Beilage zur Fuldaer Zeitung Für unsere Frauenwelt. Nr. 51 vom 3. März 1927.
Vie Mutter.
Zu
ergreifend schön
Die älteste Sparkasse des Regierungsbezirks
Mündelsicher ------
Helga über den
ruhte in hellem
von der Lehne
Füßen; Liedern.
wach:
ein. oer-
die Rede sein, im Sommer für im Sommer nur Haut Sttefiet, f»
Wacht, Nacht; mancherlei,
mit dem
Wie Sie Und
f. Neue klammern müssen vor ihrer Verwendung erst in recht heißes Wasser eingelegt und getrocknet wer. den, sonst können sie auf der feuchten Wäsche Flecke hinterlassen.
Kinder und auch wohlerzogene geraten leicht aneinander. Es mag daher kommen, weil im täglichen Verkehr die Temperamente leicht aufeinander platzen und das nahe verwandtschaftliche Verhältnis die nötige Reserve vermissen läßt. Man soll diesen Streitigkeiten steuern, ohne ihnen allzuviel Wichtigkeit beizulegen. Wenn die Vernunft hinzukommt, wird sich schon alles von selbst in die richtige Bahn einlenken lassen.
Still weinend trat das Mädchen hervor und reichte Friedel die Lippen zum Kuß. Dann kniete sie, den Ver- lobten mit sich ziehend, vor der Leidenden nieder und Helga legte segnend die Hände auf beide.
Heilige Stille herrschte in dem Gemach.
Da schritt leise, unhörbar der Todesengel heran, et legte Helga seine Hand auf die Schulter, daß sie in sich zusammensank, und beugte sich langsam zu ihr nieder.
Und die Mutter wehrte sich nicht mehr. Sie tat einen tiefen, frohen Atemzug und flüsterte:
„Meinem Herzen ist wohl!"
Langsam sank sie zurück und empfing den erlösenden Todeskuß.
stündlich nur von einem Wannenbade Dies ist aber saft noch wichtiger als die Gesundheit eines Kindes. Ist es der Staub und der Schweiß, der die
„Mutter! Meine liebe Mutter!"
Mit zitternden Händen strich ihm Scheitel.
Sie sprach kein Wort, ihr Auge Glanze auf der Gestalt des Sohnes.
Seitwärts hinter dem Stuhl, halb
Inhalt war, das mit uns zusammen wie von einem zigen Herzschlag lebte, ohne welches man seelisch schmachten und verbluten muß!
Man verliert nicht einen Menschen, den man allen Fasern seines Seins umklammert hat, mit
Ob reiches Glück dir zugemeffen. Ob kummervoll dein Schicksal ist. Die Mutter darfst du nicht vergessen. Damit du nicht auch Sott vergißt. Treu sollst im Herzen du fle hasten.
Heut noch und morgen, eia popei.
Aber selbst Mutterliebe vermag nicht immer Rot und Schnurzen zu scheuchen. Da kniet die Mutter am Bette ihre« tränten Kindes; sie zwingt ihr Weh und ihre Angst hinunter und singt mit schluchzendem Herzen ein Lied, bei dessen linden Klängen das Kind lächelnd entschlum. mert — vielleicht in die Ewigkeit hinüber:
Schlat, Kindchen, also wohl. Daß dich unser Herrgott hol Auf einem goldenen Schlitten, Nimmt die Mutter in die Mitten, Seht deinen Vater hinten drauf: So fahren wir zum Himmel hinauf.
Das ist das ergreifendste Wiegenlied, weil es geboren ist aus dem tiefsten und heiligsten Schmerze, dem Mutterschmerze.
November wars, Allerseelentag.
Auf dem Heidegrab draußen vor den letzten Hau- sern der »Stadt blühten Astern und Chrysanthemen, ein Kranz leuchtender Rosen schmückte den Denkstein, den eingemeißelten Namen verbergend und nur das goldene Kreuz siegreich hervorschimmern lassend.
Friedel lehnte an dem Stamm der Buche und strich die Geige; in innigen, weichen Tönen erklangen die Saiten. Inge kniete mit gefalteten Händen vor dem kleinen Hügel und lauschte. Immer heller, immer stär- ter, jubelnd und jauchzend wurden die Töne.
