Einzelbild herunterladen
 

Europa.

der

B-satzuna ums

gekommen sind.

und An- Ab-

des im Vertrage von Versailles anerkannten spruches für die Einleitung der allgemeinen rüstung mit Nachdruck zu vertreten.

Gegen einen Eisberg geraten.

In der Nähe der Südspitze von Sachalin stieß ein Schiffereidampfer mit einem Eisberg zu­sammen. Man befürchtet, daß etwa 50 M a n n der

Der demokratische Parteitag.

Zum Abschluß des Parteitags der Demokraten, der in Hamburg stattfand, wurde unter ande­ren eine Entschließung zur Außenpolitik an­genommen, in der ausgesprochen wird, daß die Partei an den Grundlagen der Politik von Lo­carno mit Ueberzeugung festhält. Die Partei stellt jedoch mit Bedauern fest, daß in den letzten Mo­naten ein Fortschritt im Sinne der von Lo-

Um Öen Danmplan.

In einem Leitartikel desObserver" spricht Garvin die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, durch einträchtiges Zusammenarbeiten zwischen England und den Vereinigten Staaten das ost­asiatische Problem zu lösen, bevor in Europa un­vermeidlicherweise eine solche Lage entstehen werde, die dringend der Lösung bedürfe. Garvin sagt, die bevorstehende wirtschaftliche Konferenz in Genf werde sich in erster Linie um die Zukunft des Dawesplanes und die Schulden drehen. Bisher habe der Dawesplan in seinem Uebergangs- stadium ohne Störung gearbeitet, aber im nächsten Jahre werde sich die Belastung Deutschlands um nahezu 50 Prozent erhöhen und im übernächsten Jahre werde Deutschland verpflichtet sein, die er­staunliche Summe von ungefähr 130 Millionen Pfund Sterling zu zahlen. Bisher sei keine Höchst­summe und keine zeitliche Grenze festgesetzt wor­den. Aber in Deutschland gebe es keine Par- t e i oder Fraktion, die derartige Zahlungen für die Dauer einer Generation in Betracht ziehe oder die nicht entschlossen wäre, im geeigneten Augen­blick zu erklären, daß die volle Zahlung u n m ö g- l i ch ist, und eine erhebliche Herabsetzung der Ge­samtverpflichtungen zu verlangen. Dieses werde eine neue Lage bedeuten, die ihresgleichen nicht in der Geschichte habe, und die von entscheidender Bedeutung für die allgemeine Gemütsverfassung sein werde. Im nächsten Jahre werde die Frage, ob der Dawesplan ausgeführt werden kann oder nicht, ganz Europa beschäftigen, und nicht nur

=» Geheimrat Bntmeflcr gestorben. Geheimer Hos- rat Dr. Durmester, der als Autorität auf dem Gebiete der Raumkunst und Lehre der Perspektive bekannt ge­worden ist, ist im Alter von 87 Jahren in München gestorben. Geheimrat Burmester hatte in Dresden, Göt­tingen und Heidelberg studiert und hat von 1887 bi« 1912 an der Technischen Hochschule in München als Professor gewirkt. Seit dem Jahre 1905 war er Mst- glied der Akademie der Wissenschaften.

Die Drusen.

Verhängung des Kriegsrechts in El Azarak.

Aus Jerusalem meldet Meuter: Aus Trans­jordanien wird gemeldet, daß in El Azrak das Kriegsrecht verhängt worden ist und daß alle be­waffneten Drusen gemäß dem mit den französischen Behörden in Syrien abgeschlossenengute Nach­barschaftsabkommen" aufgefordert worden sind, sich aus El Azrak zu entfernen.

* Internationale Pressekonferenz in London. Zum Organisator der Internationalen Pressekonfe­renz, die im kommenden Juli in London abge­halten wird, wurde H o g g e ernannt. 200 Dele­gierte aus 27 europäischen Ländern werden zu der Konferenz erwartet, von der man schon jetzt als einemLocarno der Presse" spricht.

* Verhaftung des Großmeisters der italienischen Freimaurer.Giornale d' Italia" meldet, daß der Freimaurergroßmeister Domizo Torrigani verhaftet und zu fünfjähriger zwangsweiser Verschickung verurteilt worden ist.

Vie übliche Prügelei.

Zusammenstöße beim Gauparkeitag der National­sozialisten in Essen.

