Anzeiger für die Stadt und den kreis Fulda.
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Donnerstag. 31. Dezember 1925
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, «iralität vor kurzem herausgegeben hat.
Marokko.
Die Friedensbemühungen Abd el Krims.
Wie der Jntransigeant erfahren haben will, werde Ministerpräsident Briond dem Abgesandten Abd el Krims, Cunnings, auf sein Schreiben ant- wollen, jedoch in ablehnendem Sinne.
Aus der spanischen Marokkozone.
Nach einem von Havas wiedergegebenen offiziellen spanischen Kommunique hat am 27. Dezember eine auf spanischer Seite stehende Eingeborenen-Abtei- lung Rifftrnppen, die die treu gebliebenen Familien -eines Stammes überfallen hatten, vertrieben und verfolgt. Neun Ortschaften sollen sich den anrücken« de» Truppen unterworfen haben.
Chamberlain und Hlufiolim.
In Rapallo trifft am Mittwoch der englische Außenminister Chamberlam, der bekanntlich zur Erholung in Italien weilt, mit dem italienischen Diktator Mussolini zusammen. Au dieser Zu- smnmenkunft schreibt die .Tribuna.England s-r Italien dafür dankbar, daß es die Garantie für die Rheingrenze mit übernommen habe, -jn Anbetracht der großen Fragen der - Entwaffnung und des Mrkifch-russischen Vertrages bilde dieser einfache Meinungsaustausch Zwischen den beiden Staatsmännern ein sehr bedeutsames *01 ’ ffhe« Ereignis. Man dürfe aber immerhin das mögliche Ergebnis dieses Gesprächs nicht uber- treiben, wie man andererseits aber auch nicht verschweigen dürfe, daß diese Zusammenkunft Chamberlains mit Musiolini der beste Beweis daftrr sch daß wenn schwierige internationale Probleme auftauchten, die Auffassung Italiens gehört und sogar gesucht werden muffe.
Auszeichnung Verthelots.
wtb Paris, 30. Dez. (Eig. Rundf.-Deld.f Der Generalsekretär im Auswärtigen Amt. Pht- I fippe Perihelot, ist wegen seiner Verdienste um das Zustandekommen der Abmachungen von Locarno zum Groß-Offizler der Ehren (c g i o n ernannt worden.
* Von der preußischen Schutzpolizei. Eine Meldung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes besagt, daß der preußische Minister des Innern das Abschiedsgesuch des Kommandeurs der Berliner Schutzpolizei, Oberst Kaupisch, genehmigt Hai. Er HÄ aus diesem Anlaß ein Schreiben an Kaupisch gerichtet, in welchem ihm der wärmste Dank für seine dem Staat geleisteten Dienste ausgesprochen wird. — Polizeioberst v. Brunn, der Leiter ter Schutzpolizei, hat aus gesundheitlichen Rücksichten sein Abschiedsgesuch eingereicht. Das Gesuch ist vom Minister des Innern genehmigt worden.
* Errichtung der preußischen Landespreispcü- fungsstelle am 1. Januar. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge wird die neue Preisprüfungsstelle, in welche die mittlere Preisprüfungsstelle in Berlin und in der Provinz Brandenburg umgewandelt werden, am 1. Januar ihre Tätigkeit aufnehmen.
* Die Haupkbekeiligten in den Fememorden nach Berlin überführt. Auf Veranlassung des Präsidenten des Strafvollzugsamtes sind die Haupt- beteiligten an den Fememorden aus dem Landsberger Gefängnis nach Berlin abtransporiiert worden, wo sie im Moabiter Untersuchungsgefängnis untergebracht werden. Es handelt sich um den früheren Oberleutnant Schulz, den früheren Leutnant Rap ha, den ehemaligen Fähnrich Glaser und den Feldwebel Klapproth. In Landsberg war angeblich ein Befreiungsversuch durch die Gsheimorganisatlon geplant.
* Zur holländischen Kabinettskrise. Die Kom- ain von Holland hat nach ihrer Rückkehr aus Het Loo den mit der Kabinettsbildung beauftragten Führer der christlich-historischen Kammerfraktion Dr d e V i s s e r zur Berichterstattung empfangen. In parlamentarischen Kreisen wird mit der Bildung eines Geschäftsministeriums und mit'der eventuellen Auflösung der Zweiten Kammer gerechnet.
* Aushebung der Milikärkonkrolle in Bulgarien. Die Vertreter der Großmächte haben dem bulgarischen Ministerpräsidenten mitgeteilt, daß die Botschafterkonferenz beschlossen habe, die Mitglieder der mit der Militärkontrolle in Bulgarien beauftragten Organe abzuberufen, da Bulgarien alle militärischen Bestimmungen des Vertrages von Neuilly erfüllt habe. ____
V * DoumerS Gesetzentwürfe vor der Kammer. >Finanzminister Doumer hat in der Kammer seinen Steuergesetzentwurf in Blanco eingebracht. Ser Text soll endgültig erst später festgesetzt werden.
V * Kampf gegen den Kommunismus in England. .Aus London meldet Reuter: Die Heeresverwaltung -beschäftigt sich in einem an sämtliche kommandierenden Offiziere ergangenen Erlast mit der Verteilung kommmunistischer Flugblätter, die bei sämtsichen Truppen in England vor kurzem versucht worden ist. Die Heeresverwaltung stellt mit Genugtuung fest, daß sämtliche Truppen diesen beleidigenden Versuch, sie zum Eidbruch zu verleiten, mit Entrüstung zurückwcisen. Die Heeresverwaltung verweist darauf, daß das Ziel der kommunistiichen Bestrebungen fei, bei den Mannschaften Gleichgültig- leit gegen den Dienst und Unzuverläffigkeit hervor- inrufen in der Hoffnung, daraus für ihre Partei- -wecke Nutzen zu ziehen. Der Erlaß, der sämtlichen Mannschaften mitgeteilt worden ist, schließt sich einer Verlautbarung ähnlichen Inhalts an, die die Ud«
Die Ardeiirlofigkeit. i
In der Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1925 ist I die Zahl der H a u p t u n t e r st ü tz u n g s e m p- I f ä n g er in der Erwerbslofenfürforge von 673 315 auf 1057 031 — d. h. um rund 57 Prozent gestiegen. Hierbei hat sich die Zahl der mann« I lieben Hauptunterstützungsempsänger von 613 712 I auf 964 012, die der weiblichen Hauptunter- stützungsempsänger von 59 603 auf 93 019 erhöht. I
Zu dieser amtlichen Meldung über die Steigerung der Anzahl der Erwerbslosen in der Zeit voni 1. bis 15 Dezember bemerken die Blätter, daß die Zählung von mehr als einer Million Unterstützungsempfänger nicht die nach dem 15. Dezember erfolgten Entlassungen und auch nicht die große Zahl jener Arbeitslosen berücksichtigt, die eine Unterstützung nicht in Anspruch nehmen. Die \ Zahl dieser Erwerbslosen wird für sehr bedeutend gehalten, und die „Voss. Ztg." glaubt in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß die Zahl sämtlicher Erwerbslosen in Deutschland nicht wesentlich niedriger ist als die der Erwerbslosen in England, die zuletzt mit XV- Millionen ingegeben worden ist. *
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In der Sitzung des österreichischen Bundesrates erklärte der Minister für soziale Fürsorge, Resch, daß die aegenwärtige Ärbeitslosenziffer für Oesterreich 230 000 beträgt, und daß möglicherweise im Februar oder März die Zahl der Arbeitslosen auf 300 000 gestiegen fein wird. Die Möglichkeit, diese Erwerbslosen in der Landwirtschaft unterzubringen, bestehe leider nicht.
< Bayern und die Preisabhaufrage.
Der bayerische Ministerpräsident hat am Montag Vertreter des bayerischen Wirtschaftslebens zu einer Aussprache über die Preisabbaufrage zu sich geladen, an der auch der Minister des Innern, der Handelsminister sowie Vertreter der einzelnen Minister teilnahmen. Der Ministerpräsident hat dabei — wie der Präsident der Handwerkskammer von Oberbayern mitteitte — die eindringliche Aufforderung an alle Wirtschaftskreise gerichtet, dazu beizutragen, daß die notwendigsten Gegenstände des täglichen Bedarfs, vor allem die Lebensrnittel, verbilligt werden könnten.
FuldaerZeitung
c,„ ,.„h h,n gret« Fulda. Amtliches Kreisblakk.
anspruchen. , I
Es muß in diesen Dingen einmal em ganz os- I fenes Wort gesprochen werden, rmd da mutz I man sagen, daß gewisse Kreise um den R e i ch s a u ß e n m i n ist er s e l b er an der Entwicklung dieser Dinge nicht unschuldig sind. Es I ist auch kein Zufall, daß das offiziöse Organ «tre- I semanns, die „Sägt. Rundschau", auffallend scharf gegen die Bemühungen angeht, nach Gern zuver- i lässige Persönlichkeiten zu, entsenden. Man hat allerdings in unseren Kreisen berechtigten Anlaß, I den Vorgängen, die sich da vollziehen, die allere I größte Aufmerksamkeit zu schenken.
Das Zentrum ist weit davon entfernt, irgend- | welche Parteiposition in Genf zu beanspruchen oder sich sichern zu wollen, aber es ist ebenso entschieden entschlosien, die Politik, Mr welche das Zentrum Wegbereiter war. sich nicht durch die- I ienigen Kreise, welche sich gerade rm letzigen i Augenblick vor der Ver antw or tung ge- I drückt haben, zerstören zu lasten. Dte Zecken sind vorbei, in welchen Mitglieder der Corps alle Staatsstellen für sich beanspruchten uckd die anderen als Bürger zwetter Stoffe an die Wand druck- I
In diesem Zusammenhänge ist ^eine Ausein- andersetzung über diejenigen Persorcktchkecken entbrannt, welche voraussichtlich Deutschland im Völkerbund vertreten sollen. Wie wir erfahren beabsichtigt die Reichsregierung n i ch t die Bestellung eines ständigen Vertreters. Bei der ersten Ratssitzung nach der AufnahmeDeutschlands | in den Völkerbund wird Deutschland durch den Außenminister selber vertreten sein Im übrigen ist vorläufig die Errichtung »ner ständigen Delegation in Genf noch nicht geplant, lediglich d,e Errichtung einer Stelle, welche die laufenden Fra- I osn und Informationen zu erledigen hat. Wer als wortführender Delegierter in ,trage kommt, wird bis auf weiteres für die einzelnen Volker- I bundstagungen besonders entschieden.
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Im Anschluß an die Presterörterungen über die Besetzung des Sekretärspostens im Völkerbund beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund rich- | ten sozialdemokratische Blätter eine Anfrage an I das Auswärtige Amt, seinerseits zu den m der 1 Presse aufgestellten Behauptungen Stellung zu j nehmen. Im Auswärtigen Amt ist über die frag* | liche Angelegenheit folgendes bekannt geworden: I Der deutsche Generalkonsul in Genf berichtete kürz- I l'ch, nicht in Beantwortung einer Anfrage des Auswar- I tigen Amts, sondern auf Grund einer ihm zuteil ge- 1 wordenen Mitteilung, es fei ihm von maßgebender Seite I im Generalsekretarkat des Völkerbundes eröffnet wor- I den, daß man dort Kenntnis davon erhalten habe, ver- 1 Medene politische Parteien von Deutschland hätten Kandidatenlisten für die deutsche Beteiligung im Se- I fretariat ausgestellt. Diese Nachricht habe in Gens stark I beunruhigt, da sie für eine unrichtige Einstellung ge- I wisser deutscher Kreise in bezug auf die Anstellungsfrage I spreche, die zu schwierigen Lagen für alle Beteiligten I fuhren könne. Die deutsche Beteiligung am General- I lekretariat müsse — so wurde von maßgebender _ Seite I betont — im Einvernehmen mit der Reichsregierung | geregelt werden. Eine Veröffentlichung des aus Genf I an das Auswärtige Amt gerichteten Telegramms oder I eine Mitteilung an die Presse aus seinem Inhalt ist sei- I tens des Auswärtigen Amts nicht erfolgt. Im übrigen I haben Verhandlungen über Personenfragen zwischen I dem Auswärtigen Amt und dem Generalsekretariat des I Völkerbundes noch nicht stattgefunden.
Nach dem „Vorwärts" hat Reichsaußenminister Dr. Stresemann dem Chefredakteur des „Vorwärts", Reichstagsabg. Stampfer, folgende I Erklärung zur Veröffentlichung übersandt:
Unter Bezugnahme auf die in der heutigen I Morgenausgabe des „Vorwärts" an das Auswär- | tige Amt gerichteten Fragen ist zu erwidern, daß ✓tue dem Auswärtigen Amt bekannt gewordenen
Nach dem alten System. i
Von einem politischen Berliner Mitarbeiter I wird uns geschrieben:
Erneut wird von der deutschnationalen Berliner Presse die Behauptung aufgestellt, daß das Zentrum und die Sozialdemokraten offizielle Schritte beim VAkerdundssekretariat wegen der Zuteilung von Posten nach dem Eintritt DeutjHands in den Völkerbund getan ^2ßir können nur erneut auf das bestimmteste | versichern, daß von solchen Schritten leckens des Zentrums nicht das geringste erfolgt fft Beim Zentrum ift keine irgendwie geartete Jnsbanz in Aeser Sache tätig gewesen. Richtig freilich rft, daß man im Zentrum ein Interesse daran hat, zu wis sen wer die überaus wichtigen Funktionen innerhalb der kommenden deutschen Delegatton, rote im Büroapparat des Generalsekretariats des Volkes Hundes einnimmt. Es ist selbstverständüch unmöglich, daß das Zentrum einwilligen tonnte Dort Personen hinkommen, die an einer systematlfchen Sabotage der Völkerbundsarbeck ein Interesse hätten. Aber es ist absolut falsch, daß das Zentrum in irgend einer Weise sich durch Partennck glieder in dieser Frage verwandt hatte.
Gute Kenner der Verhättnisie wissen 5« Bescheid über die Kreise die jetzt m der deuffch- I nationalen Presse diese Fehde anzetteln Es sind dieselben, die ein Monopol für diploma- tische Stellen zu haben glauben und die mt Auswärtigen Amt trotz aller repubManiföen Regierungen auch heute noch Ermächtig sind. Cs sind die Steife um die Corps, die noch nicht einmal einen Burschenschaft l e r oder Landsmann schaftl e r, geschweige denn einen Katholiken aufkommen laßen.
Es wird allerhöchste Zeit, daß in die Front die- fer epklusiven Schichten Bresche geschlagen wird. Es ist eine Anmaßung sondergleichen, daß gerade diese Kreise, die sich immer als Gegner des Völkerbundes betätigt haben, nun mit einem Male die Deutschland dort zufallenden Sitze für sich ve-
Tarifwesen.
-- Schiedsspcuch im Lohnstreit dec Reichsbahnarhei- fer. In Berlin haben Schlichtungsverhandlungsn über den Lahnstreit der Reichsbahnarbeiter stattgefunden. Dec gefällte Schiedsspruch hat etwa folgenden Inhalt: Mit Wirkung vorn 1. Januar 1926 ab erhalten die Reichsbahnarbeiter vorn 24. Lebensjahre an eine Lohnerhöhung von einem Pfennig in den Gnippen I bis V und eine solche von zwei Pfennigen die Stunde für tue Gruppen VI und VII. Diese Löhne gelten bis 30. April 1926. Die seither in Krankheitsfällen gezahlten sozialen Zulagen fallen vom 1. Januar 1926 ab weg. — Der Deutschen Reichsbahngesellfchaft wird aufgegeben, «m Beneh. men mit den Vertragsparteien die Ortslohnzula- gen nachzuprüfen und soweit erfoderlich mit Wirkung vom 1. Januar ab neu festzufetzen. Als Erklärungsfrrst wurde der 12. Januar angesetzt.
Tatsachen in der heutigen Auslassung des Auswärtigen Amtes im WTB. veröffentlicht worden sind, lieber einen S chr i 11 d er S o zt a l d e mo- kratif chen Partei beim Völkerbundssekreta- riat ist dem Auswärtigen Amt nichts bekannt und sind infolgedessen über einen derart!» gen Schritt auch keine Informationen durch das Auswärtige Amt an die Presse gegeben worden.
Die Abrüstungskonferenz. I
MM- Februar soll in ®<nf i*
Kommission zusammentreten, welche die Vorberet hingen für die Abrüstungskonferenz des Volker-
Ä Hal. Au» Rüb/-»» dieser vorbereitenden Sitzung emgelaben, hat ab« erklärt nicht an ihr teilnehmen zu können, wenn sie in Genf stattfinden würde. Rußland begründet diese Haltung mit dem Hinweis daraus, daß scheu der Schweiz und Rußland die diplomatischen Beziehungen abgebrochen sind. |
Tatsächlich stehen sich Rußland mrd die Schweiz in sehr scharfem Gegensatz gegenüber, der sich auch handelspolitisch in einem schroffen Boykott der schweizerischen Waren durch Rußland ausbrutft Die Ursache liegt in der Ermordung des Vertreters der Sowjetrepublik W a r o w s k i in Lausanne und in der Freisprechung seines Mörders durch das Bundesaericht der Schweiz. Die Schweiz besteht aber darauf, daß eine Konferenz, deren Aufgaben w di- Funktionen des Völkerbundes eingretfen m Genf stcittfmden müsse als dem offiziellen Sitz des Völkerbundes selber. Die Schweiz hat sich auch be- reit erklärt, jeden Teilnehmer an der Genfer Jvon« Verena, also auch den russischen Delegierten, in der- selben Weise zu behandeln wie alle übrigen Delegierten und für ihre Sicherheit zu sorgen. Man kann unter diesen Umständen wohl annehmen, daß dte vorbereitende Kommiffion Mitte Februar in Genf Zusammentritt, nur ist es unsicher, ob diese Kommission wirklich zu einem Ergebnis über die Abhaltung der geplanten Abrüstungskonferenz kom- I men wird, da sich in dieser Frage die ameri. a= i uischen Auftastungen doch noch sehr wesentlich von den englischen und französischen tm- terscheiden. .. r
Die Stellung Amerikas.
Aus Washington wird gemeldet: Vom Wei- I ßen Hause wurde mitgeteilt, ans den Besprechungen des Präsidenten Coolidge mit verschiedenen Kongreß- Mitgliedern ergebe sich, daß so gut rote Einmütigkeit I unter den Kongreßmitgliedern darüber bestehe, daß I Amerika an der Genfer vorbereitenden Kommission j für die Abrüstungskonferenz teil nehm en: roerbe. I Gegen die Bewilligung der notwendigen Kredite sind | dem Präsidenten gegenüber keine Einwendungen | erhoben worden, und dieser betrachtet den Stand der Vorbereitung der amerikanischen Antwort auf > die Einladung des Völkerbundscates als bejr tebtgeni). | Die Auswahl derMitgliederder amerikanischen I Delegation ist jedoch noch nicht erfolgt.
Leeres-Reform in Italien.
Nach einer Mitteilung der „Trinuna" wird bei italienische Ministerrat sich mit der nunmehr festgesetzten Heeresreform befassen. Die Heeres- stärke soll eine bedeutende Erhöhung erfahren. Das Charakteristikum der Reform werde dte Ein- ftihrung der dreigestaffelten Division sein. Die Zahl der Divisionen soll dreißig betragen, doch soll led^ Division um ein Regiment verringert fern. Trotz der Verminderung der Regimenterzahl werde der Stand an Regimentern nicht derart herabgesetzt fein, wie in den früheren Plänen. Die Dauer des Liniendienstes werde sechs Monate betragen. Infolge der Einführung der neuen Divi- sionsorgcmisation werde die Brigade aufgehoben. Die Kampfkraft der Jnfanterieeinhert werde haM>t- sächlich durch die allgemeine Durchführung der Em- heüsbataillone gehoben werden, die mck Maschi- nengewehren und Schützengrabenkanonen ausgerüstet seien. Ebenso werde die Feuerstarke der Kavallerie und der Dersagllen bedeutend erhöht. Außerdem werde ein organisches Zusammenwirkea zwischen Infanterie, Flugwesen und Marine vor- gesehen. Der Nationalmiliz sollen bestimmte Ausgaben im Frieden wie in den Mobtlisterungs- Perioden zugewiesen werden. Die Eisenbahntruppen und die Postmlliz hätten den Zweck, die Sicherheck aufrechtzuerhalten und unter allen Umstanden zu aewahrleisten.
Dieses ganze militärische Plänemachen btt Herren Faszisten hört sich ja an, als sei der „miles gloriosus" der antifen römischen Komödie wieder- geboren. Aber unser Zeitalter hat doch eigentlich die armseligen „Katzelmacher" auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges zu fehr m der Nahe ge- fehen, (meist freilich als frierende Gefangene) als daß es glauben könnte, die breiten Massen der italienischen Männer feien jetzt wirklich leidenschaftliche Kriegshelden geworden. Viel Theater!
Die Zeppelin-Eckener Spende.
In Stuttgart fand zur Kenntnisnahme des I vorläufigen Ergebnisses der Zeppelinfpende eme I Sitzung statt, an der auch Dr. Eckener teilnahm. Der Vorsitzende der Sammlung in Württemberg teilte mit,' daß bisher 181088,36 M eingegangen I sind. Ohne Zweifel würde die Summe von I 200 000 erreicht werden, da noch, das Ergebnis 1 in verschiedenen Gemeinden aussteht. Die Unkosten I für die Propaganda hätten nur 2,8 Prozent be» I tragen. Dr. Eckener schilderte die Schwierigkeiten, I die der Sammlung begegnen. Trotzdem fei die | Sammlung keineswegs in Deutschland mißlungen, | da bisher VA Millionen M aufgebracht worden I eien aus nur kleinen Beträgen (die großen fehlten fast ganz). Wegen der schwierigen Wirt- I tchllstslage fei die Sammeltätigkeit in der Rhetn- I provinz, Westfalen, Hannover, Mecklenburg, Ham- I bürg, Bayern, außer München, Thüringen und in I der Provinz Sachsen noch nicht ausgenommen | worden. Auf jeden Fall würde nach Neujahr mit I dem Bau der Gondeln, Maschinen und Anschluß- ] stücke, die für jeden Typ gleich feien, begonnen I werden. _____
Oesterreich.
Parteirat der öfterreichifchen Christlich-Sozialen.
wtb Dien, 30. Dez. (Eia. Rundf.-Rleld.) I Der christlich-soziale Parteirat Hal die j Uebereinstimmuna aller Teilnehmer an der Beratung, fowohl über die Ziele der künftig einzuhattenden Wirtschaftspolitik als auch über das praktische Vorgehen der Partei, feffgeftettf. Der Parteitag wurde für den 2. Februar nach Dien einberufen. Dis dahin soll eine volle Einigung über das von den einzelnen christsich-fozialen Flügeln aufgesiellte Wirtschaftsprogramm gefunden werden. Die steiermärkischen Christlich-Sozialen ^rben u. a. verlangt, daß eine Annäherung an die Sozialdemokraten gesucht werde. Wie die Plätter festsiellen, ist an eine Rekonstruktion der Regierung im politischen Sinne gegenwärtig nicht zu denken. Handelsminister Ramek werde mit den Großdeutschen über das Dirtschastsprogramm Fühlung nehmen, aber auch an die Sozialdemokraten herantreten, um diese, sobald es möglich sei, zur Mitarbeit heranzuziehen.
* Deutsche Diplomaten beim Papst. Der Papst empfing den deutschen Botschafter und den bayerischen Gesandten, die ihm ihre Glückwünsche zum bevorstehenden Jahreswechsel aussprachen.
* Das Studium der deutschen Sprache in den Vereinigten Staaten. Aus New-York wird gemeldet: Zum ersten Male feit dem Weltkriege haben biet wieder Prüfungen für Lehrer der deutschen Sprache an den höheren Schulen vor der Schulaufstchts- Behörde stattgesunden. Im letzten Jahre war das Studium der deutschen Sprache und Literatur wieder im Steigen begriffen.
* Pom indischen Nationalkongreß. Die nächste Tagung des Indischen Nationalkongresses wird in Assam abgehalten. Der Kalifatskongreß nahm eine Entschließung an, in der volles Vertrauen zu der Politik Ibn Sauds hinsichtlich der Zukunft des Hedschas ausgedrückt wird.
— Christensen gestorben Aus Oslo wird gemeldet: Der norwegische Schriftsteller Dr. Hialmar Christensen ist im Alter von 55 Jahren ; c ri.«<. v c n.
I Ersch-mt -ech'»"' wöchentlich. Wochenbeilagc«: .Illustrierte Bei- läge" undSWMmblStter". NotatwnSVruck und Berta« der Fuldaer retiendri-üerei in Fulda. Fernsprecher Nr- 9.
Monatlicher V«uasvreir: 1.50 Mk.