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Mittwoch, 30. Dezember 1925
fir. 300
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Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Eewissemersorschung.
* Ausbau des Straßennetzes in Palästina. Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Sinai-Gegend ist imrch neue Wegebauten mit dem alten türkischen Militärstraßennetz in Verbindung gebracht worden, sodaß nunmehr von Jerusalem aus Sinai im -Lnta. in amei Laoen _erreicbt..werdeL.
Von unserem ständigen politischen Mitarbeiter^ In den Stunden, die zwischen dem alten und dem Neuen Jahr liegen, wendet sich ganz unwillkürlich der Blick zurück auf die Vergangenheit, und wir stellen gewissermaßen eine Gewissenserforschung an über das, was hinter uns liegt, um daraus für die Zukunft zu lernen. .
Politisch und wirtschaftlich gesehen hat das Jahr 1925, das wir jetzt verabschieden, uns diejenigen Hoffnungen zweifellos nicht erfüllt, die wir bei seinem Beginn hegten. Sicherlich ist ein großer Schritt vorwärts getan worden in der Außenpolitik durch Locarno, das, richtig gewertet, tatsächlich den Beginn einer neuen Aera bedeutet. Nach menschlichem Ermessen wird in jener Zone deutschen Gebietes, die immer wieder der Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen war, der Friede geschaffen. Aber wer möchte behaupten, daß selbst dieser Vertrag jeden kriegerischen Ausbruch unmöglich machte! Der Krieg ist die Geisel der Menschheit von Anfang an, und er wird es
bleiben bis zum Ende der Welt. Was wir Lebenden tun können, kann nur darin bestehen, soweit es den schwachen Menschenkräften möglich ist, Sicherungen gegen Kriegshandlungen und zum mindesten Erfchwerungen der Entwicklung, die zum Kriege führen, zü schaffen. Das deutsche Volk hat im Jahre 1925 in diesem Sinne sich betätigt, und das wird allezeit ein rühmliches Zeugnis bedeuten.
Aber innenpolitisch nud innenwrrt- s ch a f t l i ch war 1925 ein Jahr der allerschwersten Enttäuschungen. Gerade der verflosiene Jahresab- fchnitt ist, als wir in ihn eintraten, erwartungsfroh begrüßt worden als dasjenige Jahr, inw uns die Erholungspaufe nach dem Dawes-Plan hatte b rin- oen sollen. Tatsächlich sind ja auch im Laufe des Jahres 800 Millionen Goldmark an amerikanischen Anleihen aus den Dawes-Abmachungen urw zugeflossen, daneben steht eine noch weit höhere Summe, die der deutschen Industrie, den deutschen Städten, Gemeinden usw. in amerikanischen Privatkrediten übermittelt worden 1ft. Und doch sehen wir heute wirtschaftlich ein Chaos, jedenfalls eine Mutlosigkeit, wie sie in den schlimmsten Zeiten der Nachkriegsepoche noch nicht aufgetreten ist. .
Und innenpolitisch hat uns das Jahr 1925 überhaupt nicht vorwärts gebracht. Wir stehen heute
genau in derselben Situation hinsichtlich Regie- rungs- und Parteikrisis wie vor einem Jahre, nur daß die Personen und die Farben sie etwa gewechselt haben. Aber im übrigen ist alles andere ge- blieben: Die Verwirrung in den Parteien, die Scheu vor der Verantwortung, die Unmöglichkeit, eine feste Regierungskoalition mit fester zuverlässiger Mehrheit zu bilden; daraus entspringen die innere Ver- wirrung, die noch verschärft wird durch die wirt- schaftlichen Schwierigkeiten, hinter all dem neue Putschgelüste, aber auch neue soziale
aus dem besetzten Gebiet,
von der Rheinarmee.
Brigadegeneral Taboris ist interimistisch zum Befehlshaber der 41. Infanteriedivision der Rheinarmee ernannt worden.
Die Lustsahrtverhandlungen.
Nach einer Meldung deS „Berliner Tageblattes" werden am 6. Januar gleichzeitig mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der Botschafterkonferenz auch die deutsch-französischen Verhandlungen über Luftverkehrsfragen Beginne«. Das Blatt glaubt, daß 'man deutscherseits dem ftanzösifchen Wunsche, deutsches Gebiet überfliegen zu dürfen, unter Voraussetzung absoluter Gegenseitigkeit, Rechnung zu tragen bereit sei. Ueber das Ergebnis der seitherigen Der-
Handlungen mit der Botschafterkonferenz berichtet daS Blatt, daß die Begriffsbestimmungen und die Baubeschränkungen bereits als auf gehoben betrachtet werden dürsten, und daß damit auch daS Jnterallierte Luftfahrtgarantiekomitee in Berlin verschwinden dürste. ES erscheint jedoch noch sehr zweifelhaft, ob die von der Gegenseite geforderten .Garantien" in ihrer jetzigen Form für Deutsch- land annehmbar seien.
* Die Nationalisten gegen Hindenburg. Seitdem der Reichspräsident v. Hindenburg die Locarno- Verträgs unterschrieben hat, betreiben die Nationa- lfften eine unerhörte Hetzpropaganda. Auch die in Württemberg erscheinende „Völkische Wacht" kann bei diesem Schimpfkonzert nicht zurückbleiben. Nachdem sie dem Reichspräsidenten „deutsches Gewissen" und „deutsche Ehre" abgesprochen hat, schreibt das Blatt: „Es war vielleicht die größte politische Torheit nationaler Kreise in diesem Jahre, um einiger unbedeutender, nicht einmal eingetretener Vorteile willen diesen alten Mann auf den Präsiden
tenstuhl zu setzen, der alles andere, nur keine politische Energie mehr hat und heute einwillenlosesWerkzeug seiner Umgebung ist. Wo blieb die Reinigung eines öffeni» lichen Lebens, die Hindenburg versprochen hat? Die Rsichspräsidentschaft Hindenburgs wird zu den traurigsten Kapiteln der Geschichte d e r G e gen w art gehören." Die Stimmen wer- den immer zahlreicher und lauter, daß diesen Schmä- hereien aus gesetzlichem Wege ein Ende bereitet wird.
» Der abgelehnte ArbeitSratstitel. Nachdem der christliche Gewerkschaftsführer Funke den ihm zugedachten Titel eines bayrischen Landesarbeitsrates abgeschlagen hatte, haben nach Meldungen aus München zwei weitere Führer der christlichen Arbeiterschaft, die Gewerkschaftssekretäre Geier und Rothörl, die dem Augsburger Stadtrat angehören, den Titel Arbeitsrat abgelehnt. — Diese Mänuer geben damit ein Beispiel, wie man der in Bayern planmäßig gezüchteten Titelmeierei zu begegnen hat.
Die englisch-türkischen Beziehungen.
Wtb London, 29. Dez. (Eig. Bundf.-Mcld.) „Daily News" ichreibt: Amtliche Kreise in London teilten nicht die Besorgnis, die in gewissen Blättern wegen der englisch-türkischen Beziehungen geäußert werden. Ls werde nicht angenommen, daß im Hinblick auf den bevorstehenden Besinn dec englisch-türkischen Verhandlungen irgend ein übereilter Schritt der türkischen Regierung zu erwarten sei.
Erklärungen Tewfik Ruchdi Ben's.
Wtb Konstantinopel, 29. Dez. (Eig. Rundf.-Meld.j lhavas.s Außenminister Tewfik Ruchdi Bey hat sich Pressevertretern gegenüber über feine Besprechungen mit Briand, Daschitfch und Rintschitsch äußerst b es r i e d i g k erklärt. Seiner Ansicht nach könne der Beschluß des Völkerbundes in der Riossuffrage als eine Phase der Verhandlungen, die fortgesetzt werde, betrachtet werden, nicht als Abschluß.
Die Wirren in Syrien.
Wtb Paris, 29. Dez. (Eig. Runds.-Meld.) Die Pariser Ausgabe der „Daily Mall &£rid)tef aus Damaskus, der Hauptführer der dufffctnbt- scheu, Hassan Charat, sei im Kampfe gefallen. Rach den Erklärungen des Oberkommst. sars De Jouvenel müssen die Aufständischen spätestens am 8. Januar ihre Waffen niedergelegt haben. —
* Die Lohnsteuer die ergiebigste Skeuerquelie. Als bei der letzten Neuregelung der Lohnsteuer am 1 Juni 1925 der steuerfreie Lohn- und Gehaltsteil von 60 auf 80 Mark heraufgesetzt wurde, rechnete die Neichsregierung mit einem monatltchen Ausfall von 40 bis 50 Millionen Mark bei dieser Steuerart. Jetzt, wo der Jstertrag der Lohnsteuer für das von April bis September laufende erste Halbiahr des Rechnungsjahres 1925 zu übersetzen ist, erweist sich dieser Voranschlag als Unterschätzung. Das Jstaufkommen der Lohnsteuer betrug für Apr'l 1925 126 Millionen Mark, für Mai 1925 137 Millionen Mark, für Juni 1925 132 Millionen Mark für Juli 1925 119 Millionen Mark, für August 1925 115 Millionen Mark, für September 1925 120 Millionen Mark. Im letzten Halbjahr des Rechnungs- jahres 1924 erbrachte die Lohnsteuer im Monats- durchschnitt 123 Millionen Mark; derselbe belief sich im ersten Halbjahr des Rechnungsjahres 1925 auf 125 Millionen Mark. Daß auch heute noch die Lohnsteuer das Rückgrat der Steuerleistung insgesamt bildet, geht daraus hervor, daß im ersten Halbjahr des laufenden Rechnungsiahres die Erträge an Steuern, Zöllen und Abgaben den Voranschlag um rund 13 o. H. übersteigen, tue Lohnsteuer jedoch allein um rund 50 v. H. Die veranlagte Einkommensteuer erbrachte in der gleichen Zett nur 25 v. H. mehr. __________
* Der französische Geburtenstand von 1913 wieder erreicht. In der französischen Kammer erklärte in der Generaldebatte über das Budget des Ar- beitsministeriums der Arbeitsminister,, daß Frankreich das einzige Land in Europa sei, das fernen Geburtenstand von 1913 wieder erreicht, ja sogar überschritten habe. Im Jahre 1913 feien auf 10 000 Einwohner 191 Geburten gekommen, 19-4. 199 In den anderen Ländern habe man beträchtliche Abnahmen zu verzeichnen, besonders m England, wo die Vorkriegsziffer von 241 auf 10 000 Einwohner auf 181 im Jahre 1924 gesunken fei. Die Kindersterblichkeit in Hohe von 122 auf 10900 im Jahr 1923 sei im Jahre 1924 auf 8o von 10000 zurückgegangen. Die Sterbüchkmt im allgemeinen betrage 9 Prozent, m Deutschland und Belgien 11 Prozent.
* Der Krieg in China. General Li Tschrng- L i n, der von Fengyusiang bet Tientsin geschlag.L wurde, befindet sich zur Zeit auf dem Wege naq Schanghai,
Vie franzSfijche ZinanMije.
wieder eine Kabinettskrise?
^^Ministerpräsident Briand hat mit Finanzmini- fter Doumer, Kriegsminister Painleve und mehreren anderen Mitgliedern der Regierung sowie einer Anzahl Abgeordneten verhandelt Diese Be- fyrechungen bezogen sich wahrscheinlich, wie die Havasagentur erklärt, auf tue politische Lage und auf die F i n a n z g e s e tz e n t w u r fe, die vom Ministerrat behandelt werden sollen, und denen man in parlamentarischen Kreisen eine besondere Bedeutung beimißt. ... .
Die Abendpresse betont, daß Bemühungen im Gange sind, die Finanzpläne des Finanzministers, die sich bekanntlich darauf erstrecken, die U m s a tz- st e u e r zu v e r d o p p e l n und auch auf die Ausfuhr auszudehnen, sowie die Tabakpreise zu ergötzen, in Einklang zu bringen mit dem von dem »teuer- ausschuß der Parteien des Kartells der ~tuten ausgearbeiteten Gesetzentwurf betreffend den Bud- getausgleich.
Angesichts der Bedeutung, tue man dem am Dienstag stattfindenden Ministerrat beilegt, der eine Entscheidung über die Finanzgesetze Doumers treffen soll, hat Ministerpräsident Brmnd Pressevertreter empfangen. Er fprach sich im Allgemeinen sehr unbestimmt aus. betonte^aber, daß er alles versuchen werde, um eine Einigung herbeizuführen. Eines scheint mit ziemlicher Sicherheit aus seinen1 Steuerungen hervorzugehen, daß er nämlich, selbst wenn keine Einigung erzielt werden sollte, nicht gedenkt, von der Regierung zurückzutreten. „Ich bin zu oft 3urücfgetreten — so erklärte er —, als daß ich das Recht hatte, das jetzt wiederum zu tun. Ich habe alle meine Fähigkeiten zurückzutreten erschöpft."
• Rückkehr des Reichskanzlers am 7. Januar. Reichskanzler Dr. Luther, der sich auf eine, kurze Erholungsreise begeben hak, wird, laut „Taalicher Rundschau", am 7. .Januar wieder nach Berlin zurückkehren. Das Blatt nimmt an, daß er dann mit der Regierungsbildung betraut werden wird.
* Die Rheinlandreise des Reichspräsidenten. Nach einer Mitteilung der „Kölnischen Leitung" ist beabsichtigt, die Reise des Reichspräsidenten v. Hindenburg in die befreiten Gebiete, die in den Monat Februar fallen dürfte, nach Möglichkeit einzuschränken. Bei den maßgebenden rheinischen Behörden besteht, einer Berliner Korre- spondenz zufolge, angesichts der ernsten wirtschaft- lichen Notlage die Absicht, die Veranstaltungen auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Es seien Befreiungsfeiern, denen der Reichspräsident beiwohnen dürfte, nur für Köln und Bonn ge» plant. „ , ,
* Neubau für den Reichskanzler. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." wird zurzeit von der Reichsregierung ein Bauplan erörtert, der bereits vor dem Kriege zur Beratung stand und bezweckt, das DienstgebSude des Reichskanzlers in der Wü- helmstraße durch einen Neubau auf dem südlich angrenzenden Gelände zu erweitern. Es soll damit für den Reichskanzler eine Amtswohnung geschaffen werden, die modernen Bedingungen entspricht.
* vergleich im Fall hoesle. Nach einer Meldung einer Berliner Korrespondenz ist zwischen der Witwe des verstorbenen Reichspostministers Hoefle und dem preußischen Fiskus auf Grund
der Feststellungen des preußischen Untersuchungs- ausschusses über die Behandlung Hoefles durch die Justizbehörde ein Vergleich unterzeichnet worden, durch den der Witwe für ihre eigene Person eine lebenslängliche jährliche Rente von 3000 Mark, zugesprochen wird. Die Rente erlischt im Falle einer Wiederheirat. Für die drei minderjährigen Km- der wird außerdem bis zum 18. Lebenslahre eine Jahresrente von je 600 Mark ausgezahlt.
Gefahren.
Es gehört schon ein starker Optimismus dazu, in das neue Jahr mit besseren Empfindungen ein» zutreten als diejenigen es sind, die uns jetzt an der Schwelle des alten und neuen Jahres beherrschen. Und doch ist es der Glaube an die Zukunft des deutschen Volkes, eines Volkes, das fürwahr in dem letzten Jahrzehnt feinen Lebenswillen und feine Le- benskrost erprobt hat, der uns immer wieder be- fähig!, unseren Aufgaben und Pflichten nachzukom- men. Dieses Volk in einer tiefen seelischen und materiellen Not schaut aus nach denen, die bereit und fähig sind, die Stunde der Prüfung zu bestehen. Gewiß sind heute mit politischer Arbeit keine Lorbeeren zu erringen, aber wenn die Not des Volkes es erheischt, dann darf auch niemand trotz aller Widerwärtigkeiten, die die Arbeit erschweren, sich versagen.
Gerade in diesem Augenblick, da wir in einen neuen Zeitabschnitt eintreten, müssen wir uns alle auf das ernsteste innerlich prüfen, ob wir unseren Pflichten gegenüber der Gesamtheit des Volkes immer nachgekommen sind. Keiner darf so mutlos nud so treulos sein, fein Volk, wenn es ruft, zu ver- lassen. Es müssen sich die positiven Kräfte zu- fammenfinben, um der gemeinsamen Not in ge- metnfamer Arbeit zu wehren. Die Gewisfenserfor- schung, die wir in diesen ernsten Tagen, jeher für sich, anstellen müssen, ist auch eine dringliche An- gelegenheit fikk die politischen Faktoren und insbe- sondere für die politischen Parteien als solche geworden. Die Existenz unseres Volkes selber steht auf dem Spiel. Wenn die Mafsen den Glauben und das Vertrauen an die Führung verlieren, wenn sie noch nicht einmal eine Führung sehen, wenn sie dazu das Gespenst der Exiftenzlosigkeit immer wie» der vor Augen haben, wenn sie hungern und frieren müssen, dann gibt es am Ende kein Halten - mehr, und wenn solche Massen erst einmal auf die Straße getrieben werden, bann weiß man nicht, welchen Lauf das Verhängnis nimmt.
Das Volk will sehen, baß bie lat obsiegt, baß bei denen, die zur Leitung der Geschicke des Staates berufen find, auch der Wille und bie Entschlußkraft vorhanden finb. Wehe ben Regierenden unb Regierungen, die bie Zeichen der Zeit nicht verstehen! Gerade wir in unserem ßanbe haben Beispiele genug, bie uns mahnen sollten, bas Gebot ber Stunbe zu erkennen und nach bieser Erkenntnis zu handeln!
Möge das Jahr 1926, in das wir zagenden Schrittes jetzt eintreten, unsere Herzen unb unsere Hänbe bereitfinden zu mutiger großer Tat für Volk und Vaterland!
ßmeriha und die abrüstung.
Wtb Washington, 29. Dez. (Eig. Rundf.- Aleld.) Während der Weihnachtsfeierlage sind hier vom amerikanischen Gesandten in Genf vollständige Informationen über die Vordere i- tnngderAbrüstvngskonferenz in Genf eingetroffen. Es besteht wenig Wahrfcheinlichkeit, daß irgend ein endgültiger Schritt getan werden wird, bevor Kellogg nach Neujahr aus feinem Heimatort Minnesota zurückgekehrt ist.
* Ein neues englisches Heeresflugzeug. diach Blättermeldungen befindet sich als Antwort auf die Erbauung eines neuen besonders schnellen amerikanischen Flugzeuges zurzeit ein neues englisches Heeresflugzeug im Bau, das nut voller militärischer Ausrüstung eine Geschwindigkeit von 175 bis 180 englische Meilen in ber Stunbe erreichen soll. .
• Das mexikanische Petroleumgesetz. Durch eine amtliche Veröffentlichung ist.nunmchr bas kürzlich von beiben Häusern des mexikanischen Parlamentes angenommene Gesetz in Kraft getreten, das die Ausbeutung bei Oelfelder und Raffinerien regelt. Nach einer Mitteilung des Außenministers steht die Veröffentlichung einer Regierungserklärung bevor die die Ausführungsvorschriften zu dem Art. 27 der Verfassung geben wird, durch den die Rechte der ausländischen Besitzer von Land-,Wasfer- unb SMrftierechtfamM geregelt. werden
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbetlagen: Illustrierte Beilage" und .Buchenblätter". Rotatwnsvruck nnd «erlog der Fuldaer r ctiendruckerei in Fulda. Fernlvrecher Nr. 9.
Monatlicher Berugrvreis: 1.50 Mk.
Marokko.
Die spanische Regierung gegen Cunnings.
Wie Havas aus Madrid berichtet, wendet sich die spanische Regierung in einem Kommunique in scharfer Weise gegen Hauptmann Cunnings Friedensvermittlungsversuche in Paris, von denen man nichts erhoffen dürfe und denen sie keine Beachtung schenke. Anders bandem hieße Pazifierungswerk in Marokko verzögern.
Kommandowechsel in Marokko.
Der Oberkommandierende der Marokkotruppen, General Naulin, ist durch den Kommanveur des XIX. Armeekorps, General Boichut, ersetzt worden. General Naulin übernimmt den seitherigen Posten des neuen Kommandierenden.
Briand und Abd el Krims Brief.
Ministerpräsident Briand hatte mit dem General- residenten von Marokko, Steeg, eine längere Unterredung, in deren Verlaus er ihm von dem Briefe des Abgesandten Abd el Keims, des Kapitäns Cunnings, Mitteilung machte. Das AußenmiNile- rium bereitet nach dem Temps ein Eommumgue vor, in dem ber Standpunkt der französischen Re» qierung in Uebereinstimmnng mit dem der spanischen Regierung dargelegt werden soll. Briand empfing außerdem den neuernannten Botschaft^ in Washington, Verenger, mit dem er über die Konsolidie» mng der französischen Schulden bei den Vereinigten Staaten verhandelte. Steeg und Verenger begeben sich in der kommenden Woche auf ihre Posten. ________
Anzeiger für die Stabt und den Kreis Fulda. Amkliches kreisbfatt
J ..... . •’ Änreigen- 'Bestie; Klein,eile (Colonel) lokal 0,15 (So btntri
aurwL-tS 0L0 Doldmark: Reklame,eile lokal 0.60 Voldmari $2. auswärts 0.80 Goldmark. •:
Aus Berlin wird gemeldet:
ern ser Oeffentlichkeit ist in der letzten Zeit ver- -L Sund-r.m' N°n f n n b oeivrochen worden, der nunmehr^ zur -oe kämvfuna d»r Arbeitslosigkeit ausgeschüttet wer» amtlicher Seite folgende Bewandtms. „ .
Der Reichsarbeitsnumster kann zur. unter stützuna von Maßnahmen, die geeignet und, den Abba/der Erwerbslosenfürforge zu fordern, ins- besondere nur Beschaffung von A rb e 11 s g e l e g e n b e i t e n für die Erwerbslosen Darlehen und dluschüffe aus Reichsmitteln bewilligen. Zu diesem Mck w-rd-n »m in i-d-m S-Ett-i-v b°. stimmte Mittel zur Verfügung gestellt. S « ben in erster Linie zu Darlehen für öffentliche Notstandsarbeiten verwendet.
Von den Mitteln, die nach dem Haushaltsplan für 1925 für die produktive Erwerbslosenfürforge Lur Verfügung stehen, ist ein erheblicher Teil schon Im laufenden Haushaltsjahre o eraus gabt worden. Die noch vorhandenen Mittel sollen unter entgegenkommenden Bedingungen den Gebieten zugutekommen, die besonders unter Erwerbslosigkeit zu leiden haben und hier zur beschleunigten Einleitung weiterer Notstandsarbe^ ten dienen. Die Bewilligung von Reichsmitteln setzt voraus, daß die Länder den gleichen Be- trag für die produktive Erwerbslosenfürforge verwenden. Die insgesamt noch zur Verfügung stehenden Mittel reichen zweifelsohne aus, um die Notlage ber Arbeitslosen fühlbar zu linbern.
Laut „D. T." sind nach ber letzten Zählung 567 000 Personen im unbesetzten Gebiet erwerbslos, im besetzten Gebiet 102 000. Nack einer Mit- tettung bes „Vorwärts" ist im Laufe ber letzten Woche bie Zahl ber Erwerbslosen um über 40 P rozent gestiegen. Einzelne Gemeinden Sachsens weisen sogar eine Verdoppelung und mehr auf. In Bayern ist die Zahl der Erwerbs- losen von 102 000 am 15. Dezember auf 120000 am 24. Dezember gestiegen. Cs ist dies das Vierfache von Anfang November.
♦ Herabsetzung der Dienstzeit in der belgischen Armee. In ber belgischen Kammer erklärte der Minister für nationale Vereinigung, bie Regierung werbe bie Herabsetzung der Dienstzeit für die Infanterie auf 10 unb für die Kavallerie auf 13 Monate beantragen.
♦ Dem Gedächtnis Wilsons. AuS Newhork wird ins gentflbet: Der Geburtstag des verstorbenen Präsidemen Wilson wurde in 500 Städten Amerikas begangen. Die Postverwaltung hat anläßlich des Jahrestages eine neue 17 Cent-Wilson-Regierungsmarke herausgegeben.
* Verhaftung sizilianischer Kommunisten. Aus Palermo wirb berichtet, baß 13 Kommunisten, welche bie Neubildung ber kommunistischen Partei m Sizilien unb Kalabrien durchführen wollten, m Palermo verhaftet wurden, als sie in einer Osteria