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Donnerstag» L Oktober 1925

Nr. 226

Bet WiederSokunaen Rabatt. VaMck>eckksnto Frankfurt a. M. 4N51.

* Wiederbeginn der französischen Kammersession. Ministerpräsident Painlevä hat nach Beendigung des Kabinettsrates seine Absicht kundgegeben, das Parlament entweder am 21. Oktober oder am 3. November vtfountieHVihe'ufen.

Berantwortlilb Hk die Schrlttlettang: Dr- JobanneS Kramer- «nreigeni 3- B arseller, Fulda. Rstattoasdrnck und Verlag der

Snlbeet ftiHrtri Serri in S?»lbo. Aernlvrecher Nr. 9.

Monatlicher Beiueßvreis: 1.50 W. ____

dooliöge als Schiedsrichter.

wtb Varls. 30. Sepl. (Eig- Runds. Meldg.). Der Sonderberichlerstalter desLcho de Paris" in Washington läßt durchblicken, daß jedenfalls Prä­sident Loolidge in der Differenz, die noch bei den Verhandlungen über die Schuldenfrage zwi­schen der amerikanischen unb französischen Aufsaf- snng bestehe, gewissermaßen als L ch i e d s r i ch t er fungieren werde.

Don der englischen Regierung: Foreign Office, den 29. Sept. 1925. Ew. Exzellenz!

als ob sie zu Bedingungen oder Vorbehal­ten für die Konferenz führten."

6m 5, Oktober in Locarno!

Die Schweizerische Depeschenagentur meldet: Amtlich wird aus Paris gemeldet, daß die Minister­konserenz über den Sicherheitspakt am 5. Oktober in Locarno eröffnet wird.

Der Gemeinderat von Locarno stellt zur Minister- konferenz über den Sicherheitspakt den großen Saal des GerichtSgebäudeS zur Verfügung. Im früheren Regierungsgebäude, dem Sitz des kauf­männischen Vereins, werden Räumlichkeiten für die Journalisten heraerichtet. Die Tessiner Regierung übernimmt die Ordnung der Sicherheit und die Polizeimaßnahmen. Verschiedene Delegationen der Regierungen, die an der Konferenz teilnehmen, haben bereits in verschiedenen Hotels Zimmer reservieren lassen. Auch hat die Obertelegrophendirektion die nöiigen Maßnahmen zur Verbesserung der Tele­graphen» und Telephonverbindnnzen nach der übrigen Schweiz und insbesondere auch nach dem Auslande in Angriff genommen.

wtb C o c a r n o, 30. Sept. Eig. Runds. Meldg.). Die französische, englische, belgische, italenische und polnische Delegation werden im Grand Hotel in Locarno, die deutsche Delegation im Hotel Esplanade und die tschechoslowakische im Hotel Carlton absteigen.

* NrueS italienisches RegierungSblatk. Die römische Ausgabe desPopolo de Italia" stellt ihr Erscheinen ein und wird durch eine unter dem NamenPopolo de Roma" erscheinende Zeitung, die ebenfalls die Regierung unterstützeu wird, ersetzt.

* Verhaftungen von national-indischen Führern In Verbindung mit dem Uebecfall auf einen Passagier­zug, den eine 20köPfige Bande von Wegelagerern vor einigen Wochen in der Nähe von Locknow ver­sucht hatte, ist jetzt eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen worden. Unter den Festgenommenen befinden sich hervorragende Mitglieder deSnational- indischen Kongresses für die vereinigten Pro­vinzen-

polen und Nutzland.

Die Geste Tschitscherins in Warschau. Russische Befürchtungen wegen einer Einkreifungspolitik.

Der Besuch des russischen Außenministers Tschitscherin in Warschau hat den Eindruck cufkommen lassen, als wenn Sowjetrußland eine Politik der Annäherung an Polen betreiben wolle. Man wird aber die Dinge richtiger sehen und beurteilen, wenn man sagt, daß es sich bei diesem Schritt der russischen Regierung um eine Geste handelt, die namentlich auf Deutschland Eindruck machen soll.

In Rußland ist in den letzten Wochen dcr Fortgang der Erörterungen um die Schaffung eines eines S i ch e r h e i t s p a k t e s mit steigender Sorge und llnruhe verfolgt worden. In der Ab­sicht Deutschlands, mit den Westmächten einen West­pakt zu schließen, sieht man in gewissen Kreisen des gegenwärtigen Rußland eine Abkehr der bis­herigen deutsch-russischen Politik, die auf ein wirt­schaftliches und politisches Zusammenarbeiten hinzu­arbeiten schien.

Die russische Annahme, als ob Deutschland mit dem Abschluß eines Sicherheitspaktes sich den West-

Die deutsch-belgischen Kultur« beziehungen.

Wtb Brüssel, 30. Sept. ((Eig. Runds. Meldg.). Laut Peuple beauftraget der Minister für Kunst und Wissenschaft, huysmans. im Einverständ­nis mit dem Minister des Aeußern Vandervelde. den Prof, an der Universität Lüttich, Maurice Wilmotte. Mitglied der belgischen Akademie, an Ort und Stelle in Berlin die Frage der deutsch-belgischen Kultur­beziehungen zu studieren.

Der Beginn dcr SicherheitsMkonscrenz

Der Wortlaut des Notenwechsels. Nach dem Zwischenspiel. Ruß­land und die Kommende Konferenz. Die Kriegsschuldfrage.

Zum Neichsschulgesetz.

Manier vertrauensselige Zentrumsmann hat es anders erwartet. Der Kenner der Denkweise m einem oewisien Lager ist nicht überrascht. Jetzt, da die Deutsch nationalen zum Neichsschulgesetz offen Farbe bekennen sollen, enthüllt sich ,hr wahresGe« sicht. In einer ganzen Rethe von Landesorganr sakionen der Deutschnotionalen ist gegen den Reichs- fchulgeietzentwurf, für den der beut^nationale Reichs- innenmimster Schiele veraniwortltch gezeichnet hat, scharf ablehnend Stellung genommen worden. Eine intereffante Begründung, die unS m die ®et|te welt der Deutschnationalen Embltck gewahrthatder Landesschulausschuß der Deu'schnatlonalenVolkspartet in Sachsen, dieser ablehnenden Haltung gegeben mit folgender Erklärung:

Der kürzlich der Oeffentlichkeit unterbreitete Referentenentwurf zum Reichsschulgesetz hat allenthalben starkes Befremden erret, da er lediglich auf die ultra- montanen Bedürfnisse und Bestrebungen zugeichn en ist und die Belange der protestantischen Staatsschulen außer Acht läßt."

Wie die Stellung der Parteien 3U der Schul- frage zu beurteilen ist, geht aus folgender Meldung hervor:

Infolge des Widerspruchs der Länderregierungen hat sich das Reichsministerium des 3nnern nunmehr veranlaßt gesehen, den vorliegenden Referentenentwurs des Reichsschulgesetzes einer starken Abänderung zu unterziehen. Immerhin ist zu garten, daß der neue Entwurf den Länderregierungen in ganz kurzer Zeit z r nochmaligen Begutachtung vorgelegt werden wird. Na mentlich die Betimmungen über kaufeffloneue Fragen dürften in dem neuen Entwurf erhebliche Einschränkungen erfahren.

Diese Meldung bestätigt den schon lange be- stehenden Verdacht, daß von rechtsparteilicher Seite mit der Frage dieses Reichsschulgesetzent­wurfs ein merkwürdiges Dop pe ls p i e l getrie­ben wird. Die Behendigkeit, mit der die Regie­rung nach dem ersten Entwurf, der den konfessio­nellen Forderungen ziemliche Zugeständnisse ge-, macht hatte, nun einen neuen Entwurf heraus- bringt, in dem diese Forderungen ^erheblich einge» schränkt" sind, läßt jedenfalls den Verdacht zu, daß es der Regierung sehr leicht gefallen sein muß, auf die konfessionellen Forderungen zu verzichten getreu dem ehernen Grundsätze:S)t,er stehe ich, ich kann aber auch anders.

Näheres über diesen neuen Regierungsentwurs wird zu sagen sein, sobald er im Wortlaut vorüegt.

S. M. Regierung hat mit Befriedigung die Erklö- rung entgegengenommen, wonach die Reichsvegierung den Vorschlag zu einer am 5. Oktober beginnenden Kon- ferenz in Locarno angenommen hat. S. M. Regierung stellt mit Genugtuung fest, daß die Annahme ohne Vorbehalt erfolgt.

In Beantwortung der gleichzeitig von Ew. Exzellenz abgegebenen Erklärung beehre ich mich von der Ver- sicherung Ew. Exzellenz Vermerk zu nehuun. daß de darin aufgeworfenen Fragen keine Vorbedingung für eine Zusammenkunft der Außenminister bilden. In der

B r i a n d und Hc> esch haben in Paris noch eine Reihe von Besprechungen gehabt. Die diplo­matische Zwiesprache ist in den letzten Stunden ungemein lebhaft gewesen. In Berlin hat sogar eine nächtliche Kabinettsberatung stattgefunden. Die Schwierigkeiten, die immer auftauchen, wenn etwas Bedeutsames begonnen werden MU eIW'" nen aber jetzt überwunden zu fein. Die Welt erfährt den Wortlaut der gewechselten Dokumente.

Zunächst die Note, worin die Annahme der Einladung ausgesprochen wird:

Die deutsche Regierung beehrt sich, auf die von (fol­gen die Namen der alliierten Missionschefs) überreicht Note zu erwidern, daß sie den Wunsch der allunt Regierungen, die Verhandlungen über den "chchb eines Sicherheitspaktes nicht in die Lange zu 3 9 - durchaus teilt. Sie erhofft auch ihrerseits von einem Zusammentreffen der Regierungsmitglieder der beteilig ten Länder eine Beschleunigung der endgültigen Losung der zur Erörterung stehenden Probleme und stimmt da­her gemäß ihre Note vom 27. August dem Vorschlag zu, diese Zusammenkunft alsbald stattfinden zu tofjen. Als Zeitpunkt für die in der Schweiz geplante Zusammen­kunft schlägt sie den 5. Oktober vor."

Mit der vorstehenden Antwort haben die deut­schen Missionschefs mündlich und durch lieber» reichung eines gleichlautenden Memorand ums folgende Erklärung abgegeben:

.In dem Augenblick, wo die Minister der beteiligten Mächte im Begriff sind, zu wichtigen Besprechungen über die Befestigung des Friedens zwischen ihren Landern zusammenzutreten, hält feie deutsche Regierung es für notwendig, der pp. Regierung in aller Offenheit ihren ©tanbpuntt in zwei Fragen bekannt zu geben, die mit dem Zweck jener Besprechungen aufs engste ver­bunden sind.

Die alliierten Regierungen haben in dem vorausge- gangenen Notenwechsel den Abschluß eines Sicherheits­paktes von dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund abhängig gemacht. Die deutsche Regierung hat der Ver­bindung der beiden Probleme nicht widersprochen, sieht sich dadurch aber vor die Notwendigkeit gestellt, auf einen Punkt zurückzukommen, den sie im Zufammen- hang mit der Völkerbundsirage gegenüber bin im Völ- kerbundsrate vertretenen Regierungen bereits 4n ihrem Memorandum vom September 1924 zur Sprache ge­bracht hat. Sie wiederholt aus diesem Memorandum die Erklärung, daß der etwaige Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht so verstanden werden darf, als ob damit die zur Begründung der internationalen Der- pflichtungen Deutschlands ausgestellten Behauptungen anerkannt würden, die eine moralische Belastung des deutschen Volkes in sich schließen. Sie glaubt, daß die in diesem Sinne am 29. August 1924 von der dama­ligen deutschen Regierung erlassene öffentliche Kundge­bung dem Ziele der Verständigung und einer aufrichti­gen Versöhnung der Völker dient und macht sich ihrer­seits diese Kundgebung ausdrücklich in dem Wunsche zu eigen, dadurch den Zustand gegenseitiger Achtung und innerer Gleichberechtigung herzustellen, der die Voraus­setzung für einen Erfolg der jetzt in Aussicht genomme­nen vertrauensvollen Aussprache bildet.

Das angestrebte Ziel der Verständigung und Ver­söhnung würde ferner beeinträchtigt werden, wenn es nicht gelänge, vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und vor dem Abschluß des Sicherheitspak­tes einen Streit aus der Welt zu schaffen, der jetzt nach trennend zwischen Deutschland und den alliierten San» oern steht: das ist die Räumung der nördlichen Rhemlandzone und die endgültige Bereinigung der beut» entoarfnungsfragen. Solange der gegenwärtige vom deutschen Standpunkt als Unrecht empfundene Zustand ver Verlängerung der Besetzung eines großen deutschen Gebietes fortbauert, kann dos Vertrauen auf friedliche Entwicklung, von dem die Wirksamkeit der in Aussicht genommenen internationalen Vereinbarungen abhängt, nichi wieberhergeltellt werden

Die Reichsregierung gibt sich der Hoffnung hin, daß d,e pp Regierung diese Mitteilungen in dem gleichen Geiste der Loyalität nufmmmt, aus dem sie entsprungen sind, und daß sie in ihnen den aufrichtigen Willen er» kennt, für das Zustandekommen des jetzt in Angriff zu nehmenden großen Friedenswerkes den'Weg zu ebnen."

Die italienische Regierung hat am gleichen Tage Abschrift der deutschen Antwort auf die Einladung sowie auf das vorstehende Memorandum erhalten.

Von der französischen und englischen Regierung sind hierauf den deutschen Botschaftern in Paris und London heute folgende

Antworten

Sugegangen:

Von der französischen Regierung:

Paris, den 29. September 1925.

Die Regierung der Republik hat mit Befriedigung die Antwort erhalten, worin ihr die deutsche Regierung ihre Zustimmung zum Zusammentritt der Konferenz von Lo­carno mitgeteilt hat. Sie nimmt Vermerk davon, diese Zustimmung keine Vorbehalte enthält, gleichzeitig vom deutschen Botschafter überreichte Mündliche Erklärung bezieht sich auf zwei Fragen, bie ^keiner Weife mit den Verhandlungen von Locarno ermifd)t werden können, da sie in keiner Beziehung »si der Erörterung des Sicherheitspaktes stehen. Was erste dieser Bemerkungen anlangt, so ist die fran« husche Regierung der Ansicht, daß die Frage durch den Ertrag von Versailles geregelt worden ist, an dem, wie französische Regierung in ihrer Note klar 3itm_ Stus» PV® gebracht Hai, die Verhandlungen über den Sicher- Mspakt keine Aenderung vornehmen kann. Was die $ o u m u n g der Kölner Zone und die damit in Zusammenhang stehende Frage der Abrüstung Deutsch» '°Nds betrifft, so erinnert die französische Regierung voran, daß es nur von Deutschland f e t b ft ab» zQn9t ihre Bereinigung durch die Erfüllung feiner Verpflichtungen zu beschleunigen. Die französische Negierung kann sich in dieser Hinsicht nur auf die alliierte Kote Dom 30. Mai 1925 beziehen.

. Die französische Regierung nimmt Vermerk davon, Oft die deutsche Regierung mit ihr darin einverstanden F d-ch bie se dem deisischss Memorandum niederzeleg- mündlichen Bemerkungen nicke fo an.iufeben und.

* Kabinettskrise in Belgien? DerInformation" wird auS Brüssel gemeldet, daß die Gefahr einer Kabinettskrise drohe. Die Brüsseler Vereinigung der Arbeiterpartei habe am 23. September in einer Ent­schließung die Rücknahme des Fahnenerlasses, die Einführung der sechsmonatigen Dienstzeit und die Schaffung' einer Kapitalsteuer gefordert. Da diese Forderungen ohne Zweifel nicht bewilligt werden könnten, müsse man, wenn nichts unvorhergesehenes eintrete, nach Zusammenlritt des Parlaments mit d-m Rücktritt des Kabinett Poullet und mit der Auf- ösung der Koalition der Sozialisten und wer Christlichen Demokraten rechnen.

* L4on Bourgeois f. Der französische Senator Löcm Bourgeois, der in den früheren Jahren, auch während des Krieges, wiederholt Ministerposten be- kleidet und den Vorsitz in Kann, . und Senat ge­führt hatte, ist im Alter von 74 Jahren in Paris gestorben. Bourgeois war ehemaliger Vorsitzender der französischen Delegation beim Völkerbund.

Die preisfenhungsahtion.

Nachdem der Berliner Polizeipräsident auf Einladung deS Reichskanzlers Dr. Luther an einer Besprechung über die Preissenkungsaknon teil« genommen hatte, fand im Polizeipräsidium unter dem Vorsitz des Polizeipräsidenten eine Besprechung mit den leitenden Exekutivbeamten und der Mitt- leren Preisprüfungsstelle über die Senkung der Lebensmittelpreise statt. Die jetzt schon bei den Fleischpreifen durchgeführte Kontrolle soll auch auf Brot ausgedehnt werden und zwar hinsichtlich dessen Gewicht. Weiter soll auch die Preisgestaltung auf dem Obst« und Gemüsemarkt kontrollwrt werden, da die Preise insbesondere auf dem Ge- müsemarkt teilweise um ein Vielfaches die Preise übersteigen, die der Erzeuger erhalt. Außerdem soll die Zahl der für die Preiskontrolle zur Ver- fügung gestellten Beamten erhöht werden.

Gegen die Kartelle.

In einem Artikel desBerliner Tageblattes' über die Preissenkung wird mitgeteilt, daß bis fetzt über 800 Anträge auf Entscheidung über die Zu­lässigkeit der Kündigung eines Kartellvertrages auf Grund des Art. 8 der Kartellverordnung den Kar- tellgerichten unterbreitet wurden. Es soll dagegen eingeschritten werden, daß die Kartelle gegenüber Händlern oder Genossenschaften, die sich zu den von den Kartellen vorgeschriebenen Preisbindungen nicht verstehen wollten, eine Sperre verhängt haben. Auch gegen Zwangsinnungen soll vorgegangen wer- den, die Handwerker bestrafen wollten, weil sie die Richtpreise unterboten.

Anzeiger für die Stabt unb den kreis Fulda. Amtliches kreisblatk.___________

S « 52. Zahrg

auswärts 0.80 Goldmark. -i> -j

möchten verschriebe und sich an der zweifellos von England und Amerika betriebenen E i n k r e i- sungspolitik gegenüber Rußland zu beteiligen, ist vollständig f a l s ch. Die von Deutsch­land gegenüber Rußland betriebene Politik wird nach wie vor innezuhalten ein. Niemand in den leitenden Kreisen der Reichsregierung denkt an eine Aenderung. Dem russischen Außenrnmister Tschitscherin, der dieser Tage auch in Berlin em» trifft, wird diese Erklärung auch von dem deutschen Außenminister Stresemann abgegeben werden.

Im übrigen brauchen die aufgeregten Kommen­tare, insbesondere der ruffischen Presse, über diese Dinge bei uns nicht zu verfangen. Es ist ein starker Schluß bolschewistisches Theater dabei. Es wird auch in Rußland kein Mensch glauben wollen, daß Rußland sich im Ernste mit Polen verbinden würde. Richtig ist allerdings, daß in Polen bestimmte Kreise gern den Sri eben mit Rußland machen möchten, um bei gegebener Ge­legenheit vereint die Kräfte gegen Deutsch­land zu wenden. Aber Polen würde dabei zu- ßenminister bilden. In Der | gründe gehen müssen, denn Rußland hat gar kein Tat stehen diese Fragen in keinem Zusammenhang mit I Interesse daran, an seiner Westgrenze einen Auf- ben Verhandlungen über einen Sicherheitspakt und ha» I paffer zu haben.

ben keinen Teil des vorbereitenden Meinungsaustausches 1 « < deutschen Politik gegenüber Rußland gebildet. Hinsichtlich des Teiles der Erklärung, der I $ $ Verhandlungen um die Schaf-

ffiSÄ SÄÄWS Ä» wf° -uchdurchd-n Regierung keine Einwendung gegen diese wesentliche ! eventuellen Eintritt Deutschlands in den Volkerbu. d Bedingung jedes Gegenseitigkeitspaktes erhebt. Die I nicht das geringste. Es wurde bet Cnglano Frage der Verantwortlichkeit Deutschlands I Hegen, falls eine derartige Entschließung der beut» für den Krieg wird durch den geplanten Pakt nicht I j^en Reichsregierung ihm nicht gefallen sollte, die aufgeworfen und S. M. Regierung vermag nicht zu er- | oeboten erscheinenden Konsequenzen zu ziehen. Wir kennen, warum die deutsche Regierung es für ange- a[au()eri sMj daran, denn in Wahrheit bedarf bracht gehalten hat, sie in diesem Augenblicke aufzuwer- nicht der befürchteten Jsolie-

US,VXn&Sf&'&X SUw rd-r d-u.. Versailles und ihr Urteil über die Vergangenheit schenRuckendeckun g politisch und wirtschaft- nicht zu ändern vermag. Hinsichtlich der Räumung sich gesehen. Die deutsche Außenpolitik wird daher der Kölner Zone beehre ich mich zu wiederholen, i durch die gegenwärtige russische Geste in kemer daß der Zeitpunkt der Räumung ausschließlich von der I jn '^rer bisherigen Richtung verändert Erfüllung der deutschen Abrüstungsverpflich- werden.

tungen abhängt und daß S. M. Regierung die Er» l ,

füllung dieser Verpflichtungen begrüßen wird, weil sie TVa BßUttdlltnÖ M ben Alliierten bie alsbaldige Räumung der nördlichen I

Zone ermöglichen wirb. I laßt sich aus folgender Auslassung desEcho de

Mit dem Ausdruck der ausgezeichnetsten Hochach- I Paris" entnehmen. Das rechtsstehende Blatt hm9 den Staatssekretär: Victor Wellesley." schreibt: veröffentlichten Notenaus-

Ste deutschen Blatter betonen in tyren Som» I {au^ jeien § ch w i e r i g k e it en, die anscheinend mentaren zu der Veröffentlichung des diplomati- ^rbanden gewesen seien, verschwunden und scheu Schriftwechsels über dis P°ktkonferenz, daß Hermann fei befriedigt oder tue es fo. Die beut» nunmehr derWeg zu der Konferenz in Regierung habe gesagt, unb zwar ziemlich berb, Locarno frei sei. Die deutsche Delegation , be . rooUen unb bie Alliierten bät»

unter ^rung des Nerchsk^zlers Dr. Luther und tyren Willen bestätigt, die Konferenz in dem

des Reichsauhenmmlsters Dr Stresemann werbe ben man gesteckt habe, zu halten,

am Samstag von Berlin nach Locarno abretfen, -nayn-su, ven man gu- ) wo sie im Hotel Efplanabe Wohnung nehmen j werbe. Was die Teilnahme Mussolinis an der | Konferenz anbetreffe, fo erklären die Blätter, daß, I wenn Mussolini auch von Anfang an den Kon- I ferenzberatungen nicht beiwohnen werde, er doch I möglicherweie zu einem späteren Zeitpunkt nach I Locarno kommen werde. j

DieTägliche Rundschau" betont, daß die Dif­ferenz, die in ben letzten Tagen zwischen Deutsch- lanb und den Westmächten entstanden war, sich nicht unmittelbar auf ben materiellen Inhalt der I in London und Paris übergebenen deutschen Memo- I randen bezogen habe, sondern nur auf bie 21 r t I unb Weife, wie ber deutsche Schritt öffentlich I behandelt werden solle. Im Laufe des Dienstags I fei dann eine Vereinbarung über die Frage der Veröffentlichung erzielt worden und mit der Pub- ! I i 3 i e r u n g ein Strich unter den Zwischenfall ge- I zogen worden. Das Blatt hebt bann weiter her- I vor, daß die Atmosphäre der Konferenzoerhandlun» gen dadurch beweisen werde, baß die in dem beut» 1 scheu Memorandum erwähnten Fragen vor dem I Zusammentritt der Konferenz geklärt worden seien und zwar in einer Weise, die bie beutschen Ab- lichten völlig zur Geltung kommen lasse. Was ins­besondere bie Frage ber Räumung ber Kölner Zone anbelange, so unterstreicht bas genannte Blatt, wie auch bieKreuzzeitung" unb bieDeutsche Tages­zeitung", baß bie Räumung ber Kölner Zotte nicht etwa als Austauschobjekt für ben Abschluß eines Sicherheitsvertrages zu betrachten sei, sonbern baß es Deutschland einfach unmöglich sei, einen Sicher­heitspakt abzuschließen, bevor die erste Rheinlanb- zone aufgrunb ber vertraglich feststehenden Rechte Deuffchlands nicht geräumt fei. Die Blätter haben schließlich noch anerkennend hervor, daß sowohl Botschafter Stharner als auch Botschafter von Hoesch die Verhandlungen äußerst geschickt geführt hätten.