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Anzeiger für die Stadt und den kreis Fulda. Amtliches Lreisblakk.

Nr.

03.

Verantwortlich lür die SckriMeituns; Dr. Johanne» Kramer- An, eigen: I. B arreller. Suita. Rotationkdrvck nnd »erlag d«r

Inldaer Aetlendrvckerei ht Suldo. SernwreLer Rr- 9.

Monatlicher »e,n«Svr«iS: 1JSO «k. ____

Freitag, 4. September (925.

«n»eifl en-Steifs: ßle: Meile (Colonel) lokal 0,15 Goldmar! aurwürts 0L0 Gokdmark: » eklamereile lokal 0.60 Voldmart aurwLri» OLO Soldmark. ,.

Bei Wiederbolungen Rabat«. Bostlcheckkonto Frankfurt tu M. 4051 .....

52. Zahrg.

dann wird es

um gört} Europa schlingen

gewähren und um jene Summe zu die Gehälter für die Staatsbeamten

wie 1913 zu erhöhen, wie

SiWeiHM dhö Arbeit sör den Weltfrieden

Vie Besprechungen in Genf. — Die juristischen Sachverständigen.

Reichstagspräsident Lobe bei Ministerpräsident Painlev^.

Marokko.

wtb. parlS, 3. Sept. (Tel.). Die der ..Pelil pariflen" aus Tunis meldet, find zwei Ab tei- lungen der Großkampfflugzeug staffel „Goliath" nach Marokko abgegangen. Jedes Flugzeug hak 5 Dann und Kriegsmunition an Bord. _____

* Bodenfenknngen in Duisburg. Aus Duisburg wird gemeldet: Starke Bodensenkungen machen sich in der Andreas Hoferstraße bemerkbar. Zahl, reiche Häuser zeigen große Riffe; eine Anzahl mußte durch eiserne Träger gestützt werden,

zesen für Bauzwecke dauernd gewährten Mitteln den erhöhten Bedürfnissen entsprechend zu erhöhen.

Nr. 8.

Die im Etat für die Diözesanoerwaltungen vor­gesehenen Beträge den wirklichen Bedürfnissen ent­sprechend sestzusetzen.

Nr. 9.

1. Zur Ergänzung der Bibliotheken für die theologischen Bildungsan st alten in Fulda, Paderborn und Trier eine einmalige Beihilfe von je 20 000 RM. bereitzustellen;

2. die aus staatlichen Fonds und der Staars- kaffe gewährten Beihilfen für die bischöflichen theo- logischen Bildungsanstalten wieder in voller Höhe

Kulturpolitik in Preußen.

Zenkrumsankräge zum Hauhalk des Dinistcriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.

Im Hauptausschuß des Preußisch en Landtages hat die Zentrumsfraktion bisher unter anderem folgende Anträge eingebracht:

Der Ausschuß wolle beschießen, dem Landtag folgende Anträge zu unterbreiten:

Der Landtag wolle beschließen, das Staats­ministerium zu ersuchen:

Nr. 1.

1. die Zahl der in die Anwärterliste aufzu­nehmenden Studienassessoren dem tatsäch­lichen Bedarf entsprechend, mindestens aber auf 1000 zu erhöhen,

2- zur Beseitigung der durch die ausschließliche Berücksichtigung der Leistungen heroorgerufenen Härten eine angemeffene Uebergangszeit festzu­legen, innerhalb welcher nach Ausscheidung der un- zweifelhaft Untüchtigen die Aufnahme in die An­wärterliste zu 50 o. H. auf Grund tzes Dienstalters und zu 50 v. H. auf Grund der Leistungen erfolgt,

3. das Verhältnis der planmäßigen Stellen zu den nichtplanmäßigen baldigst wieder auf den Standpunkt von 13 :1 zu bringen.

Nr. 2.

Dort, wo auf Verlangen der Eltern eine d r i t te Religionsstunde in der Sexta der höheren Knabenschulen und in der Sexta und Quinta der höheren Mädchenschulen erteilt wird, diese Stun- den auf die planmäßige Stundenzahl der Lehrer anzurechnen.

Nr. 3.

Eine Neuregelung der Erteilung des wahlfreien Unterrichts vorzunehmen.

Nr. 4.

1. Die Genehmigung zur Errichtung von Privatschulen in allen Fällen zu erteilen, in welchen die Erfüllung der im Artikel 147 der Reichsverfassung bezeichneten Bedingungen gesichert erscheint;

2. für die Verfügungen der staatlichen Schul- verwaltungs- und Schulaufsichtsbehörden in Sachen des Privatschulwesens, namentlich soweit es sich auf die Versagung oder die Zurücknahme der Geneh- !"Gung von Privatschulen beziehen, die Anfechtung rm Wege des Verwaltungsstreitverfahrens mit dem sollen -Instanzenweg der Verwaltungsgerichte zu- . den Leitern und Lehrern der privaten 9r°mr/I1^Ul-e!lbie Berechtigung zur Führung der A m t s b e z e, ch n u ng e n zu erteilen, die den Jn- habern gleichartiger Stellen an den öffentlichen höheren Schulen verliehen sind.

Nr. 5.

Huf eine baldige reichsgesetzliche Regelung des gesamten Prwatschulwesens hinzuwirken.

Nr. 6.

Den Retoratsschulen tunlichst Förderung zuteil werden zu lassen.

Nr. 7.. ' "

Für die bauliche Unterhaltung der Domkirchen und der Wohnungen der Domherren und Dom- Vikare einen einmaligen außerordentlichen Beitrag von 300 000 RM. bereitzustellen und die den Dio-

macht rasch und entschieden Fortschritte bei allen Par. teien bis weit in die Rechte hinein. Dabei sind wir deut­schen Friedenssteunde überzeugt, daß das obligatorische Schiedsgericht in Tätigkeit treten soll nicht nur in Fäl­len rechtlicher, juristischer und anderer DfifA-enzen zwei- ten. Ranges, sondern daß es auch für die sogenannten politischen Fragen (Bettung erlangen soll. Cs gibt keine höhere Ehre als die, seinem Volke Massenmord, Blut­vergießen und Erniedrigung zum Tier zu ersparen, die jeder neue Krieg in ungeahntem Umfange bringt.

Wirksam wird diese Schiedsgerichtsbarkeit erst wer­den, wenn die Abrüstung allgemein in Angriff genom- men wird, wie sie die Einleitung zum 5. Abschnitt des Versailler Vertrages nicht nur für einzelne Staaten, son- dern für alle dem Völkerbund angehö­renden Länder in Aussicht nimmt. Die Friedens­freunde ohne Unterschied der Nation kennen eine teil­weise Abrüstung und Abrüstung einzelner Länder nur als U e b e r g a n g s st a d! u m zur allgemeinen Ab­rüstung, die eine selbstverständliche Ergänzung jedes Schiedsgerichts und Sicherheitspaktes fein muß, und die jenen Abmachungen erst einen Sinn gibt und.die Kriegsverhinderung erst aussichtsvoll macht. Als Deut- scher darf ich an dieser Stelle wohl einfügen: Unser Land ist technisch bis zu einem Grade abgerüstet, der für alle Länder Europas ein Vorbild fein kann. Wir warten auf eine Erfüllung der Zusagen im Abschnitt 8 des Friedensvertrages. Die Einlösung der dort gegebenen Versprechungen wird auch jenen anderen Teil der Abrüstung fördern, der nicht minder wichtig ist, nämlich die moralische Abrüstung.

Nicht nur die - Kriegsmittel, sondern auch der Kriegs­wille muß abgebaut werden, wenn die Welt vor neuen Aderlässen geschützt werden soll. Die Beseitigung der Kriegsmittel kann durch das Machtgebot eines 'Stär­keren erzwungen werden; die Beseitigung des Kriegs, willens ist nur möglich durch Entgegenkommen, gegen­seitiges Vertrauen und vollkommene Gleichberechtigung der Völker. f

Wenn es gelingt, so schloß Löbe, den alten Hader der beiden großen Nationen zu beenden, wenn si französische nnd deutsche Hände friedensbereit und vertrauensvoll ineinanderlegen, dann ist auch für alle anderen die europäische Befriedung nahezu erreicht. Schlingt sich ein Band der Ve - iöhnüng um Frankreich und Deutschland

Treue dem Zentrum!

Aus führenden christlichen Arbeiter­kreisen wird uns geschrieben:

Die Stellung der katholischen Arbeiter in der Zentrumspartei war in den letzten Jahren, insbe­sondere aber in der letzten Zeit Gegenstand heftig­ster Angriffe der politischen Gegner von links. Ins­besondere bemüht sich die Sozialdemokra­tie, die Zentrumspartei als „arbeiterfeindlich" zu brandmarken und den Arbeitern zu sagen, daß sie beim Zentrum keine wirksame Vertretung ihrer Interessen finden, weil die Zentrumspartei infolge ihrer Zusammensetzung aus allen Berufsklassen unfähig sei, eine gründliche Sozialpolitik und eine vernünftige Wirtschaftspolitik zu betreiben. .Wenn auch viele katholische Arbeiter seither gemäß dem Grundsatz „Treue um Treue" unentwegt und treu zur Zentrumspartei standen, so ist es doch am Platze, die Stellung der katholischen Arbeiterschaft innerhalb der Zentrumspartei näher zu besprechen.

1. Was ist denn der Grundgedanke der Zen- trumspartei?

Ihr Grundsatz lautet: „Gerechtigkeit ist die Grundlage der Reiche."

Die Zentrumspartei hat es stets vermieden, langatmtze Programme über Einzelfragen aufzu­stellen und sie tut gut daran.

Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse find einer fortgesetzten Wandlung unterworfen, und so müßten demgemäß auch die einzelnen Forde­rungen fortgesetzt anders formuliert werden.

Das Zentrum will keine Klaffe npartei, son­dern eine Volks Partei sei. Es will alle Stünde und Berufsklassen auf dem Boden des Christen­tums, der Vaterlandsliebe und Verfassungstreue zu­sammenfassen, um das gesamte deutsche Volk in seiner geistigen, sittlichen und wirtschaftlichen Em­porentwicklung zu fördern.

Der zersetzenden und volkswirtschaftlichen Wir- nrng der Klassengegensätze setzt das Zentrum den Gedanken der Solidarität entgegen, der darin gipfelt, die Jntereffen des ganzen Volkes unter dem Gesichtspunkt eines gerechten Ausgleichs und der Voranstellung der großen religiösen und nationalen Ideen zu fördern.

Im Rahmen dieser Parteigrundsätze sollen alle Stände, alle Berufe zur Geltung kommen, die be­dürftigsten Kreise sollen am meisten geschützt und gefördert werden.

2. Sind diese politischen Grundsätze der Zen­trumspartei richtig?

Wenn wir das Volk in seiner Gesamtheit be- trachten, sind sie es zweifellos. Der Gedanke, un- sere Parlamente nach B e r u f s st ä n d e n zufam- menzufetzen (Wirtschaftsparlaments), der sich frü- .her auch in Zentrumskreisen bemerkbar gemacht $ .. PJ™ hem man sich sogar da und dort gründlich beschäftigt hat, wurde aber schließlich doch fallen gelassen, weil man fürchtete, die Parlamente wurden zu reinen Standesinteressenvertretungen - Äl'nken. Auch zeigt die Tätigkeit des Reichs- wirtschaftsrates, der doch auf berufsständischer Grundlage zusammengesetzt ist, wie richtig diese Be­denken waren und sind. Aufgabe der Politik und des Politikers find es gerade, die Gegensätze zu überbrücken und Verständigungsgrundlagen auf einer gefunden und für alle Kreise tragbaren M i t- tellinie zu finden. Bei der reinen Jnteressen- vertretung würden die wirtschaftlichen Gegensätze sich immer mehr verschärfen und die Arbeiterschaft ST “5 d" finanziell schwach gestellte

Kürzeren ziehen. Die Interessen aller muffen sich eben dem G e s a m t w o h l des Volkes unterordnen, auch die Jntereffen der Arbeiter;

nur dann wird auch die Gesamtheit ) Einzelnen eintreten. Eine solche Politik des gerechten Ausgleichs der Jntereffen wird sich zur Aufgabe stellen können, durch die Gesetz- ffbungden hilfsbedürftigen, wirtschaftlich schwachen Volkskreisen unter die Arme zu greifen und ihnen SÄVVT geistigen und wirtschaftlichen Fortschritt der Nation zu gewährleisten, auf den sie berechtigterweise Anspruch haben. Dieses Ziel läßt sich aber nur dann erreichen, wenn sich alle Stande verpflichten, praktisch ausgleichende Gerech- ligkeit zu üben, so wie es das Zentrum getan bat Gerade diesem politischen Grundsatz hat das Zentrum seine Erfolge zu verdanken. Aus ihm heraus ist das Zentrum zum eifrigen Förderer der sozialen Gesetzgebung geworden.

Der größte Vorteil für uns Arbeiter liegt darin, daß wir auch die Angehörigen anderer Be-' rufsklassen für die Förderung unserer Interes­sen auf Grund der christlichen Weltanschauung, auf der der Zentrumsgedanke ruht, verpflichtet haben.

Aus diesen grundsätzlichen Erwägungen heraus lehnt es auch die katholisck)e Arbeiterschaft ab, V e r- °Se«ngspolitif zu treiben und der deut­schen Zentrumspartei den Rücken zu kehren. Sie will gerade die Zentrumspartei als Partei der Mitte erhalten wissen. Die katholische Arbeiter­schaft weiß, daß mit der Zweffrontenpolitik oder Mit dem Zweiparteiensnstem Deutschland heute und m weiterer Zukunft nicht aufzubauen ist. Käme ur. ^in^e ön5 Ruder, würde sie zerschlagen und obbauen, was die Rechte geschaffen hat. Die Rechte oagegen wurde bei Eroberung der politischen Macht rücksichtslos gegen das von der Linken Geschaffene vorgehen Die katholische Arbeiterschaft würde bei ??r, p/,r schlagungder Zentrumspartei das p o- Ntifche Schwanzstück der einen oder ande­ren Gruppe werden.

Deshalb ist die E r h a l t u n g der Zentrums- KLT singende Notwendigkeit, die uns die Gewahr für eine sachlich eingestellte, sozial verankerte, allen Ständen dienende Politik abgibt. - Daher: Treue dem Zentrum!

* Aus Syrien. Wie Havas mitteilt, ist her -origadegeneral Gamelin, der bisher zur Disposition iwnd, zum Kommandanten der Levante-

ernannt und dem Generaloberkommiflar * 1 2 ,R Syrien beigegeben worden. -

In Genf hatten Vandervelde, der belgische Außenminister, und Chamberlain, der englische Außenminister, eine einstündige^Unterredung über den S i ch e rh e i t s p a k t. BeiZeiner Rückkehr er­klärte Vandervelde der Presse, daß zwischen ihm und Chamberlain über die Grundlagen des Sicher­heitspaktes volle Einigkeit herrsche. Diese Einigkeit sei um so wertvoller, als sie sich auf Eng­land, Belgien und Frankreich erstrecke, was er auf Grund seiner Aussprache mit Briand mitteilen könne. Diese Einigkeit dürfe in Deutschland nicht mißverstanden werden, da es sich in keiner Weise bei dem jetzt in London von dem juristischen Sach­verständigen beratenen Paktentwurf um etwas handle, was von Deutschland nur angenommen oder abgelehnt werden könne. Im übrigen habe sich in seinen Verhandlungen mit Chamberlain wieder gezeigt, daß eine mündliche Aussprache rascher vorwärts bringe als ein Notenwechsel.

Die Besprechungen sollen in einigen Tagen fort­gesetzt werden, sobald die Ergebnisse der Londoner Konferenz der juristischen Sachverständigen in Genf vorliegen.

Die juristische Sachverständigenkonferen;

Die juristischen Sachverständigen Deutschlands und der Alliierten beraten feit zwei Tagen unter strengem Ausschluß der Oeffentlichkeit in London.

$ür deutsch-französische Einigung.

Reichstagspräsident Löbe ist in Paris vom Mi­nisterpräsident Painleve empfangen worden, der sich mit ihm längere Zeit über die deutsch-französischen Beziehungen unterhielt.

Auf dem Pariser Friedenskongreß führte Löbe u. a. aus:

Der Schiedsgerichtsgedanke, der jetzt in fo erfreulicher Uebereinftimmung mit von den Staatsmän­nern beider Länder erwogen wird, steht an der Wiege der interparlamentarischen Union. Er steht an der Wiege der Organisation der Friedensfreunde auch in unfe-em Lande, dessen herrschende Schicht noch 1907 auf der Haager Konferenz ihm ablehnend gegenüberftanb. Er

. Heues von der K. p. v.

I Moskau ist unzufrieden mik den deut chen komm» I "isten. — Der Sturz der Ruth Aicher. — Dei I Leninismus.

Die Berliner Parteileitung der K. P. D. hat I von der Moskauer Exekutive einen Brief erhalten, | 'N dem ein sofortiges Einschwenken in die Mos- I kauer Linie gefordert wird. Der „offene Brief", I der drei volle Seiten der „Roten Fahne" füllt, rich­tet sich gegen die „ul trat in! en" Tendenzen i in der kommunistischen Partei Deutschlands.

Der Berliner Parteitag der K. P. D. hat sich I 3,war schon bemüht, den neuen Moskauer Richt- I linien nachzukommen und besonders Ruth Fischer hat sich emsige Mühe gegeben, noch I rechtzeitig auf die andere Seite überzugehen, aber die späte Reue hat ihr nichts genützt. Sie und ihr I Genosse Maslow, der vom llntersuchungsge- | sängnis aus die deutschen Kommunisten mit Theorie versteht und bisher der eigentliche geistige Führer der Partei war, bekommen den schwersten Rüffel. I Ruth Fischer wird vorgeworfen, daß sie „ultralinke Stimmungen" gefördert und sich über die Massen beschwert habe, die ihre Politik stören. Maslow I ober hat sich eines noch schwereren Vergehens I schuldig gemacht. In einer seiner Schriften hat er | den Dritten Moskauer Weltkongreß der Kommu- I nistischen Internationale wegen feiner Aengsüich- keit vor „Linksgefahren" einer Kritik unterzogen

I und dabei auch den Namen Lenin genannt.

I Die „Exekutive", heißt es in dem Moskauer | »rief, „erklärt vor der ganzen Kommunistischen I Internationale, daß dieser ungeheuerliche Angriff I oegen Lenin und den Leninismus um keinen I Preis geduldet werden kann."

Um solche Unbotmäßigkeiten ein für allemal I auszurotten, verlangt die Moskauer Exekutive: I . !• Reform des innerparteilichen Kurses im I Sinne der Normalisierung und Demo­kratisierung des Parteilebens, der I lebendigen Verbindung der Parteiführung mit der Mitgliedschaft in und durch alle Organisationen der Partei.

2. Ernsthafte und unbedingte konsequente Re­organisation auf der Grundlage der Betriebszellen.

3. Organisatorische Zusammenfassung und Festi­gung des kommunistischen Einflusses in allen par­teilosen Arbeiterorganisationen, vor allem in den Gewerkschaften, aber zugleich auch in den sich neubildenden Massenorganisationen des Prole­tariats.

Unter den weiteren Aufgaben der Partei wird genannt „rasche Einstellung auf Sport. Mieter- Freidenker-Organisationen, rote Frauen-Liga usw." praktische Verwirklichung einer leninistischen Bauernpolitik in Deutschland. Zu diesem Zweck muffe die Partei „die steigendeUnzu- friedenheit des Kleinbürgertums und des Bauerntums wegen der Regelung der Aufwertungs­frage, der Handelsverträge, der Kredite, der Steu- i ern und Zölle zum gemeinsamen Kampf gegen Bourgeosie mobilisieren."

Alle diese Aufgaben seien bisher von der deut­schen Parteileitung nur unzureichend erledigt wor­den, und auch „von der versprochenen demonstra­tiven Wendung" in der Gewerkschaftspolitik war auf dem Parteitag mit Ausnahme des Referates Thälmanns keine Rede. Mit einem Wort: es muß anders werden.

Der Eindruck der Moskauer Mahnung auf die Berliner Parteileitung ist nicht ausqeblieben. An der Spitze des Blattes, in dem der offene Brief ab­gedruckt wird, veröffentlicht die „Rote Fahne" einen Aufruf des Zentral-Komitees der Kommunisti­schen Partei Deutschlands, in dem alle bisherigen Sünden reumütig eingestanden werden und Besse­rung versprochen wird. Der politische Kurs solle geändert werden, „nicht nach rechts, sondern in der Richtung zum Bolschewismus", neben dem es keine „linkere" Politik geben könne.

Praktisch wird die „Revolution von oben", die letzt von Moskau ausgeht, wohl zur Folge haben, daß Ruth Fischer und Maslow — von den ganz Ultralinken, den Scholem und Rosenberg, zu schwei­gen — aus der Führung der Partei ganz verschwin­den ober doch stark zurückgedrängt werden und die farbloseren, folgsameren Genossen, wie Thäl- mann und Dengel tonangebend werden. Das Zentralkomitee der K.P.D. hat bereits mit allen gegen eine Stimme, bei einer Stimmenthal­tung den Moskauer Armeebefehl „gebilligt" und sich verpflichtet, jeden Angriff „gegen die Linie der Komintern", d. h. gegen die Linie der Moskauer Kommunistischen Internationale, rücksichtslos zu be­kämpfen.

Haussuchungen bei der K. P. D.

Die Blätter melden aus Hamburg: In bex Geschäftsräumen der Bezirksleitung des Bezirks Wafferkante der K. P. D. und in den Geschäftsräumen des Roten FrontkämpferbundeS wurden auf Beran« laffung einer auswärtigen Staatsanwaltschaft Haus­suchungen vorgenommen.

in gleichartigen Stellungen und für die sachlichen Kosten für die Verwaltungsbehörden durch den Staat verändert worden sind.

Nr. 10.

Unbeschadet etwaiger Konkordatsverhandlungen eine einstweilige Regelung der Gehälter der Domherren und Domvikare entsprechend den für gleichartige Stellungen in der Staatsverwaltung jeweilig maßgebenden Vorschriften vorzunehmen.

Nr. 11.

Den Titel 113 in Kap. 19 der einmaligen Aus­gaben (Erhaltung der Altertümer in den Rhein­landen) auf dauernde Ausgaben zu übernehmen.

Nr. 12.

Das Ministerium für Wiffenfchaft, Kunst und Volksbildung zu veranlaffen, dafür zu sorgen, daß wenigstens feine Erlasse über die Anstellung von weiblichen Lehrkräften an den höheren Lehranstalten für die weibliche Jugend durchgeführt werden und daß die Leitung dieser Anstalten künf­tig tunlichst Frauen übertragen wird.

Nr. 13.

1. Den infolge der ungünstigen Finanzlage na­mentlich der kleineren Städte vielfach gefährdeten Fortbestand der kommunalen höheren Lehranstalten durch ausreichende Staats- zufchüffe, nötigenfalls durch Verstaatlichung sicher­zustellen;

2. mit tunlichster Beschleunigung dem Landtag einen Gesetzentwurf vorzulegen, der für die bisher ausschließlich der Sitzgemeinde aufgebürdeten Schullasten eine der Billigkeit besser entsprechende Verteilung vorsieht.

Nr. 14.

Dem höheren Schulwesen in den Grenzge­bieten eine besonders sorgfältige Pflege ange­deihen zu lassen. Dabei wird vor allem darauf Be­dacht zu nehmen fei, daß die dort vorhandenen höheren Schulen nach Möglichkeit zu Dollanftalten ausgebaut werden. Soweit die Heranziehung aus­wärtiger Schüler die Errichtung von A l u m n a - ten erforderlich macht, muß erwartet werden, daß Staat und Reich bei der Beschaffung der hierfür benötigten Geldmittel hilsteiche Hand leisten.

* Schließung englischer Marinewerkstätten. Die Admiralität teilt mit, daß die Marinewerkstätten in Roshth und Pembroke mit Rücksicht auf die Ein­schränkung des Flottenbauprogramms demnächst geschloffen werden. Die vorhandenen Ge­bäude und Anlagen werden soweit in Stand gehalten werden, daß eine Wiedereröffnuna der Werkstätten im Bedarfsfälle möglich ist. <