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Anzeiger für die Stabt und den kreis Fulda.
Nr. 28.
Erscheint sechsmal möchenllich Wochenbeilage. .Illustriert« Beilage' und „Buchenblätter- SlototionSdruck und Verlag der Kuldaer Slctiendruckerei in Fulda Fernsprecher Rr 9.
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Freitag, 4. Februar 1927.
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Japans Rache.
Von Dr. Friedrich Otte, Professor an der Reichsuniversität Peking.
In der bekannten „Zeitschrift für Politik" stehen tm Bande für 1926 auf Seite 70 bis 79 u. a. folgende Gäbe: „Bor 1900 hätten die Vorgänge des Jahres 1925, wie der Boykott englischer Waren in Kanton, die Agitation nach dem 30. Mai in Schanghai, unbedingt zu einem englisch-chinesischen Kriege geführt. Das ist auch in der ostasiatischen Presse offen zugegeben worden. Der Krieg ist lediglich deshalb unterblieben, weil England nie und nimmermehr aus einem Siege für sich hätte etwas gewinnen können. Andere Staaten, Japan, die Bereinigten Staaten, Rußland hätten das nicht zugegeben. denn alle diese Staaten verfolgen ihre eigenen Richtungen in China und sind machtpolitisch England überlegen. Die Zeit des europäischen Konzertes (1901) ist vorüber." — Und weiterhin: ,Heb och ist nicht damit zu rechnen, daß das Experiment von 1904—1905 wiederholt wird, das heißt Japan und Rußland werden es nicht zum Kriege kommen lassen, gerade weil dieser Zusammenstoß von anderer Seite gewünscht wird."
Diese Sätze hatte ich Anfang 1926 geschrieben, hauptsächlich unter dem Eindruck der Borgänge seit 1919 und, in verstärktem Maße, des Intrigenspiels, das gelegentlich der am 26. Oktober 1925 in Peking zusammengetretenen Tarifkonferenz ein- setzte, Vorgänge, die ich in nächster Nähe, in Peking selbst, beobachten konnte.
Nach dem Weltkriege und nach Versailles hatte England den Japanern das langjährige Bündnis gekündigt. Die Japaner mußten unter dem von allen Seiten einietzenden Druck auf nahezu alles verzichten, was sie bis 1919 besetzt hatten: In Sibirien drängten die Russen nach Osten, Ende 1922 räumten die Javaner Wladiwostok, obgleich sie von der englischen Presse ermutigt wurden, dort zu bleiben, nämlich weil man bann auf einen dauernden japanisch-russischen Gegensatz hoffen konnte, etwa wie Deutschland—Frankreich.
Die Japaner schwiegen und gingen, räumten auch Nord-Sachalisi freiwillig, obgleich sie es leicht • hätten halten können, denn Rußland hatte nicht ein Kriegsschiff im Fernen Osten. Weshalb gingen sie? Well sie auf Grund der Washingtonverträge iw Februar 1922 auch Schantung hätten räumen müssen; das verlangten die angelsächsischen Mächte, und Japan gab nach, verzichtete auf die Schantung- bahn und auf Kiautschou. Aber Japan vergaß nicht! ■ 1923 kam die erste Gelegenheit, England zu beweisen, daß Japan dasselbe Spiel treiben konnte wie England, daß die Ermunterung zum Boykott japanischer Waren, wie sie seit 1916 gegen Japan geübt wurde, ein zweischneidiges Schwert sei. Damals, 1923, wurde bei Lincheng an der Bahn von Tientsin nach Pukou ein Expreß beraubt; die Fahrgäste, darunter eine Dollarprinzessin, Verwandte Rockefellers, wurden gefangen gesetzt, die Telegraphenleitungen der Welt gerieten in Bewegung, und die Internationalisierung der chinesischen Eisenbahnen wurde von den Ergländern verlangt. Der englische Gesandte verdammte in öffentlicher Rede in Schanghai China als unfähig und unwürdig, Eisenbahnen zu verwalten. Das diplomatische Korps in Peking geriet in die bekannte Aufregung; geheime Sitzungen wurden abgehalten, alles schien gut! Da, ja da ließen die Japaner die Katze aus dem Sack, alles wurde bekannt, und die Engländer waren die Blamierten, „verloren ihr Gesicht", wie man auf chinesisch sagt. Bei dieser Gelegenheit trat zum ersten Male Japan gegen England auf, aber noch nicht sehr scharf; auch die Vereinigten Staaten — es war damals der jetzige amerikanische Botschafter Dr. Schurman-Berlin, Gesandter in Peking —, äußerten: „Hands off China!" — „j)änbe «eg von China!"
