Für unsere Frauenwelt
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Beilage zur Zuldaer Zeitung
eine recht zweifelhafte Gesundheit b
Die
Zrau in -er ttüche
Die
naive Wesen, dieser Drang nach Wahrviel Tugend, als daß man sie zerstören
unfern haben, hat bei
kindlich Gemüt. Unschuld, dieses heil ist viel zu dürste.
„gesund Fällen würde.
knieend und abwechselnd mit beiden Händen, ftär?*: die Brust und die Wirbelsäule, Kehren mit dem Besen ist ein idealstes Mittel, die Schultern schmiegsam zu machen usw. Und welche Dame ein» ganze Woche Tennisspiel ersetzen will, braucht nur eine einzige Stunde Wäsche zu waschen. Alle diese „Schönheitsmittel" kosten nicht nur nichts, sondern sie bringen sogar noch etwas ein durch Ersparung einer fremden Hilfskraft.
f. Hirschkeule auf Speck. Eine gut abgehangene Keule oder ein Stück davon wird gehäutet, sehr dick gespickt und mit Pfeffer und Salz bestreut. Eine passende Bratpfanne ober Kasterolle wird mit in feine Scheiben geschnittenem Speck ausgelegt, die Keule darauf gegeben, mit einigen feingestoßenen Wacholderbeeren und einigen Butterflocken bestreut und im Bratofen unter fleißigem Begießen gar gebraten. Nach der Hälfte Bratzeit fängt man an, ab und zu 1 Löffel dicke, süße oder saure Sahne zuzufüllen und auch über das Fleisch zu streichen. Die Soße wird durch ein Sieb gegossen, mit einem Löffel in etwas Sahne verquirlten Weizenmehl seimig gekocht, mit 10 Tropfen Maggi's Würze vollendet und neben dem Braten angerichtet.
f. Rinderbraten mit Paprika. 6 Personen. 3—4 Stunden. Ein gut abgehangenes Stück Rindfleisch von 3—4 Pfund wird geklopft, gesalzen, sehr dicht mit feinen Speckstreifen gespickt, mit ein wenig Paprika bestreut, >n eine Pfanne gelegt, in der man 50 Gramm Speckscheiben in 40 Gramm Butter hat gelb werden lassen, und unter häufigem Begießen mit dem Bratfett gar gebraten. Daneben löst man einen Maggi's Fleischbrühwürsel in gut ’4 Liter kochenden Masters auf, verkocht diese Fleischbrühe mit 1—2 Löffeln Eisig, 2 Löffeln Wein, einer zerschnittenen Zwiebel und einem Stückchen Zitronenschale und gießt dies durch ein Sieb. Wenn der Braten aus der Pfanne genommen ist, verkocht man den Dratensaft mit der Weinbrühe, macht die Soße mit etwas in Wasser verquirltem Weizenmehl seimig, schmeckt ab, verfeinert mit 10 Tropfen Maggi's Würze und gießt die kräftige, wohlschmeckende Soße über den in Scheiben geschnittenen Braten.
Einige praktische winke für Weihnachtskonfekt und kleines Backwerk
In vielen Familien ist es noch Sitte, Lebkuchen, I Marzipan und kleine Würzkuchen herzustellen, und da dieses zeitraubende Geschäft natürlich nicht erst in den letzten Tagen vor dem Weihnachtsfest vorgenominen werden kann, wo die vielgeplagte Hausfrau alle Hände voll zu tun hat, muß Sorge getragen werden, daß das Gebäck und Konfekt auch seine Frische und Knusprigkeit behält, ahn« die es sofort an Wohlgeschmack verliert. Hierzu einige erprobte Winke, die sich auch auf gekauftes Backwerk und Konfekt erstrecken, die man vor dem Feste gern frühzeitig besorgt.
