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Fuldaer Zertung

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Areisblatk.

irr. ss.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilage:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

Freitag, 15. April 1927.

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 5LM., auswärts 0,20 5Ut. Reklamezeile: lokal 0,60 5UI, auswärts 0,80 5UI. Bei Wiederbolungen Rabatt. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 91t. 4051. :-:

Zahrg.54.

Zwischen Colmar und Poris.

Vor dem Schwurgericht in Colmar ist ein fünf­tägiger Prozeß zu Ende gegangen, der die Hinter­gründe beleuchten sollte, auf denen sich die e l s ä s- sischeAutonomiebewegung abspielt. An­laß des Prozesses war die Klage, welche der frühere Reichstagsabgeordnete und das jetzige Mitglied des oberelfäsfifchen Generalrates, Abbee Haegy, gegen den Berichterstatter desJournal", Helfey, und den Direktor dieses Blattes, Courgeon, wegen Ver­leumdung angestrengt hatte. DasJournal" hatte den Kläger beschuldigt, er sei ein F e i n d Frank­reichs und eine Gefahr für den Frieden und die nationale Sicherheit. Kläger und Beklagte hatten einen großen Zeugenapparat namhaft gemacht, so­daß man einen großen politischen Prozeß erwartete. Es ist dann auch bei der Zeugenvernehmung viel über die Geldquellen geredet worden, welche der elsässischen Autonomiebewegung zuflössen. Auch hat der Prozeß Gelegenheit gegeben, in die poli­tischen Gefühle der Elsässer hineinzuschauen. Aber etwas eigentlich Neues hat er nicht gezeitigt. Daß die Elsässer heute mit der französischen Zentrali­sierungspolitik ebensowenig zufrieden sind wie dies früher unter der deutschen Verwaltungspolitik war, ist nichts Neues, auch daß die Franzosen noch nicht recht erkennen wollen, daß die Liebe der El­sässer zu ihnen gar keine so unbedingte ist, wie sie es beim Zusammenbruch der deutschen Kriegsfront meinten, ist hinlänglich bekannt. Der elsässische Autonomiegedanke ist nicht erst nach dem Kriege entstanden, sondern hat seine Wurzeln in der Vor­kriegszeit, wo ihn sich die Franzosen bedenkenlos zunutze zu machen suchten. Daß er heute gegen die Franzosen s e l b st ausschlägt, sollte den Pariser Zentralisationspolitikern eigentlich kein Anlaß zur Klage sein. Immerhin berührt uns heute dieser Prozeß mit seinem politischen Hintergrund nicht mehr unmittelbar. Er ist eine französische Ange­legenbeit, um die wir uns keine Sorge machen wol­len Mir haben im eigenen Lande Sorgen genug. Der S ozeß schloß übrigens mit einer romantischen D e m o n st r a t i o n. Als die beklagte Partei dem Kläger Haegy das Zeugnis ausgestellt hatte, daß er nicht beabsichtige, sich mit dem Elsaß von Frank­reich zu trennen, eine Erklärung, die allerdings erst auf einen Hochruf Haegys auf Frankreich er­folgte, stimmte das Publikum die Marseillaise an. Unterdessen verneinten die Geschworenen alle gegen den angeklagten Redakteur desJournal" gestell­ten Schuldfragen. Dann gab es eine effektvolle Verbrüderungsszene mit einem großen Blumen­strauß, umwunden mit einem Band der französi- sischen Tricolore, den die Freunde des Angeklag­ten dem Kläger überreichten, den dieser aber mit seinem Prozeßgegner teilte.

Eine Rolle in dem Prozeß spielte auch die Hal­tung Dr. Haegys als ehemaliger Reichstagsabge­ordneter im Kriege. Mehrfach wurde zur Ab­wehr des Vorwurfs der Franzosenfeindschaft! angeführt, daß Haegy vor dem Kriege und wäh­rend des Krieges in deutschen Kreisen als Französling galt. Daß ein solcher Mann sich heute nun gegen den entgegengesetzten Vorwurf, proboche" zu sein, verteidigen lassen mußte, ist ein ebensolches Zeugnis für die tragische Lage des elsaß-lothringischen Grenzlan­des wie das Auftreten des früheren Abgeordne­ten Brogly, der wegen franzosenfreundlicher Kund­gebungen von den Deutschen zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilt worden war und heute Autonomist und damit nach französischer Auf­fassung Franzosenfeind ist.

