ul d aer Zertun q
Anzeiger für die Skadk und den Kreis Aulda. Amtliches Kreisblntk.
Nr. 199.
Berantvortlich iür bie Echrrflleitung: Dr- Johannes Kramer- Anreise»! I- 'S arzeller, Fulda. Rotationsdruck und Verlag de» Fuldaer T rtiendrvckkrei in Fvlda. Fernidrecher Nr-L.
VonaMLer BerusSvreiS: 1.50 Mk.
•Sasin
Sonntag, 30» August 1925.
Aureigen-Preiie^ Kleinreile <Colonei) lokal 0,15 (Saibmari auSwLrtS 0.20 Goldmark: Reklamereile lokal 0,60 Goldmark auswärts 0.80 Goldmark. •:
Bei Wiederholungen Rabatt. Dasticheckkonto FranNurk a. M- 4051.
52. 3ahrg.
Was wirü aus der Preisaktion der ReichsregiMNg?
* Der Schiffsverkehr von Böhmen nach Deutsch
land eingestellt. Nach einer Blättermeldung auS Prag hat die Hochwasser führende Elbe bei Aussig die Anlager des HasenS und die Umschlagsplätze überschwemmt, sodaß alle Kohlen«, Obst« und sonstige
Personen, darunter eine Frau, an Alkohol» v er giftu n g g est o r b e n. Sie hatten Methylalkohol getrunken, der in etikettierten und versiegestkn Whisky- und Numflaschen enthalten war.
* Flugzeugznsammrnstoß in England. In der Rabe von Duxford ereignete sich ein Zusammenstoß zweier Militärflugzeuge, bei welchem drei Flieger getötet und einer verwundet wurde.
* Jaramillo zrrriickgetreten. Havas berichtet aus Santiago de Chile: Der Miriisteipräsident Jaramillo ist zurückgetreten. Sein Nachfolger ist Francesco sMacones. Die übrigen Miuister bleiben im Amte. Die politische Lage ist ruhig.
* Das trockene Amerika. Nach einer Meldung aus New-Iork sind innerhalb zwei Tagen vier
werden können, darüber kann man sich überhaupt I Es bestätigt sich damit, dost br deutsche Reglern diesem Augenblick noch kein Bild machen. I rung sich lediglich darauf beschränkt bat, den Emp- Es war wirklich schon die allerhöchste Zeit, daß fang der französischen Note zu bestätigen und die die Reichsregierung in irgend einer Form zu Taten I Einladung zu der Londoner Aussprache anzu- übergeht, um einer verhängnisvollen Entwicklung I nehmen.
i Don einem besonderen wirtschaftspolitischen und zugleich parlamentarischen Mitarbeiter wird uns geschrieben:
Nachdem die innere und die äußere Politik zur Zeit in eine gewisse Ruhepause eingetreten sind, die sich schon äußerlich dadurch dokumentiert, daß der Reichskanzler und die Chefs der wichtigsten Ministerien nach dem Eingang der französischen Note sich auf Urlaub begeben haben, wird die Aktionskraft der Reichsregierung für die nächste Zeit sich hauptsächlich auf w i r t s ch a f t s p ül i t i- s ch e m Gebiet auswirken. Und hier steht tm Vordergrund der Versuch des Reichskanzlers Luiher, die von ihm in kritischer Stunde im Reichstag gegebene Erklärung wahrzumachen, als Gegengewicht gegen die aus den Zoll- und Steusrmaßnahmen zu erwartende Erhöhungen eine Preissen- kungsaktion in die Wege zu leiten.