Lebkuchen und mürbes Gebäck hält sich monatelang mild und frisch, wenn man es in einem irdenen Topf mit gut schließendem Deckel oder in einigen leeren, breiten Rcxkonservengläsern mit festem Bügel aufbewahrt, und zwischen jede Schicht Gebäck eine Lage von Seidenpapierschnitzel bringt. Sind, trotz aller Vorsicht. Lebkuchen doch einmal hart geworden, stelle man sie in einem tönernen Topf, den man mit einem nassen Tuch verhüllt, eine Nacht in den Keller ober bei recht nebeligem Welker ins Freie auf ben Balkon, wo sie genügend Feuchtigkeit aufiauchen und wieder weich werden. Keks, Plätzchen, Oblaten, Waffeln usw. halten lich dafür bester noch in festschließenden Blechbüchsen, müssen aber auch die oben erwähnte Papierschnitzel-Zwischenlage erhalten, denn das Seibenpapier sorgt nicht nur dafür, daß sich die Kuchen nicht miteinander berühren und dadurch unansehnlich werden, sondern es saugt auch jede, dem Gebäck ausltrömcnbe Feuchtigkeit sofort auf und erhält eben dadurch die Knusprigkeit. Hat man viel Vorrat an Pralinen und Fondants und will sie vielleicht über Neujahr für geselliges Zusammensein ausbewahren, so scheue man die kleine Mühe nicht, jedes Stück in Stanniolpapier zu hüllen und das Konfekt in einer gutschließenden Glas- ober Porzellanbose zu verwahren. Nuß- unb mit Marzipan gefüllte Pralinen, sowie tanbierte Manbeln hebe man nicht lange auf, denn sie werben leicht ölig und ranzig. Kandierte Früchte und Maronen dagegen "halten sich lange Zeit frisch in Pargamempa- pierhülsen. Mokkabohnen, dieses heute so beliebte, herzhafte Konfekt, kann man ziemlich lange ihr seines Aroma erhalten, wenn man sie in festverschlossener Blechdose aufbewahrt und von Zeit zu Zeit ein paar frisch geröstete Kaffeebohnen dazu gibt. Die größte Sorgfalt beanspruchen die Bonbons, wie Fruchtbonbons, Drops, Rocks usw., die sofort kleben, wenn sie mit der Luft in Berührung kommen ober mit ben Händen angefaßt werden, weshalb sie in besonders festschlietzenben Glasdosen aufbewahrt werden müssen und nur mit einem Horn- ober Glaslöffel herausgehoben werden dürfen.
Beim Backen kleinerer Kuchen und Plätzchen ist oft das Ablösen vom Blech mit Schwierigkeiten verknüpft und Bruch unvermeidlich. Da empfiehlt es sich, das noch warme Backwerk mit einem an beiden Enden gefaßten, feinen, aber festen Bindfaden, den man wagerecht unter die Kuchen schiebt, abzulösen. „Baisergebackenes" muß vor dem Loslösen erst vollständig erkalten, beim es ist eine sehr zerbrechliche Masse — größte Vorsicht ist geboten. Ist es nicht möglich, dieses Schaumgebäck „Wind- busterln", „Spanischer Wind" und „Windkruste" ober wie sonst noch diese lustigen Bäckereien genannt werden, mit einem Messer abzulösen, so taucht man einen großen Schwamm in heißes Master und befeuchtet gehörig das Backpapier . Rach diesem Verfahren lösen sich die „Bai- fers" leicht und mühelos ob. Diese Kuchen sind besonders beliebt zum Anbieten bei Tee ober Wein. In einem Porzellangefäß ober einer Blechdose halten sie sich wochenlang.
„Schärfer aber wirb der gereckte Gott die Eltern strafen, welche die Ueberwachung und Züchtigung ihrer Kinder versäumen. Denn sie sind gleich Seit fahrlässig und durch ihre Schläfrigkeit und Nachsicht daran schuld, daß den Kindern zu Hause und draußen der Wea zu fast jeher Nichtswürdigkeit offen steht." Petrus Canistus.
früheren Angestellten Lehmann eine Auskunft Was soll ich da sagen?" — „Schreiben Sie, er
uns gestohlen, gelogen und betrogen, und hat alles, was er kann, bei uns gelernt." (Ult.)
praktische winke.
qu. Vorsicht bei Hundebiß. Ist jemand von einem Hund gebissen, so ist es der Vorsicht wegen stets, namentlich wegen der Gefahr her Tollwut, gut, reichliches Waschen, Ausdrücken, Aussaugen, Waschungen mit Salzwasser, Aetzen mit Höllenstein ober Salpetersäure und Ausbrennen mit glühendem Eisen vorzunehmen. Alle- übrige muß einem Arzt überlassen werden.
qu. Nasses Pelzwerk. Pelzwerk, bas naß geworben ist, darf man, um es zu trocknen, niemals an ben mar«
Das wasserbeöürfnis der Zimmerpflanzen.
Pflanzen, die im Zimmer stehen, haben als Lebens- lüft bie Zimmerwärme. Diese macht trocken, und dadurch wird die Wasterverbunstung der Pflanzen besonders stark. Den durch die Verdunstung entstehenden Wasserverlust muß man durch Uebergießen und lieber- brausen ersetzen. Das Wosserbedürfnis der einzelnen Blattpflanzen ist sehr verschieden, im allgemeinen aber erfordern sie reichlichere Wastergaben, als andere Topfgewächse. Auch ist die geringere ober größere Trockenheit der Luft auf bas Bebürfnis nach Wasser von Ein- fluß. Wenn an kalten Tagen stark geheizt werben muß, so ist die Luft trockener unb die Verdunstung der Blätter ist stärker, es muß deshalb der dadurch veranlaßte Verlust an Feuchtigkeit öfter ergänzt werden. Beim jedesmali- nen Gießen gebe man so starke Gaben, daß der ganze Ballen durchtränkt wird. Man wähnt häufig, genug getan zu hoben, wenn man täglich unb jebesmal nur ein wenig gießt. Das ist ein durchaus falsches unb fehlerhaftes Verfahren. Es kann so ber Fall eintreten, baß bie obere Schicht des Ballens stets feucht ist, ber untere Teil dagegen vollständig trocken bleibt, well bie Wassermenge zu gering war, um bis in bie untere Hälfte burch- zudringen. Es ist eine unerläßliche Bedingung für die Gesunbheit ber Pflanzen, daß bas burchsickernde Wasser nach einiger Zeit aus bem Untersetzer entfernt wird. Leitungswasser muß erst eine Welle stehen, bamit es bie Zimmertemperatur annimmt. Man barf in geheizten Zimmern nur Wasser benutzen, das mindestens gleiche Temperatur mit der Zimmerluft hat. Am besten gießt man am frühen Vormittage, wenn nach bem Lüften unb Reinigen das Zimmer seine normale Wärme wieder erlangt hat.
Hausarbeiten als Schönheitsmittel.
Professor Dudley Sargent von der Harvard-Universität empfiehlt allen Damen, bie ben ernsten Wunsch hegen, sich gefunb zu erhalten unb ihre Schönheit zu bemalten, ben Svort in allerlei Form. Aber — nun kommt bas Wesentliche — nicht ben mobernen Sport in Gesellschaft anberer, ber Kosten verursacht, Zeitverluste bringt, ber Eitelkeit bient, fonbern bie eigene Ausführung aller häuslichen Arbeiten!
Sportmäßig soll bie Hausfrau ihre Hausarbeiten selbst ausführen. Er weist darauf hin, baß alle Frauen, bie persönlich ihr Hauswesen instanbhalten, gesunde, kräftige Personen sind oder nach und nach werden. Die Freude am Schaffen, die sichtbare Ordnung und Sauberkeit erheitert das Gemüt, läßt Gedanken an Langeweile gar nicht erst aufkommen unb versüßt bie Stunden bes Aus- rubens. Alles das aber trägt sehr dazu bei, ben Körper ichlank und elastisch, unb zufolge des Gleichmuts unb bes Friedens der Seele die ganze äußere Erscheinung glücklich und schön zu machen. Hausarbeiten können den „künstlichen Sport" vollständig ersetzen. So z. B. kräftigt häufiges, gleichmäßiges Treppensteigen mit oorgebeug. tem Oberkörper unb leichtem Aufsetzen ber Fußspitzen bie Beinmuskeln unb die Fußgelenke unb verhindert bie Fettleibigkeit. Das Aufwischen ber Zimmer, namentlich
Hus dem Zrauenleden.
f. Der Sport und bie Frau. Eine zunehmende „Der- niännlichung" ber amerikanischen Frau hat Prof. Dr. Sargent von der Universität Harvard festgestelltund auf den übertriebenen Sport zurückgeführt. Die Hände unb Füße ber heutigen Amerikanerin sind sehr viel größer, die Hüften schmaler, die Racken dicker, die Schulter brei- ter, bie Brust flacher als früher usw.
s. Frau Gasbirrktor. In bem englischen Orte Mag- hersfielb wurde eine Dame, zum Direktor ber Gasanstalt ernannt. Schon ihr Vater unb danach ihr Bruder hatte das Amt inne. _______
Die Frau als Hausarzt.
qu. GegenFrostbeuten. Vorbeugen ist, wie oft, auch bet lästigen Frostbeulen an Händen und Füßen am besten. Das geschieht dadurch, baß man die Hönde nach Möglichkeit stets gut trocken hält und auch für trockene Fußbekleidung sorgt. Begünstigt werden die Frostbeulen, namentlich an den Händen, dadurch, wenn diese, von Kälte erstarrt, gleich an ben warmen Ofen gebracht werden. Zu enges Schnhzeiig unb festanliegende Lederhandschuhe sind Schrittmacher für Frostbeulen. Wo sich dennoch Frostbeulen zeigen, reibt man sie abends mit Petroleum ein. selbstverständlich nicht in ber Röhe des Lichtes unb zieht Handschuhe unb Strümpfe darüber. Auch heiße, so heiß wie man es vertragen kann, Hand- unb Fuß- bäber tun gute Dienste. Plötzlich erfrorene Glieder reibt man im Kalten mit Eis ober Schnee, bis reicher Leben hineinkommt. Dann finb Umschläge mit reizenden Mit- teftt, wie Essig, Seifenspiritus, Wein, Branntwein usw. sehr gut.
qu. Hausmittel gegen Bräune. Gegen Brauneaistulle bei Kindern, die meist vor Mitternacht eintreten tmd sich durch einen ungewöhnlich rauhen ober pfeifenden Husten ankündigen, sollte ein vom Arzt verschriebenes Mittel stets im Hause sein, da hierbei verzögerte Hilfe sehr leicht I das jammervolle „Zu spät" zur unvermeidlichen Folge hat. Harter Zucker, den die Kinder zerbeißen und in aroben Krümeln herunterschlucken, soll bei den ersten Anfällen gute Dienste tun.
f. Bei Augenlid-Entzündung wasche man bie Augen früh und nbcnbs mit einem in reines, lauwarmes Wasser getauchten Schwämmchen sanft aus, wobei die Au- I gen zu schließen sind. Aus diese Weise entfernt man zu- nächst den sich vorzugsweise in den Augenwinkeln an- sammelnden Schleim. Hiernach nehme man eine Einreibung der geschlossenen Aiiqenlider nrt Zinksalbe vor. Diese Einreibung geschieht aber am besten nur abends Cs genügt ganz wenig Salbe.
f. Eine alte Erfahrung lehrt, daß reichliche Bewegung im Freien mit oft wiederholtem liefatmen bie Funktionen sämtlicher Organe, besonders auch bie ber fieber, I außerorbentlich günstig beeinflussen. Der flottere Blut- I treislauf unb das ausgiebige Hoch- unb Tieftreten bes I Zwerchfelles fördern besonders die Gallenbllbung und -Ausscheidung. Dieses aber ist unendlich wichtig für un- I ferc Gesunderhaltung.
Die 5rau als Erzieherin.
Kn Luise.
Van Joseph Frhr. v. Eichendorfs.
Ich will in Liedern oft dich preisen,
Die wunderstille Güte,
Wie du ein halbverwilbertes Gemüte
D.r liebend hegst unb heilst auf tausenb süße Weisen, Des Mannes Unruh' unb verworren Leben Durch Tränen lächelnb bis zum Tob ergeben.
Doch wie den Blick ich bichtend wende,
So schön in stillem Harme
Sitzt du vor mir, bas Stnblein auf dem Arme, Im blauen Auge Treu’ unb Frieden ohne Ende, Unb alles laß' ich, wenn ich dich so schaue — Ach. wen Gott lieb hat, gab er solche graue!
f. Kindliche Einfalt. Kinder geben mitunter recht drollige Antworten, nicht selten aber auch überraschend vernünftige, die man von ihnen kaum erwartet hätte. Auch in ihrem Betragen kommt manchmal eine Art und Weise zum Vorschein, die einem Erwachsenen nicht zur Unehre gereicht hätte. Das alles ist auf ben gesunden Menschenverstand zurückzuführen, der auch schon im Kindesalter wirkt; es ist keine Ueberschlouheit, bloß Natürlichkeit, selbstverständliche Einfachheit. Solche Aeuße- rungen in Wort und Betragen dürfen und sollen daher in Gegenwart von Kindern nicht besprochen, nicht belobt werden. Man darf ihnen nicht ben Glauben beibringen, daß sie reifer unb darum geschätzter als andere Kinder wären. Ihre Natürlichkeit, das Selbstverständliche ihres Denkens und Handelns erlitte dadurch einen argen Abbruch, sie werden altklug, vorwitzig, und bilden sich darauf noch etwas ein. Die klug schweigenden Eltern, die ihr Kind auf gutem Wege gewähren lassen, werden dagegen die Berechtigung des Dichterwortes kennen: Was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in Einfalt ein Und dieses kindliche Gemüt, diese reine
Bunte Zeitung.
— Gesund wie ein Fisch Im Wasser. Das ist eine sprichwörtliche Redensart, bie aber nicht berechtigt ist, benn der Krankheiten, an denen der Fisch leidet, gibt es gar viele. Die Barbe leidet an Geschwüren, bie sich 'in wenigen Tagen auf die Suftröbrenäfte ausdeh- nen unb sie zerstören. Der Karpfen wirb leicht von einem Parasiten, bem Mirofporiden, angegriffen, ber ihm die Krätze und Flechten beschert, bie deutlich sichtbar sind an gewissen Flecken, bie bas Tier in ber Nähe bes Kopfes bebeefen. Der Karpfen leidet überdies auch an Schwindsucht. Ene andere Krankheit ist die Lepidor- toxis, an ber viele Fische leiden und die sich in ber Form von Blasen unter ben Schuppen zeigt. Sie verursacht Lähmung; bas Tier legt sich auf ben Rücken, schlägt mit ben Kiemen unb stirbt nach wenigen Tagen an Entkräftung. Die Forelle, obgleich so schön unb frisch in gefunbenr Zustande, wird vielfach bas Opfer ber Furuu- kulosis, die es zugrunde richtet, zumal in der Laichzeit. Wieder andere Parasiten verschiedenster Art befallen
bas Berufsamt einem dieser Schaffensgebiete zuwendet, wird ein befriedigendes Arbeitsfeld finden. Denn es liegt ein hohes Glück in bem Schaffen ber Hand, wenn sie die eigenen schöpferischen Gedanken zum Gebilde gestaltet Dr. Hedwig Vonschott.
Das Kennzeichen. Dienert „Woran kann ich ben Herrn erkennen, den ich am Bahnhof in Empfang nehmen soll?" — Herr: „Sehr einfach! Er fährt immer erster Klasse — aber so sieht er nicht aus!"
(Bert. M. Zig.)
Zur Berufswahl der Mädchen.
Alljährlich um diese Zeit erwacht die Frage nach ber geeigneten Berufszulenkung ber weiblichen Jugend — ober sie sollte doch fetzt erwachen. Die Erkenntnis, daß es sich hier nicht nur um Ausfüllung einiger Sabre, sondern in ben meisten Fällen um eine Lebensentfcheidnng handelt, setzt sich immer mehr durch.
1. handwerkliche Frauenberufe.
Bon ben handwerklichen Berufen ist der Berus der Schneiderin am meisten bekannt und gewünscht. ia bie einfachen Kleider meist selbst geschneidert werden, stellt man' an bie Leistungen ber Berufsschneiberiimen sehr hohe Ansprüche, zumal .mch bie Konkurrenz der Geschäfte, bie verhältnismäßig billig fertige Kleider, Mäntel usw. liefern, sehr gewachsen ist. Dem Schnei- bertnnetiberuf sollten sich daher nur hervorragend handwerklich befähigte pinge Mädchen zuwenden. Die Arbeit verlangt eine geschickte Hand, eine gute sehende Auffassungsgabe, Augenmaß und Exaktheit, viel Geduld für bie Ausführung ber oft eintönigen Teilarbeiten und peinlichste Sauberkeit. Ein sicherer Geschmack ist notwendig, ber für bie einzelne Kundin die kleidsame Farbe und Form wählen hilft. Die Lehrzeit umfaßt im allgemeinen drei Jahre. Die Hi.nbwerkskammer gestattet jedoch in besonderen Fällen auf Antrag eine Verkürzung ber Lehrzeit. Nach Ablegung der Gesellenprüfung unb mtnbeftens dreijähriger weiterer Tätigkeit kann bie Meisterprüfung erfolgen. Die geprüfte Meisterin erhält, sofern sie bas 24. Lebensjahr vollendet hat, bie Berechtigung, nun selbst Lehrlinge auszubilden. Der begabten, intelligenten, gründlich in allen Zweigen ausgebildeten Schneiderin, oder auch nur dieser, bieten sich Stellungen in Modewerkstätten ober als Hausschneiderin. Zur Er- Öffnung eines eigenen Ateliers gehören längere Berufserfahrung, Kapital unb kaufmännische Fähigkeiten. Nochmals fei bemerkt, baß gcrabe für biefes Tätigkeitsgebiet eine sehr strenge Auslese notwendig ist. Denn bie wirt- schaftliche Sage weiter Kreise wird sich in absehbarer Zeit wohl nicht so günstig gestalten, daß ber Beruf den Zustrom ber Berufsanwärterinnen ganz aufnehmen kann.
Die Ausbildung der Wäschenäherin ist nur in wenigen Bezirken durch die Handwerkskammer geregelt. Meist wirb die Wäsche ja fabrikmäßig unb arbeitsteilig als Konfektionsware hergestellt. In kleineren, feinen Werkstätten, die, meist mit Ladengeschäft verbunden, gute Gebrauchs- und Luxuswäsche anfertigen, können hochwertige Fachkräfte ein gutes Auskommen finden. Die Ausbildung erfolgt in Fachschulen oder Werkstätten und dauert ‘2 bis 3 Jahre. Insbesondere werden peinlichste Exaktheit ustd sauberstes Arbeiten vorausgesetzt.
Auch die Ausbildung ber Stickerin ist meist handwerksmäßig geregelt und dauert 3 Jahre. Diese Tätigkeit verlangt sehr gute Augen, viel Geduld und Geschmack. Jungen Mädchen mit viel Temperament ist diese Arbeit daher nicht zu empfehlen. Auch ist der Beruf der Stickerin cm ehesten solchen Mädchen anziiraten, die verwandtschaftliche oder freundschaftliche Beziehungen zu Hand- arbeit«- und Wäschegeschäften oder Modeateliers besitzen, so daß hierdurch ausreichende Verwendungs- unb Verbienstmöglichkeiten geboten werben. Das Sticken von Paramenten ist — neben einigen alteingeführfen Geschäften — meist ben Klöstern vorbehalten.
Biel Interesse erregt bei den jungen Mädchen auch ber Beruf ber Mobistin. Die Tätigkeit setzt eine sehr leichte, geschickte Hand voraus, Sinn für Farbenzusammenstel- iungen, ein instinktives Gefühl für bas Kleidsame, bie Fähigkeit, individuell abzustimmen. Gerade diese Eigenschaft ist notwendig, denn die bewußt und persönlich denkende Frau will nicht den Dutzendhut, sondern etwas Eigenes, bas für sie unb nur für sie paßt. Die geschickte Modistin muß daher nicht nur imstande sein, fertige Hut- rormen schlecht unb recht zu garnieren. Sie gestaltet vielmehr auch biese zarten, eleganten Gebilbe aus Samt, Seibe, Tüll, die zu festlichen Gelegenheiten, abends unb im Sommer getragen werden. Nach sorgfältiger Prüfung der Eignung ist für die angehende Modistin eine gewissenhafte unb vielseitige Ausbilbung notwendig. Die Dauer der Lehrzeit ist mit 3 Jahren nicht zu hoch ange« setzt. Früher war bas Putzhandwerk meist Saisonarbeit, unb nur bie besten Kräfte wurden auch in ber stillen Zeit gehalten Diese sonst regelmäßig wieberkehrenbe zeitweilige Arbeitslosigkeit wird jetzt durch bessere Verteilung ber Arbeit meist vermieden. Auch hier ist darauf hinzuweisen, daß nur sehr gut befähigte erste Putzarbeiterinnen mit eigenen Ideen unb Erfindungsgabe gute Beschäftigungsmöglichkeiten finden. Die Eröffnung eines eigenen Geschäftes erfordert auch hier erhebliches Kapital, kaufmännische Begabung und Kenntnisse.
Großer Mangel herrscht an tüchtigen Friseusen. Dagegen sind gute Lehrstellen sehr schwierig zu erlangen. Die Berufsanforderungen sind gemäß der Mannigfaltigkeit der Berussverichtungen nicht gering. Besondere Berufsbedingungen sind feine, leichte Hände, die geschickt und beweglich fein müssen, Exaktheit, Ordnungssinn und peinlichste Sauberkeit. Ferner wird persönliche Gewandtheit und Höflichkeit im Verkehr mit dem Publikum gefordert, ein sauberes, nettes Aeußere. Die Ausbil- dungszeit beträgt 3 Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung. In dieser Prüfung ist Fertigkeit in der gesamten Haarpflege, in der Hand- unb Gesichtspflege sowie in der Herstellung von Haararbeiten nachzuweisen. Nur für gründlich durchgebildete Friseusen bieten sich gutbezahlte Stellungen, da die Konkurrenz der Damenfriseure ziemlich groß ist. Da Prozente vom Verkauf gewährt werden unb bie meisten Kunden auch Trinkgelder geben, so ist der Gefamtverbienst ziemlich hoch. Außer fester Stellung in Frisiergeschoften bietet sich Arbeit in Häusern ber Kunbschaft, so daß ber Beruf im Falle einer Verheiratung auch als Nebenerwerb beibehalten werden kann. Der Eröffnung eines eigenen Geschäftes stellen sich auch diesem Handwerk erhebliche finanzielle Schwierigkeiten entgegen.
Gewiß kommen die handwerklichen «chasfensgebiete ber besonderen Veranlagung und Neigung vieler Frauen entgegen. Des Handwerk bietet ja in fast allen Zweigen die Möglichkeit, wirklich etwas zu schaffen, ein Werk herzustellen. 11 nb die handwerkliche Arbeit ist ein schaffen für bestimmte Kunden, auf bie das Werk persönlich ab- geftimmt ist. Nur wer sich nach ernster Sclbftprüfung und nach Feststellung ber handwerklichen Eignung durch
Das reitende Stichwort. Ein Mann war beim An- geln ins Wasser gefallen, wurde aber im leisten Moment von einem Arbeiter gerettet. Dieser legte ben fast Leblosen auf ben Rasen am Ufer unb überlegte. — „Men- fefjenstinb," brüllte ihn ein Kollege an, „was stehst du babei, warum machst bu benn keine Wiederbelebungsversuche?" — „Ja, bu, bei fomas gibt’s sechzehn ter- schiebene Regeln, unb ich weiß nicht, welche zuerst kommt." — Da öffnete der Verunglückte bie Augen unb fragte mit schwacher Stimme: „Kommt da nicht auch Kognak drin vor?" — „Jawohl." — „Denn lassen Se man die andern Regeln weg." (Bert Jll. Ztg.)
Heiteres.
Auskunft. „Da will eine Firma über
unb zerstören die Schuppen, die Eingeweide, ben Schlun boerfchiebener Arten von Fischen. Wollten mir sie alle aufzählen, es gäbe eine lange Liste. Das Gesagte aber dürfte genügen, um dazutun, daß bas Wort fein wie ein Fisch im Wasser" in sehr vielen ...... 'edelsten
men Ofen bringen, benn durch starke W bredjen bie Haare, unb bas fieber wird hort. Man streicht das Haar alatt und läßt es vollständig an ber Lust, om bJ ™ einem unbewohnten Raum, trocknen. Dann Hopft ma bas Pelzwerk mit einem Stocke unb kommt es erst gegen ben Strich unb bann zurück.
qu. Stets saubere schwarze Wollkleider. Schwarze Wollkleider kann man tauber erhalten, wenn man sie häufiger abends mit Salmiakwafser, das heißt nist durch Wasser verdünntem Salmiakgeist abreibt. Zu diesem Zweck taucht man einen Schwamm in bie Flüssigkeit und wäscht ben Rock ober bie Bluse strichweise ab, bangt bie Sachen bann auf unb läßt sie trocknen, nieder fruche Fleck läßt sich durch sofortiges Abwaschen mit einem Schwamm fast immer entfernen. Ost genügt >chon klares 2Baqur’ waschen von hellen rjilbtcbe-r.cn Handschuhen. Gelbe wildlederne Handschuhle, wie sie jetzt so beliebt sind, wäscht man in lauwarmem Seifenwasser. Dann tut man etwas Ocker in einen Leinwandbeutelchen und färbt damit etwas Milch gelblich; in ber Milch fault man bu Hanbschuhe, bann wringt man sie aus und hangt sie zum Trocknen auf. Wenn sie trocken sind, muh man sie tüchtig reiben, damit sie wieder weich und geschmeidig werden. Dem lauwarmen Spülwasser kann man auch zweckmäßig einige Tropfen Glyzerin hinziifügen.
f. Schonung der Lackschuhe. Selbst der beste Lack bricht oft schon nach kurzem Tragen. Um dies zu vermeiden, stecke man sogleich nach bem Ausziehen bei Schuhe einen Leisten hinein, wobei man zu beach.en bat, baß die Spitze, in welche zumeist der Leisten nicht ganz hinLinpaht, vorder mit feiner Grütze ausgefüllt werden muß, bamit sich auch nicht bas kleinste Fältchen bilden kann. Das Lackleder reibt man mit ein wenig Rizinusöl ein unb poliert erst kurz vor bem Gebrauch mit Samt nach. , _
f. Zum Auflrifchen gemalter be;w. bedruckter Gardinen, Tischdecken ober dergleichen, die verwaschen find, verwendet man die in jedem Malergeschäft erhältlichen Heliossarben, bie durchaus licht- und waschecht sind. Die Anwendung geschieht wie diejenige von Aquarellfarben. Eine vorherige Präparation wie bei dieser ist jedoch nicht erforderlich.
Nr. 285 vom 10. Dezember 1925
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