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Fuldaer Zeitung

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Schriftleiter: Br. phll. Johannes Kramer Fulda. verantwortlich für die Anzeigen: Direktor ber Unldaer Artienbnnkerei I varertter

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Donnerstag, 14. April 1927.

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Kus dem Nachbargebiet.

= Friedlos. Ein gemeiner Rohheitsakt purbe zwischen den Orten Friedlos und Breitenbach oer- tbt, indem sämtlichen jungen Obstbäumen die Kronen msgebrochen wurden. Man nimmt an, daß Leute aus ,en benachbarten Ortschaften nachts in der Trunken­leit in dieser schändlichen Weise an den Bäumchen ihren Uebermut ausgelassen haben.

= Melsungen. Um die ausgeschriebene Bürger» n e i ste r st e l l e haben sich 150 Personen beworben. Die städtischen Körperschaften haben 8 Bewerber in die mgcre Wahl gezogen.

L = Kassel. Die 1902 gegründete gewerbliche Berufsschule Kassel feierte am Samstag ihr 25» jähriges Jubiläum durch einen Festakt, in dem Direktor Heckeroth die Festrede hielt und in dem in einer Aussiellung von Zeichnungen der Schüler ein Bild von er Arbeit der Anstalt gegeben wurde. Die Schule kftnbet sich in guter Entwicklung. Sie zählt 3 842 Schüler in 161 Klassen bei einem Lehrkörper von 28 hauptamtlich und 17 nebenamtlich tätigen Lehrern.

= Kassel. Der Vorstand der Allgemeinen O r 1S * krankenkasse für den Stadtkreis Kassel hat be­schlossen, im oberhessischen Vogelsberg für sein« Mitglieder ein Genesungs- und Erho- lungSheim zu errichten, das hundert Personen Platz bietet und im Frühjahr 1928 in Betrieb genommen

den soll. Dieses Heim soll insbesondere Personen fnahme gewähren, die nach schweren Operationen r langwierigen Krankheiten einer Nachkur unter ärztlicher Aufsicht bedürfen.

= Hanau. Im Wter von 60 Jahren starb hier der Bijouteriefabrikant Karl G e r e t h, Inhaber der be­kannten Juwelenfirma Christian Kißling.

= Hanau a. M. Nachdem am 4. ds Mts. die Schiedssprüche in der Hanauer Edelmetall» Industrie mit großer Mehrheit von den Arbeitern abgelehnt worden waren, sollte die endgültige Entschei­dung in einer Versammlung am Montag getroffen wer­den. Bekanntlich wird die Erhöhung des Stundenloh­nes um fleben Pfennige, sowie die Regelung ber Ur» laubszeit wie vor zwei Jahren gefordert. Die Montags­verhandlungen führten wiederum zu keiner end» gültigen Entscheidung, es wurde lediglich der Dorstand ermächtigt, am Dienstag die endgültige Ent­scheidung zu treffen.

Diez. Di« Stadt Diez kann 1929 die 6 0 0-Iahr- feier begehen. Von den städtischen Körperschaften wurde ein vorbereitender Ausschuß für die Festlichkeiten gewählt.

Dieburg. Auf der Landstraße zwischen Alt- heim und Dieburg ereignete sich ein schwerer Autounfall, der verhängnisvolle Folgen hatte. Vier junge Leute aus Aschaffenburg unternahmen eine Vergnügungsfahrt nach dem hessischen Odenwald. In AUHeim nahmen sie noch eine junge Dome, Tochter eines dortigen Wirtes mit. Auf der Heimfahrt kam der Wagen infolge der regenglatten Straße ins Schleu­dern, Überflug sich und schlug dabei gegen einen Baum, ber glatt abgerissen wurde. Sämtliche Insassen wurden aus dem Wagen berausaeschleudert und zum Teil sehr schwer verletzt. Der 24jährige Kaufmann Oskar Maidhof ist noch in der Nacht seinen schweren Ver­letzungen erlegen. Die iunge Dame erlitt eine Wirbelsäulenknickung und eine Gehirnerschütterung und liegt bedenklich darnieder. Ein weiterer Insasie erlitt einen Oberschenkelbruch. Die beiden übrigen wurden leichter verletzt. Der Wagen wurde völlig zertrümmert.

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Ein nach Leib und Seele gesundes Familien­leben bildet das wichtigste Fundament des Velks- wohls. Auf die Erhaltung und Förderung eines solchen Familienlebens mit allen Kräften bedacht zu fein, dazu hat deshalb unsere hl. Kirche, diese mütterliche Erzieherin der Völker, von jeher die Gläubigen gemahnt und angehalten. Ihre Sorge wendet sich allerdings in erster Linie den religiösen und sittlichen Kräften zu ,auf denen das häusliche Glück beruht. Aber sie übersieht keineswegs, daß verschiedene äußere Voraussetzungen unbedingt er­füllt sein müssen, wenn die Familie für ein christ- siches Eheleben und eine christliche Kindererzieh­ung sichere und dauernde Gewähr bieten soll. Die Schaffung gesunder und hinreichender Wohnräume gehört unbestritten an erster Stelle zu diesen Vor­bedingungen.

