FuldaerZertung
Anzeiger für die Skadk und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.
ftr. 253.
Berantwortlick ür die Schriftleitung: Dr. Johannes Kramer-
Anreigenr I. B arreller, Fulda. Notationsvrvck und Berlaa der
Juldoer ? dtrtifcTrdnn in Fulda. Fernkvreter Nr. 9. wonntIi(f!Ct Se;tt'i$tirei8! 1JSO Mk.
Sonntag, l. November I925.
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52 Zahrg.
Zurück zur Politik der Mitte!
Scharfer Angriff der Neichsregierung gegen die Deutschnationalen. — Ist Reichskanzler Dr. Luther noch zu halten? — Die Klärung der Lage.
Die Reichsregierung erklärt amtlich:
Die in letzter Zeit von den Organen der Deutschnationalen Volkspartei veröffentlichen Beschlüsse, insbesondere die Erklärung des Deutschnationalen Parteivorstandes über die Konferenz von Locarno enthalten über die bisherige Stellungnahme des Reichskabinetts zu den Sicherheitsverhandlungen, über das Verhalten der beiden Delegierten, sowie über den Inhalt der in Locarno paraphierten Vertragsentwürfe eine R e i h e v o n Angaben, die sich mit den Tatsachen nicht decken. Die Reichsregierung hält es mit den deutschen Interessen nicht für vereinbar, in einem Augenblick, wo die internationalen Verhandlungen über einen wesentlichen Teil der in Locarno erörterten Fragen noch in vollem Gange sind, das gesamte in Betracht kommende Material der Oeffentlichkeit preiszugeben. Sie muß sich deshalb einstweilen darauf beschränken, gegenüber den Auslassungen der Deutschnationalen Volkspartei folgende Tatsachen festzustellen:
1. Die Stellungnahme des Reichskabinstts zu der Sicherheitsfrage ist zurzeit durch einmütige Z u- stimmung zu der deutschen Note vom 20. Juli 1925 sestgellellt worden. Vor der Konferenz von Locarno sind sodann und zwar ebenfalls ein muri g Richtlinien für die Verhandlungen aufgestellt worden, die auf dem Gedanken beruhten, daß als Grundlage für das weitere deutsche Vrogehen die Ausführungen jener Note zu gelten hätten.
2. Die deutschen Delegierten sind während der Verhandlungen in Locarno in keinem Punkte von den aufgestellten Richtlinien, insbesondere von den Grundsätzen der Note voni 20. Juli, abgewichen. Die Behauptung, daß die Paraphierung der Vertragsentwürfe in unerwarteter Ueberstür- z u n g erfolgt sei und gegen getroffene Abmachungen verstoßen habe, ist unrichtig. Die deutschen Dele- w«-ten haben sich zu der Paraphierung entschlossen, weil, »veit der Inhalt der Vertragsentwürfe in Betracht kam, ärch ihrer übereinstimmenden Ansicht die vom Reichs- Ktnnett aufgestellten Richtlinien erfüllt waren, und weil es Ansehung der nicht in diesen Entwürfen behandelten fragen eine den deutschen Lebensinteressen gerecht werdende Regelung in Uebereinstimmung mit den Richtlinien des Kabinetts hinreichend sichergestellt erschien.
3 Am 22. Oktober 1925 hat das Reichskabinett unter dem Vorsitze des tfjerrn Reich spräs'den- t e n vor Beginn der Beratungen des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages einstimmig folgenden Beschluß gefaßt:
„Das Reichskabinett hat den Bericht der deutschen Delegation über die Ministerzusammenkunft von Locarno entgegengenommen und beschlossen, das auf der Grundlage der deutschen Note vom 20. Juli 1925 einge- leitete Vertragswerk zu einem Abschluß zu bringen, der den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes gerecht wird. Die Reichsregierung geht dabei von der durch die feierlichen Erklärungen der Außenminister Englands, Frankreichs und Belgiens begründeten festen Erwartung aus, daß die logischen Auswirkungen des Werkes von Locarno besonders in den Rheinlandfragen sich alsbald verwirklichen."
Durch diesen Beschluß ist, entsprechend der Auffassung der deutschen Delegierten anerkannt worden, daß das Vertragswert von Locarno auf der Grundlage der Note vom 20. Juli eingeleitet worden ist und daß die Weiteroerhandlungen über den endgültigen Abschluß des Vertragswerkes sich nicht auf den Wortlaut der als unabänderlich festgestellten Vertragsentwürfe, sondern auf die in diesen Entwürfen nicht behandelten Fraaen zu erstrecken haben würden. Irgendwelche Tatsachen, die zu einer veränderten Stellungnahme hätten Anlaß geben können, sind nach dem 22. Oktober nicht bekannt geworden.
4. Die in den deutschnationalen Auslassungen am Inhalt der Vertragsentwürfe selbst geübt? V m 1 weder mit den erwähnten verschiedenen Beschlüssen des Reichskabinetts überein, noch ist sie sachlich gerechtfertigt. Zum Verständnis des Sinnes und der Tragweite der Entwürfe bedarf es keiner schwierigen und künstlichen Auslegung, sondern nur eines vorurteilsfreien Stu di ums des klaren Wortlauts. Ohne auf die schon im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages und auch bei anderer Gelegenheit ausfüfri lich erläuterten Einzelheiten des Vertragswertes nochmals einzugehen, fei an dieser Stelle zu den Emmen- düngen der Deutschnationalen Volkspartei nur folgendes bemerkt:
Durch die Entwürfe von Locarno wird weder das
E lb st be st im m ungerecht der Völker be- ichrankt, noch auf andere Weise der friedlichen Entwicklung Dorgegriffen. Im Vergleiche mit der durch die Aiachtverhaltnisse bedingten gegenwärtigen Lage Deutschlands wurde das Inkrafttreten des Vertragswertes nicht etne Einschränkung der deutschen 5) a n d- l u n g sf r e h e i t bedeuten, fondern vielmehr der Anfang und die Grundlage für eine aktive Wiederbeteiligung Deutschlands an der Politik der europäischen Großmächte sein. Den sich aus der Böl- kerbundssatzung für Deutschland wegen seiner befände- rcn Lage ergebenden Gefahren wird durch die verabredete Erklärung zum Artikel 16 der Satzung, die im übrigen genau den Forderungen der Note vom 20. Juli entspricht, in praktisch wirksamer Weise vorgebeugt werden. Daß in Locarno die Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit auf dem Gebiete des Heerwesens nicht erreicht sei könnte nur dann behauptet werden, wenn man darunter die Beseitigung der Abrüstungsbestim- mutigen des Versailler Vertrages oder die Durchführung einer vollständigen Abrüstung der anderen beteiligten Länder vor dem Abschluß der Vertragswerkes verstehen wollte — ein Standpunkt, der in den Beschlüssen des Kabinetts niemals vertreten worden ist und niemals vertreten werden konnte. Gegenüber der Behauptung, daß durch die Garantie- und Schiedsverträge für Deutschland neue Fesseln geschaffen würden, ist darauf hinzuweisen, daß das Verbot von Angriffskriegen und Invasionen im Verhältnis zwilchen Deutschland, Frankreich und Belgien, die Garantie dieses Verbotes durch England und Italien und endlich die schiedsrechtliche Entscheidung von Rechts- Rreitigteiten, namentlich von Streitigkeiten über die
Auslegung des Versailler Vertrages und des Rheinlandabkommens, durchaus im Interesse der Befriedigung und Wiedererstarkung Deutschlands liegen
5. Die Kritik an den mangelnden Auswirkungen des Vertrags wertes in den Fragen der besetzten Gebiete ist zum m sesten verfrüht, da die Verhandlungen hierüber noch im Fluß sind. Die deutschen Delegierten haben weder in Locarno noch später jemals einen Zweifel darüber gelassen, daß die paraphierten Vertragsentwürfe nur einen Teil des in Betracht kommenden Fragenkomplexes regeln und daß sie deutscherseits nicht in Kraft gesetzt werden könnten, wenn nicht auch der andere Teil der Rückwirkungen auf die besetzten Gebiete eine den deutschen Lebensnotwendigkeiten entsprechende Regelung erfährt. In diesem Sinne werden die Verhandlungen mit den anderen beteiligten Regierungen zurzeit weiter geführt.
6. Die Behandlung der Kriegsßchuldfr'age vor und auf der Konferenz von Locorna steht in gort a u e ft e r Uebereinstimmung mit den einmütig darüber gefaßten Beschlüssen des Reichskabinetts.
Von den deutschnationalen Blättern nimmt zu dieser Erklärung der Reichsregierung über Locarno bisher nur die fast völkische „Deutschs Zeitung" Stellung. Das Blatt schreibt: Bestehen bleibt das Wort des Grafen Westarp: Das Gesamtkabinett hat während der Konferenz, noch nach ihrem Abschluß das Ergebnis von Locarno gebilligt. Gebilligt hat es lediglich die Fortsetzung der in der Rote vom 20. 7. festgelegten Politik, die in Locarno verlassen wurde. Daran ändert auch die Erklärung des Reichskabinetts nichts.
Der „Beil. Lokalanz." erklärt, daß der Kabinettsbeschluß vom letzten Donnerstag nach dem Willen der deutschnationalen Minister eine Form erhalten habe, durch die jede fachliche Stellungnahme zu dem Ergebnis von Locarno vermieden werde.
Während die „Tägliche Rundschau" keinen Kommentar zu der Regierungserklärung enthält, befaßt sich dis „G e r m a n i a" in einem Leitartikel eingehend mit der Haltung der deutschnationalen Partei und sagt: Solange sich die deutschnationale Partei in ihrer gegenwärtigen Verfassung befindet, ist sie für das Zentrumsbündnis unfähig. Das Kopfzerbrechen, ob das Zentrum mit den Deutschnationalen Zusammengehen solle, ist eine Sorge von gestern. Die Deutschnationalen selbst staben sie uns abgenommen. Mit den inneren Vorbehalten, mit den geheimen Zielen muß es e i n E n d s haben. Es ist zu beachten, daß die Deutschnationalen dem Ausland gegenüber in der gegenwärtigen Situation Mißtrauen überMißtrauen predigen. Wer so weit geht, das Wort Vertrauen aus seinem politischen Lerikon überhaupt zu streichen, der verdient selber kein Vertrauen. Jetzt muß es heißen: Zurück zurPolitikderMitte, zurück zur Wahrheit und Klarbeit!
Das „Berl. Tageblatt" betont, fetzt gebe es nur noch dis Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder gelinge es den Demokraten und den Sozialdemokraten, diejenige Garantie eines neuen und stabilen Kurses zu geben, durch die eine Neubildung der Regierung im jetzigen Reichstag ermöglicht werde, oder wenn das nicht gelinge, dann müsse das deutsche Volk in Neuwahlen zeigen, daß es 'n seiner breiten Mehrheit die Verständigunas- nnlit'k van Locarno sort^usetzen entschlossen ist. Wie die Entscheidung des Rumnfkabinetts auch aus- fallen möge, der Beweis fei jedenfalls geliefert, daß die deutschnationale Volkspartei regle- rungsunfähig fei.
Die „Voss. Ztg." sagt, aus dem veröffentlichten Kabinettsbeschluß gehe mit einer Klarheit, die nichts zu wünschen übrig lasse, hervor, daß die drei deutschnationalen Minister im Kabinett Luther den Vertrag von Locarno unter der von allen Parteien betonten Voraussetzung der Verwirklichung der Zusagen in den Rbeinland- fragen materiell zugestimmt habe. Der Erkläruna der Reichgreaierung müsie noch solaender siebente Absatz hinzugefügt werden: Eine Partei, die in einer Lebensfrage des deutschen Volkes so handelt, wie die Deutschnationalen, ist regierungs- und k o a l i t i o n s unfähig.
Schließlich hebt noch der „Vorwärts" hervor, stoß die Regierungserklärung die aktenmäßige Feststellung sei, daß die drei deutschnationalen Parteiminister noch unmittelbar vor dem entgegen» nesetzt lautenden Parteibeschluß im Kabinett für Locarno gestimmt hätten. Alle Kritik, die die Dcutschnationalen gegen Locarno richteten, träfen ihre Vertreter im Kabinett mit.
3m preußischen Landtag in dem der Etat des Ministerpräsidenten am Freitag beraten wurde, brachte der Abg. Bäcker von der deutschnationalen „Deutschen Tageszeitung" die Sprache auf die Gegnerschaft seiner Partei zu Locarno. Ministerpräsident Braun hält darauf ein längere Rede. Er bestritt ö.uuachst die mit Polen schwebenden Verhandlungen über Grenzberichtigungen an der Weichsel. Es sei zugegeben, daß die Lage in Ostpreußen und die .^age ver Landwirte trotz der guten Ernte schlecht sei. -bie Regierung bemühe sich nach besten Kröf-
Mfcn. Daß feine Mittelstandspolitik falsch fei, muffe er zurückweifen. Die Hauptursache für die ungünstige Situation sei in der'Sch.eur g.r - und Zollpolitik der Reichsregierung zp suchen. Zu der Frage der Kreditbeschaffung erkAt der Redner, daß es nicht an den Jnstitutio.uM hierfür, sondern nur an Geld fehle. Der Ministerpräsident wendet sich dann der Außenpolitik zu. Er
Stresemann über
Bei einem Festessen des Verbandes für den fernen Osten, das im Hotel Esplanada in Berlin stattfand, machte der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, u. a. folgende Ausführungen:
Unsere Ziele im Osten sind im wesentlichen der Aufbau unseres Handels und die Pflege der gegenseitigen geistigen Beziehungen in einem friedlichen und freundschaftlichen Verhältnis zu den ostasiatischen Nationen. China steht jetzt im Mittelpunkt des Interesses. Der große Kampf um das Erwachen Chinas zu nationaler Eigenheit und Selbständigkeit hat jetzt begonnen. Wir verfolgen diese Bestrebungen Chinas mit all unserer Sympathie und in der Hoffnung, daß China in seiner weisen Politik die Wünsche erreicht, die es sich vorgesetzt hat. Die Zollkon- feren z in Peking ist ein Schritt auf diesem Wege gewesen. Deutschland hat n i cht unmittelbar an dieser Zollkonferenz mitwirken können, aber unser Zusammenarbeiten mit der chinesischen Regierung in Peking und mit den Gesandten der übrigen Möchte wird es uns ermöglichen, die chinesische Regierung, soweit es in unseren schwachen Kräften steht, in ihren Aufbauplänen zu un-
den fernen Osten.
terstützen und dabei die berechtigten deutschen Interessen zu wahren.
Mit Japan bestehen ebenso alte kulturelle Bande wie ein weitgehenderAustausch der Güter. Wir wünschen die weitere Pflege dieser Beziehungen. Auf wirtschaftlichem Gebiete ist es das ernste Bemühen beider Länder, einen Handelsvertrag zustandezubringen. Wir hoffen darauf, daß man eine gerechte Lösung für den deutsch-japanischen Handel findet, damit er in Ueberwindung der gegenwärtigen Depression wieder neue Impulse erhält.
Diele Schwierigkeiten waren zu überwinden, um mit Siam einen Vertrag zustandezubringen, der beide Teile befriedigt Wir haben trotz innerer und äußerer Hindernisse vorankommen können, und wir wollen weiter in demselben Geiste arbeiten.
Dem Verband für den fernen Osten spreche ich meine herzlichen Wünsche aus für eine weitere erfolgreiche Tätigkeit Möge es ihm gelingen, für die weitere Ausdehnung deutscher Kultur und Handelsbeziehungen nach Ostasien weiter zu wirken.
Eine pan-arabische Bewegung im Werden.
Der Sinn der Vorgänge in Syrien und Damaskus.
In der europäischen -Politik, aber auch in Amerika, spielen die Vorgänge in Syrien und namentlich in Damaskus fortgesetzt eine große Rolle. Das neue französische Kabinett hat sich sofort nach feiner Bildung eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Nach Mitternacht hat auch Ministerpräsident Painlev« der Presse folgende Mitteilung zugehen lasten: Die endgültige Organisation des syrischen Mandats, das vom Völkerbund Frankreich mwertraut worden ist, war feit Juli einer Kommission übertragen, deren Vorsitzender der Abgeordnete Paul B o n c ou r t ist. Diese Kommission setzt ihre Arbeiten jetzt fort. Die Regierung hat beschlossen, einen z ivilen Oberkommissar zu ernennen, General Serrail soll nach Paris zurückkehren, um dieser Kommission alle nützlichen Auskünfte zu geben. General D u p o r t, der in Syrien angekommen ist, fff mit der vorläufigen Leitung der General-Residenz bis zur Bestellung eines zivilen Oberkommissars beauftragt worden.
Eine Marmnachricht.
Wtb p a r i s. 31. Off. (Eia. Rundf.-Meld.) Der Berichterstatter der „Chicago-Tribüne" in Damaskus berichfef, daß der dokumenkarifche Beweis für
beton die Abmachungen von Locarno sollen im Geiste des Völkerbundes Konflikte unter den Sötern im Rechtswege lösen. Wesentliche Milderunaen im Besetzungsregime stehen zu erwarten. Nur die P o l i t i k der Deutschnationalen stellte gewisse Erfolge i n F r a g e, die kommen müssen, wenn die Abmachungen durchgeführt werden sollen. Vor und während Locarno hätten die Deutschnationalen keine Schwierigkeiten gemacht und sich sogar mit der Politik der Reichsregierung einverstanden erklärt. Die Deutschnationalen seien in der gleichen Lage wie bei der Unter zeich- nung des Versailler Vertrages. Damals hätten sie auch innerlich vor der Ablehnung gezittert und den Einmarsch der alliierten Truppen gefürchtet. Als der Kurier von Locarno der Reichsregierung über die Verhandlungen berichtete, kam non den deutschnationalen Ministern kein W i d erst a n d. Der Kurier ist nach Locarno zurückgefah- ren, mit dem Eindruck, daß abgeschlossen ^werden könne. Der Ministerpräsident gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß Deutschland auf Jahre hinaus in der Welt völlig isoliert dastehen würde, wenn wir den Locarnopakt a b l e h n e n. Es bestehe auch Gefahr, daß bei einer Ablehnung des Paktes das Besetzungsregime sich verschärfen werde. Die preußische Regierung habe in Gegensatz zu ihren Wünschen sich hinter die Locarnopolitik der Reichsregierung gestellt.
Die Redner der Deutschen Volkspartei und des Zentrums wandten sich gleichfalls gegen das Verholten der DeutscAmtionalen. Die V> ratung wird Montag fortgeMtMerden.
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Grabdenkmalsweihe für Ebert.
wtb Heidelberg. 31. Off. (Eig. Rdf.Meld.) Heute morgen um 8.40 Ahr sind Reichswehrminister Dr. Gehler, der preußische Ministerpräsident Braun, und der Staatssekretär Dr. Meißner sowie die sozialdemokratischen Abgeordneten Müller- Franken und Wels zur Teilnahme an der heutigen Enthüllung des Grabdenkmals des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert hier eingetroffen. Reichsarbeitsminister Brauns ist bereits feit gestern in Heidelberg. 3n Behinderung des badischen Staatspräsidenten Dr. H e l l p a ch ist die badische Staafs- regierung durch die Minister Remmele und M a r u m vertreten. Bereits um 9 Hhr vormittags begaben sich Abteilungen des Reichsbanners mit ihren Fahnen zur Grabstätte.
Glückwünsche für Polen.
wtb Warschau, 31. 0k. (Eig. Runds.-Meldg.) Die englische und französische Regierung haben durch ihre Warschauer Vertreter der polnischen Regierung für ihre Verfügung, daß sie auf eine Ausweisung der deutschen Optanten verzichtet, ihre Glückwünsche ausgesprochen.
eine panarabische revolutionäre Bewegung gegen Frankreich, England und Italien mit dem Ziele einer Erhebung der islamitischen Bevölkerung und der Ver- treibung der europäischen Mächte aus Afrika und Asien erbracht worden sei. Der Ausgangspunkt sei S a i r o. Die Verbindung zwischen den syrischen Aufständischen und der pan-arabischen Bewegung gehe aus den Dokumenten hervor, in denen gegen die als General-Residenten in Syrien herrschenden französischen Generäle die schwersten Anklagen erhoben werde, die Stunde sei gekommen, Afrika und Asien von Frankreich, England und Italien zu befreien. Eines der ersten Ergebnisse der Beschießung von Damaskus sei die B i t- dung von politischen Abteilungen, die bereits 3000 Mann stark und schwer bewafsnet seien. Sie beabsichtigen im Winter in Verbindung mit den Drusen gegen die Franzosen einen ständigen Kleinkrieg zu führen.
„Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß Ministerpräsident Painleve den Posten eines Zivil-Residenten in Syrien dem radikalen Abgeordneten Franklin Bouillon angeboten hat, der sich Bedenkzeit ausgebeten habe.
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Einigung über die Entwaffnung.
Sein Grund mehr für die weitere Besetzung von Köln.
Wtb London, 31. Off. (Eig. Rundf.-Meld.) Rach einer Meldung der „Times" aus Berlin kann gesagt werden, daß das Abrüstungs-Problem sein endgültiges Stadium erreicht hat. Der in der letzten Zeit gemachte Fortschritt wird für sehr befriedigend angesehen und wahrscheinlich wird gefunden werden, daß die noch ausstehenden Forderungen der interalliierten Kommission, vom militärischen Standpunkt aus gesehen, nicht länger ein Grund für Äkie weitere Besetzung des Kölner Gebietes bieten.
Der deutsch-itallemsche Handelsvertrag unterzeichnet.
wtb Rom, 30. Off. (Eig. Rundf.-Meld.) (Agencia Skefani.) Der Ministerpräsident Mussolini und der deutsche Botschafter in Rom, Freiherr von Neurath, unterzeichneten heute abend den deutsch-italienischen Handels- und Schiffahrtsvertrag, der auf der Grundlage der ge- genfeitigeu Meistbegünstigung fußt.
Damit ist kurz vor Ablauf des Provisoriums das friedliche Verhältnis in den deutsch-italienischen Handelsbeziehungen gesichert worden.
In der letzten Zeit waren, so meldet dazu der Rundfunk aus Rom, die Berhandlungen auf große Schwierigkeiten gestoßen. Nur durch das Dazwischentreten Mussolinis und des deutschen Botschafters seien die Verhandlungen wieder in Fluß gekommen. Italien und Deutschland würden bestimmt diesen Handelsvertrag ratifizieren, der ein sehr zufriedenstellendes Resultat für dc: Waren-Austausch beider Länder gebracht habe und zugleich ein politisches Ergebnis bedeute.
Zum Meineidsprozetz Loeb.
Der Antrag des Staatsanwaltes.
V. D. Z. 23 e r l i n, 31. Off. (Eig. Rdf.Meldg.) 3m Meineidsprozeß gegen den früheren Thüringer Staatsbankpräsidenien Walter Löb, der zur Zeit in Weimar verhandelt wird, stellte der Sfaalsan- roalf folgenden Antrag: Der Angeklagte Löb ist für schuldig za erklären und wegen vorsätzlichen Meineids zu einem Iahe sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrver- tust zu verurteilen. Falls das Gericht zur Verurteilung kommt, beantrage ich, die Verhaftung anzuordnen.