Während des Gauparteitags der Nationalsozia­listischen Arbeiterpartei kam es bei einer Versamm­lung im Kaiserpark in A l t e n e s s e n zu einer großen Schlägerei, da ein Redakteur des kommu­nistischenRuhrechos" mit 30 Kameraden in da» Versammlungslokal eindrang, um sich nach Dis- kussionsschluß das Wort zu erzwingen. Von den Versammlungsteilnehmern wurden 6, von den Kommunisten 15 verletzt. Die Polizei war schnell zur Stelle und stellte die Ruhe wieder her. Am Limbecker Platz kam es zu Tätlichkeiten zwischen einem Zug Nationalsozialisten und Passanten, wo­bei mehrere Schüsse fielen. Ein unbeteiligtes Ehepaar wurde durch Schüsse am Oberschenkel und Knie schwer verletzt und mußte dem Krankenhouse zugeführt werden. Die Polizei verhaftete einige Personen. Im ganzen wurden bei den Zusammen-

Das Wahlergebnis in Oesterreich

Die Dlütenträume der österreichischen Sozialisten für den Wahlsonntag, den 24. April, sind nich t zur vollen Erfüllung gelangt. Die Mehrheit des Kabinetts Seipel ist nicht gebrochen. Prälat .v\ Dr. Seipel kann weiter regieren. Das ist das Er- > aebnis des österreichischen Wahlkampfes, der mit k beispielloser Schärfe in den letzten Wochen geführt ; worden ist.

Die Beteiligung an den Nationalratswahlen, F mit welchen in Wien und Niederösterreich sowie einigen anderen Bundesländern und Städten zu­gleich Landtags- und Gemeinderatswahlen durch­geführt wurden, war außerordentlich star k. In Prozenten kann gegen 91 Prozent Wahlbeteili­gung vor vier Jahren mit einigen Prozent mehr, venigstens in Wien, gerechnet werden.

Ter Bundeskanzler wird dem Bundespräsidenten voraussichtlich Vorschlägen, den Nationalrat so früh als möglich einzuberufen, möglichst in der zweiten Maihälfte, also ungefähr auf den 14. Mai.

Zum Verlauf des Wahltages meldet die Polizei- korrespondei^, daß sich in der Stadt Wien zwar keine nennenswerten Zwischenfälle er­eignet hätten, insgesamt aber 50 Personen von der Polizei teils wegen kleinerer Verstöße gegen die Wahlordnung festgenommen, aber nach Feststellung der Personalien sowie des Tatbestandes wieder entlassen worden feien.

Für den Wahltag und den Vorabend war in Oesterreich jeder Alkohol-Ausschank ver­boten.

G?gen den Krieg!

In Antwerpen wurde unter der Leitung der belgischen Arbeiterpartei und des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes eine groß« internationale Kundgebung gegen den Krieg veranstaltet. Bei dieser Gelegenbeit hielt der deutsche Reichstagsabgeordnete Dr. B r e i t s ch e i d eine Rede, in der er u. a. aus­führte, es sei schwierig, die Verantwortlichkeit für den Krieg festzustellen. Zu den Ereignissen in China und auf dem Balkan sagte Dr. Breitscheid, man dürfe diese Kriegsgefahren nicht zu leicht neh­men. Der R^mer kam bann auf die Abrüstungs­frage zu sprechen und betonte dabei, daß Deutsch­land als einziges Land zur Abrüstung gezwungen wurde, während nach dem Versailler Friedensver­trag sämtliche Nationen abrüsten sollten.

liebet die Annäherung der Völker.

Im Schlosse von B i e r v i l l e ist unter dem Vorsitz von Marc Sangnier dasStändige Internationale Zentrum" eingeweiht worden, des­sen Schaffung auf dem letzten Friedenskongreß be­schlossen worden war. Vertreter aus Deutschland, Frankreich, England, Italien, Südslawien. Amerika, und Asien hielten Ansprachen zugunsten der An­näherung der Völker.

Weitere Entschließungen fordern, daß 11. August endlich zum Nationalfeiertag erklärt wird, daß eine beschleunigte Behandlung der Frage der Entschädigung der Liquidations- und Gewaltschäden ermöglicht werde, daß den Klein-

Ehma.

yemkau schafft den Oberbefehlshaber ab.