Da stand Inge auf und bat mit leiser Stimme: „Nicht so, Friedel! Da drunten schläft die Mutter!" Ersterbend ließ er die Weise verhallen, ehe er sagte: „Es stört sie nicht, Inge — ihrem Herzen ist wohl!" Und nach einer Weile, während welcher die beiden schweigend gestanden waren, fuhr er fort:
„Sie ruht in deutscher Erde. Uns aber hat sie gesegnet und ihr Segen baut unser Glück. Uebers Jahr, Inge, bist du mein Weib!"
Er zog sie an sich und fügte sie und dann schritten sie still von dannen dem Städtchen zu.
Brausend fegte der Sturmwind über das Heidegrad.
bann wird es wie Sehnsucht in seiner Seele
Aus der Jugendzeit
Klingt ein Lied mir immerdar; O wie liegt so weit. Was mein einst war.
aber nur mehr an einem Faden hänge und daher größte Vorsicht geboten sei.
Da ließ sich Friedel nicht länger mehr halten und eilte hinüber. Doch war er der Warnung eingedenk und suchte zuerst Margret auf; die alte Magd brach in Jubel aus, als sie den jungen Mann fqh, doch dämpfte Friedel ihre Freudenbezeigungen mit dem Hinweis auf den Zustand der Mutter und bat sie, diese schonend auf sein Kommen vorzubereiten.
Heftig klopfte sein Herz, als Margret oben eintrat und er harrend vor der Türe stand. Er hörte, wie die Magd mit freudezitternder Stimme sagte:
„Frau Helga, gute Botschaft ist gekommen von Friedel! Er schreibt, daß et--*
„Quäl mich nicht!" hörte er eine schwache Stimme die Magd unterbrechen. „Siehst du nicht, daß ich mit Schmerzen auf ihn warte? Friedel, mein Kind--"
Da hielt es den jungen Mann nicht länger, er stürzte ins Zimmer und sank aufweinend der Mutter zu Fü- ßen. Sein Haupt in ihrem Schoß bergend, schluchzte er:
Seidenstoffe Mantelstoffe.
dir es auch im Leben geht, lehrte dich die Hände fallen sprach dir vor dein erst Gebet.
i'‘" Albert Träger.
6us dem Frauenleben.
f. lieber Krlminalilöl der Frauen ist jüngst ein gemeinsamer Bericht des Reichsjustizministeriums und des Statistischen Reichsamtes erschienen, der das Jahr 1924 betrifft. Danach ist der Anteil weiblicher Personen an Vergehen und Verbrechen größer als man allgemein glaubt. Don 1805 z. B. wegen Kuppelei Verurteilten waren 1277 Frauen! Von diesen waren 236 mehr als viermal vorbestraft! Wegen Beleidigung wurden 13 022 Frauen verurteilt, wegen Verleumdung 230, wegen Tötung der Leibesfrucht 3831.. Sogar an Körperverletzungen beteiligten sich die Frauen in auffallender Weise: 1277 Frauen erhielten Strafe wegen leichter, 1714 wegen gefährlicher Körperverletzung. Unter den 159 701 wegen Diebstahls Verurteilten befanden sich 32 642 Frauen; Unterschlagung begingen 4252 Frauen, Sachenhehlerei 9952, Betrug 4260, Sachbeschädigung 320. 237 Frauen fuhren Auto, ohne im Besitz eines
praktische winke.
Heber die Verwendung des Aluminlumgeschlrrs.
Manche Hausstau wird schon beobachtet haben, daß Aluminium ein Metall ist, das sich den Nahrungsmitteln gegenüber verschieden verhält. Es eignet sich z. B- ganz und gar nicht zum Erhitzen von Fett, noch viel weniger zum Ausbacken von Schmalzgebäck. Erhitztes Fett hat eben einen sehr hohen Wärmegrad und dieser schadet dem Aluminium.. Die Folge der Ueberhitzung ist, daß der Boden des Geschirres uneben und buckelig wird. Zum Einbrennen und Ausbacken sollen nur Nickel und Eisen genommen werden. Auch zum Aufbewahren von aufgeschlagenen Eiern eignet sich das Aluminiumgeschirr nicht gut Cs h <tt sich herausgestellt, daß Eier, die auf dem Transport geknickt waren und in Aluminiumge- schirr aufgeschlagen und beiseite gestellt wurden, sich wesentlich im Aussehen änderten. Auch das Aluminium änderte seine Farbe, es wurde durch die Eier aufial- lend hell und metallisch weiß. AlumtMum ist ein Fa- brikat, das ebenso leicht in Säure als auch in Laugen löslich ist. Deshalb erklärt sich die Veränderung bee Eies, dessen laugenhafte Beschaffenheit die äußerste Metallschicht des sonst sehr angenehmen, sauberen Ge- schirres auflöst und in sich aufnimmt
Frauenherz.
