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Anzeiger für die Sfahf und den Kreis Fulda. Amlliches Kreisblalk.

Sonntag, 9. Januar 1927.

Nr. 6 ffSSB-

Srfdieinl lechsmol wöcheniüch SBodjenbeilag«; .^illustriert« Beilag«' und .,Buchenvlätl«r" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Rctiendruckerei in Fulda Fernsprecher Nr. 6. :» Monatlicher Bezugspreis 1.50 MI *.

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Um die Rheinland Räumung.

Die französische Politik befindet sich in einer offenen Gärung Man hat das Gefühl, als ob sie vor einer schmierigen Geburt stände und in hef­tigen Wehen läge. Allerdings, dieses Wort von den Geburt ist etwas optimistisch, denn im Augenblick ist es noch gänzlich unklav» ob die französische Po­litik es nicht doch fertigbringt, sich der großen Not- wendigkeit, das Rheinland recht bald zu räumen, für weitere Fristen zu widersetzen. Doch hat sich die ganze Angelegenheit bereits so weit entwickelt, daß man schon zu sagen geneigt ist, die Delatzungs- frage ist fast nur noch ein französisches Problem. Gewiß gibt es auch in England und vor allem in Belgien noch politische Kräfte, weiche glauben, daß die Borbedingungen für die Rhein­landräumung noch nicht erfüllt seien, und die vor allem nur ungern ein Machtmittel aus der Hand geben, das ihnen von hohem politischen Werte scheint. Tatsächlich aber haben bereits während der letzten Genfer Verhandlungen englische Regie- rungsorgane, wenn auch in nicht amtlicher Form, zu verstehen gegeben, daß die Frage der Rhein­landräumung akut geworden ist, von der liberalen englischen Presse ganz zu schweigen.

Ein Teil der Pariser Presse stellt die Situation so dar, als ob sich die Dinge bereits so zugespitz' hätten, daß darüber eine Kabinettskrisis ausbrechen könnte. Die Namen Briand und Pom- care werden mit einer gewissen Heftigkeit einander entgegengestellt, und außerdem wird das Verhal­ten der Kurie zur deutsch-französischen Verständi­gungspolitik in die Debatte hineingezogen, so daß man tatsächlich den Eindruck einer höchst erregten Nervosität bekommt. Vor allem sind die Gegne« einer deutsch-französischen Verständigung im Augen blick in Frankreich von einer seltenen Aktivitäi Dazu gehören nicht nur die nationalistisch-katholi fchen Kreise, die sich in derAction francaise" ge sammelt haben, und die gerade ihren Katholizis mus in diesen Kampf der Meinungen glauben hin eintragen zu müssen, indem sie ihn als die natur gewachsene Form des Lateinertums im Kampfe ge gen das protestantische Germanentum bezeichnen Dazu gehören auch die Kreise um den frühere, Präsidenten der Republik, M i l l e r a n d, und vv' allem das Militär um Generalissimus Fach.

Was Los L.rstaltei, biefer Äreife um QRiüerani unb um General Foch angeht, so zeigt ihr Berhai ten, daß ihre Bedenken gegen die schnelle Rhein landräumung durchaus nicht nur formal-juristische Art sind, wie es unser Außenminister Dr. Streje mann im Januar-Sonderheft derHilfe" anzuüeu ten scheint, wo er sagt, daß die wesentlichste, Schwierigkeiten einer deutsch-französischen Annähe rung auf deutscher Seite darin beständen, daß nebei großen finanziellen Leistungen vorzugsweise moralisches Entgegenkommen, auf französische, Seite aber mehr sozusagen formal-juristische Ber zichte in Betracht kämen. Denn die Forderungen die diese französischen Streife speziell für eine vor zeitige Rheinlandräumung aufstellen, gehen übe, das Maß jener Engherzigkeit aus juristischem For malismus, den Stresemann wahrscheinlich bei Poin cor- vermutet, erheblich hinaus. Millerand hat in »Echo de Paris" die Frage der Rheinlandräumun- behandelt und sich dabei zwar grundsätzlich für di deutsch-französische Annäherung ausgesprochen dazu aber die Einschränkung gemacht, daß sie nu imRahmen der Sicherung Frankreichs" vor fid gehen dürfe. Was es unter dieser Sicherung Frank reichs versteht, wird gleich näher angegeben. Sc verlangt er vor allem eine Ausdehnung des Lo carno-Paktes auf die deutschen Ostgrenzen unk meint:Die Besetzung des linken Rheinufers, bte Bauer von 15 Jahren sei nicht nur ein Unter pfanb für die Erfüllung der Reparationsklausel unk als Sicherungsgarantie erfolgt, sondern auch zu dem Zwecke, unseren Verbündeten, wie zum Bei­spiel Polen, ihre Konstituierung zu ermögliche» Deutschland habe noch keine ausreichenden Garantien gegen einen deutschen Angriff ge­geben, infolgedessen sei der Artikel 429 des Fne densvertragez noch immer in Kraft, der besage, daß in diesem Falle nicht ausreichende Garantien selbst nach Ablauf der 15 Jahre die Räumung hin ausgeschoben werden könne. Das Interesse de> französischen Sicherheit erlaube es überhaupt nicht auch nur eine Hypothese öffentlicher Verhandlun gen zu erwogen."