Die radikale Regierung von H a n k a u hat ein» Verfügung erlösten, die besagt, d»ß die militärischen Fragen an allen Fronten in Zukunft von einem militärischen Ausschuß behandelt werden sollen und daß der Posten des Oberbefehlshabers auf­gehoben werde.

Die Antwort an Tschen.

wtb. London, 25. April. (Gig. Funkm.)Ti­mes" meldet, um die Mitteilung der gemeinsamen Antwort der Mächte auf Tschens ausweichende Antwort zu beschleunigen, hat die britische Re­gierung vorgeschlagen, daß der letzte Paragraph der Antwortnote, der eine Bezugnahme auf die Möglichkeit von Sanktionen enthielt, aus der Note f o r t b l e i b en und den Gegenstand einer weiteren Mitteilung bilden solle, falls Tschen bei feiner ausweichenden Haltung bleibt. Die an­deren interessierten Mächte haben diesem Schritt 3 u g e ft i m m t.

Rückkehr der Ausländer nach Peking.

wtb. Paris, 25. April. (Gig. Funkm.)Ma- tin" meldet aus Peking: Seit mehreren Tagen beginnen die Ausländer, besonders Amerikaner und Amerikanerinnen, die nach Japan und Korea geflüchtet waren, wieder nach Peking zurückzukeh­ren auf die Nachricht hin, daß man nicht mehr ein Vorrücken der Kantontruppen befürchtet und daß die Lage wieder normal ist.

rentnern ein Rechtsanspruch auf eine menschen­würdige Existenz gesichert werde, daß die Veam- tenbesoldungen erhöht werden. Schließlich wird noch die Forderung eines zeitgemäßen einheitlichen Beamtenrechts gefordert. Den reaktionären Be­strebungen der Regierung sei auf diesem Gebiete mit Nachdruck entgegenjutreten. Weiterhin wurde einstimmig eine Entschließung zur Konkordats- frage angenommen, in der es heißt:

Eine Verständigung über die tatsächlich vor­handenen Beziehungen zwischen Staat und Kirche entspricht der Demokratie. Die Deutsche Demo­kratische Partei sieht jedoch in der Form des Kon­kordates eine Beschränkung der Freiheit der Ge- etzgebung, eine Gefahr für die Hoheit des Staates, owie der Rechte des Volkes und der Dolksvertre- ung und für die Freiheit des Gewissens und des geistigen Lebens und lehnt daher ein Konkordat ab."

Zum Reichsschulgesetz wird unter ande­rem verlangt die Sicherung der Staatshoheit über die Schule und eine bin Sinne bes Art. 174 ent- sprechenbe bauernbe Sicherung ber Simultanschule.

Zum Parteivorsitzenben wurde unter lebhaftem Beifall Reichsminister a. D. K o ch-Weser wieder- gewählt. Die stellvertretenden Vorsitzenden bleiben Frau Ministerialrat Dr. Bäumer, Staatspräsident a. D. Dr. Hieder-Stuttgart, Staatspräsident a. D. Dr. Hellpach-Karlsruhe. Neu in den Vorstand gewählt wurden Reichsminister a. D. Dr. Reinhold- Dresden, Oberbürgermeister Böß-Berlin und Di­rektor Stern-Berlin. Zu den für den Vorstand kooptierten Mitgliedern wurden neu hinzugewählt der preußische Fnanzminister Dr. Höpker-Aschoff, der oldenburgische Ministerpräsident a. D. Tantzen.

carno eingeleiteten Verständigungspolitik nicht erzielt worden ist und daß die negativen Ergebnisse der Abrüstungsverhandlungen nicht nur die Hoff­nungen Deutschlands, sondern die der Friedens­freunde in der ganzen Welt schwer enttäuscht haben. Sie fordert die deutsche Regierung auf, auf die Befreiung des besetzten Gebietes als Konsequenz ber Friedenspolitik von Locarno

Die Sinanzlnise in Japan.