Stille Gedanken von Henriette Brey-Elberfeld.
Mit den Frauen ist es eine eigene Sache: Sie kön- nen immer noch Wärme für andere abgeben, auch wenn sie selbst darben und frieren!
Man liebt am meisten, um was man entbehrt und gelitten hat.
Manches Herz ist mit einer Eiskruste umpanzert. Oft aber ist es als r ege sich tief unter dem Eise etwas — wie im Winter der Bach unter dem gläsernen Sarg- deckel scheintot liegt . . . aber ganz, ganz in der Tiefe, da rieselt und quillt es leise, leise. Und möchte zum Licht und wartet nur auf das belebende Allmachtwort der Sonne, der Liebe, die eine Wüste zum Narzissenfeld umzuschaffen vermag.
Mancher Menschen brennendste und tiesste Sehnsucht ist es, einmal in ihrem Leben einem ganz guten, edlen, aufrichtigen Menschen zu begegnen, dem sie vertrauen könnten. Sie warten darauf als auf das höchste Glück, als auf die Vollendung ihres Wesens. Es würde alles Traurige und Dunkle in ihrem Leben aufwiegen. . . . 2lber wie vielen sie auch begegnen: dieser eine ist nicht darunter.
Naturen gibt es, die mit leidenschaftlicher Hingabe einen Menschen lieben, die für ihn durch Not und Tod gehen türmen, die aber nur schwer an eine gleiche starke Erwiderung dieser Zuneigung zu glauben vermögen und ewig mit dem Stachel des Mißtrauens kämpfen. Nein, Mißtrauen ist wohl nicht das rechte Wort. Es ist nur die Schüchternheit und Zaghaftigkeit der oft Getäuschten, der Unterdrückten und Hungrigen, die sich ihres eigenen Wortes garnicht bewußt sind und hinter jedem wärmeren Empfinden nur tränkendes Mitleid wittern, die bei jedem Anschein von Vernachläffigung gleich alles hinwerfen: „Ich hab's ja gewußt! Wer sollte auf die Dauer mich lieb haben? „Es sind dies nicht die unedelsten Naturen.
Ach, daß die liebsten Menschen von uns gehen müs- scn, wenn wir ihrer am meisten bedürfen!
Der schwerste Verlust ist, durch den Tod oder durch das Leben ein Wesen zu verlieren, das unseres Lebens
deutsches Wiegenlied aus Livland so singt:
Augen der Mutter halten die
Augen der Liebe, Sonnen der Trübt auch die reinen Schmerz Darfst drum nicht weinen, eia
Die Frau als Erzieherin.
f. Uneinigkeiten zwischen Geschwistern gehören nicht den Seltenheiten. Selbst ganz gutartig veranlagte
man Geist und seelenverwachsen ist, ohne daß ein Stück vom Herzen mitgeht.
Es gibt Naturen, die ein ins tiefste Herz greifendes Leid nie ganz verwinden; die leitlebens daran kranken und wie ein abgehauener Baum sind, der keine neuen Schößlinge treibt.
Man stirbt nicht an einem großen Schmerze — aber man „geht daran zugrunde".
Heber Wunden der Seele soll man nur mit ganz zarten Fingern leise hintasten — behutsam ihre Tiefe ausmessend, wo das zur Heilung nottut. Lieber berühre man sie nicht; sie könnten aufs neue anfangen zu bluten.
Manche Brust ist wie ein vergesiener Kirchhof mit eingefallenen Gräbern und umgestürzten Kreuzen. Und nachte gehen die Geister ihrer toten Liebe um.
Die Frau als Hausarzt.
f. Vaden im Winter. Im Winter kann felbstver*
Zweie, die es weisen, Zu Himmels Paradeisen.