Gelegentlich der Tarifkonferenz setzte ein diplo- matisches Intrigenspiel in Peking ein, bas das "me Feuerwerk war. England war unter ungün- bingunßen zur Tarifkonferenz gegangen. Seck 30 Mai 1825 war, zum ersten Male, auch *,.n. gegen englische Waren im Gange, und l “ieier ber gewaltigste, der in China
je gegen Ausländer inszeniert worben war; bekanntlich halt dieser Riesenboykott auch heute noch an Wahrend aber d.e Boykotte gegen die Ber- Jttnigten Staaten (1908 wegen der Einwanderunqs- srage) und gegen die Japaner, wie statistisch sich Nachweisen läßt, von geringer Wirkung waren, war der Boykott geaen England von ungeheurer Wirkung, wie sich ebenfalls aus der Handelsstatistik ergibt. Ja, er hat sich zu einer Eiterbeule am Leibe des britischen Imperiums ausgewachsen und enthüllt dessen ganze Schwäche.
W Die durch die verschiedenen Vorfälle in Schanghai, Kanton und Hankau, dann letzthin im September in Wanhsien hervorgerufene nationalistische Begeisterungswelle ist von Tokio und Moskau aus geschürt morden. Mit unendlicher Geschicklichkeit haben die Japaner es verstanden, was an Erregung in China lebt, zunächst auf England zu konzentrieren. Dem suchte England — dessen Diplomaten seit 1914 keine der Vernunft entsprungene gerade Linie mehr befolgen zu können scheinen zu begegnen, indem es plötzlich am 18. Dezem- 1926 seine berühmte Denkschrift den Diploma- R der befreundeten und gleichberechtigten Mächte ^ergab, — Deutschland und Rußland gehörten W dazu. Es wollte mehr geben als die Ia- Mer, ja, es wollte sogar auf alle Vorteile aus der seit 1842 verzichten. Zu spät! Der Verzweif-
Asschritt verfing nicht! Eine Pariser Zeitung Merkte ganz richtig: man hat wohl in London -»köpf verloren! Japan, das nicht auf alte Rechte
Das Programm der neuen Regierung.
lieber bas Programm ber neuen Regierung, dos am Donnerstag im Reichstage vom Reichskanz ler Dr. Marx vorgetragen werden wird, will die „T ä g l. Rundschau" wissen, daß das Programm nicht nur ausführlicher als die sogenannten Richtlinien für die Kabinettsbildung sein werde, sondern auch Punkte umfassen werde, die in die Richtlinien nicht aufgenommen worden sind, weil sie grundsätzlich nicht strittig waren. Man könne annehmen, daß auf dem Gebiete der Außenpolitik auch auf Fragen Bezug genommen wird, mit denen man sich in den letzten Tagen so lebhaft beschäftigt hat: Abschluß der Entwaffnungsverhandlungen und Abzug der Kontrollkommission. Cs könne ferner angenommen werden, baß über bas Schulgesetz und über bie sozialpolitischen Vorlagen der nächsten Zeit eingehendere Mitteilungen gemacht werden. Daneben mürben auch Wirtschafts- und Finanzpolitik, bie in ben Richtlinien nicht erwähnt sind, zu ihrem Rechte kommen. Die Frage des taktischen Verhaltens der Regierungsparteien wird, ben Blättern zufolge, erst im Laufe bes Donnerstag entschieden werden.
