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. Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilage: .Illustrierte Ar. 14. L!klage" und BuchenblStter". Rotationsdruck und Verlag
”* der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda. Fernsprecher Rr. ö.
:« Monatlicher Bezugspreis 1.50 Mk y.
i Dr. Marx verhandelt mit Graf Westarp
und
*
Der Wahrheit freie Rahn.
Der Abschluß der deutschen Aktenveröffentlichung über den Weltkrieg und seine Vorgeschichte.
Der LchulKampf in -er Ostmark.
Gegen den ablehnenden Bescheid, den die polnische Regierung auf die Stellungnahme de» Präsidenten der Gemischten Kommission, Colon bet, in Sachen der Ungültigkeitserklärung von rund' <000 Anttägen für die deutsche Schule gegeben hat, legte, wie den Blättern aus Kanowitz gemeldet roirb' »er Deutsche Volksbund Beschwerde beim Völ. teiBunb ein.
Anläßlich des Abschlusses der Herausgabe der großen Aktensammlung des Auswärtigen Amt es veranstaltete der Inhaber der Der- lagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Hans Möller, einen festtichen Empfang und ein Festessen in den Räumen der Deutschen Gesellschaft 1914, an dem u. a. der Reichskanzler Dr. Marx, Reichsminister Dr. Bell, Botschafter Dr. Solf, Reichsmini, ster a. D. Dr. Rosen, Staatssekretär Meißner und zahlreiche andere Regierungspersönlichkeiten, Mitarbeiter an der Aktenpublikation und führende Mitglieder der deutschen Presse und Politik teil- nahmen. Nach einem einleitenden Musikoortrag wies der Herausgeber des Archives für Politik und Geschichte, Dr Hans Rösler, auf die Bedeutung der 58bändigen Aktenpublikation, die mit ihren Neben- veröffentlichunaen bereits auf ungefähr 130 Bände angewachsen, ist, für die Geschichtsforschung im allgemeinen und für die E r f o rs ch u ng der K r i e gs- schuldfrage im besonderen hin und sprach die Hoffnung aus, daß, wie bereits in England, feit kurzem begonnen worden ist, auch die andern am Kriege beteiligten Mächte durch Oeffnung ihrer Archive zu einer abgerundeten Materialbereitstel- lung für eine vollkommene Erforschung der ge- schichtlichen Ursachen des Krieges und der ganzen modernen politischen Geschichte beitragen möchten. Bei dem nachfolgenden Diner hielt Reichskanzler Dr. Marx eine Ansprache, in der er die außerordentlichen Berdienste des Verlegers würdigte und die Hoffnung aussprach, daß dem Beispiel des deutschen Volkes in der übrigen Welt nicht nur Anerkennung gezollt, sondern nochgeeisert werden wird.
Der erste Dag der Verhandlungen, die Dv. Marx über die Bildung der Regierung geführt hat, hat nur insofern eine Klärung gebracht, als die Deutsche Dolkspartei die Beteiligung an der GroßenKoalition ablehnt. In den ersten Besprechungen des Dienstags wollte Dr. Marx feststellen, wie sich die beiden Flügelparteien zu einem Kabinett der reinen Mitte stellen. Nach der bisherigen Haltung der Deutschnationalen wird, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. erfährt, mit Sicherheit damit gerechnet, daß Graf Westarp die Tolerierung eines Kabinetts der Mitte a b l e h n e n wird. Auf der anderen Seite wird Dr. Marx den Führer der So z i a l d e m o k r a ten.
Die „Liberalen"
lichkeit, sich ______ ____
geschwindigkeit von 50 Knoten in der Luft halten
* Die Präsidentschaft-Wahlen in LI Salvador. Am 10. Januar Haven in der Republik Et Salvador die Prälidentichafiswahlen statlgefunden. Die die Gesandtschaft von El Salvador mitteilt, wurden gewählt: zum P äüdenien der Republik P o Romero Bosque, zum Vneprästdenten Gustavo Biöes. Die Neugewävlten weiden ihr Amt am 1. März antreten. Die Amtsperiode beträgt 4 Jahre. Pio Romero Bo-que ist gegenwärtig Vizepräsident der Republik und zugleich Kriegsminnter. Bon Beruf ist et Rechtsanwalt. Gustavo Vrdes ist zurzeit Flnanzmmifter.