Dr. Haegy ist ein katholischer Publizist von er­stem Rang. In den letzten Tagen wurden in den elsässischen Zeitungen Dokumente aus der Kriegs- zeit veröffentlicht, die sich mit ihm beschäftigten. Haegy wird darin als ein ausgesprochener Fe i n d Deutschlands bezeichnet, und infolge dieser Ansichten der Militärbehörde wurde dem damali­gen Abgeordneten die Provinz P o s e n als Aufent­haltsort angewiesen, ein Betreten des elsässischen Bodens wurde ihm untersagt. Damals wandten sich seine Freunde an Reichstagsabgeordnete, um eine Milderung dieser Maßnahmen durchzusetzen, aber es war kein Erfolg zu erzielen. Als nach dem Waffenstillstand Haegy in die Heimat zurück­kehrte, hatte er bald Gelegenheit, für das ihm be­zeigte Mißtrauen in christlicher und priesterlicher Weise den Dank abzustatten.

Es kamen nämlich im Elsaß die entsetzlichen Wochen nach dem deutschen Zusammenbruch mit dem theatralischen Einzug der Franzosen und der gewaltsamen Ausweisung einer großen Zahl von Altdeutschen. Jeder aufrechte Elsässer schämt sich noch heute für sein Volk über die Szenen der Verwilderung, die sich damals abspielten, als die Familien so vieler Beamten und anderer Deutschen unter dem Hohngelächter, dem Spott und den na­menlosen Schmähungen eines Teiles der Bevölke­rung das Land verlassen mußten. Die seelische Verwirrung, die der Krieg überall erzeugt hatte, mag als Erklärung, aber nicht als Entschuldigung dienen. In dieser schlimmen Zeit der Verrohung fanden nur wenige Elsässer den Mut, dem Pöbel entgegenzutreten und sein Verhalten zu miß­billigen. Unter diesen Wenigen stand an e r st e r Stell e H a e g y. Er tadelte offen und scharf die Raserei der mißleiteten Bevölkerung. Und was noch mehr in Anschlag gestellt werden muß er stand nach Möglichkeit den bedrängten Deutschen bei, er sorgte in rührender Weise für die Rettung ihrer Habseligkeiten, er erbat von den Behörden Schonung und erleichterte, wo er nur konnte, das harte Los der so plötzlich und so erbarmungslos Ausgewiesenen. Wer die Lage des Landes kennt, wird ermessen können, welche Folgen daraus für den Mann entstehen mußten, der sich hier in erster Linie als Priester und als Menschenfreund fühlte. Er zog sich schon damals den Zorn der Machthaber zu, und er wurde zur Zielscheibe der

Verleumdungen und der billigen Denunziationen der Armseligen, der Allzuvielen.

Seit diesen Wochen des jammervoll ausgehen­den Jahres 1918 wurde Haegy von Franzosen und noch mehr von Französlingen alsFeind Frank­reichs" in allen Farben geschildert. Und als nun die Bedrückung der Heimattreuen Bevölkerung be­gann, als es sich herausstellte, daß Frankreich, statt die feierlich gegebenen Versprechungen zu erfüllen, dem armen Volke sogar sein köstlichstes Gut, die durch lange Jahrhunderte hindurch treu gehütete deutsche Muttersprache, rauben wollte, da erhob sich der Colmarer Volksmann als der ersten einer, um vor dem Elsaß und vor Europa lauten Einspruch zu erheben. Lange bevor der Heimatbund entstand, hat er den schweren Kampf

geführt, auch damals schon, als in den höheren Regionen des Landes das Außerachtlassen der Vor­sicht noch als unmittelbare Gefährdung galt. Spä­ter ist der Heimatbund in stürmischer Frontstellung weit über die Linie Haegys hinausgegangen, da dieser großen Wert darauf legte, mit der Mehr­heit der Elsässischen Volkspartei in Einklang zu stehen. Wir wollen ihn dafür weder tadeln noch loben, wir überlassen lieber den Elsässern selber die Regelung ihrer taktischen Angelegenheiten. Aber wir nehmen doch herzlichen menschlichen Anteil an einem Manne, der infolge der Lage seiner Heimat und infolge seiner Pflichterfüllung als k'tholischer Priester sowohl von den schwarz-weiß-roten, wie von den blau-weiß-roten Chauvinisten jeweils ver­folgt worden ist und verfolgt werden wird.