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Mit großer Spannung sieht man tn parlamentarischen Kreisen der Regierungserklärung entgegen, bie Reichskanzler Dr. Marx am Donnerstag nachmittag für bas neue Kabinett im Reichstage abgeben wird. Die Fraktionen der Regierungskoalition sind sich, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. hört, bisher noch nicht darüber schlüssig geworden, ob sie sich mit einer gemeinsamen Erklärung begnügen ober selbst Redner vsrschicken sollen. Zur Entscheidung über diese Frage sind die Deutschnationalen um 11 Uhr zu einer Fraktions- sitzung zusammengetreten, während bas Zentrum, bie Deutsche- unb bit Bayerische Volkspartei erst kurz vor Beginn ber Plenarsitzung um 1 Uhr ihre Sitzung abhalten. Auch Demokraten, Wirtschaftliche Vereinigung unb Kommunisten beginnen ihre Fraktionssitzungen um 1 Uhr, während bie Völkischen schon um 12 Uhr tagen. Die Sozialbemo- kraten Haden eine Fraktionssitzung für Donnerstag nicht einberufen. Sie haben ihre Rebner für bie große politische Aussprache bereits vor der mehrtägigen Pause bestimmt, nämlich die Abgeordneten Müller-Franken unb Landsberg. Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. weiter hört, dürfte die Regierungserklärung ziemlich lang fein. Eine gemeinsame Erklärung der Regierungsparteien rotrb voraussichtlich nicht in Frage kommen.
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Wie das Nachrichtenbüro bes D. D. Z. aus par- samentarifchen Kreisen erfährt, wollen die Völkischen als ersten Redner den Abgeordneten Henning und als zweiten ^Rebner den Abgeordneten Strasser iwrsckicken. '
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Der Zentnimsabgeordnete Adam Roeder, ber aus bem konservativen evangelischen Lager her- öorgegangen ist, schreibt in, ber vom ihm herausge- gebenen „Süddeutschen Corresponbenz":
„Seit vielen Jahren werde ich von evangelischen Konfessionsgenossen in unzähligen Briefen und Zeitungsartikeln, oft schamhaft, aber viel öfters schamlos, angegriffen, wie ich mit dem Zentrum, dieser erklärten Avant- aarde des römischen Papsttums, gemeinsame politische Arbeit machen könne! Ob ich denn nicht wüßte, daß Rom der Todfeind nicht nur des Protestantismus, sondern des Deutschen Reiches fei? Wie ich es als evangelischer Mann über mich bringen könnte, mit diesem unerbittlichen Feind der evangelischen Kirche und des deutschen Volkes an einem Strange zu ziehen? • Hundertfältig hat man mir dargetan, daß ich eigentlich ein Verräter am protestantischen deutschen Reichsgedanken und an der evangelischen Kirche sei, weil ich mit dem Zentrum gemeinsame Politik mache und nun gar in die Zentrumsfrattion eingetreten sei. Aelteste Freunde haben sich mit Schmähworten von mir getrennt. Und nun? Jetzt macht der römische Kanzler Dr. Marx mit dem protestantischen Feldmarschall und Ostelbier Hindenburg gemeinsame Politik, und die Deutsch natIona l e n, denen kein Wort scharf genug war, um die Zen- trumspartei schmählich und rücksichtslos zu bekämpfen, zu beschimpfen, herunterzureißen, sie als eine Ausgeburt des Widernationalen hinzustellen, machen im Gefolge des Herrn o. Hindenburg Politik zur Rettung des Vaterlandes."
In ber Tat, solches Verhalten zeigt, baß bie Deutschnationalen im Innern nicht tm geringsten an bie Gefahren glauben, bie sie in bem „römischen" Zentrum den „Armen im Geiste" an bie Wanb malen.
Die außenpolitische Lage.
Nachbem in ber Entwaffnungsfrage bie sachliche Einigung über alle Punkte erfolgt ist, steht nunmehr auch bie formelle Erlebigung burch Notenaustausch zwischen ber Botschafterkonferenz unb ber deutschen Botschaft in Paris unmittelbar vor bem Abschluß. So ist am 31. Januar über bie Frage desLuftfahrt gerätes sowie über die sachlich bereits in den Pariser Verhandlungen Anfang Dezember geregelten Fragen, che die Verbände unb bie ungesetzliche Einstellung tn bte Reichswehr betreffen, ber abschließende No-
ü?er Kopf verzichten will, fühlte sich gekrankt unb aufs neue verletzt, unb bie Sübchinesen wollen kerne Danaergeschenke haben, sie wollen verhandeln unb diktieren.