Heber Japan ist, wie hier schon gemeldet wurde, eine heftige Finanzkrise ausgebrochen, die das neue Kabinett Tanaca bereits zum Einschreiten durch Schließung der Banken für einige Tage veranlaßt hat. Die Ursache ist derZusammenbruchder Firma Z u z u k i, die in ihrem Sturz eine Reihe van Bankhäusern mit hereingerissen hat, so daß in ber javanischen Bevölkerung eine Panik entstauben ist. Die Depotbesitzer sinb auf ihre Dan­ken losgestürmt, um sich ihre Gelder zurückzuholen, aber natürlich sind tn einem kapitalistischen Staate die Bankgelder nie in dem Maße flüssig, baß sie einem plötzlichen Run gewachsen wären. Der No- tenu okauf in Japan betrug in ber letzten Zeit nur 1,5 Milliarben Den, während die Depositen ber Großbanken allein 5,5 Milliarden betragen Es ist klar, daß bie Danken nicht in der Lage waren, den Auszahlungsforderungen ber Gläubiger nach- jufommen, und so ist denn die Regierung eilige» cbritten und hat bie Banken geschlossen. Wahr- cheinlich wird sie an einer langwierigen Unter- tützungsaktion nicht vorbeikommen, einer Hilfe, welche das dem Kabinett Tanaca voraufgegangene Kabinett Senfeitai bei der Krone hatte durchsetzen können. Es ist ja dieser Mißerfolg des Kabinetts Kenseikai gewesen, ber bie Regierungskrisis aus­brechen ließ, aber auch ben Zusammenbruch der Zuzuki-Firma alsdann offenkundig machte. Es gab wohl kaum einen Zweig der japanischen Wirt­schaft, an dem die Zuzuki-Firma nicht hervor­ragend beteiligt gewesen wäre. Finanziert wurde ber Konzern durch die Notenbank von Taiwan auf ber Insel Formosa, die mit 300 Millionen Den beteiligt war und nunmehr ihre Zahlungen eingestellt hat. Ihre Verpflichtungen sollen sich auf 800 Millionen Den belaufen, darunter fast die Hälfte an die fapanifdje Staatsbank. Diese hat nunmehr alle Mittel in Bewegung gesetzt, und zwar auf Veranlassung ber neuen Regierung, um die Krise aufzuhalten. Es werden enorme Sum­men an Stützungsbeträgen genannt.

Die eigentlichen Ursachen für den großen Zu­sammenbruch liegen natürlich tiefer. Sie sind in einer durch die überaus günstige Konjunktur der Kriegszeit veranlaßte Unvorsichtigkeit in der Geschäftsführung ber japanischen Wirtschaft zu suchen. Der Weltkrieg hat Japan eine Fülle von Aufträgen gebracht. Die kapitalistische Organisation des japanischen Wirtschaftslebens, die bei Beginn des letzten Viertels des vorigen Iahthunderts ein­gesetzt hatte, wurde in einer übertriebenen Weise forciert. Es gibt kein Land in der Welt, das so schnell wie Japan aus einem Agrarland ein hoch- kapitalistisches Industrieland gewor- dei ist. Die günstige Kriegskonjunktur hat eine Un« mässe von Industrien hochgezüchtet, die sich, als die Verhältnisse schlechter wurden, nur noch durch Staatssubventionen aufrecht erhalten ließen. Die Verschuldung wurde enorm und auch eine vorüber­gehende Inflationspolitik ber japanischen Staats­bank konnte die Verhältnisse nicht bessern. Das große Erdbeben im Jahre 1923 tat ein Uebriges, um die japanische Wirtschaft dem Krisenzustand zu nähern. Zwar war das japanische Volk äußerst rührig, um den gewaltigen Schaden, ben die fürch- terliche Naturkatastrophe verursacht hatte, wieder wett zu machen, aber diese Wiederaufbauarbeit war nur möglich durch die Hllfe des A u s l a n - d e s, das heißt das Maß der Schulden schwoll noch weiter an. Auch die Staatsschuld wurde unver­hältnismäßig hoch, obwohl die Steuerschraube sehr hart angedreht wurde. Die Wirren in Chino, wo Japan seine breitesten Absatzgebiete besitzt, Haden das japanische Geschäft gerade in den letzten Mo­naten außerordentlich benachteiligt. So entstand denn durch das Zusammenwirken der Kriegs» und Nachtriegseinflüfse, durch unvorsichtige Ausnutzung einer noch vorübergehenden Konjunktur, durch Steuerüberbürbung unb Absatzschmälerung bie große Krisis, bie durch ben Zusammenbruch bes Zuzukikonzern jetzt in die fürchterliche Katastrophe umgeschlagen ist. Die japanische Wirtschaft hatte zu eilfertig eine Ausbreitung angenommen, für die der natürliche gesunde Boden noch nicht vor­bereitet war. Sie hatte sich kapitalistisch aufge­bläht und bie Blase ist nunmehr geplatzt In den Zusammenbruch sind mit zahlreichen Banken auch die Vermögen hoher staatlicher Wiirdenträger und Beamten mit hineingerissen, auch die Prioatscha» lulle des Mikado selbst ist davon betroffen Nun hat die Regierung, wie schon' gesagt,, die Banken geschlossen und damit den 2(nfturm der Depositen­gläubiger aufgehalten. Die Stützungsaktion der Bank von Japan mit ihren hohen Geldsummen ist allerdings wieder eine künstliche, da diese Summen neugedrucktes Papiergeld barstellen. Das drei- wöchentliche Moratorium, bas erklärt worben ist, wird mit einer Inflationsmaßnahme ausgefüllt.