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Notwendigkeit ergeben, in der Ausstattung des Reichs- neue <2 Haushaltsplans mit Mitteln an Stellen zurückzuhalten, I Beschim wo sie nicht unbedingt notwendig sind. Der Bericht- folqung erstattet beantragte alsdann namens der Ausschüsse, I bezwecke

rung Staa

Be- zur

In der Reichsratsitzung am Mittwoch berichtete über den Reichshaushall für 1927, wie er sich nach den Be­schlüssen des Reichstages gestaltet, preußischer Ministe- rialdirektor Sachs.

Re- i Nietung oen Avruiiungsgeoanren ntctjt errm nehme. ; Nicht weniger verkehrt fei es, von einem Ban- ;. kerott der gegenwärtigen Arbeiten zu sprechen. Cecil verteidigt im übrigen vor allem den eng­lischen Vvrentwurf über die Seeabrüstung, ohne den die Debatten kaum zu einem Ergebnis und vor allem zu einem weniger ehrlichen Ergebnis ge­führt hätten, als es jetzt, wenn auch noch nicht abgeschlossen, vorliege. Dieses Ergebnis stelle in der ganzen Weltgeschichte den wichtigsten Schritt auf dem Wege zur Abrüstung dar.

von den Reichstagsbesck>'ülsen Kenntnis zu nehmen, ohne Midersvruch zu erheben.

Der Reichstat beschuh in diesem Sinne. Der Etat ist also mmmehr endaültia verabschiedet. Der R-'lbs-at erklärte, sich ferner einverstanden nut den Beschlüssen des Reichstages betreftend Entick,äd->un-en von M't-

Graf Bernstorsf hat einen Vorschlag für die Präambel der fünftioen Abrüstungrkonvention ein­gebracht, der die beiden vorliegenden französischen und englischen Fassungen ersetzen soll und in der Uebersetzuna folgenden Wortlaut bat:In der Er­wägung, daß die drückenden Rüstungen die größte Gefahr für den Weltfrieden bilden, daß ferner eine allgemein? Herabseßung der Rüstungen im Artikel 8 des Vmkerbundspaktes vorgesehen ist, haben die hohen Vertragsparteien den Abschluß einer Kon­vention beschlossen, um in der Richtung auf die Verwirklichung diel-w Ziele den ersten Schritt zu tun, dem weiteren Schritte folgen müssen, die deut­lichere Fortschritte auf dem Wege der Abrüstung bringen."

gliedern des Reichstages und nahm weiterhin die schlüsse. des ReiLstaaes zum Arbeitszeitnotgesetz Kenntnis, ohne Einspruch zu erheben.

Das Republik - Schulgesetz.

Er hob hervor ,daß der Reichstag an der Regi'erunas- Vorlage westttagende Aendenmaen votgenommen habe, die sich sowohl auf die persönlichen wie auf die fach- lichen Aufgaben erstreckten. Insgesamt belaufen sich die vom Reichstag genehmigten Mehrausgaben auf nahezu drei Viertel Milliarden. Der Ab­schluß des Reichshaushaltsplanes zeigt, so führte der Berichterstatter aus, daß die Finanzlage des Reiches außerordentlich ernst ist. Bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für 1928 werden insgesamt 1105 Millionen Rink., also mehr als eine Milliarde, fehlen, und das gegenüber einer Steigerung der Reparations- lasten von 351,9 Millionen Rmk. im Rechnungsjahr 1928. Wie dieser Gesamtbetrag von über 1,4 Milliarden gewonnen werden soll, dafür fehlt e i n st w e i l e n jedes Anzeichen. Fügt man hinzu, daß der Reichs- finanzminister im Haushaltimgsmisschnß des Reichstages erklärt hat, daß es eine dringend bevorstehende Auf­gabe fei, eine Erhöhung der Beamtenbesol­dung, eine Steigerung der Versorgung für Kriegsbeschädigte und eine Besserstellung der Liguidati onsgeschädigten herbeüufüh- ren, so erhellt dies die ganze Gespanntheit der Finanz­lage des Reiches, und es werde sich die unabweisbar» Notwendigkeit ergeben, in der Nuss' " -----

Es handelt sich bei den preußischen Anträgen um die dauernde Einfügung von Bestimmungen "in das neue Strafgesetzbuch zur Bestrafung der' öffentlichen Beschimpfung der Republik und zur strafrechtlichen Ver- " J von Verbänden, die den Sturz der Republik ^zwecken.