Dann mobilisierte Englanb. Truppen hat es schon vor etnem halben Jahre nach China gesandt, auch seine Flotte verstärkt, aber bie theatralische Fiebergeste einer Teilmobilisation hat es sich bisher noch nicht geleistet. Unb roieber kam eine Absage aus Tokio, wo man erklärt, man ftänbe sich ganz gut mit China unb selbst mit Sowjetrußlanb! Zum
tenaustausch erfolgt. Der Notenwechsel über bie Ostfestungen unb bas Kriegsmaterial ist tn ben nächsten Tagen zu erwarten.
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Zur Regelung ber letzten noch strunzen Entwaffnungsfragen betreffend die deutschen Qstbefesti- gungen schreibt Jacques Bainville in ber „Liberte", so große Sorge man auch dafür verwenden müsse, die Besetzung nicht in bas Abkommen betreffend bie Ostbefestigungen hineinzuziehen, so sei es doch wohl nicht mehr wahrscheinlich, baß Frankreich noch 1935 in Mainz bleibe, wenn überhaupt bis 1935. Es sei baher notwendig, für die Sicherheit Frankreichs wirkliche Garantien, bie bis jetzt fehlten, vorzusehen. Welcher Art würden diese Garantien fein? Es bleibe nichts anderes übrig, als die G r e n z e n zu befestigen, bie der Versailler Vertrag gezogen habe unb biese seien, das könne man nicht oft genug wiederholen, scheußliche Grenzen. Es sei nämlich die Grenzlinie, bie bie Verbündeten nach der Schlacht von Waterloo Frankreich aufgezwungen hätten, um nach ihrem Belieben Einfälle nach Frankreich unternehmen zu können. Es sei die Grenzlinie, bie bie preußischen Heere 1870 überschritten hätten. Das Loch im Osten müsse zugestopft werben.
Der „Temps" schreibt, von der Klugheit ber Deutschen unb von bem Bewußtsein ihrer eigenen Interessen werbe es abhängen, daß die Lösung des Gntmaffnungsöroblems, bie im Geiste ber Verstän- bigung ber Alliierten unb im Geiste der Versöhnung erzielt morden sei, eine neue Atmosphäre schaffe, um im Hinblick auf die Annäherung ber einst feindlichen Völker bie Ergebnisse zu zeitigen, bie man berechtigt sei, davon zu erwarten.
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Ein Teil ber Berliner Presse spricht bie Vermutung aus, baß vor der Märztagung des Dölker- bunbsrats eine Zusammenkunft ber Außenminister der Locarnomächte geplant sei. Wir sind zu ber Feststellung ermächtigt, daß biese Vermutung jeder tatsächlichen Grundlage entbehrt.
Europäische Zusammenarbeit.
Abis Paris wir» gemeldet; Ans Jniattve des rabifäien Abgeordneten Emil Borel ist ein sranzö- fi ches Komitee für die Z liammenarbeit der Völker Europas gemündet worden, das in bet Kammer seine erste Siyung abh.elt. Dem Komitee geboren «nsb sondere Professor en unb Parlamentarier an, darunter der Abgeordnete Loucheur, ber Ab'. Re- ncnmel, die Senatoren Hubert (Bo sitzender des Sen'atsauaschusies für auswärtige Angelegenheiten), Justin, (Sodait, P>of. Henri Lichtenberger unb andere mehr.
Das Ex-Regierungsblatt.
Die Reichsregierung verkauft ihre DAZ - Aktien.
Die „Deutsche Allgern. Ztg." teilt mit: Die bisher im Besitze ber Reichsregierung befinb- lichen Aktien unserer Gesellschaft sind mit dem heutigen Tage von einer Gruppe erworben _roorden, die sich aus Industrie, Handel und Schifffahrt zusammensetzt. Damit hat jede mittelbare ober unmittelbare Beteiligung bes Reiches ober anderer amtlicher Stellen aufgehört. An der unabhängigen nationalen Politik ber „Deutschen Allgemeinen Zeitung" wirb unoeränbert festgehalten. Die Leitung unb Zusammensetzung ber Redaktion, deren Unabhängigkeit ebenso wie bisher gesichert ist, bleibt bie gleiche.
