FuldaerZertung
Anzeiger für die Sfaöf und den Kreis Fulda. Amtliches kreisblakk.
Nr. 213.
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Berantwortlick tüt die EckriMertung; Dr- JobanneS Kramer. Ameisen; I. V arreller, Fulda. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Srtittibrudrtci in Fulda. Fernivreiber Nr- 9.
Monatlicker veruasvrels, 1.50 Mk.
Mittwoch, 16. September 1925.
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52. Zahrg.
Die Uebergabe 8er zur PMsusereuz.
Wie mehrere Blätter melden, hat der französische Botschafter in Berlin de Margerie für Dienstag mittag 12 Uhr seinen Besuch beim Reichsaußenminister Dr. Stresemann angekündigt, um diesem die von Briand unterzeichnete Einladung zu der Konferenz über den Sicherheitspakt zu überreichen.
lieber den Inhalt der Einladung weiß das „Berl. Tageblatt" zu melden, sie fei so gehalten, daß ein Wunsch Deutschlands, eine umfassende Käufer e nz anzuregen, in der deutschen Antwort feinen Ausdruck finden kann.
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Die Sicherheitsfrage ist mit der Einladung der Außenminister an die deutsche Regierung einen wesentlichen Schritt der Lösung näher gekommen. Indessen erbeben sich in dem Moment, wo die vertraulichen Besprechungen der Minister in Genf aufgehört haben, und das Problem in die allgemeine Diskussion kommt, die eigentlichen Schwierigkeiten. Für Deutschland handelt es sich nach wie vor um die immerhin entscheidende Frage: Wird der West Pakt allein abgeschlossen oder wird der Westpakt mit dem Ost Pakt verbunden? Wenn letzteres der Fall ist, werden alsdann die berechtigten Wünsche Deutschlands bezüglich der friedlichen Umaestal- tung der deutschen Ostgrenzen ihre Erfüllung finden können.
Bis seht ist diese Frage noch keineswegs in bollem Umfange geklärt. Von englischer Seite wird allerdings dauernd betont, daß England kein Jn- tereffe an den Ostfragen hat. So schrieb der „Manchester Guardian" erst kürzlich: »Was die Forderung des polnischen Außenministers Skrzynski und des tschechischen Außenministers Benesch anlangt, zur bevorstehenden Konferenz der Außenminister zuze- lassen werden, so verlautet, daß Briand sich mehr oder weniger aufrichtig der Forderung geneigt zeigte,während Chamberlain sie „ablehnt". Klar sei fedenfalls, daß Benesch und Skrzynski versuchen würden, die Verhandlungen durch eine Parallelaktion und durch einen Druck auf Briand zu beeinflussen. Diese Mitteilung des „Manchester Guardian" wird vom „Daily Telegraph" bestätigt und gewissermaßen noch deutlicher unterstrichen, der oehört hat, daß die Außenminister Polens und der Tschoslowakei ziemlich niedergedrückt seien wegen des britischen Entschlusses, bei dem Rheinlandpakt alle Verhandlungen über den Osten auszuschalten. Aber in diesem Pakr, so betont der „Daily Telegraph", stehe die moralische Meinung hinter Cbamberwin.
Chamberlain hat in seiner öffentlichen Rebe vor wenigen Tagen in der Völkerbundssitzung noch ausdrücklich betont, daß England eineGeneral- lösung ablehn en müsse und den Wunsch habe, di« Abmachungen analog für andere Fälle anzu- wenden. Damit hat Chamberlain deutlich zum Ausdruck bringen wollen, daß zunächst einmal der W e st p a k t abgeschlossen werden soll und dann die in dem Westpakt gemachten Erfahrungen analog auf den O st p a k t anzuwenden seien. Diese seine Ansicht hat der englische Außenminister noch bei dem Empfang der Presse am vorigen Freitag unterstrichen, als er betonte: „Wir wollen schrittweise rorgehen." Allerdings widerspricht dieser englische Standpunkt der französischen Haltung. Das geht aus der Auslassung des „Matin" hervor, dessen Genfer Mitarbeiter aus der nächsten Umgebung der französischen Delegation schreibt: „Es ist also wahrscheinlich, daß in den ersten Tagen des Oktober die Großmächte und Belgien mit den deutschen Delegierten zusammentrefsen werden. Sobald diese Berhandlungen einen genügend reifen Punkt er- reicht haben, soll Polen und die Tschechoslowakei berufen werden, ihrerseits mit Deutschland den Wortlaut des Schiedsgerichtsvertrages zu diskutieren. Vom Erfolg dieser letzten Verhandlungen hängt für Frankreich die Möglichkeit ab, den Rheinlandpakt zu unterzeichnen." Es wird also hier deutlich gesagt, daß Westpakt und Ostpakt parallel behandelt und zusammen abgeschlossen werden sollen. Man sieht, die einmütige Auffassung Englands und Frankreichs, die so stark betont wird, tft gerade in diesem wichtigen Punkte noch nicht vorhanden.
Französischer Ministerbesuch in Berlin.
Der französische Unterrichtsminister de Monzis Ist von Kopenhagen kommend als erster franzö-
sifcher amtierender Minister in Berlin eingetroffen. Zum Empfang hatte sich auf dem Bahnhof der französische Botschafter, der französische Generalkonsul und ein Vertreter des Auswärtigen Amts eingefunden. Wie die Blätter betonen, hat der Aufenthalt de Monzies in Berlin lediglich den Zweck einer kulturellen Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Bei der angekündigten Unterredung de Monzies mit dem preußischen Kultusminister Becker wird der französische Minister wahrscheinlich auch die Frage der Einheitsschule anschneiden, über die er bereits in seinem Kopenhagener Vortrag gesprochen hat. Der Mini- ster wird am Dienstaa abend Berlin wieder verlassen.
wahre Frredensstimmung in Frankreich?
Einer unserer außenpolitischen Mitarbeiter schreibt uns:
Aus Frankreich sind in den letzten Tagen gerade aus führendem Regierungsmunde Friedens löne nach Deutschland herübergeklungen. Painlevs hat sowohl in seiner großen Eröffnungsrede der Genfer Völkerbundssitzung als auch wenige Tage später in Straßburg wahre Friedensschalmeien erklingen lassen. Er hat sich als 21 p o ft e l des Friedensgedankens, als Bekenner der Idee eines einigen Europas und besonders als Vorkämpfer der deutfch-franzöfifchen Verständigung offenbart. Die deutsch-französische Wiederversöhnung hat er als Angelpunkt des Weltfriedens hingestellt und betont, daß es so- | lange keinen stabilen Frieden und keine Ruhe in Europa geben werde, solange man das Gefühl haben werde, daß unter irgendwelchen Vorwänden die beiden großen Völker, die der Rhein trennt, bereit sind, übereinander herzufallen. Painlev^ hat dabei den Wunsch der französischen Regierung kund- geben, „mit offenem Visiex durch loyale Verhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen".
Wenn man bedenkt, daß der Unterrichtsminister de Monzie, also auch ein Vertreter der französischen Regierung, die Gelegenheit benutzt, B e r • I i n aüfzusuchen, um der kulturellen Zusammenarbeit zu dienen und vor allem, daß de Monzie sich entschieden gegen den Boykott der deut- schenWissenschast ausgesprochen hat und den deutschen Männern der Wissenschaft die herzlichste Aufnahme in Frankreich zusicherte, soweit der Einfluß der Regierung reicht, so sind das allerdings Töne, die wir bisher aus Frankreich nicht gehört haben. Es sind nicht bloß große Gesten, sondern die französische Regierung ist durch ihre führenden Männer hier mit Worten' an die Oesfentlichkeit getreten, die mehr als bloße Worte bedeuten.
Frankreich hat anerkannt, daß es selbst aus dem Sicherheitspakt mit den größten Nutzen zieht, denn die finanzielle Schwierigkeiten, die Frankreich bedrohen, hängen ja zum Teil zusammen mit den ungeheuren Lasten, die Frankreich wegen seiner ständigen Furcht durch die Besatzung im Rheinlande aufzubringen hat. Es bedeutet also auch für Frankreich eine große Entlastung, wenn der Westpakt zu einer beiderseitigen Sicherung und einer beiderseitigen Annäherung führt. Ja man kann wohl ohne weiteres betonen, daß Frankreich den größeren Nutzen von diesem Sicherheitspakt hat und daß infolgedessen die Realpolitiker Frankreichs wohl derartige Friedentöne wagen können. Auf deutscher Seite werden derartige Schritte Frankreichs nur sympathisch berühren und man wird, soweit es mit der Lebensnotwendigkeit Deutschlands vereinbar ist, auch unsererseits Entgegenkommen zeigen. Jedenfalls kann man es dem deutschen Volke nicht übel nehmen, wenn es nach den vielen Erfahrungen, die es durch die Politik Poincares gemacht hat, die heute noch in vielen nachzittert, allen derartigen Friedens- und Ber- söhnungslockungen Frankreichs etwas mit Mißtrauen gegenübersteht.
Das französische Parlament.
vtd Parks. 15. Sepk. (Tel.). Nach' dem „Pekit Parifien" wird das Parlament wahrscheinlich am 3. Jto o e m b e r zusammentrelen. Es wird darüber ein Beschluß im Attmsterral nicht gefaßt werden.
Beamtenfragen.
— Die Gehalksbewegung der R"ichsbeamien. Der Geschäftsausschutz der Beamten-Spitzenorgamsationen bat an den Reichsfinanzminister eine Einladung ge. richtet, in der der Wunsch ausgesprochen wird, der Reichssinanzminister möge die Beamten-Spitzenorgani- sationen zu Besprechungen über die Besoldung der Reichs- und Staatsbeamten empfangen. Auch wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die vom Reichs- finanzminister in Aussicht gestellte Wiedereinführung der vierteljährlichen Gehaltszahlungen am 1. Oktkober d. I. erfolgen wird.
— Der Personalabbau In Preußen. 3m Hauptaus- schuh des Preußischen Landtags teilte Finanzminister Dr Höpker-Aschoff weiter über den Stand des Per- sonalabbaus mit, daß die Zahl der Beamten von 1923 bis 1925 von 157 000 auf 149 000, also um 5.6 Prozent, vermindert worden sei, die Zahl der Angestellten non 25 000 auf 18 000 ober um 22.7 Prozent und die Zahl der Arbeiter von 16 000 auf 14 000 gleich 14.4 Prozent. Die Ersparnis wird auf 36 Millionen jährlich geschätzt. Die Novelle zur Abbauverordnung werde demnächst dem Landtag zugehen.
---- Sine Anfrage von Dr. Marx. Reichskanzler a. D. , Dr. Marx hat im Reichstag eine kleine Anfrage I
eingebracht, in der darauf hingewiesen wird, daß unter den Eifenbahnbeamten eine unge- wöhnllch große Beunruhigungüber angebliche Llb- sichten der ReichSeisenbahnverwaltung betreffend grundsätzliche Aenderung der Rechte der Eisenbahnbeamten bestehen. Die ReichSbahnverwaltung solle vorhaben, die Beamten auS Gruppe 1—6 ins ArbeitSv er hält nr S zu überführen. Das Staatsministerium wird ersucht, Stellung zu diesen angeblichen Absichten der Eisenbahnverwaltung zu nehmen und das Ergebnis bekannt zu geben.
* Die Besserung der italienischen Valuta. Infolge ber_ scharfen Maßregeln des Finanzministers Volpi hält die Besserung der italienischen Lire an. Von ihrem tiefsten Stande, 1 Dollar --- 30,50 Lire, ist sie heute auf zirka 24 Lire gestiegen, um 20 Proz. also. Die Absicht geht ohne Zweifel dahin, die von Amerika und England gewünschte Stabilisierung der Lira auf Vs ihres Goldwertes zu erreichen, eine conditio sine qua nor der Kriegsschuldenregelung mit den beiden Gläubigerländern, die Goldwährung haben.
K. Marx über iie Ausgaben ber AntrnnHartei.
Der kommende Parteitag.
In einer Unterredung, die der erste Vorsitzende der Zentrumspartei Dr. Marx einem Vertreter der dem Verband oberschwäbischer Zeitungsverleger angeschlossenen „chohenzollernschen Volkszeitung" gewährte, brachte Dr. Marx zum Ausdruck, daß der kommende Parteitag des Zentrums zunächst eine völlige Klärung der Angelegenheit Dr. Wirth bringen müsse. Deswegen müsse aus die Anwesenheit Dr. Wirths auf dem Parteitag der größte Wert gelegt werden. Die Reise Dr. Wirths nach Amerika habe sich nicht verschieben lasten, da er seine Teilnahme an der Tagung der Interparlamentarischen Union in Washington zugesagt und außerdem eine Reihe von Vorträgen übernommen habe. Bis zum Zusammentritt des Parteitages Mitte November sei jedoch mit einer Rückkehr Dr. Wirths zu rechnen.
Heber den Tagungsort fei bis heute noch keine Bestimmung getroffen worden. Vielleicht komme Frankfurt a. M. in Frage, dessen Partei einen entsprechenden Antrag gestellt habe. Der Kernpunkt aller Erörterungen werden nach der Meinung Dr. Marx' auf dem Parteitag die Frage bilden, ob die Zentrumspartei in gleicher Weise mit rechts wie mit links eine Koalition eingehen könne. Es scheine, als ob Dr. Wirth ein Zusammengehen mit der Linken allein für zweckmäßig erachte. Sein Standpunkt fei jedoch der, daß das Zentrum die Mittelpartei bleiben und feine Freiheit wahren müsse, sich gegebenenfalls nach links oder rechts zu entscheiden. Eine feste Mehrheit, die Aussicht hätte, auch über die letzten Rseichstagswahlen hinaus zu dauern, fei nach der augenblicklichen Lage
der Dinge nicht zu erwarten. Auf eine weitere Frage erklärte Dr. Marx, daß er es für u n b e • deutlich halte, wenn die theoretischen Erörterungen über den Charakter des Zentrums in der Presse weitergehen. Jedoch warnte er vor Entschließungen von lokalen Parteiorganisationen über die Stellungnahme im Falle Wirth, ehe die tatsächliche Sachlage nach allen Richtungen geklärt sei. Diese Klärung könne nur erfolgen, wenn der Standpunkt Wirths und der Fraktionsleitung dargelegt worden fei. Dies könne aber erst auf dem nächsten Parteitag geschehen, wo beide Teil« ausreichend zu Worte kommen würden. Von dem nächsten Parteitag müsse des weiteren erwartet werden, daß er derart zusammengesetzt ist, daß er tatsächlich der Stimmung der W ä h l e r sch a f t klaren Ausdruck verleiht.
Das jetzige Wahlrecht habe u. a. zweifellos den Nachteil, daß es für die Fraktionen nicht klar die Entwicklung und die Stimmung der Wählerschaft erkennen lasse. Beim früheren Wahlrecht habe der Ausfall von Nachwahlen regelmäßige Schlüsse auf eine Aenderung der Stimmung gegenüber der Hauptwahl zugelassen. Auch die Fraktion müsse darauf rechnen können, daß die auf dem nächsten Parteitag zutage tretenden Meinungen auch tatsächlich den Willen der Zentrumswähler wiedergeben. Nur dann könne seine Entscheidung An- fpruch auf volle Autorität erheben. Aufgabe der einzelnen Organe müsse es sein, bis dahin ihren Vertretern auf dem Parteitag ihre Willensmeinung über die oben berührten Fragen unzweideutig zur Kenntnis zu bringen.
Heues vom Lu-eirdorff-pirtsch.
Exminister Schweyer über die Hauptursachen de» Münchener Novemüerpulsches.
In dem Buche, das ber frühere bayerische Staatsminister des Innern Schweyer über die politischen Geheimverbände verffaßt hat, schreibt er u. a. über die Hauptursachen des nationalsozialistischen Putsches im November 1923:
Darin, daß der Ausruhrversuch der Nationalsozialisten vom 1. Mai 1923 gerichtlich ungesühnt geblieben und daß die strafprozessuale Behandlung jener Vorfälle trotz der vorbereitenden Schritte des Ministers des Innern unterblieben fei, fei eine der Haupturfachen des Nooemberput- fches zu erblicken. Wenn die Zuwiderhandlungen der Nationalsozialisten vom 1. Mai 1923 ihre Sühne gefunden hätten, wäre es aller Voraussicht nach nicht zu dem Umsturzversuch am 8. November 1923 gekommen. Ohne Zweifel werde die rückschauende Geschichtsbetrachtung immer wieder prüfen, was wohl geschehen und was alles vermieden worden wäre, wenn an jenem 1. Mai 1923 die damalige Regierung.in berechtigter Gegenwehr den off e- nen Kampf mit der Hitlerbewegung ausgenommen und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Machtmitteln dem Spuk ein Ende bereitet hätte. Man werde gewiß der Aufassung guftimmen müssen, daß damals eine Situation gegeben war, die geradezu zum Zugreifen drängte. Sei man dieser Meinung, dann werde man aber nicht herumkommen, die gesamte Regierung von damals für die Unterlassung verantwortlich zu machen. Das Versagen der Staatsanwaltschaft falle in eine Periode, wo der günstigste Zeitpunkt für ein Einschreiten der Staatsregierung bereits verpaßt gewesen sei.
Es soll immer noch Leute geben, die in München einen Vorort überlegener politischer Klugheit sehen. Aber es gehört doch immer wieder unerschütterliche Voreingenommenheit dcyzu, bei sachlicher Betrachtung der Dinge an diesem Glauben f e st z u h a l t en, Die Münchener Politik zeigt eigentlich in mustergültiger Weise nur das eine: wie man es nicht machen darf._________
* Stahlhelmtaq 1826 in Hannover. Einer Meldung zufolge findet der nächste Frontfoldatentag „Stahlhelm" für ganz Deutschland am 5. und 6. Juni 1926 in Hannover statt.
Uommrmalpolitisches.
— Hauptversammlung der technischen ©berbeamten in Freiburg. Die diesjährige Hauptversammlung der technischen Oberbeamten deutscher Städte wurde am Sonntag abend durch einen Begrüßungsabend eröffnet. Die Verhandlungen nahmen am Montag ihren Anfang Der diesmaligen Tagung hat man ein einheitliches und bedeutsames Thema zugrunde gelegt, nämlich „Wirtschaft und Städtebau".
wirtschaftliche Rampfbewegungen.
= Schiedsspruch im Ruhrgebiet. In der Streitfrage um die Lohnerhöhung für die Straßenbahner in Rheinland-Westfalen wurde vom Dortmunder Schlichter ein Schiedsspruch gefällt, der eine Spitzenlohnerhöhung von 5 Psg. pro Stunde vorsieht.
— Einigung der chemischen Industrie -er Rheinlands. Den von dem stellvertretenden Schlichter für das Rhein- land am 5. September gefällten Schiedsspruch in der chemischen Industrie haben die Parteien angenommen.
— Schiedsspruch in der Rrefelder Seideninduslrie. Nach ergebnislosen Verhandlungen der Parteien unter- emanber wurde in der Krefeld er Seidenindustrie ein Schiedsspruch gefällt, der den Lohnstreit end- gültig dahin entschied, daß die Tariflöhne und Akkordlöhne für die verschiedenen Gruppen um 2 bis 6 Pro- zent erhöht werden. Das neue Abkommen läuft bis Snde Februar 1926.
wahabiten in Medina.
wtbßonbon, 15. Sepk. (Id.). Nach Bläffer Meldungen aus Kairo haben die Wahabiten IHebitu ohne Schwertstreich beseht. Weder den Ein wohnern noch den Heiligtümern sei irgend welche! Schaden zugefügf worden. Ibn Saud, der sein, Erfolge auf funkentelegraphischem Dege bekam» gab, verlangte die Kapitulation der Stamme in de, Umgebung der Stadt.
Kurland.
• Ein neuer Sowjetgesandter in Wien. De, neuernannte Gesandte der Union der Sowjetrepu blifaner, Dersin, bat dem Bundespräsidentei Hainisch fein Beglaubigungsschreiben überreicht.
* Die umstürzlerische Bewegung in Griechenland Havas meldet aus Athen: Der Direkwr bei Zeitung „Estia" ist unter der Anschuldigung, um stürflerische Artikel veröffentlicht zu haben, verhafte worden. Der Direktor der Zeitung „Strit", gege, den eine Untersuchung eingeleitet werden sollte, i) wieder freigelaffen worden.
* Aus dem portugiessschen Parteileben. Hada, berichtet aus Siffabon, das Personal der Postau stalteu habe die Aufforderung, in die Partei öe Republikanischen Linken einzutreten, mit dem Be schluß beantwortet, keine der vorhandenen Politischei Parteien zu unterstützen, sondern wenn möglici für die kommenden Wahlen eine besondere Liste fit eine Beamtenpartei aufzustellen.
* Zusammenstoß zweier Lokomotiven .Wie Hava! "aus Straßburg berichtet, sind infolge eines Bei sehens auf dem Bahnhof Hagenau zwei Lokomolivei zusammengestoßen. Die beiden Lokomotivführer flni schwer verletzt.
* Unwetter in Norditalien. In ganz Norditaliei herrschen Gewitter mit Hagelweiter und Schnee Derartige Gewitter werden gemeldet au8 Brescia Parma, wo die Temperatur auf 10 Grad gesunkei ist und aus Mantua und Piacenza, wo die und liegenden Berge mit Neuschnee bedeckt sind. Beson ders stark hat der Sturm an der Tyrrhenisch« Meeresküste gewütet. In der Umgegend von Ra> polla hat der Hagel und Sturm die Weinberge uni Oelbäume stark beschädigt.
= Der deutsche vankiertag. Der 6. Allgemein, Deutsche Bantiertag wurde m Berlin vom Geheime, Justizrat Professor Dr. Riesier mit einer Anspruch, eröffnet. Ngch Prof. Dr. Riesser ergriff der Reichs Wirtschaftsminister Dr. Neuhaus das Wort. Er schlaf mit dem Wunsch, daß das deutsche Bankgewerbe weiter erstarken und im Rahmen einer wiederaufgebauter Wirtschaft weiter diejenige Stellung einnehmen möge die ihn nach seiner großen Vergangenheit und natf dem Matz der in ihm lebendigen geistigen Kräften ge bührt.
= Ronzesfionlerung der Sugspitzenbahn Das b a y, rische Handel smini st e rium hat nunmehr nach gründlicher Prüfung der Unterlagen an Ingenieur Cathrein endgültig die Konzession zum Bau uni Betrieb der Zahnradbahn auf den Ostgipfel der Zug. pitze erteilt. .Die Bau- und BetriebSkonzesston erstreck ich auf 29 Jahre. Die Urkunde sieht gewifle Friste« ür die Durchführung des Baues vor. Die gesamt« Bahnstrecke hat eine Länge von 19.6 Kilometern, davor 5 Kilometer im Tunnel.
von den Hochschulen.
— General Allen Ehrendoktor der Frankfurt« Universität. Die medizinische Fakultät der Frankfurts Universität hat den General H. T. Allen wegen feine, Verdienste um die deutsche Volksgesundheit, die er fid durch das amerikanische Liebeswerk an den deutsche, Kindern erworben hat, zum Ehrendoktor ernannt.