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M 82.

Samstag, 9. April 1927.

Aus dem 5uldaer (and.

Ivr Aufführung de»3urffabte»* auf dem Petersberg.

Ein Stück Fuldaer Geschichte soll auf dem Petersberg wieder Leben bekommen. Die Nachricht davon führte mich hinauf, um einer Vorstellungsprobe beizuwohnen.

Ich sitze im weiten Raum der Turnhalle, deren neu­zeitlich ausgestattete Bühne allabendlich mit Menschen ge­füllt ist, die sich freudig das Ziel gesetzt haben, das Spiel au» Fulda» VergangenheitDer Fürstabt" zur Urauffüh­rung zu bringen. Während die Spieler nach und nach erscheinen, schaue ich durch die offene Saaltüre den ge- schäftigen Kunstmalern zu, die an der neuen Bühnen­einrichtung für dieses Spiel arbeiten. An den Seiten des Saales stehen die Wappenschilder der einzelnen Ritter, die Interesse erwecken. Allmählich beginnt das Spiel und feffelt mich Dolksmassen beleben die Bühne, ziehen ju­belnd und schreiend vorüber. Junges Volk tanzt und singt, während ein Minoritenpater vergeblich dazwischen predigt. Drüben aus dem Nebenraum klingt die zarte Melodie eines Liedes und wie aus der Ferne erschallt der Gesang des herannahenden Feindes, in den ein Trompeter Signale schmettert.

Erbitterte Gesichter gehen über die Bühne, Hilferufe durchzittern den Saal und aus befangenen Herzen spre­chen Gebete.

Auf dem Heimwege war es mir noch, als hörte ich bas Jubeln im ersten Aufzug und ihren lustigen Tanz- Sesong, in den der schwermütige Ton des Fastenliedes ineinklang, und mannigsache Gefühle und Erwägungen wurden wach in meiner Seele.

Könnte ich doch olle, alle, die den Schauplatz der Handlung ihre Heimat nennen, freudig begeistern, daß sie zu Ostern hinaufzögen zum altehrwürdigen Petersberg und ein Stück schauten, dessen Ereignisse noch ihre Schat­ten werfen auf die Gegenwart und dessen Geschehen in eine Zeit füllt, di« unserer jüngsten Vergangenheit iden­tisch ist. ___

Hünfeld. An der hiesigen Städt. Lateinschule fano dm Mittwoch dieser Woche unter dem Vorsitz des Kam- miflars des Provinzialschulkollegiums, Studiendirektors Dr. Müller vom Staat!. Gymnasium in Fulda, die diesjährige mündliche Abschlußprüfung statt. Alle 18 Obertertianer erhielten das Zeugnis der Reife für die Untersekunda eines Gymnasiums. Die Lateinschule wurde im abgelaufenen Schuljahre von 135 Schülern be­sucht, die Höhere Mädchenschule, die unter derselben Lei­tung steht wie die Lateinschule und mit ihr ein gemein­sames Lehrerkollegium hat, von 58 Schülerinnen.

u. Wächtersbach. Nach einem Auszug aus dem Etat der Stadt Wächtersbach arbeiteten im abgelaufenen Jahre die Städtischen Betriebe Wasserwerk und Schlachthaus mit befriedigendem Ergebnis. Als besondere und sehr begrüßenswerte Tatsache ist die des Wiederaufblühens des Nutzviehmarktes zu nennen, welch letzterer durch seine vorteilhafte Ent­wickelung in den letzten Monaten sich zu einem bedeuten- den Faktor des wirtschaftlichen Lebens am Platze heraus­gebildet hat. Die Erwerbsnot im Orte hatte Fe­bruar 1926 ihren Höchststand mit insgesamt 77 Unter­stützungsbeziehern. Der von der Gemeinde geleistete Ge­samtzuschuß bezifferte sich auf 1988.33 Rm. Zur Besse­rung der Erwerbsverhältnisse trugen in erster Linie bei die beiden mit Hilfe der produktiven Erwerbslosenfür­sorge durchgeführten Notstandsarbeiten der Kinzigregu­lierung und des Baues der neuen Straße nach dem Bahnhof. Eine für 24 etwas zurückgebliebene Kinder aus der Stadt in den Sommermonaten des letzten Jah­res durchgeführte Solbadekur in Bad Orb zeitigte gute Erfolge.

