Einzelbild herunterladen
 

Für unsere Frauenwelt

Nr. 273 vom 26. November 1925

Beilage zur Zuldaer Zeitung

die Leitung der großen väterlichen Farm xu

nehmen.

Un­

besucht Do-

Wmad

JAürk -.Arouri-Ccitb'iS -^^ao-uJchöiataden-7abri/-v

schnell nach (B.M.Z.)

Vie Stau in der Mche.

f. Wirsingkohl aus Berliner Art. Der Kohl wird verlesen und ganz fein geschnitten, in Salzwasser ab­gekocht. Die Einbrenne darf nicht yi dick [ein, das Ge»

Die Frau als Erzieherin.

f. Dem lügenden Kinde soll man Mut zur Wahrheit machen und durch Zureden der Lüge auf den Grund gehen. Am zweckmäßigsten ist es, die Lüge als feig hinzustellen und das Kind so zu erziehen, daß es aus Selbstachtung sich zu einer feigen Tat zu stolz fühlt. Der schwerste Fehler wäre es, um einer Lüge willen mit Strafen gegen das Kind vorzugehep und ihm dadurch Furcht einzuflößen. Der gute Beobachter und vernünf­tige Erzieher wird bald erkennen, daß es sich zumeist nur um ein Spiel der kindlichen Phantasie handelt, das zwar durchaus nicht immer harmlos zu sein braucht, aber auch noch lange keinen großen Strafprozeß rechtfertigt.

f. Bei der geistigen Entwicklung soll ein Kind selbst das Tempo angeben, in welchem es vorwärts geht. Die Mutter hat es gar nicht nötig, das Kind in seiner Entwicklung vorwärts zu bringen. Nicht vorwärts- drängen, sondern eher hemmen! Das ist die Aufgabe der erzieherischen Ueberwachung. Man muß sich nur immer bewußt bleiben, welche Fülle von Eindrücken das Kind zu verarbeiten hat, ehe es sich eine Vorstellung von seiner Umgebung macht, ehe ihm die Gegenstände und Personen allmählich vertraut werden. Es gibt keine Zeit im menschlichen Leben, in der so viele absolut neue Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten sind, wie die erste Zeit des Sprachverständnisses und der Sprach­entwicklung, und darum darf man das Kind nicht noch unnötig belasten. Die Mutter darf nur leise und un­merklich nachhelfen, wenn sie Schwierigkeiten und Hemmnisse sieht.

lief) nicht in Ordnung, und da möchte ich Hause kommen, ehe ein Unglück passiert."

*

Ein Schlaukops. Eine Reisegefellschast

sere Zelt weiß nicht nur den Wert der persönlichen Er­ziehungsarbeit der Frau zu schätzen, sie beruft auch Frauen m die Schulverwaltung, wo der Einfluß der­selben seit langem so dringend gewünscht wird. Des­halb begrüßen wir es mit Freuden, daß die Direktorin der privaten katholischen Mädchenschule in Trier, Fräu­lein Dr. Luise Bardenhewer, zur Oberschulrätin im rheinischen Provinzial-Schnlkollegium ernannt wurde. Sie ist bas erste weibliche Mitglied dieser Be­hörde.

f. Eine Inderin als Rechtsanwalt. In Kalkutta wurde jüngst eine junge Dame als Rechtsanwalt am Gerichtshof zugelassen. Die Dame studierte in Eng­land und bestand alle Prüfungen mit Auszeichnung.

f. Eine Dame als Konsul. Zum Konsul der Ber­einigten Staaten in Amsterdam wurde eine Dame, Miß Pattie Field ernannt.

Die Macht der Töne.Kommt dir nicht auch, wenn du alte Lieder hörst, die Erinnerung an längst Verges­senes wieder?"Gewiß. Ich hoffe, die Dame stngt weiter; vielleicht erinnerst du dich dann an die zwanzig Mack, die ich dir vor drei Jahren geborgt habe."

(Verl. Jll. Ztg.)

Die $rau als Hausarzt.

f. Bei Neigung zu Gallensteinleiden leistet der Ge­nuß alkalischer Mineralwässer gute Dienste. Diese Wasser sind, wie durch zahlreiche Versuche festgestellt ist, als gute Lösungsmittel für die gallensauren Salze anzu- sehen. Diele Aerzte führen auch die mit Brunnenkuren erzielten Erfolge auf die Aenderung der Lebensweise zurück. Für eine zweckmäßige Diät muß natürlich auch gesorgt werden, alles Schwerverdauliche ist zu vermei­den. Zum Beispiel sind frische, schwerverdauliche Ge­müse, fettes Fleisch, scharfe Gewürze, Süßigkeiten und Spirituosen verboten.

f. Die Winterkrankheiten machen sich jetzt wieder geltend. Da und dort klagt man über Schnupfen, an­derwärts ist sogar die gefürchtete Influenza schon ein- gezogen. Wer von alledem noch verschont ist, mag sich freuen, aber er mag sich auch vorsehen. Deshalb sollte der Mensch alle Tage hinaus ins Freie, soviel er kann, um sich abzuhärten und den Körper zu trainieren. Wer jetzt krank wird, wird's durch die schlechte Stuben­luft, durch das zuviele Einheizen der Oefen, durch zu wenig Bewegung. Ein treffliches Mittel gegen Hals­erkrankungen ist übrigens Gurgeln mit zweipro- zentigem Salzwasser. An dieses einfache Mit­tel, morgens und abends intensiv angewandt, sollte man nicht nur sich, sondern auch seine Kinder von früh auf gewöhnen.

Rus dem Zrauenleben.

f. Die Kopfbedeckung der Türkischen Frauen. Eine Versammlung türkischer Frauen disputierte jüngst über die Frage der weiblichen Kopfbedeckung. Man entschied sich fast einstimmig für die Beibehaltung des Schleiers, wie er jetzt getragen wird, da er die kleidsamste Kopf­bedeckung fei.

f. Eine romantische Eheschließung wurde soeben in Glasgow vollzogen. Der Bräutigam war der schottisch- amerikanische Millionär Hugh Annat in Glesnisla, For- farshire, die Braut eine Miß Betty Dunlop, die er als einfaches Zimmermädchen in einem schottischen Hotel kennen gelernt hatte.

f. Eine Tochter des früheren Kaisers von Anam hat sich unter dem Namen Rhu May als Studentin an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Paris immatri­kulieren lassen." Als ihr Vater in jungen Jahren von

Auch ein Grund. Der Schutzmann hielt den Auto­fahrer an:Halt! Sie fahren viel zu schnell!"Ach, Herr Wachtmeister, wissen Sie, meine Bremse ist näm-

Berliner Brief.

(Eine Zauberei über die Mode der großen Delk.

Die Saison hat begonnen und der Glockenrock domi­niert. Dennoch spürt man bereits eine leise Ermü­dung in der Begeisterung für die Glockenröcke. Jeden- falls sucht man sie durch Zipfel, Zacken, Schärpen, En­den ober überfallende Teile interessanter und abwechse­lungsreicher zu gestalten. Ganz sacht und leise sickern auch schon aus Paris und Wien Gerüchte über die kommende große Umwälzung auf dem Gebiet der Mode durch!

Die Modefarbe der Abendkleider ist rosa; rosa in allen Schattierungen und Materialien. Gerne wird auch rosa mit schwarz, silber ober golb verarbeitet. Zum Schmuck bcs Kleides wird hauptsächlich Stickerei ver­wendet. Und zwar ist es die Nabelmalerei, bie auf bie hauchbünnen Stoffe die buftigften Ranken, Blumen, Blüten, Blätter, Vögel und Schmetterlinge zaubert. Glänzende Steine, die hier den Kelch der Blüte, dort das Auge eines Vogels ober die Beeren einer Ranke aufblitzen lassen, werden in unendlichen zueinander wohlabgestimmten Farben zur Veredelung der Seiden­stickerei verarbeitet. Die Steine erst geben dem Kleide den Glanz, bas Kostbare. Das Geld bcs Topases, bas Helle Grün bes Berylls, bas matte Blau des Saphirs, das schwere Grün des Smaragds, bas satte Rot bes Rubins, bas Fliederfarbene des Amethysts, all diese Herrlichkeiten müssen dazu beitragen, bas schöne und elegante Bild der Frau im Abendkleid noch reizender und anziehender zu gestalten.

Besonders chic und gerne getragen wird das Cape aus Brokatstoff, mit der Farbe des dazu gehörigen Kleides gefüttert.

Was bie Pelze betrifft, so ist ber Pelz als Material genau so ber Mode unterworfen wie bie Stoffe ber Kleiber und Mäntel. Besonders bevorzugte und gerne getragene Pelze gab und gibt es immer. Diesen Win­ter sind es Feh und Persianer. Beide besonders auch darum, weil sie geradezu dafür geschaffen sind, bie weiche und glockige Form graziös und elegant heraus- zubringen. Natürlich sind auch Zobel, Nerz und Chin­chilla hoch in Ansehen, wohingegen der Seal an Be­

Das Gefrierfleisch im kaushalt.

lieber bas Gefrierfleisch, bas jetzt in ben Ful­daer Metzgereien - dauernd den größten Absatz findet, schreibt Gertrud Rohde in der reichhaltigen Zeitschrift Die Frau und ihr Haus" (Verlag H. Braun, GmbH., Karlsruhe i. B.) folgendes:

Bekanntlich hat die deutsche Regierung bie Einfuhr einer begrenzten Menge von Gefrierfleisch beschlossen, um biefes burch Vermittlung der Kommunen ohne er­heblichen Preisausschlag den weniger günstig gestellten Bevölkerungsschichten zu vermitteln. Leiber steht bie Tatsache fest, daß zurzeit bie inlänbischen Fleischpreise eine für die Arbeiterschaft und die Festbesoldeten un­erschwingliche Höhe erreicht haben. Andrerseits gibt es kein anderes Nahrungsmittel, das in gleicher Weise wie Fleisch die ben körperlich unb geistig stark angestrengten Bevölkerungsschichten unentbehrlichen Eiweißstoffe in leichtoerbaulicher und konzentrierter Form zuzuführen vermöchte. Daß übertriebener Fleischgenuß, wie er in ber Vorkriegszeit vielfach zu beobachten war, nicht gün- ftig wirkt, ist bekannt. Vorläufig ist jedoch bie Wieder­kehr dieser Gefahr ausgeschlossen.

Leider besteht gegen den Genuß von (Sefri'rfteifd) noch immer in Deutschland eine große Slbneigun Sie wurde befördert durch manche Erfahrungen der Kriegs­

Die Zrau im Beruf.

f. Der Einfluß der Frau im Erziehungswesen.

heileres.

Guter Rat. Drei junge Damen unterhalten sich im Konzert ungeniert miteinander. Schließlich wird es dem alten Herrn vor ihnen zu viel, er dreht sich ärger­lich um unb sagt:Meine Damen, sprechen Sie bvch, bitte, etwas lauter, die Musik macht solchen Lärm, baß ich kein Wort von Ihrer Unterhaltung verstehe."

(Bert. Jll. Ztg.)

praktische winke.

f. Samtkissen zum Stiefelpuhen. Feine Chevreau- stiefel reibt man mit einer feinen Schuhpomade ein unb benutzt zum Glänzen keine Bürste, sondern ein läng- liches, wie eine Bürste geformtes Kissen, bas aus einem schwarzen Samtbezug besteht, der mit alten Wollresten oder Weizenkleie gefüllt ist. Das Reiben mit diesem Kissen schont das empfindliche Leber mehr als das Glan­zen mit einer Bürste.

f. Gestrickte Jacken werden auch viel von älteren Damen getragen. Sie sind bann aber nicht weiß, son­dern von einer schönen mausgrauen Farbe. Sie sind nur bann kleidsam, wenn sie nicht zu eng unb zu kurz ausfallen. Dies gilt besonders für korpulente Damen. Die gestrickten Jacken sind den gewebten vorzuziehen, da sie weniger leicht bie Form verlieren unb ben Wert einer guten unb mühevollen Handarbeit haben.

f. Korbmöbel reinigt man mit Seisenwasser, dem man etwas Chlorkalk zusetzt, mit Hilfe einer Bürste und Nachwaschen mit Wasser.

f. Zur Reinigung der Gegenstände aus Plüsch reibt man sie mit Salmiakgeist ober mit reinem Spiritus ab. Die vielleicht dadurch entstehenden Druckstellen werden durch Aufdämpfen unb burch vorsichtiges Abbürsten be­seitigt.

f. Der Nährwert bes Kakaos ist viel größer, als viel­fach angenommen wird. Kakao enthält 12 bis 21 Proz. Eiweißkörner unb ist daher ein vorzügliches Stärkungs­mittel.

f. Schnupfen wirb sehr rasch geheilt, wenn man öfter etwas Zitronensaft in bie Nase zieht.

Staatsbürgerliche Zrauenpflicht am 29. November.

Schon roieber Wahlen! Unb Wahlen zum Kreistag, zum Kommunallandtag? Wie fremd sind uns diefe Körperschaften, was haben sie insbesondere nut uns Frauen zu schassen?

Es ist seltsam und bedauerlich, wie wenig geraoe die große Bedeutung des Kommunallandtags von wei­ten Kreisen der Bevölkerung, Männern und Frauen, er­kannt wird. Denn das Arbeitsgebiet dieses Parlaments umfaßt Aufgaben, die alle verantwortungsbewußten Bürger und Bürgerinnen interessieren sollten. Es ist zuständig für große und bedeutsame Zweige der W o h l- sahrtspflege: die Fürsorgeerziehung, das Heb- ammenwesen, bas Irren-, Taubstummen- unb Blinden- roeien nebst den dafür bestehenden Anstalten gehören zu seinem Zuständigkeitskreis. Wenn unser caritatives unb soziales Denken wirklich großzügig ist, wenn wir Frauen gelernt Haden, über ben Einzelfall bas Allgemein- Wichtige zu fehen, so mürben allein diese Ausgaben unser Interesse für den Kommunallandtag lebendig ma­chen. Aus der Aufzählung dieser Arbeitszweige aber geht noch ein anderes hervor: Die Entscheidungen, bie über biese Fragen getroffen werben, werden nicht selten bestimmt werden durch Geist und Gebot einer Welt- anschauung ein Gedankengang, der uns tief ver­pflichtet.

Am gleichen Tage, an dem die Wahlen für dieses Parlament getätigt werden, finden auch die Kreistags­wahlen statt. Auch der K r e i s t a g hat eine Fülle von kulturellen und sozialen Ausgaben zu erledigen, die in das persönliche Leben bes Einzelnen tief eingreifen.

Beibe Körperschaften Kommunallanbtag unb Kreistag finb Organe ber Selbstverwaltung. Das klingt sehr nüchtern unb abstrakt. Unb boch bebeutet dieser Satz: Bürger unb Bürgerinnen, euch allen, eurem Bürgersinn hat ber Staat wichtige Ausgaben an- vertraut; nicht eine Behörbe soll sievon oben herab lösen; ihr selber bestimmt in ben Slbgeorbneten bie Män­ner unb Frauen, die für bie Durchführung verantwort­lich finb. Das ist ber tiefe Sinn der Selbstver­waltung ; er soll in uns allen, auch in uns Frauen ben Bürgersinn unb Bürgerstolz erwecken, der bie An­gelegenheiten bes Staates wie bie eigenen betrachtet. Wie stark biefer Gedanke in uns lebendig ist, wird ber Ausgang ber Wahl am 29. November zeigen. Heben wir barum gewissenhaft unsere Wahlpflicht aus unb wählen wir bie Männer unb Frauen, zu denen wir auf Grund ihrer sachlichen Fähigkeiten, aber auch ihrer persönlichen Eigenschaften bas Vertrauen haben, daß sie bie Aufgaben biefer Parlamente erfüllen.

Dr. Emmy Wingerath.

Daheim.

Unb ist bein Zimmer noch so klein es ist boch bein unb alle Gebauten, verloren, allein nisten heimsuchend selig sich ein huscheln sich ein wie in Mutters Arm machen dein Stüblein lieb und warm und ist bein Zimmer noch so klein es ist boch dein.

Marianne Dieckmann.

liebtheit eingebüßt hat. Als Pelzbesatz für Mäntel und Kleider, auch für Schals und Krawatten, wird jetzt hau-

i nd gev" Hermelin genommen.

Der elegante Gesellschaftsschuh ist aus Silber- ober Goldbrokat; dazu gehört bann auch bas silberne ober goldene Handtäschchen. Die letzten Pariser Modelle zei­gen wieder die Beutelform. 2(ls besondere Neuheit sieht man diese Beutelchen in Form einer künstlichen Blume hergestellt, die einer natürlichen Blume oft täuschend ähnlich finb. Besonders Chrysanthemen und Rosen eig­nen sich hierzu. Für die Straße, sieht man immer noch die großen Taschen in Buchformat mit dem Silber- Monogramm in ber Ecke. Dazu die Handschuhe aus glei­chem Leder, neuerdings auch mit dem Monogramm in ben Stulpenecken.

Parfüms, jetzt mehr benn je in unenblidien Variationen zu haben, sind unb bleiben individuell. Doch kann man von einer gewissen Vorliebe für die Phantasiedüfte, die süßen und berauschenden orientalischen Gerüche, spre- dien. Seltener hat man die Düfte der frischen Blumen: Rosen und Veilchen. Und nur ab unb zu weht einem der Duft bes schweren bunflen Gartenflieders entgegen, wie die Erinnerung an selige Frühlingszeit! Unsere Herrenwelt ist sich wohl in der Wahl ihrer Parsüme immer gleich geblieben: Gau de Cologne, Lavendel-Ur­alt ober Juchten, ber Geruch bes kernigen Hebers diese Drei genügen ihrenbescheidenen" Ansprüchen!

Grete Nobel, Berlin.

und Nachkriegszeit, wo vielfach alte Heeres- bestände aus dem Ausland bei uns Eingang fanden. Gefrorenes Schweinefleisch hält sich höchstens 4 Monate, Hammel- unb Rinderfleisch allerdings bis zu 9 Mona­ten. Seitdem wieder geordnetere Verhältnisse im Welt­verkehr eingetreten finb, werden sich derartige Dor- kommnisje nicht wiederholen.

Eine großartige Organisation, deren einzelne Teile ineinander greifen wie bie Räder einer Maschine, sorgt dafür, daß das Gefrierfleisch schon in kürzester Zeil dem Verwendungsort zugesührt wird. Die großen Fleischverwertungsanlagen in Argentinien und Uru­guay, mit den modernsten zum Teil deutschen Maschinen ausgestattet, verbürgen jeden denkbaren hygienischen Schutz. Durch besondere Arzte wird das Schlachtvieh untersucht, kranke ober sonstwie minderwertige Tiere werden unbedingt ausgeschieden. Nur unter der Be­dingung strengster tierärztlicher Kontrolle lassen die euro­päischen Länder die Einfuhr von Gefrierfleisch zu und behalten sich selbst bie Ueberwachung der Betriebe vor. Bei ber Schlachtung unb bem Transport wird durch sinnreiche mechanische Einrichtungen jede Berührung mit ber menschlichen Hand nach Möglichkeit ausgeschal- tet Nach ber Schlachtung und Zerlegung werden die Rinderviertel erst 24 Stunden vorgekühlt, bann in eige­nen Kühlhäusern bei etwa 15 Grab unter Null fest ein­gefroren. Eine Hülle von Mull und derber Jute schützt die Stücke vor Beschmutzung unb Infektion auf dem Transport. Eigene Dampfer ber Hamburg-Amerika- Linie mit maschinell betriebenen Kühlanlagen über­nehmen die Beförderung zu den gewaltigen Kühlhäusern in Hamburg. Erst nach erneuter amtlicher Untersuchung erfolgt die Verteilung an die mit entsprechenden Ein­richtungen versehenen Großstädte, die meist burd) ihre Fleischbeschauer noch eine letzte Prüfung ber einwand­freien Beschaffenheit vornehmen lassen.

Aber auch das beste Gefrierfleisch wird nicht befrie­digen, wenn es von Unkundigen falsch behandelt wird. Das kann schon geschehen, indem bas Fleisch, wie es vielfach in kleinen Städten geschieht, in unzu­länglichen Kühlräumen gelagert wird. Auch die La­gerung auf Eis ist unzweckmäßig. Bürgschaft für ein­wandfreies Fleisch bieten nur maschinell betriebene unb sachgemäß eingerichtete Kühlhäuser. Gin weiterer Feh­ler wirb häufig baburch begangen, baß bas Fleisch be­reits im gefrorenen Zustand in kleinere Stücke zerlegt wird. Hierdurch bilden sich zahlreiche Schnittflächen, aus denen beim Auftauen ber Fleischsaft abläuft. Kein Wunber, wenn dann der Schlachter klagt, das Gefrier­fleischliefe weg", oder bie Hausfrau sich beschwert, ge­frorenes Fleisch sei trocken ober faserig. Gefrierfleisch darf nur in ganzen Stücken unb nur ganz langsam und allmählich aufgetaut werben. Richtig behandeltes Gefrierfleisch bleibt vollsaftig und darf sich nur durch feine zartbläuliche rosa Farbe von Frischfleisch auf dem Ladentisch unterscheiden.

Auch nach ber Zubereitung darf gutes Gefrierfleisch feinen Unterschieb im Geschmack von Frischfleisch zeigen. Den gültigsten Beweis lieferte ein Probeesien bei Ge­legenheit einer Tagung bes Verbandes deutscher Haus­frauen. Es wurden von jedem Fleischgang Proben aus Frischfleisch unb Gefrierfleisch gereicht. Die Hälfte ber Abstimmungen war falsch, die Hälfte richtig. Daraus ergibt sich die Unmöglichkeit einer Unterscheidung. In England, das schon vor dem Kriege jährlich 500 Mil­lionen Kilogramm Gefrierfleisch einführte, geben viele Hausfrauen diesem ben Vorzug, weil es durchschnittlich mehr Nährwert besitzt als bas einheimische Fleisch. Das hat feinen Grunb einerseits in ben besseren Lebens­bedingungen, unter denen das argentinische Vieh auf« wächst. Dies ist vor allem viel fetter. Vor allem die eingeführten Hammel sind in der Regel wahre Pracht- exemplare. Andrerseits verliert Gefrierfleisch infolge Verdunstung bei ber Behandlung unb Lagerung einen Teil feines Wafsergehalts, so baß bei gleichem Gewicht gutes Gefrierfleisch stets einen bedeutenden Mehrwert an konzentrierten Nahrungsstoffen enthält. Gr beträgt auf ein Kilogramm bis zu 70 Gramm.

Nur einen Nachteil hat bas Gefrierfleisch: es muß sofort nach bem Auftauen verwendet werden. Will ober kann man bas nicht in den nächsten 45 Stunden er­möglichen, so muß Bratfleisch kurze Zeit in heißem Fett von allen Seiten scharf angebraten wer­den, Kochfleisch wird etwa fünf Minuten in sprudelnd kochendes Wasser gelegt. Derartig behandeltes Fleisch kann am andern Tage völlig wie Frischfleisch behandelt werden.

Einen besonderen Vorteil bietet bas Gefrierfleisch da- durch, daß es infolge feines größeren Fettgehalts bei Wahl der richtigen Stücke fast ausschließlich im eige­nen Fett gebraten werden kann. Da an sich schon infolge ber billigeren Produktionsbebingungen in Süd­amerika ber Preis bes Gefrierfleisches etwa um 35 Pro­zent unter dem einheimischen Fleischpreis liegt, so er­geben sich in Verbindung mit dem höheren Fettgehalt und dem größeren Nährwert erhebliche wirtschaftliche Vorteile für die Haushaltsführung.

naueschingen, in dessen Schloßhof bekanntlich die Donau entspringt. Mit Staunen betrachtet man das winzige Bächlein, aus dem schließlich der mächtige Donaustrom sich entwickelt. Einem Jüngling kommt bas ganz un­glaublich vor.Was," meint er,bas soll bie Donau sein, bie bei Wien vorbeifließt?!"Jawohl!" bestä­tigt ber Führer,dieselbe Donau!" Da stellt sich der Schlauberger mit beiden Füßen quer in bas Rinnsal, so daß dessen Lauf gehemmt wird und ruft lachend: Ader werden sich die Wiener wundern, wenn jetzt auf einmal die Donau ausbleiben wird!"

(Gemütlicher Sachse.)

Hufruf an katholische Lehrerinnen und Erzieherinnen.

Deutsche, katholische Lehrerinnen, die sich nachhalti- yer, als es der öffentliche Schulbetrieb zuläßt, der Er­ziehung und Ausbildung junger Mädchen widmen wollen, haben hierzu die Möglichkeit durch den Ein­tritt in den Orden der Erziehungsschwestern von Je­sus unb Maria. Diese Kongregation wurde 1818 ge­gründet unb 1843 mit eigenen Satzungen unb ber Re­gel bes hl. Augustinus vom Papste approbiert. Das Mutterhaus befinbet sich in Rom Große, mustergül­tige Erziehungsheime für junge Mäbchen, bie dort wissenschaftlich und wirtschaftlich vom 6. bis 18. Lebens­jahre norgebilbet werben, besitzt ber Orben in Italien. Gnglanb, ber Schweiz unb Frankreich, ferner in Spa­nien, Jrlanb, Amerika, Mexiko, Argentinien, Brasilien und Indien. Auch in Deutschland bestehen seit einigen Jahren zwei Niederlassungen, davon eine in dem wun­dervoll an der Elbe gelegenen Dresden. Hier ist das I o s e p h i n e n st i s t mit dem Burkersdorser Fräu- leinftift der Obhut ber Schwestern anvertraut. Diese Stiftung umfaßt eine zehnklassige höhere Mädchen­schule, bie bie Mädchen bis zur Reifeprüfung führt und eine Haushaltungsschule, deren Besuch von der Teil­nahme an der öffentlichen Fortbildungsschule entbindet. Außerdem befindet sich im Hause ein Studentinnen- heim, das für das geistige und leiblidje Wohl der jungen Studierenden sorgt. Welch reiches Feld der Betätigung für Damen, bie sich ganz ber hochverdienst­lichen Ausgabe katholischer Jugenderziehung widmen wollen!

Zur Ausnahme in die Kongregation als Chorfrau ist genügende Vorbildung notwendig, damit die durch die Ordensregel vorgeschriebenen Aemter von der betreffen­den Schwester selbständig ausgefüllt werden können. Jedoch kann diese Vorbildung in Ausnahmefällen auch nach Eintritt in bie Kongregation erworben werden.

Deutsche, katholische Lehrerinnen, die Lust haben, die­sem Orden beizutreten, um darin ihren Erzieherinnen- und Lehrerinnenberus frei von allen äußeren Bedräng­nissen unb Hemmungen auszuüben, erhalten auf ihre Anfrage hin gern nähere Mitteilungen durch die Oberin des Dresdener Hauses: Dresden-A., Große Plau- ensche Straße 16.

der französischen Regierung abgesetzt wurde, ließ er sich in Algier als Kolonist nieder und heiratete hier die Tochter eines französischen Beamten. Dieser Ehe ent­stammt Frl. May, die sich eifrig vorbereitet, um später bie Leituna ber aroßen väterlichen Farm xu über«

gekocht unb dann mit kräftiger Fleischbrühe unb einer Mehloerbrenne aufgekocht. Die Einbrenne barf nicht ju bick sein, bas Gemüse bars absolut nicht leimig schmecken. Man garniert bas Gericht mit kleinen Brat­würsten

f. Schinkenkarlosseln. Nicht mehlige Kartosfeln am besten sogenannte Salatkartosfeln, werden in ber Schale gekocht unb nach dem Schälen in Scheiben geschnitten. Die Reste eines gekochten Schinkens werden fein gewiegt und mit den Kartoffeln lagenweise in eine Porzellan- form geschichtet, lieber die Kartoffeln gibt man jedes- mal etwas saure Sahne, wenig Salz unb Pfeffer und einige Zwiebelscheiben. Zuletzt übergießt man bie obere Lage, bie aus Kartosfeln bestehen muß, mit A ßi- ter Sahne, in der zwei Gier verrührt finb, legt einige Butterstückchen obenauf unb läßt das Gericht A Stunde im heißen Ofen backen. Mit Kopfsalat ist dieser Schinkenauflauf ein angenehmes Gericht.

f. Bohnensuppe mit Gänscklcin. 6 Personen, i Stunden. % Kilo weihe, am Abend vorher eingeweichtk Bohnen werden in Wasser mit etwas Salz, Zwiebeln und einigen Gewürzkörnern weichgekocht, die eine Hälfte durch ein Sieb gestrichen, die andere ganz gelaßen. In­dessen hat man das Klein einer Gans in Wasser mit Salz und Suppengrün gargekocht, das Fleisch heraus« genommen und die Brühe durch ein Sieb gegpssen. In diese Brühe gibt man nun die ganzen, sowie auch die durchgeschlagenen Bohnen,> fügt feingehackten Kerbel, Majoran unb Petersilie bazu, läßt alles gehörig durch- fodjen, verbessert mit % Teelöffel Maggi's Würze unt gibt zuletzt bas tleingefdjnittene Fleisch hinein.

f. Geschmorte (Sans. Die Gans, die man zum Schmoren nimmt, kann älter {ein, als die Bratgans. Man macht sie sauber zurecht und bindet über die Brust einige dünne Speckplatten. Dann belegt man ben Boden einer Kasserolle dicht mit Scheiben von durch­wachsenem Speck ober magerem Schinken, fügt Wurzel­werk unb eine in Scheiben geschnittene Zwiebel, einige Stiele Beifuß, Salz, Pfeifer unb Gewürzkörner bazu, legt bie Gans hinein, baß ber Rücken obenauf zu liegen kommt, gießt 1 Liter Wasser daraus und läßt sie schmo- ren. Nach 1*4 bis 1!4 Stunden wendet man sie um, füllt nach Bedarf noch Wasser nach und dämpft sie unter wiederholtem Begießen vollends weich. Nachdem man sie herausgenommen hat, wird die Soße durch ein Sieb gerührt, mit einer braunen Mehleinbrenne ver­kocht, abgeschmeckt, mit % Teelöffel Maggi's Würze im Geschmack gekräftigt unb über die tranchierte Gans gefüllt.