Reichshkushalt für 1927 vom ReichM verabschiedet Die Sorgen für das kommende Jahr.

In der Reichstatssitzung wiederholte der Reichs- iustizminister Her gl den Widerspruch der Reichsreqie- * gegen die Anträge der preußischen tsregierung, die sich auf die Aufrecht­erhaltung gewisser Bestimmungen des Republik- schutzgesetzes bei der neuen Strafrechtsreform beziehen. Der Vertreter der preußischen Staatsregierung erklärte sich von der Erklärung der Reichsregierung nicht befrie­digt und vermißt vor allem irgend eine bindende Zu­sage darüber, daß die entscheidenden Bestimmungen gegen eine Beschimpfung der republikanischen Staats- form oder ihrer Symbole aufrecht erhalten werden solle. Er beantragte namentliche Abstimmung über die preußischen Anträge. Diese Abstimmung ergab die An­nahme der preußischen Anträge mit 37 gegen 30 Stimmen.

Jas KWnis der

Paul Boncour gab in Genf bei einem Er der internationalen Presse der Meinung Ausvruu, daß die Auseinandersetzung über das Abrüstungs­problem für die nächste Zeit außerhalb des Vorbereitungsausschusses und vor allem bei den Regierungen selbst liegt. Angesichts der augenblicklichen Lage, in der weder in der See- noch in der Kontrollfrage das Kernproblem gelöst ist, warnt Paul Boncour vor jedembanalen Optimismus", obwohl er anderseits der Mei­nung ist, daß die bestehenden, allerdings noch tiefgreifenden Unstimmigkeiten überwunden werden können. Er glaubt, daß die aeaenroärtioen Ab­rüstungsverhandlungen am meisten durch den Um­stand belastet werden, daß die Sicherheits­frage, die eine Voraussetzung für die Durchfüh­rung der Abrüstung fei, seit dem Abschluß des Lo- carnovertrage« noch keine weiteren Fortschritte ge­macht hat. Nach seiner Auffassung hätten, da das Genfer Protokoll nicht zustande kam, wenigstens die regionalen Sicherheitsverträge auf den Balkan, das Baltikum und das Mittelmeer ausgedehnt wer­den wüsten.

Bei dem Presseempfang wandte sich Lord Ro­bert Cecil sehr entschieden oeaen die Behaup­tung, daß England daran Schuld sei, daß der Dorbereitunasausschuß für die Abrüstungskonferenz mit feinen Arbeiten nicht weitergekommen fei. Er

neuen Provinz Bozen einzutreten schien, ist eine Hoff­nung geblieben.

Für Dr. Noldin, der einer der rührigsten Kämpfer für das Deutschtum in Südtirol war, hat sich vor allem auch der Kartellverband Katholischer Studentenvereine Deuschlands (K. D.) verwandt, dem Noldin angehärt. Die Reichsregierung in Berlin wurde dringend um Hilfe für den deutschen Vorkämpfer ersucht. Anscheinend hat Dr. Strefemann keine diplomatischen Mittel gehabt, bei Mussolini etwas zu erreichen, obgleich nach dem vor einiger Zeit bekannt gegebenen herzlichen Schreiben Stresemanns bei seiner Abreise von San Remo an den italienischen Diktator die Beziehungen nicht schlecht sein können.

Der Prozeß Zambom.

