Einzelbild herunterladen
 

Anzeiger für die Skadk und den Kreis Fulda. Amkliches Kreisblalk.

Nr. 33

Donnerstag, 10. Februar 1927

Zahrg.54

Zeutslh-sranzösliche Serltanöignno ober Revanche

ringhooen sagt, das, d freiung auf dem 2ßci

* Die deutsch-polnischen Handelsvertrags»». Handlungen sind, wie das WTB. von unterrich- trter Seite h.ört, in eine ernste Krise geraten, tajon seit mehreren Monaten drehen sich die Ver­handlungen im wesentlichen um dieselben Punkte, ohne vom Fleck zu kommen.

Deutschnationalen im Osten Deutschlands. Sie haben sich an dem Fall des Herrn v. K e u - dell neu entzündet. Der3unobeutfd)e, da- Or­gan des Ordens, hat Herr v. Keudell beschuldigt, zusammen mit anderen märkischen Junkern gegen eine Komtur des Jnngdo, Herrn o. Treskom, einen gesellschaftlichen Boykott ver­hängt zu haben, weil dieser in Verfassungsfragen anders denkt als die Junker. Das Organ der Rechtsradikalen, dieDeutsche Zeitung", findet das Vorgehen desJungdeutschen Ordens* in bieler

Aus Gibraltar wird gemeldet: Im hin- blick auf die revolittionäre Bewegung in Portugal werden ein britischer Kreuzer nach Listabon und zwei Torpedoboct'erstö'er nach Portio entsandt wer­den, um die britischen Interessen zu schützen.

Abreise des amerikanischen Gesandtm aus Lissabon.

wtb. Paris. 9. Februar. (Eig. Funkm.) Nach einer Washingtoner Nleldnng desNewyork- herald" ist geftern abend im Staatsdepartement die Nachr'cht eingeaangen. daß der amerikanische Gesandte in Portugal die Gesandtschaft in Lissabon verlassen habe.

Sfrefemanns Reife.

Das Reiseziel des Außenministers Dr. Stres;- mann, der am Dienstag seinen Erholungsurlaub angetreten hat, ist S a n R e m o an der italien> scheu Riviera. Don den zuständigen Stellen wer­den alle, namentlich in der ausländischen Presse verbreiteten Gerüchte, daß Stresemann dort mit Brianv und Mussolini zusammentresfen werde, als unbegründet bezeichnet.

Polen dankt Frankreich für die Lösung der Frage der deutschen Oslfestungen.

Der polnische Botschafter In Paris hat Briand einen Besuch abgestattet, um ihm den Dank der polnischen Regierung für die Lösung der Frage der deutschen Ost fest u nge n zu übermit­teln.

Erscheint sechsmal wüchenllich <Bnd)enbeilage.Illustrierte Beilage" undBuchendlätter^ BotationSdruck und Verlag der Rulboei »Irfienbruifetei In fVulba Fernsprecher Rx. 8. :* Monatliche, BezuqSvrei« 1.50 Mt w

v'e Tanger-§rage,

Beginn neuer französisch-spanischer Verhandlungen.

wtb. Paris, 9. Febr. (Eig. Funkm.) Heute beginnen am Quai d' Orsay die französisch-spa- mschm Verhandlungen über di« Tangersrage. Ti« spanischen Unterhändler, di« dem svamschen Dct- schaster in Paris als Sachverständige beigegeben sind, sind heute nacht in Paris eingetroffen Di« Verhandlungen werden französischerseits geführt vom politischen Tirektor am Quai d'Orsay, Beaumar­chais. Die Deke^ie tm sind heute mit ag von Birand zum Frühstück geladen. Der französische Stand- punkt in der Tangersrage läft sich wie folgt charakterisieren: Frankreich ist bereit, spanischen Wünschen angesichts der Unzufriedenheit über das augenblickliche Tanger-System Folge zu geben, ist aber fest entschlossen, jeden Vorschlag abzulehnen, der auf eine Abänderung des Vertrages von 1923, des geltenden internationalen Statuts für Tanger, sowie des internatiionalen Statuts von Algeciras abzielt.