Fuldaer Zeitung

Aus Oer Thür »gischen Rtjön

Buttlar. Schlicht und einfach, seinem

gern-

Gottesdienstordnunl,

Die Mr nun

völkerung nicht habe erzielt werden können, anderen Parteien hatten ihr Einverständnis Großen Koalition gegeben, die in Thüringen nicht mehr in Frage kommen kann.

Schulgottesdienst und Passion. 9V, Andacht für die JünglinaS-Sodalität in der Seberitirche. IV, Christen- lehre für die Jungfrauen. Nachm. 2V, Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. Die hl. Kommunion wird von 5*/,7v, Uhr jede halbe Stunde aespendet, zuletzt um 8*/, Uhr bormittanS. Werkta sgottesdienste: 6, 6Vi, 7V« u. 8 Uhr. Mittwoch morgens 6 Beichtiele-ienheit. Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Palmenweihe, Prozession und Hochamt. 5 Uhr Andacht. Beichfaelegenheiten: An allen Wochentagen eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst, an den Ta^en vor Sonn, und Feiertagen von V,46 Uhr abends. Kommunion-Austeilung: An den Wochentagen vor und nach dem Gottesdienst, an Sonn- und Feiertagen auch im Hochamt. St. Zturmiui-plarrrl Morgens 7 und/,8 Uhr Austeilung der hl. Kommunion. R Uhr Amt und Predigt. V,2 Uhr Andacht. SeDtritit*t. Borin 8 UhrOberrealschulgotteSdienst. jkriedhofrtzapelle am «rranzofenwittdchen 6V« Uhr hl. Mefle M't Komm. Montan, Dienstag u. Mittwoch 7 Uhr hl. Messe mit Kom. klbteikirche der Benediktinerinnen. Sonntags um 6 Uhr Äonbentamt, wochentags */«6 stille Messe V,9 Konvent- amt, täglich nachmittags um 3 Uhr Vesper. Herz.Jesu-

Landwirlschattlickes.

- Auslösung des candwirsichasllichen Provinzial- Vereins für Oberhessen. Die landwirtschaftlichen Be zirksvereine von Alsfeld und Schotten haben bei Antrag auf Auflösung des Provinzialpereins für Ober Hessen und anderweitige Verwertung des Vereinsverrnö. gens gestellt. Eine für den 14. April nach Gießen ein- berufene Mitgliederversammlung wird sich mit der Frage der Auflösung zu beschäftigen haben.

Exerzitien

in Homburg v. d. H. Dreikaiserhof. Alt-Akademi­ker 12.16. April (20 M, junge unoerh. Damen 19. bis 23. April (17 M); in Wiesbaden, Bahnholz, Antoniusheim. Jungfrauen 30. April bis 4. Mai (13 -4t), Damen gebildeter Stände 8.12 Mai (17 <40. Die Kurse werden von Jesuitenpatres gehalten.

wie wird das Wetter?

Die Reihe der Tiefdruckausläufer, die Mitteleuropa überqueren, ist noch immer nicht abgeschlossen. Es ist daher zu erwarten, daß in den nächsten Tagen immer noch Niederschläge auftreten, und zwar muß mit einem weiteren Wechsel, mit Landregen mit leichtem Tempera­turanstieg und leichten Regenschauern mit geringem Temperaturrückgang gerechnet werden.

Aussichten bis Samstag abend: Bewölkt, neue Re­genfälle, wieder etwas milder, Südwestwind.

zen kernigen Wesen entsprechend, beging am 7 April der Kriegsveteran von 1870/71 Kaspar Joseph Heim in geistiger Frische seinen ein- undachtzigsten Geburtstag im Kreise seiner Familienangehörigen. Seine liebe Gattin wurde ihm vor ungefähr zwei Jahren kurz vor dem goldenen Ehejubiläum durch den Tod ent­rissen. An ihrer Seite führte er ein glückliches gesegnetes Eheleben und brachte es zu eine.» respektablen Wohlstand. Zwei seiner Söhne stellie er wiederum im großen Weltkrieg in den Dienst seine« Vaterlandes. Als eifriges Gemeinderats­mitglied war er lange Jahre für das Wohl der Gemeinde besorgt. In Wahrheit kann er als ein leuchtendes Vorbild des Fleißes und der Spar­samkeit den jüngeren Generationen vorgestellt wer­den. Der hervorragendste Zug seines Wesens ist sein religiöser Sinn So ließ er es sich trotz seines

(Feifa und

Die Größe Koalition endgültig gescheitert.