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen ge­gen den General Zaniboni, der ein Attentat auf Mussolini geplant hat, schilderte der Zeuge Belloni, Leiter des politischen Dienstes, die Verhaftung Za- nibonis, die Untersuchung und die Auffindung der Mittäter. Der Zeuge Pennetta, der damals Lei­ter der Gerichtspolizei war, schilderte die Haus­suchungen bei Torrigani und in der Freimaurer­hauptloge, wo man das Archiv leer und im Keller versteckt mit Kalk bedeckte Papiere fand. Im Zim­mer des Großmeisters habe man einen Zettel Tor- riganis mit folgenden Worten gefunden:3.11. 25. Bei Laporte sehr reserviert morgen." Torrigani habe erklärt, diese Worte bezögen sich auf eine Einladung zum Feste; jedoch hätten mehrere Um­stände, die sich während einer Haussuchung bei La- porta gezeigt hätten, den Zeugen von den Un­richtigkeit der Erklärungen Torriganis überzeugt. Der Zeuge Dosi, Polizeibeamter, sagte aus, die Ge­neraldirektion des Sicherheitsdienstes sei schon seit einiger Zeit über die Absicht Zanibonis, einen An­schlag auf Mussolini zu verüben, im klaren gewesen.

Die BeamteivBefoIbung.

Die poft- und Telegravhenbeamten für Gehalts­erhöhung.

Eine in Berlin veranstaltete stark besuchte Mit- gliederversammlung des Reichsverband >s deuifcher Post- und Telegraphenbeamten beschäftigte sich mit der Brsoldungsfrage und nahm nach Ausfüh­rungen des Verbandsvorfitzenden Kugler, der die wirtschaftliche Notlage besonders der unteren Beamten schilderte, einstimmig eine Entschließung an, in der gegen eine weitere Hinausschiebung der notwendigen Erhöhung der Beamtenbezüge protestiert wird. Der Verbandsvorstand wurde beauftragt, sofort mit dem Deutschen Beamtenbund die Erhöhung der Bezüge, mindestens rückwir­kend ab 1. April d. Js. noch vor Beginn br Sommerferien des Reichstags zu verlangen.

Jas Ringen Wichen Wien und Milannen.

Stefani meldet aus Rom: Das Pressebüro des, Minstterpräsidenten veröffentlicht folgende Erklä- rung: Aus Anlaß einer von der jugoslawischen Agentur Avala in Belgrad veröffentlichten Mit- teilung, in der von direkten Berhandlun- gen gesprochen wird, welche in dieser Woche zwi- fchen Rom und Belgrad beginnen sollten, hält cs die italienische Regierung für richtig, bekannt zu geben, daß noch keine Fühlungnahme zwischen dem jugoslawischen Gesandten in Rom und dem Mini­ster des Aeußern Mussolini ftattqefunben hat, daß noch fein Datum für eine eventuelle Unterredung festgesetzt ist und daß es sich in jedem Falle nicht darum handelt, Vorbesprechungen oder Verhand­lungen über einen Vertrag wie denjenigen von Tirana, der den jugoslawischen Staat nicht be­trifft, einzuleiten, sondern daß es sich allein um Besprechungen handelt, die dazu dienen sollen, die allgemeinen Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu klären.

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Giornale d'Jtalia" ist im Besitze von Belgra­der Informationen, wonach die jugoslawische Re­gierung die folgenden Mobilmachungsbefehle ge­geben haben soll: 812 000 Mann sollen in den ersten Apriltagen in Cattaro konzentriert werden. 1215 000 Mann am 15. April in Podgoritza (Montenegro) und an der albanischen Grenze 1015 00Ö Mann in den ersten Apriltagen in dem Gebiet von Kossovo-Mitzovitscha an der albanischen Nordostgrenze. Ein Kontingent, besten Starke und | Zusammensetzung nicht festzustellen war. soll in

die Gegend von Monastir verlegt werden. Am 8. April kam in Spalato ein jugoslawischer Dam­pfer an, der eine vollständige Ausrüstung und Be- roaffnung für 30000 Mann an Bord hatte.

Mussolinis Tyrannei.

Lin katholischer deutscher Mann als Opfer im Kamps für das Deutschtum in Südtirol.

Das italienische Innenministerium hat die Berufung des Rechtsanwalts Dr. Joseph Noldin aus Salurn gegen seine Zwangsverschickung abschlägig beschie- den; das Urteil des Präfekten Paccar! von Trient ist damit rechtskräftig geworden.