wtb. Paris, 9. Febr. (Eig. Funkln.» Wie im Journal'" aus Lissabon gemeldet wird, sind di« Redakteure von drei Ze'tnngen, deren Er­scheinen gestern verboten wurde, verhaftetwor­den. Nach dem gleichen Blast sollen über die portu­giesische Grenze nach Spanien geflüchtete porstmie- sische Offiziere erllärt haben, die revolutio­näre Bewegung sei gescheitert, da di« Bevölkerung sie nicht unterstüi-t und da di« Trup­pen, mit denen die Revolutionäre gerechnet hätten, sich nicht zu ihnen geschlagen hätten.

darisch erklärt, und sind ebenfalls aus der Fraktion ausgejchieden Es handelt sich dabei um die Abge­ordneten Graf Reoentlow, von Ramin und Stöhr. Das sind diejenigen radikalsten der Radikalen, die allen besseren Erwägungen ohnehin schon immer unzugänglich waren und die unbekümmert um die Folgen die allerjchrosjste Stellung eingenommen haben.

Nunmehr besteht eine Völkische Fraktion im Reichstag überhaupt nicht mehr, so daß die Völ­kischen völlig aktionsunfähig gemacht worden sind Uebrigens sind auch zwischen Herrn von Graes« und dem Major Henning starke Meinungsver­schiedenheiten vorhanden, und man wollte wissen, daß sich Henning ebenfalls von den Völkischen ab- sondern und dem radikalen Flügel der Deutjch- nationalen angliedern will. Allerdings soll das erst dann der Fall sein, wenn die gerade in völ­kischen Kreisen gehegte Erwartung in Erfüllung geht, wonach die Radikalen tret Deutschnationaleu, die jetzt unter Fraktionszwang für die Regierung ftimmfon sich ablondern und eine eigene Gruppe bilden würden. Ansätze zu einer solchen Entwicklung sind in der Tat vorhanden.

In derselben Weise, wie die Vorgänge bei den Kommunisten, die gleichfalls durch die Spaltungen politisch einflußlos gemocht worden sind, zeigt es sich auch durch die Entwicklung bei den Völkischen, daß die Zeiten des Radikalismus vorbei sind. Auch das darf man als ein Zeichen der fortschreitenden Konsolidierung des neuen Staates ansehen.

Scharfe Gegensätze bestehen auch zwischen dem Jungdeutjchen Orden (Jungdo) und tun

Geführt von Mussolini, Ist Starten auf den Plan ge­treten, hat es seine Ansprüche auf eine Weltmachlstel- lung angelegt und ist in immer schärferen Gegensatz zu Frankreich getreten. Es verständigte sich im Madrider Vertrag mit Spanien, es spinnt zu den Balkanstaaten, zu Rumänien und Südslawien und sucht sie auch aus dem französischen Lager zu sich herüberzuziehen. Auch zu Sowjetrußland knüpft es Beziehungen an. Was liegt da näher, als daß wir mit ihm, mit der von ihm geführten, ' "

Mächtegrup

Der SaU v. KeubeH.

Die Untersuchung vor dem Abschluß.

Lautlägt Rundschau wird es voraussichtlich möglich sein, die Interpellation und den Mißtraue ws antrag der Kommuni­sten gegen den Reichsminister des Innern v. Keudell schon am Donnerstag, spä­testens Freitag, auf die Tagesordnung des Reichs­tages zu setzen Die Regierung wird diese Ge­legenheit benutzen, um eine Erklärung über das Ergebnis ihrer Untersuchung abzugegeben. Die Un­tersuchung wird also voraussichtlich bis Dienstag abgeschlossen sein.

Kein (Erfolg der portugiesischen Retrlte.

Besetzung von Oport, durch Regiernn-sfrupprn.

wtb. Madrid, 9. Febr. (Eig. Funkm.) Nach­richten zufolge, die um Mitternacht hier eintrafen, bestätigen, daß der portuolesische Kriegsmrnister gestern um 3 Uhr nachmittags Oporto mit re­gierungstreuen Truppen besetzt hat.

Kriti6 am vawerp'an.

Die Erklärungen Sterretts über den Dawesplcm.