Die Restpunkte.
Aus Paris wird gemeldet:
Nachdem das Militärkomitee die deutschen Bor« schlage geprüft hatte, fand zwischen den deutschen Vertretern und General Baradier eine neue Be
sprechung statt, tn der General v. Pawelsz die erbetenen Aufklärungen über die deutschen Vorschläge gab. Die Verhandlungen werden fortgesetzt nehmen einen normalen Verlauf.
Notwendigkeiten einerseits und den letzten Grundsätzen und den ferneren Zu- r-ÜJLt? 5 3 ie te n der Partei andererseits. Hinsichtlich der letzteren wies er auf das Parteipro- gramm und auf dasjenige hin, was auf dem Parteitag in Köln und seitdem wiederholt ausgespro- «Yen worden ist. Die Deutschnationalen könnten nicht auf die Ueberzeugung verzichten, daß wir letzten Endes, wenn auch vielleicht erst in ferner Zukunft, die Befreiung vom fremden Wesen und fremder Herrschaft, die den Kernpunkt des deutschnationalen Programms bildet, nur im Anschluß an die b e w ä h r te Ueberlieferung iinferer Geschichte würden erreichen können.
Nach dieser Mitteilung der offiziellen Fassung c.er Rede glaubt man, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. aus parlamentarischen Kreisen erfährt, daß die Rede keine Schwierigkeiten mehr ver. Ursachen dürfte. — Es wäre auch höchst überflüssig, wenn sich die heutige Generation ihre Notwendigkeit stören ließe wegen der Wünsche, die Herr Graf Westarp und seine Freunde für die politischen Schicksale unserer Ururenkel hegen.
Graf Westarp bei Dr. Marx.
n>tb. Berlin, 18. Jan. (Eig. Funkm.). .Wie das Wolffbbüro aus parlamentarischen Kreisen erfährt, empfing Reichskanzler Dr. Marx heute vormittag um 11 Uhr den Grasen Westarp zu einer Besprechung, um die Haltung der degtsch- nationalen Reichstagsfrakt«)n zu einem Kabinett der Mitte festzustellen. V
VDZ. Berlin, 18. Jan. (Eig. Funkm.). Die Besprechung des Reichskanzlers Dr. Marx mit dem Führer der deutschnationalen Volkspartei, Graf Westarp, dauerte, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. hört, etwa eine ©tun be. Dr. Marx fucfjte festzustellen, ob die Deutschnationalen ein Kabinett der Mitte tolerieren könnten. Graf Westarp ließ, wie das Nachrichtenbüro weiter hört, keinen Zweifel daran, daß dies nicht der Fall fein würde. Reichskanzler Dr. Marx hat die Absicht, im Laufe des Nachmittags noch Vertreter be*- bayerischen Volkspartei und der Wirtschaftlichen Vereinigung zu empfangen. 3n den frühen Nach- Mittagsstunden wird der Fraktionsvorstand der So- zialdemokraten zu einer Sitzung zusammentreten, um den Bericht des Abgeordneten Müller-Franken über feine Besprechungen mit Dr. Marx entgegenzunehmen.
Rus dem Reiche Mussolinis.
Das Ergebnis der Likkoren-Anleihe.
Die Zeichnung für die Lik orenanleihe wurde geschlossen. Finanzminister Volpi erstattete dem Miniklerpräsioenten Bericht über den Erfolg bet Anleibe. Wie die,2'tbuna' schreibt, wurden mehr als 21/* Milliarden Lire gezeichnet, während die Regierung 21/« Milliarden vorgesehen hatte.
Frankreich.
Arbeitslosendemonstration in Paris.