Noldin war lange Zeit hindurch als Führer der Deutschen in Südtirol Gegenstand heftiger Angriffe und Bespitzelungen durch die faszistifchen Behörden. Man hat ihm schließlich aus seinem Eintreten für den deut­schen Privatunterricht, der nach seiner Ansicht durchaus zulässig ist, einen Strick gedreht: er wurde verhaftet, gefesselt nach Trient gebracht und auf Grund eines neuen italienischenSicherheitsgesetzes" ohne Angabe von Gründen zum höchsten Strafmaß von fünf Jah­ren Zwangsverschickung verurteilt. Die ge- rechte Empörung der südtiroler Bevölkerung über das drakonische Urteil schien die saszistilchen Behörden zum Einlenken zu veranlassen und gewisse Anzeichen deuteten daraus hin, daß von Rom aus eine weitere Per- schärfung der Gegensätze in Südtirol nicht gewünscht würde. Die Erwartung, daß die überaus harte Strafe für Noldin gemildert werden würde, hat sich nicht er­füllt: der aus dem Kreise seiner Familie gerissene deut­sche Rechtsanwalt muß die Heimat verlassen, und die Beruhigung in Südtirol, die mit der Schaffung der

Die Lage in Thina.

In London fand eine englische Kabinettssitzung statt, in der die Lage in China erörtert wurde. Es nahmen daran auch der Luftmarschall, Trencbarb, und der Erste Seelord Beatty teil, die Mitglieder des Reichsverteidiaunasailsschustes sind. Es ver­lautet, daß die Stärke der Flotte und anderer Streitkräfte, die augenblicklich im Fernen Osten sind, erörtert wurde, da die erneute Tätigkeit der nordchinesischen Generäle und die allgemeine Un­sicherheit der Lage Ursache zu Besorgnis gäbe. Die Minister erörteren u. a. die .ereile von Sachverständigen erwogene Möglichkeit der Ent­sendung von Flugbooten nach China, die im Notfall eingesetzt werden Wien. Bisher ist noch keine Antwort auf die Nanking betreffende Note der Mächte eingegangen. Es wird angenom­men, daß das Kabinett vor den Parlamentsferien zu beschließen wünscht, welche Schritte Groß­britannien unternehmen würde, falls keine Genugtuung gegeben wird. Die Chefs der Flotte und der Luftstreitkräfte besprachen sich über eine Stunde mit den Mitgliedern des Kabinetts, und die Minister setzten die Teratungen sodann weiter fort.

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Nach einer Meldung des Sonderberichterstatters der Havasagentur in Schanghai, ist der von den Kommunisten entfachte General st reikge- scheitert, nur wenige Fabriken und Geschäfte seien von ihm betroffen worden. Die gemäßigte­ren Führer der Kuomintang hätten an alle Städte ein Rundschreiben gerichtet, in dem sie zum uner­bittlichen Kampf gegen die Kommunisten auffor­dern.

World" hort im amerikanischen Staatsdepar­tement, daß der Vorschlag des britischen Botschaf­ters, die Yangtsehäfen zu blockieren, falls die For­derungen der Note an die Kantonregierung nicht erfüllt würden, von Kellogg a b g e l e h n t wurde. Die Regierung der Vereinigten Staaten fei bemüht, die bestehenden Reibungen zu vermindern, anstatt sie zu verschärfen.

Seine Truppenbewegungen in der Sowjetunion.

Die Telegraphenagentur der Sowjetunion ist ermächtigt zu erklären, daß alle in der ausländi­schen Presse verbreiteten Gerüchte über eine Ver­schiebung von Sowjettruppen nach dem Osten oder eine Truppenzusammenziehung an der Grenze der Mandschurei usw. eine lügnerische und pro­vokatorische Erfindung darstellen. Die friedliche Haltung der Sowjetregierung sei mit be­sonderer KlarheU in ihrer Note an die Pekinger Regierung vom 9. April bargelegt worden.

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Wie aus Moskau verlautet, wird der chinesische Geschäftsträger Moskau verlassen und sich nach E st l a n d begeben.

* Rakifizierung des deutsch-türkischen Handels­vertrages. (Eig. Funkm.). Die türkische Kammer in Angora hat den beutsch-lürkilchen Handels­vertrag ratifiziert.