ImEcho de Paris" hat auch der Marschall Fach seine Gründe für eine Fortdauer der Rhein­landbesetzung auseinandergelegt. Sie müsse so lange aufrechterhalten werden, big die französische 21 rm ce poUftän bi g neu organisiert und big in ber französischen Nordgrenze, hauptsächlich im Norden und im Nordosten ein groß angelegtes Be- festigungssystem ausgebaut sei. Eine ganze Reihe von strategischen Hinweisen sind in derselben Num­mer desEcho de Poris" gemacht, die die Notwen­digkeit einer Weiterbesetzung illustrieren sollte.

Wir mochten hosten, daß der Kampf dieser reak­tionären Kreise in Frankreich den Charakter einer letzten Berzweistungsaktion über die Rheinland- räumung im französischen Kabinett noch nicht ge­führt worden sind. Auf ihrer Gegenseite aber stehen die gewaltigen Kräfte einer großen mora­lischen Forderung, die die Kurzsichtigkeit des f r an» 3 ö f i f d) e n Militarismus und Chauvi, n i s m u sn ihrer Bedeutung allerdings noch nicht or zu erkennen vermögen. Diese große For- derung, die heutechon von einem besten Teile der Entente auch in Frankreich selbst als unabweisbar verspürt mirb, wird das Kabinett Poincare sehr

Dor Entscheidung stellen. Sie wird nicht khroetgen, sondern größer werden, wen» Poincarä demnächst

auch einen vorläufigen Sieg erringen

Die Wartezeit sieht zu Ende.

Mit einem Seufzer der Erleichterung kann man heute endlich konstatieren, daß nunmehr die Zeit des Rätselratens über den Verlauf der Re­gierungskrise allmählich ihrem Ende entge­gengeht. Seit den Tagen des Umsturzes haben wir schon manches Kabinett kommen und gehen sehen; aber so viel ungereimtes Zeug, soviel tendenziöse Entstellungen und bewußte Falschmeldungen muß­ten wir noch nie in Kauf nehmen. Man braucht nur aus den einen Namen d u r t i n g hinzuweisen, um sofort mit einer großen Liste von Kombina­tionen aufwarten zu können. In Bezug auf die­sen Kanzlerkandidaten wurde bisher das unglaub­lichste Geschwätz verbreitet, obwohl nur so viel sest- steht, daß der Reichspräsident die Absicht haben soll, den bisherigen Reichswirtschaftsminister mit der Bildung der Regieruna zu betrauen. Aus Grün­den, deren Hieb- und Stichfestigkeit nichts zu wün­schen übrig läßt, hat die Zentrumspresse gegen eine Kandidatur Curtius, gegen den in persönlicher Hin­sicht durchaus nichts einzuwenden ist, die schwersten Bedenken geltend gemacht. Sofern man nun bei Berliner Rechtspresse, insbesondere demBerliner Lokalanzeiger" Glauben schenken kann, bat die Zen­trumserklärung eine Veränderung der Sachlage ge­bracht. Das genannte Matt schreibt nämlich: Auf die Deutsche Volkspartei habe die Erklärung natur­gemäß erheblichen Eindruck gemacht, und, nachdem auch von deutschnationaler Seite betont worden sei, daß die Deutichnationalen eine Mittelregierung nur kann eventuell unterstützen würden, wenn das Zen­trum durch einen Zentrumskanzler fest an die Koalition gebunden sei, halte man die Möglichkeit iner Kandidatur Curtius für außerordentlich ge- chmälert.

Diese Darstellung steht zwar im Widerspruch nit der von der Deutschen Volkspartei am Don­nerstag verbreiteten offiziösen Mitteilung, daß der Fraktionsvorstand sich einmütig zu einer Kandida- ur Curtius bekennt. Um nun abereinem drin­genden Bedürfnis" abzuhelfen, meldet sich Staats- ninifter a. D. von Lobell wiederum zum Wort. ImDeutschenfpiegel" setzt er auseinander, daß ein oft zitierter Artikel zur Regierungskrisis viel- ach falsch verstanden worden sei. Jeder Gedanke in Diktatur habe ihm ferogeiegm. Btnnr über etzt sich Herr von Loebell, wie nicht anders zu er­warten, für ein Kabinett mit deutschnationalem Einschlag ein, wofür er die BezeichnungKabinett 'er gemeinfchaftfichen Arbeit" geprägt hat. Diese gemeinsckiaftliche Arbeit könne, nach Auffassung tue. eg Politikerg. selbstverständlich niemals mit der Sozialdemokratie erledigt werden, sondern nur mit en Deutschnationalen, für deren Harmlosigkeit auf lern Gebiete der Außen» und Jnnenpolittik er auch Reich den Beweis zu erbringen sucht. Staatsmini- "ter von Loebell behauptet nämlich, der Einwand, ine Regierung mit Beteiligung der Deutschnati- rnalen sei für eine Verständigung mit Frankreich 'in Hindernis, erledige sich von selbst, durch die Er- mnerung an die gleichen Warnungen, die von der sinken bei der Reichspräsidentenwahl erhoben ronr« 'en seien, und die sich doch sofort nach dem Siege 'stndenburgg als hinfällig erwiesen hätten. Und nas die innere Politik betreffe, so stellten sich heute amtliche Parteien mehr oder weniger reubinen Herzens auf den Boden der neuen Verfassung, weil eine Umwälzung unseres Staatsaufbaues mit neuen schweren Erschütterun­

gen verbunden märe, während es heute die erste Pflicht jedes realpolitisch Denkenden sei, das deutsche Volk und den deutschen Staat überhaupt zu erhalten.

Sofern Herr von Loebell das, was er hier ge­schrieben, selber glaubt, so hat er bisher eine Binde vor den Augen gehabt. Denn in bezug auf die Innenpolitik kann man doch wohl nicht einmal sa­gen, doh die.Deutschnationalen sichweniger freu­digen Herzens auf den Boden der neuen Versas sung stellen, und was die Außenpolitik der Deutsch- nationalen betrifft, so bietet für deren Richtung die Morgenausgabe der auf dem rechten Flügel der Deutschnationolen Volksvartei stehendenDeutschen Zeitung vorzügliches Material. In dieser Num­mer befaßt sich nämlich Graf von der Schulen- b u r g mit dem neuen Kurs, setzt mit vielen Wor­ten auseinander, daß Deutschland aus dem Völker­bund austreten müsse und schließt mit folgender Forderung:

Und da solsten wir fortfahren, uns an unseren bösen Dämon Frankreich, dem einzigen, der uns wirklich ans Leder will, weazuwersen? Ich glaube "sittlich. hi»s ist die mit Wahnsinnsmut ober mi' Verräter-Tücke feffaehaftenc einzige Möglichkeil uns trotz best-r Aussichten auf Rettung zuorunbe zu richl»n. Nein: mit dem asten Jahr soll au.1 dieser Wahn dabinsinken ins Meer d->t Vergessen­heit soweit es etwas Schlimmeres ist. muß end lich bas deutsch- Volk sich geaen den ftinb im In­nern zusammenschli°ßen und d»n festen ®riff am Steuer wollen mir do« Staatschiff zn neuem Sur? drehen, zu selbstbewußter deutscher Politik auf dem Wege der Befreiung von gallischer Vormundschast zu nA»er ehrlicherer deutscher Freiheit und Größe "

Wenn fierr von Loebell diese Ergüsse gelesen hat, so revidiert er wahrl-beinlich seine Anschauung über die Bereitschaft ber Deutschnationolen zu eine- Verstänbiouno mit Frankreich und verschont in Zu­kunft das Deutsche Volk mit weiteren 2(nnreilungen eine«Kabinetts der gemeinschaftlichen Arbeit".

Wir basten nach wie vor eine Regierune mit mittlerer Linie irn Interesse unsere' außen- und innenpolitischen Belange für bas Zweck mäßigste. Welche^ Partep in eiyem fflltfcenJSabiugi' nie Fschnmg TilvmnerTrauen wäre, bedarf wohl kei­ner besonderen Auslegung mehr.

Monarchie undErfüllunyspolitik"

Der Vorsitzende der Deutschkonservativen Par­tei, Graf Seydlitz-Sandreczky, gibt folgende Er klärung ab:

In ber Linkspresse wirb bie Vermutung ver­breitet, als ob es möglich wäre, daß bie Deutsch nationale Volkspartei anläßlich ber Regierungsbil durch eine Erklärung die wesentlichsten ihre» Grundsätze, den monarchischen Gedanken und der Widerstand geaen die Erfüllungsvolitik preiszu geben sich bereitfinden könnte. Ich halte einen der­artigen Gesinnungswechsel für unmöglich und dar namens der in diesem Zusammenhang ermähnter Deutschkonservativen Partei erklären, daß biefc etrnas Derartiges keine«falls mitrnachen würde.

DerVorwärts" mißt der Erklärung besondere Bedeutung bei. weil ber Führer der Deutschnatio nalen, Grak Westarp, Vorsitzender her Deutschkon servativen Partei mar, bis er zum Vorsitzenden bei Deutschnatsonalen Volkspartei gewählt wurde.

Das heutige Italien.

Aus Rom, Anfang Januar 1927, wird uns von tnem unserer ständigen Mitarbeiter geschrieben:

Mehrmals im Jahre führen den Verfasser dieser Zeilen dienstliche Pflichten nach Italien, insbeson- lere nach Rom Noch niemals aber hat man, wie biesmal, den Eindruck gehabt, unter welchen Svan- "tungen das gesamte öffentliche Leben heute steht.

Das ist ganz offenbar die Folge der inneren Unruhe, von ber Italien erfaßt ist, als Rückmikung her Unsicherheit, bie sich aus den mehrfachen Alten- aten auf Mussolini allgemach herausbilben mußte Aus vier solcher, auf bas Leben bes Diktators ge­sichteten Anschläge ist Mussolini bis jetzt ungefähr­det für Leib und Leben hervorgeaangen unb wenn es auch fein sollte, was man sich erzählt, baß er niemals ohne Panzerhemd an die Deffentlichfeif sich wage, so ist doch die Tatsache, daß er allen dm gegen ihn bisher verübten Attentaten ohne ernste­ren Schaden entronnen ist, zweifellos ein Moment, da« insbesondere bei den großen Masten der italie­nischen Bevölkerung außerordentlich stimuliert. So ist Mussolini allgemach in den Ruf der Unverletzlich- keil gekommen und nicht geringe Kreise in Italien leben in ber bisher bewährten Unverletzlichkeit Mussolinis den Beweis dafür, daß dieser Mann von der Vorl-huno zum Seifer der Geschicke bes italie­nischen Slggtes und Volkes anserwählf sei und darum unter dem besonderen Schutz der Vorsehung liebe A-"'ßerunoen. die in diesem Sinne von vati­kanische! Seite, selhkt vom Pavste gebraucht worden sind, geben dieser Annahme im Volke eine ganz be- sondere Stütze.

Und doch zistert ganz Italien für das Leben bie- es Manne« Die einen, die ein Inerefse daran haben daß diese Herrschaft verschwindet, deshalb, weil sie sich ein Schrecken«hld ausmalen von den Folgen eines gelungenen Attentates, die anderen sie die Erhaltung des Diktators wünschen, weil sie ich ihrerseits bi» bann» Frage vorlegen, wo« wohl danach folgen würde! In irgendeiner ausländischen Zestung hat dieser Tage eine Nachricht gestanden, daß man irgendwo im Auslande ein Individuum

verhaftet habe, bei dem sich Pläne zur Ermar^unc Mussolinis für den 10. Januar gefunden haben sollen. Wenn man auch allen Grund hat, solcher Vorau-sagungen zu mißtrauen, fo ist in der To' die Besorgnis nicht von der Hand zu weisen, daß die ebenso törichten wie verbrecherischen Pläne, de sich geaen bas Leben des Diktators richten, noch lange nicht aufgeaeben sind. Nichts wäre sinnloser als ein neues Attentat auf Mustolini, das doch nur dazu beitragen könnte, feine Popularität noch mehr zu erhöhen. Unb das muß doch gerade den jenigen Kreisen unerwünscht fein, bie am Geaentest also daran ein Interesse hätten, daß Mussolini möglichst bald abwirtschaftet. Ja, es kommt nickst von ungefähr, daß man in den verschied'- 1 «n ita­lienischen Kreisen, in denen man über bi-ne Ding« allerdings nur unter Anwendung aller Vorsichts­maßregeln sprechen kann, sehr stark die Autsgs- sung verbreitet ist, daß es wenigstens bei einigen ber auf Mustolini verübten Attentate nicht gar- mit rechten Binnen zugeaanaen ist, fo zwor, daß man die Ernsthaftigkeit dieser Anschläge in Zweifel zieht. ia selbst ber Meinung Raum gib!, daß sie nur inszeniert worben seien, um bie wan­kend aeroorbene Autorität besDuce" wieder z» befestigen.

Und gergbe der Umstand, daß diese Anschläge immer wieder zum Anlaß dafür genommen wor­den sind, daß gegen die dem fascksistllchen Svstev' widerstrebenden politischen und sonstigen Kräfte b»s Landes mit oller Kraft einaefchritten morden ist, daß die OpnofiMon restlos vertilot, jeder Wider, fpruch in der Prelle. Politik, wie überbauvt in der gesamten Oeffentlichfeit rückhaltslos unterdrückt, ja selbst zu den überaus peinlichen Mittel der Lande«-- cermeifimaen unb Deportationen unbequemer op­positioneller Elemente naifi fernen Inseln gegrif­fen mürbe alles bas sieht man hoch zuweilen als ©fieber eines einheitlichen System an, das mit allen Miteln das Ziel der B-kestigung der Diktatur Mullolinis in Italien onftrebt.

Wenn man einige Monate nicht in Italien, Ins­besondere nicht in seiner Hauptstadt gewellt bat,

Vie Hbrüftungsfrage.

Amerikas Beteiligung an der Abrüstungskonferenz.

Präsident Coolidge brachte, wie aus Walbinaton gemeldet wird, im Kongreß die Forderuva nach Bewilligung weiterer 75 000 Dollar zur Deckung der Ausgaben für bie amerikanische Delegation zur Abrüstungskonferenz ein. Er führte zur Bearün- bung aus:Ich bin der Ansicht, daß die vorberei­tenden Arbeiten von Nutzen gewesen sind und daß guter Grund zu der Hoffnung besteht, daß von weiteren Zusammenkünften greifbare E r g eb- niffe erzielt werden. Wir sollten weiterhin unsere volle Mitarbeit gewähren mit dem Ziel, sobald wie möglich eine endgültige Konferenz zu Stande zu bringen, auf ber weitere Schritte zur Beschränkung ber Rüstungen getan werden könnten."

Zeitfreiwillige der Reichswehr.

Wie den Blättern zufolae verlautet, wirb bie an» lefünbiate Berorvnnna über bie Zeitsreiwilligenfraae ,n ber nächsten Zeit als eine Verordnung be5 Reichspräsidenten erlassen werben. Damit und bie Perhanblungen über bie Zeiifreiwilligen- frage, bie zwischen t-er deutschen Neuerung und der Interalliierten Militärkontrollsommi'fion gepflogen i weiden, auch formell zum Abschluß gebracht.

Lupen -Malmedq.

Havas meldet au5 Brussel: Die belgische Tele« irapbenanentur erklärt bie Nachricht desDaily letegrapb", der von neuen Verbandlunaen zwilchen kentichland und Belgien wegen Eupen unb Malmeby misten will, für vollkommen gegenstandslos.

Italien und Frankreich.

Seine Zusammenkunft Briands mit Mussolini.

Corriere della Sera" dementiert in einer Mel­dung aus Rom die Nachricht, daß Briand nach Italien kommen werde, um mit Mussolini zusam- menzutresfen.

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Aus Rom wir- gemeldet: Die Nachricht fran­zösischer Blätter, wonach Frankreich eventuell den öermittler spielen könnte zwischen Italien und Iugoslaoien hinsichtlich des albanischen Pak­tes, erreate in ber italienischen Presse Mißstim­mung. DieTribuna" schreibt: Es bebarf keinerlei Vermittlung zwischen Rom und Belgrad. Paris 'ollte sich um seine eigenen Angelegen­heiten kümmern und sollte sich nicht in der Adria, wo Frankreich keinerlei Interessen habe, be­tätigen. Die französischen Zeitungsn sollten weni­ger über den Pakt von Tirana schreiben, bann wäre bie Angelegenheit halb erlcbigt. Auch bieLaooro d'Jtalia" wendet sich dagegen, daß ein nicht berufe­ner Dritter sich in bie albanische Angelegenheit ein­mischen wolle. Möge Iugoslavien bie Konvention 'on Nottuno in ber Sknpischina ratifizieren, bann werbe die alte Freundschaft unb di» Zusammen­arbeit zwischen Italien und Iugoslaoien bald wie­der hergefteUt._______________________

Vie Lage in Litauen.

Auf Anordnung bes neuen Direktors ber litaui- chcn Polizei würbe, noch einem Berichte derVoss, »eitung" aus Somno, die aus sechs Abgeordne­ten bestehende kommuni st ische Stadtver- arbnetenfraftion von Kowno o e r b a f t et, weil, wie in bem Bericht hinzugefügt wirb, bi» 'ommunistische Fraktion, gegen bie Erschießung der üer Kommunisten auf der jüngsten Gtabtoerorik netenfitjung Protest erhob.

Nicaragua.

Nach einer Besprechung mit Coosidge erklärt« Senator Dorah vor Pressevertretern, bie Ver­einigten Staaten hätten keinen Anlaß, in Nica­ragua einzugreifen. Der Präsident habe Ihm kei­nen Beweis dafür gegeben, daß das Leben uni (Eigentum ber. Amerikaner in Nicaragua berarti» in Gefahr feien, um bas amerikanische (Einareifef auch nur im entferntesten rechtfertigen zu können Nach feiner Ansicht werbe bie Herrschaft bes Prä- übenten Diaz nur burch bie Waffengewalt ber Amerikaner aufrecht erhalten. Wenn irgenb fe« manb verfassungsmäßig Anspruch auf ben Präsir bentenpoften von Nicaragua besitze, so sei es Sa« casa.

dann fühlt man allenthalben in ber Tat bie Aus« Wirkungen bet Nervosität unb ber Unruhe. Es ist ganz auffallenb. und geradezu bewundernswert, über welchen Stab von Geheimagenten das fa« lchistische System verfügt. Ueberad, wo man sich nur bewegt, an ben Bahnhöfen, in ben Eisen bahn- tilgen, in ben ®irtf*aften, in ben Cafäs, in bet Hotelhallen, in ben Theatern unb ben .Kinos, n ben Bars unb ben Läden, auf allen öffentlichei unb vrivvten Büros," auf Straßen unb Plätzen un> on ieber Ecke begegnet man ben mißtrauischen Bill ken ber recherchierenden Beamten, nirgends ist mar sicher, beachtet ober belauscht zu werden, und dac Heer derjenigen kriminalvolizellichen Kräfte, bi( man auf zehn Schritt erkennen kann, ist neuer binas vermehrt worben durch eine ungeheure Füll freiwilliger Heiser im Spiondienst. bie oftmals ei geradezu darauf anfegen, von Einheimischen uni Fremden irgendwelche Aeußerung über bas fasch!, stische Regime unb feinen Herrn zu erlanaen, un daraufhin gegen den Betreffenden einzuichreiten Wer sich irgendwie verdächtig macht, wird sofort aufgefordert, augenblicklich, auf das Polizei- tommifiortat zu folgen, wo eine hochnotve>nli<h..-