Nach einer Blöttermeldung aus Paris fand am Montag eine Demonstration von etwa 2000 arbeitslos gewordenen Hotel- und Gasthausangestellten statt, die zu Zusammenstößen mit der Polizei führte. Die Manifestanten begaben sich, von der Bolizei zersprengt, in kleineren Gruppen nach der Arbeitsborse, wo eine Versammlung stattfand, in welcher der Sekretär der Nahrungsmittelgewerkschaft schnelle Hilfe für die Arbeitslosen der Nahrungsn/ittielbranche verlangte, die allein in Paris und Umgebung 20 000 Arbeitslose zählt. Am Abend übermittelte eine Delegation dem Polizeipräfekten die Wünsche der Gewerkschaften.
Bildung einer neuen Gruppe in der französischen Sammer.
Der Abgeordnete Le Irocqueur und Barödy haben in der Kammer eine Gruppe der demokratisch-republikanischen Linken gebildet, die sich mit dem Studium der verschiedenen die nationale Produktion betreffenden Fragen beschäftigen soll.
Der englische Generalstab.
Eine neue englische Hochschule für Verteidigung.
In London trat zum ersten Male die vom Komitee für die Reichsoerteidigung ins Leben gerufene neue Hochschule ist, Offiziere und Zivilbeamte der drei Truppengattungen, Marine, Heer und Luftmacht im weitesten strategischen ©inne heranzubilden. Die Schule verfügt über 30 Plätze, wovon 12 für Offiziere der Dominions Vorbehalten werden. Das angestrebte Ziel ist die Schaffung eines komibinierten Generalstabes für das Reich. Der Komamndeur der Schule wird alle zwei Jahre von der jeweiligen Truppengattung gestellt. Erster Kommandeur ist Vizeadmiral Hubert Richmond.
Neuer großer Luftschiffbau in den Vereinigten Staaten.
Das Marinedepartement Newyork ersucht um Angebote für den Bau eines Lenkluftschiffes von sechs Millionen Kubikfuß Fassungsraum. An- Sebote sollen bis zum 16. Mai eingereicht sein, m einzelnen werden gefordert: 70 Knoten Stundengeschwindigkeit bei 3000 Fuß Höhe ,bie Möglichkeit, sich 130 Stunden bei einer Durchschnitts-
Lateinisch-Amerika.
Zu den Unruhen in Mexiko.
Wie aus der Stadt Mexiko gemeldet roirb, hat das Kriegsministerium die Absendung von T r u p - penoerstärkungen nach dem Staate Jalisco angeordnet, nachdem Meldungen eingetroffen seien, daß der „katholische Aufstand" dort einen ernsteren Umfang angenommen habe. Es roirb behauptet, der Erzbischof Jlmenez von Guadalajara stehe persönlich an der Spitze einer aus 500 Mcnn bestehenden Abteilung von Aufständischen.
Die Meldungen der mexikanischen Regierung tragen auch in diesem Fall den Stemvel der Stimmungsmache gegen die katholische Kirche. Wenn der Erzbischof gegen den Kirchenverfolger Calles Stellung nimmt, so nennt man das: er steht an der Spitze der Aufständischen, eine Ausdrucksweise, die sich freilich in Mexiko mit seinen Dauerrevolutionen leicht aufdrängt. « •
Die Vereinigten Staaten und Itkaragua.
Sfli. ber Washingtoner Presse wurden zahlreich« Prophezeiungen und Vermutungen über eine angebliche Aenderung der Haltung des Staatsdepartements gegenüber Nicaragua veröffentlicht. Es war joon verschiedenen Vermittlungs- und Hlichtungsversuchen, sogar von der Möglichkeit k L Abdankung des Präsidenten Diaz im In»
•£ffe des Friedens die Rede. Um diesen Gerüch- • < oon vornherein entgegengututen, ließ Staats» .. cetär Kellogg eine Erklärung veröffentlichen, worin betont wurde, daß in der Politik der Verein', ,>n Staten gegenüber Nicaraoua keine Aenderung tN Aussicht genommen fei. Kellog erklärt, er fei in keiner Weise von t.r Politik, die Eoolidge irr der Sonderbotschaft an den Kongreß dargelegt bat, abgewichen, und bemerkt, die Vereinigten Staaten hätten seit Beginn der Unruhen vor mehr als einem Jahre alle Mittel zur Beilegung der inneren Gegensätze in Nicaragua angewandt, feit der Wahl des Präsidenten Diaz die gleiche Haltung eingenommen und beabsichtigen sie auch nicht zu ändern.