In vielen Liedern kehrt gerade diese« Bild von den Engeln wieder, wundersam schlicht m einem alten westfälischen:
Sloap, Kindeken, stoap,
Din Dader hödt de Schoap,
Und wann du figs, un wann du swigs, Dann goaht de Engelkes rechts un lüchts. Sloap, Kindeken, sloap.
So ist da, Wiegenlied der Ausdruck der selbsüofesten Webe, die allen Segen de« Himmel, auf ihr Kind herab- fleht, die nur gibt und nicht- für sich verlangt. Es ist auch der Ausdruck höchsten und reinsten Glückes. Keine Mutter wird es wohl je müde, mit ihrem Kind zu her- zen und zu kosen; aber keine Mutter wird es je in War- ten ganz erschöpfen, dieses jubelnde, stolze Glück, da» ihr im Kinde beschert ist. Wie wert sie es halt, singt sic in dem Liedchen:
Äam einmal ein reicher Manin „Hunderttausend blanke Taler, Alle- Gut der Erd« zahl er! 'lieht, er kriegt gewiß nicht mein«, Kauf er sich wo anders eins."
Wieder in einem andern weiß sie nicht genug seinen Liebreiz zu rühmen und zu greifen:
Mein Kindchen ist fein, Könnt schöner nicht sein; C, hat mir versprochen, Sein Herzchen gehör mein. Blaue Augen im Kopf Und ein Grübchen im Kinn, O, du herzliebes Kindchen, Wie gut ich dir bin.
Und weil sie ihr Kind liebt, wie nichts auf der Welt, wacht sie über ihm mit zärtlicher Sorge; noch kann sie ihm ja Leid und Schmerzen fern halten, wie ein altes
verborgen, stand Inge; auch ihr rollten Tränen über die Wangen.
Margret war an der Türe stehen geblieben und trock- nete sich mit der Schürze die Augen.
Endlich richtet« sich Friedel auf.
„Wie lange bist du fern von mir gewesen!" sagte er klagend. „Ader ich habe dich wieder — Mutter, wir wollen recht glücklich sein!"
Er drückte einen Kuß auf ihre Lippen und küßte st« immer und immer wieder.
„Unb Inge — vergißt du ihrer ganz?" fragte Helga mit schwachem Lächeln.
Führerscheins zu fein. Endlich wurden auch 3008 Frauen verurteilt wegen vorsätzlichen Preiswuchers, 1114 wegen fahrlässiger Preistreiberei, 1672 w ege» unzulässigen Handels, 332 wegen Schleichhandels.
popei. / Sternlein schon kommen, Wieglein in Ruh, Aenglein die frommen, Traum schließet zu. Schmerzen und Sorgen gehen vorbei
Singende Kinder — das ist etwas rührend Schönes; singende Mütter — das ist schier etwas Heiliges. Selig das Kind, das eine sangesfrohe und sangeskundige Mutter hat. Seine Kindheit wird ihm sein ein Zaubergarten voll klingender Melodien, die es im Alter noch im Her- zen hütet und bewahrt. Und so oft es später diesen Garten in der Erinnerung betritt, wird es ihm fein wie eine Heimkehr zur Mutter, als säße es wieder zu ihren dann wird sie wieder um ihn sein mit ihren
»Nun werdet ihr un« bald los fein," sagte Hauptmann Ehrnayr zu Gustav Föns, der ihn auf der Kornmandan- tur ausgesucht hatte. „Dor vierzehn Tagen ist der Waffenstillstand geschlossen worden, in Wien wird fleißig verhandelt und ich glaube kaum, daß es Dänemark noch einmal so machen wird wie vor zwei Monaten in Lon- bon."
„Schwerlich!" meinte Föns zustimmend. „Nordjüt- wnd ist ebenso besetzt wie die Inseln Alsen, Föhr und «ylh die Dänen können sich kaum mehr rühren."
Die Herren besprachen noch des weiteren die Frie- oensaussichten, al« e« pochte.
.„Herein!" rief Ehmayr.