Natürlich kann der Ausbruch der Krise auch gute Folgen haben, wenn man nämlich jetzt aus dem Schaben lernt unb versucht, dem aufgeblähten unb überschulbeten Wirtschaftskörper wieder in eine normale Form zu bringen. Die Inflations­maßnahmen der Zentralnotenbank ist gewiß nicht der richtige Weg, nm eine gesunde Ordnung her- beizuführen, wenn sich auch vielleicht im Augenblick die Vermehrung des Notenumlaufs zur Befchwich- tigung der Panikstimmung nicht vermeiden ließe. Für die Regierung wird es darauf ankommen, die Banken und Geschäfte, d-e nichts taugen, die nur Schmarotzer am japanischen Wirtschaftsleben wa- ren und die innere Solidarität vermissen ließen, ruhig zugrunde gehen zu lassen, dagegen aber gute Firmen mit solider Basis zu unterstützen. Don einer richtigen Aufbaupolitik hängt das Vertrauen ab, das Japan nach wie vor im Auslande suchen wird. Das wird für viele Beteiligte eine harte Kur fein, aber ohne rücksichtslose Opfer wird Ja­pan feine Wirtschaft eben so wenig erneuern kön­nen, wie es andere Länder tun konnten, die von Inflation und Deflation als Wirkungen durch ben Weltkrieg verlagerter Wirtfchaftsbedingungen heimgesucht worden sind

Das Resultat.

Nach ben letzten Meldungen, die das Gesamt­ergebnis erfassen, wurden zum österreichischen Na­tionalrat gewählt: Einheitsliste 79 (gegen 82 Christlich-Soziale unb 10 Großdeutsche 1923), So­zialdemokraten 67 (68), Landbund 6 (5) und 13 Reststimmenmandate. Don letzteren dürften etwa 3 ben Sozialdemokraten und einige dem Landbund zufallen. Die Sozialdemokraten sowie der Land­bund werden also im neuen Nationalrat mehr Sitze haben als früher. Dieser Zuwachs geht auf Kosten der Christlich-Sozialen, da die Groß­deutschen innerhalb der Einheitsliste ihren Besitz­stand behaupteten. Gegenüber der verstärkten Opposition wird die absolute Majorität aber bei ber Einheitsliste bleiben, welcher zudem der Landbund als bürgerliche Partei nahe­steht. Don den kleineren Parteien vermochte keine einen Sitz zu erringen, auch nicht der Ude-Ver­band. Dieser zieht jedoch in den Grazer Landtag mit zwei Vertretern ein.

Von namhaften christlich-sozialen Persönlichkeiten sind alle, bie ausgestellt wurden, wieder ge­wählt. Die Eroßbeutschen haben ebenfalls ihre Nationalratsmandate behalten, bis auf ben Vize­präsidenten des Nationalrats Dr. Weber, dem aber in Wien ein Reststimmenmandat zu fallen dürfte. Von den neuen Kandidaten ber Großdeutschen ist der Obmann der großdeutschen Volkspartei, Dr. Wottawa, in Wien gewählt worden, während der neue Kandidat der Einheitsliste, Dr. Walter Riehl, der als Nationalist und Antisemit be­sonders stark angegriffen wurde, nicht gewählt worden ist.

