Einzelbild herunterladen
 

♦

FuldaerZertung

Anzeiger für die Skadk und den Kreis Aulda. Amtliches Kreisblakk.

Nr. 264.

«erontworti-.rb >ür die @6nitieiiun<t: Dr. JobanneS Kramer- Anreisen, I. P arretier, Fulda. Rotationsdruck und Setlag der Nvltcer T rtiertrr^crei in Fulta. Fenift’rectet Nr- S.

’wowBfn<f>et FeenaSbretS! 1.!W W.

Samstag, l4 November 1925.

Anreisen - Breil: ÄiemteUe (Colonei) lote o.!6 »oibrnar an8a>6ri8 0.20 Salbawrf: Äetlamexeile lokal 0.60 Soldmarl eul'eSitt NLO Sofbmae". «

Be? Webertatttneen 8t«b<m FeftT-be-ffon'o tVm-ifhir* a. M <nr>1

52. Zahrg.

Locarno vor dem Reichstag.

Einberufung des Reichstags auf den 20. November. — Räumung und Rückwirkungen.

Der Aelkestenrat des Reichtages hat am Donnerstag beschlossen, den Reichstag zu Frei­tag, 20. November, mittags 1 Uhr, einzuberufen. Am Freitag und Samstag werden der deutsch- italienische und der d e u t s ch - r u s s i s ch e Handelsvertrag in erster Lesung beraten werden. Montag, 23. November, beginnt die Be­ratung über den Locarno-Vertrag. Die Frage, ob für dielen Vertrag eine Zweidrittelmehr­heit erforderlich ist, oder nicht, ist von keiner Seite im Aeltestenrat angeschnitten worden, da zurzeit noch das s a ch v e r st ä n d i g - i u r i st i s ch e G ut- «chten darüber erwartet wird.

Die deutschen Gesetzentwürfe.

Der .Vorwärts^ meldet: Tie Reichsregierung wird dem Reichstag zur Beschlußfassung folgende kurzen Gesetzentwürfe borlegen:

1) Der Reichstag stimmt den in der Anlage bei- gefügten Verträgen zu.

2) Der Reichstag ermächtigt die Regierung zum Eintritt in den Völkerbund.

Die Räumung Kölns.

Den englischen Blättern zufolge enthält die in Varls eingetrcffene deutsche Note nichts, was eine Aenderungder Vorkehrungen wegen der Räumung der Kölner Zone nötig machte. ES verlautet, daß die Räumung am 1. Dezember beginnen wird, welches Datum in diplomatischen Kreisen für beson- derS geeignet angesehen wird, da die entgültige Unter* Zeichnung des Locarnopaktes in London an diesem Tage erfolgen soll.

Bezüglich der Verhandlungen über die K ö l ne r Zone und über die „Rückwirkungen" in dem weiterhin als „besetztes Gebiet" geltenden Teilen des Rheinlandes erfährt der Vertreter des „V. T." in Paris: Es ist wahrscheinlich, daß die Annä­herung, die in fast allen Punkten der Ent- waffnungsfrage erzielt ist, in den nächsten Tagen fortschreiten und daß das Datum der Räu­mung der Kölnsr Zone offiziell fest­gesetzt werden soll, Immerhin ist es sehr er­klärlich, daß die allzu technische und verzögernde Be. Handlung dieser Kölner Frage in Deutschland Un­geduld erregt. Weniger berechtigt scheint mir da­gegen diese nervöse Ungeduld zu sein, soweit sie sich auf die sogenannten Rückwirkungen des Vertrages von Locarno, das heißt, in diesem Au­genblick auf die Fragen bezieht, die zunächst das Regime im Rheinlands außerhalb der Kölner Zone betreffen. Gewiß ist dieses Regime, das für dis Zeit flelten soll, in der Okkupation dcr zweiten und dritten Zone zunächst fortdauern wird, auch noch nicht in allen Details definitiv ge- regelt. Aber diese definitive Neuregelung der Dinae siebt unmittelbar bevor, und in der nächsten Woche dürfte die. öffentliche Meinung in Deutschland volle Aufklärung erhalten und sich dann ein Urteil über das, was erreicht worden ist, bilden können.

Keine Stockung.

Zu der Aeußerung dsS diplomatischen Bericht­erstatters der Londoner ,Weltminster 'Gazette' über eine Stockung in den Derhandlunaen über daS Rheinlandrsgime bemerkt die ,Tägliche Rund- Ichau', eS könne keine Rede davon fein, daß in den Verhandlungen zwischen den Westwächten und Deutschland eine Stockung eingetreten sei, weil die deutsche Auffassung der der Gegenseite widerstreitet. D»e Verhandlungen seien vielmehr abgeschlossen nnd zwar so, daß die Rückwirkungen schon vor ber Unterzeichnung des Vertrages von Locarno verbindlich sichergestellt werden. Man könne sicher Jein, daß spätestens am Dienstag die Rück­wirkungen bekannt gegeben werden.

*

Der neuernannte Reichskommissar für das Rheinland, Frhr. Langwerth v. Simmern, 'st in Paris eingetroffen und war zusammen mit dem Botschafter Dr. v. Hoesch bei Briand.

Locarno und die Arbeiter.

Bon P. Tremmel, M. d. R.

Der erste Meilenstein auf dem Wege einer fried­lichen Annäherung der ehemals feindlichen Staaten war der Dawes-Plan und das Londoner Abkom­men. Durch denselben wurde die Reparation s- f r a g e aus der vergifteten politischen Atmosphäre herausgenommen und auf das wirtschaftliche Ge­biet gelenkt. Ihm folgte die Räumung des R u h r g e b i e t e s und der Sanktionsstädte. Bleibt auch die dem deutschen Volke dadurch auferiegts Last noch drückend und kaum überwindlich, bedeutet sie immerhin einen wesentlichen Fortschritt gegen­über dem voraufgegangenen Zustand. Der zweite Meilenstein auf diesem Wege ist zweifelsohne das Vertragswerk von Locarno. Durch das- fe(be soll an Stelle des Völkershasfes und der Gewalt die friedliche Verständigung und Versöh­nung der haupffächlichsten Staaten treten, die sich im Weltkrieg feindlich gegenüberstanden. Auf Ein­zelheiten dieses Vertragswertes einzugehen, wollen wir uns hier versagen, sie sind auch allgemein be­kannt. Ebenso wichtig wie das geschriebene Der- tragswerk, wenn nicht wichtiger, scheinen uns die ungeschriebenen Zusicherungen, die die anderen Staatsmänner den deuffchen Zusicherungen gemacht haben, zu sein. Mit der Erfüllung dieser Rück­wirkungen werden die Staatsmänner den Beweis erbringen müffen, ob sie es mit dem Geiste der

Versöhnung im Interesse der Befriedigung Eu­ropas ernst gemeint haben. Die endgültige Unter­zeichnung der Verträge soll am 1. Dezember 1925 in London erfolgen.

Die Frage, ob Deutschland dem Vertragswert zustimmen soll oder nicht, beschäftigt die Oeffent- lichkeit in außerordentlich starkem Maße. Daß die beiden extremen Flügelparteien nicht zu stimmen wollen, braucht die Gemüter nicht aufzu­regen, geht doch diesen das Agitationsbedürfnis über alles. Daß man überall in Deutschland ein besseres Ergebnis erwartete, wird von allen Sei­ten stark betont. Außerdem machen olle Parteien, die geneigt sind, dem Vertragswerk zuzustimmen, ihre Zustimmung davon abhängig, daß die Rück­wirkungen bis zum Termin der Unterzeichnung fühlbar sind.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages kam in einer Sitzung am 4. November zu dem Er­gebnis, dem Vertragswerk zuzuftimmen, wenn die nötigen Auswirkungen, insbesondere für die b e < setztenGebiete gesickert sind. Der am 16. und 17. November in Kassel stattfindende Reichsparter» tag der Zentrumspartei wird zweifelsohne dieser dieser Auffassung beitreten.

Bedauerlich dagegen bleibt die Haltung der in der Regierung am stärksten vertretenen Partei, der Deutschnationalen. Ohne abzuwarten, ob die Rückwikungen eintreten oder nicht, hat man das Vertragswerk abgelehnt und feine Minister aus der Regierung zurückgezogen und damit die eigene Regierung in einer so entscheidenden außen­politischen Frage im Stiche gelassen. Das ist Fah­nenflucht mangels Verantwortungsgefühl.

Mit Recht hat die Reichstagsfraktion der Zen- trumsvartei in ihrer letzten Fraktionssitzung die Auffassung vertreten, daß das Verhalten der Deutschnationalen Volkspartei gegenüber dem Ver­tragsentwurf von Locarno ein weiteres Zusammen­arbeiten mit ihr in einer Regierung ausschlieht.

Die Haltung der Deutschnationalen ist auch In» konseauent, weil sie als stärkste Regierungspartei alle Noten der Regierung an die anberejt Mächte in der Sicherheitsfrage gebilligt und der Entsen­dung der Unterhändler nach Locarno, sowie der Einberufung der Konferenz, ausdrücklich zuge­stimmt heben. Allr Ausreden helfen diesen Leu­ten nichts, denn entweder sind sie inkonsequent, oder wenn sie das meßt fein wollen, dann haben sie gegenüber den räderen regierungsstützendrn Par­teien und gegenüber ihren Döblern ein hinter­listiges Spiel getrieben. Dann haben sie aber auch den Beweis erbracht, daß mit ihnen im In­teresse des Gesamtvolkes ehrliche Politik nicht zu machen ist. Auch mit der Ausrede möge man uns verschonen, daß in Locarno nicht alles erreicht wor­den fei, was Deutschland gefordert habe. Nachdem wir den Krieg verloren haben, sind wir der schwä­chere Teil. Letzterer wird nie im Stande fein, dem Stärkeren gegenüber alle feine Wünsche und Forderungen durchzusetzen. Das reiften diese Her­ren ganz genau, denn sie haben In unsrem Vater­lande lärme genug die Nolle des Stärkeren gespielt und die Schwachen ihre Macht fühlen lassen.

Nun müssen uns die Herren der Deutschnatio­nalen Volkspartei schon einmal die Frage gestatten, was wird, wenn die übrigen Parteien entspre­chend ihrer Haltung im Reichstage ebenfalls gegen den $ertro.aÄenfmürf stimmen und dieser kommt dann durch die Schuld Deutschlands nickst zur Rati­fizierung. Außenvolitilch wäre die Wirkung ge­radezu katastrophal. Ein Deutschland, das seine Unterhändler sv brüskiert, würde sich in der ganzen Welt lächerlich machen und niemand würde uns mehr als verhandlunasfähig anerkennen. Dis Ehre und Würde unserer Nation, die diesen Herren an­geblich doch so heilig fein will, würden mir in der leichtfertigen Weise preisgeben. Was wir uns in den letzten sieben Jahren in der Welt an Achtung wieder errungen haben, wäre dahin, alle Mühen und Anstrengungen wären umsonst gewesen. In der Kriegsschuldfrage würden wir weitere Keise der Welt, bei denen die Erkenntnis wächst, daß Deutschland nicht der Alleinschuldige am Weltkrieg ist, zurückgestoßen und das Gegenteil von dem er­reichen, was mir doch alle wollen. Die ganze Welt würde in Deutschland den Störenfried sehen, der den Frieden nicht will. Damit würden mir den französischen Chauvinisten in die Hände arbeiten, die dann gegenüber der übrigen Welt den billigen Vorwand hätten, rüsten zu müssen, um der „deut­schen Gefahr" begegnen zu können.

Wie würden sich erst die Verhältnisse im b e= setzten Gebiet entwickeln? Statt einer Er­leichterung würde eine Verschärfung der Lage ein­treten. Wahrlich die Bevölkerung des besetzten Ge­bietes hat uns aus treudeutscher Gesinnung mehr als genug Opfer an Gut und Blut gebracht, sie hat reichlich gelitten, geduldet und entbehrt. Diese Leiden und Entbehrungen ohne zwingenden Grund zu verlängern und zu vermehren, wäre ein Ver­brechen an diesem Bolksteile. Frankreich würde sich des Separatismus mit allen seinen Schrecken, der immer noch auf der Lauer liegt, von neuem bedienen, um seinem alten Ziele, den Rhein als Grenze zu besitzen, näher zu kommen. Die wirt­schaftlich Lage im besetzten Gebiet, die geradezu trostlos ist,.würde sich noch mehr verschärfen und das Heer der Arbeitslosen noch vermehren.

Unsere Wirtschaft ist totkrank. Ohne finan- ziclle fremde Hilfe kann sie sich nicht mehr auf­

richten. Jeder Tag bringt Betriebsstillegungen und Arbeiterentlassungen weil die M i t t e l zur De- triebsführung fehlen. Selbst die Landwirtschaft verlangt finanzielle Hilfe, besonders die den Deutsch­nationalen nahestehenden Kreise. Kommt das Ver­tragswerk von Locarno durch die Schuld Deutsch- lcmds nicht zustande, dann wird uns kein Geldgeber der Welt mehr Kredite einräumen. Die Verhand­lungen zum Abschluß von Handelsverträgen, b;e unsere Wirtschaft so notwendig braucht, würden er­neut erschwert. Die F o l ge n einer solchen Ent­wicklung hat in erster Linie die A r b e i t e r s ch r ft zu tragen. Das Heer der Arbeitslosen, das täglich wächst, würde sich noch viel rascher vermehren. Die Arbeitnehmer befinden sich setzt schon in einer schlim­men Lage. Sie lehnten deshalb sede Katastrovhen- poliiik ab. Lange genug haben die unteren Volks­schichten die Hauptlast des verlorenen Krieaes zu tragen gehabt. Die Arbeiter sch aft will end­lich in Ruhe und Frieden ihrer Arbeit nachgehen können.

Bei Berücksichtigung dieser Lage wird und kann sie trotz mancher Bedenken von den Parteien ver­langen, daß sie, falls die Rückwirkungen eintreten, für den Vertragsentwurf in Locarno im Reichstag stimmen werden. Diejenigen Parteien aber, di» aus Mangel an Verantwortungsgefühl und au- parteiegoistischen Gründen das Werk von Locarno zum Scheitern bringen sollten, laden eine unge­heure Verantwortung auf sich.

Zur Ratifizierung des Vertrages.

wtb London, 13. jXtro. (Eign. Vundk.-TNeldg.) „Times" schreibk in einem Lelkarkikel: Denn dec Locarno-Vertrag in der Gefahr schwebt, n i ch k ra- fifqierf zu werden, so geht diese Gefahr nichk von den Führern der Rationen aus. die in Locarno alle mittzalfen, eine bemerkenswerte Atmosphäre des Vertrauens und der Versöhnung zu schassen, sondern von einem Teil der öffentlichen Meinung in einem der in Betracht kommenden Ländern. Das kann hoffnungsvoller fein als ge­rade der Vertrag bezügllch des Bheinlandes, des Schlachtfeldes eines Jrredentismnv. das Länder Jahrhundertelang trennte? Gerade dies war ein Moment, das sehr wahrscheinsich einen neuen Krieg erzeugt häkle So wären zwei getrennte, gegenseitig feindliche, bewaffnete Lager in Europa entstanden. In diesem Augenblick hat eine derartige Möglichkeit keineswegs ferne gelegen, denn .Frank­reich hatte sich mit zenkral-europäischen $ faaf en verbündet und ve«kschland würde dann gezwungen gewesen fein, Bundesgenos­sen zu suchen, wo es sie noch finden konnte. Man geht nichk zu weik. wenn man sagk, daß in Locarno ein neues Snstem geschaffen wurde, das ver- eink, wo das aste System trennt.

Die Manzen zrankreichr.

Ein neuer Sanierungsvorschlag Vainleves.

Ministerpräsident Painleve und Ludgetminister Sonnet haben im Finanzausschuß der Kammer Er­läuterungen über Den abgeänderten Text des Finanzsanierungsgesetzentreurfes gegeben. Der Ministerpräsident betonte, haft die von ihm vorge­schlagenen Abänderungen die beherrschenden Grundgedanken des ursprünglichen Regierungsent- rourfes nicht berührten und sich lediglich auf ge­wisse steuerliche Destimmurmen bezögen, durch die die Regierung auf die vom Finanzausschuß ausge­sprochenen Wünsche eingegangen sei.

Havas berichtet, daß nach dem Exposee des Mi­nisterpräsidenten über den obgeänberfen Gesetzent­wurf feftneftellt worden sei. daß die Ausführungen des Ministerpräsidenten auf die Sozialisten und die übrigen Mitglieder der Mehrheit einen guten Eindruck gemacht habe. Der Vorsitzende Malyy teilte mit, daß die neuen abgeänderten Regierungs- entmürfe die Zustimmung aller Vertre­ter der Linken gefunden hätten und daß sie sicher von der Mehrheit des genannten Ausschusses angenommen werden würden. Auch ein Mitglied der Opposition habe erklärt, daß sie nicht systema­tisch gegen die neuen Maßnahmen sei. Man glaube aber nicht, daß die öffentliche Diskussion darüber vor nächsten Montag beginnen könne.

Unter dem Vorsitz des Senators Hubert fand im Senatsausschuß für auswärtige Angele­genheiten eine Sitzung statt, in der Minister­präsident Painleve über die Vorgänge in Syrien und Außenminister Briand über die Vorgänge in Locarno Bericht erstatteten. Painleve verwahrte sich gegen die falschen Nachrichten, die setzt ständig von gewissen Nachrichtenagenturen aus Kairo kämen und die Frankreich überall in ein schweres Unrecht zu setzen versuchten. Minister­präsident Painleve teilte dann mit, daß er und Außenminister Briand bereit seien, der Senatskom­mission für auswärtige Angelegenheiten wieder zur Verfügung zu stehen, sobald GeneralSerrail in Paris eingetroffen sei und über die Lage Be­richt erstattet habe. Painleve bot dem Ausschuß sogar an, ein Verhör des General, Sarrail selbst vorzunehmen.

Alsdann erstattete Außenminffter Briand Bericht über die Ergebnisse des Vertrags von Locarno. Dieser Sicherheitspakt sei in einem Geist des Friedens und der europäischen So­lidarität unterzeichnet worden. Er stelle, so rote er sei, ein solides Sn ft em für b i e Sicher­heit und die gegenseitige fiilfefeiftuna gegen den Krieg dar. Auf eine Ansprache Millerands erklärte Briand, der Pakt von Locarno bedeute durchaus keine Neuerung am Vertrag von Versail­les. Er sei im Gegenteil der Ansicht, daß die Sicher­heitsgarantien, die Frankreich erhalte, nicht ahne-

Der zaezirm«?.

Das geplante Attentat gegen Muffolini.

Wie die „Agcnzia Stefani" aus Rom meldet, hat die zuständige Behörde bis fetzt die Existenz einer Verschwörung festgcstellt, deren Zweck es war, ein Attentat gegen den Leiter der Regierung vorzubereiten und bann einen bewaff­neten Aufstand zu versuchen.

Das Programm der italienischen Kammer.

Am 18. November wird sieh die italienische Kam­mer mit Maßnahmen beschäftigen, die gegen die politischen Emigranten ergriffen werden sol­len, die in Frankreich ot-ri die italienische R--tte- rung aait’eren. Die Maßnahmen sollen den Blät­tern zufolge in der Aberkennung der italie- Nischen Staatszuiehäriakeit, gegebe­nenfalls auch bet Beschlagnahme der Güter dieser Emigranten und in her Verhaftung bei ihrer Rück­kehr nach Italien bestehen.

Faschismus in Frankreich.

Aus Paris wird gemeldet, daß dort eine Ver­sammlung ehemalia-r Frontkämpfer stattfand, in der der Sohn von Maurice Barre?. Pb'üvpe Bar- res, und der ehemalige wirtschaftliche Mitarbeiter der „Action Francaise", Georgs Dolois, das Wort ergriffen, um eine neue Organisation zu gründen, die den Titel führen soll „Vereinigung der Frontkämpfer und der Produzenten". Diese Bereinigung will Leaionen schaffen, die blaue .Hemden mit blauen Kragen tragen sollen. Diese Tatsache hat zu dem Gerücht geführt, daß Barres und Dolois den französischen Faicio gegründet ha­ben. Es geht das Gerücht, daß die Organisation bereits 6000 Mitglieder zählt. Die neue Organi­sation soll in kurzer Zeit ein Organ bekommen, das den Titel „Le Nouveau Sitzcle" führen wird.

Verschwörung in Spanien.

wtb London. 13. Nov. (Eign. Rundf.-Meldg.) Den englischen Blättern zufolge werden Meldungen über eine Verschwörung zum Sturze des Regimes GeneralsPrimodeNivera durch den spanischen Botschafter in London bestätigt. Danach haben gereifte, bereits disziplinarisch oorbe» strafte Generale und Offiziere der Reserve, deren Prestige im Heere sehr gering mar, d-n erfolg, losen Versuch unternommen, einen Ausstand un­ter den Truppen bernorzurufen. Die Soldaten selbst haben fedoch die Verschwörung den Behörden m i t« geteilt.

•

Wie der Rundfunk weiterhin meldet, sind wegen der gegen das Direktorium genanten Komplottes 2 Generäle, 4 Obersten, 4 Maiore, mehrere Subalternoffi ziere und 15 Unteroffiziere ver­haftet worden.

Zapan und China.

wtb Loudon, 18. Nov. lEig. Nmidf. Meldg.s „Daily Mail" meidet aus Tokio: In Erwartung eines Patsches des Generals Feng Hin Slang in Peking haben das fapan'sche Kabinett in einer Sondersitzung die Frage des Schutzes des lapauischen Lebens und Eigentums in Peking erwogen. ES werde berichtet, daß die sapan- ischv Flotte füc jede Eventualität be eit sei. ES fei beschlossen worden, schnelle Kreuzer in höchster Bereitschaft z« halten.

* Italienisch-amerikanische Schuldenregelung. Wie aus Washington gemeldet wird, haben die Verhand­lungen zwischen der italienischen und der amerika­nischen Schuldenkommission zum Abschluß eines Uebereinkommens über die Fundierung der italie­nischen Kriegsschulden geführt. Damit hat die ita­lienische Delegation zugestimmt, daß die Gesamt­summe der Schulden aus 2042 Millionen Dollar festgesetzt wird. Während der ersten 5 Jahre werden die jährlichen Tilgungsraten 5 Mil­lionen Dollar betragen, von da ab werden sie jähr­lich zunehmen. Die Gesamtsumme von 2042 Mil­lionen Dollar stellt das geliehene Kapital zuzüglich der Zinsen von 4‘/a pCt. bis zum heutigen Tage dar.

* Die auswärtigen mexikanischen Schulden. HavaS berichtet aus Newyork: Präsident Coolldgr und das amerikanische Kabinett haben das zwischen Mexiko und dem internationalen Bankierkomitee getroffene Abkomme« ratifiziert, demzufolge ob 1. Januar 1926 die Zahlungen für die auswärtigen mexikanischen Schulden in Höhe von 500 Millionen Dollar wieder ausgenommen werden sollen.

* Der österreichische Nationalfeiertag aus Anlaß der Gründung der Republik wurde im ganzen Bundes­staat festlich begangen.

* RücktrittdesjugoslavischenU>'terrichtsministerS. Aus Belgrad wird g> meldet: Der Unterrichtsminister hat dem Ministerpräsidenten seine Demission über­reicht, die auch angenommen wurde.

• Konferenz dcr Kleinen Entente in Belgrad Nach einer Blättermeldung findet die Konferenz der Kleinen Entente vom 30. stiovember bis 2. Dezbr in Belgrad statt.

schwächt, sondern verstärkt würden. Er wies darauf hin, baß man nicht aus dem Auge verlieren bürfe, baß der Sicherheitspakt vollkommen nach dem Frieden hin orientiert und in einem Geist abgefaßt fei, ber auch den gestern noch feind­lichen Ländern gestatten müßte, in vollem Ver­trauen an einer friedlichen Organisierung Europas mitiuarbeUen-