Ein fonngebräunter, junger Mann in preußischer In- fanterteunifarm trat ein und grüßte militärisch. Her- MüH ipraa) erj <
Sffltoche Spartet
I) 1825 FUldCl 1825
Bahnhofstrasse 5
kommt tm Winter noch der Ruß hinzu, der bet dem vermehrten Heizen allerorten die Luft dmchsetzt. Demnach muß beim Baden im Winter mehr Vorsicht wallen als im Sommer. Der Raum, in dem das Bad oemb- reicht wird, muß gut durchwärmt sein. Am besten badet man die Kinder im Winter gegen Abend und bringt sie dann sofort zu Bett. - ii,-
vie Frau in der Mche.
f. Sleisch-Maccaroni. (Reste). 6 Personen, 13t Stunde. Reste gekochten Rindfleisches (ungefähr A KM werden sehr fein gehackt und mit 2 Eßlöffel Butter, eilte feingeriebenen Zwiebel, einem Eßlöffel feingehackter PH- tersilie, Pfeffer und Salz in einer Kasierolle unter ftetiffl Rühren durchgedünstet, mit einer kleinen Obertasse trat- tiger Bouillon, die man durch Auflösen eines Maggi'- Fleischbrühwürfels in % Liter kochendem Wasser billig und bequem herstellt, zu dickem Brei gerührt und mit 1 Eßlöffel Kapern und einigen Tropfen Zitronensaft pikant gemacht. Unterdessen hat man A Kg. zerbrochene Maccaroni in Salzwasier weich gekocht und gut abgetropft. Eine feuerfeste Form streicht man nun gut mit Butter aus, gibt die Hälfte der Maccaroni hinein, darüber dar Haschee und als letzt« Schicht den Rest der Maccaroni, pflückt einige Stückchen frische Butter darü- ber, bestreut mit etwas geriebenem Parmesankäse und läßt bei guter Hitze A Stunde im Bratofen backen.
„Kriegsfreiwilliger Gottfried Elseld meldet sich zum Urlaubsaufenthalt in Gjelsteüt."
„Gottfried, du?" rief Föns. „Du hast am Feldzug teilgenommen? Warum hast du nichts von dir hören lassen?"
Nun erst bemerkte der junge Mann den Vormund. Eie begrüßten einander herzlich und auch der Offizier reichte Friedel die Hand. In Kürze erzählt« ber junge SRann, daß er, da er während feiner Reise nichts gefunden, was ihn auf die Spur der Mutter geführt habe, bei Kriegsausbruch kurz entschlossen als Freiwilliger in das preußische Heer eingetreten sei, um auf diese Weise das Schicksal der Mutter und Christian Iänikes an den Dänen zu rächen unb im Sinne des Vaters feinen Teil zur Befreiung Schleswig-Holsteins beizutragen. Nachricht habe er keine senden können, da der Verkehr mit dem Kriegsgebiet unterbunden gewesen sei. Doch habe er die erste Gelegenheit ergriffen, sich Urlaub zu nehmen, und komme nun direkt von der Front.
„Du haft also nicht« gesunden, was dich deinem Ziel näher gebracht hätte," sagte Fön« ernst. „Bist du noch immer bes Glauben«, baß deine Mutter lebt?"
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Vormund! Wenn ich nach der Vernunft jedes Für und Wider abwäge, dann scheint e« mir oft, al« hättet Ihr damals recht gehabt mit Eurer Ansicht. Und doch lebt ein Gefühl in mt„r» bas sich nicht unterdrücken läßt und mir sagt, ich mürbe die Mutter Wiedersehen."
~ ”$e*n Herz hat dich nicht betrogen, Gottfried," sagte u ns bewegt. „Wir haben, oder vielmehr der Herr Hauptmann hat in Erfahrung gebracht, wo dein« Mutter TOuttTrhbtr1 5riebel otemIos- <>So 'st « wahr, die
Flehend sah er den Offizier an. Und schonend, ihn langsawi vorbereitend, erzählte ihm Ehmayr alles. Er versprach, Friedel zu gelegener Zeit die Schrift des Groß- vaters zu übergeben und zum Schluß sagt« er ihm auch, baß die Mutter drüben im Vaterhaus welle, ihr Leben
Das Rätsel des Heidegrabes.
Roman von Ernest Becher.
G®] (Schluß.)
toin’ft 'LTa törichte« Mutterherz! Wie lange noch noch au, ihn harren, der deiner vergessen?
ä6emDt^frb-freU," D0n d-inen Qualen, ich trage Mgesichtt" 3 ld)ten $°^en vor Gotte« heiliges
5^ib^ftet6^no&^hnt^die arme Mutter.
ber hatte er sich ihrer erbÄ®* / """ ber bebenden Sehnsucht, die ihm aus hör ?!an$cn °or Bitte entgegengedrungen. Aber dieser beftH^h?61^01^ *u bl. «4. d„ M.XÄS'Ä' ersten Augusttage kamen, da war e« m» sL, daß Helgas Leben nur mehr nach Stunden »äfaür w. gungslos, totenblaß saß sie in ihrem Lehnstuhl ein Schatten ihrer selbst, und nur der Blick, den sie 'lehn süchttg auf di« Türe geheftet hielt, verriet, baß noch Leden in ihr war. '
Wiegenlieder.
Don Dr. Gustav Hagemann, Münster.
E« gibt Kinder, die singen und springen den ganzen lag, denen lacht ber Frohsinn aus den blanken Augen; und es gibt wiederum Kinder, die freudlos einhergehen und deren Lippen keine Weder Haden. Immer, wenn ich dies« Annen sehe, fällt mir eine alle Sage ein: Kaiser Friedrich II. habe mehrere Säuglinge so aufziehen las- sen, daß in ihrer Gegenwart kein Wort gesprochen wer- den durste, um zu erfahren, ob und welche Sprache sie von selbst erlernen würden; aber, so berichtet der mittel- allerliche Ehronist, fle mußten frühzeitig sterben, weil ihre Mütter sie nicht mit Liedern einschläfern konnten.
Das ist — mag sie wahr ober erfunden sein — eine »efe, ernste Gage, die alle unsere Mütter kennen und ausdenken sollten. Besagt sie doch nicht weniger und nicht mehr, als daß ein Kind^ welches ohne die heiteren, innigen Lieder der Mutter aufwächst, seelisch verküm- mert, daß hingegen eine sangesfrohe Mutter in das kleine Kinderherz einen Samen streut, der herrllch auf- gehen wird und Früchte trägt für'« ganze Leben. Denn das erwachende Gemüt ist ja so weich und so empfänglich für alle Eindrücke, nun gar für di« reinsten und schönsten, die, welche von der Mutter kommen. In diesem Zusam- menhange wird cs auch erklärlich, wenn untere großen Männer di« Ausprägung ihrer harmonisch entwickelten Mturen in dem beglückenden Wesen ber Mutter und ihren Liederreichtum suchen. Was Goethe seiner Mutter, der prächtigen Frau Aja, verdankt, bekennt er in dem schönen Wort:
Dom Vater hab ich die Statur, Des Lebens ernste« Führen, Vom Mütterchen di« Frohnatur Die Lust zu fabulieren.
Und Friedrich Rückert weiß von feiner Kindheit zu , rrzählen:
Ich war ein böses Kind
Und schlief nie ungesungen; Doch schlief ich ein geschwind, Sobald «in Lied erklungen, Das mir die Mutter sang gelind
Wiegenlieder sind immer und überall gesungen; schon bn Jahre 1557 meint der Deutsche Dichter Fischart;
Wo Honig ist, da sammeln sich die Fliegen, Wo Kinder sind, da singt man um die Wiegen.
Wie könnte es auch anders fein? In den Kindern kebt ja der Mutter noch einmal die eigene Jugend auf mit ihren Spielen und Freuden, ihrem Lachen unb Weinen. Und alle alten Lieder werden ihr wieder wach: in dem ersten Kindeslächeln findet sie wieder Liedlust und Liedsehnsucht. Und überall singt und klingt das ! gleiche Lied, überall aus dem tiefen, ewigen Grunde ber 1 Liebe geboren. An der Wiege ihres Kinde« zieht es 'durch die Seele einer jeden Mutter wie ein seliges Wun- ^der, so andachtsvoll wie fernes Glockenläuten. Unb ihr ' erstes Lied ist darum ein Gebet an die himmlischen Mächte, ihr Kind freundlich zu geleiten und zu behüten .auf dem rauhen Lebenspfade. Mit ihrem ersten Lied -ruft sie ihm die A:gel zur Gesellschaft herbei:
Zwei zu seinen Füßen, Zwei zu seiner Rechten, Zwei zu seiner Linken, Zweie, die es decken. Zweie, die es wecken,
Tapkim!
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