Nun hat leider das deutsche Volk andere Völker haben im allgemeinen nicht klüger gehan­delt während der Jahre seines wirtschaftlichen Aufstiegs in seinen Bemühungen um die Steige­rung der wirtschaftlichen Produktion die Bereit­stellung genügenden Wohnraums für die wach­sende Bevölkerung allzusehr außer.Acht gelassen. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches mehrte sich seit 1870 um die Hälfte. Es strömten in die Städte, ihre Vororte, besonders in den Jndustriebezirken, zahllose Massen von Arbeitern und Angestellten, aber man beschränkte sich durchweg auf die Be­reitstellung der allerdürftigsten Wohnräume, als ob es genüge ,wenn die Fümilie nur das notwen­digste Obdach finde. Die für den viel zu schnellen Massenzugaus aller Herren Ländern" die Ver­antwortung trugen, haben rühmliche Ausnah­men abgerechnet jahrzehntelang ihre Augen ver­schlossen vor den furchtbaren Schäden, die dem Volkswohle und dem ganzen Vaterlande aus dem Wohnungselend der in Baracken und Mietskaser­nen notdürftig untergebrachten Mitmenschen er­wuchsen. Die Mahnungen der Seelsorger und aller Volksfreunde, doch wenigstens die schlimmsten sitt­lichen Gefahren für die Jugend und für die Ehe­leute durch entsprechende Mgßnahmen zu verhü­ten .wurden wenig beachtet.

Nun kam der Weltkrieg. Er hat die Woh­nungsnot erst recht verschlimmert. An neue Woh­nungsbauten war während der vierjährigen Kriegsdauer gar nicht zu denken; die bedrängten Verhältnisse unseres Vaterlandes zwangen uns zu den unerhörtesten Einschränkungen. Nach dem Kriege aber, dem die Revolution auf dem Fuße folgte, mußten dann wieder alle Kräfte bis auf das Letzte angespannt werden, um für unser niederge­brochenes Volk nur wenigstens das zum Leben Nö­tigste zu gewinnen. Kein Wunder, daß bei solchen Zuständen die deutsche Wohnungsnot immer mehr bis ins Unerträgliche sich steigerte. Das einzig Gute dabei ist, daß unserem Volke endlich die Augen aufgegangen sind für die Erkenntnis, was ein gesundes Familienleben für das Volkswohl, für die Erneuerung feiner leiblichen und sittlichen

zur Wohnungsnot.

Kräfte bedeutet, und wie die Frage einer gefunden und ausreichenden Familienwohnung dabei eine Rolle spielt. Die unserem Volke zu neuer Kraft und besserer Zukunft aufhelfen wollen, müßen vor allem ihm in seiner Wohnungsnot Beistand und Hilfe leisten. Die Ausartungen unserer Zeit haben sicherlich in dem allgemeinen Verfall der sittlichen Kräfte und des religiösen Innenlebens ihre tiefere Wurzel . Aber die Wohnungsverhältnisse, wie sie sich gegenwärtig herausgebildet haben, tragen an diesem Verfall wahrhaftig nicht an letzter Stelle Schuld. In den gedrängten Wohnungen gedeiht fein freudiges und kein christlich gesittetes Fami­lienleben. Junge Eheleute erhalten ja oft genug nicht einmal das allerbescheidenste Heim. Für die wachsende Familie fehlen die notwendigsten Räu­me; der Geburtenrückgang unseres Volkes in den letzten Jahren deckt auf, welche schlimmen Abirrun­gen im Eheleben die Folgen sind. Die sittliche Aus­artung der Jugend und sittliche Verwilderung un­seres Volkes überhaupt, die Zunahme der Ge­schlechtskrankheiten und neuerdings wiederum der Trunksucht werden zu einem großen Teil durch die schlechten Wohnungsverhältnisse verursacht. Dabei brauchen wir auf die gesundheitlichen Schädigun­gen, wie insbesondere in der Kindersterblichkeit und in der Tuberkulose in Erscheinung treten, nicht einmal hinzuweisen. Um das leibliche und sittliche Volkswohl mühen sich Staat und Gemeinden wie auch zahlreiche gemeinnützige Vereine; aber der beste Teil ihrer Bemühungen wird um den Erfolg gebracht, wenn nicht endlich großzügiger die Be­seitigung des Wohnungselendes in Angriff ge­nommen wird.

So werden unsere Gläubigen es verstehen, wenn wir Bischöfe, die wir in unseren früheren Hirten­schreiben zu den Nöten des Volkes schon öfter auch auf diesen wunden Punkt hingewiesen haben, un­sere mahnende Stimme zur Beseitigung der Woh­nungsnot diesmal in einer besonderen Kundge­bung erheben. Es ist nicht Sache der Kirche, im einzelnen die praktisch besten Wege der Wohnungs­fürsorge aufzuzeigen. Aber wir möchten das öffent­liche Gewissen wachrpfen, auf daß die Beseitigung des Wohnungselendes zur gemeinsamen Aufgabe des ganzen Volkes wird. Insbesondere wollen wir vor der Auffassung warnen, als ob die Ausgaben des Staates und der Gemeinden für Wohnungs­fürsorge, als deren Kernpunkt wohl mit Recht die Errichtung von Neubauten angesehen wird, nicht zeitgemäß seien, weil dadurch die Mittel für die Steigerung und Entfaltung der wirtschaftlichen Produktion beeinträchtigt würden. Bedeuten denn nicht Volksgesundheit und glückliches, gesittetes Familienleben, die «wiederum Vorbedingungen für Arbeitslust und Berussfreude sind, die wesentlich­sten und wertvollsten Kräfte jedes soliden wirt­schaftlichen Fortschrittes? Andererseits werden alle Volkskreise darauf bedacht sein müssen, die notwen­digsten Mittel zur Linderung der Wohnungsnot durch Einschränkung von weniger wichtigen Aufga-

2. Blatt.

Druck ber Fuldaer Aclteudruckerei, Fulda

den zu gewinnen. Namentlich müßen sich bte staatlichen und gemeindlichen Behörden bei jeder Ausgabe immer wieder die Frage vorlegen, ob sie angesichts der gewaltigen Wohnungsnot verant­wortet werden kann. Jeder unnötige Luxus bei öffentlichen Bauten und ihrer Einrichtung muß vermieden werden, solange nicht die Wohnungsnot einigermaßen behoben ist. Weise Sparsamkeit macht "vieles möglich, was auf den ersten Augenblick als undurchführbar erscheint. Vor allem möge auch die Heranwachsende Jugend angeleitet werden, für einen künftigen Familienstand nach Kräften Er­sparnisse zurückzulegen, Ersparnisse, die auch die Beschaffung einer genügenden Wohnung erleich­tern.

Dringend legen wir unseren Geistlichen ans Herz, alle diese Bestrebungen tatkräftig zu unter­stützen und insbesondere zu Gunsten der Herstel­lung von guten Kleinwohnungen in ihren Gemein­den ihren Einfluß aufzubieten. Auch werden die Organe der Kirchenvermögensverwaltung gewiß soziale Einsicht genug besitzen, um nach Kräften in dieser Sache, die das kirchliche Leben so nahe be­rührt, helfend mitzuwirken. Ein ernstes Wort richten wir an die großen Organisationen des ka­tholischen Volkes. Wir bitten sie, im Kreise ihrer Mitglieder wie des katholischen Volkes überhaupt Verständnis für die große Aufgabe unserer Zeit zu wecken. Mit besonderer Freude billigen wir es des­halb auch, daß die katholischen Standesvereine eine Arbeitsgemeinschaft, denVerband Wohnungs­bau" ins Leben gerufen haben, der feinen Zweck darin sieht, im katholischen Volke die Kräfte und Mittel für die Errichtung billiger, gesunder Klein­wohnungen zu sammeln; den Sparsinn beson­ders der Jugend für die Schaffung eines künf­tigen Heimes der Familie zu wecken, und durch Austausch der Erfahrungen.allen zu dienen, die sich in der Wohnungsfürsorge betätigen. Seine Gründung, hat zugleich auch gezeigt, daß Vereine und Einrichtungen des katholischen Volkes in der Wohnungsfürsorge bereits manche segensreiche Ar­beit geleistet haben, die zu den besten Zukunfts- Hoffnungen berechtigt.

So erwarten wir denn, daß auch in dieser so notwendigen Zeitaufgabe das katholische Volk Ver­ständnis und Tatkraft, Opsersinn und Ausdauer offenbart. Es gilt hier wie stets des Apostels Wort: Tuet allen Gutes, besonders aber den Glaubens­genossen." (Gal. 6, 7.)

Die Bischöfe der Fuldaer Bischofskonferenz.

Für die Diözese Fulda

Fulda, den 7. April 1927.

t Joseph Damian,

Bischof.

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' türkische Sprichwort: Man kann aus dnemZamm

nicht zpei(e/c&neiDmn bedeutet,-dass man nichts Unmögliches vom Andern for­dern soll. Auf die Wahrheit dieses orientalischen Sprich­wortes möchten wir auch die deutschen Raucher einer 5Pf- Zigarette eindringlichst hin- weisenßerade in dieser stark

besteuerten Preislage bleibt für Tabak und Verpackung nur ein geringer Betrag übrig Jeder Luxus in der Ausstattung schädigt die Qualität,während eine sparsame Verpackung dem Tabakwert erheblich zu­gute KommtBeides zusammen zu geben,ist nicht möglich, ebenso wenig wie man aus einem Zamm zwei Felle,Jfyneifai kann.

fo einfach wie nur möglich.

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HEUERBURI

DESHALB geben Wir ALLES FÜR DEN 5ÄBAK.

Deshalb ist sie so gut.