Beilage zur Zulüaer Zeitung
Friede.
Don Doris Käthe -Paderborn.
Ich hab' mich gebangt und hab' mich gesehnt In dunkel-lastenden Stunden, Nächte haben sich qualvoll gedehnt — Nun hab' ich den Frieden gesunden.
Nun weift ich, es wird eine kühle Hand Auf die fiebrige Stirn mir sich legen Und Sehnen, Dangen, wett ist's verbannt, Sonne auf allen Wegen.
Und alles so ruhig. Nach langem 5rrn
So friedvoll im Heimathafen —
Komm, leg mir die Hand, deine Hand auf die Stirn, Muller, dein Kind will schlosen.
Die Frau im Lehrberuf.
Don E. W. B.
In der Zeit vor der Schulentlassung ist es eine wichtige Aufgabe aller Schülerinnen und deren Ellern, sich über die verschiedenen Berufsmöglichkellen, zu denen die jeweilige Schulbildung befähigt, genam zu orientieren. Denn in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, daß die Schulentlassenen eine gründliche Berufsausbildung erhalten, um später in der Lage zu sein, sich selbst zu ernähren.
Unter den vielen und verschledenarllgen Berufen, die ein junges Mädchen heutzutage ergreifen kann, verdient der Lehrberus ganz besondere Beachtung. Ist er doch einer der Berufe, die schon seit verhältnismäßig langer Zeit weibliche Kräfte herangezogen haben. Er ist auch ein Beruf, der der Betätigung der weiblichen Eigenart in weitem Maße Spielraum läftt.
Der Lehrberuf hat sich in neuerer Zeit der Mannig- faltigkell der Mädchenschulen anpassen müssen. E« ist auch hier wie säst in ollen Berufen eint Art von Arbeitsteilung eingetreten. Sie ist aber nicht so kraft, doh eine Lehrerin der heutigen Zeit nur Spezialistin auf ihrem Teilgebiet wäre. Sie ist noch immer Erzieherin und verliert so nie die Fühlung zmu groften Ganzen.
Die neuere Zeit hat vor allem zwei Typen der Lehrerin geschaffen: die w i s s e n s ch a s t l i ch e und die technische Lehrerin. Die wissenschaftliche Lehrerin hat in erster Linie die Ausgabe, die Schülerinnen mit den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft vertraut zu machen. Ihre Arbeitsgebiete sind die Volksschule, die Mittelschule und die höhere Schule. Ihre Berufstätigkeit ist keine leichte. Sie verlangt einen andauernden, starken Kraftaufwand, eine vielseitige Aufmerksamkeit, 'die Fähigkeit, die Schülerinnen auch für den langweiligsten Unterrichtsstoff zu interessieren, ein schnelles gei- stiges Umstellungsvermögen. Die Lehrerin hat dauernd erzieherisch auf die Schülerinnen einzuwirken. Sie muß verstehen, aus die Interessen ihrer Schutzbefohlenen in vernünftiger Weise einzugehen. Bald muß sie deren Geist in einer Ausstellung, einem Museum bildend beeinflußen, bald mutz sie Naturliebe und -Verständnis während des Schulaüsslugs zu wecken versuchen, bald mutz sie eine Klassenfeier organisieren und leiten. Die« alles verlangt außer der wissenschaftlichen eine fast künstlerische Einstellung von der Lehrerin. Sie mutz auch soziales Verständnis ihren Älnbern entgegenbringen. Wie könnte sie den oft komplizierten Kinderseelen gerecht werden, wüßte sie nicht, welch starken Einfluß häusliche Derhällnisse oft ausüben.
So ist der Berus der Lehrerin sehr vielseillg, aber schwer. Die häufigen Ferien entschädigen sie für den allseitigen Kraftaufwand In der Schulzeit und geben ihr Gelegenheit, sich selbst wissenschastlich noch weiter« zubilden.