Das rote Wien.

wtb. Wien, 25. April. (Gig. Funkm.). Bei ben Gemeinderatswahlen in Wien wur­den gewählt 78 Sozialdemokraten, 42 Mitglieder der Einheitsliste (40 Christlich-Soziale und 2 Groß­deutsche). Die Mandate der Sozialdemokraten blieben gegen 1923 unverändert.

Bei den Natkonalratswahlen in der Stadt Wien entfielen von 45 Mandaten, bie zur Besetzung gelangten, auf bie Sozialbemokraten 29, bie Christlich-Sozialen 15. Gin Reststimmenman­dat aus den sechs Wahlkreisen fällt auf die Ein­heitsliste. Im letzten Nationalrat war Wien durch 27 Sozialdemokraten, 16 Christlich-Soziale und 2 Großdeutsche vertreten.

*

Bei ben Gemeinderatswahlen in Linz erhielten bie Sozialdemokraten 33837 Stimmen, die Einheitsliste 30 192 Stimmen, die Kommunisten 226 Stimmen. Es entfallen auf bie Sozialdemo, traten 33 Mandate, früher 30, auf die Einheitsliste 88 Mandate, früher 30.

In Wiener-Nenstadt erhielten bei den Wahlen zum Gemeinderat, dessen Sitze sich von 50 auf 45 verminderten, bie Sozialbemokraten 29 Man- bate, bisher 34, bte Einheitsliste 15, bisher 15, bie Kommunisten verloren ihr einziges Manbat an die Nationalsozialisten.

Vorarlberg.

Aus Bregenz wirb gemelbet: Die National- ratswahlen sinb im ganzen Lanb ruhig verlausen. Das Ergebnis einer Gemeinbe fehlt noch. Bisher würben 76101 Stimmen gezählt, b. i. eine Betei­ligung von 90,7 Prozent. Davon erhalten bie Ein- heitsliste 54 613, bie Sozialdemokratische Partei 16943, Landbund für Oesterreich 3 470, die Ude- Partei 641 und der Völkisch-Soziale Block 434 Stimmen. Es scheinen somit als gewählt: Drei Kandibaten ber Einheitsliste unb ein Kandidat der Sozialdemokratischen Partei.

Tirol.

Aus Innsbruck wird gemeldet: Bei den Na- tionalratswahlen in Tirol wurden 172689 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfallen auf die Ein­heitsliste 128949, auf die Sozialdemokraten 38 788, auf die von dem kacholischen Theologie-Professor Ude geführte sozialreformerische Partei 3838, auf ben Lanbbunb 920 unb auf bie Kommunisten 192 Stimmen. Es sinb somit gewählt: 6 Kandidaten ber Einheitsliste unb 2 Kanbidaten ber Sozialdemo­kraten. Die andern Parteien erhielten kein Mandat.

Am Sonntag fand eine große öffentliche Kund­gebung der Nationalsozialisten aus dem Burgplatz statt, bei der der Abg. Strasser eine Rede hielt. Hitler war ebenfalls anwesend. Er gab durch ein Zeichen zu verstehen, daß er nicht reden dürfe, und nahm später, auf einem Auto stehend, den Vorbei' marsch der Fahnen und der uniformierten Natio­nalsozialisten ab.

Jeffgenommene Nationalsozialisten.

wtb. Berlin, 25. April. (Gig. Funkm.). Auf dem Stettiner Bahnhof wurden gestern abend sechs Angehörige der nationalsozialistifchen Partei, die aus Pasewalk kamen und gegen J42 Uhr nachts weitere drei Nationalsozialisten, die gleichfalls aus Pasewalk kamen, von der politischen Polizei fest­genommen. Die Festnahme erfolgte auf Grund einer polizeilichen Meldung, weil in Pasewalk von einem mit Nationalsozialisten besetzten Lastkrafi- wagen auf Polizeibeamte geschossen worden seir soll. '

Klnzelmllnnitt 10 M. (mit Mir. Beilagk 15 M.

Mwx eiiutlimuiinti iv vi». turn ^uuuu mutige w pi«/.

uldaerZeitung

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Areisblatt.

Ar. 95

Dienstag, 26. April 1927.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilage:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. :-: Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk. :-:

Anzeigen. Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 X#,

auswärts 0,20 5Ut. Reklamezeile: lokal 0,60 JUt, KAIrthm

auswärts 0,80 3UI. Bei Wiederholungen Rabatt,

:-: Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051. :-: