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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblalt.

Nr. 87

Donnerstag, 14. April 1927.

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Aus Kattowitz wird gemeldet: Die Schuk- kommifstcn der deutschen Minderheitsschule in Brzezie (Polnisch-Oberschlesien) plante für sämr- ^sNe^.dchulkmder einen Märchenabend mu Llchtbildervortrag. Statt des von den Behörden zugesagten polizeilichen Schutzes erschien eine Gruppe ehemaliger Insurgenten, dir derart lärmte und die Versammlungsteilnehmer bedrohte, daß die Veranstaltung abgebrochen werden mußte. Er­wiesenermaßen handelt es sich um von auswärts bestellt- und für diesen Zweck bezahlte Elemente.

Aus Warschau wird gemeldet: Der Posener Woiewode hat zum zweiten Mal die mit deutschen und polnischen Stimmen erfolgte Wahl des deur- schen Bromberger Stadtverordneten Rechtsanwalts Spitzer zum Stadtrat, ohne Gründe anzugeben, a b g e l e h n t und eine Neuwahl angeordnet. Die Deutsch« Fraktion der Bromberger Stadtverord- netenvrrsammlung hat gegen diese Verfügung in der sie eine s ch w e r e V e r l e tz u n q des Grund­satzes der Gleichberechtigung deutscher Burger erblickt, beim polnischen Innenministerium entschieden Verwahrung eingelegt.

ßeren, daß die Türkei jeden Balkanbund ohne tür­kische Beteiligung als gegen die Türkei gerichtet betrachte.

In englischen parlamentarischen Kreisen ver- lautet, die Regierung habe beschlossen, den Frauen das Wahlrecht vom 2 1. Lebensjahre ab zu gewähren, das ihnen visher vom 30. Lebensjahre ab zustand, sodaß die Frauen in dieser Beziehung den Männern gleichgestellt sein werden.

Neue Löhne im Baugewerbe. Die Arbeitnehmer- isativnen des Baugewerbes haben den bestehenden und der Arbeitgeberschaft neue Lohn- Jn Verhandlungen vor dem

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilaqe:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk.

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Englands Zinanzsorgen.

Ausdehnung des Frauenwahlrechts in England.

In der Budgetdebatte des Unterhauses trat der Arbeiterführer S n o w d e n der Erklärung Churchills entgegen, daß die finanziellen Schwie­rigkeiten der Regierung von dem Generalstreik im Vergarbeiterkonflikt berührten. Snowden betonte, daß die Regierung beide Konflikte hätte vermel­den können, wenn sie auf Verwirklichung der Vor­schläge der Kohlenkommission bestanden hätte. Snowden unterzog im weiteren Verlauf seiner Rede die Einzelheiten des Budget einer z e r - setzenden Kritik und sagte u. a.: Wenn Chur­chill sein Snarsamkeitsproqramm durchgeführt hätte, würde das Budget 745 statt 833 Mill. Pfd. betragen haben. Kein Schatzkanzler hätte je so fürchterlichen Mißerfolg zu verzeichnen aehabt. Ich glaube, daß der Voranschlag von 833 Mill, für die Ausgaben sich im Laufe des Jahres als zu. niedrig erweisen wird. Die Schätzung der Ein­nahmen ist ausgesprochen optimistisch. Es würde mich nicht überraschen, wenn es ernste Schwierig­keiten für die Regierung geben wird, die mit ihrer Gewerkschaftsvorlage die Verantwortung tragen wird. Snowden schloß: Churchill erstes Budget war das des reichen Mannes, sein zweites das des Verschwenders, des Bankrotteurs. Sein diesjähriges Budget läßt sich als die Kombination von beiden bezeichnen, verbunden mit Taschen­spielertricks und Vorspiegelung falscher Tat­sachen.

Im weiteren Verlauf der Budgetdebatte sagte Mc. Reill namens der Regierung, er habe schon manche Rede gehört, aber nicht, daß bei einer sachlichen Begründung eine solch unsachliche Kritik gemacht werde. Churchill habe überzeugend dargetan, daß die finanziellen Schwierigkeiten durch die industriellen Ereignisse des letzten Jah­res verursacht seien und daß die Vermehrung der Ausgaben auf Faktoren beruhe, über die die R- gierung keine Kontrolle habe.

Soziales.

21,2 Proz. Trwerbslosenrückgang. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbslosen­fürsorge zeigt auch in der zweiten Märzhälfte einen e r- staunlichen weiteren Rückgang und zwar um 305 000 gleich 21,2 Prozent. Die Zahl der männlichen stauptunterstützungsempfänger ist in der Zeit vom 15. März bis 1. April 1927 von 1222 000 auf 946 000 zu- rückgegangen. Die Zahl der weiblichen von 214 000 auf 185 000, die Gesamtzahl von 1436 000 auf 1 131000. Die Zahl der Zuschlagsempfänger hat sich von 1 664 000 auf 1 297 000 verringert. Der Gesamtrückgong der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger im Monat März be- trägt 535 000 (1 696 0000 Hauptunterstützungsempfänger °m 1. März 1927 gegenüber 1 131 000 am 1. 4. 1927).

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*

Das Land untcrm Kreuz".

Gberschlesien, Deutschland und Polen. Ein deutscher lvberschlesienfilm und ein polnischer Protest.

Antwort -er Mnalihett auf Oie Note der Machte

Die wachsende Gefahr im Reich der Mitte.

= Neuer Schiedsspruch für die Zigarrenindustrie. Nachdem der Reichsarbeitsminister es abgelehnt hatte, dem Anträge der Tabakarbeiterverbände auf Verbind» lichkeitserklärung des Schiedsspruches vom 25. März stattzugeben, wurde am Dienstag ein neuer Schiedsspruch gefällt, der den Arbeitern eine Zulage von etwa 7.5 Prozent zugesteht. Die Lohnerhöhung des ersten Schieds- spnicheS belief sich auf 10 Prozent. Wird der neue Schiedsspruch, der bei den Tabakarbeitern demVor­wärts" zufolge wenig Gegenliebe findet, von dielen abgelehnt, so würde am Samstag die von den Arbeit- aeoern angedrobt- Mallenaussverruna beginnen.

wtb. Hankau, 13. April. (E!g. Funkm.) Der nationalistische Minister des Aeußern, Eugen Tschen, wird die Forderungen der 5 Protokoll­mächte über die Vorfälle von Nanking in vier Einzelnsten beantworten. Die Mächte, deren Kriegsschiffe Nanking beschossen haben, werden eine Antwort erhalten, in welcher die Frage der Gewalttätigkeiten der nationalistischen Truppen umgangen und den Mächten der Vorwurf gemacht wird, daß sie durch das Bombardement ohne jeden Grund Menschen getötet und die Häu­ter der Zivilbevölkerung zerstört haben. Italien und Frankreich sollen Noten erhalten, in denen die Zahlung von Sch a d e n e r s a tz zugesichert wird. Auch die Note an Japan soll, wie man glaubt, versöhnlich gehalten sein, um zu versuchen, Japan von England und den Vereinigten Staa­ten zu trennen. Der Text der Noten soll am Frei- tag veröffentlicht werden.

* v. Kühlmann auf dem Wege der Genesung. (Eig. Funkm.) Das Befinden des Staatssekre­tärs a D. v. K ü h l m a n n, der, wie erinnerlich, vor drei Wochen einen schweren Unfall erlitt, hat sich Blättermeldungen zufolge in den letzten Ta­gen wesentlich gebessert, sodaß mit seiner baldigen Entlassung aus der Klinik gerechnet werden kann.

Uns wird von einer besonderen Seite geschrie­ben:

Am 20. Oktober 1921 fällte die Botschafterkon- ferenz die Entscheidung:Oberschlesien wird pol- nifch!' Seitdem sind bald sechs Jahre vergangen und die ganze Welt weiß, diese Entscheidung der Dotschasterkonferenz war verfehlt. Dieser Schiedsspruch ist so irrtümlich wie nur möglich.

Oberschlesien war ein blühender deutscher Wirt­schaftsbezirk, der über und unter der Erde zusam- mengehorte, wo eine in sich verwachsene Industrie vorhanden war. Der Haß gegen Deutschland hat diesen Bezirk zerrissen und er hat damit zugleich eme der stärksten Gefahrenquellen für den eure paiUen und Weltfrieden geschaffen. Selbst nicht m China und Indien, nicht am Balkan und in Al- bamen, finb so starke Quellen für die Gefährdung des Weltfriedens vorhanden, wie im Osten Deutschlands!

.^Ei der Fällung des Schiedsspruchs spielten weder sittliche, noch praktische, weder wirtschaftliche noch politische Grundsätze eine wesentliche

ur. gegen Deutschland siegte!

Haß ist em schlechter Berater, doppelt schlecht, wenn es sich um das Schicksal ganzer Völker handelt. Wo aber der Haß diktierte, gibt es nur nod) Gutmachung, Vergeltung oder Untergang!

Präsident Wilson sprach am 8. Januar 1918 ,n einer Kongreßrede davon, daßein unabhängi­ger polnischer Staat errichtet werden soll, der die von unbestritten polnischen Vevölkerungs- teilen bewohnten Gebiete einschliehen müsse".

Der polnische Gesandte Olszowski in Berlin hat, wie dasB. T." erfährt, am Dienstag eine Note überreicht, in der die polnische Regierung gegen den FilmLand unter Kreuz" Ein­spruch erhebt. Der FilmLand unter Kreuz" behandelt das Nationalitäts-Problem Oberschie- siens.

Urteil im spanischen Rufrübrerprozetz

wtb. Paris, 13. April. (Eig. Funkm.). Ob­gleich das Urteil in dem Prozeß, der wegen Auf­standes angeklagten spanischen Militär- und Zivil­personen erst in einigen Tagen bekannt gegeben wird, will das Journal aus Madrid erfahren haben, daß General Kapitän W e ii l e r frei ge­sprochen worden sei, während General A g u i l e ra sechs Monate Gefängnis und die übrigenAngeklag- ten zu Gefängnisstrafen von zwei bis sechs Mo­naten verurteilt worden seien.

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Sämtliche von Deutschland gewaltsam abge­trennten Gebiete werden aber nicht von unbestrit­ten polnischen Bevölkerungsschichten bewohnt. Die Abstimmung vom Jahre 1920 fiel zu Gunsten Deutschlands aus und trotzdem wurde Oberschlesien gegen alles Recht zerrissen, aufgeteilt. Dieser Will­kürakt der Entente widersprach auch dem Sinn und Geist des Versailler Vertrags. Wer einen euro­päischen Frieden von Dauer will, hat auch die Auf­gabe, für die Beseitigung des geschaffenen Unrechts einzutreten. Deutschland will mit seinen Nachbarn in F r i e d e n leben: solange aber die oberschlesische Wunde blutet und dieses an Deutschland und der oberschlesischen Bevölkerung getane Unrecht nicht in irgend einer Form wieder gutgemacht ist, bildet die Ostregelung eine Gefahr für den Weltfrieden.

Die Welt darf nicht vergessen: Oberschlesien ist seit dem Jahre 1163 deutsches Land. Seit 756 Jahren stand es ohne Unterbrechung unter deut­scher Herrschaft. Nie zuvor war es dem polni­schen Staat einverleibt. DasElsaß-Lothrinaen" des Ostens ist daher hinsichtlich seiner Geschichte viel weniger umstritten, als jenes im Westen.

Lloyd George hat im englischen Unterhaus aus­gesprochen, es seien 90 Proz. aller Engländer der Ansicht, daß Polen fünfElsaß-Lokhringen" um­schließe und eines davon sei Oberschlesien, das recht­mäßig zu Deutschland gehöre; auch Macdonald hat wiederholt vom oberschlesischen Unrecht ge­sprochen.