Der Kanzler hat sich damals so ziemlich dafür verbürgt, daß ihm dieses Werk gelinge. Was seit den Beratungen des Reichstages bis heute auf dem Preismarkte vor sich gegangen ist, war aber alles andere als eine Bekräftigung dieser Auffassung. Wir haben eine ganz außerordentliche, und wie man unbedingt feststellcn muß, vollständig ungerechtfertigte Erhöhung des Preisniveaus erlebt, die umso unverantwortlicher ist, weil sie mit den noch garnicht in Kraft getretenen Zöllen und sonstigen Belastungen nicht im geringsten Zusammenhang steht. Man hat vielmehr die erst k ü n f- tig eintretenden oder gar zu erwartenden Erhöhungen schon längst und zwar nicht nur in dem voraussichtlichen Ausmaß dieser Erhöhungen soweit weit darüber hinaus vorweg kalkuliert. Und die Gerechtigkeit gebietet es, festzustellen, daß diese Erhöhungen nicht auf das Konto der Erzeuger oder der unmittelbaren Produzenten, sondern fast ausschließlich auf den Zwischenhandel und zwar nicht auf den Kleinhandel, der die Auseinandersetzungen mit dem Publikum zu führen hat, sondern auf den G r o ß h a nd e l, kommt.
Es ist in der Tat tief betrübend, beobachten zu müssen, in welcher Weise zum Teil von unverantwortlichen Elementen, die sich in den Vordergrund zu drängen trachten, die Preisspanne zwischen dem Erzeuger und dem Kleinhandelspreis immer schärfer gestaltet wurde. Hier ist ja auch der wunde Punkt, an dem die jetzigen Maßnahmen der Reichs» regierung einsetzen. Es muß unter allen Umständen mit den Auswüchsen des Kartellwesens ein Ende gemacht werden und zu diesem Zweck soll die strengste Anwendung der Kartellverordnung vom vom November 1923 dienen. Gegebenenfalls wird die Reichsregierung zu einer Verschärfung dieser Kartellverordnung übergehen. Alle Vertrage und Vereinbarungen, die eine preis« steigernde Wirkung haben müssen, sollen fristlos gekündigt werden können, außerdem sollen Vereinbarungen, die die freie Konkurrenz ausschlleßen, von nun an gesetzlich unter Strafe gestellt werden. In der Tat haben die vielfältigen Ringbildungen, namentlich bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten geradezu unsittlichen Charakter angenommen. Es ist in einzelnen Fällen schon soweit gekommen, daß derjenige Unternehmer, der solche Arbeiten erhält, dafür auch einen Preis herausschlägt, der ihm gestattet, den Mitbewerbern noch einen recht ansehnlichen Trostan» s ^UrUr^r^a^en‘ Preissteigernde Wirkungen, die ®'n$e hervorgerufen werden,' müssen selbstverständlich mit dem allerschärfsten Nachdruck bekämpft werden, und unerbittlich und rücksichtslos muß ein derartiger Kampf sein, dort, wo es I sich um Versuche zu solchen Preistreibereien auch auf dem Gebiete des Lebensmittelmarktes handelt.
Man muß sich klar darüber fein, daß viele Prersststigerungen -in der letzten Zeit geradezu künstlich hervorgerufen worden sind und zwar durch äußere Einwirkung. Mit andern Worten: Gerissene Propagandisten haben stets weitere Preissteigerungen in Aussicht gestellt und damit nachgerade eine Angstpsychose in weiten Kreien der Bevölkerung hervorgerufen, die sich wieder um in einem ü b e r st ü r z t e n E i n k a u f e n und 5) a m- stern ausdrückt. Solche Dinge haben naturnotwendigerweise infolge der Vermehrung der Nachfrage au<f)_ eine Erhöhung der Preise zu Folge. Hier muß für Beruhigung Sorge getragen werden und dazu sind alle im öffentlichen Leben tätigen Instanzen und Faktoren berufen.
