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Anzeiger für die Stabt und den Kreis Fulda.
Nr. 36.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilage: .^Illustrierte Beklage" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Str. S.
>t Monatlicher Bezugspreis 1,50 Ml .<
Sonntag, 13. Februar 1927.
AmMches Krelsblatt.
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Abg. v. Guerard (Zentr.) erklärt, daß nach den Feststellungen des Reichskanzlers und Die eben gehörte Erklärung des Reichsinnenministers die Voraussetzungen erfüllt seien, die ^as Zentrum an sein Vertrauensvotum vom 5.
Wie die Agenur Jndo Pacific aus Honkong berichtet, sind die am Dienstag dort eingetroffenen Truppen trotz des Protestes Eugen Sehens gegen die Zusammenziehung englischer Truppen in dieser Qtadt nach Schanghai weitertransportiert worden.
Minister v. Kendel bleibt.
Der Reichskanzler über das Ergebnis der Untersuchung. — Eine Erklärung v. Ueudells. — Sämtliche Mitztrauensanträge abgelehnt,
Erlaß wurde aber nicht mehr aügefandt, da Herr von Keudell inzwischen um seine Entlassung aus dem Staatsdienst gebeten hatte. Aus der Tatsache, daß die preußische Staatsregierung von einem Untersuchungsverfahren gegen o. Keudell abgesehen hat und ihn wieder in den Staatsdienst aufnehmen wollte, muß auch der Schluß gezogen werden, daß auch die
preußische Staalsregierung damals schon sein Verhalten nicht so beurteilt hat, daß sie eine neuerliche Berufung in den Staatsdienst für ausgeschlossen hielt..
Was den K ü st r i n e r Putsch anbelangt, so steht fest, daß der jetzige Reichsinnenminister keinesfalls unmittelbar nach dem Putsch bei Gudovius für Buch- rucker eingetreten ist. Erst einige Tage später war er bei Gudovius, und zwar nur zu dem Zwecke, ihm dafür zu danken, daß er durch feine Haltung den Kreis Königsberg vor schweren Unruhen bewahrt hat. (Lachen und Heiterkeit links). Herr v. Keudell hat den Kü- striner Putsch stets aufs schärfste verurteilt.
ordnuug den Eindruck, daß das Vertrauen, das dk-e Beamtenschaft dem neuen Finonzminister ent- gegenbrmgt, vollauf berechtigt ist.
» Der Reichsbeamtenbeirat beim Reichsfinanz- mimster. Aus Berlin wftd uns mitgeteilt: Der Reichsfmanzminifter Köhler empfing am 11. Febr. eine Abordnung des Reichsbeamtenbeftats der Zen- tulmspartei, bestehend aus den Herren Allekotte M. d. R., Baumhvff M. d. L. und Lenz-Ber- nn. Die Unterredung erstreckte sich auf alle bedeutenden Beamtenfragen, in denen der Reichsfinanz- mmister ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Die vertrauensvolle Aussprach« hinterließ bei der Abordnung den Eindruck, daß das Bei
Vie Abstimmung.
Rach einem Schlußwort des Abg. Kreuzbura rna'Sm* ber Mißtrauen,ankrag der be- — .n/fTn 3rat,ion ia namentlicher Abskim- mung mW 217 gegen 161 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Es handelt sich um ein motiviertes Mißtrauensvotum das Bezug nimmt auf das Verhalten bcs Serm v Seudell beim kapp-vutsch und beim Bov-
Die Freitagssitzung des Reichstags fand dasselbe Interesse toi« die großen politischen Debatten der letzten Woche und das drückte sich schon im äußeren Rahmen dieser Sitzung aus. Der Reichskanzler Marx, der sehr eingehend die Untersuchung über die gegen Herrn von Keudell erhobenen Vorwürfe geführt hatte, stellte in umfassenden, schriftlich fixierten Darlegungen di« Sachlage klar. Das Ergebnis ist, daß Vorwürfe gegen den Reichsinnenminister von Keudell wegen rechtswidrigen Verhaltens in der Vergangenheft nicht erhoben werden können.
Nebel über England.
London und der größte Teil des Landes waren am Freitag wieder in dichten Nebel qe- hulft. Die Züge trafen mit Verspätung ein und die Arbeiten m den Büros und Fabriken konnten nur bei künstlichem Licht vvrgenommen werden. Auch auf dem Kanal war der Nebel sehr dick Der dänische Dampfer „Signe" stieß mit dem italie- nifchen Dampfer „Francesco Ciampa" im Kanal zusammen, der innerhalb einer Viertelstunde sank S,eme gesamte Besatzung von 30 Mann konnte öon dem dänischen Dampfer gerettet werden. In °c*r Ä"Lebung von London ereignete,r sich infolge des Nebels verschiedene Sttaßenunfälle, bei denen und mehrere verletzt wurden.
Er erklärt, es widerstrebe ihm, von seiner Person zu sprechen. Es widerstrebe ihm auch zu glauben, daß em Mitglied des Hauses ihm die Verletzung feiner Eides- pfi'cht zutrauen könne. (Gelächter und Unruhe b. d. Kommunisten.) Nach feiner ganzen Lebensauffassung werde er selbstverständlich zu seinem Eide stehen, und er erachte es als seine besondere Pflicht, für den Schutz und das Ansehen der Deutschen Republik zu sorgen. (Zwischenruf bei den Komm.) Die Wo»« des Herrn Reichskanzler an meine persönliche Adresse finden meinen Beifall. Zum Schluß erklärt der Minister, er werde allestun, um ein vertrauen s- ” 1 ® s Mitarbeiten zu ermöglichen. (Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.)
Herr v. Keudell ist jahrelang von den verschiedensten Organisationen angegangen worden, er möge Mitglieder von ihnen für einige Zeit auf seinem Gute unterbringen. Keudell hat jahrelang in weitestgehendem Maße solche Gastfreundschaft gegeben. (Lachen links). Er hat auch St i n b e r aus dem Ruhrrevier ausgenommen und jüdische Pfadfinder. (Hört, hört und Heiterkeit rechts). Herrn v. Keudell war es
* Maßregelung saszistischer Abgeordneter. Der Sekretär der faszlstischen Pattei, Turati, zugleich Sekretär der Regierungsmehrheit in der Kammer richtete an mehrere Abgeordnete, die in diesen Ta- gen wegen Unwürdigkeit aus der Pattei ausgeschlossen wurden, die Aufforderung, ihr Zlbqeord- netenmandat niederzulegen. Uebrigens sott die Kammer ihren Ausschluß beschließen.
— Diskontermäßigung der Bant von Polen. Vorn 11. Februar ab setzt die Bank von Polen den Diskontsatz von 9’Z Prozent auf 9 Prozent herab. Born glei- chen Tage an wird der Prozentsatz für Anleihen und offene Kredite von 11 auf 10% Prozent ermäßigt.
die gegen den Reichsinnenminister oorgelegten M i ß- trauensanträge ab.
Abg. Dr. Landsberg (Soz.) erklärt: Wir haben kein Vertrauen zu dieser Regierung, aber wir rufen dem Auslande zu: Die Erfüllungs- und Verständigungspolitik wird fortgesetzt werden. Die Rheinlandbesatzung muß aufhören, nicht dieser Regierung zuliebe, sondern dem deutschen Volke zuliebe. (Lebhafter Beifall links)
Aba. v. Richthofen (Dem.) schließt sich dem Abgeordneten Landsberg an in der Verurteilung des Verhaltens des Ministers v. Keudell beim Käpp-Putsch. In der »rage des Boykotts gegen v. Treskow fei die Darstel- lung des Reichskanzlers nicht richtig. (Hört, hort! links.)
Vie Abrüstung zur See.
Frankreich will Behandlung des Problems durch I den Völkerbund. — Die Aufnahme der Borschläge CoÄlidges in England.
Das Memorandum des amerikanischen Präfi- denten Coolidge betteffend die Seeabrüstungs- kvnferenz ist von den zuständigen Stellen des Ministeriums des Aeußeren unter Zuziehung der ftan- zösischen Vettreter beim Völkerbund eingehend geprüft worden. Der Ministerrat soll sich am Samstag mit der Frage beschäftigen. Es ist anzunehmen, daß erst danach der offiziell« Standpunkt! der ftanzösffchen Regierung bekannt gegeben wird. Havas hält es für wahrscheinlich, daß die fron» zv fische Regierung gegen den amerikanischen Vorschlag keine Einwendungen erhebe, jedoch darauf bestehen werde, daß der Völkerbund mit dem Abrüstungsproblem weiter befaßt bleibe. Andererseits sei anzunehmen, daß die Beteiligung Sowjet-Rußlands an der vorgefchla- genen Konferenz nicht als Bedingung für den Zu- sammenttftt der Konferenz gestellt werden würde.
Der ftanz. Delegierte beim Völkerbund, Paul | Boncour, erklärt zu Cooldiges Vorschlägen für [ die Abrüstung zur See: Die Einberufung einer Konferenz zur Behandlung der Abrüstung zur See hieße das Problem, mit dem auch der vorbereitende Entwaffnungsausschuß des Völkerbundes befaßt ist, doppelt behandeln. Deshalb kann ich mich, so sagt Paul Boncour, dem von dem amerikanischen Präsidenten auseinandergesetzten Standpunkt nicht anschließen, und zwar umsoweniger als die Arbeiten des vorbereitenden V ö l k e r b u nds- ausschusfes für die Entwaffnung auf gutem Wege sind und als Grundlage für die allgemeine Abrüstungs-Konferenz dienen können, die für dieses oder spätestens nächstes Jahr vorgesehen ist. Die Vereinigten Staaten haben in Genf einen Vertreter, der an den Arbeiten der vorbereitenden Kommission teilnimmt. Es wäre ihnen also leicht gewesen, den ineressierten Mächten einen Seeabrü- stungsplan, wie sie ihn auffaßten, vorzulegen.
In Londoner zuständigen Kreisen äußert man sich zu den Vorschlägen des Präsidenten Coolidge für ein« Beschränkung der Rüstungen zur See zustimmend. Eine ausführliche Stellungnahme kann aber erst nach gÄndlicher Prüfung der amerikanischen Vorschläge erfolgen.
Japan und die amerikanische Denkschrift.
tato- New York, 12. Februar. (Eig. Funkm.) „Associated Preß" meldet aus Tokio, daß die jVapanische Regierung demnächst auf die Vorschläge des Präsidenten Coolidge in z u st i m m e n - dem Sinne antwotten werd«. Die Meinungen der einzelnen japanischen Zeitungen gehen auseinander. „Kokumin" erklätt, Japan könne ebensogut ferne gesamte Flotte aufgeben und sich dem Willen Englands und der Vereinigten Staaten unterwerfen.
Pontifikalamt in Berlin.
rn Bc£in’ l2; Hebr. (Eig. Funkm.) Aus Anlaß der P a p st k r ö n u ng fand heute vornnit- tag in ber St. Hedwigskirche ein Pontifikalamt statt, dem unter anderem Reichskanzler Dr. M a rx, Reichsminister des Innern von Keudell, der preußische Wohlfahrtsminister Hirt fieser und verschiedene Vertreter der Regierung sowie das diplomatische Corps beiwohnten . Die Messe zele- briette Nuntius Pacelli.
ein Disziplinarverfahren ist jedoch niemals eingeleilel worden.
(Härt, hört, rechts.) Herr v. Keudell ist in dieser Be- Ziehung bis heute noch ohne jede Nachricht. (Lachen links.) Am 22. Juli 1921 wurde Herr v. Keudell vom preußischen Innenminister vorübergehend der Regie- ?u n g Stettin überwiesen. Er hat diese Amts- ftelle nicht antreten können, weil er damals krank war. Er hat jedoch feine Berufung dahin auffassen müssen, oatz ihn die preußische Staatsregierung wieder im akti-
Staatsdienst verwenden wollte. Die e Auffassung rmrb bttrd) bie Tatsache unterstützt, daß Herr v. Keudell nn Marz 1922 zum Regie rungs rat in Arns- ernannt werden sollte. Der vom preußischen Mnen- und oreußischen Finanzminister unterzeichnete
koll de, Herrn von Treskow. Für das Mißtrauensvotum stimmten außer den Antragstellern auch die Sozialdemokraten, Kommunisten und der Abg. Dr. Wirth (Ztr.). Die nicht motivierten Mißtrauensanlräge werden darauf in namentlicher Abstimmung mil 218 gegen 163 Stimmen bei einer Stimmenthaltung a b- gelehnt.
Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Reichswohnungszählung im Jahre 1924 und die Feststellung der Zahl der Wohnungssuchenden. Nach längerer Aussprache wird die Vorlage in zweiter und dritter Beratung unter Ablehnung aller Aenderungsanträge mit den Ausschlußentschließungen angenommen.
Um 5% Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch, den 16. Februar, 3 Uhr. Erste Lesung des Haushalls für 1927 und vorläufiger Finanzausgleich.
China.
Lin Sieg der chinesischen Rordarmec.
Nach einer Meldung der Agentur Jndo Pacific aus Peking fft die Lage in der Provinz Tschekiang für Sunschuanschang, dessen Truppen Schushau wieder eingenommen haben, günstiger geworden. In der Provinz Kiangsi ziehen sich die Kuomointang-Truppen zurück. Eine erbitterte Schlacht zwischen Nordtruppen und 30 000 Mann Südtruppen hat mit einem Siege der Nordtruppen geendet. Die verfügbaren Streitkräfte Wupeifus und Tschang-Tso-Lins weroen in der Provinz Honan gegen die Rote Kavallerie eingesetzt.
wtb. London, 12. Febr. (Eig. Funkm.) „Daily News" berichtet aus Shanghai, dort werde gemeldet, daß Sunffchuanfang von den Kantonesen schwer geschlagen worden sei. Es heiße, daß Suns Oberbefehlshaber die Nordtruppen verlassen und sich den Süd-Truppen angeschlossen habe.
Abschaffung der ausländischen Gerichtshöfe.
Der Außenminister von Kanton teilt den Konsulaten mit, das aufgrund einer Anordnung des politischen Büros ausländische Kläger künftig keine Klagen mehr vor dem besonderen Gerichtshof anhängig machen können. Alle ausländischen Prozesse müssen vor ch i n es i s ch e n Gerichtshöfen of)ne Unterstützung eines Konsularbeamten als Beisitzer durchgeführt werden.
Polen und Deutschland.
Vizepräsident Bartels über die polnische Außenpolitik.
Vizeministerpräsident Bartels hielt am Freitag abend im polnischen Landtag nach Beendigung der Aussprache über den Staatshaushalt das erwartete große Exposs über die außenpolitiche und innere Lage des Staates, um den Abgeordneten das Budget zur Annahme zu empfehlen. In dem inner- politischen Teil seiner Rede beschränkte sich Bartel auf die Darstellung des Verhältnisses Polens zu Deutschland und zur Räte- union. Die außenpolitische Haltung Polens hat nach Ansicht des Vizepräsidenten viel zur Klärung der internationalen Atmosphäre beigetragen. Bartels sagte: Die letzte, die 0 ft fe ft ungen Deutschlands betreffende Entscheidung der Botschafterkonferenz, bedeutet zwar eine Kompromißlösung, die in vielen Punkten Zugeständnisse an Deutschland enthält, sie ist aber doch zu einem bedeutenden Teil das Ergebnis der Bemühungen unserer Verbündeten und berücksichtigt bis zu einem gewissen Grade die Bedeutung der Sicherheit Polens für den allgemeinen europäischen Frieden. Ich habe den Eindruck, daß sich in der öffentlichen Meinung Europas immer mehr die Ansicht festigt, die der Bedeutung Polens und seiner Sicherheit bei der großen Aufgabe einer Festigung des Friedens zukommt. Die polnische Regierung hat nichts vernachlässigt, um über die Einhaltung der internationalen Verträge zu wachen. Sie versteht auch, daß jede Schwäche und jeder zu weitgehende Vergleich unabsehbare schädliche Folgen nach sich ziehen kann. Andererseits wünscht die gegenroärtige Regierung eine reale wirtschaftliche nachbarliche Zusammenarbeit mit seinen westlichen Nachbarn, eine Zusammenarbeit, die begründet sein soll auf den bestehenden Verträgen und wirtschaftlichem Verständnis. Trotz der Nachricht über eine auf deutschen Verlangen erfolgte Einstellung der Arbeiten m Berlin will die polnische Regierung nicht glauben, daß die deutsche Regierung unter dem Vorwand der verweigerten Aufenthaltsbewilligung für vier deutsche Staatsangehörige es zu einem vollkommenen Bruch der Verhandlungen überdenHandelsvertrag kommen lasten will. Sowohl die Tatsache, als auch die Rechtslage kann hier nicht in Frage gestellt werden. Und wenn es aus diesem Grunde zu einer Unterbechung der Verhandlungen kommen sollte, so müssen wir von vornherein erklären, daß wir die ganze Schuld auf die gegenwärtige deuffche Regierung wälzen. Bartel trat hierauf der in weiten Kreisen Rußlands verbreiteten Ansicht über angebliche polnische Angriffsabsichten entgegen. Polen habe nicht das geringste Interesse an einem Konflikt mit der Räteunion. Was die Frag« des Abschlusses eines Garantiepaktes anbetreffe, so meinte Bartel , daß hier jede Eile schädlich wäre, weil sie nicht zum Ziele führe. Für die Richtigkeit seiner Ansicht verwies der Minister auf die im Balkan geführten Garantiepaktverhandlungen. ____________
er dem Wortlaut der Regierungserklärung ge- I Oberst v. Luck auch geben habe, in der ja diese Versicherungen noch | gelernt hat. Wie Herr v. Keu einmal in ganz besonders feierlicher Form zusam- I ®™ni) der Aufzeichnungen auf seinem "Gute, ist Herr mengefaßt find. Keudett versichert, daß er alles I ”• Es,u? wahrend seiner Abwesenheit einmal einen Tag tun werde, was in seinen Kräften stehe, um ein Gute gewesen. Im übrigen ist die Olympia"
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Zentrums, Abgeordnete von Guerard fest, daß I Militärische Ausbildungen hoben nicht stattgefunden damit die Voraussetzung erfüllt sei, die das Zen- I auch keine militärischen Schießübungen.
trum an das Vertrauensvotum vom 5. Februar I Als derKanzler unterbrochen wird, ruft er: „Ja, meine geknüpft hab«. Dieses Vertrauensvotum erstreckte I Herren, bei Ihnen ist das Urteil schon gespro- sich nunmehr auf die gesamte Reichsregierung. I $cn-‘ betrachte Ihre Kundgebungen als eine Un-
Noch niemals fft in einer offenen Reichstags- 1 D*rfror-nh->t ------ •«* -
sttzung feit Bestehen dieses neuen Staates in so feierlicher Form das Bekenntnis zu diesem Staate und zu der Notwendigkeit seines Schutzes ausgesprochen worden, wie | ™ ।
des ständigen Stellvertreters de damals von feinem Amtssitz abtretenden Regierungspräsidenten Bartels, des Oberregierungsrates v. Keller. Mitteilungen der rechte mäßigen Regierung gelangten damals nicht zu i" rote die erste Nachricht von der Rückkehr der rechtmäßigen Regierung, am 18. März 1920, an ihn gelangte, hat „ndrat v. Keudell diese Mitteilung weiterverbreitet und alle früheren Erlasse der Kappregierung aufgehoben. (Zuruf b. d. Kommunisten: „Weil er die Szosen voll hatte!"). Es ist richtig, daß Landrat v. Keudell ven Vertrauensmann vor der Generalstreikagitation gc= . hat. Der frühere Bürgermeister von Morin be- Lm,n+LabcE ausdrücklich die auch hier verbreitete Be- brohunn9’^ L?ndrat v. Keudell ihn unter Strafan-
8 Sprangt habe, sich der Kapp-Regierung zu senden St Ml9cfteUt werden, daß nach der vor-
E.
Ser Reichskanzler weist darauf hin, daß damals der militärische Ausnahmerustand
Arb^ef^hl"haberOubergegangE^va^^A^"^n Mili- Herr o Keudell vervilicktte» Auch danach war
sirbcfehlshabers nachzukommen/'Es^war^w?ckn^o,s I st
Eun g° z ui oVg e n Es war lew* ^uhe und Ord- das Zentrum an fein Vertrauensvotum vom 5.
?er 'Ackericker Brücke Gendarm-n 9Cfltebenc Pflicht, an <Wuar gestellt habe. Dieses erstrecke sich daher auf das
MaLmNat । Z-° «»“"Ld ^n'rum ?ehne L.her
sinruhen aus Eberswalde zu verhindern. Von .«tzung eines Panzerzuges hat Herr von Keudell pater erfahren. Herr v. Keudell ist dann in den eins!
