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uldaerZertung

Anzeiger für die Sfabf und den Kreis Fulda. Amkliches Kreisblalk.

Nr. 34.

Srfcbetnl iechsm»! wöchentlich tßodienbeilage.3lluftri<rte 'PeiLig#' undPutbrnoldltef1 fiototion6bru<f und Verlag der Rulhnei #lrtienhru<fetei in jlulöa Fernsprecher 91t 9.

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Jreifag, 11. Februar 1927.

41 n zeigen - P r eise: Aleinzeii, (Colonel) total 0,18 AM, autinärt# 0.20 AM 91 e 11 o m e|ei Ie: total 0,60 AM, auäroärt« 0,80 AM Bei Wiederholungen ä be t L :* Pasttcheckkama Ärnnfiurt « IN <h <051 x

Zahrg.54.

Dr. Wirft).

In dem am Freitag erscheinenden Heft der ZeitschriftDeutsche Republik" schreibt Dr. Wirch i' er seine Haltung bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum:

Die Tatsache, daß ich mich nicht entschlossen habe, für das Vertrauen zu stimmen, ist ausgefallen. Die Zentrumsstimme meint mahnend:Man kann verste­hen, daß Dr. Wirth innere Hemmungen hat, zu billi­gen ist die Haltung nicht. Dr. Wirth hat mit nein gestimmt. Man kann die Gefühle eines Mannes von starkem politischen Temperament und einer ganz präci- sen Konstruktion wohl verstehen." Auch wenn ich dieser Stimme entsprechendes Gehör schenke, so kann sie an der Tatsache meines entschiedenen Neins nichts mehr än­dern. Das Nein war wohl erwogen und wohl bedacht. Ich stehe zu diesem Nein, wie ich auch jederzeit in den 13 politischen Jahren, die ich hinter mir habe, immer zu dem gestanden habe, was ich nach reiflicher lieber» legung tat. Aber meine politischen Freunde mögen wohl bedenken, daß es mir nicht schwer fällt, aus den Iorgenden Stimmen selbst, wenn es notwendig werden ollte, eine Nechtsertigung meines politischen Tuns zu entnehmen. Mit Uederraschung ruht mein Blick aus einem interessanten Sag einer führenden Zentrumszei. tung: Der Beschluß des Zentrums ist ein Vertrauen unter Vorbehalt. Ich möchte deutlich und ohne jeden Vorbehalt erklären, daß ich zu einem Vertrauen mit Vorbehalt keine innere Einstellung finden kann. So wie mein Nein als Wort lautete, so stehe ich auch inner- sich zu dieser Negierung. Ich stehe ihr nicht nur ableh­nend und srernd gegenüber, sondern ich begegne ihr mit Mißtrauen. .... Nicht etwa deshalb nur, weil Herr Hergt und Herr von Keudell dies ober lenes gesagt haben ober weil Herr von Keudell beim Kapp- Putsch eine nicht zu rechtfertigende Haltung eingenom­men hat, lehne ich diese Regierung ab, sondern weil es für mich als Republikaner unmöglich ist, dieser Regie, rung mein Vertrauen zu geben und burch mein Votum Nirhtrepublikanern verantwortungsvoll° Pasten in der Regierung zu verschaffen...... Es ist eine ver-

meffene und freche Sprache, wenn ein Zentrumsblatt meint, baß es ein Unglück ist nicht nur für bas Zen­trum, sondern auch für das deutsche Vaterland, daß ein Mann von dem unbeugsamen Format und dem rück­sichtslosen Feuerwillen eines Dr. Wirth, gessisientlich Übersieht, daß auch von rechts Ströme kom­men. die d?m deutschen Volke nutzbar gemacht werben können. Wer meine Veröffentlichungen in der letzten Zeit racHieft. weiß, daß ich mit starken Worten nach den Rechtskreisen mich mahnend und beschwörend um- gesckant habe, die willens sind, das Ewiggestrige zu ncrtoffcn, um zu dem Lebendigen, zu dem Friscken. zu dem Gegenwärtigen, zu dem Staat des Volkes, der deut- scheu Republik zu kommen. Ich habe Zwiesprache mit der Rechten gehalten, die in der deutschen Republik und weit darüber hinaus beachtet wurde. Sie war weder ein Un"iück für die Zentrumspartei nach für Deutsch- l"nd. Was ist aber gekommen? Man pralemiert nn- Männer. die für die Republik eine Provokation sind Mit Wenn und Aber, mit Vorbehalten mit Wi-der- holtinq alter Formeln griff man zur Macht. Man wehrte sich sogar dagegen, die Richtlinien, die Im Zen­trum ausgearbeitet worden sind, auch nur der Deffenf- sichtest zu übergeben. Man schab das Manifest zur Seite, an dem ich mitgearbeitet habe.

Die pvlitische Notwendigkeit ist o't so daß auch die schönsten und klarsten Darstellunaen nickte daran ändern können. Das muß man sich bei allem, was Dr. Wirth sagt und schreibt, vor Augen halten.

Dr. Strefemann in San Nemo.

Reichsminister Dr. S t r e s e m a n n ist am Mittwoch vormittag 9 42 Uhr In San Remo angekommen. Zu seinem Empfang waren der deutsche Botschafter in Rom, Freiherr v. Neu­rath, und der deutsche Konsul in San Remo Geldes, auf dem Bahnhof er'chieuen. Dr. S t r e s e m a nn wurde narb seiner Ankunft von einer größeren Menge begrüßt.

Kein Zusammentreffen mit Mussolini.

DieTribuna" stellt gegenüber englischen und französischen Zeitungsnachrichten, wonach Dr. Stresemann in San Remo mit Mus s o l i n i zu- sammentresfen werde, fest, daß der italienische Re­gierungschef nicht daran denke, Rom zu ver­lassen. ._ i L. *-

Hösch bei vriand.

Der deutsche Botschafter In Paris, v. Hösch, ver am Mittwoch nach Paris zurückgekehrt ist, hatte am Abend mit Außenminister Briand eine einstündige Besprechung. Aufgrund der Un­terredung, die der Botschafter in Berlin mit dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann gehabt hatte, besprach er mit Briand die verschiedenen Fragen, die Deutschland und Frankreich beschäf­tigen. Dabei wurde unter anderem der A b - schIuß der Berhandlungen über d i e Entwaffnung Deutschlanbz und die Weiter­gestaltung der deutsch-französischen Handelsbezie- Hungen berührt.

Reithstao.

Der Reichstag beschäftigte sich am Mittwoch zu- nächst mit den Anträgen des Zentrums und der Deutschnationalen, die sich mit dem Abbau der privaten Dorschulen befassen. Der Antrag der 9teoieninn5nartefen auf reichsqeseßliche Rege­lung der Entschädigung:frage wurde angenommen und die Schtußabstimmung ausgesestt, dis die Vor­lage mit den Aenderungen gedruckt rorliegt.

Bei der Beratung der Anträge gegen die Er­höhung der B i e r st e u er und gegen die Aufrecht­erhaltung der Tabaksttuer wird der Vusschußan- trag, die Biersteuer erst am 1. Avril 1927 in Kratt treten zu lassen, abgelehnt. Abgelehnt wurden auch die Anträge der Deutscbnationalen. Deutschm Dolkspattei und Wirtschaftlichen Bereinigung auf weiteren Abbau der Wohnungszwanoswirtschaft.

Bei der bann folgenden Schlußabstimlung über die Anträge zum Grundschulgesetz (Aufhebung pri-

Deutschland, der Völkerbund und China.

Kürzlich brachte der der englischen Regierung nahestehendeDaily Telegraph" die auch hier ver­zeichnete Mitteilung, daß man in gewissen briti­schen Kreisen von Dr. Stresemann erwarte, er werde auf der nächsten Tagung des Völkerbund:- rates die chinesische Frage aufrollen, damit sich der Völkerbund mit der in Asien auftauchenden Weltkriegsgefahr befasse und ihr vorbeuge. Dec Daily Telegraph" versah diese Mitteilung mit einem Kommentar, aus dem eine gewisse Befürch­tung sprach, daß eine solche Absicht von Stresemann gehegt werden könnte. Er glaubte dabei die Mah­nung nicht unterlassen zu können, daß ein solches Vorgehen Deutschlands von Englands und schließ­lich auch von Amerika, das ja allerdings mit dem Vorschlag, um Schanghai eine neutrale Zone zu bilden, in d'ie chinesischen Angelegenheiten einge- grifle hat. unangenehm empfunden werden müsse. DerDally Telegraph" scheint weiterhin der Auffassung zu sein, daß aus englischen libera­len Kreisen -in Druck auf Stresemann au-geübt würde, im Völkerbund diese von ihm abgelehnte Initiative zu ergreifen. Tatsächlich gibt es in Eng­land solche Meinungen, welche gerne di» Vermitt­lung Deutschland sähen. So hat z. B.Daily News" unlängst sich sympathisch für eine solche deutsche Vermittlettätlnk-tt ausgesprochen.

Es ist aber ganz selbstverständlich, daß Deutsch­land ein solckns Amt niemals üb»rn»hmen würde, wenn ihm nickt von beiden im Streite lie­genden Parteien aus Aufforderung zuainge Immerhin ist es b?merken°m»tt, daß die englischen Regierungskreise einen auf eigene Verantwortung übernommen»« Versuch Deutsck'ands. den Völker­bundsrat mit der chinesiick»n Frage zur befassen als einen unfreundlichen Akt anzusehen, geneigt zu sein scheinen. Die Kommentare, welch» in der deut­schen Presse zu d-n Ereignissen in China und zur ckinesischen Politik des englischen Kabinetts er­scheinen, Haben zu unserer U-eberraschung über­haupt seit lanaem bereits eine gewisse Nervosität in London gezeitigt, die wir für vollkommen grund­los halten müllen. Soweit wir die Dinge über­leben, hat die Meinung in Deutschland bisher nir­gendswo die englische Politik so abfällig bntrfeilt. daß die Engländer ein»n Grund hätten, sich laut zu b'k'agen. Selbstverständlich hat man in Deutsch- land Sympathien mit der chmesilch-n Selbstänlü"- k»ttsbewegung. Man muß sie haben, weil fick Deutschland la in einer ähnlichen Lage befindet und ebenfalh nach Kräften, wenn auch nur mit lang­samem Erfolge, siine nationale Befreiung miede- mi erlangen bemüht ist Daß sich die chinesilche Freiheitsbewegung im Aua»nblick besonders aeaen England richtet und noch richten muß, das ist das besondere B»ch Englands. Die Belgier, denen der erste chinesisch» Vorstoß galt, haben sich mit den veränderten D»rhältnissen möglichst schnell abae» funden, aber England hat Truppen ausgerüstet, von denen es zwar sa-tt, daß sie nur dem Schutz der Freiheit des englischen Handels in China die­nen sollen, von denen man aber nicht weiß, ch sie nicht, wenn sie einmal zum Schutz eingesetzt werden, einen Anlaß zu wirklich schweren Erf/hfii, ferttngen oes Weltfrieden-, schaffen werden. Es ist in Deutsch'and nicht unbekannt, daß man in der englischen Regierung über die Opportunität solcher Truppenentsendungen sehr geteilter Meinung ist und daß die nach Schanghai beorderten Schi'fe vielleicht noch Befehl erhalten, gar nickst dorthin zu fahren sondern in Hongkong vor Anker zu gehen. Man weiß auch in Deutschland, daß die Arbeiterpartei der Absicht. Kriegsschiffe vor Schang- hai zu versammeln, mit größtem Mißtrauen aegen« übersteht. Kurz und aut, die Meinung Deutschlands stimmt mit der Meinung eines großen Teiles der englischen Bevölkerung durchaus über­ein. zumal jetzt selbst in der Thronrede des Königs erklärt worden ist, daß das chinesische Recht auf nationale Selbstbestimmung außer Zweifel stehe.

In Deutschland weiß man auch, daß, wenn sich die Ententemächte mit Amerika und schließlich noch mit Japan zu einem geschlossenen Vorgehen in China was übrigends nicht zu erwarten ist zu- rommenf|n>vn sotten, die chinesilche Bevölkerung sehr leicht Ihren Haß aus alle Europäer und alle Weißen ausdehnen könnte, so daß auch Deutsche dabei in Mitleidenschaft gezogen würden. Wir betrachten also die Vorgänge in China durch­aus mit nüchternem Blick. Uns liegt nur daran, baß in Dffafkn sehr bald wieder Ruhe eintritt und her deutsche Kaufmann in gesicherter Weise seinen Handelsgeschäften nachgehen kann.

Es Ist allerdlnaa nicht ausgeschlossen, daß von der Pekinger Regierung selbst demnächst

der Versuch wiederholt wird, dem Völkerbundsrat mit den Ereignisien in China zu befassen, obwohl der erste Versuch mißlunoen ist. Zu diesem Zwecke soll angeblich der chinesische Gesandte in Rom, her China im Völkerbunde und im Völkerbundsrat ver­tritt, in Eens eingetroffen sein. Er Ist inzwischen auch in Paris gewesen, wo sich die europäische Zentrale der Kanton-Regierung befindet und kürz­lich mehrere diplomatische Vertreter Chinas in Europa eine Zusammenkunft hatten. Man sollte ja meinen, daß auch der Völkerbund selbst als »in Instrument, das zur Erhaltung des Friedens be­rufen ist, Anlaß hätte, die Meinungen über China und die Interessen, die da im Widerstreit mit ein­ander stehen, zur baldigen Harmonie zu klären.

Die China-Debatte.

Fortsetzung der Aussprache im Unterhaus. Die Arbeiterpartei gegen eine bewaffnete Intervention.

Die Debatte über die Adresse zur Beantwor­tung der Thronrede wurde am Mittwoch im eng­lischen Unterhaus fortgesetzt. Der Arbeiterführer Thomas erklärte zur chinesischen Frage n. a., es sei Pflicht jeder Regierung, ihre Untertanen zu schützen. Die Frage sei nur, wie dies geschehen könne. Es beständen berechtigte Meinungsver­schiedenheiten darüber. Dies Problem werde nicht durch Gewalt gelöst werden. Er schloß, jedes Arbeitermitglied sei der Ansicht, daß alle Friedenshindernisse beseitigt werden mußten. In einem Zusatzantrag der Arbeiterpartei wird das Unterhaus aufgefordert, die sofortige Z u - rückberufung der nach China unterwegs be­findlichen britischenStreitkräfte zu ver­langen. Der Antrag wird im Laufe der Donners­tag-Sitzung beraten werden, für die C h a m b e r« Iain eine längere Erklärung über die China-Poli- tig angekündigt hat. Lloyd George gab sei­ner großen Befriedigung über die Erklärungen Baldwins zur chinesischen Frage Ausdruck. Er sagte, dies bedeute, daß England in den chinesischen Streitigkeiten wirklich strikte neutral sein werde. Chamberlain habe ehrlich und aufrichtig ver­sucht, eine friedliche Regelung der britischen Pro­bleme mit China zustande zu bringen. Er habe vollkommen klargestellt, daß er nicht auf irgend­welchen unhaltbaren Vorrechten bestehen werde.

Die Debatte im Oberhaus.

Im Oberhaus eröffnete Lord Parmoor die angekündigte Debatte über China. Er betonte, daß, wenn die Versöhnung und die Geduld fehl­schlagen sollten, England nicht nur berechtigt, son­dern durch die Bestimmungen der Völkerbunds­satzung verpflichtet sei ,die Frage an den Völker­bund zu verweisen. Lord Balfour verkündete, daß die drit. Regierung eine Mitteilung an den Völkerbund gesandt hat, in der sie die chinesilche Lage auseinandersetzt und erklärt, daß die Politik der britischen Regierung in Uebereinftimmung mit den Buchstaben und dem Geist der Völkerbünds- satzung ist. Die Mitteilung schließt mit der Er­klärung, daß die britische Regierung tief bedauere, daß kein Weg zu bestehen scheine, auf dem der Beistand des Völkerbundes in der Regelung der Schwierigkeiten in China augenblicklich gesucht werden könne, daß jedoch, wenn irgendeine Gele­genheit sich ergeben sollte, die britische Regierung davon gerne Gebrauch machen werde, die guten Dienst des Völkerbundes in Anspruch zu nehmen. Lord Reading erklärte, er glaube im Namen der liberalen Peers sprechen zu können, wenn er allem, was Balfour erklärt habe, sich anschließe, denn er könne sich nicht denken, daß es irgend­einen Meinungsunterschied zwischen den Parteien über diese Frage gebe.

Weitere englische Truppentransporte nach Schanghai.

Das 2. Bataillon der Durham-Light-Infanterie ist am Mittwoch an Bord des Transportdampfers Taklima" von Hongkong nach Schanghai abgefahren. Das Bataillon war vor zwei Tagen aus Kalkutta eingetroffen; ebenso ist das 2. Ba­taillon des Gloucestershire Regiments an Bord des TransportschiffesVasa" nach Schanghai ab- gegangen.

Japan für ficöogs Neutralisierungsvorschlag.

Reuter meldet aus Tokio, die japanische Regie­rung habe den Vorschlag Kellogg betreffend die Errichtung einer neutralen Zone In Schanghai gebilligt und werde den Vor­schlag in vollem Umfange unterstützen.

Zransteich und bas Elsaß.

Eine elsaß-lothringische Mordnung bei Polncarä.

Ministerpräsident Poincare hat eine Abordnung der demokratischen Abgeordneten Elsaß-Lothrmgens empfangen und sich mit ihnen über verschiedene, die drei rheinischen Departements betreffenden Fra­gen unterhalten. U. a. wurde »»fordert: Eine Be­vorzugung der elsässischen und loth­ringischen Industrien, bei den Sach/.rfe- rungen, ferner gewünscht, auf das Saargebict die deutsche Gesetzgebung betreffend die Revalorisierung der deutschen Wertpcwiere mit festen Erträgen aus­zudehnen. Auch die Frage der lokalen Vorkr.egs- anleihcn wurde aufgeworfen. Betreffend das P r o- blem der Zweisvrachigkeit fragte der Ab­geordnete Frey, ob die Regierung irgendeine Aen- derung ihrer Politik in dieser Hinsicht plane. Pom- carö antwortete, daß der neue Rektor der Universi­tät Straßburg sich persönlich mit der Frage ge­meinsam mit den interessierten Verwaltungsstellen befassen werde und daß die Regierung bis dahin auf streu-w Handhabung der bisherigen Bestim­mungen sehen werde. Auch die beiden elsässischen Abgeordneten Weill und Peirotes wurden von Poincare empfangen. Sie sprachen sich für eine schnelle Assimilierung der elsässischen Bevöh ferung an die französische aus und gegen jed- Autonomie selbst auf verwa'tungstechn:schem Gebiet, jedoch für eine weitgehende Zentralisation für ganz Frankreich.

flbfage der Sowjetunon an Genf.

Litwinow hat an das Eeneralsekretariat des Völkerbundes folgendes Schreiben ger'ch'.ct:

Tie Re»ierung der Sowjetunion hat ein tom 18. Januar datiertes Schreiben des Generalsekretariats erhalten betreffend die Einberufung einer Kon­ferenz nach Genf zum Zwecke der Gründung einer internationalen Hilfsunion. Tie Regierung der Sowjetunion hat bei wiederholten Gelegenheiten den Tölkerbundsorganisationen mitgeteilt, daß jede Einladung zur Teilnahme an einer Versammlung, welche auf Schweizer Boden ftaifirtbet, von ihr als Rull und richtig betrachtet wird. Ta ungeachtet dieser Mitteilungen weitere derarttgö Einladungen, wie im vorliegenden Falle, meiner Regierung zugehen, sehe ich mich gezwungen, Ihnen Ihr Originalschreiben vom 18. Januar hiermit zu­rückzusenden. Meine Regierung weigert , sich kate- ?orisch, sich als zu Versammlungen eingeladen zu etrachten. ,

Die portugiesischen wirren.

wtb. Daris, 10. Febr. (Gig. Funkm.) Tein Journal'^ wird aus Bajadoz über Madrid ge­meldet: Trotz der widersprechenden aus Pott wal eintreffenden Nachr'chten steht fest, daß auch in Lissabon Aufstandspersuche zu perzeich- nen sind. Entgegen einem im Umlauf gewesenen Gerücht sind keine Mitglieder des republikanischen Komitees in Hast genommen worden. Eine Wassen- fabrik in Draw de Proto ist von den Aufständischen angegriffen worden. Ter Eisenbahnverkehr zwischen Porto und Lissabon ist eingestellt. Die Verbindung wird lediglich durch Flugzeuge ausrecht erhalten. Eine weitere demJournal'^ aus Tuy von der portugiesischen Grenze über Madrid zugegangene Nachricht besagt, daß die Zahl der in Porto bei dem Bombardement ums Leben gekommenen Per­sonen ICO und die der Verletzten et.va 330 beträgt.

Andauern der fiämp'c an der spanisch-portugie­sischen Grenze.

wtb. Paris, 10. Febr. (Gig. Funkm.) Nach demJournal" besagen Nachrichten von der spa­nisch-portugiesischen Grenze, daß zwischen Braga und Porto die Kämpfe andauern. Die Eisen­bahner im Süden und Südosten sollen sich dem Streik der Eisenbahner des Nordens und des Ostens angeschlossen haben. . ,

vater Vorschulen) wird der Ausschußantrag mst 207 siegen 130 Stimmen angenommen.

Am Donnerstag w^d sich d-"' Reichstag mit der Amnestievorlage der Kommunisten und mit dem Schutz der Jugend bei Lustbarckeiten beschäftigen. _ * Der Rücktritt des preußischen Justttminiskers Dr. am Zehnhoff. Der preußischen Iustizminister ?»' 5^9° am Zehnhoff, der am 11. Februar seinen y2- ©eburtstag begeht, hat in Rücksicht auf sein 1)00« Sliter fein R ü ck t r i t t s g e s u ch e i n ge­reich t. Wie verlautet, ist zu seinem Nachfolger der Zentrumsabgeordnete im Preußischen Land­tag Kammergerichtsrat Dr. Hermann Schmidt (Lichtenberg) ausersehen. Dr. Hermann Schmidt wurde am 13. Juli 1880 in Nauen geboren, ent­stammt jedoch einer schlesischen Familie. Er ku­bierte in Berlin und Erlangen Rechtswisienschaf- ten und trat 1907 als Gerichtsassessor in den preu­ßischen Iustizdienst ein, wo er 1913 Amtsrichter wurde. Nach dem Krieg wandte er sich der Politik als Anhänger der Zentrumspartei zu und zwar

zunächst als Stadtverordneter von Berlin und seit Dezember 1924 auch als Mitglied des Preußischen Landtages. Im Jahre 1920 wurde er zum Kam- mergerichtsrat ernannt.

* Rücktritt des bayerischen Hanbelsministers. Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Ex­zellenz v. Meine! hat dem Ministerpräsidenten Dr. Held am 8. Februar sein Rücktrittsge» u ch überreicht und sich zugleich von den Beamten eines Ministeriums in einem Schreiben verab- ch i e d e t.

Graf Revenklow bei den RaliovalkottaNsten retanbet DemB. T " zufolge bat sich Abg Graf Reventlow, ber seinen Austritt aus ber völ­kischen Freiheit beroegung erklärt hat, der Nati­onal-Sozialistischen Arbeiterpartei angeschlossen

* Io» eines Abgeordneten ber Mrtschasks- porfei. Der Londtngsabaenrdnete und Ye I ner Stadtverordnete Karl Müller-Franken (Wit. Battet) ist heute oormtttag im 54. Lebensjahre an Kopfgrippe gestorben.

Regierungswechsel in Chile.

wtb. Santiago de Chile. 10. Februar. (Elg. Funkm.) Tas Ministerium Marimikiano Jbanes kst zurückgettcten. Carlos Jbanes, ber bisherige Kriegsminister, kst mit ber Bildung bes neuen. Kabinetts beauftragt worben.

Dem Hauptschriftleiter berKölnl'chm Volks zeitung" Dr. Karl H o e b e r sind aus Anlaß seines 60. Geburtstages große Ehrungen zuteil ge­worden. Außer dem Verlag und dem Verein Köl­ner Presse sandten Glückwünsche Reichskanzler Dr. Marx, Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der preußische Iustizminister Am Zehnt ho ff, der Oberpräsident Dr. Fuchs, Oberbürgermeister Dr. Adenauer. Der Kardinal-Erzbischof Dr. Schulte sandte sein Bild mit Widmung.

Starke Verminderung des englisch-russischen hau- dels. (Gig. Funkm ). Nach einer Mitteilung der rus­sischen Handelsvertretung vermindert sich Ser englisch- russische Handel ständig. Besonders ausqesprachen tritt dies bei den Ankäu'en Rußlands in England in Erschei­nung. Im Jahre 1925 hatte die Auslubr aus Eng­land nach Rußland einen Wert von 31 Million. Psund Sterling, im Jahre 1926 nut noch einen laichen von 12% Millionen Pfund Sterling. Die Handelsotgcwi- sation führt dies auf politische Gründe zurück.

= Herabsetzung des Diskontsatzes der belgffchen Ralionalbauk. Die belgische Nationalbank bat den Diskont von 6% Prozent auf 6 Prozent und den Satz für Vorschüße auf öffentliche Bons von 8 auf 7% Proz. herabgefetzt.