Wir wollen gewiß nicht den Ernst der wirtschaftspolitischen Lage von heute verschweigen. Die Wirtschaftslage ist kritisch, ja sie ist sogar badroh- lich. Man braucht nur auf die gefahrvolle Entwicklung des Arbeitsmarktes, auf den stetigen Rückgang der Arbeitsgelegenheit und auf die daraus sich ergebende Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verweisen. Man braucht nur an die sehr kritische Lage im Ruhrgebiet zu denken, um zu erkennen, daß wir in einer Wirtsckaftsperiode uns befinden, in der höchste Wachsamkeit vonnöten ist. Das zeigt uns ja auch die Zunahme der sozialen Bedrängnisse in Gestalt der großen Lohnkämpfe, die sich
Verladungen nach Deutschland eingestellt werden mußten. Das Wasser steht ein Meter doch über den Geleisen der Hafenbahn. Der untere Teil von
Die deutsche Antwortnote,
die am Donnerstag nachmittag in Paris überreicht bei den Bauarbeitern, aber auch sonst in der In- I wurde, hat folgenden Wortlaut:
dustrie und nicht zuletzt bei den öffentlichen Der» »Die Deutsche Regierung beehrt sich den Empfang kehrsunternehmungen namentlich bei der Reichs- d-r französischen Note vom 24. August zu bestätigen, bahn Herausstellen Es ist eine sehr bedrohliche Die am Sch'uß ve- französischen Note ausgesprochene soziale Gärung allenthalben festzustellen, die immer Ansicht, daß eine Fortsetzung der Rotenmeckstls hum
der Vorbote gefährlicher wirtschaftlicher Entwick- geeignet wäre, zu einer weiteren Klärung der mit dem
lunqen mit all ihren schweren Rückwirkungen auf Abschluß eines Sicherheitspaktes zusammenhängenden die gesamte Wirtschaftslage ist. Fragen zu führen, wird von der Deutschen Regierung,
Zu allem kommt aber noch die überaus beäng- die dem Wunsche nach möglichster Bei ch leunigung
stigende Entwicklung unserer Handelsbilanz. In des Erörterungen m der Jr.tr wm 20 Juli auch ihrer-
der lebten Zeit ist sie immer passiv gewesen. Aber ^"s Ausdruck gegeben hatte, durchaus gereckt.
eine solche Un erbilanz, wie Lir si/gerade gegen- r » Deutsche Regierung begrüßt deshalb die von
.. ' ’ .z-J jrx i.n”r. „„a I Seiner ^'pzsllern de!«.lsronzosuch?n Herrn Botschafter
wartrg zu rechnen haben, ist doch noch nicht ^geteilte r^gung, daß die juristischen
dagewesen. Wir haben biS letzt eme u nter- Sachverständigen Deutschlands, Belgien-, Frank- ö Hart 3 E nahezu 3 Ml l l r ar d en Ma r k, ^ichs und Großbritanniens möglichst bald zusammen- also eine Passivität zu verzeichnen, als sie tm ^ffen, um dem deutschen Sachverständigen Gelegenheit
ganzen vergangenen Jahre m die Erscheinung g-- gu ^ben, sich von den Ansichten der Alliierten Regierun-
treten ist. 3m Suh Haben wir wieder für mehr ■ juristische und technische Seite der zur Er-
als 400 Millionen Mark gegen etwa über 300 5rterung stehenden Probleme zu unterrichten.
Millionen im Ium und über 250 Millionen un ! Unter diesen Umständen glaubt die Deutsche Regie- Mai mehr e i n g es u h r t, als wir ausführten, I ning, nachdem sie ihren Standpunkt zu einer Reihe der und auf dieses Mehr kommen über 100 Mlllwnen wichtigsten Fragen in der Rote vom 20. Juli dargelegt allein für Lebensmittel. Wie dieses Mißverhältnis I hat, von einer weiteren schriftlichen Erläuterung dieses zu meistern ist, und wie die aus dieser fortgesetzten I Standpunktes und von einer Stellungnahme zu den Passivität sich ergebenden furchtbaren, aber unaus« Ausführungen der französischen Rote jetzt absehen zu weichlichen wirtschaftlichen Folgen noch abgewandt I sollen."