Aus W a s h i n g t on wird gemeldet:

Das frühere Mitglied des TrcmsferkomiteeS, Sterret, erklärte in seinem Bericht über die Aus­wirkungen des Dawesplans:

Die Festsetzung der endgültigen Schuldsumme Deutschlands ist in früheren Jahren aus stim­mungsmäßigen Gründen unt-rblieben. In all diesen Angelegenheiten ift die Stimmung mit 75 Prozent und die wirtschaftliche Ueberlenung mit 25 Prozent beteiligt. Die Stimmung hat sich in den letzten Jahren immer mehr gebessert. Das Dawes- abkommen war ein Beweis dafür. Einen weiteren Fortschritt bedeutet der Loearnaverstag. Auch die Annahme der amerikanischen Eigentumsv or- lage wäre nützlich. Deutschland weiß, daß dies« Fragen nicht über Nacht erledigt werden können, aber das Scheitern des Gesetzes würde dort einige Enttäuschung Hervorrufen.

Aus den Erllärungen, die das frühere Mit- 8lieb des Transfer-Komitees Sterret nach einer Interrebung mit Coolidge über die wirtschaftllche Lage Deutschlands und' Europas abnab, ist noch folgendes hervorzuheben: Ob man will oder nicht, der Tawesplan sieht vor, daß Deutschland in alle Ew igkeit eine Kriegsschuld von 625 Millionen Dollar jährlich bezahlt.' Das ist natürlich unmög­lich. Mit Bezug auf die deutschen Finanzen und die Möglichkeit einer Aulleg'ing einer inneren 185 Millionen-Anleihe erklärte Sterrott, dies beweise, daß die deutschen inneren Anleihen eme sehr sichere Kapitalanleihe für die Amerikaner seien.

Wenn auch dem wett überwiegenden Teil des deutschen Volkes, soweit ihm polit. Denkweise, ja nur vernünftiges Denken im allgemeinen zu eigen ist, der Revanche-Gedanke gegenüber Frankreich fremd ist, so gibt es doch auch Kreise, die ganz von abenteuerlichen Kriegsplänen erfüllt sind. Diese Leute stehen den Deutschnationalen nicht fern u. es ist verständlich, daß im Augenblick, da die Deutsch- nationalen zur politischen Macht zurückgekehrt sind, solche Pläne ernsthafte Beobachtung verdienen. Das Zentrum hat jedenfalls, wenn es sich gegenüber denkbar schwerster Verantwortung sichern will, die Pflicht zuwachsamemMißtrauen gegenüber den Koalitionsparteien u. Prälat Schofer hat so­gar dieser Tage erklärt, er verstehe das Nein des Abg. Dr. Wirth gegenüber dem Vertrauensvotum, wenn es als Warnungszeichen und als Alarm-

<ln|eigen-Treife- flletnjeil» «Colonel» total 0,15 JLX, auSwSrt« 0.20 JUL Reklame,«Ile, lokal 0,60 JU, auswärts 0,80 AX «ei Wiederholungen Rabatt :< Postfcdecktnnto Frankfurt a M Nr <051 *

Das deutsche Volk tut gut daran, die Augen offen Zu halten, jetzt, wo die Leute um Freytag-Loring- hoven glauben, daß die Stunde für die Befreiung Deutschlands nach IhrerArt heranrücke.

Versöhnungsarbeit.

Vorläufig geht die Dersöhnungsarbett, die vor allem eine g e i st I g e Arbeit ist, weiter. Das deutsch-französische Studienkomitee hat unter Vor­sitz seines Präsidenten, Herrn Emil Mayrisch-Lu- xemburg, am 7. und 8. Februar in Berlin eine von fast sämtlichen Mitgliedern aus Deutschland und Frankreich besuchte Tagung abgehalten. Ent- svrechend den bei der letzten Zusammenkunft in Paris gefaßten Beschlüssen wurde eine Reihe in der Zwischenzeit geprüfter Fragen erörtert. Auf kulturellem Gebiete befaßten sie sich mit dem Ein­fluß, den die In beiden Ländern entstandenen Nachkriegsverhältnisse im Hinblick auf die sozialen, politischen und intellektuellen Fragen gehabt ha­ben. Auf wirtschaftlichem Gebiete wurden grund­sätzliche Fragen des modernen Industrieaufbaues erörtert.