Der Präsident von Nicaragua, Diaz, teilte dem Vertreter der „Associated Pretz" in Managua mit, er könne das kürzliche Vermittlungsangebot des Präsidenten von Costarica nicht annehmcn.
Peru und die Tacna-Arica-Frage.
Der peruanische Gesandte in Washington ü Erreichte dem Staatsdepartement die Antwort seiner Regierung auf den Vorschlag Kellogg? zur Erledi- gung des Tacna-Arica-Streits. Weder das Staatsdepartement noch die peruanische Gesandtschaft äußerten sich über den Inhalt der Antwort, jedoch wird in unterrichteten Kreisen angenommen, daß Peru die Vorschläge des Staatssekretärs fast restlos a b l e h n t. ___________________________
„China den Chinesen!"
Aus Hankau to rb berichtet, daß bie chinesisch« Menge vor einigen Tagen die zum Schutz des japanischen Viertels errichteten Barrikaden zerstörte. Meldungen au8 Futsckau besagen, daß dort bie frembfeinblicbe Bewegung burch Gerüchte entfacht werbe, wonach die Ausländer kleine chinesische Kmber getötet haben sollen
Die belgischen Behörden in Peking ersuchten die britischen Behörden, den in ©chanahai lebenden Belgiern zu erlauben, sich auf die englischen Schiffe ein» zulchiffen, fall» die Lane b« Ausländer in Schanghai gefährlich werden sollte.
wirtschaftliche Rampfbewegungen.
— Die Lohnbewegung In der chemischen Industrie. Allem Anschein nach dürste es in der chemischen In- dustrie des Frankfurter Wirtschaftsgebietes zu feinen Loynkämpfen kommen. Die Arbeiter haben das * abkommen zum 31. Januar gekündiM. Es finden aber wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen zwischen bei- den Gruppen, den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern, m Frankfurt Verhandlungen über eine Regelung der Lohnangelegenheiten statt, für die auf beiden Seiten der ürllle zu einer Verständigung auf friedlichem Wege vor- Händen ist.
n t ~ 5um Konflikt in bet rechtsrheinischen Textilindu- I. : t. 6em Konflikt der rechtsrheinischen Textilindu- strte hat der Arbeitgeberverband an bie Gewerkschaften etn toegretben gerichtet, in dem er klärt, daß die in vier .Betrieben erfolgte Kündigung seitens der Arbeiterschaft eine Kamptmoßnahme darstelle, die sich mit dem noch ntajt beendeten Schlichtungsverfahren nicht vereinbaren
Der Arbeitgeberverband erklärt gleichzeitig, daß die Arbelmehmerorganisafionen für den entstandenen Schaden verantwortlich gemacht werden würden und außerdem, daß den Mitgliedern des Arbeitgeberverbandes die Aussperrung der Arbeitnehmer in sämtlichen Betrieben der rechtsrheinischen Tertilindustrie vorgeschlagen werden soll, wenn bis zum 19. d. M. die Kündigungen nicht jurüdjenommen werden.
zu können. Ferner ist Helium ober Wasserstoffgas ober beide zugelassen. Schließlich roirb gefordert, daß das Luftschiff von amerikanischen Bürgern oder Gesellschaften gebaut wird, deren Kapital sich zu mindestens drei Viertel in amerikanischen Händen befindet.
Graf Westarp unterschied hinsichtlich der nationalen Ziele der inneren und äußeren Politik zwischen den augenblicklichen Staats»
Es ist außerdem von ganz außerordentlichem Interesse, daß diese „Liberalen", übrigens ganz genau nach dem Muster der alten Nationalliberalen, lediglich den kulturpolitischen Gegensatz unterstreichen, um etwas ganz anderes dahinter zu verbergen, nämlich ihre Unzufriedenheit mit der H8taI'.rotrtJ.Wt.Iid>en Entwicklung ber letzten Jahre. Wie sich im alten Nationalliberalis- mus das Scharfmacherturn ganz besonders organi- nert« und politisch durchzusetzen suchte, so soll jetzt wieder einem Wirtschafts-Liberalismus ber Weg geebnet werden unb man will dazu der politischen Machtmittel sich bedienen. Aber die „Liberalen" werden auch in dieser Hinsicht das Zentrum auf dem Platze finden und sie werden dann zu fühlen bekommen, daß dieses Zentrum von heute auch in diesem Punkte durchaus noch das alte Zentrum ist, das in seinem Kampfe um die soziale (Berechtig (eit allerdings dem alten Nationalismus das Leben sauer machte. Das gehört eben zu der besten und stärksten Tradition der Deutschen Zentrumspartei, daß sie in einer Zeit, wo es schwer, ja geradezu hoffnungslos war, den liberalen Elementen in Politik, Parlament und auch in der Wirtschaft sich entgegenzusetzen, diesen Kampf mutig ausgenommen und geführt hat zum Segen der deutschen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, zum Segen insbesondere der Stärkung der Verantwortlichkeit ber arbeitenben Massen gegenüber dem Staate und dem Volke.
Die Kampfansage der „Liberalen Vereinigung" wird die deutsche Zentrumspartei in alter Straft, aber auch alter Kampfesfreude bereltfinben.
Die italienische Reaccrung hat bie berühmte Villa Farrnesina in Traverse vom Gegenwärtigen spanischen Besitzer für 12 Millionen Lire erworben. 'KI'""-- ' •
Ans Rom wirb gemeldet: Der englische Schatz» kanzler Churchill, ber in Rom weilt, besuch,e den iialienischen Finanzminister G,af Volpi. Die beicen Minister, bie s. Zt. gemeinsam in London bie enqlisch-italieniich n Kriegsschulden regelten, hatten eine fünfbiettelftünbige freundschaftliche Unterredung über allgemeine Fragen Auch der König von Italien empfing den englischen 'Finanzminister.
* Heuer spanischer Konsul in Düsseldorf. Havas beuchtet aus Madrid, dec bisherige Koniul in Bombay, Megbardca, ist zum Konsul in Düsseldorf ernannt worden. t
3Ran schreibt uns von besonderer parlamen- ortscher Seite, die in der Vorkriegszeit wieder- )olt einen heftigen parlamentarischen Kampf mit >en Liberalen führen mußte, folgendes:
Wenn nicht alles täuscht, so sehen die fogenann» ,cn „Liberalen" ihre Zeit allmählich wieder heran- .ommen. Auch sie sind in dem allgemeinen politi« ajen Zusammenbruch nach der Revolution fangend klanglos verschwunden. Die „Liberalen" alter Rirfjtung haben sich in der Deutschen Volkspartei, /Um Teil aber auch bei den Demokraten gesammelt und es ist schon immer zwischen den in bei» Jen Lagern stehenden, im Grunde aber gleichge- tnnten Elementen eine engere Fühlungnahme ^ersucht worden, die in der letzten Zeit auch zu härteren unmittelbaren Bindungen und Serbin» , , » -----------------------------------
lungen geführt hat. Es ist noch gar nicht sehr I Hermann Müller, um Bekanntgabe seiner Dedin- «nge her, daß man sich in gut unterrichteten par- I Zungen für die Unterstützung eines Kabinetts der amentarischen Kreisen im Reichstag erzählte, daß I Mitte bitten. Von dieser Antwort werden die ernsthafte Versuche zum Zusammenschluß der I weiteren Schritte des Herrn Dr. Marx abhängen. Deutschen Volkspartei und der Demokraten auf i Inzwischen hat Graf Westarp eine Rede »genannter „liberaler" Grundlage unternommen I gehalten, bie der Deutschen Volkspartei den An- vürden. Es hat sich damals um nichts Geringe- I fchluß nach links erleichtern wird und auch Herrn :es gehandelt, als um das Wiederauftauchen der I Dr. Strefemann in dieser Richtung beeindruckt haben «genannten „Nationalliberalen". Den Demokra- I fall. Graf Westarp, der offizielle Führer der en, die dieser Richtung sich nicht hätten fügen wol- I Deutschnationalen, hat am Sonntag vor den deutsch- ^n, wäre es dann anheim gestellt gewesen, sich in I nationalen Parteiangestellten eine Rede derselben Weise wie früher die fortschrittliche j gehalten, die ganz unzweideutig die Behauptung Dolkspartei neu zu organisieren. Lügen straft, daß die Deutschnationalen bereit seien,
Nun hat neuerdings in Bayern, wo schon feit I den Rechtsblock durch die Anerkennung der längerer Zeit eine sogenannte „Liberale Vereint- I Staatgform und das Bekenntnis zu der gung besteht, eine öffentliche Kundgebung ftattge« I Außenpolitik von Genf und Thoiry zu erfunden, in welcher ausdrücklich nach den Zeitungs- I möglichen. Graf Westarp erklärte: „Wir haben berichten davon gesprochen wurde, daß die Aus- I die Ueberzeugung, daß unserem Volke die Freiheit spräche die „volle Gewißheit" darüber brachte, daß I nur zuteil werden wird, wenn es sich von der deut- »ie »Liberale Vereinigung" nicht nur die in der scher Wesensart fremden Staatseinrichtung frei- Deutschen Volkspartei wie in der Demokratischen macht und zu einer, seiner Ueberlieferung und sei- gartet sich befindenden Mitglieder sogenannter I nen politischen Bedürfnissen entsprechenden St a a ts- Richtung grundsätzlich und theoretisch form zurückkehrt." Nicht minder bemerkenswert zusammenfinden, sondern daß sie auch den p r a k- ist die Erklärung über die Außenpolitik, unh^r "streben Graf Westarp versicherte, die Deutschnationale Par-
Deuticken ^L-^ Mittel der Verschmelzung der tei setze sich „für die Befreiung vom fremden Joch" Par e? UknÖ ^mokrattschen em und „für die W i e d er er r i n gu n g der
Ment t0ÄaÄ ben erten gewaltsam geraubten Gebiete" Für
frlnn °An beschriebenen, etwa den deutschnationalen Grafen ist es aller' (g pein-
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Unertt’ft „egetir I.“ S°na'en »**
Ausdruck brachte. Man fühlte sich also schon wie- 1 ' ----
öer soweit unter sich, und auch so weit gefestigt, daß man dem Zentrum nach alter, sogenannter „liberaler" Sitte dn Fehdehandschuh hinwirft. Die alten Natlonalliberalen haben ja zum großen Teil ihr politisches Dasein mit der angeblichen Notwendigkeit des Kampfes gegen das Zentrum be« grunbet. Die neuzeitlichen „Liberalen", die sich letzt von Bayern aus heranzubilden suchen, scheinen auch nicht viel geistreichere unb willigere 3bcen zu haben. Kulturpolitisch waren die alten Liberalen immer bie schärfsten Feinbe bes Zentrums und sie sind es ja in Bayern vor allem gegen die Bayerische Volkspartei, unb so hat man s'ch nicht gescheut, sofort biefer Partei den Kamps > anzusagen. Wir glaubten,. baß es kein besseres Bindemittel zwischen Zentrum unb Bayerischer Bolkspartei gibt, als gemeinschaftlich ben Kampf gegen diesen neuen Liberalismus in ber Kultnr- roie in der allgemeinen Politik aufzunehmen. Wir wünschen einen solchen Kamps nicht, aber wir gehen ihm auch nicht aus dem Wege, wenn er uns oon ben Liberalen aufgezwungen wirb. Sie werben dann bas Zentrum in feiner alten, geeinten Straft kennen fernen!