Die an den Verhandlungen zur Bildung einer Mehrheitsregierung in Thüringen beteiligten Fraktionen von der Deutschen Volkspartei bis zu den Sozialdemokraten haben am Donnerstag ihre Antwort auf die von den Demokraten als Ver- handlung«grundlage gestellten Richtlinien erteilt. In der Antwort der Sozialdemokraten heißt es, sie betrachteten die bisher geführten Ver­handlungen als gescheitert, da durch das Verhalten der Rechtsparteien eine Einigung über die elementarsten Interessen der werktätigen Be-

Umaebnna.

Alters nicht nehmen, am Morgen seines Geburts­tages im feierlichen Gottesdienste zum Tisch des Herrn zu treten. Möge ihm der liebe Gott noch einige Jährchen in Geistesfrische und Gesundheit schenken!

Ans Thüringen. In Weimar wurde eine 46jährige Schneiderin von einem von Büttstedt kommenden Autoomnibus überfahren. Die Frau starb kurz nach der Einlieferung in das Kranken­haus an schweren Gehirnverletzungrn. In Siegritz bei Themar brannten 4 Scheunen nie­der. Auch einige Wohnhäuser wurden beschädigt. In einem Friseurgeschäft inFrankenhau» s e n entstand durch Ausströmen großer Gasmengen eine starke Explosion, bei der ein Friseurgehilfe schwere Brandwunden im Gesicht erlitt. Schau- senster und Inneneinrichtung wurden demoliert. Im Verlaufe eines Streites auf einem Gute bei Mühlhausen stach ein Mann seinem Kol­legen ein Messer neun Zentimeter tief über da» Brustbein in den Hals. Der Schwerverletzte, der im Krankenhaus sofort operiert wurde, schwebt noch in Lebensgefahr. Der Messerheld wurde ver­haftet. Anläßlich des 5. mitteldeutschen Wirt­schaftstages in Weimar besichtigte Reichskanzler a. D. Dr. Luther mit Staatssekretär Dr. Satt­ler das Ehrenhaingelände bei Bad Berka. Infolge von Lohndifferenzen sind etwa <50 Prozent der Belegschaft der Norddeutschen Wollkämmerei und Wollspinnerei, Filiale Eisenach, in den Streik getreten. Sofort eingeleitete Verhandlungen ha­ben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. In Ilmenau feierte das Ehepaar August See- ber das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Die beiden Gatten, die 87 und 82 Jahre alt sind, er­freuen sich noch voller körperlicher und geistiger Frische.

Soziales.

Zum Ileischversorgungsgeseh. Durch die Zew trumsabgeorbneten Gering, Knoll unb Genoßen ist zum Reichsversorgungsgesetz folgenbe Entschließung ein­gebracht worben: Die Reichsregierung zu ersuchen, bei Gesuchen um Gewährung von Elternrente bie Bestim- mungen bes § 45 in Hinsicht auf bie Frage, ob ber Ge< fallen« ber Ernährer gewesen ist ober geworben wäre in wohlwollenberer Weile als bisher auslegen zu wollen x Die Entschließung würbe im Reichstag angenommen.

katholischer Sotterblenft.

Palmsonntag, 10. April. $ulba. vom Kom­munion der Jünglinae und Jungmänner. 1. Beichtgelegenheiten: Samstag morgens von V,6 Uhr ab, nachmitt, von 23 für Kinder, von V,5 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von V»6 Uhr ab. 2. Sonntags.GotteSdienste: V«6, 6, V,7 unb 7 Uhr bl. Messen mit hl. Kommunion. 8 Uhr Pfarramt mit Palmenweihe, Prozession unb hl. Kommunion (7. Schul­jahr unb Jünglinge am Sturmiusaltar)./ilO Uhr Kathedralamt mit Palmenweihe unb Prozession./«ll Uhr Christenlehre für die Jünglinge. V«12 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. V,2 Uhr Andacht mit Se:en zu Ehren der Muttergottes. 2 Uhr Christenlehre für die Jungfrauen. 4 Uhr Fastenpredigt mit Segen. Um 7 Uhr Herz-Mariä-Bruderschaft mit Segen in ber Marienkapelle. Stadtpfarrkirche. Gelegenheit zur HI. Beichte: Samstag nachmittags 37, 7*/i8V», Sonntag früh 5V* 7 Uhr. Sonntags.GotteSdienste: 5V« hl. Messe unb Kommunion der Dienstmädchen. 6V« hl. Messe unb Kommunion der Jünglin-ie. 8 erster Schul- gotteSbienft, Passion unb Kommunion des 7. Schuljahres. 9V, Palmenweihe, Pfarramt unb Passion. 11 zweiter