Der Beruf der wlfsenfchafMchen Lehrerin wies eine Zell lang sehr viele Variationen auf. Abgesehen von den wenigen Uebergangssormen gelangen fetzt nur noch zwei Grundtypen zur Ausbildung: die Dolksschullehrerin und die akademische Lehrerin.
Die Dolksschullehrerin ist die Erzieherin des Dolkes schlechthin. Sie Hai die Kinder oller Stände bl» zum 10., die Kinder minder bemittelter Ellern bi* zum 14. Lebensjahr in allem zum Leben Notwendigen zu unter- richten. Neben diesen Pflichten hat sie eine hohe Kultur- Ausgabe. Für viele Kinder, deren Eltern den ganzen Tag vielleicht außerhalb des Hauses arbeiten, ist sie die einzige Quelle der Bildung bis zur Schulentlassung. Sie muß die ihr anvertrauten Schülerinnen allseitig kennen lernen, um sie in der rechten Weise zu fordern. Sie muß die Familienverhältnisfe des Proletarierkindes kennen, muft wissen, welche Erschütterung Wohnung», elend und Arbeitslosigkeit schon früh in manch junge» Menschenleben gebracht haben, muß mit liebender Hand bald da und dort helsend eingreifen, muft Beraterin und Trösterin fein. Große Liebe zum Volk und großes soziales Verständnis sind die Doraussetzungen zu erfolgreicher ‘Berufsarbeit — Die Berufsausbildung der Bolksschullehre- rln setzt das Abitur voraus. Es ist dabei ohne Bedeutung, welche Art von Abitur es ist. Auf dieser allgemcmen Grundlage baut sich ein 4(emeftriges Studium auf einer pädagogischen Akademie auf, (die für Lehrerinnen in Preußen bis jetzt nur in Kiel besteht). Ls wird dort ln erster Linie Pädagogik, Psychologie, Methodik ge- khrt. Der eigentliche Wissensstofs wird nicht mehr wesentlich erweitert Mit der Akademie 'ist eine Ser- suchsschule verbunden, an der die Bewerberinnen die nötige praktische Schulung erhalten. Nach 2jährigem Studium folgt das staatliche Examen. Zum Unterricht an Mittelschulen muh die junge Lehrerin sich noch einer Nachprüfung unterziehen. Die Berufsaussichten der Dolksschullehrerin sind relatto gut Diese Art der Ausbildung ist noch neu, und der Staat verspricht, die auf diese Art Ausgebildeten baldmöglichst zu beichafugen. Dann ist auch statistisch erwiesen, daß der Ueberschuft an Iunglehrerinnen etwa 1932 ausgebraucht fein wird. Die Dolksschullehrerin ist in die Gehaltsgruppen 7 und 8 eingegliedert mit Aufstiegsmöglichkeiten noch Gruppe S.
Die akademische Lehrerin hat eine weitaus mehr wissenschaftliche Einstellung vonnöten gegenüber der Dolksschullehrerin. Sie unterrichtet die Kinder der höheren Schulen vom löt Lebensjahr bis zur Vollreife. Ihr Berus setzt Interesse an den großen Zusammenhän- gen in der Wissenschaft, Verstehen der Jugend im Entwicklungsaller und auch eine Art sozialen Einfühlungsvermögens voraus. Denn auch in der höheren Schule sind Klassenunterschiede zu überwinden. Es gilt, den Gemeinschaftsgeist der Schülerinnen zu wecken, manch kleinen Egoisten in die Klasiengemelnschast hinein zu er
Für unsere Frauenwelt
Nr. 33 vom 10. Sebruar 1927,
fojgreiche» Streben ist.
q.
3. Kämmen der Haare mittels eines
engen Staub
und Sorgfalt erfreut,
Schichten der und reich sich
in allen bei arm
kämme».
4. Wechseln der Leibwäsche .
Während die Morgentoilette Bevölkerung, bei alt und jung, einer allgemeinen Verbreitung
wird die gleiche Berechtigung und der Nutzen der Nacht- toileite nur von einem kleinen Teile der Menschheit an- erkannt. Man wird bei genauer Beobachtung finden, daß es meisten» pur Damen höherer Stände sind, welche au» Rücksicht aus die Erl)altung der körperlichen Schön- hell Nachttoilette machen. Die Herren der Schöpfung begeben sich gewöhnlich ohne weitere Vorbereitungen zur Nutze, und Leute aus den niederen Ständen würden es geradezu lächerlich und eitel finden, wollte man ihnen zumuten, am Abend dieselbe Toilette zu machen wie am Morgen. Es Ist dies ein trauriger Beweis für die Unwissenheit, welche noch Immer im Volke in Bezug auf Körperpflege herrscht
Es gibt nur wenige, die sich bewußt sind, in der Nachttoilette ein wichtiges Stück der Gesundheitspflege auszuüben. Haben doch alle diese Waschungen usw nur den einen Zweck der Sauberkeit im Auge, der aber von höchster Bedeutung wird, wenn wir uns ftar machen, daft Reinlichkeit am ganzen Körper ein wichtiges Dorbeugungsmittel gegen Krankheit ist. Man könnte leicht den Einwand erheben, daß der schwerarbeitende Mann aus dem Volke am Abend zu derartigen Vorkehrungen zu müde wäre, daß die vielbeschäftigte Haus- frau und Mutter keine Zeit dafür hätte. Doch gerade diejenigen, die am läge Im Schweiße ihres Angesichts arbeiten, bedürfen am Abend einer besonder» sorgfältigen Reinigung; denn Schweiß und Staub verstopfen die Poren der Haut, machen sie ungesund und zu ihrer Tätigkeit unfähig.
Was nun die Hausfrau anbetrifft, so glaube ich, daß sie gern bereit ist, ein viertel.Stündchen Schlafe» dem Wohle der Ihren zu opfern. Wird man nicht standhaft diese kleine Entbehrung tragen, wenn dadurch vielleicht angstvoll am Krankenbett durchwachte Nächte verhütet
je 4 Stunden lang. So ergibt sich, daß b*e Gewerbelehrerin 3 Ordinariate und mehr inne hat, also fast an jedem Tag der Woche andere Schülerinnen unterrichtet. Sie hat es ihren Schülerinnen gegenüber nicht ganz leicht, well diese vielfach ihre Tätigkeit in der Schule als angenehme Unterbrechung ihrer Berufsarbeit empfinden und Infolgedessen nicht den erforderlichen Ernst mitbringen wollen. Auch die Arbeitgeber und Eltern stehen der Schule nicht immer freundlich gegenüber. Die Gewerbelehrerin unterrichtet die Jugendlichen in allen Fachern, die ihnen die zum praktischen Leben notwendigen Kenntnisse vermitteln: Gesundhelts-, Säuglings-, Kleinkinder- pslege, Haushaltsführung, Nadelarbeit, Bürgerkunde, Buchführung. Bei der Abteilung der Ungelernten steht der Unterricht In Hauswirtschaft im Mittelpunkt, bei der Abteilung der Gelernten das betreffende Gewerbe ober Handwerk. Die Gewerbelehrerin erteilt sämtlichen Unterricht In ihrer Klasse. Höchstens in den gewerblichen Fachklassen wird sie durch eine gewerblich oorgebilbete Kraft unterstützt. Die erzieherische Tätigkeit der Gewerbelehrerin ist erschwert, weil sie Kinber au» den verschiedensten Betrieben im schwierigsten Alter als Schü- lerinnen hat und diese nur einmal wöchentlich. Ander- feit ist es dankbarer als für die Fachlehrerin, weil sie ihre Schülerinnen allein zu unterrichten hat und sie so mehr beeinflussen kann. Jedenfalls fordert der Posten der Berufsschullehrerin eine Persönlichkeit mit großer Energie und gutem Einfühlungsvermögen.
Die Fachgewerbelehrerin erteilt den Unterricht an gewerblichen und hauswirtschastlichen Fachschulen ober Frauenschulen. Die Schülerinnen besuchen diese Schulen auf freien Wunsch, um sich im Gewerbe ober der Hauswirtschaft gründlich ausbilden zu lassen. Sie bringen in den meisten Fällen Interesse für ihr Fach mit und erleichtern dadurch der Lehrerin die unterrichtliche Arbeit. In den Fachschulen ist für die Lehrerin eine gründliche theoretische und praktische Vorbildung in den einzelnen Gewerben (Schneidern, Wöschenähen, Putz, Handarbeit) dezw. in allen Zweigen der Hauswirtschaft und vor allem wirtschaftliche Tüchtigkeit nötig. Erfüllt sie diese Anforderungen, dann ist sie in der Sage, durch ihr Beispiel und ihre Anlellung ihre Schülecu.nen zu firbirn.
Zum Beruf der Gewerbelehrerin führen vier verschiedene Wege. Die Inhaberin der Dberfetunbareife, die bann ein Jahr eine anerkannte Haushaltungs- oder Frauenschule besucht hat, muß dann zwei Jahre lang die höhere Fachschule für Frauenberufe besuchen. Danach soll sie zwei Jahre lang gewerblich und sozial prattiM) arbeiten. Daraus baut sich der zweijährige Besuch des Geweibelehrerseminars, der mit der staatlichen Prüfung als Gewerbelehrerin abschließt. Stall der drei Jahre praktischer Vorbildung in der Frauen- und höheren Fachschule können die 3 Oberklossen einer höheren Lehranstalt mit abschließendem Abitur, gleichviel welcher Schulart, treten. Dann folgt auch eine zwei'ährige Praxis und der zweijährige Seminarbesuch. Anstelle der zweijährigen höheren Fachschule kann auch ein Jahr Hauswirtschaftslehrerinnen- und ein Jahr Handarbeits- lehrerinnenseminar treten. Ein vierter Weg ist der über die Meisteriehre. Die Meisterin muß aber ab 1930 auch eine Ersatzreiseprüfung haben, die dem Abitur entspricht. Für sie fällt die zweijährige Praxis fort. — Der Beruf der Gewerbelehrerin ist ein sehr aussichtsreicher. • Es steht zu erwarten, daß auch noch verhältnismäßig lange ein Mangel an Gewerbelehrerinnen zu verspüren fein wird. Sobald sich der Berufsschulzwang auch auf die Mittelschülerinnen und Lyzeumsschülerinnen ausdehnen wird, werden noch viele neue Posten für Gewerbelehrerinnen geschaffen werden. Die Gewerbelehrerin ist in die Gruppen 8 und 9 eingcgliebert.
So ist ber Lehrberuf ein vielseitiger unb schwerer. Er verlangt außer Gesundheit. Genauigkeit, Geduld vor allem wissenschaftliche und praktische Sicherheit, ein lebhafte» Aeußerungsvermögen und ein warmes Herz. Sind dl» Berufsschwierigkeiten auch oft groß, so roügt das Glück und die Befriedigung, die die Berufsarbeit auslöft, diese doch vollends auf.
Unsere Nachttoiietle.
Don F. F r ü n b t.
Unter Nachttoilette versteht man bas zur Gesundheitspflege notwendige Verfahren, das unmittelbar vor dem Schlafengehen vorzunehmen ift
1. Sorgfältige Waschung des Gesichts und ber Hände.
2. Ausspülen des Munde» und Reinigen ber Zähne.
ziehen, bei ihm auch Verständnis für die Menschen anderer Gesellschastsstufen zu wecken, in einer Weise, die keinen verletzt, alle gerecht zu behandeln. — Die Berufs- ausbitbung der akademischen Lehrerin setzt auch da» Abitur voran». Daraus baut ein mindestens Sfemeftriges Hochschulstudium auf. Die Praxi» lehrt aber, daß e» meistens auf 10—12 Semester verlängert werden muß. Während dieser Studienjahre muß sich die künftige akademische Lehrerin auf mindestens 2 Fächer im Hauptfach unb eins im Nebenfach Dorbereiten. Sie wählt diese je nach ihrer Begabung. Musik unb Zeichnen können auch als Hauptfächer gelten. Sie setzen dann ein mindesten» Ssemestrige» Studium an einer Hochschule für Musik bezw. Kunst voraus. Danach müssen dann noch 2 weiter» Semester auf der Universität folgen. Da» Stu- bium wirb somit auch Sfemeftrig und schließt mit ber Prüfung einer akademischen Musik- und Zeicheniehre- rin ab, die an Rang der Studienrätin gleichiommt. Nach dem eigentlichen Hochschulstudium legt die Bewerberin die wissenichastliche Prüfung ab. Dann beginnt ihre praktische Ausbildung. Als Studienreferendarin muß sie noch 2 Jahre unter ständiger Kontrolle des Pro- vinzialschulkollegiums unterrichten unb nebenbei ihre Kenntnisse in Pädagogik unb Methodik vertiefen. Rach Ablauf dieser 2 Jahre legt sie bann bas zweite Examen ab unb kann dann als Studienrätin angestellt werden Ihre Berufsaussichten sind gut, für manche Fächer sogar sehr gut. Denn an allen Studienanstalten müssen künstig in den 3 Unterklassen die Halste aller Fächer, in den vberklassen alle Fächer von akademischen Lehrkräften gegeben werden. Dabei hat sich da» Verhältnis der unterrichtenden Lehrerinnen zu dem der Lehrer auch zugunsten der Frauen an den Mädchenschulen verschoben. E» soll künftig 1:1 (ein. Die akademische Lehrerin hat Anspruch auf ein Gehalt nach Gruppe 10.
Al» zweiter Grundtyp der Lehrerin haben wir die technische Lehrerin. Dieser Beruf hat ganz andere Dor- aussetzungen al» ber der wissenschaftlichen Lehrerin. Er verlangt in erster Linie einen mehr praktisch als wissen- schastlich interessierten Menschen mit geschickter unb flinker Hand, ausgeprägtem Schönheitssinn, oft mit großer körperlicher Widerstandskraft. Das Arbeitsgebiet ber techn. Lehr, umfaßt alle Schulen. Ieboch haben bie erhöhten Anforberungen, bie bie Fach- unb Berufsschulen an die Lehrerin stellten, sich einen eigenen Typ der Lehrerin mit besserer Durchbildung geschossen: die Gewerbe- lehrerin. Zunächst aber zur technischen Lehrerin im engeren Sinne. Wir unterscheiden 4 technische Examina: Das Handarbeit»-, Turn-, Hauswirtschaft»- und Werk- lehrerinnenexamen. Jede» dieser Fächer ist selbständig. Jedoch werden für eine Anstellung In der Regel drei dieser Fächer verlangt. Es liegt dies großenteils im Interesse ber Lehrerin. Denn eine einseitige Beschäftigung mit nur Turn- unb Hanbarbeitsunterricht würbe einen Menschen halb aufreiben. Das Arbeitsfeld ber Turn- unb Handarbeitslehrerin ist sowohl die Volksschule al» auch die höhere Schule. Sie erteilt dort nur Ihren Fachunterricht und kann deshalb nicht [o erzieherisch einwirken wie bie wissenschaftliche Lehrerin, bie doch Klassenlehrerin ist. Es ist der technischen Lehrerin bedeutend erschwert, ihr» Schülerinnen kennen zu lernen, dadurch, daß sie eine Klasse nur 3—4mal wöchentlich je eine Stunde unterrichtet. Ieboch kann auch die Turn- unb Handarbeitslehrerin erzieherisch auf bie Schülerinnen einwirken. Sie hat für Drbnung und gute Haltung bezw. für Sauberkeit Sparsamkeit im Materialverbrauch, Schönheit in Farben unb Formen zu sorgen. Die Hauswirtschaftslehrerin unterrichtet in ben Oberklassen ber Volks- unb Mittelschulen. Aushilssweife werden Hauswirtschastslehrerin- nen auch noch an Haushaltungs- und Frauenschulen beschäftigt, aber nur so lange die genügende Anzahl der Fachgewerbelehrerinnen noch nicht versügbar ist. Der Beruf der Hauswirtschastslehrerin ist körperlich sehr an- strengend unb erfordert vielseitige Aufmerksamkeit. Jedoch wird die Hauswlrtschaftstehrerin weniger als die Turn» unb Hanbarbeitslehrerin mit Disziplinarschwierig- keiten zu kämpfen haben. Sie unterrichtet kleinere Gruppen von Mädchen unb zwar meistens an einem Tage mehrere Unterrichtsstunden hintereinander. Dabei kann sie durch die Tätigkeit bie Schülerinnen schnell kennen lernen. Sie muß aus Ordnung»- unb Schönheitssinn sowie aus Sparsamkeit bei ihnen hinwirken. — Die Werklehrerin erteilt Unterricht in allen Haiibsertigkeiten: Bastarbeit, Buchbinderei, Papp- unb Holzarbeit, zuweilen auch in leichter Metallarbeit. Jedoch ist ber Werkunterricht meistens noch wahlfrei und auch mit dem Handarbeit». und Zeichenunterricht untrennbar verbunden. Das Examen empfiehlt sich deshalb als Ergänzung zu einem dieser Fächer — Die Ausbildung ber technischen Lehrerin erfolgt auf technischen Seminaren unb fordert für jede« Joch ein Jahr Ausbildung. Die Aufnahme in» technische Seminar fetzt eine abgeschlossene Lyzeumsoder Mittelschulbildung voraus. Danach empfiehlt es sich, ein Jahr eine Haushaltungs- ober Frauenschule zu besuchen, weil bann bie ziemlich schwierige Ausnahme- Prüfung fortfällt. Die Bewerberin ist auch in der praktischen Arbeit besser vorbereitet, ben Anforderungen des Seminars zu genügen, da in ben Lyzeumsklassen häufig ber technische Unterricht weniger beachtet wurde. Die Berufsaussichten der technischen Lehrerin sind augenblicklich gut, da noch fühlbare Lücken, die durch Schließung vieler Seminare in der Kriegs- unb Nachkriegszeit entstanden sind, ausgefüllt werden müssen. Jedoch ist e» nicht leicht, in bie jetzt bestehenden Seminare ausgenommen zu werden, da die Anmeldungen aus einige Jahre Im Voraus gemocht werden müssen. Außerdem ist damit zu rechnen, daß die Ausbildung der technischen Lehrerin verlängert wird. Da schon die Volksschullehrerin Abitur machen muß, steht es zu erwarten, daß bie techn. Lehrerin eine breitere Grundlage auf praktischem Gebiet bekommen soll, die der des Abiturs gleichkommt. Die technische Lehrerin ist in Gruppe 7 unb 8 eingcgliebert mit Aufstiegsmöglichkeiten nach Gruppe 9.
Die Gewerbelehrerin unterrichtet entweder an, den Berufs- oder an ben Fachschulen. Da wir gewerbliche und hauswirtschaftliche Berufs- und ebensolche Fach- schulen unterscheiden, ergeben sich daraus vier Grundformen ber Gewerbelehrerin: die gewerbliche unb haus- wirtschaftliche Berufsschullehrerin unb bie gewerbliche unb hauswirtschaftliche Fachgewerbelehrerin. Die Berufsschule erfaßt durch Gesetzeszwang alle Jugendlichen bis zu 18 Jahren, in erster Linie solche, die die Volksschule besucht haben. Wenn sich die Schülerinnen in einer gewerblichen (handwerklichen) Lehre befinden, werden sie in die gewerblichen Fachklassen, sonst in die Abteilung für ungelernte Arbeiterinnen ber Berufsschule eingcgliebert. Sie besuchen dieselbe meistens an einem Tag ber Woche 6 Stunben, an manchen Orten an 2 Tagen ber Woche
Die Frau in der Uüche.
f. Sardellen hechl. 6 Personen. 2 Stunden. 4 Pfund gute Hechte werden geschuppt, geputzt unb zurechtgemacht, mit Salz bestreut und 1 Stunde fortgestellt. Dann legt man sie in Salzwasser, gibt 2 Zwiebeln und 1 Stück In Scheiben geschnittene Sellerieknolle dazu unb läßt ben Fisch weich bünften, nimmt ihn heraus, schneidet ihn in Stücke, die man fofoit auf eine gut erwärmte Schüssel legt, und gießt 150 Gramm heißgemachte gute Butter darüber, in der man 100 Gramm entgrätete unb durch ein Sieb gerührte Sardellen und 10 Tropfen Maggi'» Würze verrührt hat.____________________
flus dem Frauenleben.
f. Auszeichnung Selma Cagerföfs. Die schwedische Regierung hat beschlossen, die bekannte Schriftstellerin Selma Cagerlöf die große gold. Medaille .Illi» quorum meruere labores", die an hellblauen Bande um ben Hal» getragen wirb, zu verleihen. Selma Lagerlös ist bie britte Frau, ber diese Medaille zuerkannt wirb.
f. Don den 630 000 französischen krlegerwltwen haben 262 000 wieder geheiratet. Der Grund zu den vielen Eheschlieftungen wird unter anberm darin gesehen, baß die Witwen -bei ihrer Wtederverheiratung eine Abfindung von Drei Jahrespensionen ausgezahlt bekommen.
praktische winke.
f. Braune Schuhe. Läßt sich bei solchen ber Schmutz durch Abbürsten nicht ganz entfernen, so reibt man sie mit einer schwachen Sobalöfung ober mit verdünntem Salmiakgeist ab. Dann reibt man sie trocken unb fettet sie nach ein bl» zwei Stunden mit einer guten Schuhcreme ei«.
Mcher für Frauen.
Winker adel So fönt es überall uns entgegen, sobald bie ersten warmen Sonnenstrahlen da» Menschen- herz erfreuen. Für bie Frauenwelt bedeutet da» in erster Linie einen Mahnruf, an ihre Garderobe zu den- fett Salb beginnt allerorten das Nähen und Aendern der leichten Kleidung. Rechtzeitig ist wiederum „B o < bad) s Moden-Album" für Frühfahr unb Sommer 1927, . herausgegeben von Ruth Sanften (Verlag W Vobach u. Eo. G. m. b. H, Selin und Leipzig), erschienen, da» dabei gute Dienste leisten wird. Da» Album ist zum Preise von 1,50 Mark überall zu haben.
werden? Es möge auch niemand denken, diese «nah« lässige Sorge für das eigene Ich sei auf die Dauer lästig und mache den Menschen egoistisch. Unterstehe teir uns doch am Morgen den verschiedensten Anforse- rungen der Toilette, ohne Schaden zu nehmen an un- ferer Seele, weshalb sollten wir dasselbe nicht am Abend tun? Kostet es anfangs vielleicht «uch einig« Ueberwlndung, so wird uns doch später bie Nachttoilette zur Gewohnheit, ja schließlich unentbehrlich werben.
Wir beginnen unsere Nachttoilette, indem wir den Staub des Tages, von dem kein Mensch verschont bleibt, sorgfältig von Gesicht und Händen abwaschen.^ Bier es über sich gewinnen kann, seinen ganzen Oberkörper Dem kalten Wasser preiszugeben, — auch im ®mter — härtet gleichzeitig seine Haut ab und schuft! sich vor ar- kältungskrankheiten. Nicht dringend genug kann vor dem Schlafengehen das Gurgeln, Ausspülen o*® de» und Reinigen ber Zähne mit lauwarmem Waner empfohlen werden. Würden alle Erwachsenen, alle Mütter Ihre Kinder dazu anhalten, so wäre e» mit der Gesundheit unserer Zähne weit besser bestellt. Weiter- hin kommt noch hinzu, daß durch dos Ausspulen des Munde» viele Krankheitsträger beseitigt werden. Hals» entzündungen, Diphterie und andere Krankheiten, bte auf Ansteckung ober Erkältung zurückzuführen sind, würden bei weitem nicht in dem Maße auftreten, wie es leider immer noch der Fall ift. Das Ausspülen des Mundes hat den Zweck, die im Laufe des läge» in Ine Mundhöhle gelangten Bazillen wieder hinauszubesyr- dern. Das Reinigen der Zähne dient zur Entfernung der Speisereste, die während der Nach« in Fäulni, über, gehen und fo den Zähnen äußerst schädlich sein würden. Wahrend vorstehende Regeln der Nachttoilette für jeder- mann beherzigenswert sind, gilt die nun folgende, welche die Pflege des Haares betrifft, hauptfächlich ber Frauen, weit.
Bei denjenigen, die sich noch nicht zum Bubikopf begannt haben, spielt die Haarpflege vor dem Schlafen- gehen eine sehr große Rolle. Es ist eine üble, leiucr sehr verbreitete Angewohnheit, die hohe Frisur auch während der Nacht beizubehalten. Durch diese unna- türliche Lage, durch den fortwährenden Druck der Nadeln auf die Kopfhaut wird das Haar auf die Dauer ungemein geschädigt. Man kämme bas Haar vor dem Schlafengehen krästig, — auch Domen mit Bubikopf — in- dem man sich zuerst eines weiten, dann eines engen Kammes bediene. ’ Einmal wöchentlich füge man noch eine gründliche Waschung der Kopfhaut hinzu. Dies sind die besten Mittel, sich den Haarwuchs gesund unj> kräftig zu erhalten.
Zum Beschluß unserer Nachttoilette fei noch auf das Wechseln der Leibwäsche hingewiesen, welches man im Interesse der Gesundheit nie verabsäumen sollte. Pros. Dr. med. Reclam sagt hierüber: „Kein Kleidungsstück, welches es auch fei, foll man 24 Stunden lang ununterbrochen tragen. Man foll nicht nur alle 24 Stunden, sondern zweimal des Tages das Hemd wechseln. Jeden Abend muß daher ein Schiafhemd angezogen werden, und wer am anderen Morgen kein neugewaschenes Hemd anziehen kann ober will, der hat wenigstens das vom Tage zuvor über Nacht zu lüften, um es von den Aus- dünftungen unb ber Feuchtigkeit be» Körpers zu befreien, während am Tage da» Nachthemd der Luft auszusetzen ift*
Den Hausfrauen und Müttern liegt es nun ob, die Nachttoilette vom hygienischen Standpunkt aus zur ständigen Gewohnheit in Ihrer Familie 'ju machen. Es ist hohe Zeit, daß wir un» ber Aufgabe bewußt werben, alle» zu tun, was etwa zur Erhaltung und Förderung unserer Gesundheit beitragen könnte. Vergeßen wir nicht, „daß in der Gesundheit ber Bevölkerung bie Kraft be» Staates wurzelt, daß ein gesunder Körper die Vorbedingung für tüchtige Arbeit, fröhlichen Genuß und er*
Stemmers Zigarren-Speziai-Geschäfft, Schweinemarkt 9 j
Allein-Vertrieb der Firma Lfiser & Wolf, Berlin. Größte Zigarrenfabrik des Kontinent»
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