Zu ber Angelegenheit bes Verkaufs ber DAZ- Aktien weiß das „Berliner Tageblatt" mitzuteilen, baß ber Käufergruppe in ber Hauptsache bie Darmstädter Ban k.unh ber rheinische Groß- inbuftrielle Otto Wolfs angehören. Der Kaufpreis soll IM Millionen Mark betragen.
Die Zeichnung der Reichsanleihe.
Aus Grunb einer Umfrage an bie Großbanken kann bie „Voss. Ztg." feststellen, daß zu ber am Donnerstag beginnenben Zeichnung auf bie 5-pro- zentige Reichsanleihe, namentlich aus Westdeutsch- lanb, bereits erhebliche Voranmelbun- g e n eingegangen sinb, bie burch einige Großauf- träge inbuftrieller Verbände stark ergänzt werden. Da auch bas Berliner Interesse außerordentlich rege ist, rechnet man, wie das Blatt hinzufügt, in Groß- bankkreisen mit einer vorzeitigen Schließung ber bis 11. b. M. laufenden Zeichnungsfrist. Auch in ben Kreisen ber führenben Privatbankhäuser ist man von einem vollen Zeichnungserfolg durchaus überzeugt, da bereits eine ganze Anzahl von Zeichnungsaufträgen vorliegt *
Vor einiger Zeit haben zwischen den industriellen unb lanbwirtschaftlichen Körperschaften Rhein- lanbs unb Westfalens über bas Arbeitsbeschaf- fungsprogramm Besprechungen ftattgefunben, die zur Aufstellung von gewissen Richtlinien führten. Diese Richtlinien wurden gemeinsam dem Reichs- arbeitsminifter unterbreitet. Eine Aussprache im Reichsarbeitsministerium wirb folgen.
Mitgehen in China sei man nicht bereit, außerdem seien bie Chinesen keine Bolschewisten.
Das Finale ber gewaltigen Tragöbie in Asien, bie jetzt ihren Anfang nimmt unb in einer Vernichtung bes englischen Prestiges, vielleicht in etwas Schlimmerem noch enben wird, dieses Finale steht uns noch bevor; es kann auch nicht dadurch abge- menbet werben, baß gewisse Ententestaaten am Rhein immer noch ben starken Mann markieren, währenb sie in Kanton unb Peking bereits ihren tiefen Kotau machen unb auf ben Knien rutschen.
Die englische Chiin-Lxpedition.
Abgebreht?
wtb. London. 3. Februar. (Eig. Funkm) EG diplomatischer Mitarbeiter ber* Westminster-Gazette spricht von der Möglichkeit, daß die» britische Re. gierung die Verteidigung Struppen, nicht ru Schanghai landen werden, falls die Kanwnesen das britische Angebot annehmen und (Sarantien für Leben, Eigentum und die anderen Rechte bei Engländer geben. Auch bie radikale Daily Rewe deutet eine solche Möglichkeit an, wenn sie sie auch nicht für wahrscheinlich hält. Daily Expreß erwähnt eine unbestätigte amerikanische Meldung, daß die mglischen Trupven vielleicht in Hongkong und Weihaiwei statt m Schanghai gelandet würden
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Man führt bernrtige Erwägungen auf die Dro hung der Chinesen zurück, mit England nicht zu verhandeln, solange Tnippen nach China unterwegs seien. Die kritische Lage in ber Cbina-Frage hält an. Die Militärbehörden in den Vereinigten Staaten nisen ehemalige Soldaten und „beson ders taugliche Rekruten" zum freiwilligen Dienst bei den in China stationierten amerikanischen Truppen auf. Auch die chinesischen Rüstungen dauern an. Nach einer Meldung der Agentur Jndo Pacific aus Veking sind in Peking neue Verstärkungen aus Tschador und Sejuan sowie die 8. Mukdenarmee ein getroffen. Die ersten Truvven kontingente der Mukdenarmee. die gegen die Süd-Armee eingefett werden, stehen bereits auf dem Nordufer des Gelben Flusses. Vorma sch der chmessichen Südarmre auf Schanghai?
wtb. Schanhai, 3. Febr. (E'g. Funkm.> Nach hier umlaufenden Genickten soll die Süd-Armee beabsichtigen, auf Schanghai vorzurücken, um die Stadt in Besitz zu nehmen, bevor die britischen Truppen eingetroffen seien.
