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Bekanntmachung!

Vie Staatliche Kreis- und A-rstkaff« Fulda ist aus Anlast de« Jahresabschlusses vom °8 — 30. April d. Js. jür den öffentlichen Dertehr geichlosie,,.

Aul da, den 25. April 1927.

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rNitlwoch. den 27. April 1927.

Frankfurt (428.6 m). Kassel 272.7 m). 3.30—4 Uhr: Stunde der Jugend. 4.30—5.45: Konzert. 5.45—6.05: Die Bücherstunde. 6.15—7.15: Hans Philipp Weitz. Berlin: Vorlesung aus eigenen Dichtungen. 7.15—7.30: Senckenberg-Viertelstunde. 7.d0 Erstes Orchesterkonzert des Max Regerfestes. Uebertragung aus dem Saalbau. Anschließend: Klassische Walzer.

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ficlft der sächsischen Diaspora!

Aus der Erzdiözese Köln wird uns geschrieben: In einer Audienz am 7. April hat Se Emi­nenz der Herr Kardinal die Einführung des . Bil­dungsvereins für die Diözese Meißen" tn unserer Erzdiözese gutgeheißen, empfohlen und selbst sei­nen Beitritt erklärt. Die sächsische Diaipora ist tn einer hoffnungsvollen Entwicklung begriffen. Das Priesterseminar wird am 10. Mai feierlich e'ygeweiht und e. öffnet werden Das Bischöfliche St. Benno-Gymnasium in Dresden geht seiner Vollendung entgegen. Mit staatlicher Genehmigung darf die Oberprima aufocbaut wer­den. Die Lehrmittel sind ergänzt. Die Leitung der Anstalt lieat in den bewährten Händen des tatkräftigen geistlichen Direktors und Stadtverord­neten Englert, der Lehrkörper zählt 15 Mit­glieder. die Schülerzahl ist innerhalb von vier Iah- ren von 60 auf 290 gestiegen. Die Eltern und Großeltern dieser Schüler sind zu 80 Prozent aus dem katholischen Westen und Osten zugewandert. Die Schulräume des Gesellenhauses reichen nicht mehr mts. Das Ministerium verlangt einen Neu­bau innerhalb drei Jahren. Es fehlt nicht mehr viel zur staatlichen Anerkennung nach § 35 des Gesetzes vom Jahre 1876.

Die Geschichte dieser kirchlichen Anstalt gewährt einen tiefen Einblick in das Diasporateben. Drr ungefähr 400 Jahren gründete der Meißener Bischof Johann VIII Herr von Maltitz. in seiner Bischofsstadt zur Glaubenserhaltung und Für- derung des Priesternachwuchses eine Lateinschule.

/Mte ZeitunMelianie Ist von ollen Herinmen DI öle lvirkmiWMe und roltö es infolge Ihrer Billigten und WMeil nofli bleiben.

Faul bis ins Mark

Von P. Schlack, M. d. R.

Unter dieser Ueberschrift bringt die Kölner Rhci- nische Zeitung in Nr. 82 den Bericht über die Reichstagssitzung vom 6. April er., in welcher das Gesetz über die Erlaubnispflicht zur Herstellung von Zündhölzern beraten und auf Antrag der So­zialdemokratie an den Volkswirtschaftsausschuh zu­rückverwiesen wurde.

In diesem Berichte wird das Gesetz als ein pri- vatkapitalistisches Provit-Monopol und als eine Zwangswirtschaft mit bolschewistischen Mitteln zu­gunsten des Privatkapitalismus bezeichnet. In dem Berichte wird weiter dem Abgeordneten Behrens von der deutschnationalen Volks-Partei, der Be­richterstatter war, der Vorwurf gemacht, daß er persönlich an der Sache durch einen Aufsichtsrats, posten interessiert sei. Es ist nicht meine Aufgabe, den Herrn Abgeordneten Behrens zu verteidigen, das wird seine eigene Aufgabe sein, besonders weil auch die Zentrums Partei fest den Standpunkt ver­tritt, daß eine Verquickung von Geschäft und Po­litik nicht gestattet sein darf.

