daß man sich mit dieser wichtigen und entscheidungsvollen Frage eher verständigen würde, wenn die Begriffe wer das Konkordat geklärter wären. Wir eben davon ab, daß man in nichtkatholischen Kreisest überall sich irgend etwas, nur meist nicht >as Richtige über den Inhalt eines Konkordats vorstellt, aber auch in ben Kreisen unserer eigenen Parteifreunde Bann man die Beobachtung machen, daß das Konkordat ein« ber großen Schlagworte ist, das viele nennen und wenige kennen! Wir wollen in folgendem versuchen, ganz kurz den Inhalt und Begriff ein« Konkordats zu klären; denn es ist notwendig, daß sich insbesondere die Kreise unserer Partei etwas eingehender auch in den Der- sannnlungen und Diskussionen mit diesen Dingen befassen.
Zum Stahlhelmtag sind in M agbeburg aui verschiedenen Stationen zusammengezogene Stahl« Panzer-Eisenbahnwagen (in zwei Zügen mit je 30 Wagen formiert) nachmittags m kurzen ,, , - .-----------— —----, Abständen nach Berlin abgelassen worben. Di«
tholifchen Volkspartei in Neurepten (Kreis I Panzerzüqe sollen ben Sicherheitsorganen in Berlin Tarnonntz) Hausbesitzer Theodor Woitazha, von I für den Stahlhelmtag für alle Eventualfälle zur demselben Schicksal betroffen. Gründe für bie 23er« I Verfügung stehen.
Ijaftung sind auch hier nicht angegeben worben. , Die Leiter der Stahlhelmorganifation hatten an I die einzelnen Reichsminister persönlich Einladungen Nell«» I ben Veranstaltungen während der Stahlhelm-
ueue UOlRerOUnOStagUng. tage ergehen lassen. Wie wir hören, haben alle 1 Reichsminister abgelehnt, diesen Einladungen hat I Folge zu leisten. Somit ist also die Reichsregie!- I rung ebensowenig vertreten wie die preußisch«
In Berlin sprach zum Auftakt ber Tagung Gründer und erste Bundessührer das Stahl'- m, SelbteS, über das Thema „Der neue :g des Stahlhelm". Seldte gab u. a. einen Ueberblick über die Entwicklung, die die Bewegung emmen hat, die ursprünglich eine Selbstschutz- igung war, sodann vom Träger des Wehr« Wie der „Vorwärts" erfährt, hat der Reichstags- I gedenkens zur Wehrbewegung wurde und die nun- präftbent Lobe telegraphisch und schriftlich den Prä- mehr die dritte Wandlung vollzöge, die Wandlung sidenten ber Bereinigten Staaten gebeten, bie zum I zur deutschen Freiheitsbewegung mit dem Ziel Tode verurteilten Italiener Sacco unb Vanzetti I inner er undäußererBefreiung Deut sch- vor der Hinrichtung zu bewahren. | Ianb§. Mit ber Berliner Tagung sei ber neue
Weg beschritten, lieber bie programmatischen Einzelheiten bes neuen Weges werbe am Sonntag in der Form einer Botschaft eine Veröffentlichung «folgen.
Reichsaußenminister Dr. Strefernenn
seiner Eigenschaft als Präsident des Völker- 1 Xuu„ vvvll bunbsrates bie achte ordentliche Völkerdunbsver- 1 Römern no samrnlung auf ben 5. September einberufen. Die I .... , . , , , „
Tagesordnung umfaßt 25 Punkte unb enthält au- , Reichspräsident von Hindenburg hat.Berlin ver- her der Neuwahl von den ausscheibenden drei I ist zu Besuch nach Ibenburg
nichtständigen Ratsmitgliedern (Tschechoslowakei, I fahren.
Salvador und Belgien) eine von Gnglaub im vo- I rigen Jahre angeregte grunbsätzlicke Aussprache I d« darüber, welche Fragen in das Dätigfeits- * gebiet bes Dölkerbunbes gehören unb welche nicht.