Die Note der Kantop-Rezierung.
Die Note des Außenministers der Kan tonreqierung, Tschen, erhebt Einspruch gegen die Ansammlung britischer Streitkräfte inSchang Hai unb weist darauf hin, daß von japanischer wie amerikanischer Seite derartige Truvpenkonzen- trierungen nickt vorgenommen wurden. Am 29. Januar hatte Tschen die Ansicht tiertreten, die Nationalisten könnten die britischen Vorschläge nicht als zufriedenstellend betrachten. Sie seien aber bereit, diese Vorschläge als Grundlage für Erörterungen zu nehmen, die zu einer umfassenden unb durchdachten Regelung der zur Zeit bestehenden englisch- chinesischen Schwierigkeiten führen könnten. Voraussetzung dafür sei, baß die Verhandlungen in einer von Einschüchterungsversuchen völ li-g freien Atmosphäre sich vollziehen könnten. Jedoch mache, es die fortschreitende Zusammen- ziehung britischer Streitkräfte sowohl wie die Nach- richten über bie britischen Krieospläne ber Kanton- regierung unmöglich, bie britische Truppenkcnzen- trierung anders auszufassen als eine gegen den chinesischen Nationalismus sich richtende Zwangsmaßregel. So sei die nationalistische Regierung durch die Umstände gezwungen, zunächst die De endigung dieser Einsckiichterungsvcrsuche abzuwarten, bevor sie ber Unterzeichnung des Abkommens zustimme, das bie staatsrechtlichen Verhältnisse der britischen Konzession in Hankau zu regeln bestimmt sei. In maßgebenden Kreisen Londons wird er» klärt, es sei zwar bie Unterzeichnung des Abkommens über bie britischen Konzessionen in Kiukiang unb Hankau einstweilen verschoben worden, jedoch sei von einem Abbruch ber Verhandlungen nicht die Rebe. Sie würden vielmehr auf ber Grundlage der britischen Vorschläge für die Beziehungen zu China fortgesetzt.
Die Rolle Moskaus.
Die Erbitterung innerhalb ber englisch eit konservativen Partei über bie Propagandatätigkeit Moskaus gegen England auf industriellem und politischem Gebiet wächst ständig. Es wird befürchtet, daß dies der Regierung ernste Verlegenheit bringen wird.
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Der chinesische Außenminister Tschen hat sich auch an bie englische Arbeiterpartei gewandt. Die Pressestelle der Arbeiterpartei veröffentlicht ein Telegramm des Ministers desAeu- ßern ber Kantonregierung Tschen, das sich zum größten Teil mit seiner bereits gemeldeten Note an die britische Regierung deckt. Weiterhin führt Tschen unter Betonung des Verständigungswillens der nationalistischen Regierung aus, die Kauton- regierung rechne bei ber Verfolgung ihrer Diplomatie des Friedens daraus, baß die britische Arbeiterschaft „bei ber Kontrolle der ab en» teue rlichen Elemente in der heutigen britischen Regierung" mithelfen werde.
* Der Reichspräsident auf ber „Grünen Woche'. Donnerstag vormittag besichtigte der Reichspräsident in Anwesenheit bes Reichsministers Schiele unb bes preußischen Landwirtschaftsministers Dr. Steiger bie in den Ausstellungshallen am Saifcr- bamm untergebrachte landwirtschaftliche Ausstellung. Der Reichspräsident bekundete für den Inhalt ber Ausstellung ein außerordentliches Interesse unb nahm Gelegenheit, sich an ben einzelnen Ausstelliingsstänben mit ben Standinhabern eingehend über bie Sage unb Bedeutung ber Land- rvirtschaft zu unterhalten. Besonbers interesiisrt verweilte ber Reichspräsibent in ben Räumen bet in ber Funkhalle untergebrachten Jagdausstellung. "
• Der König von Belgien inkognito in Paris. Der König ber Belgier tft inkognito in Parts ein^etroffen.