Mir geht es um die sachliche Seite der Frage und die liegt wie folgt:

Der schwedische Zündholztrust hat in Deutschland die größten Zündholzfabriken erworben und damit die Produktton von 70—75 Prozent des ganzen Verbrauches an Zündhölzern an sich gerissen. Er drückte den Preis für Zündhölzer auf 135—145 Mark je Kiste, ein Preis, der die deutschen Fabri­ken, die meistens rnittelständlerische Existenzen dar­stellen, vollständig konkurrenzunfähig machte und auf die Dauer zum Zusammenbruche geführt hätte. In dieser Not haben sich die deutschen Zündholz­fabriken an den Reichstag gewendet und die Reichsregierung wurde von verschiedenen Parteien angefragt, was sie zu tun gedenke, um diesen Zu­sammenbruch der gesamten deutschen Zündholz- induftrie zu* verhindern. Desgleichen hat der Reichswirtschaftsrat einheitlich ein Gesetz zur Ab­wendung dieser Gefahr gefordert. Die Folge war ein Gesetzentwurf der Regierung, der vom Reichs­wirtschaftsrat mit allen gegen vier Stimmen ange­nommen wurde. Unter diesenMstgliedern des Reichs­wirtschaftsrates, die dem Gesetzentwürfe zustimm­ten, befand sich auch eine große Anzahl Sozial­demokraten.

Dem Gesetz liegt zugrunde der Syndikatsver­trag der Zündholz^Vertriebs-Aktiengeseklschait, der sämtliche nennenswerten Zündholzsabriken Deutsch­lands angeschlossen sind. Ebenfalls gehört der Zündholz-Vertriebs-Akt.-Gss. die Großeinkaufs-Ge­sellschaft deutscher Konsumvereine in Hamburg an, deren Leiter fast ausnahmslos Sozial­demokraten find. Die Mitglieder der Groß­einkaufs-Gesellschaft deutscher Konsumvereine in Hamburg sind die Konsumvereine des Zentral- verbände? in ganz Deutschland, deren Mitglieder ebenfalls zum größten Teil Sozialdemokraten sind und deren Leitung fast ausschließlich in den Hän­den von Anhänaern der Sozialdemokratie liegt. Ja noch weiter: Dem Vorstand der Zündholz-Ver-

Ich Unterzeichneter nehme hiermit öffentlich die in Hilders und Fulda ausgestreuten Behauptungen über den Volkswohlbund und dessen Leiter, Herrn Jobs. Erb, als unwahr zurück. Insbesondere bedauere ich lebhaft, diese Aeusserur.gen gemacht zu haben, Indem Ich seit Be­stehen der Verwaltungsstelle Fulda bis vor kurzem selbst tätig war und von der Reellität des Bundes und seines Leiters Herrn Erb, dem ich nur Gutes zu verdanken hatte, überzeugt bin und war.

FULDA, den 25. April 1927.

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triebs-Akt.-Ges. gehört der Sozialdemokrat und frühere Staatsminister Dr. Südekum an. Wei­terhin muß festgeftellt werden, daß ohne Beitritt der Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Konsumver­eine in Hamburg zu dem Verkaufs-Syndikat die­ses einfach unmöglich gewesen wäre. Die Sozial­demokratie müßte also, wenn sie ihre Darlegung ernst nimmt, zuerst einmal ihre eigenen Anhänger zur Ordnung rufen.

Die Zentrums-Partei ist keine Anhän­gerin von privaten und Staats-Monopolen, aber sie glaubt, in diesem Falle dem Gesetze zustimmen zu müssen, wofür zwei Gründe ausschlaggebend sind:

1. Die Erhaltung der deutschen Zündholzindu­strie mit den mittelständlerischen Existenzen, und

2. die Verhinderung der Alleinherrschaft des schwedischen Zündholztrustes in Deutschland.

Das Gesetz soll nur den Schutz der deutschen Zündholzindustrie herbeiführen.

Zu diesem Zwecke bindet das Gesetz die Neu­errichtung von Zündholzfabriken an die Genehmi­gung des Relchswirtschafts-Ministers. Kommt die­ses Gesetz nicht zustande, so wird in kurzer Zeit kaum noch eine nennenswerte deutsche Zündholz, fabrik bestehen, da der Schwedentrust infolge sei­ner gewaltigen Kapitalmacht in der Lage ist, durch Unterbietung der Preise jede deutsche Konkurrenz zu schlagen.

Gerade die Zentrums-Partei kann es sich zu m Verdienste anrechnen, daß sie Verbesserern- gen in das Gesetz hineingebracht hat, die einen Mißbrauch zu verhindern geeignet sind. Dazu ge­hört erstens die Verstärkung des Einflusses des Reiches bei der Festsetzung der Preise und zweitens die Bestimmung, daß beim Auskauf von Fabriken und Kontingenten der Prozentsatz der Produktion zwischen dem schwedischen Truste und der deutschen Gruppe nicht geändert werden darf. Damit ist der deutschen Gruppe dauernd ihre bisherige Produk­tion von 35 Prozent gesichert. Außerdem ist der Preisgestaltung dadurch ein Korrelat gegeben, daß die Zentralen der beiden deutschen Konsumvereins, gruppen ihren eigenen Bedarf an Zündhölzern her- stellen dürfen und beim Verkaufe an ihre Konsum» genossenschaften nicht an den Preis des Verkaufs­syndikats gebunden sind.

Es darf zugegeben werden, daß das Gesetz eine MaßnahnnBist, an der keine Partei eine Freude hat. Das Gesetz ist ein liebel: aber es ist das klei­nere Uebel, mit dem ein größeres, nämlich die Alleinherrschaft des Schwedentrustes in Deutsch­land und fein, an kein Hindernis gebundenes Preisdiktat für die deutsche Verbraucherschft ver- hindert wird.

Wollen trotzdem die Sozialdemokraten dieses Ge­setz bekämpfen, dann müssen sie zuerst ihre Vor­würfe gegen ihre eigenen Parteianhänger in ihrer Konsumgenossenschaft-! - Bewegung und den Reichswirtschaftsrat richten, denn ohne diese wäre der Gesetzentwurf der Reichsregierung eine Un- Möglichkeit gewesen.

Konvik! zu schießen und das ausgebaute Gymna, sium finanziell zu stützen" ist nach § 3 der Satzung die vordringliche Aufgabe des Bildungsvereins im Bistum Meißen. Zu groß ist die Aufgabe, zu wich­tig der Zweck, zu gering sind die Mittel, die zur Verfügung stehen, wenn der Verein auf das Dia­sporagebiet beschränkt bleibt. Darum ist es außer- ordentlich zu begrüßen, daß Se. Eminenz die Aus­breitung des Vereins in unserer Erzdiözese ge­stattet und gutgeheißen hat. Für die sächsische Diaspora herrscht im katholischen Mutterlande am Rhein noch Verständnis und Begeisterung. Das er. folg- und opferreiche apostolische Wirken des un­ermüdlichen Diaspora-Bischofs Dr. Schreiber wird hier Unterstützung und Förderung durch zahl- reichen Beitritt zu diesem Verein finden.

Außerordentliche Mitglieder zahlen jährlich 3 Mark, ordentliche 6 Mark, fördernde 12 Mark. Alle Mitglieder erhalten am Ende des Jahres kosten­los den Diasporakalender „St. Benno" zugestellt, der über das Aufblühen der Diaspora und der kirchlichen Anstalten neben diözesanqeschichtlichen und unterhaltenden Abhandlungen berichtet.

Wer ein einmaligen Beitrag von 300 Mark (auch ratenweise) stiftet, wird unter die Reihe der Stifter dieses Vereins aufgenommen und erhält eine Urkunde mit der Unterschrift des Bischofs als Protektor dieses Vereins. Nicht nur physische, son­dern auch juristische Personen (Pfarreien, Verein«, Klöster usw.) können Stifter werden.

Da die Kölner Pfarrkapitel ihre Mitarbeit und Förderung zur Ausbreitung des Vereins in opfer­freudiger Bereitschaft und größtem Verständnis für die Nöte der Diaspora in dankenswerter Weise zugesagt Haden, wird die hochwürdige Pfarrgeist, lichkeit Anmeldungen bereitwilligst entgegenneh­men und auch in den Vereinen Mitglieder wer­ben. In den Städten werden Dereinskomitees ge> bildet werden, denen der Beitritt erklärt werden kann. Doch sind schon jetzt Dereinsbetträge und . Gaben herzlich erbeten durch Ueberweisung auf Postscheckkonto: Bischöfliches St. Benno • Gymna­sium, Dresden A 1, Nr. 29 582.

Sie erlag der zwangsweisen Einführung der Re­formation durch den Landesfürsten Herzog Hein­rich. Nach, 1581 bis ungefähr zum Jahre 1700 existierte in den wettinischen Erblanden kein Ka­tholik, kein Priester, keine katholische Kirche. Nach­dem 1697 Kurfürst August der Starke zum katho­lischen Glauben zurückgekehrt war, fand die katho­lische Kirche wieder Duldung im Lande. Nun setzt der Zuzug aus dem katholischen Westen und Osten ein, der bis zur Gegenwart fortdauert. Obwohl die Katholiken nur 2 Prozent der Bevölkerung Sachsens ausmachen, find es doch an Zahl beinahe 300 000.

Gerade jetzt gedenken sie dankbar der Patres der Gesellschaft Jesu, die 1709 in Dresden eine Lateinschule errichteten, die sie 1773 an den Welt- klerus abtraten. Im vorigen Jahrhundert hieß sie Progymnasium. Oester sind in verflossenen Jahr­zehnten Versuche unternommen worden, sie zu ei­nem Dollgymnasium auszubauen, leider wegen der ungünstigen Zeitumstände ohne Erfolg. Was der Vorkriegszeit nicht beschielten, ist der Nachkriegs- zeit gelungen. Im Jahre 1923 begann der Klas­senaufbau, und seit dieser Zeit trägt die Anstalt den Namen eines heiligen Meißener Bischofs: „St Benno-Gymnasium". Unter schwersten finanziellen Opfern ist die Anstalt emporaewachsen. Der Bi­schof von Meißen, Dr. Christian Schreiber, läßt ihr allmonatlich einen großen Teil seines Ein­kommens überweisen. Auch das Bischöfliche Or­dinariat in Bautzen hat sich zu kräftiger Beihilfe entschlossen. „Das St. Benno - Gymnasium zum Vollgymnasium anszugestalten, ihm ein eigenes

Katholiken und Landbund.

Wiederholt ist in der „Fuldaer Zeitung" in ver­schiedenen Zusammenhängen, zuletzt anläßlich von Betrachtungen über die bäuerlichen Organisationen im Fuldaer Land von der politischen und weltan­schaulichen Rolle des Landbundes die Rede ge­wesen: Als weiteres Beispiel der Katholikenfeind­lichkeit des Landbundes finden wir in der Öfter- nummer (30) des Landbundorgans für Thüringen einen Artikel, der in frisch-fröhlicher Weise gegen das Konkordat Sturm läuft. Es heißt in die­sem Artikel des Landbundorgans folgendermaßen (die Sperrungen befinden sich im Original):

„Cs ist nun nicht mehr daran zu zweifeln, daß Reichs­regierung und preußische Regierung auf Abschließung van Konkordaten mit der römischen Kirche hinsteuern...

Die römische Kurie erstrebt mit allen Mitteln den Abschluß von Konkordaten, wie denn Kontor- bäte immer reine Abmachungen der katholischen Kirche mit den Staaten sind. Es ist ihr in den letzten Jahren gelungen, mehrere abzuschließen: 1922 mit Lettland, 1924 mit Bayern, 1925 mit Polen. Jeder Abschluß eines Kon- kordates an sich bedeutet für sie bereits einen Erfolg, denn er schließt in feierlicher, bindender Form die A n- erkennung des Papsttums als einer außen- politischen Macht in sich, der das Recht zu- erkannt wird, tn die inneren Angelegen- heilen des Staates einzugreifen. Jedes Konkordat ist daher zugleich Minderung der Hoheits» rechte des Staates. In sehr hohem Maße ist ihr das beim bayerischen Konkordat gelungen, bei dem bekannt- lich derselbe Nuntius Pacelli hervorragend mitgewirkt hat, der jetzt tn Berlin die Abschlüsse weiterer Konkordate betreibt. Es ist ihr dort eine uneingeschränkte Freiheit des Handels gewährt worden. Ein maßgebender Ein- fluß wurde ihr auf das Unterrichtswesen eingeräumt und zwar auf alle Zweige des katholischen Schulwesens, auf die Ausbildung der Lehrer wie deren Amtsführung, auf den Unterricht wie auf das Leben in der Schule . . . Dir Schulen haben ba*e Gepräge ausschließlich staatlicher Einrichtungen verloren. Kein Wunder, wenn der Führer der Bayerischen Volkspartei, der bekannte päpstliche Hausprälat Dr. Wohlmut, da­mals von dem ihn beseelenden Hochgefühl redete und seine Landtaysrede in einem Gruß an das ewige Nom ausklingen läßt. Wie schmerzhaft die Bindungen sind, zu denen der Bayerische Staat sich hergegeben hat, welche dauernde Bedrohung der Gewissensfreiheit des einzelnen diese Kapitulation des Staates vor der Kurie in sich schließt, wird erst die Zukunft ganz erkennen lassen. Denn solange man die Konkordatsernte in anderen Staaten noch nicht in die Scheuern gebracht hat, ist man offen­bar peinlich darauf bedacht, es nicht zu öffentlichen Fäl­len kommen zu lasten, die atmosphärische Entladungen im Gefolge haben könnten. Auf diese Weise ist es bann auch gelungen, eine gewisse Sorglosigkeit und Kurzsich­tigkeit gegenüber den Gefahren, die von einem Konkor­date droben, in weiten Kreisen zu erhalten Eine um so erstaunlichere Leistung, als nur etwa ein Sechstel der Bevölkerung jenen Idealen huldigt, die die päpst­liche Diplomatie Schritt für Schritt zu erreichen sucht, denn nur bie knappe Hälfte ber katholischen Wähler in Deutschland h a t s i ch dem poli­tischen Katholizismus verschrieben . . .

Richt Konkordat, sondern etgenstaatliche Gesetzgebung muh die Losung sein. Je de s Konkordat, so hörten wir einmal aus dem Munde eines hervorragenden Staatsrechtslehrers, ist ein Stück Kanossagang. „Nach Kanossa geh'» wir nicht!"

Das ist deutlich genug. Das Landbundorgan fordert hier unverblümt zum Kampf gegen die Machtanfprüch« der römischen Kurie auf, um das verhaßte Konkordat mit der römischen Kirche zu Fall zu bringen. Trotz alledem muten aber die Landbundagitatoren, selbst solche mit Namen von ehemals gutem Klang, den katholischen Bauern zu, dem Landbund beizutreten, um die Kampffront ge­gen das Konkordat zu stärken. Hier kann es für die katholischen Bauern nur eins geben: Katho­liken gehören nicht in den Landbund, in eine Organisation, die zum Kampfe gegen das Papsttum ruft! Katholiken wissen Vorsicht zu üben gegen alles, was eng mit dem Landbund ver­bunden ist.

Wissenschaft und Forschung.

= Konferenz zur Erforschung bet Tollwut. Auf An­regung ber wissenschaftlichen Abteilung des Völkerbundes ist in Paris im Institut „Pasteur" unter bem Vorsitz von Dr. Roux, Leiter des Pasteur-Instituts, eine inter­nationale Konferenz zur Erforschung der Tollwut zu­sammengetreten. Deutschland ist auf dieser Konferenz vertreten.

Aerzkliche Beratung für Schisse durch (snnkenlele- graphie. Wie Havas aus Ostende meldet, ist der beb «siche Kreuzer „Z i n n i a" mit Bestimmung nach den skandinavischen Gewässern ausgelaufen. An Bord be- findet sich der Delegierte des ständigen internationalen Hygieneausfchusies der Seeleute, Dr. Raoul Bernard. Der Zweck der Reise ist die Anstellung von Versuchen zur ärztlichen Beratung von Personen auf Schissen, die keinen Arzt an Bord haben, durch Vermittlung der Funkentelegraphie. Die Versuche werden mit Hilfe bä- nischer und norwegischer Funkenstationen und mit unter­wegs angetroffenen Schiffen zehn Tage lang angestellt werden.

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Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der unbeständi­gen Witterung.

Schriftleiter: Dr. phll. Johannes Kramer, Verantwortlich für Politik und Heimatliches Dr. Kramer, für den Roman und die „Sudjenblätter* Anton Segler, für den übrigen Text und bie Unterhaltungs­beilage Dr. rer. pol. Karl Austermann, alle in Hulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Acttendruckerel I Parze > Ier.

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---- Gelstl. Hirt Gruber In Wiesbaden gestorben. Der langjährige Pfarrer der Wiesbadener Bonifatius-Pfar- rei, Geistl. Rat Stadtpfarrer und Dekan Karl Gruber ist Samstag nachmittag nach langem schweren Leiden im Alter von 70 Jahren gestorben. Mit Gruber, der im Jahre 1857 in Bad Schmalbach geboren ist, ist einer der bekanntesten nassauischen Priester dahingegangen. Nach­dem er 1882 die Priesterweihe erhalten hatte, wirkte er zuerst als Kaplan in Nieder-Feldhof und Wicker und wurde 1884 an die Wiesbadener Bonifatiuskirche be- rufen. 1895 wurde er Pfarrer der Mariahilfkirche, 1911 Stadtpfarrer bei der Bonifatiuskirche. 1914 wurde Gruber zum Dekan des Landeskapitels Wiesbaden er­nannt. Im Mai 1915 wurde ihm der Titel Geistl. Rat verliehen.

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Dienstag, 26» April, 754 Uhr: Amelia oder Ein Mas- kenball.

Mittwoch, 27. April, 7H Uhr: Der Evangelmann.

Donnerstag, 28. April, 7 Uhr: Wiener Blut.

Freitag, 29. April, 7 Uhr: Don Juan.