Vor zwei Jahren drohte Polen zusammenzu­brechen; das Gespenst Oberschlesien reckte sich. Da brach in England der Bergarbeiterstreik aus und Polen ward gerettet! Die deutsch-oberschlesische Bergarbeiterschaft leistete freiwillig lieber- stunden und trug damit zur inneren Konsolidierung des polnischen Reiches entscheidend bei. Hätte sie sich nur rein passiv verhalten, Polen wäre aus seinen Schwierigkeiten nicht herausgekonrmen. Es wird nicht so schnell wieder ein englischer Berg- arbeiterftreit kommen und Polen, über [eine inne­ren Schwierigkeiten hinweghelfen.

Wählt Polen in der Zukunft den Weg des eng­stirnigen Chauvinismus, so wird der Zeitpunkt kommen, wo es die europäische Wirtschaft gefähr­det, in den Abgrund reißt. Wählt aber Polen den Weg friedlicher Verständigung mit Deutschland, so leistet es damit Europa und sich selbst den besten Dienst.

Der Rausch unbelehrbarer Fanatiker ist ver- pflogen. Die Jubelstimmen von 1918 und 1921 sind verstummt; der Zeitpunkt ist da, wo auch das oberschlesische Problem nüchtern und sachlich ge­prüft werden muß. Die Stellungnahme des Völ­kerbundes in der oberschlesischen Schulfrage schafft auch keine Befriedigung. Mit Halbheiten lassen sich derartige Probleme auf die Dauer nicht losen. Nur in der Beseitigung der Reibungsflä­chen und der friedlichen Zusammenarbeit mit Deutschland wird Polen selbst zu einer ersprießlichen Entwicklung kommen. Die Voraussetzung hierzu ist die Lösung des Problems Oberschlesien im fried- lichen Sinne. Die letzte Abstimmung bei den Ge­meindewahlen hat erneut bewiesen, wohin Ober­schlesien gehört: zuDeutschland!

* Zu dem belgisch-holländischen Zwischenfall. Zu der Nachricht, daß Belgier auf holländisches Gebiet (Provinz Limburg) eingedrungen sind und dort Kundgebungen angeschlaqen hätten, in denen sie die Vereinigung von Holländisch-Limburg mit Belgien fordern, berichtet die Havas-Agentur aus Brüssel, dasVinaticm? Sitzcle" habe von an­geblich zuständiger Stelle folgende Einzelheiten er­fahren; Gegen 50 Belgier hätten sich von Brüssel aus an die Grenze begeben und feien über die Maasbrücke bei Macyk auf holländisches Gebiet vorgedrungen. Nach einem verabredeten Plane habe man die Proklamation anaeschlagen auf der Straße auf der 1918 die Deutschen ihren Rück­zug angetreten hatten, und zwar deshalb, um Holländern und Belgiern zu zeigen, daß man auf dieser Strecke sich bewegen könne, ohne irgendwie belästigt zu werden Die Leute seien bis auf drei Kilometer an die deutsche Grenze ohne Schwierig­keiten herangekommen und hätten an sämtlichen öffentlichen Gebäuden die Kundgebung angeschla­gen. Die Teilnehmer an der Kundgebung erklä­ren, sie seien von den Bewohnern von Holländisch- Limburg selbst zu ihrem Vorgehen aufgefor­dert worden.

* D?r nette italienische Gesandte in Varis. Der neue italienische Botschafter, Graf Manconi, hat dem Präsidenten der Republik fein Beglaubi­gungsschreiben überreicht und hierbei erklärt, das italienische und französische Volk verbinde eine Rassegemeinschaft. Sie verträten die gleiche lateinische Zivilisation und arbeiteten gemeinsam am kulturellen, wissenschaftlichen, künst­lerischen, politischen und sozialen Fortschritt der Welt.

* Flugzeugunfatt des argentinischen firiegs- ministers. (Eig. Funkm.) Aus ßarioja (Argen­tinien) wird gemeldet: Kriegsminister General Justo, der hier Uebungsflügen eines Militärflug­zeuggeschwaders beiwohnte, ist mit dem von ihm benutzten Apparat abgestürzt. Der Minister hat sich aber mit Hilfe eines Fallschirms retten kön­nen und ist wohlbehalten.

niederlasiungen getroffen. Die Stacheldrahtver­haue wurden zum Schutze gegen einen möglichen Ueberfall geschlossen. Die Demonstranten bildeten einen Zug und bewegten sich zum chinesischen mi­litärischen Hauptquartier, wo sie die Rückgabe der beschlagnahmten Waffen forderten. Nachdem die Truppen einige Schüsse abgefeuert hatten, wurde die Menge zerstreut.

Der Seeleuteverband hat den Streik erklärt, während der Allgemeine Arbeiterverband einen General st reik als Protest gegen die Haussuchungen plant. Infolge der oorgenomme- nen Verhaftungen der Führer wird diese Bewe­gung jedoch wahrscheinlich zusammenbrechen. Es werden Bemühungen unternommen, das Vertrauen wiederherzustellen. General Tschangkaischek hat die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf den Eisenbahnlinien SchanghaiNanking und SchanghaiHangschau angeorbnet.

auf Mk. 1.19 erhöht. Am 8. September tritt eine weitere Lohnerhöhung um vier Pfennige auf Mk. 1.23 em. Dieses neue Lohnabkommen soll seine Gültigkeit haben bis zum 31. März 1928. Die Erklärungsfrist ist auf den 16. April festgesetzt. Heber die Löhne der Adrigen Lohngruppen werden noch Verhandlungen statt- finden.

* Der Offenirfaub des Reichskanzlers. Reichs­kanzler Dr. Marx ist mit feiner Familie in einem badischen Kurort ein getroffen, wo er den Öfter« urlaub verleben wird.

* Ausrechkerhalkung des Kriegszustandes Im Memelgebiet. Aus Kowno wird gemeldet: In der Sitzung des Sejm erklärte der Ministerpräsident auf die Anfrage der Memelländil-tien Deutschen Fraktion über den Kriegszustand und die Zeniur im Memelgebiet, daß nach feiner Ansicht die Zen« für und der Kriegszustand aufrecht erhalten wer­den müßten.

lieber die Offensive der Nordtruppen ge­gen die Kantonesen wird berichtet, daß General Tschangtschungtschang bis vor Pukau steht. Seine Flugzeuge bombardierten Nanking. General Sunt- schuangfang steht gegenüber Tschiankiang auf der Nordseite des Flusses. Die Eisenbahn Schanghai Nanking wird noch immer von den Kantonesen gehalten.

Das infetnafionale Flottenaufgebot in China.

Zur Zeit befinden sich 171 fremde Kriegs- schisfe mit acht Admiralen in chinesischen Gewäs­sern. Von diesen Schiffen entfallen auf England 76, Japan 48, Amerika 30, Frankreich 10, Italien 4, Spanien, Portugal und Holland je eins. Dieses Flottenaufgebot ist das st ä r t ft e, das je in China versammelt war.

Ein französisches Geschwader ist, wie Havas meldet, in Beirut eingetroffen, wo es acht Tage vor Anker gehen wird.

Peking.

wtb. Paris, 13. April. (Eig. Funkm.) Nach einer Meldung desNewyork Herald" aus Pe­king haben die Frau des amerikanischen Gesand­ten in Peking sowie die Frauen mehrerer anderer Mitglieder der amerikanischen Gesandtschaft we­gen des wachsenden o» n ü e c ßage dir Stadt verlassen.

Ein amtlicher Bericht des a m e r i k a n i s ch en Admiral in Schanghai meldet, daß die Kantonesen ihre Hauptstadt nach Nanking zu verlegen beab­sichtigten.

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Im übrigen scheint es den Kantonesen, den bo(- chewksten-freundlichen Südtruppen, zurzeit nicht resonbers gut zu gehen. Es wird wenigstens von erheblichen militärischen Erfolgen der Nordarmee berichtet. Außerdem häufen sich die Meldungen über den Zwiespalt im Lager des Südens, der Nationalisten. Die Kommunisten und die mehr kapitalistisch gesinnten Gruppen im La­ger des. Südens geraten sich in die Haare. Wie der Sonderberichterstatter der Havas-Agentur in Schanghai meldet, wird General Sschankaischek in Nanking die Hauptführer des rechten Flügels kuomiiÄang-Partei versammeln. Es sei wahr- cheinlich, daß der offizielle Bruch mit Hankau, wo die Kommunisten sitzen, erfolgen werde auf der Grundlage: Annahmeder No tederGroß- mächte und Reaktion gegen die Ein­mischung Sowjet-Rußlands.

Die Lage in Schanghai.

Reuter meldet: Wegen einer Massenversamm­lung am Westtor der Eingeborenenstadt, in der ge­gen Haussuchungen in den Büroräumen der roten Arbeiterverbände Protest erhoben wurde, wurden besondere Vorsichtsmaßnahmen in den Fremden-

Rlbanien.

Belgrad, 13. April. (Eig. Funkm.) Nach ei- ner Meldung derVrerne" ans Prizren (Südserbien) sind au der lugoslavisch-albanischen Ere-"e größere Ban- v«' d e unter albanischer Führuug stehen sollen, be- °Met worden. Man befürchtet Einscuic in jugosia- vlWyes (yCOtCt.

wirbelsturmkatastrophen in Texas.

8- (Eig. Funkm.) Nach ven letzten Feststellungen wurden von der Wirbel- t*xLm?~a'trc^e , Nock Springs, das fast ganz zer- R ,l> 50

* Der bayerische Staatshaushalt 1927-28. Der bem bayerischen Landtag vorgelegte Entwurf des Finanzgefetzes für das Haushaltsjahr 1927-28 setzt ordentlichen Staatshaushalt mtt 707 3d5 100 Rm. in Ausgaben und Einnah- men, im außerordentlichen Etat mit 881 071 OOu mm. in Ausgaben und Einnahmen fest. In dem Entwurf für das Haushaltsjahr 1928 ist der Staatsbedarf für den ordentlichen Haushalt mit /15///840 in Ausgaben und Einnahmen, im außerordentlichen Haushalt mit 29 622 000 in Aus­gaben und Einnahmen vorgesehen. Der Finanz- mimster wird ermächtigt, den Bedarf im außer- ordentlichen Haushalt für 1927-28 durch Aufnahme emer allgemeinen Anleihe flüssig zu machen.

,, - Prlorwechfel im Kloster Marienstatl. Dr. Pater «ugufttn Steiger, Abtei Marienstatt, ist vor einiger ^'t »um Prior ernannt worden. Sein Nachfolger in der Klosterverwaltung (Cellerarius) wurde Pater Albe- rich Gerards. Der bisherige Prior, Dr. Pater Hugo Ho. Per-, 'si für das zu eröffnende Zisterzienserkloster Harde­hausen (Kreis Warburg i. W.) als Ober bestimmt.

* ®cn türkisch-jugoflavischer ffie eimoerfrag. Auf Angora meldet eine Funkmeldung: Die ana- | tolische Telegraphen-Agentur erklärt: Wir sind er- Machtigt, die Grunde über das.Bestehen eines für- Nfch-iugoslavischen Geheimvertrags als jeder Grundlage entbehrend zu bezeichnen.

* Die Türkei gegen einen Balkanbund. Aus «ngora wird gemeldet: Im Laufe der Budget- oeratung erklärte der türkische Minister des A-u-

Organisationen

Lohntarif gekündigt und_________ ___,r

forderunaen eingereicht. In Verhandlung

Tarifamt für das Baugewerbe wurde ein Schieds- spruch gefällt, der mit Wirkung vom 14. April 1927 die Spihenlöhne in der ' " " p -