FuldaerZertung
Anzeiger für die Stabt und den kreis Fulda. Amtliches kreisblatt.
7lr. 41.
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Samstag, 19. Februar 1927.
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Zahrg.54.
Der Achtstundentag.
Der Kampf um das Arbeitszeilnolgefeh.
Am Donnerstag abend fanden in Berlin in Anwesenheit des Reichsarbeitsministers Verhandlungen zwischen den Regierungsparteien über das Arbeitszeitnotgesetz statt, die jedoch noch zu keiner Einigung führten. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.
Die interfraktionelle Besprechung über das neue Arbeitszeitnotgesetz drehte sich, den Blättern zufolge, in der Hauptsache um die Frage, ob oder in welcher Form der § 11 Abs. 3 der Arbeitszeitnotoerordnung von 1923, der die freiwillige Mehrarbeit über den Achtstundentag hinaus grundsätzlich gestattet, aufrecht erhalten bleiben soll. Der den Verhandlungen zugrunde liegende neue Regierungsentwurf soll diesen Paragraphen fallen lassen. Er soll jedoch einige Abstufungen vorsehen, die sich auf die verschiedenartige Behandlung von Klein-, Mittel- und Großbetrieben beziehen. Eine besondere Stellung nehmen dabei die Druckereibetriebe, insbesondere der Zeitungsdruck ein. Die interfraktionelle Besprechung führte zur Einsetzung einer kleinen Kommission, die die Formulierung der Fragen der freiwilligen Ueberarbeit vornehmen soll. Der „Lokalanzeiger" glaubt, daß der voraussichtliche Weg der Einigung in der Richtung einer unterschiedlichen Behandlung der kleinen, mittleren und großen Betriebe liegen wird.
Äus den Parlamenten.
Reichstag.
Der Reichstag setzte am Donnerstag die allgemeine Aussprache zur ersten Lesung des Haushaltsplan für 1927 in Verbindung mit dem vorläufigen Finanzausgleich fort. Außer dem Kommunisten Neubauer kamen der Volksparteiler Keinath und der Demokrat Dietrich-Baden zu Wort, die je nach ihrem Parteistandpunkt den Ausführungen des Reichsfinanzministers beipflichteten oder Kritik an ihnen übten. Freitag erfolgt die Weiterberatung. Vorher soll der Etat unbeschadet der Fortsetzung der Plenarberatung dem Haushaltsausschuß überwiesen werden.
*
Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages wählte an Stelle des zum Reichsjustizminister ernannten deutschnationalen Abgeordneten Hergt den deutschnationalen Abgeordneten Wallraf zum Vorsitzenden. In Abwesenheit des auf Urlaub befindlichen Reichsaußenministers nahm Staats- ' sekretär v. Schubert als Sprecher des Auswärtigen Amtes an der Sitzung teil.
preußischer Landtag.
Das Haus erledigte zunächst ohne Debatte eine Anzahl kleiner Vorlagen. Dann wurde die z w e i te Beratung der Gewerbesteuer für 1927 fortgesetzt. Die Vorlage wurde sckstießlich unter Ablehnung aller Slenderungsanträge nach den Ausschußbeschlüssen angenommen. Die zweite Beratung des Wohlfahrtsetats wurde ebenfalls zu Ende geführt, nachdem eine ganze Reihe von Abstimmungen vorgenommen worden waren. Die dann folgende Beratung des Haushalts der Domänenverwaltung wurde abgebrochen und auf Freitag vertagt. Ein gegen den Minister H i r t s i e f e r eingegangenes Mißtrauensvotum der Kommunisten soll am Freitag ebenfalls zur Abstimmung gelangen.
Köhlers Rede und Amerika.
wtb. Rewyork, 18. Febr. (Eig. Funkm.) „World" schreibt zur Rede des deutschen Finanzministers Dr. Köhler, es sei Zeit, daß die Vereinigten Staaten und die ehemaligen Alliierten sich mit der Aussicht abfänden, daß der Da w e s p l a n und mit ihm zusammen alle Finanzabkommen aller Nationen einer durchgreifenden Abänderung benötigen.
Der deutsch-polnische Streit.
Nach einer von dem polnischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung lehnt die polnische Regierung sofortige Verhandlungen mit Deutschland über die Niederlassungs- und Auswei- sungsfrage ab, erklärt sich aber zur Wiederaufnahme der Handelsvertragsverhand- l u n g e n bereit. Eine besondere vertragliche Bindung in der Ausweisungssrage lehnt die polnische Regierung mit der Begründung ab, daß die Rechtsstellung der Fremden in Polen durch eine liberale innere Gesetzgebung geregelt sei.
Hierzu erfährt das WTB. von maßgebender deutscher Seite:
Angesichts der Handhabung des Fremdenrechts durch Polen ist es auf deutscher Seite von Anfang an für unbedingt erforderlich gehalten worden, die Ausweisungsfrage im Rahmen der Niederlassungsbestimmungen des Handelsvertrags zu regeln. Erst infolge des Widerstandes der polnischen Delegation gegen eine Behandlung der Ausweisungsfrage ist von deutscher Seite versucht worden» diesen Punkt durch besondere Verhandlungen auf diplomatischem Wege zu regeln. Es wird nunmehr durch weitere deutsche Schritte in Warschau Klarheit darüber zu schaffen sein, ob auf irgend einem Wege eine befriedigende Regelung der Ausweisungspraxis zu erzielen ist und damit die gegen- ®a^,Sen Schwierigkeiten für die Fortsetzung der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen beseitigt werden können. Sollte Polen diese Regelung auf diesem Gebiete ablehnen, so wäre dies der deutlichste Beweis dafür, daß es seine willkürliche Ausweiiungsxraxis fortjetzen will.
Die deutsche Völkerbundsliga.
Im Reichstag fand am Mittwoch eine Sitzung des Präsidiums der Deutschen Liga für den Völkerbund statt, in der eine Umgestaltung des Vorstandes und des Präsidiums beschlossen wurde. Botschafter z. D. Graf Bernstorff, der Präsident der Liga, begründete die Neugruppierung der beiden Körperschaften folgendermaßen: Die Deutsche Liga für Völkerbund wurde vor acht Jahren gegründet von Männern, die Anhänger der Völkerbundsidee waren, und es war verständlich, daß die Leitung sich vorzüglich aus Mitgliedern linksgerichte- t e r Parteien zusammensetzte. Jetzt aber arbeiten in der Liga in hervorragender Weise neben den anfänglich völkerbundsfeindlichen Kreisen auch Mitglieder solcher Parteien mit, die dem Völkerbunde früher ablehnend gegenübergestanden haben. Es wurde eine Kommission eingesetzt, die mit der Aufgabe der Erweiterung des Vorstandes und des Präsidiums beauftragt wurde.
Beendigung der Tagung des Völkerbundsausschusses in London.
In London fand die Schlußsitzung des Unterausschusses des Völkerbundes statt, welcher zum Studium der Frage eingesetzt ist, welche Maßnahmen zweckmäßigerweise zur Beschleunigung des Eingreifens des Völkerbundsrates im Falle einer Kriegsgefahr getroffen werden können. Der Ausschuß erzielte eine vollständige Einigung und wird seine Vorschläge dem Völkerbundsrat übermitteln.
Internationale Handelskammer.
Aus Genf wird gemeldet: Die Internationale Handelskammer hat auf Ersuchen der Kommission
zur Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz einen Bericht über die Ausgestaltung des Handelsverkehrs fertiggestellt, in dem zunächst der Abschluß einer allgemeinen Konvention über die Behandlung der Ausländer, Abschaffung der Paßvisa, Freiheit des Aufenthaltes und gleiche Behandlung von Ausländern und Einheimischen befürwortet wird. Ferner spricht sich die Handelskammer für die A u f h e b u n g von Ein- und Ausfuhrverboten für Rohstoffe auf und empfiehlt die rasche Ratifizierung der Genfer Konvention über die Vereinfachung der Zollformalitäten. Zum Schluß empfiehlt die Kammer, dem Völkerbund einen ständigen Organismus für die Behandlung von sämtlichen Zoll- und Handelsfragen zu schaffen.
Chinesen-Kämpfe und Engländer.
Hinrichtung eines chinesischen Generals.
wtb. London, 18. Februar. (Eig. Funkm.) „Times" berichtet aus Tientsin, daß gestern ein chinesischer General in der Eingeborenenstadt öffentlich hingerichtet wurde. Er soll gestanden haben, zahlreiche vormalige Soldaten benutzt zu haben, um wohlhabende Chinesen zu berauben.
Ein ganz Schlauer.
Reuter meldet aus Schanghai: Nachrichten aus Hankau „nfolge, soll einer der bedeutendsten Generäle Senschuangfang, der bisher mit einer Armee in der Provinz Tfchekiang stand, nach der Provinz Anhwei marschiert sein, um dort abzuwarten, w e l cb e P a r t e i bei den bevorstehenden Kämpfen die Oberhand behalten wird. Auch die dritte Armee Senschuangfangs soll zu den Südtruppen übergegangen sein. Die auf dem Rückzug befind-
Die Richtlinien der künftigen RegiernnzMMikr.
Aus der Reichstagsfraktion des Zentrums teilt man uns mit:
Da über die Entstehung und den Inhalt der sogenannten Richtlinien der künftigen Regierungs- politik immer noch Zweifel bestehen, stellen wir das Folgende fest:
Der Vorstand der Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstags hat im Anschluß an einen Entwurf des Abgeordneten von Guerard in seiner Sitzung vom 21. Januar 1927 Leitsätze für die Verhandlungen des Reichskanzlers über die Regierungsbildung aufgestellt. Diese Leitsätze wurden am Sonntag, den 23. Januar, in der Reichskanzlei durchgearbeitet. An dieser Besprechung nahmen teil die Herren Dr. Marx, Dr. Brauns, v. Gu-rard, Dr. Stegerwald, Dr. Wirth und Joos. Sie erhielten eine etwas andere Fassung, ohne daß an den entscheidenden Bestimmungen etwas geändert wurde und waren bestimmt als Grundlage für die Verhandlungen mit den anderen Parteien über die Regierungsbildung.
An Hand dieser Grundlagen hat der Reichs- kanfzler Dr. Marx mit den Beauftragten der Deutschnationalen Fraktion verhandelt, lieber das Ergebnis seiner Verhandlung berichtete er in einer Besprechung vom 24. Januar 1927 denselben Mitgliedern der Zentrumsfraktion, die an der ersten Besprechung teilgenommen hatten, also den Herren Dr. Brauns, von Guerard, Dr. Steger- wold, Dr. Wirth und Joos. Am 25. Januar 1927 wurden die nunmehr Richtlinien genannten Grundlagen der künftigen Regierungsbildung erneut fest- gestellt. Eine irgend wesentliche Aenderung der Richtlinien erfolgte wiederum nicht. Sie bildeten dann die Grundlage weiterer Verhandlungen mit den Regierungsparteien. Am 26 Januar 1927 wurden' sie in einer Besprechung der derzeitigen Regierungsparteien endgültig festgelegt. Es wurden einige Zusätze zu den Richtlinien selbst protokollarisch festgelegt. Die Richtlinien der künftigen Regierungspolitik wie bte Zusätze zu dem Potokrll über die Feststellung erhielten den nachstehenden authenischen Wortlaut.
Diese Richtlinien haben ihre Ausprägung in der Erklärung der Reichsregierung gefunden und sind die bindende Grundlage der Politik der derzeitigen Reichsregierung sowohl in außenpolitischer wie in innerpolitischer Beziehung.
RichtNnien der künftigen Regierungspolitik.
1. Außenpolitik.
Fortführung der bisherigen Außenpolitik im Sinne gegenseitiger friedlicher Verständigung. Anerkennung der Rechtsgültigkeit des Vertragswerkes von Locarno. Loyale gleichberechitgte Mitarbeit im Völkerbund.
2. Verfassung.
Anerkennung der Rechtsgültigkeit der in der Verfassung von Weimar begründeten republikanischen Staatsform. Unbedingter Schutz dieser Verfassung in ihrer Gesamtheit sowie der verfossungs- mäßigen Reichsfarben (Artikel 3 der Reichsverfassung) gegen alle herabsetzenden Verunglimpfungen und rechtswidrigen Angriffe. Vorgehen gegen alle Vereinigungen, alle Bestrebungen, die den Umsturz der bestehenden Staatsform bezwecken. Verbot an alle Beamte, sich an solchen Vereinigungen oder Bestrebungen zu beteiligen. Die verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte der Beamten werden hierdurch nicht berührt.
3. Reichswehr.
Bezüglich der Reichswehr wird tuet entsprechende Teil der Rede des Reichskanzlers vom 16 Dezember 1926 als maßgebend anerkannt.
1. Die Verordnung des Herrn Reichspräsiden, teil vom 31. Dezember 1926 ist strengstens durchzuführen.
2. Den Angehörigen der Reichswehr ist die Zugehörigkeit und das Zusammenarbeiten mit politischen Verbänden aller Richtungen, zu denen die sogenannten Wehroerbände aller Richtungen und Formen in erster Linie gehören, verboten. Diese Bestimmungen sollen strengstens durchgeführt werden.
3. Es wird eine Rekrutierungsoerordnung erlassen, die Vorkehrungen trifft, daß keine verfassungsfeindlichen Personen im Sinne von Ziffer 2 in die Reichswehr ausgenommen werden
4. Kulturfragen.
Erlaß eines Reichsschulgesetzes unter Wahrung der Gewissensfreiheit und des Elternrechts. Grundsätzliche Gleichstellung der im Artikel 146 der Reichsverfassung vorgesehenen Schularten, Sicherung des Religionsunterrichtes (Artikel 149).
5. Sozialpolitik.
Tatkräftige Förderung der Sozialreform. Ausbau und Vollendung des Arbeitsrechts. Der nächste Schritt auf diesem Gebiet soll die Schaffung einer umfassenden Arbeitsschutzgesetzgebung, unter besonderer Berücksichtigung der Bergarbeit sein. Darin ist — ausgehend von den deutschen Verhältnissen — die Arbeitszeit einschließlich der Sonntagsruhe im Einklang mit den internationalen Vereinbarungen zu regeln. Auf Grund einer solchen Regelung ist die deutsche Regierung zur Ratifizierung des Washingtoner Abkommens gleichzeitig mit den anderen westeuropäischen Industrieländern bereit. Bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes sollen durch Uebergangs- und Notmaßnahmen Mißstände auf dem Gebiete der Arbeitszeit beseitigt werden. Die im Artikel 165 der Reichsverfassung vorgesehene Mitwirkung der Arbeiter und Angestellten in der Wirtschaft ist im Sinne der im Reichswirtschaftsrat zustandegekommenen Einigung weiter auszubauen.
Dringlich ist die Verabschiedung einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Damit im Zusammenhang stehen Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsnachweises.
Aufbau und Verfahren der Sozialversicherung sollen nach Möglichkeit vereinfacht werden. Die verschiedenen Versicherungszweige bedürfen einer organischen Verbindung und Ausgestaltung. Die Lage der Invaliden muß verbessert werden. Für die Seeleute ist eine Krankenversicherung zu schaffen.
Entschloßene Bekämpfung der Erwerbslosigkeit und Fürsorge für die Erwerbslosen mit allen zweckdienlichen Wirtschafts- und sozialpolitischen Mitteln. Die Soziale Reform ist auch international, insbesondere im Zusammenwirken mit dem Internationalen Arbeitsamt zu fördern.
Zusätze zum Protokoll.
1. Außenpolitik.
Die anwesenden Fraktionen sind darin einig, daß die Anerkennung der Rechtsgültigkeit des Vertragswerks von Locarno sowohl völkerrechtlich wie verfasiungsrechtlich nicht in Zweifel gezogen wird.
2. Verfassung.
1. Der Hinweis auf Artikel 3 der Verfassung bezieht sich auf den ganzen Inhalt, also auch auf die Handelsflagge.
2. In die Regierungserklärung soll eine allgemeine Mahnung dahingehend ausgenommen werden, auch die Vergangenheit in ihren Symbolen zu achten.
Außerdem wird in der Besprechung der Fraktionen festgelegt, daß wichtige Anträge einer einzelnen Regierungspartei, insbesondere mit dem Ziel einer Aenderung der Verfassung, nur nach vorherigem Benehmen mit den anderen Regierungsparteien gestellt werden dürfen.
lichen Truppen Senschuangfangs sollen zahlreiche Plünderungen verüben und eine Reihe von Chine« sen erschossen haben.
Die Haltung des Außenministers Tschenk.
wtb. London, 18. Februar. (Eig. Funkm.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" vermutet, daß der kantonesische Außenmini- ster die Verhandlungen in Hankau absichtlich in d i e Länge gezogen habe in Erwartung der jetzt in Gang befindlichen Offensive in Richtung Schanghai, da er hoffe, daß er angesichts der Erfolge der Südtruppen neue und weitergehende Z u- geständnisse von den Engländern erlangen könne. ______
Siir Rheinland-Räumung.
Eine Entschließung des Pfälzischen Kreistags.
Der Pfälzische Kreistag in Speyer hat einstimmig folgende Entschließung angenommen: Mit dem Eintritt unseres Vaterlandes in den Völkerbund ist mit Recht vom deutschen Volk, aber auch von einsichtsvollen Kreisen des Auslandes, das Verlangen erhoben worden, die B e s e tz u n g des Landes aufzuheben. Hinter diese Forderung stellen wir uns im Kreistag mit allen Fasern unseres Denkens und Fühlens, stellt sich die pfälzische Bevölkerung, die, mit Ausnahme von wenigen verwerflichen Elementen, die Besatzung vom ersten Tage ihres Erscheinens abgelehnt hat und ewig ablehnen wird. Wer es ernst nimmt mit Völkerversöhnung und wirklichem Frieden, der kann nimmermehr einen Zustand billigen, der jeden Tag den Abgrund zwischen zwei Völkern tiefer aufreißt, und er muß das Ende von Verhältnissen wünschen, welche die Zwietracht zwischen den Völkern verewigen müssen. Die Pfälzer waren ein freies Volk im freien Land. Die Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag werden, soweit es notwendig, erfüllt, und deshalb wollen wir wieder fein, was wir waren. Wir fordern zurück von den Alliierten unsere Freiheit und frei von jeder Besetzung unsere Pfalz.
Die Hochschul-Politik.
(Ein Protest des Vorstandes der deutschen Studentenschaft.
Der Vorstand der deutschen Studentenschaft Hai laut „Lokalanz." ein Rundschreiben an die pre ritz i s ch e n Einzelstudentenschaften erlassen, worin er gegen einen eventuellen kampflosen Verzicht der Vertreter der preußischen Studentenschaften auf die „großen" Ziele der deutschen Studentenschaft scharf Stellung nimmt und sich alle Schritte gegenüber der Erklärung der preußischen Studentenschaften in der Unterredung mit dem preußischen Kultusminister Dr. Becker vorbehält. Nach Mitteilung der „Kreuzztg." und der „Deutschen Tageszeitung" soll in weiten Kreisen der Hauptgeschäftsstelle der preußischen Studentenschaften von Berlin nach München zu verlegen. Der Jungakademische Pressedienst verbreitet übrigens eine Miteilung, worin behauptet wird, daß der Bericht des Amtlichen Preußischen Pressedienstes über die Verhandlungen im preußischen Kultusministerium verschiedene Unrichtigkeiten in der Darstellung des Verhandlungsergebnisses enthalte
♦
Wenn die Hauptgeschäftsstelle der preußischen Studentenschaft nach der bayerischen Hauptstadt verlegt wird, dann würde auch äußerlich in die Erscheinung treten, daß der völkisch- nationalistisch eingestellte 2eüjÄc Studentenschast in Preußen dasSpielv DDM r e n hat.
Die Lage in Portugal.
Auch in Portugal herrscht jetzt Faschismus.
wtb. Paris, 18. Febr. (Eig. Funkm.). Ein nach Lissabon entsandter Sonderberichterstatter des „Journal" hat nach Niederwerfung des Aufstands- Versuches in Porto Ministerpräsident Carmona gesprochen, der ihm erklärte, seine Diktatur sei nur vorübergehend. Sie werde aufhören, sobald das Problem der allgemeinen politischen Orientierung Portugals gelöst sei. Die Verfassung werde durch eine Nationalversammlung abgeändert werden, an deren Einberufung man jetzt allerdings nicht denken könne. Er bestreite nicht, das das in Portugal bestehende Regime mit dem italienischen ober spanischen Fa- schisrnus eine gewisse Aehnlichkeit habe. Kriegsminister Oberst Susa erklärte dem Berichterstatter, baß der Aufstandsversuch nicht so bald wiederholt werden würde. Die Regierung sei vorbereitet, jeden derartigen Versuch mit der gleichen Energie zu unterdrücken. Er glaube nicht, daß die Festgenommenen Hauptführer der Bewegung seien. Diese hielten sich versteckt, aber man werde sie zu finden wißen.
Geflüchtete portugiesische Revolutionäre.
wtb. Paris. 18. Febr. (Eig. Funkm.). Wie Oonas aus Lissabon berichtet, sollen sich verschiedene ührer der Aufständischen und zwar Zivil- und Militärpersonen nach Vigo geflüchtet haben.
♦ Die Schulden Frankreichs bei England. Das Finanzministerium in Paris gibt bekannt, daß, nachdem das Abkommen vom 12. Juni 1926 betr. die Konsolidierung der französischen Schuld bei England noch nicht vom Parlament ratifiziert worden fei, die französische Regierung im Laufe des englischen Budgetjahres 1927-28 dem. englischen Schatzamt eine Summe von 6 Millionen Pfund Sterling zahlen werde, und zwar zur Hälfte am 15. Sepetmber 1927 und zur Hälfte am 15. März W. .... „........ .