Heim 6 Uhr hl. Messe. 8 Uhr «mt nachmittags 2 Uhr Segensandacht. Mittwoch abends 8' .Uhr Andacht - Frauenberg. Hl. Mesien von 5 bis */,7 Ubr. /.8 U1br ä,_ mefie mit Vor'esuna der LeidenSaelckn-bte-, - Ubr Palmenweih- unb Prozession; darauf Lew'-namt mit Absinauna der Passion Nachmittags 2 Uhr predigt, Andacht und Humana für die srunf-Wunden.Kruder- schäft. 3 Ubr Nobizeminterricht. (Generalabfolution für die Terziaren Sie kann auch an den folgenden <agc> der Karwoche erteilt werdens

«DenaetifAer («otteflhienft.

Palmsonntag, 10 April. Sulbo. Vormittag» 91/, Uhr Sup Ruhl. Nachm,tt 2 Ubr Pfarrer Weber. Coangtl. Ianbe»kirchl. ®emein<»o,t. Sulba. Buttlarltr 17.

Sonntag, 10 April, abends 8 Ubr Evanaelifatior.s- bortraa. Karfreitag nachmitt. 3 Uhr; BezirkSkonferenz. Verschiedene Redner werden mit dem Worte GotteS bienen. Jedermann ist herzlich eingeladen.

Israelitischer Gottesdienst.

SamStag, 9. April. Vorabends 6 45, morgens 8, nachmittags 4, ©abbatauSgang 7 55 Uhr.

Donnerstag, 14. April. Nachmittags von 2 bis3 wird im Stockhaus

Gekaschert.

Wochengottesdienst: Morgens 6.35, nachmittags 6,15 abends 7.65 Uhr. 1

2. Blatt.

Dturf der Fuldaer Actiendruckerel. Fulda

Ws soll man ankgai,4^8erjB?

H

N

A/l/ir haben uns oft die Frage vorgelegt,

Jahr durch die bedeutende Produktion^

als 5 Pf-Zigarette so gut machen,wie wir es können,und ihm raten,lieber 5 statt 4Pfg. anzulegen, weil er für 25 Mehrzahlung eine um 100% bessere Qualität erhält.

um beim Tabak in der Kalkulation eine sehr erhebliche Rolle zu spielen.

Misere genauen Berechnungen haben er­wiesen, dass wir bei gleichen Herstellungs­kosten Jur denTabak der 5ty-<^arette ungefähr das Qfypjpette aufwenden können> als für den Tabak einer+lfZigtfette. Das w für uns bestimmend. Wir glaubten,dem Rau­cher den besten Dienst zutun,wenn wir unsere

die Hälfte vom Tabak wert der

Overstolz ajM

CZClXBAKWERT einenc)

OVERSTOLZ nur

Vermehrung unserer Zigarette und die damit verbundene Rationalisie­rung unserer Betriebe erzielten,nicht besser für eine Senkung des Preises verwenden soll­ten,als für eine Verbesserung der Qualität Es gibt aber Gründe, die entschieden gegen eine Senkung von 5auf4-Pfg. sprechen.

$er Betrag,den der Raudier zahlt,kommt nur zum kleinen Teil in die Hände des Fabrikan­ten,denn neben ihm teilen sich der Händler und hauptsächlich der Staat in den Erlös.Da- von hat der Fabrikant zunächst die sehr er­heblichen Herstellungskosten zu bestreiten, die jedoch bei einer 5Pf> Zigarette nicht hö­her sind, als bei einer Zigarette zu4Pfg.

sffalb ift Overstolz eine 5$-li£arette unS infolge ifyres

--------ö----o<7$t der Mehrerlös in der 5 Pf-Preislage ob wir die Ersparnisse, die wir im letzten MDW auch nur gering, so reicht er doch aus,

Kcken Tabaks die meiflgeraucfy te Zigarette