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Fuldaer Zeitung

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aller Ort in erzfblohiger Ouzfuhrung^

Aus verlorenem Sonnenland >

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Oeten :: Herde

Verlag der Fuldaer Actiendruckerei Fulda j

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(Fortjetzung folgt.)

Skive wenn Stich,

Seid ihr bereit," sagte Götrik,so bitte ich Carsten«, beginnen."

Der Arzt nahm das vor ihm liegende Blatt.

In unserem Sektor zählt der Bund 2318 Mitglie-

Hört! Famos!"

--davon wohnen in der Stobt 1654 und in der

Wenn die Menschen in der Neujahrsnacht nicht viel Spekakel machten, dann würde niemand

merken, daß etwas Altes zur Ruhe geht und etwas Neues beginnt. Aber das ist nun einmal so: Klap­pern gehört zum Handwerk, und so gehören Rake­ten, Frösche/ Prosits und mörderischer Lärm zu Silvester . . . Ein Mönch aber ist irgendwo an diesem Abend zur Ruhe gegangen. Da ein gutes Gewissen ein sanftes Kissen ist, so schläft er heute friedlich wie immer. Nur hat er einen seltsamen Traum. Aus den purpurnen Tiefen der Unendlich­keit fliegt ein sonderbarer Bogel auf. Nachdem er seine Flügel ausgespannt hat, hält er sie ausgebrei­tet wie ein Adler, der lautlos oben im Blauen steht. Er zieht wohl große Kreise, scheint aber dann doch wieder an einer und derselben Stelle zu blei­ben, so als ob ihn jemand in rätselhafter Weise auf das riesige Firmament festgesteckt habe, dem Knaben gleich, der einen seltenen Schmetterling, dessen herr­lich bunte Flügel er sorglich auseinandergelegt hat, mit einer Nadel in seine Sammlung spießt. Und der Mönch sah diesen ungeheuren Bogel, wie er lautlos dahinglitt, um doch in dieser Mitternacht einen Augenblick zu rasten. Aber die Flügel bleiben straff, und schon fliegt er weiter, dieser Ahasver des Universums, der immer wandern muß. An Sonne, Mond und Sternen geht er vorüber, und fein Gefieder glänzt bald wie das der silbernen Taube, die in den Mittag steigt, oder rote das blaue Federkleid des Käuzchens, das es mit dem bleichen Monde hält, oder rote das mystische Blau jener Traumvögel, die nächtlich im Geheimnis der Sterne kreisen.

Wird dieser Bogel nicht müde? Nein, und das ist eben das Unheimliche, daß er immer fliegt, im­mer scheinbar unbewealich und immer lautlos. Jetzt taucht er in die Schicksalszo/ie her kleinen Erde und schwebt zu den Häupken der Menschheit, die durch die Jahrtausende schreitet. Immer ist er am An­fang und späht mit seinen scharfen Augen in die Zukunft und zugleich ist er auch wieder am Ende und trägt alle Erinnerung mit sich, war er doch schon da, als das erste Menschenpaar seine traurige Reise begann, lieber den Thronen all der Groß­könige, der Pharaonen und Imperatoren hat er ge- frftroebt, fab sie siegen und fallen, und wenn ihr Menetekel sich auch grausig erfüllte, er ist lautlos weitergeglitten, der nicht weichende und stumme Begleiter aller Bewegung im Raume. Immer Zeuge des unaufhaltsamen Stirb und Werde aller Dinge, kennt er doch keinen Wandel, kein Entsetzen und keine Freude, sondern einzig den lautlosen, ununterbrochenen Flug.

Doch siehe, nun spannt sich das Antlitz des Mönches, das bisher diesen wunderlichen Traum

Strafregister, Ärimmalftatiftit, Rechtsausgleich mit Dcftcrtcid)-

Abt. HI (Geh. Reg -Rat Prof. Dr. h. c. Schl« gelberger): Handels-, Gewerbe-, Genossenschafts- «. Scheck: echt. Sozial- und Wirtschaftsrat, Geldentwer- hing und Währungsfragen. Personal-, Haushalts- vnd Verwaltungsangelegenheiten des Ministerrums, des Reichsgerichts und des Reichspatentamtes.

Abt IV (Geh. Rea.-Rat Richter): Staats- und Derwaltungsrecht. Eisenbahn-, Wasserstraßen., Binnen- und Seeschiffahrts- und Lustrecht Polr- tische Strafsachen, insbesondere Hoch- und Landes­verrats und Spionagesachen.

Reise- und Jagdbilder aus Deutsch-Ost­afrika von Rektor Rudolf Sendke mit einem Vorwort von Gouverneur i. D. Schnee.

Ein Buch für die deutsche Jugend und für jeden Erwachsenen. 254 Seiten. Preis gebunden 3,80 Mk.

Das Ministerium ist gegliedert in vier Abteilun- gen: Abt. I (Ministerialdirektor Oegg): Bürger­liches Recht, Urheber- und Verlagsrecht, Personen­standrecht, internationales Privatrecht, Gerichts­verfassung, Zivilprozeß, Konkursrecht, freiwillige Gerichtsbarkeit» Gewerblicher Rechtsschutz.

Abt. II (Ministerialdirektor Dr. Dumke): Straf- recht, Verfassung und Strafgerichte. Strafprozeß. Strafvollzug, Auslieferungsrecht, zwischenstaatliches anwaltschaft, seit 1917 auch das Reichs- Patentamt.

und Ernst machen würden".

Iänike nickte.

Ich bin dafür, daß wir auf eigenen Füßen stehen und nur auf uns selbst vertrauen," fuhr der Waffen­händler fort.Bundesgenossen sind gut, aber trau, schau wem! Umso besser dann, wenn sie chre Versprechungen hasten!"

Wacker gesprochen, Holger!" rief Eikeborn.Ein Mann baut auf die eigene Kraft--"

Hört weiter!" bat der Bürgermeister.Euer Wort­streit tft unnütz, keiner von uns kann in die Zukunft sehen Die Brüder schreiben, daß die Deutschen die Bundesexekution gegen uns beschlossen hatten, und wenn es vom Beschluß bis zur Tat auch ein weiter Weg ist, fo «rmärten die Brüder diesmal doch mehr als einen

Jnstrumentenbaumeistef

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papierenen Einspruch. Dazu kommt, daß Befürchtun­gen für König Friedrichs Leben bestehen und nach seinem Tod die Derfasiung neuerdings angefochten werden könnte. Unsere Dundesleitung will deshalb für alle Fälle gerüstet sein und verlangt Aufschluß, wie cs in unserem Sektor steht. Ich bitte euch also, eure Angaben zu machen: Iänike wird sie aufzeichnen, morgen werde ich dann den Bericht verfassen und ihn durch einen Boten nach Kopenhagen senden."

Dansfe erhob sich, halte von dem Seitentischchen Papier, Tinte und Feder und legte sie vor den Lehrer hin. Dann trat er an den Kamin und klopfte seine ausgeraudjte Pfeife aus, worauf er sich wieder setzte. Die andern zogen Blätter hervor, welche mit Zahlen und verschiedenen Auszeichnungen bedeckt waren nud legten sie vor sich aus den Tisch.

50 Jahre Neichsjustizministerium.

Das Reichsjustizministerium kann am 1. Januar 1927 die Feier seines 50jährigen Bestehens be­gehen. Aus diesem Anlaß dürsten einige Angaben über die Entwicklung dieses Ministeriums im Laufe des letzten halben Jahrhunderts von Interesse sein.

Durch das Haushaltsgesetz vorn 23. Dezember 1876 wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1877 das Reichsjustizamt errichtet. In ein Reichsministerium umgewandelt wurde es erst durch das Gesetz über Cie vorläufige Reichsgewalt vom 10. Februar 1919, also nach dem Umsturz. Der erste Leiter des Reichs- fustizamtes, und zwar mit der Bezeichnung als Staatssekretär war Dr. Friedberg, in der Amtszeit vom 1. Januar 1877 bis 1. November 1879. Fried­berg wurde später Preußischer Iustizminister und oerstcktb am 2. Januar 1895. Weitere Staatssekre­täre waren Dr. von Schelling vom 20. November 1879 bis 1. Februar 1889, später Preußischer Iu- fthmintfter; Dr. von Oeblschläger vom 20. Februar 1889 bis 1. Februar 1891, später Präsident des Reichsgerichts, am 14. Januar 1904 verstorben; Dr. Bosse vom 1. Februar 1891 bis 25. März 1892, später Preußischer Kultusminister, am 31. Juli 1901 verstorben; Hanauer, vom 2. April 1892 bis 30. April 1893, am 20. April 1893 verstorben; Dr. Nie- berding vom 1. August 1893 bis 31. Oktober 1909, am 10. Oktober 1912 verstorben; Dr. Liso vorn 1. November 1909 bis 6. August 1917, am 7. Novem­ber 1923 verstorben; Dr. von Krause vom 7. August 1917 bis 13. Februar 1919, vorher Vizepräsident des Preußischen Abgeordneten-Hauses. Am 16. Dezember 1923 verstorben.

Der erste Reichsjustiz Minister war bas Mit­glied der Nationalversammlung Dr. ßanbsberg vom 14. Februar 1919 bis 21. Juni 1919. Wäh­rend der Tagung der Nationalversammlung gab es dann noch zwei Reichsjustizminister, und zwar zu­nächst das Mitalied der Nationalversammlung Schiffer für hie Zeit vom 3. Oktober 1919 bis 2. April 1920 und das Mitglied der Nationalversamm- iunq Dr. Blunck vom 3. April 1920 bis 25. Juni 1920. Dann trat das Reichstaasmitglied und frü­herer Sächsischer Iustizminister Dr. Heinze das Amt an, das er verwaltete vom 25. Juni 1920 bis 10. Mai 1921. Darauf übernahm abermals Schöffer das Reichsiustizministerium, und zwar für hie Zeit vom 11. Mai 1921 bis 26. Oktober 1921. Weitere Reichsjustizminister waren die Reichstaasabaeord- neten Dr. Radbruch (Sozialdem.), vom 27. Oktober 1921 bis 22. November 1922; Dr. Heinze (Deutsche Volksvartei) vom 23. November 1922 bis 13. Au­gust 1923; Dr. Radbruch (Sozialdem.) vom 14. Au­gust 1923 bis 3. November 1923; Emminaer (Bay­rische Volkspartei) vom 1. Dezember 1923 bis 15. April 1924,

Es gab bann ein Intermezzo, in bem ber Staats- ickretär im Reichsjustizministerium Dr. Joel für die Zeit vom 15. April 1924 bis 17. Januar 1925 mit ber Wahrnehmung der Geschäfte des Reichs­justizministers beauftragt war.

Die weiteren Verwalter des Reichsjustizministe- riums waren sodann Dr. Frenken vom 19. Januar 1925 bis 21. November 1925. Dom 22. November 1925 bis 20. Januar 1926 war Reichskanzler o. D. Dr. Luther zugleich mit der Wahrnehmung der Ge­schäfte des Reichsjustizministers beauftragt gewesen. Sodann trat Dr. Marx für die Zeit vom 21. Januar 1926 bis 16. Mai 1926 das Amt an. Am 17. Mai 1926 wurde Marx zum Reichskanzler ernannt; gleichzeitig führte er die Geschäfte des Reichsjustiz- minifters weiter bis zum 16. Juli 1926. An diesem

ist verzogen und 32 wurden neu geworden. Ich bin zu Ende."

Hast da auch alles aufgeschrieben, Iänike?" fragte Götrik.

Alles", nickte der Lehrer.

Dann danke ich Carstens und bitte Eikeborn, fort-, zufahren."

Nun gab ber Apotheker einen Bericht über die ein- gegangenen Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie über die ausgegebenen Gelder. Skive teilte mit, wie weit die Bewaffnung fortgeschritten war. Thorhus machte An­gaben über den Grundbesitz der vermögenden Mitglieder und was diese im Bedarfsfälle an Naturalien beizustel­len sich verpflichtet hatten. Danske endlich gab eine Uebersicht über die Propaganda, welche er in seiner Zei- tung beschrieben hatte, und wie die allgemein« Stim­mung in der Bevölkerung zu sein schien.

Nachdem jeder feine Berichterstattung beendet hatte, fügte Götrik bei:

Was der verstorbene Elkeborg feit dem letzten Be­richt an Bioschüren und Büchern unserer Richtung aus­gegeben hat, können wir nicht mehr feststellen. Infolge­dessen entfallt auch der Rückschluß, den wir dadurch auf die Gesinnung der Käufer hätten ziehen können. Wer zu diesem Gegenstand noch sprechen will, den bitte ich, das Wort zu ergreifen."

Da sich niemand meldete, suhr der Bürgermeister fort:

Ich habe euch noch etwas zu berichten. Ihr wißt, daß Elkeborg eine Schrift hinterlassen haben soll, die un­bedingt in unsere Hände gelangen muß, wenn sie tat­sächlich vorhanden ist. Was für einen Vorschlag ich deshalb Föns gemacht habe, wißt ihr. Gestern nun hat mir der Gutsbesitzer mitgeteilt, daß er im Interesse fei­nes Mündels auf meinen Vorfchlag nicht eingehen könne. Damit entfällt die Möglichkeit, die Schrift auf die Weise an uns zu bringen, wie Danske sie vorgeschlagen hat. Was ist nun zu tun?"

Dieser verfluchte Preuße!" knirschte ber Redakteur. Immer kommt er uns tn die Quere!"

Die anderen schwiegen und dachten nach. Endlich sagte Iänike:

Laßt die Sache ruhen! Sie ist begraben--

Was redest du!" fuhr Thorhus auf.Weißt du nicht, was werden muß, wenn andere bis Handschrift finden!*

Umgebung 664 Bundessassen. Wehrhafter Burschen und Männer zählen mir in Gjelstedt 489, in der Umgebung 273 --"

Wacker, wacker! Wir können stolz fein! Das machen uns die anderen Sektoren nicht nach!" tönte cs durcheinander.

Ich bin noch nicht fertig," sagte Carstens, als sich die jubelnden Rufe etwas gelegt hatten.Das dicke Ende kommt nach. Stattlich find ja alle diese Zahlen, aber auf die Derläßlichkeikt der Soffen kommt es mehr an, als wie auf eine große Zahl. Und da halte ich von den Waffenfähigen in ber Stabt nur 137 für ver­läßlich, 218 schätze ich für lau ein; die übrigen sinb un­verläßlich und zählen im Ernstfall überhaupt nicht. In der Umgebung ist auf jedes Mitglied unbedingter Ver­laß."

Du schätzest wohl zu streng, Carstens", meinte Thor, hus.

Bester zu streng als zu leichtfertig dann kann man nur angenehm enttäuscht werden," antwortete der Arzt. Er legte das Blatt, von dem er die Zahlen ab- gelesen, vor sich hin und fügte hinzu:

Gegen den letzten Bericht differiert die Gesamtmit­gliederzahl um 29. Zwei Lasten sind gestorben, einer

aufeinander und uneins sind!" warf Thorhus ein.

Wir haben nichts zu fürchten", meinte Carstens. England steht auf unserer Seite und mit diesem -----

binden, werde» die Fürsten sich hüten."

S. Blatt.

Drurf der Fuldaer Acttendeuckerei. Aulda

England ist ein unsicherer Kantonist," sagte bedächtig.Es hält nur dann seine Versprechen, es davon Vorteil hat. Ich traue, es läßt uns im wenn die deutschen Fürsten wirklich einmal einig fein

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32 I.

Samstag, 1. Januar 1927.

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.Noch dazu, wo die Dundesleitung Schlimmes be- fürchtet und alles bereit sein soll, wenn es endlich zum brechen kommt!" eiferte Eikeborn.

Und wo wir sicher sein können, daß Fons, dieser Dänenfeind, den verderblichsten Gebrauch von ber Schrift machen wird," schalt Danske.

Eile tut not," sagte Götrik.Jeder Tag kann die Entdeckung bringen, jede Stunde, jeder Augenblick birgt die Möglichkeit, daß der junge Elseld die Schrift findet. Aber was tun?" _ ,

Wieder schwiegen alle.

Nach langer Pause begann Götrik neuerdings:

Ihr wißt keinen Rat und ich weiß auch keinen, als rtroa--", er brach ab und heftete einen scheuen Blick

auf die Freunde.

Jeder blickte gespannt auf ihn. Da aber keiner sprach, redete ber Bürgermeister leise, fast flüsternd weiter:

Wir müssen noch einmal zu dem Mittel greifen, bas uns schon einmal geholfen hat."

Er hatte noch nicht ausgesprochen, als Iänike so hef­tig auf| prang, daß fein Stuhl nach rückwärts zu Sa­hen fiel.

Rein!" rief er mit greller Stimme.Nein, dar darf nicht fein! Hüte dich, Götrik! Du bist alt, bv stehst vor dem Grabe graut dir nicht, wenn du a* deinen Tob denkst?"

Der Bürgermeister wurde fahl, er stöhnte auf unt> schlug die Hände vors Gesicht.

Was habt ihr damals erreicht, sagt an, was?" sich: Iänike in höchster (Erregung fort.Nichts sonst müß ten wir nicht von Dingen sprechen, die wir längst be graben wähnten. Alles, alles dürst ihr versuchen, nm das nicht, ich dulde es nicht!"

Was ist das? Du willst Verrat üben? Di empörst dich wider uns? Du brichst deinen Eid?"

Auch die andern waren aufgesprungen, wir riefen sie durcheinander. Nur Götrik und der WassenhSndle: waren sitzen geblieben; der Bürgermeister lehnte apathisch in seinem Stuhl, Skive aber rief mit lauter Stimme:

Ruhe, keinen Lärm! Bedenkt, daß man euer Ge. schrei drunten hören könnte!"

Da schwiegen sie, blickten aber drohend auf Iänike, ber bleichen Antlitzes an seinem Platze stand.

Ich bin kein Verräter!" sagte er mit zitternder, doch lauter Stimme.Ich halte meinen (Etb, denn ich fürchte Gott und ich liebe Dänemark. Aber was Ihr plant, ist schändlich!" ,

unter seinem Frieden verborgen hatte. Dieser un­geheuere Vogel, der nirgends ruhte, mußte doch von einer gewaltigen Kraft getrieben werden. Irgend eine Sonne oder irgend eine Nacht mußte ihn mit magischem Zauber ewig locken. Und die Sehnsucht sprang auf im Herzen des Schlummernden. Ihm war, als müßte er nun auf und davon, um zu flie­gen mit jenem Wundertier. Das schwermütige Lied von dem Wanderer fiel ihm ein, der immer singt: Nach Hause, nach Hause . . .

O du Zeit, wanderndes Kind der Ewigkeit, uns alle reiht du fort. Wenn wir deiner inne werden, dann hören wir das Aechzen aller Kreatur, die sich nach der Erlösung sehnt, und jeder Schritt unserer Füße und jeder Schlag unserer Pulse und die ganze Unruhe der im Tiefsten aufgestörten Menschheit offenbart sich auf einmal als die große Unruhe zu Gott, die als lautlos uns begleitendes Geheimnis über dem Lärm des Lebens steht . . . Und als heute der Mönch feine Tagzeiten fang, da sah er immer den großen seltsamen Vogel vor sich her fliegen, und es war ein stechender Schmerz in feiner Brust, und all« Jubel der endlosen Gloria Patri versank in der abgründigen stummen Klage: Nach Hause, nach Hause ...

Es ist gut, an Neujahr und auch gelegentlich sonst einmal die kleine Taschenuhr in der Weste zu lassen, nicht mehr die Sekunden, die Minuten und die Stunden abzulesen, sondern hinzugleiten in das Ge­fühl der Zeit an sich, von der unsere Zifferblätter immer nur ein schwaches Bild geben . Es ist gut, einmal nicht darüber zu grübeln, wer nun wohl Reichskan^er wird, wohin Stresernann zur Er­holung geht, wer König in Ungarn wird, was Mussolini, Piliudski, Smetona beginnen, warum und wieso die Moskauer Bolschewistenführer in den Gothaer Adrlskalender kommen, was Baldwin wohl zu Sohn und Tochter lagt, die so interessant die Politik des Vaters bekämpfen, was noch alles bei dem Skandal mit der Verwaltung des beschlag­nahmten deutschen Vermögens in Amerika heraus- frmmt es ist gut, dies alles einmal ruhen zu lassen und zu bedenken, daß dies alles nicht unser persönliches Scht^sal bestimmt . . .

In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.. Sein Bestes, sein Persönliches, fein Heiligstes un­beirrt durch so wirre Verhältnisse und durch so furchtbare Lebensnot hindurchzutragen, das ist die Aufgabe. Geht jeder Menfch ernst und ruhig nur feinem Sterne nach, bann wird bald Ordnung und Friede fein. Hast du, guter Freund, alfo in die­sen Wochen deine geschäftliche Bilanz gemacht, dann füge die persönliche hinzu. Im Schicksal des Menschen liegt auch beschlossen das Schicksal des Zeitalters. Der Mann im Monde.

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Rund um die Woche.

Sitoefietipchfahel. Der hämmernde Mönch Der Ahasver des Universums. Politische Kleinigkeiten. Die persönliche Bilan;

Aus dem Nachbargebiet.

= Mücke. Ein Meteor wurde in ber Nacht zum Dienstag von den Orten Lieh und Mücke aus in nordwestlicher Richtung beobachtet. W Erscheinung zeigte weithin leuchtendes grünliches Licht und fauste in fast senkrechter Flugbahn mit einem dumpfen Ton vom Horizont herab, wobei sie eine ziemliche lange Flugbahn mit sprühenden Funken hinter fick ließ.u,., ~

- Gießen. Ein Streit mit tödlichem AuS- gang ereignete sich nacbtS hier in der SEBantorftraBe. Tort geriet gegen 12 Uhr der Gärtnereibesitzer Eduard Rieger geringfügiger Ur'acbe mit zwei RetcbS- wehrsoldaten in einem Wortwechlel, bet dem der Grenadier Iolef Linden aus Simbura, der bei der zweiten Kompagnie deS hiesigen ersten Bataillons des 15. Infanterieregiments dient, dem Gartner einen Schlag versetzte, durch den der Mann io un­glücklich zu Boden fiel, daß er eine schwere Gehirn­blutung erlitt. Wenige Minuten danach verichied der Mann an einem Gehirnschlag. Der Soldat wurde noch in der Nacht festgenommen und sitzt tn der Kaserne in Unteriucbung8baft.

= Viernheim (Hessen). Zu einer wüsten Schlägerei kam es Weihnachten in einer hteftgen Wirtschaft. Verschiedene Gäste gerieten mit an- wesenden Zigeunern in Wortwechsel. Im N» bear­beiteten sich beide Parteien mit Messern und Fäusten, wobei anscheinend die Zigeuner im Nachteil waren. Sie zogen sich p'öylich aus dem Lokal zurück und schlugen herauf von außen sämtliche Fensterscheiben ein unter fortwährendem Hineinichießen in da? Lokal. Beim Anrücken der Poftzei biteben vier Mann schwer verwundet auf derWalstatt. Die Z-geuner flüchteten nun auS dem Dorfe nach dem Platze, wo ihre Wagen standen. Die Polizei« beamten nahmen fo^ort die Verfolgung auf und nach kurzer Hetzjagd konnten sie ein halbes Dutzend der braunen Gesellen hstnehmen. Die anderen hatten sich in den nahen Wald geflüchtet.

- Wächtersbach. Die auf Anregung der Stadt- Verwaltung wieder eröffnete Weihnacht? spar kasse zeigte im oetfloffenen Geschäftsjahre eine erfreuliche Entwicklung. Die Zahl der Sparer beträgt über 300, die Einlaaen haben sich auf 17 600 Mark er­höht. Die Hälfte der Sparer hat Einlagebeträge von 50 bis 150 Mark.

= Büdingen. Da« verhältnismäßig milde Wetter gestattete den Hirten den Aufenthalt mit den Schafen im Freien bis unmittelbar vor Weih­nachten. Erst als stärkere Schneefälle einfetzten, suchten die Herden die schützenden Ställe auf. Durch den vielmonatlichen Aufenthalt im Freien war nicht nur der ErnährunoSzustand der Tiere ein guter, sondern auch die Gesundheit und Widerstandsfähig­keit der Schafe wurde erheblich gestählt.

Kein fjaus ohne Sulöaer Zeitung!

Das Rätsel des Heidegrabes.

Roman von Ernest Becher.

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Sie sind freundschaftlich zusammeugekornmen und haben wieder einmal feierlich die Einheit des deutschen Bundesgebiets, die Zusammengehörigkeit aller Deutschen festgestellt. Sie haben einander eine Menge schöner und kraftvoller Anträge vorgelegt, dann haben sie diese be­raten, sind einander dabei in die Haare gefahren und im Hader auseinander gegangen. Das Ende vorn Lied ist, daß alles bleibt, wie es bisher war. So war es noch immer, wenn der deutsche Bundestag zusammengetreten ist wir kennen das!"

Götrik schüttelte das Haupt.

Diesmal ist die Sache ernster," sagte er.Die Drü­ber schreiben, daß unser Patent vom 30. März--"

Was geht das die Deutschen an?" unterbrach ihn Eikeborn erregt.Vierhundert Jahre lang herrschen die Könige von Dänemark ununterbrochen über Schles­wig und Holstein und nun wollen die Preußen kommen und sich in unsere Angelegenheiten einmischen!"

Ein Glück, daß Preußen und Oestereich eifersüchtig

Tage wurde Dr. Dell mit der Führung des Reichs» justizministeriums beauftragt, in dessen Hände sie sich gegenwärtig noch befindet.

Das Reichsjustizministerium besteht unter hem Leiter gegenwärtig aus dem Staatssekretär, zwei Ministerialdirektoren, 11 Ministerialräten, drei Oberregierungsräten, zwei Regierungsräten und 26 Dürobeamten. Dazu kommt eine Reihe kom­missarisch beschäftigter Hilfsarbeiter.

Zum Geschäftsbereich des Reichsjustizministe- riums gehören das Reichsgericht und die Reichs­