Das Komitee wählte den bisherigen Ministe­rialdirektor im französischen Außenministerium, Jacques Seydoux, als neues Mitglied hinzu und beschloß, zur Fortführung feiner Arbeiten zu Be­ginn des Sommers wieder zusammenzutreten.

Die Nriegsschulösrage.

Eine neue amerikanische Stimme.

wtb. Chicago, 9. Febr. (Eig. Funkm.) Der Herausgeber der weit verbreiteten ZeitschriftChri­stian Century" erklärte in einer Rede in der Snra- cuse-Universitöt zur Kriegsschuldstage: Das Ge­rede von einer alleinigen Kriegsschuld Deutschlands ist eine Fabel. Allmählich sehen die Völker der Wett das ausnahmslos ein, daß alle an dem Kriege beteiligten Nationen ungefähr in dem gleichen Maße am Kri 5« schuldig sind.

Die Rheiniandraumung.

Die Stimmungen im englischen Oberhaus.

Aus London wird gemeldet:

Im Oberhaus stellte Lord Deauchamp (Liberal) hinsichtlich der Räumung des besetzten deutschen Gebietes die Frage, ob diese Räumung nicht be­schleunigt werden könnte und wenn es auch nur aus dem nahe liegenden Grund« wäre, daß nach ihrer Durchführung mehr Geld für Repa- rationszwecke verfügbar wäre. Lord Salis­bury erwiderte im Namen der Regierung, sobald daö geltende Recht in Betracht komme, bestehe kein Anspruch auf vollkommene Räumung, ehe alle Bedingungen des Versailler Vertrages erfüllt seien. Das sei im Vertrage ausdrücklich bestimmt. Es sei jedoch zuzugeben, daß eine Beschleuni­gung sehr zu begrüßen sein würde. Dies sei auch die Auffassung der englischen Regierung ge­wesen und sie werde, soweit es auf sie ankomme, ihre Macht und ihren Einfluß stets in dieser Rich­tung geltend machen. ES sei jedoch eine sehr schwierige und verwickelte Angelegenheit, die die aktive Mitarbeit Deutschlands bei den Ver­handlungen und bei den Verhältnissen erfordere, zu denen diese Verhandlungen führen könnten, sowie die Mitarbeit der anderen Ländern. Die Ange­legenheit dürfe nicht überstürzt werden, sondern sie müsse den Gegenstand von Verhandlungen bilden, jedoch, so erklärte Lord Salisbury zum Schluß, kann ich im Namen bet Regierung und wohl auch aller Parteien dieses Landes feststellen, daß wir sehr gern auf jeden Fall eine Verringerung der Streitkräfte unserer früheren Verbün­deten und unserer eigenen Streitkräfte in der zwei- ten und dritten Zone des besetzten Gebietes sobald als irgendmögllch sehen würden. Ob dies bald der Fall sein kann ober nicht, kann ich nicht sagen, jedenfalls steht der gute Wille der eng- lischen Regierung schon jetzt fest.

valcwin über China.

Aus London wird gemeldet:

Das englijche Unterhaus, das am Dienstag nach­mittag zujammentrat, wird sich zunächst mit der Vorlage über die Abänderung des königlichen Ti­tels beschäftigen. Die Adresse über die Beantwor­tung der Thronrede wurde von dem Konfervati- ven Stanley eingebracht der unter anderem für die in Aussicht gestellte Gesetzgebung betreffend ov Gewerkschaften sprach.

Der Konservative Meandtew trat nachdrücklichst für die von der Regierung in der chinesischen Frage verfolgte Politik ein.

Macdonald begrüßte unter Bezugnahme auf die Thronrede die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, die zur Stabilität und Sicherung Europas beitragen werde. Im übrigen sehe man aus der Thronrede, daß die Regierung selbst in sehr großen Schwierigkeiten ift. Es seien Meinungsverschiedenheiten im Kabinett vorhan­den. (Gelächter auf der Regierungsjeite). Die Be­dingungen zur Regelung des Kohlendisputs seien von den Zechenbesitzern so angewandt worden, daß nur Mißmut erzeugt worden sei. Wenn die Re­gierung auf einem Gewerkschaftsgesch bestehe, werde dies den industriellen Frieden nicht fördern.