sich noch in den Weg zu werfen. Ob es noch -re. fiter M»
■ gelingt, werden ja erst die nächsten Wochen erweisen Junpcmionferenj UOtl OIC
müssen. Mer wir halten dafür, daß ohne eine I wenn es fein muß. brutaleRücksichtslosig- I ' $ ’
feit dabei nickst der wünschenswerte Erfolg erzielt I Der amtliche britische Funkendienst meldet: werden kann. Man täusche sich ja nicht über den I Die Verhandlungen "zwischen bett Rechtssackiver- Ernst unserer gesamten Lage, man möge daraus I ständigen der deutschen, belgischen, französischen aber auch die Lehre ziehen, mit allen tauglichen I und englischen Außenministerien beginne am Mon- Mitteln sich diesem drohenden Unheil entgegen- tag in London. Die Länder werden wie folgt zmverfen. - I vertreten sein: Gauß-Deutschland, Nollin-Belgien,
, I Fromageot-Frankreich und Cecil Hurst-Großbritannien
Dre Stellung des Emzelhandels. Der Zweck der Zusammenkunft ist, die deutsche Re- tv , , . ... I gierung durch ihren Sachverständigen von den An-
. ,e chauvtgememsmaft »es deutschen Einze Han- I sichten for Alliierten über die rechtliche und technische
dels hatte Bertr-ter d-r Presse m emer Aus- .3eh. b$e Probleme in Kenntnis zu setzen, bie in Drache über die Stellung des Emzelhandels zur bem vargeschlagenen SiLerheitSpakt enthalten sind. Prarssenkungsaktton der Retchsregterung H-,„ herrscht allgemeine Befriedigung, daß nunmehr emaeln ,en. . , ! die Verhandlungen durch Notenwechsel zwischen den
Das Hauptreferat titelt der Vorsitzende der Hauvk- I • o-,' tl „„L,.
gemeinfchakt des deutschen Einzelhandels, Kaufmann ö,9<f kommenden Regierungen beendet sind.
Heinrich Grnnfeld (Mitglied des Reich-Wirtschafts- Man glaubt zuversichtlich, daß diese Zusammenkunft rats), der sehr entschieden alle Versuche znrückwies, die I der technischen Berater eine baldige Konferenz Schuld an den augenblicklich steigenden Preisen gerade I der Außenministet am runden Tisch zur Folge dem Einzelhandel ausbürden zu wollen. Der Ein- j aben wird.
zelhandel, der am schwersten unter der gegenwärtigen I -■w-
Wirtscbaftiskrise leide, fiibls sich von solcher Schuld völlig I 3fßHen unö Earanktcxakk.
frei. Sie- für den 1. Oktober von der Reichsregierung | Die offizielle „Agenzia di Volta" sagt, daß in angekündigte allgemeine Preissenkung werde ein p l a - I diplomatischen Kreisen in Rom die Stellung Ita- tonische!- Versprechen bleiben da alle wirtschaft- liens gegenüber dem Garanticpakt durch die Teil- ^Gn Serb'LiTr^x°n Le-W" nähme oder Nichtteilnahme eines italienischen Ber
ten. Heut« muffe er daran erinnern, baß sich der Ein- I
zelhandel vom Anfang an gegen die beabsichtigte Zoll- I 0,11 eren3 aIs unöeran-
gesetzgebung . gewandt habe, denn die Einführung hoher I ° e r 1 betrachtet werde.
Zollsätze — wie er schon damals erkannt habe — sei mit I einer VerbMgungsoktion nicht vereinbar. Die Organi- | UöSÄt
sationsn des Einzelhandels würden nichts Unterlasten, I Uvill»,
um ihre Mitchieder zu einer gewissenhaften Kalkulation * Reichsarbeitsminist-r Dr. Brauns hat einen nehmen. Im übrigen komme int Augenblick alles dar- I kretung fuhrt der Staatssekretär des Retchsarbetts- auf an, eine Kauspanik der Konsumenten zu ver- I MlNisteriums Dr. Geib.
mei^en's>r r^r r w .... , m I * Friedrich Weinhausen gestorben. Der Heraus-
, 2rh« UQrr,lnflen ■Ll,^ enx?ertI gebet! des „Demokratischen Zeitungsdienstcs", früher
ter einzelner Bronchen, wie des Lebensmittelhandels, des I
Kolonialwarenhamdels, des Milch- und Vutterhandels, I mNM lnger -?nd- und Ae d)§taq§a6geotbneter für sowie des Textilhmndels, in eingehenden Darlegungen zu I Danzig, Friedrich Weinhausen, ist tm Alter von 58 zeigen, daß der Einzelhandel sehr schwer unter der gegen- | Zähren gestorben, wärst gen Wirtschaftskrise leide und sich mit einer äußerst geringen Verdienstspanne begnügen müsse.
Dabei wurde auch.versichert, daß z. B. im Fleischwaren- handel die Einkaufspreise so teuer seien, daß der Einzel- bandel die von den Preisprüfungsstellen genehmigten Prozentsätze an Verdienst gar nicht einmal erheben könne. Preiskonvent f-vnen im Einzelhandel, von denen man jetzt so viel lesen könne, und denen man die Schuld an 6en Preissteigerungen beimeste, gebe es gar nicht. Besonders schlimm seien die Verhältniste im Kolonial- » — ,
S’°5G"^.r’b.eI- .Aer sei die Handelsspanne, die sich km | Aussig ist überschwemmt. Jahre 1914 zwischen 15 bi- 20 Prozent bewegt habe, sehr f stark herabgedrückt worden, obwohl inzwischen die Sten- i * Die neue griechische Versüssung. Havas meldet erbelastung ganz außerordentlich gestiegen sei. Schmalz, I aus Athen, daß eine Kommission von 30 Parla» Eier und Zuckerj würden z. B. größtenteils zum reinen I mentariern eine neue Verfassung ausgearbeitet hat. Einkaufspreis abgegeben, ungeachtet der Belastung durch I .
die Umsatzsteuer. Von der'Möglichkeit eines Preisab- |
W'SÄ’ia 1’m bFs"" Deutsche ljandwerkerkragen.
tung der Umsatzsteuer am 1. Oktober auf 1 Prozent I — llubiläumskogung des deutschen Handwerks. Im sichtbar a u s w i r k e n könne. Eine halbprozentige Sen- | Lübecker Bürgerschaftssaal trat die Vertreterversamm- kung der Umsatzsteuer komme bei einer Wochenausgabe I tung des deutschen Handwerks- und Gewerbekammer» eines Arbeiters in Höhe von 25 M mit 12 Pfennigen J tage- zusammen. Der stellv. Präsident, Geh. Gewerbe- in Erscheinung. Deswegen von einer Derbilliglings- j rat Mür z-Müuchen, eröffnete die Versammlung und aktion sprechen zu wollen, sei vollkommen unberechtigt. I begrüßte den neu ernannten Reichskommissar für das Auf verschiedene Anfragen wurde von dem Vorsitzen- I Handwerk, Ministerialrat Dr. Hoppe, wobei er der dm der Hauptgemeinschaft des Einzelhandels. Kauf- I Hoffnung Ausdruck gab, daß die Zusammenarbeit zwi- mann Grünfeld, betont, daß eine zahlenmäßige Ueber- I scken diesem und dem Handwerk stets gedeihlich sein I e tz u n g des seßhaften Einzelhandels in den letzten Iah- I möge. Reichskonnnisfar Hoppe sprach in seiner Entgeg- ren unter keinen Umständen stottgefunden habe. I nung seine Freude über die vielen Beweise des Ser» 69 000 im Jahre 1918 statistisch erfaßten' Einzelhandels- I trauens des Handwerks, die er feit feiner Ernennung betrieben hätten tm Jahre 1924 nur 58 000 gegenüber» j schon erhalten Ijabe, aus. Dr. Meusch erstattete sodann ge^anben. Die Zahl der Konsumvereinsläden sei aber I einen Tätigkeitsbericht des Kammertags für das abge- non 7000 tm Jahre 1918 auf 10000 tm Jahre 1924 ge- I taufene Jahr, in dem er u. a. sagte: „Im Vordergründe stiegen. | des Interesses stehen jetzt wirtschaftspolitische Fragen, be
sonders Preis- und Kreditfragen. Zur Preisfrage wird in der Festsitzung eine Erklärung abgegeben. Daraus erstattete Syndikus Volker den Rechnungsbericht, der genehmigt wurde. Als nächster Tagungsort wurde unter allgemeiner Zustimmung Danzig gewählt. Es wurde sodann noch mitgeteilt, daß die sächsische Gewerbekammer Plate und dem Eewerksekretär Dr. Mensch die — x* s»n - V s , I goldene Ehrenmedaille der sächsischen Kammer
trhnKrio Aacke'n mirh” n nft Itabel- verliehen hat. Den ersten Tag der Jubiläumstagung be-
±1 h;/G*nÄ™tou^lbet: bem ®or‘ schloß ein Begrüßungsabend im Städtischen Saalbau,
i*1.09., b^ lchtungsausschusses zur Beilegung der in dessen Verlauf der Präsident des Handwerks- und Lohnstreitfrage m der Radel Industrie hat der Ar- Gewerbekammertages, Ohrenobermeister Plate, der Ge- beitgeberverband dem Schllchtungsausschuß mitgeteilt, Werbekammer Lübeck sowie der Stadt für den freund fcafj er den Vorschlag an und für sich als eine geeignete ! lichen Empfang dankte und ein Hoch auf das deutsche Grundlage zu einer Einigung aniehe. - ; 1 Vaterland unh das deutsche Volk ausbrachte.
vom Marobbs-llrieg.
wtb Paris, 29. Aug. (Tel.) Ein offizielles Communiquc aus 2Nadrid vorn 28. August feilt mit, daß das spanische Flugzeuggeschwader gestern vormittag sehr wirksam verschiedene Dörfer eines Unkerfkammes der Beni Uriagel bombardiert habe.
*
wtb Parts, 29. Abg. (Tel.) Ein offizielles Communiqus aus Casablance vom 28. August besagt, daß die am 26. August tm Gebiet der Dra- nes begonnenen Operationen sich pro- grammäßig entwickelt haben. Am 27. August hätten die Truppen ihr Ziel erreicht, nachdem die Einschließimg des Djebel-Slmeft und Djebel-Uihi vollkommen geglückt fei. Infolge der glücklichen Durchführung hätten verschiedene Stämme der Bra- nes mikgeteilk, daß sie ber/it seien, sich bedingungslos zu unterwerfen.
China.
Iapanischer Prokest in Kanton.
Die japanische Regierung hat in Kanton re;.;.n des Angriffs auf drei japanische Matrosen, von denen einer getötet und die beiden anderen schwer verwundet wurden, Protest erhoben. Der Vorfall scheint sich so abgespielt zu Haben, daß 15 japanische Matrosen zur Hilfeleistung für einen im Sinken begriffenen Dampfer kommandiert worden waren, wobei ihr Motorboot durch Schüsse von der chinesischen Uferbefestigung zum Sinken gebracht wurde.
* Vertrauensvotum für die Danziger Regierung. Nach Abschluß Her dreitägigen Regierungsdebatte hat die neue Danziger Regierung, die sich aus Zentrum, Deutschliberalen und Sozialdemokraten zufammenietzt, vom Volkstag mit 65 gegen 36 Stimmen ein Ver« traue usvotum erhalten. Gegen das Verlranens« Votum stimmlen die Teutschnalionaleit und die Deutschsozialen.
* Vcuizelos. Nach einer Hcivasmeldung aus Athen hak sich der Kabmettsrat'auch mit den verschiedenen Gerüchten befaßt, nach denen Venizelos die Absicht haben soll, wieder am politischen Leben teilzunehmen und in Opposition gegen die Regierung zu treten.
* Herabsetzung des Grotpreises in Frankreich. Infolge des Sinkens der Getreidepreise wird der Brolprris in Paris vom 8. September ab um fünf Centimes das Kilo auf 1 Frank 55 Centimes herabgesetzt.
* Gefährdung der französischen Kartoffelernte. Aus dem Bericht über den französischen Ministerrat geht hervor, daß in verschiedenen Departements der Kartosfelbau durch einen Kartoffelparasiten schwer heimgesucht sei. Es seien alle Maßnahmen zu seiner Bekämpfung getroffen.
* Die Wiederaufnahme der englisch-mexikansschen Beziehungen. Die englische Regierung hat die Wideraufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Mexiko beschlossen. Sie waren bekanntlich von England abgebrochen worden, weil die Mexikaner keine ausreichende Genugtuung für Verletzung britischer Staatsangehörigen gegeben hatten.
* Spanifch-porkugrefifcher Zwischenfall. Havas berichtet aus Madrid nach einem Telegramm aus Vigo, das in der Zeitung „El Liberal" veröffentlicht werde, erhebt die dortige Presse Protest dagegen, daß das portugiesische Kanonenboot „Biega" auf freiem Meere zwei spanische Fischerboote, die von einem Fischzuge die spanische Küste entlang zurückkehrten, beschlagnahmt habe. Die Reedereien haben ein Telegramm erhalten, das besagt, daß der Fang der Boote beschlagnahmt wurde. Die Boote wurden zu je einer Geldstrafe von 2000 Peseten verurteilt. Die Verbände der Fischereiindustriellen haben das Direktorium gebeten, zu intervenieren, da die beiden spanischen Fischerboote außerhalb der Hoheitsgrenze aufgebracht worden seien.
Gewerkschaftliches.
— Der Zenkralverband der Arbeftnehmer össenllicher Betriebe und Verwaltungen (christl. Gewerkschaft) hält vorn 30. August bis 2. September seinen dritten Verbandstag in M ü n ft c r i. W. ab. Der Zentralvorsitzende Dedenbach hält einen Vortrag über: „Die Tarifverträge in den öffentlichen Körperschaften". Gesamtver- bandssekretkär Kaiser referiert über „Die Voraussetzungen zum wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg ver Arbeitnehmer". Die Satzungen sollen den Zeitverhäli- nissen angepaßt werden. Der Zentralvorstand hat soeben einen gedruckten Geschäftsbericht über die Zeit vom I. Januar 1922 bis 31. Dezember 1924 hewusgegeben. In demselben wird über die wirtschafts- und sozialpolitischen Verhältnisse Deutschlands sowie über die Em- Wicklung des Berbandes eingehend berichtet. Die Inflation mit ihren furchtbaren Folgen, die sozialpolitische Gesetzgebung, die Gewerkschaften und Unternehmerved- bände werden kritisch beleuchtet. Besonderes Interesse beanspruchen auch die Berichte der Bezirksleiter. Die Mitgliederzahl hat angesichts der schwierigen Verhäli- msse nur geringe Verminderung erfahren, die aber bereits wieder völlig wettgemacht ist. Die Kassenverhäll- nisse haben sich seit der Stabilisierung recht günstig gestaltet. Das Berbandsvermögen beträgt zur Zeit über iüü 000 Mk. An Lohnbewegungen sind 2225 geführt war- den. wovon die Hälfte allein auf das Jahr 1923 entfällt. An 11 Streiks waren 3835 Mitglieder beteiligt mit einem Ausfall von 17 884 Arbeitstagen. 3m Jahre 1924 wurden an Lohnerhöhungen 7 482 967 Mk. erzielt. Der Verband ist an 91 Tarifverträgen beteiligt, von denen 5 Reichstarifverträge, 68 Bezirks- und Örtstarise sind. Der Verband umfaßt Arbeitnehmer der Straßenbahnen, sowie der Gemeinde-, Länder- und Reichsbetriebe aus- schließlich der Eisenbahn und Post.