»eiligen Ruhestand o e rsetz t' worden. Am ?a April 1920 hat er den Regierungspräsidenten um be. ichleunigte Untersuchung seines Verhaltens ersucht. Eine Untersuchung oder
verfrorenheit ersten Ranges. Ich weiß meine Pflicht zu tun!" Lebhafter Beifall b. d. Regierungsparteien, Lärm bei den Kommunisten.) Auch nach der Feststellung des Reichswehrministeriums ist es einem _ -4. . - —o- . Offizier erlaubt, während seines Urlaubs an fport-
jprochen worden, wie >etzt von den Vettrctern eines I licher und turnerischer Ausbildung mitzuwirken. Die Kabinetts, in dem sich bie Deutschnationctten ge- I Behauptung, als habe Herr v. Keudell eine Abteilung schlossen als Reichstagsftaktion befinden und durch I Wst geführt, bestreitet Herr v. Keudell. Bei dem Be- tiier Minister vertttten sind. Man fft doch wohl be- I s^uß, der zu dem
rechtigt, diese Tatsache ganz besonders zu unterstrei- I Abbruch der Beziehungen ber Großgrundbesitzer zu dem lteuen Beweis für die fort- I Aiilglied des öungdeulschen Ordens o. Treskow
fchreftende Festigung unserer mnerpolitischen Der- | a a V. „
hältnffse zu betoerten. I err ^er~D- 'Yudell nicht mitgewirkt.
H I Beziehungen zu Treskow sind deshalb abgebrochen
„ . . „ . . . , , I worden, weil dieser vertrauliche Dinge verraten hat. Ich
Nach einer Begründung der Kommuntststiyen Inter- | betone aber, daß es sich bet diesen Dingen nickt um pcllatwn bezüglich des Ministers v. Keudell durch Diktaturbestrebungen, ihn Bekämpfung ober um irgend- den Abg. Torkler (Komm.) ergreift . welche Putschpläne handelt. Der Reichskanzler erklärt
s-» - r. t I mit erhobener Stimme, daß er auf dieser' Grundlage
Reichskanzler Dr. Marx j nn$ genauester gewissenhafter Prüfung sagen müsse, daß das Wort. Ich habe, so führte er aus, die Untersuchung K-"dell wegen rechtswidrigen
des Falles v. Keudell in die Hand genommen ^und I ^^haltens in bet Vergangenheit nicht berechtigt objektiv durchgeführt. Zuerst ist Dr. von Keudell B e- sind. Persönlich wolle er bemerken, daß er glaube in fetltgung am Kapputsch vorgeworfen worden. I Herrn v. Keudell einen Mann kennen gelernt zu haben Er habe, rote er zugibt, die Bekanntmachung des mili- «der fein Wort hält. (Lärmende Unterbrechungen torischen Befehlshabers für die Kappregierung verbrei- I links). Der Kanzler betont zum Schluß, daß sich die tet, das geschah I Tätigkeit auch ber neuen Regierung nur auf dem B o-
Id«- -.»°ll--» °°---le»,-». | Ä,
Seugung gewonnen, daß er in dessen Person einen -------- treuen Helfer gefunden habe. (Lebhafter Beifall der recht- I b. d. Regierungsparteien,Unruhe und Lärm links.)
, - . . -. -1 'hw- So- I Hierauf nimmt das Wort:
it von der Rückkehr der rechtrnahi- I
t Reichsinnenminister v. Rendell.
Im Effekt aber bedeutete diese Sitzung eine weitere Etappe auf dem Wege der Sicherung des neuen Staates. Gerade der Fatt Keudett gab dem Reichskanzler erneut Gelegenheit, darzutun, daß sich die gesamte Tätigkeit der Reichsregierung nur auf dem Boden der geltenden Verfassung bewege und daß der Schutz der gegenwärtigen Staatsfvrm das oberste Ziel dieser Regierung sein wftd. Und Herr von Keudett selbst nahm das Wort, um zu versichern, daß für ihn eine Selbstverständlichkeit bedeute, daß __
zu dem von chm auf die Republik geleiteten Eide ffehe und daß er es als ferne besondere Pflicht an- LbT V" Ma d« Verfassung der^de^tschen I ^föE um feine Gäste zu küm-
Republft zu sorgen. Don Kmdett verwies ber mern. Der Verband „Olympi a" ist Herrn v. Keudell Srefer Gel^enhett^ auch auf ferne Zuftimmung, die | nur aus der Presse bekannt. Es ist möglich, daß er n” ■* "ck einmal flüchtig persönlich kennen err v. Keudell feftgefteUt hat auf