In der Unterhaussitzung ergriff nach Macdo­nald Premierminister Baldwin das Wort. Er ver­las eine Entschließung des Kabinetts, die, wie er sagte, in wenigen Worten die Politik der Regie­rung enthalt«. In dieser Erklärung heißt es:

»Die allgemeine Politik der Regierung ift auf folgenden Erwägungen begründet: Unsere Trup­pen wurden nach dem fernen Osten entsandt, um britisches Leden, und dies besonders str Schanghai, zu schützen Dies war und ift die ein­zige Politik der Regierung. Wir find der Ansicht, daß, wenn di- Dringlichkeit sofortige Ausschiffung in Schanghai erfordert, wir demge­mäß handeln werden, wenn nicht, so wirb bis füh­rende Brigade in Bereitschaft in Hongkong gehal­ten werden, wahrend sich der übrige Teil der Streitkräfte nähert. Natürlich kann der Abschluß irgendeiner Vereinbarung mit Her rn Tschen oder irgendjemand anderem über die Bewegung der Truppen nicht in Frage kommen, die einzig mit dem.Zwecke entsandt sind, britisches Leden zu fchü- tzen.

Baldwin erklärte weiter: Was die Lage In H a n k a u betreffe, so habe sich vom britischen Standpunkt aus nichts ereignet, was die Entschlaf- fenheit der Regierung, ihre Ziele durch Verhand­lungen zu erreichen, ändern könnte. Es könne fein, daß die Regierung bis zum Donnerstag in der Lage fein könnte, dem Haus mehr darüber mitzu- teilen. Baldwin hob hervor, baß Großbritannien das weitherzigste Angebot beiden Teilen Chinas zu gleicher Zelt gemacht habe.

Die Auflösung der völkischen im Reichstag.

Aus dem Reichstag wirb UNS geschrieben:

Schon seit einiger Zeit befindet sich die Völkische Fraktion im Reichstag in einer schweren Krisis. Cs sind in der Hauptsache persönliche Strei­tigkeiten, Eifersüchteleien und Schlimmeres, was sich ba abfpielt. Wir sehen genau biefelbe Entwicklung bei den Völkischen, wie sie sich bei den s ozialisten in München seinerzeit vollzogen aum damals hat der überspannte Ehrgeiz eines Hittler diese Bewegung zerspalten und schließ- 1°) politisch aktionsunfähig gemacht. Die gleiche EntwuNung vollzieht sich jetzt bei den Völkischen, bte sich die immer mehr hervor!retende Diktatur des Herrn Graefe nicht mehr gefallen lassen wollen Von Graefe hat seinen Fraktionsgenossen K u b e schon immer nicht gut leiden können, offenbar weil 15 '"der Schärfe und der Ungeniertheit des politischen Kampfes mit Ihm, Graefe, immer auf« genommen hat und in der letzten Zeit sogar drohte, hie m»ninprUnArmlen haben gewisse Dinge, die weniger pohtifdjer als persönlicher Art sind, dazu herhalten muffen, um Kube, der allerdings eine der unerfreuitjjften Erscheinungen des Reichs­tes darstellle, aus der Deutschvölkischen Freiheits- Partei auszufchließen.

Damit aber ist erst recht die Spaltung der Döl- k,scheu Freiheitspartei zur Tat geworden, denn die mit Kube und feiner Gesinnung sich verbunden fühlenden bisherigen Mitglieder der Völkischen Fraktion im Reichstag haben sich mit Stube soli-

ibm geführten, in der Bildung begriffenen Mächtegruppe freundschaftliche Fühlu ng nehmen. So wie die Dinge nun einmal liegen, müs­sen wir die Belange der Südtiroler hinter den Gesamt­belangen des deutschen Boltes zurücktreten lassen/

Weiter wünscht Freytag-Lorlnghoven engste Verbindung mit Spanien, sodaß es klar ist, daß feine Politik auf eine militärische Einkreisung Frankreichs abzielt. Ausdrücklich sagt er:

Unsere Befreiung können wir nur Im Gegen­satz zu den Mächten erlangen, die uns in Ketten geschlagen haben, vor allem nur im Gegensatz und im Kampfe gegen,Frankreichs Ja, er will den Kampf:Erst wenn im ganzen Deutschen Volke wieder die heldische Erkenntnis wach ist, daß ver­lorene Freiheit und verlorene Größe nur durch Kampf wieder gewonnen werden kann, erst bann wird die Stunde unserer Befreiung schla­gen." Wir wollen auf bas Reaktionäre unb Ge­fährliche seiner Anschauung nicht näher eingehen, es sollte nur biese Auffassung selbst aufgewiesen unb ihr Gegensatz zum Regierungsprogramm bar- gelegt werben. Es ist kein Zweifel, baß sie auf ben Krieg hinaus wollen, wenn auch Graf Westarp sagte, baßRevanche kein deutscher Begriff'' sei.

Aus London wirb gemeldet: Die aus neun Schiffen bestehende achteZerstörerflotllle ist von Sheerneß aus nach China abgefah­ren.

Die Haltung der Chinesen.

Aus Peking meldetReuter": Es wirb nicht offiziell aber aus vertrauenswürdiger chinesischer Duelle berichtet, daß das Kabinett die lebten Vorschläge Großbritanniens erörterte und beschloß, nicht darauf zu antworten, bis die bri- tllche Reglcruna eine Antwort auf die kürzliche Protestnote der Pekinger Reaierung gegen die Ent­sendung von Truppen nach Schanghai gesandt hat.

Eine Erklärung Tschangtsolins.

In einer Erklärung, die Tschangtsolin veröffent. licht hat, heißt es In bezug auf die Frage der Hal­tung Chinas gegenüber den Machten:

Unsere Pflicht gegenüber ben Auslänbern, fcie in China wohnen, ist der Schutz von Leben und Eigentum. Andererseits erwarten wir, daß dir Mächte unsere öffentliche Meinung und unsere an­geborenen Rechte berücksichtigen. Tschangtsolin er- "?'*e weiter, daß der augenblickliche Kampf gegen ma» S anderes als gegen d I e Bolschewisten gerichtet fei. Es bleibe Raum für Verhandlungen m,t 6t,en, außer den Kommunisten.

rufzurWachfamkelt abgegeben fei. Ein Teil der Deutfchnationalen, und es ist nicht der kleinere Teil, hat auf außenpolitischem Gebiet ganz bestimmte Pläne, die zu den Auffassungen eines Marx und Stresemann in einem grundsätzli­chen Widerspruch stehen. Es ist wohl nötig, diese außenpolitischen Ziele etwas näher zu charak­terisieren. EinenÄnhalt dazu gibt eine Schrift des deutfchnationalen Reichstagsabgeordneten v. F r ey- tag-Loringhofen:Von Locarno nach Genf und Thoiry", die vor einigen Wochen in einem Berliner Verlage erschienen ist. Diese Schrift setzt sich in der Hauptsache mit der Stresemannpolitik auseinander und tritiftert sie in ihrer Anlage und ihren Ergebnissen mit unerbittlicher Schärfe. Aber das mag auf sich beruhen. Das ist eine Sache, mit der sich Stresemann selbst abgeben kann. Hier inter­essieren uns die besonderen außenpolitischen Ziele, die sich der Verfasser selbst stellt, und von denen wir mit Ruhe annehmen können, daß sie dem größeren Teile der deutschnationalen Reichs­tagsfraktion eigen find. Dieser Herr v. Freytag-Lo- ringhooen sagt, daß das Ziel der deutschen Be­freiung auf dem Wege der deutsch-französischen Verständigungspolitik nicht erreicht werde. Wört­lich führte er aus:

Seit dem Zusammenbruch sind wir uns darüber klar gewesen, daß Deutschlands Wiedererhebung den Zerfall der Entente und die Bildung einer neuen Mächie- tonstkllntion zur Daraussetzung hat.'

Er drückt bann sein Bedauern darüber aus, daß England sich noch nicht von Frankreich losgesagt habe. Trotzdem sei eine Wandlung in Europa ein­getreten: